• #31
Weil der Inspi ein Roboter ist, aber mir glaubt ja niemand hier! ūü§Ė
Sehe ich auch so ...

Ich habe mich eine Weile um eine Antwort an dich, lieber @Ak√∂ gedr√ľckt, weil es einfach schwierig ist, sich in eure Situation hinein zu versetzen.

Was du gut r√ľber gebracht hast, ist eure tiefe Zuneigung f√ľreinander. Und dein gro√ües Verst√§ndnis f√ľr deine Frau, dass du bereit bist, ihre Seite in eurem Leben zu sehen - auch wenn dich die neue Entwicklung traurig macht und nachvollziehbar verunsichert.

@Lionne69 hat einen Therapeuten ins Spiel gebracht, dem w√ľrde ich mich anschlie√üen. Denn der n√§chste Schritt in eurer Ehe (die - finde ich auch - nicht immer eine offiziell besiegelte sein muss) wird schwer. F√ľr beide von euch: deine Frau wird ein unglaublich schlechtes Gewissen haben, du m√∂chtest sie gl√ľcklich sehen. Ein (guter) Therapeut k√∂nnte euch begleiten, euren Blick (und eure Gef√ľhle) immer neu aufeinander zu richten, damit ¬Ľder Dritte¬ę f√ľr dich (und die Schuldgef√ľhle deiner Frau) im Rahmen des Aushaltbaren bleibt.

Da ihre beide sehr offen miteinander umgeht, solltet ihr im Vorfeld besprechen, wie weit deine Partnerin gehen darf - auch wenn sich das schlecht in Stein mei√üeln l√§sst. Aber weiter vereinbaren, dass danach keine Details mehr auf den Tisch kommen, die w√ľrden dich zu sehr qu√§len.

Versucht, auch das erw√§hnte @Lionne69 bereits, eure Gemeinsamkeiten und Unternehmungen auszuweiten. Diese zu f√∂rdern, damit ein Gegengewicht zu den Intimit√§ten mit dem Dritten geschaffen wird. Macht euch klar, welchen Schatz ihr miteinander besitzt, n√§mlich wirkliche Liebe f√ľreinander.

Sollte es schief gehen, d.h. der Ausgang dieser Beziehungs√∂ffnung ein anderer werden, als von euch angestrebt, erlebt ihr das, was viele hier im Forum von sich selbst beklagen. Dennoch habe ich das Gef√ľhl, dass ihr beide behutsamer miteinander umgeht, als wir das hier von der Mehrzahl der Gescheiterten lesen.

Holt euch die Hilfe eines Fachmannes/einer Fachfrau. Damit ihr immer wieder einen neutralen Blick auf die Entwicklung bekommt und Unterst√ľtzung darin erfahrt, euch auf einem Feld (der Sexualit√§t) loszulassen, weil ihr das andere Feld (das der Liebe zueinander) beherrscht wie nur wenige.
 
  • #32
Ansonsten bin ich relativ mobil und aktiv, fahre hand Bike, Auto und k√ľmmere mich auch um unsere Kinder. Die Erziehungsarbeit teilen wir uns, beziehungsweise mache ich etwas mehr. Ich gehe auch zu Elternabenden, fahre die Kinder zu Trainings usw.
Das sind Informationen, die wichtig sind, wenn Du schreibst, Du bist Tetraplegiker.
Denn wie zitiert, bei Dir geht einiges.

Da ist das Thema - wie gestaltet Ihr Euer Paarleben viel mehr der zentrale Punkt.
Dann gibt es oft Streit. Dadurch habe ich mich die letzten Jahre immer weiter zur√ľckgezogen, obwohl ich sie liebe und mir mehr N√§he w√ľnsche. Diese N√§he ist in dieser Zeit verloren gegangen
Es fehlt Euer Wir. Euer Paarleben ist √ľberspitzt ausgedr√ľckt reduziert auf Bew√§ltigung des Alltags, Deine Einschr√§nkung, und Streit.

Wenn Du /Ihr nicht an diesem Punkt aktiv ansetzt, schaut, wie Ihr in Euer Miteinander neue Qualitäten, Nähe, einen guten Umgang bekommt, wirst Du sie verlieren.

Sie redet mit Dir - vielleicht ist es nun eine Fehlinterpretation - ich sehe ihre Bitte als Hilferuf.
Nimm mich wahr als Partnerin, als Frau.

Wann hast Du ihr das letzte Mal gesagt, gezeigt, dass Du sie liebst? Tust Du es, oder ist es die Abhängigkeit, die Du anfangs benannt hast, die Dich bindet?

Sie liebt Dich, sonst wäre sie schon lange gegangen. Bzw. Wäre eine heimliche Affäre sicher realisierbar gewesen.

Ihr m√ľsst Euch neu finden, und ob dann die √Ėffnung der Partnerschaft von ihr noch gewollt wird?
Zum neu finden gehört die Verarbeitung des Unfalls - auch Deinerseits.
Deinen R√ľckzug sehe ich als Folge dieser Nichtverarbeitung.

Du hast es geschafft, Dir viel vom. Leben zur√ľck zu holen
Finde auch Deine Rolle als Partner, Mann wieder, definiere sie neu.
Dein R√ľckzug hat den Verlust Eurer N√§he nach sich gezogen.
Die fehlende Nähe sucht sie momentan anderweitig.

√Ąndere es. Nicht durch Verbot, sondern in dem Du versuchst, wieder N√§he aufzubauen.
Ggf. Wie benannt mit Paartherapie, die ich Euch weiterhin empfehlen w√ľrde.

W, 51
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #33
Aber noch mal, da ich das Gef√ľhl habe, dass hier einiges falsch verstanden wird. Ich brauche Hilfe bei der K√∂rperpflege, kann kein Essen richten und nicht den Haushalt schmei√üen. Ansonsten bin ich relativ mobil und aktiv, fahre hand Bike, Auto und k√ľmmere mich auch um unsere Kinder. Die Erziehungsarbeit teilen wir uns, beziehungsweise mache ich etwas mehr. Ich gehe auch zu Elternabenden, fahre die Kinder zu Trainings und so weiter.
Mein Problem ist, dass ich mich nicht in Eure Situation hineinversetzen kann.

So wie Du es hier beschreibst, ist es eine ausgewogene Beziehung, was den Alltag anbelangt, Du unterst√ľtzt da, wo Du kannst mit angemessenem Anteil.

Wie sieht es mit der Paarbeziehung aus? Gemeinsame Unternehmungen? Anregende Gespräche? Aufmerksamkeit und Zärtlichkeiten?
Ist die Beziehung schlicht aufgrund der Dauer eingeschlafen oder sind es die Einschränkungen auf Deiner Seite? Was kannst Du tun, um wieder mehr Nähe zu ermöglichen?
 
  • #34
FS,

Du scheinst nicht nur das Forum sondern auch Dich selbst und vor allen Dingen Deine Frau (Freundin) um die Fichte zu f√ľhren.

Aus Deinen ersten Beitr√§gen klang heraus, dass Du die Beziehung brauchst, weil Du sonst nicht alleine klar k√§mest. Offensichtlich ist mehr m√∂glich. Vielleicht f√ľhlt das Deine Frau genauso und ihr fehlt was Paarsein ausmacht. Da h√§ttet ihr das gleiche Problem wie viele Paare nach 21 Jahren. Zu wenig f√ľr ein Wir.

Wie s√§he Dein Leben aus, wenn Du in Deiner Situation Single w√§rst? Was w√ľrdest Du dann tun? Wie ging es Dir?

Wenn Du das geklärt hast, bist Du bei Dir und dann kommt das Wir.

Was bedeutet f√ľr Dich eine Beziehung zu f√ľhren? Was macht sie zu etwas besonderen und erstrebenswerten?

Wenn Du das geklärt hast, bist Du vielleicht bei Deiner Frau.

Redet offen und ehrlich was das Wir in Deiner Situation ausmacht, was fehlt und ob und wie ihr das ausgleichen k√∂nnt und wollt. Dein Frau unterst√ľtzt Dich. Daf√ľr sollte sie ihre Bed√ľrfnisse nicht leugnen und sich √ľberfordern m√ľssen. Schaue, ob das m√∂glich ist. Jede Beziehung hat und braucht ihre Basis.

Wenn sie in der Zweitbeziehung etwas sucht, was sie bei Dir nicht bekommen kann, warum auch immer, und das f√ľr Euch Beide in/zu eine/r Beziehung geh√∂rt, wird es eng. Wenn nicht sind Kompromisse sicher m√∂glich.

Alles Gute

M51
 
  • #35
Hallo Akö,

mir kommen Deine Beitr√§ge sehr auf √Ąu√üerlichkeiten bezogen an (Hausarbeit, Kinderbetreuung, wer ist wem Unterst√ľtzung, wer leistet welche Arbeit, etc.).

Ich denke, was Deiner Frau und Eurer Beziehung fehlt ist das Emotionale, Seelische, Geistige, Körperliche und Sexuelle.

¬īFrage Dich, was Du - trotz Deiner Pflege und schwierigen Situation - IN DIESEN BEREICHEN verbessern kannst!

Wie k√∂nnt Ihr beide emotional und sexuell wieder zusammenr√ľcken (ja, ich bin mir SICHER, Sex ist nicht auf GV zu reduzieren!)?

Ich w√ľnsche Dir viel Kraft und Kreativit√§t! Und dass Deine Frau (wieder) F√úHLEN kann, was Du ihr bedeutest!
 
  • #36
Kurzes Update: ich wei√ü nicht, ob das gut gehen wird. Wir haben jetzt viel geredet, diskutiert, gestritten. Wir hatten gute Tage, wir hatten schlechte. Ihr liegt viel an unserer Familie. Sie sch√§tzt mich, will mich unterst√ľtzen, aber liebt mich wohl nicht mehr. Trotzdem will sie weiter als Familie zusammen leben und den anderen Mann treffen. Ich f√ľr meinen Teil glaube nicht, dass das funktioniert. Im Moment stehen die Zeichen eher auf r√§umlicher Trennung. Leider. sie w√ľrde ausziehen und ich bleibe mit den Kindern im Haus.
Ich wei√ü nicht, ob das die richtige L√∂sung f√ľr uns und die Kinder ist, oder ob ich nachgeben sollte. Aber sie bleibt trotz vieler Entgegenkommen meinerseits hart in der Sache. Sie kommt mir nicht entgegen und ich komme nicht an sie ran.
 
  • #37
m Moment stehen die Zeichen eher auf r√§umlicher Trennung. Leider. sie w√ľrde ausziehen und ich bleibe mit den Kindern im Haus.
Ich bin etwas gehemmt, wie ich was schreiben soll, aber ich will hierzu trotzdem was loswerden.

DU hast ihr das wohl vorgeschlagen, dass sie ausziehen soll und Du bleibst mit den Kindern da. Aber Du schreibst selbst, dass Du keinen Haushalt f√ľhren kannst und kein Essen machen kannst. Wie soll das werden, wenn Du mit den Kindern allein bist? Vielleicht sind die nicht mehr so klein, also k√∂nnten Dich versorgen mit allem, was Du brauchst, aber das f√§nd ich ehrlich gesagt keine gute Idee, die Kinder dann verpflichtend einzuspannen. (FALLS das √ľberhaupt Dein Gedanke war)

Ich verstehe nat√ľrlich Deinen Stolz dabei, dass sie nicht aus Mitleid bleiben sollte. Aber vielleicht kannst Du auch ihre Bindung an euch sehen und sehen, dass sie keineswegs einfach ihr altes Leben hinter sich lassen will und ganz neu starten.

Ihr liegt viel an unserer Familie. Sie sch√§tzt mich, will mich unterst√ľtzen, aber liebt mich wohl nicht mehr.
Doch, ich denke schon. Vielleicht anders, aber dass es Mitleid ist, dass sie bleiben will, glaube ich nicht. Der andere Mann ist ja wohl nicht dazu gedacht, dass sie sich ein neues Leben mit ihm aufbauen will. Ob das doch so kommt, weiß keiner, aber sie selbst denkt es ja jetzt nicht. Es sei denn, Du meinst, dass es Salamitaktik von ihr sei, also erstmal ein bisschen raus, dann irgendwann ganz. Klingt aber nicht so.
 
  • #38
Wie soll das werden, wenn Du mit den Kindern allein bist?
Da gibt es sicher auch M√∂glichkeiten. Z.B. eine Haushaltshilfe kann steuerlich abgesetzt werden, oder wird zum Teil auch von manch Krankenkassen √ľbernommen. Wom√∂glich ist das auch eine Chance f√ľr den FS aus seinem Trott und seiner Zur√ľckgezogenheit herauszukommen, wenn die HH z.B. attraktiv ist, oder einfach neue Impulse durch neue Gespr√§che gibt.
Es ist immer mit Schuldgef√ľhlen verbunden, wenn der eine Partner nicht ganz so viel leisten und beitragen kann, wie der andere Partner. Sowas st√∂rt auch in einer Beziehung.
 
  • #39
Willst du ihr weh tun, das bisschen Macht ausspielen, was dir noch geblieben ist? Wenn ja - armselig.
Ist das im Hauptinteresse der Kinder, die ihr ja gemeinsam aufziehen wollt? Ja? Kann ich mir kaum vorstellen. Kinder lieben vertraute Strukturen, und du sagst selbst, ihr seid ein gutes Team.
Liebst du sie, oder willst du sie besitzen? Ich kann verstehen, dass ihr Leichtigkeit und Genuss an deiner Seite fehlen, du klingst ziemlich verbissen und dogmatisch in deinem letzten Beitrag. Trotzdem w√ľnsche ich nat√ľrlich viel Gl√ľck. Au√üerdem: Du kannst dich doch auch umschauen!
 
  • #40
Willst du ihr weh tun, das bisschen Macht ausspielen, was dir noch geblieben ist? Wenn ja - armselig.
Ist das im Hauptinteresse der Kinder, die ihr ja gemeinsam aufziehen wollt? Ja? Kann ich mir kaum vorstellen. Kinder lieben vertraute Strukturen, und du sagst selbst, ihr seid ein gutes Team.
Liebst du sie, oder willst du sie besitzen? Ich kann verstehen, dass ihr Leichtigkeit und Genuss an deiner Seite fehlen, du klingst ziemlich verbissen und dogmatisch in deinem letzten Beitrag. Trotzdem w√ľnsche ich nat√ľrlich viel Gl√ľck. Au√üerdem: Du kannst dich doch auch umschauen!
Ich kann sie nicht besitzen. Sie ist selber als genug, Entscheidungen zu treffen. Ich will auch nicht weh tun, das ist das letzte was ich will.
Leichtigkeit ist bei uns nat√ľrlich etwas schwieriger als bei anderen, aber ich denke, dass wir trotzdem eine tiefe Beziehung zueinander haben. Ob das gen√ľgt wird sich zeigen. Und zwar unabh√§ngig von der Situation mit Rollstuhl.
Dazu eine kurze Frage und ich hoffe, es klingt nicht frustriert, das ist es nicht. Warum muss ich froh sein dass sie bei mir geblieben ist? Weil eine tolle Frau mehr verdient als einen Rollstuhlfahrer? Es gibt gen√ľgend Paare mit anderen und gr√∂√üeren Problemen. Da wird hier schnell zur Trennung geraten.... dieses Thema betrifft auch den Job und weitere Punkte. Warum soll ich froh sein um Dinge, die bei uns nicht anders sind als bei anderen ohne Rollstuhl?
Sie hat sich daf√ľr entschieden bei mir zu bleiben, genau so wie ich. Jetzt haben wir eine neue Situation und m√ľssen uns klar werden, was wir tun.
 
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  • #41
Hallo Akö,
ihr habt au√üergew√∂hnliche Situation aufgrund deines Schicksalsschlags. Ich denke es k√∂nnen sich auch nur sehr wenige Menschen sich deine Situation richtig vorstellen (mich eingeschlossen). Ihr seit eine Familie und das scheint euch beiden sehr wichtig zu sein. Auch f√ľr die Kinder ist eine Familie mit leiblichen Eltern wichtig. Dieses Aspekt wird h√§ufig au√üer Acht gelassen. Die Liebe und Gef√ľhle zwischen Mann und Frau werden dann in den Vordergrund gestellt. Und es wird viel zu schnell empfohlen sich zu trennen. Ich sch√§tze dich als einen psychisch starken Mann ein und du kannst mit dieser St√§rke einiges erreichen. Eine au√üergew√∂hnliche Situation erfordert evtl unkonventionelle L√∂sungen. Bevor ihr euch endg√ľltig trennt, versuche ihr das zu g√∂nnen. Wenn Sie die Familie intakt halten will und zum Gl√ľck anderen Mann braucht, dann g√∂nne ihr das einfach. Vergiss das 08/15 Gerede √ľber Monogamie, Treue, usw. Es ist nur ein Gedanke in deinem Kopf den du steuern kannst. Du hast nichts zu verlieren. Wenn du im Kopf stark bist, dann kriegst du das hin. Wenn es nicht klappt kann man sich immer noch trennen. Aber versuche es wenigstens wegen der Kinder.
 
  • #42
Ich denke, der Sachverhalt hat nicht viel mit dem Rollstuhl zu tun....ausser ggf wirklich die Frage ob es mit den Kindern und der Versorgung läuft.

Als mein Exmann seine Affäre hatte und dort nächtigte, hab ich auch gesagt: Ende und zieh aus.
Warum bitte hätte ich sagen sollen: Bleib wegen der Kinder hier wohnen und sei eben mit der anderen zusammen?!

Was mir grundsätzlich nie gefällt, ist Kinder schon vor der Trennung oder direkt danach mit zum neuen zu nehmen.
Finde ich unmöglich