Freundin will nach Trennung bei mir wohnen. Wie seht ihr das?

Ich habe eine Freundin, die seit zwei Jahren mit einem notorischen Fremdgänger zusammen ist. Sie streiten sich täglich, er behandelt sie schlecht und respektiert sie nicht.
Dennoch sind sie im Dezember zusammen gezogen, weil es dann angeblich etwas besser lief.

Meine Freundin fühlte sich gestern sehr unwohl in seiner Wohnung (sie läuft auf ihn), es kam zum Streit, weil er genervt von ihr war und daraufhin packte sie ihre Sachen und stand bei mir vor der Tür.

Ihr Plan ist es jetzt, bei mir und bei einer anderen Freundin zu wohnen.
Sie schaut sich aktuell Wohnungen an, sie kann aber erst frühestens am 15. Mai in eine ziehen.

Ich habe ihr schon gesagt, dass es wirklich nur im äußersten Notfall geht, weil ich derzeit krank bin, viel Stress habe und einen Rückzugsort benötige. Meine Wohnung hat nur 45qm und einer von uns müsste auf der Couch schlafen.

Ich habe ihr jetzt Links zur Mitwohnzentrale geschickt, Studi-WGs und möblierten Zimmern. Ich bin so ein Mensch, der erstmal dort unterkommen würde, weil es ja nicht direkt eine 60qm Wohnung in guter Lage sein muss (nach sowas sucht sie aber).

Wie seht ihr das?
 
Ich habe ihr schon gesagt, dass es wirklich nur im äußersten Notfall geht, weil ich derzeit krank bin, viel Stress habe und einen Rückzugsort benötige. Meine Wohnung hat nur 45qm und einer von uns müsste auf der Couch schlafen.

Damit ist doch eigentlich alles gesagt, oder? Wozu musst du jetzt von uns wissen, wie wir das sehen? Bei dir geht es halt nicht, du hast ihr eben eine Absage erteilt und fertig. Wo ist jetzt genau das Problem? Ich finde nur, du bist viel zu unkonsequent und eierst rum. „Nur im äußersten Notfall“. Na aus der Sicht deiner Freundin ist das jetzt nun mal ein Notfall! Geht es nun jetzt bei dir, oder geht es nicht? Du solltest Ansagen klar formulieren, damit jeder Mensch in deinem Umfeld grundsätzlich weiß, woran er/ sie bei dir ist. Deine schwammige Notfallformulierung lässt mega viel Spielraum zur Interpretation offen. Wenn ich deine Freundin wäre, würde ich denken: ja eigentlich geht es, aber sie will mich nicht um sich haben. Auch okay, also ziehe ich mich zurück und suche mir jemanden, der mir wirklich hilft. Was bringt dir jetzt die Sichtweise von uns, wo jeder wahrscheinlich eine andere hat, für die einen geht das gar nicht, für die anderen wäre das kein Problem. Wieso kann deine Freundin ohne dich zu fragen, mit einem solchen Plan um die Ecke kommen und dih so überrumpeln, dass du ein Forum befragen musst, voller Leute, die eure Freundschaft gar nicht kennen?

Aber weil du gefragt hast, wie würde ich es machen? Ich bin für meine Freunde Tag und Nacht da und würde für sie mein letztes Hemd geben. Und wenn ich nur auf 10qm wohnen würde, dann ließe ich sie noch mit 10 Kindern und Hund und Katze einziehen. Meine Freunde sind mir heilig. Wenn die in Not sind, wird geholfen, ohne Diskussion und ohne großes Betteln seitens der Freundin. Ganz sicher würd ich sie nicht in eine Mitwohnzentrale schicken zu fremden Leuten.
Aber was bringt dir das, jetzt zu wissen, wie ich das sehe? Du siehst es offenbar anders und das ist auch okay. Du lebst halt nach anderen Wertevorstellungen als ich, dann steh aber auch dazu!
 
Hallo,

ich finde es in Ordnung, wenn man in einer akuten Situation, z.B. direkt nach der tatsächlichen Trennung jemandem einen Schlafplatz anbietet. Aber die Person muss sich dann schon überlegen, wie sie danach unterkommt bis sie eine Wohnung hat.
Sie könnte zum Beispiel in ein Hotel gehen. Ich fände es unangenehm die Gastfreundschaft wochenlang überzustrapazieren.
Ich würde deiner Freundin sagen, dass dir das zu lange ist bis zum 15. Mai und sie sich eine Lösung überlegen soll. Sie kann nicht so lange bei dir wohnen, ist aber natürlich gerne Abends Willkommen, wenn sie Gesellschaft braucht.
Sie muss verstehen, dass sie nicht bei jeder Streitigkeit vor deiner Haustüre stehen kann. Am Ende gibt es doch wieder ein Revival zwischen den beiden und dann nervt das mal so richtig.
 
In einer Lage wie ihrer würde ich wirklich den ganzen Tag am Telefon hängen, weil es mir mehr als unangenehm wäre, meine Freunde so zu behelligen. Für einen Fehler, den sie wissentlich begangen hat. Es ist ja nun nicht so, dass es super lief und die Trennung aus heiterem Himmel kam.
Als sie gestern bei mir war, wollte sie aber wieder nur reden. Das verstehe ich auch, aber man sollte auch ins Handeln kommen. Sie hätte sich seit Wochen schon um eine neue Bleibe kümmern können, anstatt einfach die Tasche zu packen, zu gehen und dann ihre Freunde vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Dazu muss ich sagen, dass ich derzeit wegen Burn-Out krank geschrieben bin, durch den Stress in meiner Arbeit dauernd erkältet bin und daher wirklich sehr dringend einen Rückzugsort benötige.
 
Wenn ich mir so deine anderen Fragen ansehe, raucht es bei dir an vielen Ecken. Du kannst nicht "nein" sagen und tust eben das, was andere so von dir wollen. Meiner Ansicht nach führt dieses Defzit irgendwann zu einer explosiven Mischung, dass man irgendwann ausrastet und es nicht mehr ertragen kann, ständig von anderen übergangen zu werden. Schlimmstenfalls führt das in die sexuelle oder freundschaftliche Ausnutzung. Ich glaube, du wärst dafür ein guter Kandidat, weil du dich selbst rechtfertigen würdest, dass du es doch anders tun würdest, ohne zu merken, dass andere selbstbewusstere Menschen sich einfach von dir nehmen, was sie brauchen.

Ich lasse niemanden einfach so bei mir schlafen. Ich wäre auch gar nicht so spontan erreichbar, dass jemand einfach so bei mir vor der Türe stehen würde.
 
Dazu muss ich sagen, dass ich derzeit wegen Burn-Out krank geschrieben bin, durch den Stress in meiner Arbeit dauernd erkältet bin und daher wirklich sehr dringend einen Rückzugsort benötige.
Dann sollte das doch klar sein.
In dem Fall bin ich auch für nein.
Sie ist mit keinem gewalttätigen Alkoholiker oder sowas zusammen, sondern mit einem Mann der "nur" fremdgeht.
Das ist nicht schön, aber in ihrer Situation noch Ansprüche zu stellen, finde ich merkwürdig.
 
Liebe @Emrix, du eierst hier ein bisschen viel herum, versuchst verzweifelt, dein NEIN zu erklären und zu verteidigen. Wohl vor allem vor dir selbst! Dazu musst du keine Krankheit, keine qm und keinen Rückzugsbedarf anführen, trau dich einfach, laut und unzweideutig NEIN zu sagen. Das kann frau üben!

Meine Freunde wissen, dass sie mit Voranmeldung (im absoluten Notfall auch mal ohne) bei mir aufkreuzen dürfen. Sie wissen aber auch alle, dass bei mir ein unsichtbares eine Woche, dann is' gut! -Schild an der Türe hängt.
Alles darüber hinaus würde meine Freundschaften gefährden und genau das will ich nicht. Doch dazu braucht es eine konsequente (und nicht ins Persönliche reichende) Haltung.

Also handle ganz nach deinem Befinden. Ohne uns hier zu fragen! Es wird DEINE Entscheidung sein. Ist es eine wirkliche Freundin, wird sie das verstehen und Alternativen ins Auge fassen.
 
Hallo FS,

generell bin ich der Meinung und ich handhabe das auch so, dass ich für Freunde da bin und sie auch aufnehmen würde...zumindest für eine gewisse Zeit. Es kommt hier aber auch sehr stark darauf an wie viel mir die andere Person bedeutet, denn Freunde sind nicht gleich Freunde. Hand aufs Herz. Magst du sie als Mensch bzw. ist sie wirklich eine gute Freundin, die du magst? Du hast hier des Öfteren von irgendwelchen schrägen Frauenfreundschaften berichtet. Daher bin ich mir bei dir nicht sicher, wie nahe dir diese Person steht. Würde diese Person dir auch eine Bleibe in Notfällen anbieten oder eher nicht und du fühlst dich hier ausgenutzt?

Wenn es dir im Moment wegen Burn-Out (oder weil du in der Behörde arbeitest eher Bore-Out) hast, nicht gut geht, dann kann ich nachvollziehen, dass du im Moment kein Kopf für jemanden hast. Du bist selbst im Moment eher im Rückzugsmodus und alles ist dir zu viel. Das sollte eine gute Freundin aber auch verstehen und es liegt an ihr ein bisschen Feinfefühl zu haben, dass man daher selbst irgendwie woanders unterkommt. Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich mir zunächst eine Ferienwohnung oder über airbnb etwas suchen. Das kostet nicht die Welt...oder Wg oder Zwischenmiete. Ich würde mich nicht für 1-2 Monate bei Freunden einquartieren, wennn sie zudem auch noch andere Probleme haben. Klingt auch eher nach einer Person, die es sich ganz einfach macht. Dafür spricht auch ihr Verhalten in der Beziehung...trotz Fremdgeher bei ihm bleiben und nie Konsequenzen ziehen, also Opferhaltung. So kommt sie für mich rüber.

Ich glaube, dass diese besagte Freundin gar nicht so eine gute Freundin ist. Sie macht es sich jetzt einfach und geht irgendwann auch wieder zum Typen zurück. Das ist schon mal ganz sicher.
 
Bei Deinen Erklärungen wirkst Du grad etwas zickig.
Eigentlich lass ich keine Freundin stehen, selbst wenn sie sehenden Auges in ihr Unglück gelatscht ist.
Die Entscheidung auszuziehen, kam wahrscheinlich spontan durch den Krach und in 2 Tagen gibt's wahrscheinlich den Rückzug.

Weisst Du wann ich zickig werde, wenn ich meine Grenzen nicht gewahrt habe.
Ein klares: bei mir geht's solange nicht!
Zwei Tage höchstens...
Hätte doch gereicht.

Dann wären auch keine Gedanken hochgekommen, wie unverschämt sie ist.
 
Ich finde das auch komisch, dann bei der Freundin wohnen zu wollen. Eher würde ich da bei Geschwistern oder Eltern unterkommen wollen - also bei Leuten, mit denen man schon mal zusammengewohnt hat. Bei mir würde ich da keinen Sofaschlafplatz einrichten wollen. Meine Wohnung ist ähnlich groß wie deine und ich glaube, da geht man sich extrem schnell auf die Nerven und dann war es das mit der Freundschaft. Was ist falsch an der Mitwohnzentrle oder AriBnB? Das ist gar nicht so teuer und wenn es ohnehin nur ein Monat sein soll - warum nicht?

Außerdem hätte ich mit der Frau auch nur bedingt Mitleid. Wenn es schon nicht läuft, dann zieht man mit dem Kerl auch nicht zusammen. Das ist keine besonders schlaue Entscheidung. Wenn Leute so in ihr Unglück laufen, dann müssen sie auch selbst sehen, wie sie da herauskommen. Akute Lebensgefahr herrscht ja nun nicht.
 
Sag ihr sehr konsequent, dass sie nicht bei dir wohnen kann. Das kann man freundlich, aber "streng" genug rüberbringen, sodass es ernstgenommen wird. Du darfst bei der Begründung sogar einfach bei dir bleiben: Sag ihr, dass es nichts mit ihr persönlich zu tun hat, sondern dass du NIEMANDEN bei dir wohnen lassen kannst, weil dich das belastet und du so etwas nun mal nicht kannst, dir geht es nicht gut, du brauchst Ruhe und Rückzug und deine kleine Wohnung für dich allein, du hast Burnout. Notfalls, wenn du sie nicht direkt rausschmeißen magst, setze ihr eine Frist, bis wann sie bei dir raus sein muss.
Was sie alles versäumt hat und tun hätte, könnte, sollte - das brauchst du in diesem Zusammenhang gar nicht anführen. Denn darum geht es dabei gar nicht - das soll sie begreifen, dann kann sie es vielleicht besser akzeptieren.
Wenn sie dir deshalb Vorwürfe macht, schlecht über dich redet, sauer ist oder dich trotzdem überreden will, kurz: dein überaus berechtigtes Anliegen nicht akzeptieren will, dann ist es keine Freundin und dann solltest du sie sowieso konsequent rausschmeißen, auch aus deinem Leben!

Überlege dir, ob und wenn ja, welche Art der Hilfe und in welchem (zeitlichen) Umfang du ihr grundsätzlich anbieten willst, also, was du leisten kannst, ohne dich dabei zu schädigen und biete ihr das an.
Lass dich nicht ausnutzen!


w53
 
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Ich wette, du bist auch noch der, der auf der Couch schläft wie ein Hund, richtig? Ich glaube, dein Problem ist nicht die Freundin, sondern dein Mangel an Kompetenz und Haltung dieser Freundin gegenüber. Ich würde der - dieser - schwachen Frau einen A-tritt verpassen, einfach weil sie zu schwach für ihren Zustand ist und damit auch für eine Freundschaft mit mir. Glaubt sie, sie ist die erste Person auf der Welt, die keine Wohnung hat? Glaubt, sie nur ihr geht es so schlecht? Die soll sich mal zusammenreißen! Bei mir war auch niemand da, als ich schlimme Schicksalsschläge hatte. Da muss rgendwo jeder durch. Da könnte ich gar keine Rücksicht drauf nehmen, weil ich viel schlimmeres kenne.

Ich würde sie 2 Nächte bei mir schlafen lassen, wenn es wirklich sehr schlimm wäre, aber da würde ich ihr deftig die Ohren waschen und bisschen den Moralischen raushängen lassen, damit sie schnell abzieht und ihr der Zustand unangenehm wird. Meine besten Freunde würden das bei mir auch UND definitiv tun, damit ich mir mal bewusst werde, dass ich mein Leben gerade nicht unter Kontrolle habe!

Ich finde, es ist auch jeder Mensch so beschaffen, dass er alleine damit fertig werden kann und muss. Schadet dem Mädel sicher nicht, wenn sie das mal alleine lernen muss, wie man ein Dach über dem Kopf bekommt. Aber einfach bei dir zu stehen, während du nicht der Typ dafür bist und du dich nur am rechtfertigen bist, ist frech! Und sie nutzt ihre Unfähigkeit aus, sich von anderen abhängig zu machen.

Ich würde mit ihr aufs Amt gehen und schauen, wo sie sich anmeldet kann, damit sie eine Notunterkunft bekommt. Was ist mit ihren Eltern? Hat sie keine anderen Leute?

Aber wenn du schon so Angst hast, dass sie sich bei dir einnistet, also nein danke, solche Leute halte ich mir schon grundsätzlich ganz weit vom Leib. Eben auch, damit sie nicht einfach so vor der Türe stehen können, um sich dann in meinem Territorium breit zu machen. Mir ist Intimsphäre und Privatsphäre sehr wichtig. Ich brauche sehr viel Ruhe zum Arbeiten und meine echten Freunde respektieren das auch.
 
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Ich würde sie nicht "Freundin" nennen. Klingt kleinkariert, ist aber für mich schon wichtig. Freundschaft bedeutet für mich, dass mich der andere auch seelisch "nährt", und danach verbringe ich auch mengenmäßig Zeit mit ihm. Irgendeine Bekannte, die mich nervt, wenn ich länger als 2 Stunden mit ihr zu tun habe, würde ich auch nicht oft um mich haben wollen. Im Notfall würde ich aber auch da helfen. Ich könnte sie an Deiner Stelle nicht rausschmeißen. Aber ich würde mich auch nicht drüber freuen, dass ich mal eine Mitbewohnerin habe für ein paar Wochen. Mit ner richtigen Freundin denkt man ja, kann man schön quatschen, es sich gemütlich machen.
Aber selbst wenn Du die allerbeste Freundin nicht bei Dir wohnen lassen wolltest, ist das Dein Ding. Sie würde es dann aber wissen und auch verstehen, also selbst auch nicht wollen, dass Du vor ihrer Tür stehst, selbst wenn bei Dir Havarie ist. Man kennt sich als Freunde.

Und wo es jetzt irgendeine Bekannte ist, die einfach mal über Deine Bedürfnisse walzt, musst Du entweder eine klare Grenze ziehen, also sagen, dass Du krank bist und sie irgendwohin, vielleicht zu dieser anderen "Freundin" ganz ziehen soll bis Mai (muss die halt sehen, wie sie mit ihr klarkommt) oder sonstwo unterkommen soll, aber bitte nicht bei Dir, weil das nicht geht. Oder Du findest Dich mit der Situation ab, weil Du kein A. sein willst, und gibst ihr bis Mai.
Aber was Du machst, stresst Dich noch mehr: Du sagst nicht, was Sache ist, änderst aber auch nicht Deine Einstellung. Du zählst auf, was sie alles an Erkenntnissen haben müsste, aber sie ist ja nunmal nicht Du. Das erzeugt "innerliche Reibung", weil Du dauernd Deine Durchsetzungsschwäche merkst und dauernd mit Erwartungen rangehst, die nicht erfüllt werden.
Für einen Fehler, den sie wissentlich begangen hat.
Deine ganzen Erkenntnisse über ihre Beziehung und ihr Verhalten, Deine Erwartungen, was bei ihr doch an Einsicht kommen müsste, kannst Du in die Tonne drücken. Das sind DEINE Ansichten, nicht ihre. Dir sagt ja auch keiner, dass Du dieses oder jenes schon erkannt haben müsstest und umsetzen könntest. Z.B. wie man Burnout vermeiden kann. Sie tickt ganz anders als Du, und das ist auch richtig, wenn sie die daraus entstehenden Probleme irgendwie gebacken kriegt, also in ihrer Welt spontan bei Leuten einzieht, die sie "Freundin" nennen.
Sie hätte sich seit Wochen schon um eine neue Bleibe kümmern können, anstatt ... ihre Freunde vor vollendete Tatsachen zu stellen.
Sie denkt mE, "Freundschaft" sei so, denkt nicht viel nach und ist ein spontaner Mensch. Du bist nicht so. Entweder, Du kämpfst für Deine Grenzen und diese "Freundschaft" bekommt einen Riss, oder Du nimmst es hin, weil Du sie Dir als "Freundin" erhalten willst. Eine andere Möglichkeit seh ich nicht.
 
Hallo Emrix,
ein Tipp von mir: Nein heißt Nein und bedeutet Nein! Du tust weder Dir noch deinem Gegenüber einen Gefallen, wenn Du "eventuell", "vielleicht", "kann sein", "unter Umständen" oder sonst was äußerst, wenn Du Nein meinst! Im Gegenteil - das macht den Anderen eher sauer. Die/der denkt sich dann, "wieso geht es im Notfall, aber jetzt nicht und bei mir nicht? Meint Emrix bei mir ist kein Notfall?!". Wenn du von vornherein klar sagst, was Sache ist gibt, es keine Diskussionen. Also Kante zeigen - Du sagst deiner Freundin, dass es nicht geht. Und nicht wieder rumeiern und erklären und entschuldigen und evtl. Kriterien, wann es vielleicht doch später mal geht, benennen ...

m/46
 
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Liebe Emrix. So, wie sich das, was Du über Deine Freundin schreibst, anhört, wird sie noch oft bei Dir wohnen wollen. Sie ist also Ende letzten Jahres wider besseren Wissens zu einem Problemmann gezogen.... Da fehlen mir die Worte.....Wie alt ist sie?

Als ich noch sehr jung war, da war ich auch anfällig dafür, vernunftresistenten Leuten immer und immer wieder helfen zu wollen / müssen. Davon bin ich inzwischen bestens kuriert und ich habe solche Leute auch nicht mehr in meinem persönlichen Umfeld.

Ich würde mich auch nicht mehr von solchen Leuten aussaugen lassen, wenn sie immer und immer wieder über ihre Probleme lamentieren, die sie nicht in den Griff bekommen oder wieder einmal, entgegen aller Vernunft, im Schlamassel sitzen. Das sind Energievampiere

Das ist teilweise so, als wollte man Schweine baden (in Anlehnung an den Bibelspruch: die gebadete Sau ist zurückgekehrt zum Wälzen im Schlamm...).

Ich erlaube mir, Dir einige Erkennungsmerkmale von Energievampiren zu schreiben:

-sie erkennen deine Grenzen nicht an
-sie nötigen dich zur Rechtfertigung
-durch Fragen, Beschuldigungen und Unterstellungen setzen sie dich unter Druck
-sie zeigen sich als Opfer oder Einschüchterer
-sie verwickeln dich in Konflikte
-sie suggerieren dir Schuldgefühle
-sie machen dich einfach verrückt
-deine Gedanken kreisen ständig um sie
-sie sind nicht kritikfähig
-du fühlst Dich durch sie schlecht, ausgelaugt, aggressiv und schuldig.

So liebe Emrix, jetzt kannst Du diese Liste mal an Deiner Freundin abarbeiten. Viel Glück.
 
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Ich weiß nicht, wie eng ihr befreundet seid. Davon würde es bei mir auch sehr abhängen. Generell würde ich alle Freunde bei mir schlafen lassen in so einer Notsituation, aber nicht alle länger als ein paar Nächte. Vor allem wenn ich selbst krank bin. Ich selbst würde im Fall einer Trennung schon wissen, zu welchen Freunden ich gehen kann und zu welchen eher nicht (vom Platz her, von ihrem Nervenkostüm etc.). Nach der ersten schlimmen Trennung habe ich sehr wochenlang viele Nächte bei meiner Freundin und Chefin und ihrem Freund auf der Couch verbracht. Die hatten aber eben auch eine größere Wohnung. Als Gegenleistung können sie jederzeit bei mir in der Wohnung schlafen, wenn sie wieder mal hier in die Stadt kommen, egal, ob ich da bin oder nicht. Ich hätte damals das gleiche für sie getan. Daher: Ich hab zu wenig Einblick in eure Freundschaft, um von außen zu sagen, dass ist unverschämt von dir oder von ihr.

Eine Freundin hatte sich vor zwei Jahren von ihrem Freund getrennt und hatte mich gebeten, im dritten kleinen Zimmer unserer WG (= Wohnzimmer) schlafen zu dürfen. Ich hatte meinen Mitbewohner gefragt, es war okay für ihn. Dann wohnte sie fast drei Monate bei uns, weil sie keine Wohnung fand, die ihr gut genug war (Wohnungslage in der Stadt ist natürlich schwierig, aber ich hätte mir an ihrer Stelle einfach erstmal ein Zimmer zur Zwischenmiete gesucht; unser Bad und unsere Küche waren für drei Leute einfach zu klein). Sie zahlte dann natürlich auch Miete, aber das war wirklich ein bisschen zu viel des Guten. Mir fiel es auch schwer, ihr dann unmissverständlich zu sagen, es reicht langsam. Andere Freunde haben ihr dann gesagt, dass das unverschämt sei. Aber da war ich eben auch bisschen selbst schuld. Ich weiß, wie schwer Trennungen sind und dass man da oft nicht so schnell alles planen kann, weil man mitten in einem Gefühlschaos steckt. Ich wollte sie daher nicht rausschmeißen. Mein engelsgleicher Mitbewohner war auch nicht sauer. Ich würde jederzeit wieder Freunde bei mir aufnehmen in so einer Situation, nur dann eben schneller den Mund aufmachen, wenn es mir zu viel wird.

w, 35
 
Liebe FS,

ich kann dich sehr gut verstehen. Ich bin auch so ein Mensch, der 1. dringend einen Rückzugsort benötigt (und das auch ganz ohne Burn-Out) und 2. schlecht "Nein" sagen kann.

Leute mit gesellig-extrovertiertem Naturell rühmen sich gern damit, dass ihre Tür ihren Freunden Tag und Nacht offensteht und reden introvertierteren Typen damit ein schlechtes Gewissen ein. Aber wir sind nunmal nicht alle gleich. Wenn Alleinsein in der Bedürfnispyramide gleich nach Atmen, Trinken und Essen kommt und schon nach zwei Stunden Unterhaltung mit einer lieben Person die Akkus einfach leer sind, hat das eigene "Revier" natürlich einen ganz anderen Stellenwert, als wenn es einem gar nicht laut und trubelig genug sein kann.

Für mich wäre die Situation, die du hier schilderst, ein absoluter Albtraum. Ich wäre ehrlich gesagt auch genervt von der Dummheit der Freundin. Im Dezember lief es mit dem respektlosen Fremdgänger also ausnahmsweise etwas besser, und da ist sie mal eben mit ihm zusammengezogen. Nachdem nun das Unvermeidliche eingetreten und der Mann in alte Muster zurückgefallen ist, dürfen ihre Freunde es ausbaden.

Auch wenn es schwerfällt, würde ich dir raten, eine klare Grenze zu setzen. Also beispielsweise: maximal noch die kommende Woche, danach geht es schlicht und ergreifend nicht mehr. Vor allem solltest du ihr eine klare Ansage machen für den nicht unwahrscheinlichen Fall, dass sie doch wieder zu dem Mann zurückgeht: beim nächsten großen Krach steht deine Wohnung nicht mehr als Notunterschlupf zur Verfügung.

Ich schließe mich auch Irina an, dass du hinterfragen solltest, wie nahe dir diese Freundin wirklich steht und ob eure Vorstellungen von Freundschaft kompatibel sind. Dass sie sich durch die Entscheidung, mit diesem Mann zusammenzuziehen, in eine unglückliche Lage hineinmanövriert hat, ist das Eine. Wie gesagt, ich würde innerlich die Augen verdrehen, aber wer hat nicht schonmal aus Verliebtheit eine Dummheit begangen. Was für mich aber gar nicht geht: dass sie nicht vorher anfragt, ob es denn passt, sondern einfach mit Sack und Pack vor deiner Tür steht. Wie hier schon jemand anmerkte, handelt es sich bei dem Mann ja scheinbar nicht um einen gewaltbereiten Psychopathen, vor dem sie in einer Nacht- und Nebelaktion fliehen musste, sondern einfach nur um einen (notorischen!) Fremdgänger. Es ist auch nicht die Rede davon, dass er sie rausgeschmissen hat. Da hätte sie zumindest vorher mal anrufen oder eine Nachricht schicken können.
 
Was ist falsch an der Mitwohnzentrle oder AriBnB?

Die feine Dame "fühlt sich da nicht wohl"- soso. Es geht wohl eher darum, mich täglich mit ihren Problemen vollheulen zu können!

Gestern rief sie mich an, ob sie vorbeikommen könnte. Ich meinte "klar, aber ich werde im Bett liegen und schlafen, bin erkältet". Da lehnte sie auf einmal ab... also scheine ich eher als emotionaler Mülleimer zu fungieren und das möchte ich nicht.
 
Eine gute Freundin würde ich auf jeden Fall ein paar Tage auf meinem Sofa schlafen lassen. Das gehört für mich zu einer Freundschaft. Aber ich würde schon erwarten, dass sie baldmöglichst eine andere Lösung sucht. Bei meinen Freunden hätte ich diesbezüglich aber auch keine Bedenken.

Ich wette sowieso, dass deine Freundin schon bald zu ihrem Fremdgänger zurückgeht.
 
"Möchte" die feine Dame aber nicht. Nur, was ihr gefällt...
Ich werde - nicht nur in diesem Thread - das Gefühl nicht los, dass du viele deiner Freundinnen/Bekannten - nicht sonderlich magst. "Feine Dame", "feiner Herr" - so drückst du dich öfter aus. Mal bezüglich einer Freundin, vorher bezüglich dieses Date-Partners (der dir dann aber doch keine Ruhe ließ) ...

Bist du so oft im Leben schon menschlich enttäuscht worden? Manche werden dann zynisch. Bevor man jemanden zähneknirschend aufnimmt und diese Person das spüren lässt bzw. es ihr nicht einfach machen will, damit sie bloß nicht zu lange bleibt - würde ich lieber deutlich sagen, dass sie nicht bei dir wohnen kann. Unwillkommen möchte sich nämlich auch niemand fühlen wollen. Hat die Freundin nicht die Möglichkeit, bei den Eltern unterzukommen?
 
Wenn eine Freundin bei mir Unterschlupf sucht, bekommt sie den auch. Egal ob ich krank bin, die Wohnung zu klein oder sonst was. Dafür sind Freunde da. Alles andere sind entfernte Bekannte. w57
 
Sie ist also Ende letzten Jahres wider besseren Wissens zu einem Problemmann gezogen.... Da fehlen mir die Worte.....Wie alt ist sie?

Sie ist 30 Jahre alt und es haben sie alle, wirklich alle, vor einem Zusammenzug gewarnt. Es lief noch nie gut bei den beiden- natürlich wird es noch schlimmer nach einem Zusammenzug. Der Respekt war, durch das von ihr geduldete Fremdgehen, ja schon komplett weg.
 
Ein sehr interessanter Thread, was Menschen / Frauen so unter Freundschaft verstehen.
Und wie oft Häme dabei ist, nach den Motto, Du bist selbst schuld, hättest Du auf mich gehört...
Schön, dass wir alle unfehlbar sind und immer wissen, wie man richtig handelt. Schön, dass wir alle noch nie Freund*Innen gebraucht hat, weil irgendetwasganz doof gelaufen ist.

In richtigen Freundschaften hilft man , bekommt geholfen, und man kann seine eigenen Grenzen setzen, achtet die des anderen und dann passt es auch. Dann ist ein Ja ein Ja, ein Nein ein Nein, und es ist beides ok.

Klugscheißereien braucht keine*r, der gerade unten ist.

W,49
 
Ich weiß nicht, wie eng ihr befreundet seid. Davon würde es bei mir auch sehr abhängen.


Naja- nach meiner Trennung letztes Jahr kamen zwei Sätze von ihr und zwar "Was soll ich dazu sagen. Hat halt nicht gepasst!".

Damit war das Thema für sie abgehakt und das stößt mir schon sauer auf. Ich bat sie auch, mit mir auszugehen, das hat sie auch abgelehnt und war lieber mit Schatzi zu Hause. Da bildete sich ein neuer Freundeskreis, der für mich da war. Daher fungiert sie nun eher auf den "hinteren Plätzen" in meiner Gunst. Ich gebe, aber von ihr kann ich nichts erwarten, nichts lernen.

Als sie mit ihrem jetzigen Ex noch happy war, habe ich von ihr sehr wenig gesehen und gehört. Sie meldet sich in letzter Zeit wieder vermehrt, weil es ihr nicht gut geht und sich die Trennung ankündigte. So meine Einschätzung der Lage.
 
Leute mit gesellig-extrovertiertem Naturell rühmen sich gern damit, dass ihre Tür ihren Freunden Tag und Nacht offensteht und reden introvertierteren Typen damit ein schlechtes Gewissen ein. Aber wir sind nunmal nicht alle gleich. Wenn Alleinsein in der Bedürfnispyramide gleich nach Atmen, Trinken und Essen kommt und schon nach zwei Stunden Unterhaltung mit einer lieben Person die Akkus einfach leer sind, hat das eigene "Revier" natürlich einen ganz anderen Stellenwert, als wenn es einem gar nicht laut und trubelig genug sein kann.


Danke. Du sprichst mir aus der Seele- besser hätte ich es nicht ausdrücken können!
Wenn das Zusammensein mit ihr Spaß machen würde, wäre es noch eine andere Hausnummer.

Es ist aber zu befürchten (und so ist es bereits seit Jahren), dass sie mir abends bis zum Schlafengehen die Ohren volljammert und nach einem stressigen Arbeitstag im Großraumbüro kann ich das leider nicht leisten. Mein Akku ist dann leer und muss aufgeladen werden. Ich bin schon extrovertiert, aber wie du sagtest- nur für wenige Stunden am Tag.

Ich wäre ehrlich gesagt auch genervt von der Dummheit der Freundin. Im Dezember lief es mit dem respektlosen Fremdgänger also ausnahmsweise etwas besser, und da ist sie mal eben mit ihm zusammengezogen. Nachdem nun das Unvermeidliche eingetreten und der Mann in alte Muster zurückgefallen ist, dürfen ihre Freunde es ausbaden.

Auch da stimme ich dir zu.

Wie kann man denn mit jemandem, der einen von Tag 1 an betrogen und schlecht behandelt hat, zusammenziehen? Und dann noch alle Möbel im Vorfeld verkaufen?

Und genau da hat Hilfsbereitschaft auch seine Grenzen. Ab einem gewissen Punkt ist man erwachsen und sollte selbst die Konsequenzen seines Handelns tragen!

Ich leihe ja auch keinem Spielsüchtigen Geld, dass er im Casino verzockt. Ebenso bürge ich für keinen Kriminellen oder unterstütze einen Freund bei der Steuerhinterziehung. Freundschaft hat seine Grenzen.
Ich wette sowieso, dass deine Freundin schon bald zu ihrem Fremdgänger zurückgeht.


Da ist seit Jahren ein Hin und Her, die Beziehung war nie konstant. Es gab zig Trennungen und Versöhnungen. Jetzt hat er sie aber überall blockiert, jetzt scheint wirklich Ruhe zu sein.

Er scheint genauso genervt von ihr zu sein wie ich. Sie wollte täglich über ihre Probleme reden und er hat wohl auch nur noch die Augen verdreht.
 
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Tatsächlich? Ist das so, dass Behördenmitarbeiter wie z.B. Lehrer, Polizisten, Arge-Mitarbeiter eher an Bore-Out als an Burn-Out leiden? Woher stammt diese Erkenntnis?

ich kann mich noch entsinnen, dass Emrix eher unterfordert war und dennoch keinen Berufswechsel angestrebt hat. Ich habe ein gutes Gedächtnis und kann mir so einiges merken ;)
Das ist bei Behörden oft so, glaub mir.
 
Hat die Freundin nicht die Möglichkeit, bei den Eltern unterzukommen?

Nein, die wohnen weiter weg.

Ich werde - nicht nur in diesem Thread - das Gefühl nicht los, dass du viele deiner Freundinnen/Bekannten - nicht sonderlich magst. "Feine Dame", "feiner Herr" - so drückst du dich öfter aus.

Nein, aber bei mir wochenlang einzuziehen, gehört für mich nicht zu einer Freundschaft dazu. Tut mir leid, da ist meine persönliche Grenze.
Ich bin sehr ruhebedürftig und kann niemanden 24/7 um mich herum haben. Daher bin ich auch ein großer Freund von living apart together.

Und ich weiß nicht, ob du es gelesen hast- aber meine Trennung war ihr lediglich zwei Sätze wert. Als ich sie darum gebeten habe, mal was mit mir trinken zu gehen, lehnte sie ab. Da sehe ich es nicht ein, sie kostenlos bei mir wohnen zu lassen.
Freundschaft heißt für mich, dass Geben und Nehmen ausgeglichen sind und das ist es hier nun einmal nicht. Das ist mir klar geworden. Es wird sich gemeldet, wenn man Probleme hat. Sonst nicht.

Und "feine Dame" bezog sich darauf, dass sie sich zu fein ist, in einer WG unterzukommen. Das "möchte" sie nicht schrieb sie mir. Und damit ist mein Verständnis wirklich am Ende.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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