• #1

Freundschaft mit Extras

Ich habe eigentlich immer Gedacht, Frauen können Sex und Liebe (Verliebtheit) nicht gut auseinander halten und war selbst nie mit jemandem im Bett, in den ich nicht verliebt war.
Bis jetzt.
Ich habe einen Nachbarn, den ich schon seit Jahren kenne. Wir leben in einem netten Haus, in dem sich die Mieter auch oft und gerne zu einem Kaffee auf dem Hof einfinden.
Wir haben schon einige sehr gute Gespräche geführt und haben rausgefunden, dass wir beide auf Dating-Seiten angemeldet sind und schon lange auf der Suche sind. Nach einem Fest sind wir in Bierlaune in seinem Bett gelandet. Es tat uns beiden unendlich gut, wieder Nähe und Zärtlichkeit zu spüren. Es könnte also alles ganz wunderbar sein, nur...
Ich weiß, dass ich nicht das bin, was er sucht (weder äußerlich, noch charakterlich) und er ist überhaupt nicht das, was ich mir vorstelle, aus den gleichen Gründen. Wir verstehen uns dennoch gut aber das ist alles.
Nun steht die Frage im Raum, ob wir uns weiterhin ab und zu "sehen". Er meinte: "Es tut uns gut und warum sollten wir uns, solange wie wir beide keinen Partner haben, nicht gegenseitig aushelfen".
Damit habe ich eigentlich kein Problem. Die Frage für mich ist eher:
Meint er das wirklich so? Ich meine...ich möchte nicht, dass er sich am Ende in mich verliebt und ich ihm weh tue, denn ICH werde mich ganz bestimmt nicht in ihn verlieben.
Was sagt ihr Männer dazu, ist sowas möglich und in Ordnung? Oder meint ihr, dass er eventuell schon verliebt ist und nur nicht mit der Tür ins Haus fallen will?
 
A

ak18

  • #2
Diese Freundschaft + Sex kann funktionieren... bei mir hat es funktioniert und ich habe dabei sehr viel gelernt!

Natürlich kommt irgendwann das Gefühl hoch, ob da nicht doch mehr möglich wäre... dann muss man wieder den Kopf einschalten und ganz klar realisieren, was man will und was man hat.

Eine Vorraussetzung habt ihr ja schon erfüllt! Ihr habt darüber gespochen, dass ihr es nicht für einander seid und euch jetzt nur so genießen wollt!
Bleibt dabei es euch immer wieder (gemeinsam) zu vergegenwärtigen!
Versprecht euch, dass ihr aufeinander aufpasst. Bremst den anderen in der Beziehungssuche nicht aus, sondern unterstützt ihn.

Unter diesen Voraussetzung hat es bei mir bisher funktioniert. Und ich habe nach wie vor einen seltenen, aber freundschaftlichen Kontakt zu den Frauen, mit denen ich solch eine Zeit genossen habe.

Natürlich gibt es einen Kloß im Hals, wenn einer plötzlich jemanden kennen lernt und sich aus dieser speziellen "Beziehung" verabschiedet.

Viel Erfolg und viel Spaß - m 54
 
  • #3
Eine ergänzende Frage? Musst Du ihn Dir regelmäßig attraktiv und erotisch trinken oder geht es bei ihm auch so?
Also bei einem Nachbar, würde ich wie beim Arbeitskollegen auch, die Finger lassen...falls er in Dich verliebt ist, wie willst Du ihm aus dem Weg gehen? Auch wenn ihr Euch schon regelmäßig im Hof trefft oder häufig über den Weg lauft. Oder planst Du bald umziehen?
 
  • #4
Hallo,

ja, das kann wunderbar funktionieren...man muss nur aufpassen, dass man sich selbst (!) dabei nichts vormacht.

Ich hatte ebenfalls Monatelang so eine Freundschaft +. Es war toll und ich war ebenfalls ganz fest davon überzeugt, dass der Mann aus bestimmten Gründen niemals in mein Beziehungsschema passen würde.

Davon war ich so lange felsenfest überzeugt, bis er eine Beziehung zu einer anderen einging. Da wurde mir auf einmal klar, dass er mich wirklich richtig glücklich gemacht hatte.

Als er 9 Monate später wieder Single war gab ich ihm eine zweite Chance...diesmal eine richtige.
Und was soll ich sagen? Wir sind seit 1 Jahr ein überglückliches Paar, wohnen sogar schon zusammen.

Er hat immer noch dieselben Eigenarten und manchmal muss ich noch immer (leider...) ein klein wenig über meinen Schatten springen wenn ich ihn in bestimmten Kreisen vorstelle- aber: ER und nur er macht mich so glücklich wie zuvor noch keiner.

Das muss auf Euch natürlich nicht zutreffen, aber ich wollte es Dir trotzdem erzählen, denn manchmal setzt man die Messlatte einfach zu hoch und übersieht dabei, dass das Glück eigentlich so nahe liegt...

Also, von mir habt ihr eindeutig das "GO", solange ihr Euch beide die Risiken bewusst macht, die so etwas mit sich bringen kann.
 
A

Ares

  • #5
Ja, aus eigener Erfahrung. Es ist möglich, natürlich muss die Situation für beide geklärt sein. Warum sollten Frauen nicht genauso einfach Spaß an Sex haben wie Männer?
 
  • #6
Ich kann auch bestätigen, dass es geht. Vor allen Dingen, wenn ihr auch äußerlich euch gegenseitig nicht wirklich so richtig attraktiv findet, ist es - finde ich - eine gute Voraussetzung, sich über den Sex und die Gespräche nicht doch zu verlieben :)))...

Ich selbst hatte eine Affäre mit einem für mich sehr attraktiven Mann - er fand mich auch sehr attraktiv. Ich fand, wir hatten keine wirkliche Gesprächsbasis - sah er anders, jedoch ich nicht, ich fand die Gespräche langweilig, oberflächlich. Niemals hätte ich mich in den Mann verlieben können, auch nicht bei täglichem Sex. Er hat sich in mich aber auch nicht verliebt während dessen. Es geht - hätte ich vorher auch nicht für möglich gehalten.

Findet nur einer von Beiden den anderen sehr attraktiv und der Rest stimmt auch, also guter Sex und zb. sehr gute Gespräche, wird es zumindest für einen von Beiden gefährlich, sich zu verlieben. Ist meine Erfahrung ;-)...

Was die Vorschreiberin noch anspricht: Wenn Deine Affäre plötzlich von anderen Sexgeschichten oder sogar Beziehungen erzählt, weil Du ja nur eine Freundin plus bist - ist klar, dass auch bei nicht verliebt sein das Ego ganz gehörig gekratzt wird und man kann es nicht so einfach wegstecken. Da sollte man ehrlich zu sich sein. Sowas kann auch belastend sein und auch demütigend, finde ich.

LG
 
  • #7
ich möchte nicht, dass er sich am Ende in mich verliebt und ich ihm weh tue, denn ICH werde mich ganz bestimmt nicht in ihn verlieben.
Tja, das ist so eine Sache mit dem verlieben ... wer weiß schon was wird. Was spricht dagegen, dass ihr miteinander eine gute Zeit habt? Und was daraus wird - oder auch nicht wird - weiß der Himmel. Mach das was Dir gut tut. Jeden Tag aufs Neue. Das ist Leben!

Viel Spaß.
 
  • #8
Finde ich total krank.
Für Sex würde mir nicht mal Verliebtheit reichen, da müsste ich schon lieben.

Und dann noch, wie hier beschrieben, weder äußerlich noch charakterlich stimmig, aber Sex dennoch.

Die Welt steht echt am Abgrund, mehr als ich dachte.

P.S. Für eine gute Freundschaft reichen mir Gespräche und Unternehmungen voll aus, Sex brauche ich nicht dazu, warum auch??
 
  • #9
Es geschieht nichts Gutes, ausser man tut es;-)
Du wirst etwas über Dich erfahren und wenn Du merkst, das kannst Du und es macht Spass....super!

Ist es Dir mit dem Nachbarn zu heikel, weil er räumlich einfach zu nah ist, dann lass es...mit ihm;-)))
 
  • #11
Ein Segen ist es, dass man mit Menschen kommunizieren kann auch wenn man wenig Zeit hat und egal wo diese wohnen.
Freundschaften, die früher ggf eingeschlafen wären, weil man nur abends kurz telefonieren kann (no Flat), bleiben am Leben. Denkt man an den anderen, kann man schreiben, fragen egal wo man ist.
Ein Fluch ist es, weil oft schon die normale Kommunikation schwierig ist. Missverständnisse sind vorprogramiert, wenn der andere einen Text anders liest, als man ihn gemeint hat oder aufeinmal ein Wort vom Handy eingestellt wird, welches man nie geschrieben hat;-))

Es können auch Menschen nerven, bei denen man früher den Charakterzug gar nicht so schnell bemerkt hätte.
Mach jetzt sofort, dass was ich will!
Aber auch...ich würde gerne einmal am Tag von meinem Liebsten (den ich nicht morgens und abends sehe) einen netten Gruss.
Und nix kommt!
Wer also von vorneherein sagt/schreibt...ich bin nicht immer online und melde mich nur, wenn ich die Ruhe dazu habe, spürt schnell ob der andere diese Grenzen anerkennt!!!
 
P

Provence

  • #12
Die Spielregeln scheinen klar zwischen euch kommuniziert zu sein - deshalb kann es so gut gehen. @ak18 (#1) sieht das sehr offen und gibt wertvolle Tipps.
Einziges Problem, das mir in eurem Fall durch den Kopf geht: ihr wohnt zu nah beieinander, in einem Haus … das kann schwierig werden, wenn eine/r von euch beiden sich umorientiert, evtl. der/die neue Partner/in mit ins Haus einzieht. Das kann auch dann schmerzvoll sein, wenn ihr wirklich nur »gegenseitiges Aushelfen« vereinbart habt. Ähnlich kann es aussehen, wenn sich eine/r von euch in den anderen verliebt - und hier kannst du nicht unbedingt vorbeugen.

Ich hatte einmal eine wundervolle »Aushelf«-Beziehung dieser Art, sie ging über fast zwei Jahre. Wir genügten uns im Bett, waren geradezu verrückt aufeinander, hatten aber ansonsten wenig Gemeinsamkeiten. Parallel suchten wir, jeder auf seiner Seite, nach einer festen Partnerschaft, erzählten uns sogar davon.
Dieser Mann wohnte eine halbe Autostunde weg von mir, eine ideale Entfernung. Das Ende wurde von uns beiden fast gleichzeitig eingeläutet, respektvoll - ganz so, wie die Beziehung in diesen Jahren auch war. Nach einer gewissen Trennungszeit sind wir heute »gute alte Freunde«, treffen uns in größeren Abständen und erzählen uns aus unseren neuen Leben.
 
  • #13
Meinen Dank für die vielen aufmunternden Kommentare. Ja, ich denke, ich werde einfach das tun, wonach mir der Sinn steht. Und wenn das Sex ist, dann ist das eben so ;-)
Ich bin keine zwanzig mehr, mittlerweile weiß ich, dass es den Ritter auf dem weißen Pferd nicht gibt und dass bestimmte Bedürfnisse einfach normal, gesund und menschlich sind. Ich glaube, ungesund ist es eher, diese Bedürfnisse dauerhaft zu unterdrücken. Eine solche "Beziehung" ist doch viel besser, als am Wochenende Fremde abzuschleppen (das könnte ICH mir nun wiederum nicht vorstellen). Es besteht ja eine Vertrauensbasis und man versteht sich. Es gibt viele Ehen, die mit weniger geschlossen werden.

@Kommentator #7 (Herakles)
Zitat: "Für eine gute Freundschaft reichen mir Gespräche und Unternehmungen voll aus, Sex brauche ich nicht dazu, warum auch??" Zitat ende

- Gespräche und Unternehmungen mache ich auch mit Freundinnen. Ich möchte anmerken, dass ich schon sehr lange Single bin. Da fehlen einem auch ganz "normale" Dinge wie Nähe, Umarmungen und Kuscheln. Dinge, die ich mir weder bei meinen Freundinnen, noch bei meiner Familie holen kann. Und wenn das Schmusen zu mehr führt, weil es uns beide anmacht, ist das doch völlig in Ordnung. Wir sind erwachsen, alles ist einvernehmlich, wir betrügen niemanden und haben keine ständig wechselnden Partner. In jungen Jahren habe ich die ganze Sache auch etwas anders gesehen. Aber wenn das Leben einem, quasi ungewollt, ein Single-Dasein aufdrückt, muss man irgendwie das Beste draus machen. Einigen fehlt etwas, anderen eben nicht. Auch mir hat es lange Zeit nicht gefehlt aber jetzt ist das anders. Warum soll ich also nicht auf meine Bedürfnisse reagieren? Wem nichts fehlt, der hat Glück. Aber ich möchte nicht emotional verkümmern, weil ich in der Hinsicht "einsam" bin. Und einsam kann man sich auch trotz Freundschaften und trotz Familie fühlen.
 
  • #15
Sollte ich jemanden kennen lernen in den ich mich verliebe, werde ich ihm das ganz gewiss nicht auf die Nase binden. Und das wäre ja dann auch sowieso das Ende der Geschichte.
Dir ist aber schon klar, dass da im Zweifelsfall dann zwei unterschiedliche Wertesysteme im Spiel sind und du einen Mann, der sich F+ weder für sich noch für seine zukünftige Partnerin vorstellen kann, somit hintergehen würdest, indem du "ihm das gewiss nicht auf die Nase bindest"? Schlechte Basis für eine ernsthafte Beziehung.
 
  • #16
Sollte ich jemanden kennen lernen in den ich mich verliebe
Glaub mir: ein hinreichend sensibler Mann merkt, daß da etwas ist, was er nicht wissen darf, und wird den Kontakt mit Dir beenden, noch ehe Du Gelegenheit hattest, Dich in ihn zu verlieben. Oder aber, er will zuerst Klarheit haben und bleibt zurückhaltend, bis er es weiß. Und das wird Dich glauben lassen, er sei eine erotische Nullnummer.
 
  • #17
@#14
Ich würde niemanden hintergehen, weil die Sache ja nicht weiterführen würde, wenn ich jemanden kennen lerne. Was VOR ihm war, hat ihn einfach mal gar nicht zu interessieren, so, wie es mich auch nicht interessieren würde. Wir sind doch nicht im Kindergarten, also wirklich! Ich arbeite nicht im Rotlichtmillieu, ich bin nicht bisexuell, ich habe ganz normalen Sex mit einem ganz normalen Mann (der zufällig mein Nachbar ist). Warum sollte das ein neuer Partner wissen müssen?
 
  • #18
Nun ja. Dann hast du ein völlig anderes Beziehungsverständnis als ich. Ich würde jedenfalls keinen Partner haben wollen, der Sex als vergleichbar mit einem guten Frühstück betrachtet, das man natürlich auch mal mit dem netten Nachbarn einnehmen kann.
Und sobald ich hinter so eine Einstellung kommen würde (und ich bin der Meinung, dass man das merkt), wäre ich weg. Wobei sich da vermutlich erst gar nichts anbahnen würde, weil ich einem solchen Menschen (wie Apfeldieb ganz treffend meint), vermutlich ohnehin zu langweilig wäre, weil ich nicht ruckzuck mit ihm in der Kiste landen würde.

Übereinstimmende Wertvorstellungen sind für mich in einer Beziehung, die den Namen verdient, unabdingbar. Und die betreffen natürlich auch die Einstellung zur Sexualität.

Was das mit Kindergarten zu tun haben soll, ist mir ein Rätsel.
 
  • #19
Ich weiß, dass ich nicht das bin, was er sucht (weder äußerlich, noch charakterlich) und er ist überhaupt nicht das, was ich mir vorstelle, aus den gleichen Gründen.
Wenn ein Mann weder äußerlich noch charakterlich das ist, was ich suche, könnte ich ihn nie so nahe an mich heran lassen, wie es beim Sex nun mal passiert. Sorry, aber allein bei der Vorstellung gruselt es mich geradezu. Sex ist für mich nicht wie essen oder trinken, was ich mit vielen Menschen zusammen tun kann.
Es ist das intimste Zusammensein überhaupt und wäre für mich ohne gegenseitige Liebe völlig indiskutabel.