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  • #1

Fühle mich als Single so unvollkommen

Hallo an alle!

Kennt ihr als Single auch das Gefühl, dass man sich unvollkommen fühlt?

Man geht auf eine Geburtstagsfeier...alleine...
Man ist auf einer Hochzeit eingeladen...alleine...
Man wird gefragt: wie wars im Urlaub... und fühlt sich alleine...

Und so gibt es viele Momente und Situationen, in denen ich mich unwohl und "unvollkommen" fühle.
Wie ist das bei euch?

LG, (39)
 
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  • #2
Also mit den klassischen "Single-Fallen" wie Urlaub, Weggehen, Hochzeit habe ich (m, 43) eigentlich weniger Probleme. Das kriege ich auch gut allein oder mit Bekannten hin. Dafür ist eine Partnerin eigentlich auch nicht da, um sozusagen als "Life Long Escort" zu dienen, finde ich.

Was mir degegen definitiv fehlt, ist menschliche Nähe. Sex ist dabei nur sekundär. Ich vermisse es, von jemandem zu lernen und die Person dabei zu beobachten, wie sie von mir lernt. Die Ergänzungen, das Erleben der Kompromissbereitschaft und die Freude über gelungene Kompromisse und Absprachen. Das Pläne schmieden, die gemeinsamen Ziele. Körperliche Nähe, gegenseitiges Festhalten etc.

Darunter leide ich viel mehr als unter fehlendem "praktischen Nutzen".
 
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  • #3
Liebe/r FS,

ja kenne ich auch. Hier gab es ja schon einige Threads dazu, aber das Thema ist halt immer wieder aktuell und neu.

Ich fühle mich auch mit meinen Sorgen alleine. Eine gute Freundin kann diesen verspürten Mangel auch nicht ersetzen.

Mein Selbstbewußtsein ist aber mit der Zeit gewachsen, so dass ich auch wieder "heile" Familien besuchen kann, was ich früher nicht konnte.

Mittlerweile kenne ich auch mehr Singles als Familien, ich bin halt geschieden und andere auch.

Unterwegs-Sein mit einem Partner ist trotzdem schöner, als "nur" mit Freundin oder alleine.

Manchmal bleibe ich deswegen zu Hause sitzen, was ein Fehler ist. Lieber sich ein Ziel vornehmen und ohne diesen Hintergedanken im Kopf, dass man alleine ist und die Umgebung nach Paaren abscannt.

Übrigens laufen viele Singles da draussen rum.

Vielleicht stolperst Du mal über Einen. Wer weiss.

Alles Liebe
 
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  • #4
Sowas ähnliches kenne ich auch. Zwar kein Unvollkommenheitsgefühl, aber schon sowas "ich bin anders als ihr", wenn ich nur unter Paaren bin. Du bist ja ein Mann, aber vielleicht kennst Du trotzdem Bridget Jones. Im Film gibt es so eine Szene, wo sie eingeladen ist und nur Paare am Tisch sitzen (auch wenn ihr späterer Freund nur mit ner Kollegin da ist), die sie ausfragen, warum sie denn keinen Freund hat und dass sie sich beeilen muss.

Ich kann mich noch gut an meine erste Beziehung erinnern. Da habe ich mir öfter gesagt, aber ich habe einen Freund, obwohl die Beziehung grauenvoll war. Und ich kenne auch Beziehungsstress zur Genüge, von daher denke ich, man sieht auf diesen Feiern immer nur die Fassade, was dahintersteckt, weiß man nicht. Und meist nicht diese Idylle, die man in dem Moment sieht.

Mein Exfreund und ich sahen immer aus wie frisch Verliebte trotz zig Jahre Beziehung, er konnte wunderbare Komplimente machen und ich habe ihn auch sehr gemocht. Aber sexuell und auch, was bestimmte Beziehungsthemen wie Wohnort anging, war das totaler Frust. Das konnte nur niemand sehen in dem Moment. Zumal er auch oft nach so einer Feier Stress gemacht hat, weil die sich anderen Paare sich alle was leisten konnten, gemeinsam wohnten und wie nicht.
Ich bin oft beneidet worden, weil das so toll aussah. Und würde ich das jetzt nicht wissen und mir so ein Paar begegnen, würde ich wehmütig werden. Aber so?

Ich habe auch tolle Singles beneidet, fällt mir gerade ein. Um die Freiheit und dass sie nicht dauernd Kompromisse machen sollen/müssen.
 
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  • #5
Nein, dieses Gefühl kenne ich nicht.
Ich bin Langzeitsingle und definiere mich nicht über einen Partner. Andere mögen ja eine Beziehung haben aber ich weiß ja nicht, was die dafür tun und welche Kompromisse sie schließen (müssen). Das, was für andere Menschen in Frage kommt und das womit andere Menschen glücklich werden, muss nicht für mich gelten. Vielleicht habe ich ja ganz andere Maßstäbe. Jeder Mensch sieht die Welt aus seiner eigenen kleinen Perspektive und jeder hat sein eigenes Empfinden. Nein, ich kann wirklich nicht sagen, dass ich mich unvollkommen fühle....jetzt nicht mehr.

W
 
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  • #6
Manchmal bin ich auch etwas nervös, dass ich der Umwelt nicht den biederen Familienvater geben kann. Das ist aber nicht mein Problem, sondern das der Aussenstehenden mit ihren spiessigen Vorurteilen. Bin für mich persönlich soweit im Reinen, warum ich lediger Single Ü40 bin. Ich bin aber auch noch nicht tod und es könnte auch noch alles passieren. Das Problem ist eher die Qual der Wahl und eine gewisse Sprachlosigkeit, wenn ohne Vorwarnung die Frau meines Lebens im Dönerladen, oder Supermarkt neben mir steht.

Typische Singlefallen, gehen mir ziemlich am Allerwertesten vorbei, da man die meiden kann. Man kann den Freundeskreis wechseln und muss nicht Leuten zwanghaft hinten rein kriechen, wenn die einen nicht mehr mögen. So abhängig bin ich nicht. Das muss man nur einsehen, denn man entwickelt sich auch als Single weiter.

Ich komme auch allein relativ gut zurecht. Ich brauche niemanden, der mir mein Essen vorkocht, oder vorschreibt, was ich anziehen soll und mich in seinen Beziehungskäfig einsperren will. Mir fehlt gewiss manchmal weibliche Gesellschaft für dies und das, aber sonst schlafe ich auch sehr gern allein, wenn ich früh aufstehen muss.

(m48)
 
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  • #7
Dieses von Dir beschriebene Gefühl hatte ich in meiner letzten Beziehung und mich dann folgerichtig getrennt.

Ich bin als Single durchaus - und fühle mich auch - vollständig. Im Urlaub brauche ich keinen Partner, um mich gut zu fühlen.
Wenn ich mit mir selbst nichts anfangen kann, kann das nämlich auch kein Partner ändern....
Als Single hatte ich so ein Gefühl bisher nicht.

Ich hänge nicht dem nach, was gerade nicht ist oder ich nicht habe, sondern genieße, was ich habe und fühle mich gut.
 
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  • #8
hallo,

ich denke das geht wohl jedem single mal mehr oder weniger so.. dachte aber, dass es eher sie frauen sind, die swoas äussern, von daher find ich es schon sehr sympathisch, wenn ein mann sowas zugibt!!
ehrlich gesagt bin ich inzwischen auch so krass, dass ich dann solche events einfach meide und absage. zb erkundige ich mich vor der geburtstagsfeier, wie hoch der pärchenanteil ist.. urlaube mache ich meistens gruppenreisen, das ist echt schön.
ich komme halt einfach nicht über meine letzte trennung hinweg, die mittlerweile zwei jahre her ist, und habe auch keine lust, mir das glück der anderen ständig anzuschauen..

ja, silvester ist auch noch so ein toller termin :-(
simone (36)
 
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  • #9
Hallo Robin! Ja, ich w.33 kenne es. Vorallem finde ich Hochzeiten so richtig trauig und fühle mich dort unwohl. Etwas Alkohol schadet da wirklich nicht, aber macht die Sache auch nicht viel besser. Hab sogar einmal darüber nachgedacht einen Pseudofreund mitzuschleppen. Und Urlaub ist auch nur teilweise toll, denn es laufen so viele Pärchen rum. Zu Geburtstagen werde ich inzwischen fast nie eingeladen, dafür oft genug gefragt ob ich inzwischen einen Mann gefunden habe. Nein, hab ich nicht. Somit kenne ich deine Situation. Lasst uns das Beste daraus irgendwie machen :-/
Dir alles Gute trotz der Lage. W.33
 
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  • #10
So fühlt man sich nur, wenn man selbst als Single nicht zufrieden ist. Früher habe ich mich in solchen Situationen ähnlich gefühlt. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass ich als Single am zufriedensten bin. Dann kann man sich auch damit identifizieren und gefällt sich auch in der Rolle das Einzelgängers.

M32
 
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  • #11
Hallo

ich gebe zu dass es mich jahrelang gequält hat den vergleich aushalten zu müssen.
Ich war Zaungast bei vielen glücklichen Paaren. Das schmerzt und irgendwann meidete ich bestimmte Versammlungen und Feiern automatisch.
Wenn ich mit mir selbst bin fühle ich mich nie einsam. Da sind so viele Gedanken in mir dass ich niemanden vermisse.
 
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  • #12
Hm, unvollkommen nicht wirklich. Wenn ich auf eine Feier eingeladen werde, finde ich es nicht schlimm, alleine hinzugehen, ich könnte ja dort jemanden kennen lernen;)

Allerdings traue ich mich nicht, alleine in Urllaub zu fahren, ich habe Angst, dass meine Stimmung "abrutscht", und ich mich zwischen Paaren und Familien sehr einsam fühlen könnte. Da bleibe ich lieber daheim und unternehme jeden Tag etwas mit Freunden, durch meine Arbeit kommt das eh zu kurz.

In Belastungssituationen merke ich immer wieder, dass ich mich einsam fühle. Als ich einen Knoten in der Brust hatte, war meine Familie für mich da. Dennoch hatte ich z.B. eine Panikattake, als ich an eine Chemotherapie dachte, und nicht wusste, wie ich das alleine seelisch und körperlich hätte durchstehen können.

Ich bin ganz ehrlich, ich kann nur alleine leben, weil meine Familie und einige wenige, enge Freunde mich auffangen, wenn ich in Not bin. Das ersetzt aber nicht die Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit eines Partners. Mir fehlt die Zweisamkeit, ein Mensch, der zuerst an mich denkt, den ich ganz ohne nachzudenken anrufen kann, wenn etwas ist. Wend eich mich an Familie und Freunde fühle ich immer wie ein Klotz am Bein. Sie sind alle gerne für mich da, sie verstehen manchmal gar nicht,warum es mir deswegen schlecht geht, aber sie sind eben auch nicht allein.

w
 
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  • #13
Mir geht's vor allem beim Thema Urlaub ähnlich. Viele werden schreiben "Fahr' einfach allein!" (und haben auch Recht), aber ich habe einfach Angst davor (als Mann wohlgemerkt). Ich hatte in Urlauben schon Situationen, in denen ich nicht hätte allein sein wollen und es ist mir einfach nicht so gegeben, im Urlaub Kontakte mit Fremden zu knüpfen.

Ich gebe zu, dass es wahrscheinlich sinnvoll ist, sich diesen Ängsten einfach zu stellen (das wird wohl früher oder später auch passieren). Der fade Beigeschmack, dass ein Urlaub für mich ein Erlebnis ist, das ich mit einer Partnerin teilen möchte, an das man sich zusammen erinnern möchte, bleibt aber.

Auf Betriebsfeiern, auf denen man der einzige ohne Partnerin ist, fühlt man sich, wenn sich alle anderen über Familie, Kinder usw. unterhalten, auch nicht wirklich wohl. Das ist aber ohnehin nicht meins, betrifft mich daher nicht wirklich.

Silvester ist auch so ein Tag, an dem mein Herz nicht gerade Freudensprünge macht.

"Unvollkommen" fühle ich mich ansonsten aber nicht. Da ich sehr introvertiert bin, fühle ich mich auch selten einsam.

m, 34
 
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  • #14
Lieber FS,
wenn Du nicht allein sein willst und kannst, weil Du Dich damit schlecht fühlst, dann musst Du herausfinden, warum Du allein bist und was gegen die Ursache tun. Das ist m.E. ein ziemlich überschaubares Thema.
Oder aber, Du willst es so und dann soltest Du nicht jammern.

Du bist ein Mann. In Deiner Generation gibt es genug ungebundene und passende Frauen, wenn Du realistische Ansprueche hast. Du willst nur superschlanke, hochintelligente Models daten, bist abr selber ein übergewichtiger Realschulabsolvent - ja, dann wird das nichts, mangels Realitätsbezug. So einfach ist das.
 
  • #15
Kennt ihr als Single auch das Gefühl, dass man sich unvollkommen fühlt?

Nö, nicht wirklich, das einzige was mich am singledasein nervt ist, wenn die Leute immer so nervig fragen, ob man den schon jemanden kennen gelernt hat etc. pp. noch schlimmer wird es nur, wenn sie dich mit irgendjemand verkuppeln wollen, der Null zu dir passt...

Man geht auf eine Geburtstagsfeier...alleine...
Man ist auf einer Hochzeit eingeladen...alleine...

Da halt alle in meinem Umfeld wissen, das ich Single bin, ist das eigentlich kein Problem, denke das ist eher für Leute schlimm, die erst kurz Single sind und man kommt z.B. auf eine Hochzeit und der Platz neben einem wird für "den Partner" frei gehalten, den man nicht vorweisen kann.

Man wird gefragt: wie wars im Urlaub... und fühlt sich alleine...

Ehrlich gesagt, fahre ich sehr gerne alleine in den Urlaub, hatte 2 mal ne Freundin dabei und das hat irgendwie nicht funktioniert, schon bei der Buchung nicht, ich wollte z.B. gern Hawaii, sie lieber Mallorca, ich Halbpension um tagsüber was zu unternehmen, sie wollte "all inclusiv" Cluburlaub.

Der horror ging aber erst richtig vor Ort los, ich bin jemand, der gern früh morgends aufsteht um vor dem Frühstück eine runde am noch nicht überfülltem Strand zu schwimmen, anschliessend Frühstuck und danach was von der Umgebung sehen/Ausflüge machen... sie pennt lieber bis 15 Uhr ihren rausch aus, um auf den letzten drücker Mittag zu essen, danach am Pool liegen, abends Clubprogramm inclusive saufgelage.

Kurzum: Keine gemeinsamen unternehmungen, aber jede menge Stress. Fazit: Ich fahre lieber allein!

w 28
 
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  • #16
Nein, kenne ich nicht, weil ich früh gelernt habe, mich nicht über andere zu definieren, sondern alles was ich brauche in mir liegt.
Ich denke, du träumst dir das was zusammen. Wäre ich deine Freundin würde ich nicht auf fremde Geburtstagsfeiern und Hochzeiten mitgehen. Da habe ich nichts zu suchen und ich mag solche Familienzusammentreffen auch nicht sonderlich gerne. Es wäre bei mir mit Zwang und Zeitverschwendung verbunden, den ich nur ausstehen könnte, wenn ich den Mann sehr arg liebe und selbst da hoffe ich, der Mann entlastet mich aus solchen Pflichten und sieht das ein, dass ich das nicht möchte. Umgekehrt belästige ich meinen Partner auch nicht mit meinen Familienzusammenkünften, weil ich selber weiß, wie unangenehm das ist, ständig an Geburtstagen und Weihnachten zusammenzuhocken.

Dein Problem ist, dass du dich lediglich über einen Partner definierst. Du kannst doch sehr wohl alleine in Urlaub fahren und etwas erleben, denn darauf kommt es im Leben an, etwas mit sich selbst was anfangen zu können. Da hilft dir kein toller Job, kein Geld der Welt.
Manchen Menschen tut es, glaube ich, ganz gut, wenn sie mal mit ihrer Einsamkeit konfrontiert werden, und das ausharren, um zum vollständigen Mensch zu werden und ihre Persönlichkeit ausreifen zu lassen.

Darauf zu hoffen, deine zukünftige Freundin macht das alles mit, was du auch willst oder weil es Pflichtprogramm in der Familie ist, kann auch zu einer riesen Enttäuschung werden.
 
  • #17
Moin in die Runde,

bis vor 3 Wochen dacht ich auch noch, ich wär kein Singel mehr. Aber das ist ein anderes Thema.

Ja es fehlt etwas. Wie ich finde, sogar mehrere Dinge. Es fehlt der Bezug zu einer Person, auf die man sich zu 100 Prozent verlassen kann, man ist sozusagen auf sich alleine gestellt. (Und umgekehrt!) - Tiefes Vertrauen eben.

Selbstverständlich kann man alle Dinge auch alleine regeln, aber hey gebt zu : es ist tausendmal besser, wenn man Dinge (egal was) mit einem Partner besprechen kann, als nur mit einem Freund.

Dann und dies an die Frauen, auch aus dem Nachbarthread "Was ist für Männer das Wichtigste in einer Beziehung" :

Hier kommt das für mich als Mann Wichtigste ins Spiel : schlicht und einfach nur zu Wissen, oder zu Fühlen, dass man geliebt wird und selber liebt.

Und ja...natürlich der Sex.

Lg
Juppi , M36
 
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  • #18
Ich habe mit großem Interesse die Antworten in diesem Thread gelesen. Das Thema hat mich schon in der frühen Jugend beschäftigt, da es anscheinend zum erfolgreichen Erwachsenenwerden gehörte, eine Beziehung zu haben, Sex zu haben - vor allem die Mädchen haben mit solchen Sachen geprahlt, während ich allein da stand und mich minderwertig fühlte. Das ist echt schwer, wenn man jung ist und nichts anderes kennt.

Ich hatte jahrelang Familienstress, weil meine Mutter immer wollte, dass ich zu Hochzeiten und Geburtstagsfeiern ging (ungefähr einmal im Jahr, und immer mit schwierigen Reisen verbunden). Solche Sachen wie: auf dem Sofa schlafen müssen, während der verheiratete Bruder das Schlafzimmer kriegt, prunkvolle teuere Hochzeiten, die ich mir nie hätte leisten können, usw. Seitdem ich beruflich und finanziell besser dastehe, ist mein Selbstbewusstsein aber gestiegen und ich sage Hochzeitseinladungen in der Familie grundsätzlich ab.

Zum Thema Reisen - ich habe zum Glück eine gute Freundin, mit der ich manchmal verreise. Das sind echt schöne Erlebnisse, die ich sonst nicht hätte, denn ich gehe nicht allein zelten oder einfach so irgendwo im Hotel übernachten, nur um woanders zu sein. Zum Glück bin ich auch so ein bisschen rumgekommen (während des Studiums, auf Chorreisen usw. - ich war zwar einsam und frustriert, habe trotzdem verschiedene Länder und Gastfamilien usw. kennen und lieben gelernt). Ich hatte auch eine einzige Reise als Paar mit meinem damaligen Freund, und das war die Qual - wir haben uns nur gestritten.

Ich lebe jetzt in Berlin, und hier gibt es lauter Singles, die ganz normal ihr Leben leben, und auch die Leute in Beziehungen sind recht unabhängig und treten nicht im Doppelpack auf. Das ist sehr anders als, z.B., das Umfeld meiner Eltern als sie jung waren und angebelich gar keine Singles kannten.

Ich habe mich über die Jahre zigmal verliebt und wollte SO sehr einen Partner haben, eine gute, liebevolle Freundin sein und zusammen ein Leben aufbauen. Das Ergebnis war (neben Tränen und tiefe Depressionen), dass andere Leute mir immer wieder geraten haben, mich auf mich zu besinnen und nicht mehr nach außen zu schauen. Die Suche hat auch viel Zeit und Kraft gezehrt, und mit Anfang 30 habe ich mich endlich auf meine eigene Existenz und finanzielle Sicherheit besonnen. Jetzt lebe ich mich beruflich und kreativ aus und, was am wichtigsten ist, ich versuche mir keine Vorwürfe zu machen weil ich Single bin. Solche Äußerungen, die man im Internet immer wieder ließt, wie "Singles über 30 haben alle eine Macke", helfen natürlich nicht. Aber wie gesagt, hier in Berlin würde niemand so was behaupten und es stimmt auch einfach nicht.
 
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  • #19
Hi Robin,

ich bin auch Single, doch beim Lesen Deiner Frage und der zahlreichen Antworten habe ich zum Teil widerstrebende Gedanken und Gefühle.

Ich mag sehr gerne (zärtliche und intime) Nähe, Teilen, Vertrauen, gleichberechtigtes Geben und Nehmen und Zusammensein auf Augenhöhe für die vielen schönen und auch wenigen nicht so schönen Momente in meinem Leben. Dazu fehlt mir eine Partnerin. Dies ist ein tiefer Wunsch in mir, aber deswegen fühle ich mich nicht unvollkommen. Es fehlt einfach für mich das große Ganze.

Dieses Gefühl habe ich auch nicht, weil es Paare und deren Vorhandensein, Auftreten und Veranstaltungen gibt, sondern weil ich eine Partnerschaft für mich schön, gut und richtig empfinde. Den Vergleich mit Dingen und das Sehnen danach, die man nicht hat, finde ich sowieso destruktiv. Wichtig ist was möchte ich, und dies nicht nur weil es andere haben und ich nicht.

Ich weiß für mich, dass ich trotz zahlreichen Hobbies, Freunden, Familie, einen wunderschönen Zuhause, gutem Job und Mit-mir-sein-können, mit einer Partnerin zusammen sein möchte. Ich nutze die Beziehungspause, um viel über mich, meine vergangene Beziehung und Beziehungen, wie ich sie nicht haben und führen möchte, zu lernen, damit die nächste noch schöner wird.

An meiner Einstellung ändert auch nichts, dass sich die ach-so-freien Single, ob ihres Daseins, selbst bewundernd und beschwichtigend auf ihre Schulter klopfen.

Das Ziel im Auge: Viel Glück!

46m
 
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  • #20
Ich kenne dieses Gefühl nicht, aus diversen zusammengefassten Gründen:

- war nie auf einer Hochzeit, mag keine Hochzeiten und habe nicht vor, je auf welche Hochzeiten zu gehen. Und es ist wohl kein Grund, ein langes Gesicht zu machen, weil man eine Hochzeit verpasst hat oder dort alleine hingehen muss. Genauso wie mit Kino oder Party.

- Urlaub mache ich, seit ich Teenager bin, alleine. In meinen zwei langjährigen Beziehungen hat man immer getrennt Urlaub gemacht, das hat auch seine Gründe:

1. Erstens, wenn du keine Kinder hast, dann können Paare auch nicht unbedingt gemeinsam Urlaub nehmen. Das ist ein Privileg für Eltern. Eventuell steht deine Zukünftige lieber auf Winterurlaubfan und spart sich ihr Geld für 1x im Jahr Skiurlaub. Zu glauben, ein Partner richtet sich schön brav nach dir, geht in die Hose. Die Frau wird sowieso ganz anders ticken, als du es dir vorstellen kannst.

2. Ab 30 kann man davon ausgehen, dass die meisten Singles schon ein Kind mit in die Beziehung bringen und eine Vergangenheit haben. Die Frau kann dann nicht so spontan mit dir und Kind in Urlaub gehen oder besucht zur Urlaubszeit Ex und Großeltern wegen des Kindes (habe ich mehrfach so erlebt).

Das was ich bei dir erlebe, erlebe ich bei vielen alternden Singlemännern. Fragt man sie, was sie im Urlaub/Wochenende/Weihnachten/Neujahr/Geburtstag gemacht haben: "Nix." (Die waren seit 30 Jahren nicht mehr im Urlaub oder haben irgendwas gemacht und kennen das nur aus Kindheitstagen mit der Mutter).

Immerhin geht ja so eine Singlezeit sehr lange über Jahre. Ich käme da nie auf die Idee, auf Kino, Disko oder Urlaub zu verzichten. Ich finde, daran zeigt sich auch, wie eigenständig, lebhaft, vielfältig und interessiert ein Mensch im Allgemeinen ist. Leute, die nichts alles tun, sitzen daheim und sind rundum langweilig. Mit denen kann man gar nichts anfangen, das irgendwie interessiert wäre. Und fragt man sie dann, ob sie auf eine Party mit kommen, heißt es dann: "Ne, keine Lust." So ein passiver Lebensstil zieht sich oftmals wie ein roter Faden durch das ganze Leben.
 
  • #21
Nein, das war mit 20 höchstens mal der Fall - allein auf einer Paare-Party, heul....

Heute macht es mir nichts mehr aus auch mal eingeladen zu werden als Single unter Paaren.
Ich lach mich da schepp. Kenne den Gastgeber und ein paar Gesichter vom sehen oberflächlich.

Die Männer starren unentwegt, die Gattinnen oder Freundinnen werden pickig, denn wenn ich mich mit diese Frauen vergleiche, sorry, fühle ich mich optisch regelrecht als "Model" im wahrsten Sinne und genieße den Flirt mit den vergebenen Männern, die mir gerne einen Trink von der Bar oder was vom Buffett holen, während die "bessere Hälfte" an ihrem unvorteilhaften Dekollete zupft oder an ihren kurzgeschorenen Haaren.

Mich amüsiert das köstlich, ich halte mich etwas auf und verschwinde mit süffisantem Lächeln in die Nacht.

Sorry, mir geht es da immer super gut - danach - und gerade als Single.
Ich möchte keinen Partner, der eine Singlefrau anstarrt, fast hofiert und mich regelrecht dabei vergißt.

Genieße Dein Singledasein, erzwingen lässt ich ohnehin nichts.

Gruss von einer Dauersinglefrau, deren Alleingang auf "private Feste" ein breites Grinsen ins Gesicht zieht -aber- man soll ja soziale Netzwerke wahren - Augenzwincker
 
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  • #22
Unvollkommen ist man mit einem schlechten Partner(in) an seiner Seite in einer schlechten Beziehung.

Ich fühle mich als Single (M) frei und kann es genießen.

Nee, alles gut. Meine letzte Beziehung war sehr nervig und ich bin froh das es vorbei ist.
Brauche ich erstmals nicht. Meine Wohnung - Mädels-freie Zone! Ich kann tun und lassen
was ich will ;)
Was soll ich auf Hochzeiten? Ich finde heiraten überflüssig? Urlaub kann ich seeehrr gut alleine genießen. Immer ein kühles Bier im Kühlschrank, Füße hoch und ruhe. Beziehung-Urlaub war auch oft der Horror. Was mir momentan fehlt, sind warme sommerliche Temperaturen und ein neues Auto. Nur mal als Tipp, FS, ließ hier mal im Forum unter Beziehung, Sexualität und Familie mit. Ich freu mir ein Loch in den Bauch, dass ich diesen Stress nicht an der Backe habe. Kein Wunder warum so viel freiwillig Single bleiben und es ausgiebig genießen. Ich kenne kein Paar in meinem Umfeld die ich um ihre Beziehung beneide. Am schlimmsten sind Patchwork-Familien. Aber gerade diese reden es sich besonders schön.
Wach mal auf und schau was dich wirklich glücklich macht. Und soo viele tolle Frauen gibt es ja auch nicht. Die Suche nach einer besonderen Frau ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen!
Gruß M
 
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