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Gast

  • #1

Fühle mich nach 1,5 Jahren immer noch nicht angenommen!

Liebe Forumsgemeinde!

Würde mich sehr über euer Feedback zu folgender Situation freuen:

Ich (m45) habe eine Frau (40, AE, Sohn 7 Jahre ) vor 1,5 Jahren über eine Singlebörse kennen gelernt.
Nach dem ersten Treffen war sofort beiderseitige Zuneigung und grosses Interesse da.
Wir haben die Beziehung langsam angehen lassen, inkl. gegenseitiges kennen lernen mit unseren Kindern. ( Mein Sohn ist 11 Jahre alt, Kinder verstehen sich gut). Alles passt soweit sehr gut, haben zur Zeit noch getrennte Wohnungen und reden inzwischen von neuer gemeinsamer Wohnung.

Was für mich nicht passt, ist diese für mich fühlbare ( Bauchgefühl) „on/off-Mentalität".
Habe immer das Gefühl, ich muss mich, obwohl Beziehung, immer wieder neu mit meiner Partnerin verabreden. Die wenige gemeinsame Zeit wird immer mehr reduziert, alle zwei
Wochen sonntags mal ein paar Stunden kinderfrei ( endlich mal Zeit nur für uns) werden mehr und mehr ohne mich geplant. Brunch mit Freundin, Hausputz, etc.
Wenn ich dieses Verhalten thematisiere, immer die selbe Antwort: Ich liebe Dich doch, ich will eine Zukunft mit dir, usw.
ABER: Sie handelt nicht danach, sie zeigt es mir nicht! Ich werde kaum in den Arm genommen, gekuschelt wird wenig, SEX ist sehr gut, aber seit Monaten deutlich weniger.
Ich weiß, nach der Verliebtheitsphase nimmt das alles ab…aber so?
Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich in dieser Beziehung, wenn sich nichts ändert, emotional verhungere….
Ich denke wir haben leider einen großen Unterschied im Nähe/Distanzbedürfnis. Habe manchmal das Gefühl, daß sie vielleicht sogar "Bindungsunfähig" ist. Haben auch darüber gesprochen, tut sich schwer Nähe zuzulassen, mich in ihr Leben zu lassen.
Ich bin sehr traurig, da wir ja doch „irgendwie“ zusammenleben. Wochenenden ( mit und ohne Kinder ), Urlaube, nette Freundeskreise, usw.
Mir ist das aber deutlich zu wenig. Ich möchte auch mal von ihr hören: "Schatz, wann sehen wir uns wieder?", wenn ich gehe…..Kommt mir manchmal fast so vor, als hätten wir eine "Affäre", aber nicht im üblichen Sinne.
Bin ratlos und denke ernsthaft über Trennung nach. Diese Situation tut mir nicht gut….

Vielen Dank für eure Antworten!
 
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Gast

  • #2
Hi,

für mich klingt das als hättest du dich emotional abhängig gemacht. Damit schiebst du ihr unbewusst die Verantwortung für dein Wohlbefinden zu. Damit erreichst du, dass sie sich überfordert und eingeengt fühlt.
Nimm ihr diese Verantwortung wieder ab. Sei wieder der Mann in den sie sich verliebt hat.
 
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Gast

  • #3
Vielleicht verbessert sich die Situation, wenn ihr eine gemeinsame Wohnung habt, weil einfach doch mehr Platz für Zweisamkeit zwischendurch bleibt.

Ich hatte auch lange eine WE- Beziehung, ich glaube es liegt in ihrer Natur, dass man sich unter der Woche immer wieder ein Stück entfremdet. Jeder macht unter der Woche sein Ding und organisiert alles straff durch, um das WE zeitlich freizuschaufeln.
Unter der Woche beinahe keine Unternehmungen und sozialen Kontakte, weil man das macht, was andere am WE machen (z. B. Hausputz, Bürokram, Einkäufe, Friseur, Kosemtik), am Freitag abend steht dann der Freund in der Tür, mit der Erwartung das WE müsse nur ihm gehören und außerdem was Besonderes sein. Noch dazu diese extreme on/off- Nähe.
Irgendwann wollte ich das so nicht mehr haben, ich wollte auch mal wieder unter der Woche abends einfach mal nichts tun und einen Film anschauen, weil der Tag anstrengend genug war, ich wollte auch wieder mal mit Freunden was Trinken oder mit einer Freundin shoppen gehen.....ohne dafür am Mittwoch abend schon am Telefon gefragt zu werden, ob ich mir das zeitlich leisten könne, das WE gehöre nämlich ihm....
 
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Gast

  • #4
Das hört sich so an, als hättet ihr ein unterschiedlich großes Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit. Ich bin selbst auch eher der Typ, der das nicht so braucht. Ich kann dir versichern, dass das für dich eher schlechter wird, wenn ihr zusammen wohnt.
w
 
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Gast

  • #5
Lieber FS,

ich gehe davon aus, dass du nicht AE-Vater bist und daher in der Woche mehr Zeit und Ruhe für dich hast hast, was deine Freundin in der Woche über nicht hat?

Daher ist es logisch, dass du am Wochenende nun Zeit und Kraft hast, während deine Freundin am Wochenende das machen möchte, was sie in der Woche über, weil sie Alleinerziehend ist, nicht schafft. Dazu kommt noch, dass so ein Alltag als Single-Mutter mit Job ein Hammer-harter Job ist und man am Wochenend auch oft müde ist. Dazu möchte man sein restliches Sozialleben neben dem Mann auch noch haben und pflegen.

Nach Bindungsunfähigkeit der Freundin lesen sich deine Zeilen nicht, sondern einfach, dass der Tag nur 24 h hat und die Frau nur begrenzte Kapazitäten hat, während die Kapazitäten von dir anscheinend höher sind.

Schwierige Situation. Ich kann dich verstehen, aber ich kann das Verhalten der FS auch verstehen.

Helfen könnte eine gemeinsame Wohnung, das bedeutet aber auch, dass du der FS den Rücken freihalten musst, um das von ihr bekommen zu können, was dir wichtig ist. Ob das dann so klappt, kann nur über einen Versuch heraus gefunden werden. Der sollte auch im Interesse der Kinder bald gestartet werden, weil ein Kind von euch schon am Anfang der Pupertät sind und da werden noch mal ganz anderer Probleme auftauchen, die das Zusammenleben erheblich belasten könnten.

Mein Bauchgefühl sagt, getrennt wohnen bleiben und sich notfalls eine Paarberatung gönnen, um gemeinsam heraus zu finden, ob sie tatsächlich Bindungsunfähig ist, oder ob sie nur eine Sensibilsierungsphase bzw. Hilfe braucht.

w, selber AE-Mutter
 
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Gast

  • #6
w45

Ich würde das offene Gespräch suchen. Mir erklären lassen, wie es in früheren Beziehungen war etc.
Gleichzeitig sollte man auch kritisch und schonungslos nach Innen schauen.
Ist es ein etwas überdimensioniertes Ego, zu erwarten, am WE stets die Hauptperson zu sein?

Vielleicht hilft es, sich mit dem Begriff "Liebe" näher auseinanderzusetzen.
Ist die eigentlich egoistisch? Ist sie fordernd? Braucht sie eine Gegenleistung?
Was sollen Ehemänner sagen, deren Frauen schwer krank sind, gepflegt werden müssen? Verhungern diese Männer alle emotional?
Wie liebesfähig bin ich eigentlich?

Ich denke, es ist Liebe, die Männer auf die - idR - schwächere Libido Rücksicht nehmen läßt.

Ist es (auch) der physische Druck unzureichend ausgelebter Sexualität? Mir begegnen immer mal Männer, die sich nicht selbstbefriedigen. Man ist für seine Sexualität selber zuständig - auch in einer Partnerschaft.

Bevor du alles hinwirfst, würde ich selber eine Weile künstlich auf Distanz gehen und schauen, ob sich in ihrem Verhalten etwas ändert. Und wer weiß, Du könntest dabei entdecken, dass Du auch mit mehr Distanz zurechtkommst. Positiv dürfte sein, dass eine Art Gleichgewicht entstünde - wenn auch nur künstlich.
 
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Gast

  • #7
Lieber FS,

ich kann deine Gefühle nachvollziehen.
Es ist wichtig, einen Partner bzw. eine Partnerin mit ähnlichem Nähe-Distanz-Bedürfnis zu haben.

Mir ging es wie dir. Und ich habe ihn ganz sicher nicht eingeengt oder bedrängt. Ich habe mir gewünscht, dass er von sich aus mehr mit mir unternehmen möchte.
Er war vor mir lange Single, ich kam aus einer 24jährigen Beziehung bzw. 18jährigen Ehe.
Mein Freundeskreis war eher klein, aber fein. Bei mir standen Hausbau, Kinder und natürlich mein Mann im Vordergrund.
Sein Leben ist mehr der Spaßgesellschaft zuzuordnen. Viele Freunde (die ich persönlich "gute Bekannte" nennen würden), viel Nachtleben usw.

Ich kam mir nicht genug geliebt und wichtig vor, daher beendete ich diese Beziehung. Eine gute Entscheidung, denn nun habe ich einen Partner, mit dem ich rundum glücklich bin.

w/45
 
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Gast

  • #8
Lieber Fs,

die FS ist aufgrund ihrer Situation wesentlich eingespannter als du. Sie muss ihr Leben als Single-Mama auf die Reihe bekommen und muss dazu noch einen kleinen Mann emotional versorgen.

Vielleicht ist sie auch erschöpft und braucht mehr Kuscheleinheiten, die von dir ausgehen. Du wünscht dir, dass sie dich in den Arm nimmt, du wünscht dir, dass sie dich fragt, wann ihr euch wieder seht usw. Das liest sich, als ob sie passiv ist und du der Aktivere, ist das richtig? Gerne würdest du mal der Empfänger sein und nicht nur der Sender?

Aus eigener Erfahrung weis ich, wenn ich mir mehr vom Anderen wünsche, dann ist bei mir ein Defizit, was ich nur selber stillen kann bzw. ich mir erstmal selber überlegen muss, ob ich das dem Anderen selber überhaupt ausreichend gebe, damit der Andere es mir auch zurück geben kann. Keine leichte Frage des sich selbst Hinterfragens, weil ich hart mit mir selber ins Gericht gehen muss.

Wie schon geschrieben wurde, du bist selber wohl nicht AE-Vater, also sind deine Belastungen mit dem Kind nicht so groß, es ist auch älter als das der FS, somit bist du ausgeruhter als die Fs.

Vielleicht helfen dir meine Gedanken, die "Problematik" mal von einer anderen Seite zu sehen.

AE-Mutter
 
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Gast

  • #9
So wie ich das lese, hättest Du gerne mehr Verbindlichkeit und mehr davon, dass Sie sich um Dich bemüht? Dass Du gerne mehr als ihr Partner in ihrem Leben wahrgenommen wirst, als ein Gebrauchsgegenstand (sorry für diesen Ausdruck) der sowieso immer da ist...

Was wäre, wenn Du mal ganz langsam ein paar Aktivitäten für Dich alleine oder mit anderen Menschen unternimmst?
Du brauchst ja nicht Deine Partnerschaft in Frage stellen, aber vielleicht einfach mehr Dinge tun, die nur Dir alleine gehören? Ein Wochenende wegfahren? Einen Kurs belegen, Sport, etc.

Ich bin ganz sicher, dass Deine Partnerin das ganz schnell erkennen wird und sie sich um dich mehr bemühen wird. Falls das nicht der Fall sein wird (was ich nicht glaube), dann kannst Du ja weiter überlegen.

Ich glaube nicht, dass da Bindungsunfähigkeit ein Thema ist.
alles gute
w/46
 
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Gast

  • #10
Für manche AE-Elternteile, füllt der neue Partner nur die nützlichen Funktionen des alten Partners auf.
Sowas passiert unbewust, und ist ein eigentlich eher ein Zeichen dafür das die Liebe, erstmal hinten angestellt wird.

Gerade für paare die noch nicht solange zusammen sind, ist es wichtig ein gewisses nähegefühl zu haben, was aber bei deiner Partnerin nicht so ist.

Es kann sein, das sie wirklich überlastet ist, es kann aber auch genausogut sein, das sie einfach
genug zuneigung von Ihren Kinde/rn bekommt, und daher keine weiter braucht.
Ändern läst sich das nur mit einem gemeinsamen Gespräch, und guck mal ob du sie nicht irgendwie entlasten kannst (Hausarbeit) ^^.
 
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Gast

  • #11
Das hört sich kompliziert an.
Zum jetzigen Zeitpunkt eine gemeinsame Wohnung in Betracht zu ziehen halte ich für flasch.

Da hilft nur ein offenes Gespräch, in dem Du ihr sagst, dass sich eure Beziheung für Dich ins negative gewandelt hat.
Ich kann Dich sehr gut verstehen. Auch finde ich es nicht normal, dass man die schon wenige Zeit nicht gemeinsam nutzen will. Ich habe 3 Kinder, mit vollem Programm, aber bevor ich putze oder ähnliches verbringe ich die Zeit lieber mit meinem Partner.
Vielleicht kannst Du ihr ein Teil der Arbeit abnehmen, biete es an.

Aber leider muss ich Dir auch sagen, dass es sich für mich nach einem Rückzug von ihr liest.

Bevor Du Dich aber mit Trennungs-Gedanken beschäftigst suche erstmal das offene Gespräch mit ihr. Und bitte, sage klar was Sache ist. Mach Dich nicht klein.
So wie Du schreibst halte ich Dich für einen sehr gefühlvollen, verständnissvollen Mann.
Und Deine Wünsche sind verständlich.
Viel Glück!