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  • #1

Fühlen sich Männer öfter einsamer als Frauen?

Ich denke ja. Kenne einige Männer um die 40, die gar keinen großen Freundeskreis haben.
Am WE öfter zu Hause hocken oder "alleine" in der Stammkneipe. Erst wollte ich das garnicht glauben, denn diese Männer sehen ganz gut aus, sind beruflich in Form und sind SINGLE.
Ich versteh die Welt nicht mehr. Frauen haben ja meist das größere soziale Netzwerk, allein schon durch ihre Kommunikation. Sind Männer also die Einsamen unter den Singles? Und wenn ja, warum?
 
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  • #2
Ich denke, dass es auch viele Single-Frauen Mitte 30 - um die 40 gibt, die am Wochenende öfters alleine sind bzw. alleine was unternehmen müssen, weil alle Freundinnen schon Partner und evtl. Familie haben und deshalb am Wochenende natürlich keine Zeit haben. Und wer will schon alleine ins Kino oder in ne Bar gehen? Dann bleiben die meisten halt gezwungenermaßen zu Hause.
Sogar ich (w, 27) merke mittlerweile, dass ein Großteil meines Freundes-und Bekanntenkreises fest liiert ist und dann am Wochenende nie Zeit hat, was zu unternehmen, und ich bin noch nicht mal 30!
 
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  • #3
Kein großer Freundeskreis? Check. Öfter (während der Freizeit) alleine zu Hause? Check. Single? Check. Gut aussehend? Das sollen andere beurteilen.

Einsam bin ich deswegen keineswegs. Es gibt nichts schöneres, als die Zeit für mich. Manchmal würde eine Frau mich bereichern, manchmal stören. Insgesamt ziehe ich die jetzige Situation einer Partnerschaft vor, da die letzten Erfahrungen mit der Damenwelt nicht sonderlich viel Lust auf mehr gemacht haben. Wenn ich hier lese, was Paare so für Probleme entwickeln, dann betrachte ich EP und andere Kuppelplätze weiterhin nur aus der Zuschauerperspektive zu meiner Unterhaltung.
 
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  • #4
Einsamkeit ist ja ein Leiden am Alleinesein. Nur weil Männer vermeintlich vermehrt alleine sind, fühlen sie sich deswegen nicht zwangsläufig einsam. Vielleicht, nur mal angenommen, Männer sind tatsächlich öfter alleine als Frauen, sind sie mehr alleine, weil(!) sie sich weniger einsam fühlen als Frauen, die alleine sind.

m27: allein, aber nicht einsam
 
  • #5
Männer vereinsamen eher, als Frauen. Frauen finden meistens leichter jemand zum reden, als Männer.
Aber Singles (M+F) ab 60+ haben es m.E. am schwersten.

Single-Frauen sehe ich unterwegs eher in Gruppen, als alleine, z.B. in Cafès. Sie schätzen eher das gemeinsame Gespräch, als z.B. Kino. Und z.B. Milchkaffee in der Schale = größere Portion, weils länger dauert.

Unter Männern gilt Single-Status m.E. eher als "Makel/Schwäche" der Betroffenen, als unter Frauen.
Gerade als junger Mann wird man schnell als "Homo/schwul" verdächtigt, wenn man keine Frau hat.
Also ziehen sich Single-Männer mehr zurück, und vereinsamen.

Oder M+F stürzen sich übertrieben in Sport o.a. Freizeitaktivitäten, um sich selber vom Single-Dasein abzulenken. z.B. joggen, Fitness-Center, Afterwork-Parties. Da kann z.B. das Fußballstadion die "Ersatzfamilie" werden ? Mitten unter tausenden Menschen, und ein großes Gemeinschaftsgefühl.

Es gibt immer mehr Lokale, mit "rundum"-Gesamtkonzept. Vom Kaffee etc., über Snacks, bis zum kleinen Lunch mittags. Und dazu ständig Musik, je nach Tageszeit. Von der chilligen Lounge, bis abends und nachts zur Club-Musik. Von morgends 11 Uhr, bis Mitternacht, oder noch länger. Es scheint ein "perfektes Ersatz-Zuhause", wo ständig Menschen, Stimmen, Unterhaltung, Musik = keine Möglichkeit, sich einsam zu fühlen.

Aber irgendwann müssen sie wieder nach Hause = sich ihrer Wirklichkeit als Single stellen.
 
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  • #6
Ich bin wohl so ein Exemplar. Ich habe nur einen kleinen Freundeskreis und bin häufiger auch mal alleine, aber einsam... nein.
 
  • #7
Alleine bin ich vor allem am Wochenende auch öfter, trotzdem weiß ich nicht was Einsamkeit ist. Das ist für mich genau so ein substanzloses Wort wie Heimweh, beides habe ich noch nie erlebt und kann es auch nicht nachvollziehen wie es dazu kommt.
 
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  • #8
#1
Jo, da finde ich mich wieder -> 41; kein großer Freundeskreis; beruflich gut aufgestellt; am WE ziehe ich mich gerne in meine "Höhle" zurück um Kraft zu tanken und mich von den Wirren des Alltags zu erholen;-)

Fühle mich jedoch nicht einsam und genieße das. Eine zu "wirbelige" Partnerin würde wohl auch eher "Unruhe" in meine Leben bringen. Es käme dann wohl auch eher eine in Betracht, die meine Auffassung von entspannter Freizeitgestaltung teilt.

Grundsätzlich glaube ich aber, dass sich Single-Frauen leichter mit Unternehmungen tun, da sie schon aufgrund ihres weiblichen Daseins;-) einfach über mehr Freundinnen verfügen. Dies führt dann ja häufig dazu, dass die Mädels gemeinsam um die Blöcke ziehen oder zumindest Kaffekränzchen halten und sich dann Gedanken übder die tollen und zurückgezogen lebenden Singlemänner machen;-)
 
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  • #9
Das ist halt auch ein Teufelskreis, in den man leicht reingerät aber schwer wieder rauskommt.

Brauchst bloß eine etwas verregnete Biographie haben, mit viel Pubertätsproblemen, wenig Freunden, aber tollem und fordernden Job - und dann findest du dich ab Anfang/Mitte 30 zwar beruflich und persönlich gesettlet, aber mit wenig adäquatem Privatleben und -biographie. Und dann beginnt halt die self-fullfilling prophecy nach dem Motto "...was mag mit dem wohl nicht stimmen", und wenn du dann noch gelernt hast, gut mit dir selber zurechtzukommen (..."einsam" trifft es nicht wirklich nicht, es fehlt - auf Deutsch - hauptsächlich der Sex im Sinn der Erfüllung und Liebe) dann hast du es mit einem sich ziemlich gut selbst stabilisierenden Teufelskreis zu tun.

Die Biographie wird mit den Jahren nicht aufregender und immer erklärungsbedürftiger und es ist irre schwer, aus der Problemfallecke herauszukommen. Gelungen ist mir das noch nicht.

Manchmal ist es ziemlich banal: Biographie plus eigene Fehler plus Kompensationsmöglichkeit durch Job plus zu lange den bequemen Weg gegangen. Und 'plötzlich' hast du ein Problem.
 
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  • #10
Tja, ich bin "erst" 24,w, habe viele Freunde und Bekannte und fühle mich dennoch oft einsam. Ich kenne auch viele Männer Ende 20, die sich oft einsam fühlen, aber es nur selten und ungern offen legen.
Einige wählen dann den Weg: Irgendeine aus dem ewigen Freundeskreis (auch wenn nicht wirklich verliebt) heiraten, Haus, Hund, Kind,...
Hmmm. Für mich wäre das so gar nicht die Erfüllung. Allerdings habe ich oft das Gefühl, damit als eine von sehr wenigen Menschen mit dieser Ansicht dazustehen.
Ich frage mich sehr oft, ob viele (sowohl m als auch w) lieber den bequemen Weg wählen (siehe oben), als alleine zu sein und auf die Erfüllung zu warten bzw. ein Optimum an Glück anzustreben und dafür ein längeres Warten in Kauf zu nehmen...?
Wenn es nämlich tatsächlich so ist, stehen meine Chancen auf eine erfüllte Partnerschaft nicht sonderlich gut. :-(
 
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  • #11
Ich bin sozial, gesellig, gesprächig und pflege meinen Freundes-, Bekannten- und Familienkreis intensiv, habe auch Hobbies, mit denen ich mir die Zeit im positiven Sinn um die Ohren schlagen kann, aber einsam bin ich trotzdem, da das alles keine Frau an meiner Seite kompensieren kann.

M/35
 
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  • #12
Ich denke ja. Kenne einige Männer um die 40, die gar keinen großen Freundeskreis haben.
.... Sind Männer also die Einsamen unter den Singles? Und wenn ja, warum?

Ich habe bewusst keinen großen Freundeskreis, weil mich Oberflächlichkeiten ziemlich schnell nerven und Freundschaften nehme ich ernst. Durch die heutzutage notwendige Mobilität ist es dann allerdings auch so, dass meine guten Freunde (m wie w) sehr weit weg wohnen. Das ist natürlich weniger schön, da Treffen immer erst mit organisatorischen Aufwand verbunden sind und nicht mal spontan abends stattfinden können. Keine Ahnung, ob das Männertypisch ist, aber ein für mich total erschreckendes Gefühl der Einsamkeit habe ich zuletzt erlebt, als ich mit einer Gruppe von Freunden und Bekannten ein WE verbracht habe und sich - so habe ich es zumindest in dem Moment empfunden - alle prächtig unterhalten haben und ich irgendwie nur hinterhergetrottet bin. Es ist komisch, aber da wäre ich alleine zu Hause weniger einsam gewesen.

m/46
 
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  • #13
Auch ich (m) habe keinen riesigen Bekanntenkreis. Darauf habe ich auch nie wert gelegt. Mir sind wenige gute Freunde, dessen Kontakte ich pflege, viel wichtiger als viele Bekannte. Ich fühle mich aber nie einsam. Wenn ich mal alleine bin, genieße ich dies auch total. Warum sollte ich es auch nicht geniessen, wenn ich Zeit für mich habe, in der ich machen kann, was ich will, ohne dass jemand da ist, der von mir erwartet, dass ich mich hier und da nach ihm richte? Freunde von mir, die in einer Beziehung sind, wünschen sich diese "Freiheit" auch gerne einmal wieder.

Ich denke, die meisten Männer kommen mit dem "Alleinsein" hervorragend zurecht.

Interessanterweise gibt es doch einen Mann im Freundeskreis, der das Gefühl hat, zu wenig Kontakt zu Freunden zu haben. Er ist seit etlichen Jahren verlobt und hat ein kleines Kind. Durch Arbeit und Familie hat er aus seiner Sicht zu wenig Zeit für seine Freunde. Darunter leidet er (sagt auch seine Verlobte). Sie (seine Verlobte) pflegt hingegen fast gar keine Kontakte zu Freundinnen. Ich habe in den letzten 10 Jahren nie erlebt, dass sie eine Freundin gehabt hätte. Ihr reicht die Familie und ihre Eltern.
 
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Mooseba

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  • #14
Tja, ich bin "erst" 24,w, habe viele Freunde und Bekannte und fühle mich dennoch oft einsam. Ich kenne auch viele Männer Ende 20, die sich oft einsam fühlen, aber es nur selten und ungern offen legen.
Einige wählen dann den Weg: Irgendeine aus dem ewigen Freundeskreis (auch wenn nicht wirklich verliebt) heiraten, Haus, Hund, Kind,...
Hmmm. Für mich wäre das so gar nicht die Erfüllung. Allerdings habe ich oft das Gefühl, damit als eine von sehr wenigen Menschen mit dieser Ansicht dazustehen.
Ich frage mich sehr oft, ob viele (sowohl m als auch w) lieber den bequemen Weg wählen (siehe oben), als alleine zu sein und auf die Erfüllung zu warten bzw. ein Optimum an Glück anzustreben und dafür ein längeres Warten in Kauf zu nehmen...?
Also wer Familiengründung mit eigenem Haus etc. als bequemen Weg sieht, scheint ein großer Träumer zu sein und wird wohl ordentlich auf die Fresse fallen. Wahrscheinlich gehen deswegen so viele Ehen in die Brüche, weil die Beteiligten nicht begreifen, dass es harte Knochenarbeit ist.
Unter Männern gilt Single-Status m.E. eher als "Makel/Schwäche" der Betroffenen, als unter Frauen.
Gerade als junger Mann wird man schnell als "Homo/schwul" verdächtigt, wenn man keine Frau hat.
Also ziehen sich Single-Männer mehr zurück, und vereinsamen.
Ja, das kenne ich noch gut. Ich habe mich deswegen auch mehr und mehr zurückgezogen, weil ich mich wie der letzte Idiot fühlte. Mein Freundeskreis schrumpfte gewaltig bis auf wenige, die mir im Denken recht ähnlich waren. Aber auch da gab es immer wieder Phasen, in denen ich eigentlich niemanden sehen wollte.
 
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  • #15
Liebe FS

ja, ich traf einen der wohnte wie auf einem einsamen Stern. Ehrlich.
Eingekeilt in Unternehmertum mit zahlreichen Aussenterminen und ein kurzes Wochenend-Leben in den eigenen vier Wänden. Sehr einsam. Keiner kommt mal überraschend zu Besuch.
Kein Nachbar weit und breit. Nicht mal Geschwister die einen freundlich nerven.
Der hatte nur seinen Sportverein, Fernseher, Computer, Bluerayplayer. Und einen befreundeten Zahnarzt drei Dörfer weiter den er seit 15 Jahren kennt. Ansonsten: keine Kommunikation mit Menschen. Im Haus hörbare Stille. Ob das gesund sein kann ?
Ich kann verstehen wie einsam man sich da vorkommen muss. Mir gegenüber klammerte er unerträglich. Ich fand er sollte erstmal seine Gewohnheiten überdenken.
 
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