• #31
Richtig gute Freundschaften würde ich auf eine ähnlich hohe Ebene stellen wie ein Partner. Bei echten Freunden weiß man, dass sie ein Leben lang bleiben, bei Partnern hofft man das nur. Und die echten Freunde haben einen auch schon so oft schwach und heulend gesehen und haben jeden Mist miterlebt, wissen sogar, was man wann betrunken gesagt hat. Die sind immer für einen da, wenn man sie braucht. Ansonsten gibt es noch die Eltern, die man zur Not kontaktieren kann.
 
  • #32
Hi FS

Es kommt aber immer wieder vor, dass eben auch noch der ganze Samstag und der halbe Sonntag für Arbeit draufgeht
.

Sorry Nette- eben NICHT. Ausnahme man ist Selbstständig. Da kann passieren, muss aber eine absolute Ausnahme sein sonst geht das nicht. "immer wieder" ist einfach viel zu oft- such Dir einen vernünftigen Ag!

Mir ging es in meiner Frage mehr darum, wie sich Singles fühlen, wenn sie eben viel Verantwortung im Job tragen, aber keinen Partner an der Seite, der einen abends mal schön zum Essen einlädt, oder zuhört, was einen so bewegt.
Klar das es seine Qualität wenn man jemanden hat mit dem man sich laufend austauschen und durchaus mal anlehnen kann. Keine Frage.

Aber- wer seinen job nicht hinkriegt wenn das eben nicht geht hat den falschen Job. Und schon gar nicht "hält der Partner den Rücken frei"- und das war der aufhänger der Frage.
Und da müssen Chefs mal so langsam einsehen dass selbst liierte Mitarbeiter Ihren Koffer selbst packen und wenigstens zwischendrin mal zuhause Ihre Wäsche machen können. Weil die Liebste nämlich auch so einen Job hat und eben NICHT den Rücken frei hält im Sinne einer rundumbetreuung damit noch mehr Zeit für den Chef zur Verfügung steht.
 
  • #33
Hier die FS

Vielen Dank für die Beiträge. Es zeigt sich ein durchzogenes Bild. Gern nehm ich eure Hinweise auf, dass 70 Stunden zu viel sind (viele haben sich ja hauptsächlich darauf konzentriert) und gern nehm ich auch auf, dass es in Partnerschaften oft gar nicht einfacher ist, wenn man im Job viel Verantwortung hat. Als Single sieht man halt oft nur die schönen Seiten einer Partnerschaft und wird dann wohl ein wenig unrealistisch. Das haftet dem Singlesein in manchen Phasen wohl ein wenig an.

Was mich doch ein wenig irritiert, ich hatte davon gesprochen, den Rücken zu stärken, nicht den Rücken freizuhalten, wie hier viele schreiben. Stärken heisst für mich, sich gegenseitig stärken, in allen Lebensfragen und selbstverständlich erwarte ich nicht, dass mir jemand alles abnimmt. So war es in meinen bisherigen Partnerschaften, dass man sich in alles Lebensfragen, auch den beruflichen, gegenseitig gestärkt hat. Dieses Gegenseitige vermisse ich nun eben als Single.

Allenfalls habe ich die Frage zu provokant gestellt oder ungünstig gerahmt und daher so viel "Breitseite" bekommen und wenig Hinweise darüber, wie sich Singles fühlen, die führen. Das war ja meine Frage.

Und nein, ich bin nicht frustiert :) und ich weiss, was Work-Life-Balance ist und welchen Stellenwert Selbstmanagement hat, weiss wo meine Stärken und Schwächen liegen. Und ja, ich bin beruflich am richtigen Ort. Im Moment ist einfach eine Zeit, in der ich mehr ran muss, für mich ist das ok, weil diese Zeit begrenzt ist. Ich kann z.B. bald ein Sabbatical nehmen und habe künftig wieder weniger Stress. Mich erstaunt einfach immer wieder, wie aggressiv hier Fragesteller teilweise angegangen werden.

<<Mod: an FS: wir haben die Passage eingefügt.>>
 
G

Gast

  • #34
Dein "sich in der Beziehung den Rücken stärken" klingt theoretisch ja toll und hilfreich. Praktisch finde ich aber die Erwartung oder sogar Forderung, in einer Partnerschaft müsse man sich -wenn man sich liebt- gegenseitig dauerhaft den Rücken stärken, völlig überzogen und einen Beziehungs-Killer. Du ziehst für Dich ja sogar den Rückschluss, dass Du im Job nicht so gut, erfolgreich oder durchsetzungsfähig sein kannst, eben weil NIEMAND Dir armem Single den Rücken stärkt.

Dass man sich in zeitlich begrenzten Ausnahmesituationen (wie z.B. akute Krankheit, Todesfälle in der Verwandtschaft, Arbeitslosigkeit u.ä.) gegenseitig tröstet, Rat gibt oder beisteht, ist selbstverständlich. Aber ein auf Dauer angelegtes Beistehen im Bezug auf berufliche Belange halte ich für schwer machbar.

Wie soll es das denn in Deinen Augen aussehen? Beide kommen abends müde heim und erzählen sich gegenseitig die Vorfälle tagsüber aus der Arbeit? Was Vorgesetzter A wieder Blödes angeordnet hat, oder Untergebener B vermasselte? Dass die Konzernleitung keine Ahnung hat oder der Chef ein Meeting zur Unzeit ansetzte, das dann noch nicht mal was brachte? Dass Dein Schreibtisch seit Monaten überläuft, weil der Kollege krank ist und Du ihn vertrittst? Und dann berät man sich (abendfüllend), wie man sich in den Situationen verhalten oder sie lösen sollte?

Die Beispiel oben sind alles Probleme, die mein Partner SELBST und auf der Arbeit lösen muss (oder ggfls. durch professionelles Coaching), und nicht im abendlichen Gespräch mit mir nach Feierabend.

Ein früherer Partner hat mir fast täglich und dezidiert von der Unbill erzählt, die ihm in der Arbeit wiiderfuhr. Ich konnte es echt nicht mehr hören, zumal immer alle anderen schuld waren und er auch nichts ändern wollte. Z.Zt. ruft ein guter Bekannter fast täglich an und erzählt mir haarklein von seinen Problemen mit dem Chef und wer was wann gesagt hat. Meine Urlaubsfreundin erzählt die Hälfte der Urlaubszeit von Schwierigkeiten in der Arbeit und wie gemein das alles ist. Das nervt mich ungemein!

Es mag klappen, wenn BEIDE sich gleichmäßig unterstützen, das ist aber selten, meist ist es EINER der dauernd "Rückenhilfe" erwartet. Und der Andere ist irgendwann nur noch genervt, denkt insgeheim "nicht schon wieder dieses Thema!".
Ich würde auf keinen Fall eine Partnerin wie Dich (oder bei mir einen Partner) wollen, der von mir erwartet, dass ich ihm ständig "den Rücken stärke". Damit mißbrauchst Du die Beziehung als kostenloses coaching, abgesehen davon zieht es den nicht problembehafteten Partner echt runter und schafft miese Stimmung, wenn er dauernd das Gejammer und die resultierende schlechte Laune seine/r Liebsten ertragen muss.

Ich würde Dir empfehlen, wenn Du Deine Karriere und Führungsposition weiter ausbauen willst, Dich mal mit Selbstverantwortung, Selbstmotivation und Mitarbeiterführung zu beschäftigen. Dafür gibt es reichlich Seminare.

w, 51
 
G

Gast

  • #35
Ich schaffe meinen Job als Finanzgeschäftsführer nur deshalb, weil ich Single bin, weil ich mich privat völlig zurückziehen und abschalten kann. Eine junge Frau als Partnerin käme für mich erst für die Zeit nach dem aktiven Berufsleben in Frage.
Fakt ist, dass man in bestimmten Jobs keine Feierabende oder Urlaube planen kann. Verabredet man sich zum Kino oder einen Opernbesuch, kommt fast immer etwas dazwischen.
Am Wochenende habe ich ein erhöhtes Schlaf- und Ruhebedürfnis, vor allem weil ich innerhalb der Woche zu wenig Schlaf habe. Außerdem muss ich am Wochenende Vertäge durcharbeiten etc. - wozu man innerhalb der Woche nicht kommt.
Eine Frau wäre bei derartigen Lebensumständen spätestens nach einem Monat über alle Berge. Darum habe ich vor vielen Jahren schon die Partnersuche aufgegeben.
 
G

Gast

  • #36
Hallo Nette
Vielleicht liegt es an Deinen zwei anderen Threads, dass Du zum Teil "aggressiv" angegangen wirst? Wobei ich Dir gerne nochmals schreibe, dass das hier kein elitäres Forum ist, sondern Hinz und Kunz schreiben können. Da bleibt der erwartete gehobene Gesprächsstil eben auf der Strecke... Als "Karrierefrau wider Willen" liegt es einzig und allein in Deiner Hand, an Deiner Situation etwas zu ändern und ich gehe sogar soweit, Dir einen professionellen Gesprächspartner vor zu schlagen. Auf der einen Seite fühlst du dich einsam, wenn ich alles richtig interpretiere, auf der anderen Seite machst Du Dir Gedanken, wie Du "grauen Eminenzen" angemessen entgegen treten kannst. Warte doch einfach mal, bis die ganze stressige Zeit vorbei ist und Du etwas zur Ruhe kommen kannst. Dann besteht auch die Möglichkeit, eine neue Partnerschaft einzugehen und ein paar Deiner Gedanken erübrigen sich von selbst.