• #121
Mich macht dein Fall betroffen. Denn in meinem beruflichen Umfeld spielte sich gerade eine solche Geschichte ab, die ich ein paar Jahre verfolgen konnte. Die Ehe ist vor einigen Wochen geschieden worden und hinterliess nur Verlierer. Am schlimmsten leiden die drei Kinder. Er (sehr hohe Position, viele Überstunden) und sie, beide aus gutbürgerlichen Familien, heirateten standesgemäss. Auch nachdem sie sich "zusammengerauft" hatten. Die Beziehung funktionierte nie richtig, wobei er sie so behandelte, wie dein Partner dich: herablassend, unachtsam. Beiden waren unglücklich, er führte über Monate eine heimliche Parallelbeziehung mit einer Angestellten. Am Ende kam alles aus und sie trennten sich. Beide waren nur noch froh, dass es zu Ende war. Beide gaben zu, dass es eigentlich nie gepasst hat.

Liebe FS, ich sage nicht, dass deine Ehe zum Scheitern verurteilt ist. Aber du solltest jetzt am Anfang etwas unternehmen. Auch für dein Kind. Am besten mit fachlicher Hilfe. Ich glaube, es braucht jemanden aussenstehenden, der deinem Mann erklärt, wie du dich wirklich fühlst (und umgekehrt).
Natürlich willst du dich jetzt mit einem Säugling nicht trennen. Aber wenn du jetzt etwas unternimmst, muss das nicht die letzte Lösung sein. Auf Machtspiele, wie du sie planst
Am Wochenende werde ich ihn „zwingen“, dass er die Nachtschicht übernimmt und auch tagsüber werde ich mich rar machen und mich mit Freundinnen treffen. Vielleicht merkt er dann, wie nervenaufreibend mein Alltag ist.
solltest du allerdings verzichten. Das giesst nur Öl ins Feuer und macht dich doch nicht wirklich glücklich?
 
  • #122
Aber nicht ihrem, sie finanziert sich immer noch selbst.

Es ist für mich so unfassbar, dass die neuen gesetzlichen Regelungen und die (falsch verstandene) Emanzipation dazu führen, dass Männer sich noch gut fühlen, wenn die Frau mit dem gemeinsamen Kind zuhause bleibt, egal, was sie vorher machte, was für vergleichbare Talente zum Geldverdienen sie hat, wenn sie sich aber nicht einmal finanziell daran beteiligen,-
Stichworte keine gemeinsame Kasse, keine Rentenbeiträge.

DAS finde ich hier so schlimm, nicht, dass sich ihr Mann "nur 2 Stunden täglich beim Baby" einbringen kann- das finde ich in dieser Position, in der er ist, immer noch völlig üblich und wäre für ihn schwer anders händelbar: seine Posten ist schwer delegierbar.
Wenn Frauen in dieser Konstellation dann mehr Hilfe zuhause wollen, bekommen sie es (durch ihn) finanziert, im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung- so war das früher mal normal, so war es damals bei uns zwischen uns für später abgesprochen.

Heutzutage soll "sie" alles machen, und zwar weitgehend unentgeltlich- denn das Elterngeld gleicht nicht alles aus.
 
  • #123
Manchmal sollte man überlegen, was man sich wünscht. Denn es könnte sein, dass man genau das bekommt.
Das ist allerdings richtig. Zu hoffen oder gar zu erwarten, dass der Partner sich ändert, zu hadern, immer wieder erfolglos an der selben Baustelle zu kratzen, bringt nur Energieverlust für alle Beteiligten.

Allerdings sollten dazu BEIDE sachlich und offen kommunizieren und nicht versuchen, ihre Wünsche, Werte und Vorstellungen stillschweigend und selbstverständlich auf den anderen zu übertragen. Vielleicht hält er das 70er-Jahrebild seiner Eltern für selbstverständlich, möglicherweise hält sie die Mitwirkung bei der Kinderbetreuung wie heute bei den meisten jungen Paaren in meinem Umfeld für selbstverständlich. Schließlich war sie ja ebenfalls voll berufstätig und engagiert. Möglicherweise haben BEIDE (Denk)Fehler gemacht, können das nachbessern und auf diese Weise falsche Erwartungen und unnötigen Frust beiderseits minimieren.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #124
Es ist für mich so unfassbar, dass die neuen gesetzlichen Regelungen und die (falsch verstandene) Emanzipation dazu führen, dass Männer sich noch gut fühlen, wenn die Frau mit dem gemeinsamen Kind zuhause bleibt, egal, was sie vorher machte, was für vergleichbare Talente zum Geldverdienen sie hat, wenn sie sich aber nicht einmal finanziell daran beteiligen,-
Stichworte keine gemeinsame Kasse, keine Rentenbeiträge.
Ähhmmmm ... die beiden sind verheiratet. Auch wenn ein Ehevertrag existiert - davon sollte man hier ausgehen - muss auch für sie gesorgt sein. Ansonsten ist der Ehevertrag anfechtbar.
Dazu kommt die Elterngeldregelung, die ihr Rentenpunkte garantiert.
Über zu wenig Geld hat sie sich nicht beklagt - das ist zwar fast das Einzige, aber immerhin.
In die normale Rentenkasse zahlt eigentlich nur der ein, der keine andere Möglichkeit hat. Denn die Rendite ist grausam.
Die beiden hier haben vereinbart, dass SIE zu Hause bleibt. Ist ja auch sinnvoll bei gewaltigen Einkommensunterschieden zu seinen Gunsten. Er hat wohl zugesagt, zu versuchen, ab und zu mal früher nach Hause zu kommen. Mehr kann er gar nicht zusagen. Zumindest bei uns im Schwäbischen gilt nämlich immer noch: Schaffen isch halt a Gschäft.
Dieses stereotype Bashing dafür, dass eine Familie es sich leisten kann, dass Mama zu Hause bleibt - unerträglich. Denn für das Kind ist dieses Modell noch immer nahe am Optimum.
 
  • #125
dass Mama zu Hause bleibt ... für das Kind ist dieses Modell noch immer nahe am Optimum

Nein, ganz sicher ist das nicht das Optimum, dass eine einzelne Frau isoliert vom Rest der Gesellschaft allein mit einem Kind zu Hause bleibt. Eher im Gegenteil wie man sieht.

Sowohl Mutter als auch Kind brauchen tägliche soziale Einbindung, Herausforderung, Anerkennung, Erfolgserlebnisse. Das ist schon längst nicht mehr gegeben bei den Ein-Zwei-kindfamilien, die eher weit auseinander und schon lange nicht mehr unter einem Dach wohnen.

Ideal für das Kind wäre eine gut funktionierende Großfamilie und naher Freundeskreis, indem -wenn schon- dann auch andere nahestehende Frauen nicht außer Haus arbeiten, sich gegenseitig unterstützen und dort eine schöne Gemeinschaft bilden. Dieses Hausfrauenmodel gab und gibt es in so idealer Form jedoch nur selten.

Die beste Alternative zu dem idyllischen Traum vergangener Jahre ist eine Einbindung mindestens einer weiteren, liebenswerten, erfahrenen, nicht voll berufstätigen Person, beispielsweise einer Freundin in Elternzeit oder einer Oma, die nicht mehr berufstätig ist. Denn alle anderen Frauen im Umfeld - zumindest in meinem- sind auf Arbeit, während die frischgebackene Mutter über Stunden ganz allein zu Hause ist. Und das Kind spürt diese Isolation. Es ist mit zwei Jahren besser bei einer guten Kita oder Tagesmutter mit anderen Kindern aufgehoben, als als isoliertes Einzelkind, das den ganzen Tag von einer unzufriedenen oder unterforderten Mutter betütelt wird und seinen Vater kaum sieht.
 
  • #126
Die FS zeigt hier eine gewisse - Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass - Einstellung. Vermutlich wollte sie einfach mal ihr Herz ausschütten und hat in der momentanen Situation verständlicherweise keine neutralen Zuhörer um sich.

Ich bin da allerdings ganz bei Tom. Die FS war jetzt keine naiven 18 mehr als sie ihn kennen gelernt hat. Man kann das eine nicht ohne das andere haben. Mich verwundern doch die Frauen immer wieder, die gerne den dickeren Fisch an Land ziehen, dann aber denken sie müssen nur lange genug an ihm rumerziehen und er dreht sich um 180 Grad zum braven Familienpapa. Wird er nicht machen. Wenn's dumm läuft sucht er nur bei zuviel Gezeter daheim Zuflucht woanders.
 
  • #127
Mich verwundern doch die Frauen immer wieder, die gerne den dickeren Fisch an Land ziehen, dann aber denken sie müssen nur lange genug an ihm rumerziehen und er dreht sich um 180 Grad zum braven Familienpapa. Wird er nicht machen. Wenn's dumm läuft sucht er nur bei zuviel Gezeter daheim Zuflucht woanders.

Ich verstehe genau deswegen nicht, wie man sich den Partner nach solchen Gesichtspunkten aussuchen kann oder aber nach rein emotionalen (ohne auf die Passung in sonstigen Bereichen zu achten).
Bei vielen Partnerschaften können Aussenstehende im Grunde sofort sagen, wie die ausgehen. hier ist vollkommen logisch, dass er weiter arbeitet, weil er erheblich besser verdient, und das mit langen Arbeitszeiten. Darauf haben sich die beiden vermutlich geeinigt, um den Lebensstil halten zu können, den er finanzieren kann. Wir haben hier sogar noch das seltene Exemplar Mann, das sich Abends offenbar intensiv und ausdrücklich gewollt um sein Kind kümmert.

Was würde sie wohl sagen, wenn er nach 8 Wochen Mutterschutz sagen würde, er erwarte, dass sie jetzt wieder Geld verdient, damit der Lebensstandard nicht absinkt? Beide haben (vermutlich) eine Vereinbarung getroffen. Er sorgt für das Geld, sie für das Kind. Jetzt möchte sie diese Vereinbarung nicht einhalten. Nehmen wir an, sein Job wird ihm morgen mal für ein paar Monate zu anstrengend und er kündigt und erwartet, dass sie jetzt das Geld verdient. Wie würde sie da reagieren?

...dass Männer sich noch gut fühlen, wenn die Frau mit dem gemeinsamen Kind zuhause bleibt,

Ja, da stimme ich voll zu. Allerdings, weil im Gegensatz zu Deiner Annahme natürlich kräftig (und natürlich völlig zu Recht) quersubventioniert wird. Egal, ob es das gut gefüllte Konto, der Lebensstandard, das Elterngeld oder die Rentenbeiträge sind. Wenn sie verheiratet sind, teilen sie langfristig. Und vermutlich ist ihr Zugewinn durch Vermögenszuwachs, Rente etc. deutlich höher als das, was sie in der gleichen Zeit dauerhaft erwirtschaftet hätte. Der Lebensstandard sowieso. Das ist auch in Ordnung so, weil ja so beschlossen, aber beklagen darf sich Frau dann eher nicht.

Wie eine Frau da ernsthaft über Trennung nachdenken kann, ist mir schleierhaft.
 
  • #128
In die normale Rentenkasse zahlt eigentlich nur der ein, der keine andere Möglichkeit hat. Denn die Rendite ist grausam.
Lieber Tom, alle Angestellten müssen gemäß Solidaritätsprinzip in die soziale Rentenversicherung einzahlen. Ich gehe stark davon aus, dass Du das weißt und damit sagen willst, dass jeder der kann, privat zusätzlich aufstockt. Die Rendite ist aufgrund der niedrigen Zinspolitik auch nicht mehr ganz so desaströs wie noch vor einigen Jahren. Auch wissen wir gar nicht, wie lange eine Elternzeit seitens der FS geplant ist. Oder habe ich was überlesen? Dass sie nicht während des Mutterschutzes arbeitet, ist ja klar und auch gar nicht erlaubt.
Ob das Hausfrauenmodell das Optimum darstellt, darüber lässt sich wirklich streiten. Auf jeden Fall ist es nicht mehr up to date. Zumindest hier im Ballungsraum gehen alle Mütter nach 1 oder 2 Jahren Elternzeit arbeiten, die ich kenne. Ausgenommen sind der unterste und der oberste Rand der Gesellschaft. Anders lässt sich das Leben hier auch nur schwer finanzieren. Meine 13 jährige Tochter fragte mich vor einiger Zeit ganz erstaunt, ob es wirklich Mütter geben würde, die nicht arbeiten gehen. Auf meine Frage, ob sie das gut finden würde, wenn ich nicht arbeiten würde (was gar nicht ansteht), antwortete sie um Himmels Willen, das wäre schrecklich. Sehr gut. Das Kind lernt schon früh, dass für Geld gearbeitet werden muss. Und da ist sie nicht die Einzige. Die Generation wird damit groß und stellt das gar nicht in Frage. Dass die FS sich nun so ein konservatives Exemplar ausgesucht hat, der im Mutterschutz erwartet, dass sie seine Hemden bügelt...sorry, geht gar nicht. In ihren vorherigen Posts nannte sie ihn reif. Ich befürchte, er ist tradiert, konservativ und spiessig. Tja, dann gilt halt gekauft wie gesehen. Beide Männermodelle—Karrieremann oder Familienmensch— haben ihre Vor- und Nachteile ( wie bei den Frauen auch). Es soll sie übrigens tatsächlich auch kombiniert geben. Einer meiner Kunden, ein wirklich hochbezahlter Hedgefondsmanager, erzählte mir, sein größter Wunsch sei ein drittes Kind. Fand ich irgendwie klasse.
W,53
 
  • #129
Wir kennen den Deal nicht. Ev war ausgemacht, dass sie zu Hause bleibt und die Nachtschichten übernimmt. Ev wollte sie das Kind mehr und er hat mitgemacht, weil sie wollte.

Dann würde er sich genau nach Abmachung verhalten und sie merkt nun, dass der Deal ihr nun doch nicht entspricht.

Und ich glaube auch, beide sind nicht ganz einfach, aber sie wissen ja beide, auf was sie sich einliessen und wollen sich.

Deshalb bin ich auch bei Kobaltblau. Sie will nichts grossartig ändern, sie ist extrem stolz auf ihren dicken Fisch. Nur ist sie dermassen am Anschlag, dass es nicht mehr geht.

Hoffen wir mal, sie erholt sich mit Zwerg bei den Eltern und hat insoweit auf uns gehört.
 
  • #130
Wir kennen den Deal nicht. Ev war ausgemacht, dass sie zu Hause bleibt und die Nachtschichten übernimmt. Ev wollte sie das Kind mehr und er hat mitgemacht, weil sie wollte.

Deshalb bin ich auch bei Kobaltblau. Sie will nichts grossartig ändern, sie ist extrem stolz auf ihren dicken Fisch. Nur ist sie dermassen am Anschlag, dass es nicht mehr geht.

Hoffen wir mal, sie erholt sich mit Zwerg bei den Eltern und hat insoweit auf uns gehört.

Ja, ich war nun bei meinen Eltern, es war toll, Wiederholungen folgen. Ich bin aktuell wesentlich entspannter als vorher. Meinem Zwergi tut das auch gut, so zumindest mein Eindruck.

„Extrem stolz auf meinen dicken Fisch“ - wo lest ihr das raus?
Natürlich bin ich stolz auf ihn, dass er beruflich erfolgreich seinen Weg geht, aber wer ist nicht stolz auf seinen Partner? Ob er nun mehr oder weniger verdient, ist mir egal, ob ihr es glaubt oder nicht.
Wo lest ihr einen hohen Lebensstandard raus? Weil ich sagte „Fernreisen, etc.“? Hmm, muss man dazu so viel verdienen? Ich denke nicht. Selbst auf die Malediven kommt man mittlerweile für unter 2000.-. Das kann sich, wenn gewollt, fast jeder ersparen.
Wir pflegen einen normalen Lebensstil, weder abgehoben noch sonst was.

Vereinbart war, dass mein Mann früher nach Hause kommt und im Anschluss, wenn unser Baby im Bett ist, noch weiter arbeitet.
Ist nicht passiert.

Und nein, wir wollten unser Baby gleichermaßen. Auch wenn sich das hier offenbar niemand vorstellen kann. Ich habe ihn nicht bedrängt o.ä.!
 
  • #131
Ja, ich war nun bei meinen Eltern, es war toll, Wiederholungen folgen. Ich bin aktuell wesentlich entspannter als vorher. Meinem Zwergi tut das auch gut, so zumindest mein Eindruck.

Das klingt doch gut, en erster Schritt.

Und jetzt setzt Ihr beide Euch miteinander hin, und schaut wie Ihr das Elternsein zusammen hinbekommt.
Das muss man erst lernen, da seid Ihr dabei.

Und die Fragestellungen sind klar
- Zeiten mit der Kleinen, als Eltern und jeder mal alleine.
- Paarzeiten, die nicht untergehen dürfen
- Zeit für sich, das gilt für Euch beide
Und nachjustieren bei der Rollenverteilung, dass es für beide machbar ist.

Randbemerkung - es gibt genügend Posts, die Dir nicht den "dicken Fisch" oder den einseitigen Kinderwunsch unterstellen.
Also nicht immer angegriffen fühlen.
Dass manches für Euch beide leichter ist, ist aber doch verständlich, und es ist kein Vorwurf an Dich
Ein Paar im unteren Einkommensbereich oder ein AE-Elternteil hat nicht die gleichen Lösungsoptionen, das ist Fakt.
Und mit diesen Lösungsoptionen kann man arbeiten.
Genauso, wie Du das Glück hast, Eltern zu haben, die für Dich da sind.

Ihr bekommt es schon hin, es ist auch immer eine Chance für ein Paar, wie man sich miteinander in herausfordernden Zeiten entwickelt.
Das kann Partnerschaften tragfähig und stark machen, oder lässt sie auseinander brechen.

Also macht etwas Gutes daraus.
 
  • #132
Ich hatte ein 30-Wochen-Frühchen, das "groß und kräftig war" - gegen die 500-Gramm-Babys, klar.
Weil er ins Kinder-KH überstellt wurde, fuhr ich 2, 3 Stunden nach der Geburt heim und gleich danach zu ihm in die Klinik, känguruhn.
Seine Zeit im Inkubator war sehr kurz, weil ich eine Lungenreifungsinjektion erhalten hatte, und so durfte ich ihn sehr rasch mit nach Hause nehmen (damals noch meine Studenten-WG)
Er war temperaturinstabil, musste regelmäßig durchgespült werden, um den Bilirubinwert runterzukriegen, was bedeutete: jede Stunde abpumpen, einige Tropfen mit der Pipette einträufeln, danach schlief er kurz ein, weil ihn das Schlucken derart anstrengte. Immer bei mir im Tuch mit Babywärmflasche, Handschuhen und Mützchen, weil er trotz Körperkontakt so leicht auskühlte.
Starke Koliken über Wochen wie jedes Frühchen.
Die überschüssige Milch wurde anderen Frühgeborenen verabreicht.
Täglich ins Kinder-KH, um den Bilirubinwert zu überprüfen.

Ich dachte damals immer wieder, ich überlebe das nicht und konnte, ganz ehrlich, in 2 finsteren Momenten kurz sogar Mütter verstehen, die gewalttätig werden.
Ich hatte keine Großeltern, meine Mutter sagte mir: "Wenn er 14 ist, wird es leichter...", völliger Nonsens, es wird sehr früh um vieles leichter.
Und ich war frei von Perfektion, was Haushalt anbelangt. Wäsche nicht gebügelt, Hundehaare überall, Windeltonne nicht täglich entleert - na, und?
Generell ist es sehr wohl so, dass man an seinen Aufgaben wächst.
Und dass die Synchronisierung der Lebensrhythmen gerade beim ersten Kind Zeit braucht.
Mein Zweiter war dann ein reifes Baby, das gleich zu Beginn so lange durchschlief, dass ich mich manchmal kaum ins Zimmer wagte, aus Angst, er könnte gestorben sein
Also, nur Mut, bald wird es leichter und dein Baby wird öfter und länger schlafen.
Was du derzeit durchmachst, kennen die allermeisten Mütter und wachsen daran, wie auch viele Väter.

w, 51, Söhne, 25 und 23
 
  • #133
Ja, ich war nun bei meinen Eltern, es war toll, Wiederholungen folgen. Ich bin aktuell wesentlich entspannter als vorher. Meinem Zwergi tut das auch gut, so zumindest mein Eindruck.
Das ist doch schonmal super. Dann haben die Tipps hier ja bereits was genützt.

Weil vor irgendwelchen Weitreichenden Entscheidungen ist es sinnvoller, die Akutphase zu meistern.

Vereinbart war, dass mein Mann früher nach Hause kommt und im Anschluss, wenn unser Baby im Bett ist, noch weiter arbeitet.
Ist nicht passiert.

Ok, schonmal nicht allzu schlecht. Also keine Aufteilung 50:50 wo er sich komplett nicht daran hält, sondern 2 Stunden investiert er. Ich finde dem Post von Lionne69 ist nichts anzufügen.

Und der Zwerg wird ja mit jedem Tag grösser, es wird einfacher.

Und solltest Du nach dieser Akutphase noch immer gehen wollen, beendet ist eine Beziehung schnell. Aber ich schätze, das Thema ist wohl vorerst abgehakt.


„Extrem stolz auf meinen dicken Fisch“ - wo lest ihr das raus?
Natürlich bin ich stolz auf ihn, dass er beruflich erfolgreich seinen Weg geht, aber wer ist nicht stolz auf seinen Partner?

Du beantwortest es sogleich selber :) Normaler Lebensstandard ist ein weiter Begriff. Du hast verhältnismässigviele Optionen, Dir zu helfen. Nutz die. Der Kurzurlaub bei deinen Eltern hat ja bereits viel zur Entspannung beigetragen, also, weiter in die Richtung, dann kommt das gut!
 
  • #134
Bei uns war ich nachts immer für Babies zuständig , einfach weil ich gestillt habe , und diese nur mit der Brust getröstet werden konnten. Das zweite Kind habe ich gleich mit uns im Bett schlafen lassen , da habe ich auch super schlafen können. Als das 2te Kind geboren wurde, kümmerte sich mein Mann nachts um unsere ältere und ich ums Baby. Das war kein Problem.
 
  • #135
Ach ja - einmal wöchentlich kam eine Putzfrau zu uns für 3 Stunden. Wir waren keine Führungskräfte , konnten es uns aber trotzdem leisten. Ich würde es stark empfehlen.
 
  • #136
Es klingt so, als ob ihr beide überrascht seid von der Realität eines Babies, was allerdings allen so geht.
Klar kann er es sich leichter machen und aus der Sache heraushalten, "hochrangige Führungskraft" klingt ein wenig komisch, aber bitte. Jeder, aber auch wirklich jeder kann sich Elternzeit nehmen.
Vielleicht hat dir das vorher gut gefallen, aber jetzt weniger?
Denk einmal dran, was alleinerziehende Mütter machen, die keinerlei Unterstützung haben - die machen genau das Gleiche, allerdings ohne Wut auf einen Partner, weil nämlich keiner da ist.
Es sind klare Worte und eine Aussprache angesagt, bevor das ganze eskaliert, Erwartungen abgesteckt, und für die Aussage "das habe ich mir aber anders vorgestellt" ist es jetzt zu spät.
 
T

ThePinkLady

Gast
  • #137
Lass dich bitte nicht von einigen "üblichen Verdächtigen" niedermachen, schade, dass die Moderation Gruppenmobbing und sinnlose Gehässigkeiten viel zu oft freischaltet.

Setz deinem Mann die Pistole auf die Brust. Nimm dir eine Babysitterin und eine Putzfrau und wenn der feine Herr Zicken macht, dann erinnere ihn mal daran, wie das ist mit der Zugewinngemeinschaft, den drei Jahren Unterhaltspflicht ( auch für dich) und auch mit der mit Sicherheit bessere Steuerklasse, die weder sein Verdienst ist und daran, wieviel er im Falle einer Scheidung - nicht nur, aber vor allem monetär- verliert. Die meisten Herrschaften werden dann ganz schnell wieder zahm.

Die Geschichten einiger Frauen, die sich als alleinerziehende, aufopferungsvolle Supermuttis und gleichzeitig Vollzeitarbeitende ohne jegliche Hilfe bei irgendwas stilisieren, solltest du auch nicht sonderlich ernst nehmen- jeder Mensch bekommt Unterstützung und auch die wackere Alleinerziehende kann sich körperlich nunmal nicht teilen.
Die Ratschläge, die solltest einfach dauerhaft auf Schlaf verzichten und dich einfach nicht so anstellen, sind gefährlich und grob fahrlässig- genau diese Sorte Frau ist es, die irgendwann durchdreht und zu einer Gefahr für ihr Kind und ihre Umwelt wird.

Nur Mut, liebe FS, lass dir weder vom Forum noch von deinem Mann die Butter vom Brot nehmen.
 
M

moobesa

Gast
  • #138
Nur Mut, liebe FS, lass dir weder vom Forum noch von deinem Mann die Butter vom Brot nehmen.
Wieso von ihrem Mann? Wieso wird er hier eigentlich als de facto Feind dargestellt? Der Mann der FS hat einen schwierigen Job mit hoher Verantwortung und entsprechenden Risiken, auch wirtschaftlichen. Und dann wird es hier auch noch begrüßt, wenn sie sich, zumindest rein örtlich, von ihm distanziert. Unglaublich.
So eine Aufteilung der Aufgabenausübung war früher deutlich weiter verbreitet und es ist deswegen niemand gleich durchgedreht. Auch sind keine psychischen Langzeitschäden der Kinder ALLEIN wegen dieser Aufgabenteilung bekannt. Und wenn die FS verständlicherweise nicht arbeiten geht, braucht sie auch keine Putzfrau. Ja, ich finde, der FS wird mittlerweile zu sehr zugesprochen hier.
 
  • #139
Liebe Fs,
in einer Ehe bzw. Beziehung will man Probleme gemeinsam lösen. Er hat einen Vorschlag gemacht. Du sprichst an, was Du Dir wünscht. Dann sucht ihr eine gemeinsame Lösung und wenn es dringend ist, dann setze Deine Lösung bald um.

Die "ich lass mich scheiden"-Karte ist einfach nur eine Nötigung. Eine Beziehung funktioniert sicher nicht harmonisch, wenn die Partner sich gegenseitig nötigen.

... und wenn der feine Herr Zicken macht, dann erinnere ihn mal daran, wie das ist mit der Zugewinngemeinschaft, den drei Jahren Unterhaltspflicht ( auch für dich) und auch mit der mit Sicherheit bessere Steuerklasse, die weder sein Verdienst ist und daran, wieviel er im Falle einer Scheidung - nicht nur, aber vor allem monetär- verliert.

Genau. Viel Wertschätzung für den Mann zeigen und ihm mit dem finanziellen Ruin drohen. Nach dieser Ansage bleibt der Mann wirklich gerne mit der Frau aus Liebe zusammen. (Ironie!)

Von solchen Kommunikationstechniken rate ich Dir dringend ab, wenn man möglichst lange Zeit eine gute Beziehung haben will. Nach einer solch versuchten Nötigung würdest Du nicht mehr auf eine partnerschaftliche, liebevolle Basis kommen. Die Probleme müssen schon sehr eskaliert sein, wenn man die Scheidungskarte spielt. Da steht die Ehe vor dem Scheitern.

Setz deinem Mann die Pistole auf die Brust. Nimm dir eine Babysitterin und eine Putzfrau

... offensichtlich überlesen, dass die Fs Hilfe
von Fremden ablehnt
 
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