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  • #1

Gegensätze ziehen sich an ?

Hallo liebe Leute !

mich würden eure praktischen Erfahrungen interessieren: Können Beziehungen gutgehen, wenn man in bestimmter Hinsicht doch recht verschieden tickt oder ist das anfangs Interessante letztlich dann der Trennungsgrund ?

Ich habe einen Mann kennengelernt, der (zumindest in seinem Job) offenbar extrem akurat , zuverlässig und penibel ist. Solche Menschen sind ja meist auch sehr ordentlich, pflichtbewusst, aktiv.

Ich bin hingegen ein bisschen chaotisch, nicht superordentlich, weiss aber Prioritäten zu setzen und auf mich ist immer Verlass.

Meint ihr, dass sowas passen kann ? Dass einer den anderen ergänzt oder auch mal wieder runterbringt vom Perfektionstrip ? Oder zerbricht man daran, dass den einen die Unordnung nervt und den anderen die Disskussionen oder hinweise darüber ?

Ich habe selbst mit einem Workaholic die Erfahrung gemacht, dass er mich wahnsinnig machte, nie entspannen und genießen konnte, immer Action brauchte und mich antreiben wollte.

Wie sind eure praktischen Erfahrungen ?
 
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  • #2
Liebe W,

nun er meinte dass ich nicht passe.
Anderseits war das alles sehr widersprüchlich denn er wollte auf gar keinen Fall eine Frau aus demselben Beruf und auf derselben Stufe wie er !
Mir wäre das logischer vorgekommen: Anwalt zu Anwalt, Schwert zu Schwert, usw. wenn man totale Gleichheit haben muss.

Wir haben uns an der Frage mit den Gegensätzen aufgerieben.
Ich finde das eher bereichernd, er fand es sei ihm zu anstrengend.
Ich finde man muss den anderen so nehmen. Ist er Frühaufsteher ist das hart denn ich bin es nicht, aber trennt uns das wirklich ?

Beispiel. Er kocht und schneidet Gemüse auf der Platte. Alle 2 Minuten säubert er
die Platte mit einem Lappen und spült das Messer. Nicht mal während des Essens darf was herum stehen. Immer muss es aussehen wie im Küchenkatalog. Ich fand das eher zu ordentlich. Bei mir sieht es nach dem Kochen auch so aus. Ich esse. Dann erst räume ich auf.
 
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  • #3
Absolut. Es ist mal was Neues und erweitert den Horizont, mit etwas "zurechtzukommen", das einem absolut fremd ist. Mein Partner und ich sind wie Tag und Nacht. Aber das finden wir auch so toll.
 
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  • #4
Ich denke, das kommt ganz auf die Beteiligten und die Art der Gegensätze an. Persönlich habe ich gute Erfahrungen damit gemacht. Mein Partner war etwas chaotisch, er hatte die Neigung, Kleinigkeiten zu vergessen oder nicht so wichtig zu nehmen und manche Dinge auf die lange Bank zu schieben. Ich hingegen habe einen Blick für Details, vergesse nur sehr selten etwas und bin oft regelrecht pedantisch. Er war ein optimistischer Idealist, der sich gerne von Emotionen leiten ließ, während ich eher Realist bin und zu einem rationalen Zugang neige, mit einem eher kühlen Naturell ausgestattet. Er war jemand, der in einer Beziehung nach Nähe und einem gemeinsamen Nest suchte, während ich unabhängiger war und immer schon eine gewisse Rastlosigkeit fühlte.

Ich habe den Eindruck, dass wir einander ergänzten und aufeinander auch einen positiven Einfluss hatten. Wenn er etwas verschusselte, könnte ich es durch mein gutes Gedächtnis und meine Umsicht ausgleichen, wenn ich mich in Details verbiss, konnte er mich dazu bringen, mich zu entspannen und Kleinigkeiten nicht so wichtig zu nehmen. Er wurde ordentlicher, ich entwickelte eine gewisse Nachsicht. An meiner Seite wurden seine Träume und Ziele realistischer, er entwickelte mehr Ehrgeiz und gewann mehr Struktur. An seiner Seite wurde ich etwas freundlicher, wärmer und weniger nachtragend, und ich entwickelte mehr Wertschätzung für Gefühle. Wenn er ein Tief hatte, fing ich ihn auf, wenn er ein Hoch hatte, nahm er mich auf seinen Höhenritt mit. Er gewann an geistiger Unabhängigkeit, ich verlor etwas von meiner Rastlosigkeit. Wir taten einander gut und dieser Effekt hält an, auch wenn wir nach sieben gemeinsamen Jahren zu der Feststellung kommen mussten, dass wir uns in anderen Dingen auseinander entwickelt hatten.

Meiner Ansicht nach braucht es Wertschätzung für die Eigenheiten des anderen, damit es funktioniert. Ja, ich war manchmal genervt davon, wenn er Dinge herumliegen ließ, aber in den meisten Punkten mochte ich seine chaotische Art und das ließ mich nachsichtiger gegenüber diesen Auswüchsen werden. Umgekehrt mochte er auch meine Art, und deswegen bemühte er sich, die weniger positiven Aspekte seiner chaotischen Ader nicht zu sehr ausufern zu lassen. Wenn man hingegen die Andersartigkeit des Partners nicht vorwiegend charmant, sondern zumeist bloß nervtötend findet und ändern möchte, wird die Beziehung einer starken Belastungsprobe ausgesetzt. Man sollte sich realistisch fragen, ob man eine Eigenheit auch nach Jahren noch liebenswert finden könnte, oder sie gerade nur aufgrund akuter Verliebtheit erträgt.

26, w
 
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  • #5
Ich bin so ein Mann, der in seinem Job ziemlich ordentlich und pflichtbewußt ist und ich mag Frauen, die eher etwas chaotisch und weniger perfektionistisch sind als ich.

Also ja, Gegensätze ziehen sich m.M. durchaus an. Man sollte nur bei den Werten auf der selben Wellenlänge liegen und offen sein, dann kann das sehr gut funktionieren. Im Idealfall gleicht man sich dann gegenseitig aus bzw. ergänzt sich. Der "Ordentliche" bringt etwas Ruhe/Ordnung in das Chaos des Anderen, der "Chaotische" lockert den (zu) ernsten Alltag des Anderen etwas auf. Man lernt voneinander und es wird nicht langweilig.
 
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  • #6
Hallo liebe Leute !

mich würden eure praktischen Erfahrungen interessieren: Können Beziehungen gutgehen, wenn man in bestimmter Hinsicht doch recht verschieden tickt oder ist das anfangs Interessante letztlich dann der Trennungsgrund ?


Wie sind eure praktischen Erfahrungen ?

Große Unterschiede gehen bei mir (m) gar nicht, zumindest was die sogenannten Charakterzüge oder das allgemeine Wesen wie Ordnung, Einstellung zu allem überhaupt angeht.

Die sogenannte "Verliebtheitsphase" übersteht das natürlich, da ist man immer großzügig, aber wenn mal ernster Alltag einkehrt, muß das irgendwie gleichartig passen weil es ansonsten natürlich wegen eigentlich sinnlosen Kleinigkeiten dann Reibereien gibt und weil z.B. bei mir dann noch erschwerend eine extreme Harmoniesucht dazukommt, geht da wie gesagt nur relativ gleichartiges Gebaren.

Etwas anderes ist das Umfeld, also Beruf, Familie Freunde usw. da gehen "Gegensätze" leicht zu überbrücken, was einem da nicht paßt, muß man sich ja nicht antuen. Im zweisam-privaten Bereich jedenfalls ist eher gleichartiges Ticken angesagt.

Kenne übrigens auch kein Paar, wo Unterschiedlichkeit im Wesen zu langfristiger Partnerschaft geführt hat.
 
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  • #7
w, 50:

ich empfinde Wesensunterschiede als durchaus bereichernd, sprich einer ist lebhaft, der andere ruhig, einer ordentlicher, einer chaotisch. Allerdings müssen für mich gemeinsame Ziele und Einstellungen passen - denn das auf Dauer unter einen Hut zu bringen, finde ich schwierig, also z.B.
- einer sehr sportlich, einer faul
- einer Vegie, der andere isst nur gut-bürgerlich
- einer will nur Urlaub auf Balkonien, der andere in Südostasien oder Afrika

denn das führt dazu, dass man (erfahrungsgemäss) Freizeit und Urlaub eigentlich immer alleine verbringt, und das kanns nicht sein, dann brauche ich gar keine Beziehung.
Muss man im Einzelfall sicher ausprobieren.
 
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  • #8
Liebe FS,

das ist natürlich sehr subjektiv und jeder empfindet Gegensätze anders.

Meiner Meinung nach, sind Gegensätze in einer Partnerschaft gut, sofern sie sich ergänzen. Ich bin auch eher chaotisch, fantasievoll, hitzköpfig etc. mein Partner eher ordentlich, anayltisch, ruhig. Das äußert sich im Zusammenleben dann darin, dass ich besser bin bei kreativen Dingen: Kochen, Dekorieren, Ideen zum Weggehen/Reisen etc. Mein Partner ist ordentlicher, handwerklich begabter, bringt mehr Struktur in unser Leben rein und sorgt für die notwendige Ruhe :). Wir bereichern uns oft.

In vielen wichtigen Dingen/ Einstellungen, die das Zusammenleben einer Partnerschaft prägen und die Zukunft bestimmen, sind wir uns aber sehr ähnlich: Emotionalität, Nähe-Distanz, Kommunikation, Vorstellungen über Zukunft/Werte/Kinder etc.

Ich denke letzteres ist sehr wichtig. Wenn in wichtigen Dingen eine Diskrepanz gegeben wäre, stelle ich es mir schwierig vor, eine Beziehung lange aufrecht zu halten.

Dir alles Gute!
w,32
 
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  • #10
Liebe FS,
meine praktische Erfahrung ist: Scheidung nach 20 Jahren - mit den Jahren bin ich einfach zu ungeduldig geworden, konnte es nicht mehr aushalten. Eine Annäherung fand nicht statt. Diese müssen beide wollen und dann auch können. Ich bin die strebsame Perfektionistin, er war der antriebsarme Luschi, der überall Chaos verursachte.
Ü40 zeigen sich die ersten Abnutzungserscheinungen: die Anfordreungen im Job werden mehr, einfacher wird alles nicht, ich brauchte mehr Zeit für Sport und Entspannung um in Balance zu bleiben - geht nicht, wenn einer bei jedem Schritt und Tritt rummüllt.
Erst hatte ich es im Dialog versucht, ihm etwas Ordnung beizubringen (Altpapier abends in den Keller, Wäsche in den Wäschekorb etc) - Null Effekt. Also habe ich alles selber gemacht. Irgendwann reichten die Kräfte nicht mehr. Ich hatte keine Freude mehr an dem wunderschönen zuhause, es war nur noch Arbeitsbelastung für mich. Mein Kopf brauchte zuhause Ruhe und Ornung, um sich von einem anstrengenden Job zu erholen.
Die letzten Jahre waren nicht mehr schön, nur Gereiztheiten auf beiden Seiten. Insofern rate ich davon ab, zumal Du selber mit dem Modell schon schlechte Erfahrungen gemacht hast. Das spricht für eine gewissen Mangel an Anpassungsfähigkeit auch bei Dir.
 
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  • #11
Gegensätze ziehen sich dann zwischen Frau und Mann an wenn man die Leidenschaftliche und sexuelle Anziehung meint.

Das Wort anziehen spricht nur das weibliche und den männliche Wesen an.

Für die Harmonische Seite einer Beziehung sind Gegensätze Gift..

Gegensätze liegen da nicht im Einklang und werden früher oder später immer mehr Konflikte mit sich bringen. Hier sind Mehrheitlich "Gleichsätze" und Gemeinsamkeiten gefragt die nicht im Gegensatz zueinander stehen.

m47
 
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  • #12
Mich zieht auch eine Frau an obwohl sie ein totaler Gegensatz zu mir ist.

Für eine Beziehung würde es aber nicht passen.

m44
 
  • #13
Kommt darauf an wie sie gelagert sind. Wenn einer gern Urlaube Plant und der andere gern in Urlaub fährt aber kein Händchen hat fürs planen, ist es ein Gegensatz, der sich ergänzt.
Wenn einer keinen Alkohol trinkt, keine Drogen nimmt und nicht jede Woche mit jemanden anderen ins Bett steigt wir er wohl mit einer Person deren Lebensinhalt genau daraus besteht, nicht glücklich werden.
 
  • #14
Meint ihr, dass sowas passen kann ? Dass einer den anderen ergänzt oder auch mal wieder runterbringt vom Perfektionstrip ? Oder zerbricht man daran, dass den einen die Unordnung nervt und den anderen die Disskussionen oder hinweise darüber
?

Ja, ich denke das geht. Aber nur wenn keiner versucht den anderen grundsätzlich zu verändern. Das geht dann schief. Wenn er Dich in Deiner etwas Chaotischen Art annimmt, und Du ihm seine Genauigkeit lässt ist alles Gut.

Und ich denke dass man ähnliche Werte haben sollte, die Temperamente aber dürfen durchaus unterschiedlich sein. Dann wird man als Team noch besser.

Mit die besten Paare die ich kenne sind keine Klone sondern Menschen die sich ergänzen- und dies auch so sehen und annehmen.

Also, Generell ja, es kommt auch hier wieder sehr auf die beteiligten Personen an.
 
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  • #15
Ganz klares Nein! Leider Gottes interessieren sich ausschliesslich Herren für mich (oder meine Optik), deren Lebensinhalt darin besteht sich zu betrinken und Fussball zu gucken. An mir finden sie natürlich meinen moderaten Lebensstil mit ein wenig Alkohol zu bestimmten Anlässen toll. Passive Langweiler finden meine Vorschläge auch immer super....ich möchte nicht die ganze Beziehungsarbeit auf mich nehmen, weil die Herren es nicht können oder wollen....mir egal. Ich suche keinen Komplementärpartner, sondern einen gleichgesinnten Menschen. Dafür bin ich allerdings auch bereit, länger zu suchen. Bei mir entwickeln sich zudem ganz schnell Hass und Aggressionen, wenn ich länger mit so einem Menschen zu tun habe. Das möchte ich mir und den Herren nicht antun. Die sollen sich dann auch besser an ihresgleichen halten. Komischerweise finden sie passende Frauen aber nicht ansprechend!
 
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  • #16
Mich ziehen in bestimmten Punkten auch gegensätzliche Eigenschaften an bzw. finde ich diese beim anderen Geschlecht ganz einfach attraktiv. Tendentiell sind das jene Dinge, bei denen ich selbst so meine Schwächen habe, und es ist toll, wenn sich diese Schwächen in einer Beziehung dann ausgleichen - wenn die Stärken des einen, die Schwächen des anderen sind und umgekehrt. Passen muß es "nur" bei Wertevorstellungen, Idealen, Lebenseinstellungen. Diese wiederum können aber auch dann übereinstimmen, wenn man sonst ein sehr unterschiedliches Wesen hat (z.B. unterschiedliches Temperament).

Wenn man (wie scheinbar #14) selbst so gar keine Schwächen hat, sind Gegensätze aber natürlich nichts ;-).

m, 34
 
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  • #17
Ich denke, dass man da keine allgemeine Aussage machen kann. Wenn zwei Menschen im Job ganz unterschiedlich sind, wie es die FS beschreibt, hätte ich jedenfalls keine Mühe.

Auch zwei unterschiedliche Charakteren können sich durchaus gut ergänzen. Entscheidend ist schluessendlich immer, was Mann oder Frau für Ansprüche an einen Partner hat. Wenn jemand, der introvertiert ist, etwa jemanden extrovertierten und umgekehrt sucht, kann das gut funktionieren.

Wenn ich aber einen Partner suche, der ähnlich wie ich selber bin, kann es mit den Gegensätzen nicht funktionieren.
 
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  • #18
Optisch sollte die Frau von mir gerne genau das Gegenteil sein.
Ich blond(silber ;-)) kurze Haare, Sie lange dunkle Mähne … als Beispiel.
Keine Frau aus dem beruflichem Umfeld … nie wieder …. wird schnell Langweilig.

Die Wellenlänge, Lebensziele, Werte, Wünsche usw. sollten passen. Sonst gibt es zu viele Reibungspunkte. Deswegen schaue ich mir die Frauen auch etwas genauer an mittlerweile.

Ich bin sehr ordentlich und meine beiden letzten Partnerinnen waren komplett unterschiedlich.
Die eine auch sehr ordentlich, gleicher Beruf. Bei uns konnten alle Leute spontan vorbei kommen. Die Andere war ein wandelndes Chaos. Da ich aber sehr offen war, habe ich über ihre „Macken“ hinweggesehen und es war echt eine lustige Zeit mit ihr. Da ich aber Familie (Kinder) wollte passte es dann eben doch nicht, denn sie wollte keine. Schade!
 
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  • #19
Es kommt meiner Meinung nach darauf an, in welchem Bereich die Unterschiede bestehen. Ist der eine Part ruhig, der andere lebhaft, können beide das als angenehm und ausgleichend empfinden. In anderen Bereichen kann es problematisch werden.

Ich bin ein sehr ordentlicher Mensch und hatte mal einen Partner, der - um es direkt zu sagen - schlampig war. Es ließ alles herumliegen, Geschirr stapelte sich ungewaschen in der Küche, zum putzen hatte er keine Lust. Nein, das ging gar nicht und war ein ständiger Streitpunkt zwischen uns.

Letzendlich habe ich mich getrennt, weil es mir einfach zu anstrengend war.
 
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