• #1

Geht das: An der Arbeit "Schwein", privat "Mensch"?

In manchen Bereichen der Privatwirtschaft sind der Druck und die Unmenschlichkeit hoch: Leistung bringen, Leistungsdruck, Angst, Rücksichtslosigkeit, emotionale Kälte, Egoismus kennzeichnen den Umgang mit/unter Kollegen, Geschäftspartnern, Untergebenen, Vorgesetzten. Ich habe das Glück, in einem Bereich zu arbeiten, in dem das nicht so ist, aber ich bekomme es immer wieder von Anderen mit, wie schlimm sie das zum Teil erleben. Wie geht ihr damit um? Könnt ihr das im Privatleben abschalten, als privat „Mensch“ sein? Glaubt Ihr, dass Ihr vor diesem Hintergrund Partnerschaft leben könnt(et)? Wollt Ihr aussteigen oder seid Ihr bereits ausgestiegen?
 
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  • #2
Ja, man kann beides, vorausgesetzt, man ist menschlich kein Schwein! Jobgesetzmäßigkeiten fordern nunmal andere Verhaltensweisen als das "normale" Leben! Man muss sich nur bewusst sein, wie man sich verhält und wie das draußen ankommt. Wer kämpfen muss, muss ich auch mal wie ein Schwein verhalten - bist du nicht der Erste, sind es nunmal andere. Der Überlebenskampf ist härter geworden! Da nützt dir reines Mensch-Sein nichts, aber die Kombination machts aus - denn auf der anderen Seite stehen auch Menschen. Also immer abwägen und ausprobieren! Und wer eine konstruktive und ehrliche Partner(in) an seiner Seite weiß, der kann sich sicher sein, dass das Menschliche nicht zu kurz kommt!
 
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Berliner30

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  • #3
Ja das geht und das zeichnet eigentlich auch einige aus. Allerdings kann man beruflich nicht dauerhaft der Böse sein, irgendwann geht man vorzeitig in Rente, man kann es ja dann auch.
 
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  • #4
Da ich bei einer Tageszeitung arbeite, habe ich Einblick in zahlreiche Bereiche. Und ich muss der Fragestellerin zustimmen: In der Krankenhaus-Fabrik, in der Polizei-Direktion, in der Kreis- oder Stadtverwaltung und auch in meinem Pressehaus ist inzwischen eine solche Ellenbogen-Mentalität eingetreten, dass man schreien könnte. Ich will da nicht mitmachen. Eine Karriere brauche ich nicht mehr, und oben ist die Luft sowieso sehr dünn. Ob die sogenannten Manager oder Geschäftsführer glücklich sind, wage ich zu bezweifeln. Nun kenne ich auch einige Manager privat, und streckenweise muss man denen in den Hintern treten, damit sie menschlich werden. In dieser Richtung sind sie auch noch ziemlich dämlich. Aber es ist so, dass viele unter dem Leistungsdruck sehr leiden. Nicht umsonst bekommen viele Männer frühzeitig graue Haare oder Haar-Ausfall. Für uns Frauen gibt's zum Glück Tünche. Meine ist blond, aber sie macht nicht blöde. 7E1FB12A
 
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  • #5
Ich war 23 jahre mit einem sehr erfolgreichen Unternehmer verheiratet. Er lernte im Laufe seines Berufslebens, dass man sehr hart sein muß, um in der Wirtschaft bestehen zu können und vor allem, soo groß zu werden. Die Konkurrenz war brutal.
Sicher versuchte er Job/privat zu trennen, mußte im Job aber seine große Sensibilität verdrängen.
In diesen Jahren war durchaus eine Veränderung zur "Härte" bei ihm zu beobachten, auch den Kindern gegenüber, die nicht schön war. Sicher hatte er noch seine sensiblen Momente zu Hause. Wer sich jedoch täglich im Job neu beweisen muss, überträgt das irgendwann zwangsweise ins Privatleben. Die Nervliche Anspannung sorgte schon manchmal für Aggressivität, die schließlich irgendwo herausmusste...Als ich am Ende wegen einer Affaire die Scheidung einreichte, lernte ich ihn von der Seite kennen, die mit brutaler Macht über Leichen geht.
 
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  • #6
Ich denke nicht, dass das möglich ist. Wer seine Mitarbeiter nicht als Menschen sehen und dementsprechend behandeln kann, der schafft das auch nicht im Privatleben - und umgekehrt. Ist reine Charaktersache.
 
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  • #7
@4: du hattest du Affaire? Dann brauchst du dich nicht zu wundern, wenn er diese Seite gezeigt hat! Und wenn du ehrlich bist, hast du auch nichts anderes erwartet - oder soll ich sagen verdient? Ich will hier nicht den Moralapostel dir gegenüber spielen, doch auch völlig verständlich, wer gewohnt ist zu kämpfen und zu gewinnen, der wird es in einer solchen Ausnahmesituation genau so tun!
 
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  • #8
In extremen Belastungssituation kommt das aus Mensch, was wirklich in ihm ist.
Wenn jemand beruflich das 'Schwein' in reinkultur gibt, dann ist etwas davon in ihm und wird sich auch privat auf die ein oder andere Weise zeigen.

Keiner ist wirklich gezwungen in diesem Hamsterrad mitzulaufen - es ist immer eine Frage der eigenen Prioritäten.

Aus eigenem Erleben und Kennen habe ich den Eindruck, dass oft Härte mit Konsequenz verwechselt wird. Es gibt tatsächlich Menschen, die mit Kompetenz und Konsequenz - ohne menschlich zum Schwein zu verkommen - beruflich viel erreicht haben
 
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  • #9
#6 von 4
NEIN ER!! Nach über einem Jahr schmerzhaftester "Duldung" reichte ich die Scheidung ein!
 
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  • #10
@8 von 6: Danke für die Info. Na dann konntest du dir auch ausmalen, dass er so reagieren würde, um seine Schäfchen ins Trockene zu bringen.
 
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  • #11
Ich denke nicht, dass es geht, habe es auch noch nie erlebt, dass jemand privat "menschlich" ist, wenn er beruflich ein "Schwein" ist. Wie jemand mit seinen Mitmenschen umgeht, ist das Resultat von Wertvorstellungen, Einstellungen, Persönlichkeit, Charakter, was auch immer, und das läßt sich nicht einfach abstreifen an der Haustüre.
Stimme #7 zu - in der Wirtschaft gibt es diese Rechtfertigungsversuche, dass man ja gezwungen sei, hart zu sein, weil sonst nicht konkurrenzfähig usw. - für mich ist das eine Ausrede, um sich bestimmten Verantwortungen nicht stellen zu müssen. Es gibt genug Unternehmer, die tagtäglich erfolgreich beweisen, dass es auch anders geht.
 
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Dirkan

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  • #12
Natürlich geht das ....

Der supertolle Mensch kann natürlich auf allen Ebenen so wie er es mag spielen, behält immer einen kühlen Kopf und trifft die richtigen Entscheidungen. Er schreit wenn es dran ist kann aber auch zärtlich flüstern.

... aber es gibt so wenige supertolle...

Meine Lebenserfahrung sagt... das fiese Mitarbeiter fiese Eltern und fiese Partner abgeben...

und Nr. 4 .. wenn man mit einem "sehr erfolgreichen Unternehmer" verheiratet ist weiß man doch das er (immer) an seinen Profit denkt!
 
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  • #13
Na, dann schaut doch mal in die Runde bei den gängigen, gehobeneren Talkrunden:

Meint ihr, ein Hundt, Rogowsky und wie sie alle heißen, sind privat die Sensibelchen?

Mal abgesehen davon: Wie wirken die denn auch euch? Würdet ihr mit denen ein Teil eurer Lebenszeit verbringen wollen?

"An den Taten soll ihr sie messen," - Ohne jetzt sakral werden zu wollen, aber da ist m.E. etwas sehr Wahres dran. Ergo: Wer sich beruflich (= den ganzen Tag = letztlich den Großteil seines Lebens) wie ein Schwein benimmt...

So "gespalten" möchte ich jedenfalls nicht agieren (müssen). Aber dafür mache ich auch keine Karriere und bekomme ergo auch keine Zuschriften.
 
  • #14
@4 wir hat hier wieder geurteilt wird. Du hast dem Mann sicher die ganzen Jahre beigestanden
und hast jedes Recht dass man fair zu Dir ist. Hat der Herr sich arm gerechnet? vermute ich mal.

w.48
 
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  • #15
Nein, das kann gar nicht funktionieren - mag sein, daß es Menschen gibt, die es eine zeitlang schaffen privat den Menschlichen zu spielen, aber so jemand kann nie eine wirklich integre Persönlichkeit haben, sonst würde er sich im beruflichen nicht wie ein Schwein benehmen. Es mag eine rauer Wind in der Wirtschaft wehen, aber man hat immer noch die Wahl sich fair zu verhalten oder über Leichen zu gehen. Und glücklicherweise gibt es auch gerade unter den Unternehmern viele, die mit absolut fairen Mitteln kämpfen. Außerdem: wer Interesse an jemandem hat, der im Beruf ein "Schwein" ist, ist auch nur auf den eigenen Vorteil bedacht: so lange er zu mir nett ist, ist mir alles andere egal. Ich für meinen Teil hätte jedenfalls kein Interesse an einem Partner, der auch eine unfaire und unehrliche Seite hat, selbst wenn ich sie nie zu spüren bekommen sollte (was ich für unwahrscheinlich halte).
 
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  • #16
Wer wirklich fachlich kompetent ist, muß im Job kein Schwein sein. Charakter hat man oder eben nicht.
W41
 
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  • #17
Nein, das geht nicht! Man kann privat nicht mit Menschen Kontakt haben, die am Arbeitsplatz Schweine sind.
 
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