• #1

Gemeinsames Wohnen mit gesamter Schwieger-Familie?

Hallo,
Kurz zum Problem: Mein Freund (beide Ende 20), mit dem ich bereits seit mehreren Jahren zusammen bin, hat eine Eigentumswohnung, die er noch ab bezahlt...im Elternhaus. Die Wohnungen sind getrennt, jedoch sind Garten, Terrasse, Garage, Keller, Flur usw. für jeden zugänglich. Im selben Haus wohnen seine Eltern, seine Geschwister und seine Großeltern (alle jeweils in einer eigenen Wohnung).
Er wünscht sich von mir, dass ich zu ihm ziehe und mir sogar eine neue Arbeitsstelle in seiner Nähe suche. Er verlangt also, dass ich alles für ihn aufgebe/verändere.

Würde dann quasi von einer Elternbindung (da ich noch bei meinen Eltern wohne) in die nächste ziehen... Ich müsste hunderte Kompromisse eingehen und müsste ich in Kauf nehmen, nie selbstständig zu sein...

Ich habe aber ein sehr ungutes Gefühl, wenn ich nur daran denke, ein Leben lang mit/bei seiner Familie zu wohnen. Er hingegen kann und möchte dort nicht weg...klar...ist auch seine Familie und er kennt es nicht anders. Übrigens: meine Schwiegereltern mischen sich wirklich SEHR gerne in die Angelegenheiten anderer Leute ein und wissen natürlich auch alles besser (sehr dominante Persönlichkeiten).
Wie sind eure Erfahrungen mit diesen Wohn-Konstellationen? Kann das auf Dauer gut gehen? ...Aus Liebe seine eigenen Träume und Ideen vom Leben hinten anstellen?
 
  • #2
Das kann funktionieren, wenn die Schwiegereltern zurückhaltend und nett sind. Anscheinend sind sie das nicht. Dann gehst du ein großes Risiko ein. Es kann gut gehen, aber genauso gut eben auch nicht. Generell hat so ein Mehrgenerationenhaus auch Vorteile, viele suchen ja so eine Art des Zusammenlebens, wo man sich gegenseitig unterstützt. Ganz verteufeln würde ich das nicht. Es kommt wirklich darauf an, wie die einzelnen Personen die Grenzen wahren. Und auch, wie tolerant und geduldig du bist.
Viel Glück bei der Entscheidung.
 
  • #3
Wenn du ein ungutes Gefühl hast, dann höre darauf. Alles andere würdest du ewig bereuen. Die "richtige" Reihenfolge ist halt einmal: Selbständigkeit, berufliche Etablierung, Ehe, Kinder, zusammenwohnen. Oder so ähnlich.
Wenn du jetzt nicht umsetzt, dein Leben selbst zu gestalten, dann holst du es in 20 Jahren nach, irgendwann muß es jedenfalls sein.
Zur Wohnung:
Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten! An wen wird denn überhaupt die Abbezahlung geleistet? An seine Eltern? Warum wird das nicht in Form einer Schenkung geregelt?
Er könnte in jedem Fall die Wohnung vermieten. Man ist doch nicht durch eine Wohnung an einen Ort oder die Eltern gekettet, so ein Blödsinn.
 
  • #4
Wenn die Leute sich einmischen, geht das niemals gut. Auch, da Du Dein gesamtes Leben bislang aufgeben musst und Dir das Bedenken bereitet, ist ein Zeichen.
Ich hätte niemals so dicht mit der Ex-Schwiegermutter zusammenleben wollen, weil sie auch gern mal vergessen hat, wo die Grenze ist. Aber mein Ex wollte das auch nicht, weil auch er mit ihr aneinander geraten wäre, weil sie gern bei allen den Ton angibt.

Ich kenne ein Paar, wo auch beide weg wollten, weil sich die Eltern der Frau dauernd einmischten. Das Paar war die Wochen über auf anstrengendem Job, am WE wollten sie ausspannen, aber da rödelten die Eltern im Garten und wollten, dass mit angepackt wird.
 
  • #5
Schwieriger Konstellation und sicher nicht für jeden akzeptabel. Ich selbst bin in einem Mehrgenerationenhaus aufgewachsen und es war schrecklich. Mein Opa hat alles und jeden kontrolliert und somit meine Eltern und mich tyrannisiert. Am Ende bin ich sofort mit 18 ausgezogen, obwohl ich eine eigene Wohnung in dem Haus hatte!
Mit meinem jetzigen Ehemann lebte ich auch einige Jahre mit dem Schwiegereltern unter einem Dach und das war ohne jede Probleme. Es kann also gut allerdings klingt deine Beschreibung nicht danach. Solange du ein schlechtes Bauchgefühl hast solltest du auf keinen Fall dort einziehen.

Rede mit deinem Freund über deine Bedenken und schlage ihm vor das du eine Zeit lang zur Probe einziehst (falls das mit deiner jetzigen Arbeitsstelle vereinbar ist). Wenn du in dieser Zeit gut zurecht kommst mit der Situation spricht nicht unbedingt etwas dagegen. Wenn seine Eltern sich wirklich in alles einmischen funktioniert das Model so nicht - aber du hast guten Willen gezeigt.
 

Rosenblatt

Gesperrt
  • #6
Oh Gott...

Liebe FS, tu dir selbst den Gefallen und lauf.... lauf so schnell du kannst! Schwiegereltern, die zuviel Freizeit haben und sich in alle Angelegenheiten einmischen, bloß, um sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen, zerstören JEDE Beziehung ihrer Kinder!! Mal schneller, mal langsamer... aber stetig.
Besonders, wenn Söhnchen nicht den Arsch in der Hose hat (was bei übergriffigen Eltern kein Wunder ist), ein Machtwort gegen seine Eltern zu sprechen.

Ich habe selbst (noch) so ein Exemplar an der Backe, suche mir jedoch gerade eine eigene Wohnung und bin dann für immer weg.

Eltern haben große Macht über ihre Kinder, wenn sie es WOLLEN! Und manche sind so asozial und nutzen es aus. Mein Schwiegermonster erpresst zum Beispiel ihren Sohn. Sie droht, ihn zu enterben, wenn er (40) sich tätowieren lässt.... im Ernst. Und er findet das auch noch toll und prahlt damit herum. Ich könnte jedes Mal im Boden versinken vor Scham. Meine Mutter hat mir beigebracht, selbst über meinen Körper entscheiden zu können.
LAUF!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #7
Liebe FS,
wenn Du entfernungsbedingt den Job nicht wechseln musst und willst, dann probier' es doch einfach für ein Jahr aus, in der Konstellation mit ihm zusammenzuleben. Du kannst Deine Wohnung für ein Jahr möbliert untervermieten.
Ich würde das Zusammenleben mit sich einmischenden Schwiegereltern schwierig finden. Andererseits bist Du schon seit mehr als 10 Jahren erwachsen und solltest in der Lage sein, ihnen Grenzen zu setzen.

Wenn es nicht klappt und er Dich nicht unterstützt, keine Intimsphäre für seine Partnerschaft wünscht, dann kannst du die Beziehung beenden und in Dei altes Leben zurückgehen. Ich finde es besser, sich was im Leben zu trauen durch einfaches Ausprobieren, statt jahrelang in einer aussichtslosen Fernbeziehung zu stagnieren und hinterher zu jammern, weil eine entscheidende Lebensphase mit einem untauglichen Partner verplempert wurde.

Ich persönlich müsste es nicht ausprobieren - ich weiß durch Lebenserfahrung, dass solche Männer sich nie von ihren Müttern lösen und ein selbstständiges Erwachsenenleben führen wollen. Es entspricht weder ihren Bedürfnissen noch sozialen Fähigkeiten sich ein eigenes Leben aufzubauen. Daher würde ich die Beziehung beenden, wenn ich sowas erkenne - es passt nicht zu meiner freigeistig-selbstständigen Art. Wie es um Dich und Deine Wünsche an eine Lebensform bestellt ist, solltest Du Dir dringend klarmachen.
 
A

Ares

Gast
  • #8
Er wünscht sich von mir, dass ich zu ihm ziehe und mir sogar eine neue Arbeitsstelle in seiner Nähe suche. Er verlangt also, dass ich alles für ihn aufgebe/verändere.

Er verlangt nicht, wenn er wünscht. Bis hierhin könntest Du noch überlegen, denn die Alterantive wäre vielleicht, dass er in Deine Gegend zieht.

Aber
Ich habe aber ein sehr ungutes Gefühl, wenn ich nur daran denke, ein Leben lang mit/bei seiner Familie zu wohnen.
...Schwiegereltern mischen sich wirklich SEHR gerne in die Angelegenheiten anderer Leute ein und wissen natürlich auch alles besser (sehr dominante Persönlichkeiten).
zeigt klar: auf keinen Fall ins gleiche Haus ziehen und ich würde mich sogar vor der näheren Umgebung hüten. Nicht mal auf Probe. Schau, wie er sich entwickelt, wenn er in gesundem Abstand von Mama mit Dir zusammenwohnt. Wenn er das nicht will, such Dir jemand anders.
 
  • #9
Mehrgenerationenhäuser muss man mögen!
Einige lieben dieses Leben, nie alleine, alle Lieben um einen herum!
Für mich wäre es der Horror, ich brauche meine Privatsphäre!
Ich liebe meine Eltern sehr und hole sie auch zu mir, wenn es mal soweit ist.
Bis dahin möchte ich nicht mal in der selben Straße leben.
Wenn Du schon ein schlechtes Bauchgefühl hast und bei den vielen Konsequenzen, ist das ganze schon kein Kompromiss, sondern ein Opfer!
Das geht nie gut!
Aber erwarte auch kein Opfer von ihm!
Vielleicht findet ihr ganz andere Lösungen
 
  • #10
Würde dann quasi von einer Elternbindung (da ich noch bei meinen Eltern wohne) in die nächste ziehen... Ich müsste hunderte Kompromisse eingehen und müsste ich in Kauf nehmen, nie selbstständig zu sein...

...Aus Liebe seine eigenen Träume und Ideen vom Leben hinten anstellen?
Wenn du eine eigene Wohnung haben möchtest, warum hast du dann keine? Du bist seit ungefähr 10 Jahren volljährig und hast einen Arbeitsplatz. Welchen Grund hat es, dass du dir den Traum vom alleine wohnen noch nicht erfüllt hast?

Kann es sein, dass der Vorschlag, zu ihm zu ziehen, eine willkommene Ausrede ist?
 
  • #11
Wie sieht es aus mit einer gemeinsamen neuen Wohnung in der Mitte beider Arbeitsplätze zu suchen? Seine Wohnung kann er ja vermieten.

Wie sieht es mit Essen aus, Wäsche usw. ? Das lässt er vermutlich alles machen oder? ( Was ich nicht so schlimm finde, aber komplett autak wohnen ist dann doch etwas anderes )

Ich finde schon, dass eine Wohnung im selben Haus nicht das selbe ist wie zu 100% getrennt leben, sondern eher wie ein eigenes Zimmer in der gemeinsamen WG... . Könnte er ansonsten auch den Job wechseln falls ihr wirklich zu weit entfernt wohnt?

Welchen Grund hat es, dass du dir den Traum vom alleine wohnen noch nicht erfüllt hast?
~600 € + geteilte Nebenkosten sind bei 10 Jahren 72.000 € . Und man weiß ja auch nicht wie es beruflich lief ob Studium oder ähnlich.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Ga_ui

Gast
  • #12
Meine Güte ... ! Auf gar keinen Fall! Du bist ja jetzt schon völlig abhängig, wenn du denkst, das alles tun zu MÜSSEN.

Ich würde meinem Freund den Vogel zeigen. Naja gut, vielleicht erstmal sachlich sagen, dass das so nicht geht . Einfach weil ich das nicht will und meine eigenen Prioritäten im Leben habe, wie es für MICH zu laufen hat. Er muss sich dann halt auch ein Stück weit anpassen.

Du hast das Recht NEIN zu sagen. Er nimmt sich doch das selbe Recht für sich heraus, nicht von daheim wegziehen zu wollen.

Mein Vater zog damals auch zu meiner Mutter des Geldes wegen, und damit ins Haus der Schwiegereltern und war damit ein Leben lang von den Schwiegereltern abhängig. Sie behandelten ihn mit 65 noch wie ein Kind. Fragen wie: "Warum warst du 2 Stunden weg?" Waren daheim an der Tagesordnung, wenn mein Vater einkaufen ging. Ich bekam das als kleines Kind alles mit, wie die Großeltern über meinen Vater schimpften und lästerten. Da wurde sich in alles eingemischt, sogar, wenn er eine bestimmte Sorte Brot essen wollte, und weil er sich das "Recht" der Alltäglichkeiten herausnahm: "Warum drehst du das Radio im Auto so laut, wenn du heim kommst?", "Warum hast du 50 Euro dafür ausgegeben?". "Warum hast du die Blumen falsch gepflanzt". Ehrlich, ich hätte mir ein Strick genommen.
Die standen dann halt den ganzen Mittag am Fenster und beobachteten jeder seiner Schritte. Auch nach 20, 30, 40 Jahren noch. Ich habe meinen Vater ein Leben lang bemitleidet dafür.
Und auch ich litt darunter. Im Alter wurden die die Schwiegereltern immer feindlicher und gehässiger. Das hört nie auf, sondern wird immer zerstörerischer.

Man kann einfach nicht mit so vielen Generationen unter einem Dach leben. Es ist widernatürlich und menschenfeindlich! Kein Tier in der Natur tut das!
"Die Brut" geht ein, wenn man sein Leben nach dem Geschmack seiner Erzeuger ausrichtet und dafür lebt man einfach nicht.

Ehrlich, erst mit 68 konnte mein Vater sein Leben "normal" leben, als die Schwiegereltern tot waren.
Aber manchmal muss man sich erst in die Gefahrenzone begeben, um selber daraus zu lernen.

Ich rate dir, LAUF! Lerne Unabhängigkeit, lerne NEIn zu sagen und lerne DEINE Wünsche zu vertreten, auch mit dem Risiko, dass man sich dann von dir abwendet oder dass dein Freund sich von dir trennt.
Wenn er deine Bedürfnisse nicht respektiert, sorry, dann ist das der falsche Mann, der dich nur kaputt machen will!
 
N

nachdenkliche

Gast
  • #13
Wenn ich das lese, läuft mir der kalte Schauer den Rücken runter!
Ihr zwei wart wahrscheinlich eure erste Liebe? Das ist in meinen Augen sowieso nichts für die Ewigkeit!
Und wenn Ihr das doch probieren wollt, zieht in ein gemeinsam ausgesuchtes Nest! Weg von den Eltern und der Familie! Du schreibst ja selbst, dass Dir das keine guten Gefühle bereitet!
Ihr müsst Euch von den Eltern/Familie abnabeln und Euch als eigenständiges Paar sehen, dann kann das auch mit der Familie gelingen..aber so? Ich denke eher nicht.
 
  • #14
Man kann einfach nicht mit so vielen Generationen unter einem Dach leben. Es ist widernatürlich und menschenfeindlich! Kein Tier in der Natur tut das!
Jedes Schulkind weiß, dass Menschen von jeher in Großfamilien mit mehreren Generationen gelebt haben und dass sie das noch heute in weiten Teilen der Welt und in den meisten Kulturen tun. Was daran
"widernatürlich und menschenfeindlich" sein soll, erfüllt mich, gelinde gesagt, mit Erstaunen. Was Tiere in der Natur tun, ist für Menschen nicht unbedingt ein Maßstab, würde ich vorsichtig annehmen. Übrigens leben auch viele Tiere in größeren generationenübergreifenden Verbänden.
Abgesehen von diesem Geschwurbel, liebe Fragestellerin, würde ich dir in deinem speziellen Fall zur Vorsicht raten. Ich habe ein Beispiel vor Augen, das die Vorteile und sogar das Glück eines solchen Lebens ganz klar aufzeigt, und zwar für alle der 3 Generationen. In dem Fall allerdings handelt es sich um ausgesprochen rücksichtsvolle, tolerante Menschen. Niemand mischt sich ungefragt ein. In deinem Fall könnte das anders sein.
 
Top