• #61
In einer Gesellschaft, wo jeder nur mit dem Ego handelt, wird es im Endeffekt keinem mehr gut gehen. Denn es ist eine verrohte Gesellschaft ohne Liebe. Dass Du es für normal hältst, zeigt mir, dass der shift of baseline schon sehr weit vorangeschritten ist. Für Dich ist es normal, dass die Heranwachsenden ins Ego fallen und fallengelassen werden. Wer Jugendliche und Kinder (mit 12 Jahren ist man noch Kind) so bereitwillig fallen lässt, legt ein deutliches Maß an Verrohung an den Tag. Kinder wollen keine kaputte Welt, im Gegenteil, sie wollen Grenzen und dass man die Welt und damit sie schützt. Wo Erwachsene skrupellos agieren, regt sich die Seele der Kinder noch. Nur die Erwachsenen halten das oft für lästig, wenn Kinder verwerfliches Verhalten von Erwachsenen anprangern.
Und wenn er Spass an frivolem Sex entwickelt, dann sei ihm das gegönnt. Da ist weder Gefahr noch Risiko. Es ist auch keine Gefahr oder Risiko, wenn Kinder sich nicht von Eltern missionieren lassen in ihrer Haltung.
Sag mal, wo kommt diese menschenfeindliche Haltung bei Dir her? Solange der Sohn noch nicht einmal annähernd gereift und entwickelt ist, geht es erst einmal darum, eine Sexualität in Liebe zu entwickeln. Erst dann, viele Jahre später, geht es um Frivolität. Es spricht nichts gegen Frivolität in Liebe .... irgendwann... später... und vor allem in Verbindung mit Liebe. Aber nicht bei einem Zwölfjährigen, der wahrscheinlich noch nicht einmal geküsst hat. Ein zentrales Element von Pornos ist die fehlende Liebe.
Das Risiko und die Gefahr, die Du nicht siehst oder sehen willst, ist die, dass ein Mensch, der über Pornos sexuell sozialisiert wurde, und zwar in einem Alter, wo er noch die reif dafür ist, nicht mehr zur Liebe in der Sexualität fähig ist. Er wird so keine Erfüllung finden, sondern von Trieben getäuscht werden.
 
  • #62
Ja.
Man macht es sich zu einfach, wenn man die Verantwortung mit Hinweis auf den Wert von Freiheit (oder „Frivolität“) abgibt.
 
  • #63
Allerdings ist die Chance, dass dein Sohn Pornos "falsch verstehen" könnte, bzw. für die Realität halten könnte, weder Gefahr noch Risiko.

Du glaubst, dass Bilder aus konsumierten Medien keinen Einfluss haben? Das ist doch weltfremd. Dann gäbe es fast keine Werbefotos, nur nüchterne Produktfotos, weil sowieso jeder seinen Geschmack und seine freie Meinung hat.

Ich habe neulich ein Video einer jungen, aber erwachsenen Trans-Frau gesehen, die das Ergebnis ihrer OP lobte. Sie fand die gemachte Vulva schön, weil man fast nichts sieht. Das sind heutige Schönheitsnormen, und diese kommt von den Männermagazinen (ein Bekannter nannte das Playboymuschi). Zum Teil hat das mit Zensurregeln zu tun, was man im Laden frei verkaufen darf. Davon hängt dann auch ab, was junge Leute normal und schön finden. Die älteren nicht mehr so, die haben sich ihr Bild von Frauen, Männern oder Sex schon gemacht.

Dass junge Leute heute die natürliche Behaarung des Körpers viel stärker ablehnen als die Hippies, zum Teil sogar eklig finden, ist nicht individueller Geschmack. Das kommt von den Bildern, die man ständig sieht. Modefotos, Aktfotos, Pornofilme.
 
  • #64
Du glaubst, dass Bilder aus konsumierten Medien keinen Einfluss haben?
Ich glaube, dass Pornografie weder Gefahr noch Risiko darstellt.
Steht auch klar und deutlich da.
Es gibt also keinen Grund Suggestivfragen zu stellen und darauf eine Argumentation aufbauen zu wollen.

Davon hängt dann auch ab, was junge Leute normal und schön finden
Nur dann wenn sie in einem vollkommen von der restlichen Außenwelt abgeschlossenen Vakuum leben würden, in dem es ausschließlich Pornografie gibt. Ist so aber nicht.
Von daher ist deine Vorstellung weltfremd.
Der "Geschmack und die freie Meinung" wird also nicht ausschließlich von Pornografie abhängen, sondern von all den anderen "konsumierten" Bildern (und Erfahrungen) auch.
Ich traue jungen Menschen nun mal eine gewisse Intelligenz resp. Fähigkeit zur Differenzierung zu. Bei manchen Erwachsenen scheint das irgendwann nachzulassen.

Dass junge Leute heute die natürliche Behaarung des Körpers viel stärker ablehnen als die Hippies, zum Teil sogar eklig finden
Ist das denn überhaupt der Fall.
Zunächst ist das deine Behauptung und sonst nichts weiter, dass sie es "eklig" finden würden.
Es gibt aber sicherlich immer wieder Menschen, die alles Mögliche "eklig" finden. Das ist sehr individuell.
Für alle anderen ist das Entfernen von Körperbehaarung in etwa ein Routine, die für gepflegtes Aussehen sorgen soll. In etwas wie wenn Männer sich im Gesicht rasieren.
Gesichtsbehaarung findet deshalb noch lange niemand "eklig".
Nichts Besonderes also und im Gegensatz zu den "Hippies" keine "Bewegung", die das Gegenteil von dieser "gepflegten Spiessigkeit" darstellen sollte.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #65
Ab einem bestimmten Alter kann man den Kindern auch nichts mehr "einpflanzen". Die werden dann ihren Weg gehen, ganz egal was Eltern dazu meinen.
Das ist sicherlich richtig. Jedoch wäre doch die ganze Werbung, das Marketing, die ans Unterbewusstsein gestreuten Information völlig für die Katz, wenn sie keine Wirkung erzielen würde. Es gibt den Begriff der Pornosucht. Menschen die pornosüchtig sind sagen von sich selbst, dass sie in frühen Jahren angefangen haben Pornos zu schauen... Ich bin hier weitestgehend bei den sehr guten Beiträgen von @Mon Chi Chi
Kinder wollen keine kaputte Welt, im Gegenteil, sie wollen Grenzen und dass man die Welt und damit sie schützt
Ob sie nun pauschal Grenzen wollen, sei dahin gestellt. Eine kaputte Welt wollen sie nicht - diese sehen wir jedoch allenthalben - kaputt in Form von Gewalt, wenig Liebe, verohter Sprache etc. pp.
 
  • #66
In der ARD Mediathek gibt es einen sehenswerten Beitrag, 43min, "Pornoland Deutschland", findet sich in der Rubrik Dokumentationen und Reportagen.
 
  • #68
Das Thema Mobbing im Internet wäre z.B. viel wichtiger zu besprechen, als das Thema Pornografie.
Das kann ineinander übergehen, wenn man Kinder und Jugendliche auf dem Schulhof oder per Handy mit Pornomaterial belästigt und sie dabei irgendwie runtermacht. Oder Deepfakes erstellt und online herumschickt.

Aber mach gern einen allgemeinen Thread über Mobbing im Internet auf.
 
  • #69
Ist das denn überhaupt der Fall.
Zunächst ist das deine Behauptung und sonst nichts weiter, dass sie es "eklig" finden würden.
Bisher hat niemand hier im Thread wissenschaftliche Belege verlinkt, um Behauptungen nachzuweisen und ich werde auch nicht damit anfangen.

Aber hier hast du was Interessantes zu deinem Interessensgebiet Mobbing im Internet (Drohungen gegen behaartes Model):

https://www.rnd.de/lifestyle/korperbehaarung-immer-noch-ein-tabu-PX2JO32PZVFAXM5C6MZMZB4JC4.html
 
  • #70
Das läuft ja darauf hinaus, dass der Jugenschutz völlig überflüssig ist.
Jugendschutz ist ein ziemlich weites Gebiet und bezieht sich nicht allein auf Pornografie. Von daher ist dein Satz in dieser Diskussion überflüssig.
Zudem kommt es ja doch sehr darauf an von welchem Alter man spricht. Handelt es sich um einen Sechsjährigen, oder einen frühentwickelten 12 Jährigen, der bereits seine Sexualität entdecken will und damit überhaupt erst Interesse an dieser Geschichte hat.

Ansonsten, du siehst, der/die FS ist auch groß geworden, trotz seines/ihres Konsums von Pornografie in der "Kindheit"/Jugend.
Er (ich gehe jetzt mal von einem Er aus) hat da sogar eine ganz differenzierte Meinung dazu gebildet.
Man mag es kaum glauben.
Bleibende Schäden hat er keine davon getragen. In der Entwicklung wurde er auch nicht gestört.
Ob er eine "Pornosucht" entwickelt hat, wissen wir nicht.
Ich vermute mal Nein.

Der 12 Jährige hat natürlich das gute Recht, dass er das was er da neugierig entdeckt hat obwohl es Altersbeschränkt ist, auch "eklig" finden darf.
Ist ja oft der Fall in dem Alter.
 
  • #71
Jugendschutz ist ein ziemlich weites Gebiet und bezieht sich nicht allein auf Pornografie. Von daher ist dein Satz in dieser Diskussion überflüssig.

Das ist Haarspalterei, weil es klar ist, dass ich den Jugendschutz bei Filmen meine und nicht bei Alkohol.
Ansonsten, du siehst, der/die FS ist auch groß geworden, trotz seines/ihres Konsums von Pornografie in der "Kindheit"/Jugend.
Er (ich gehe jetzt mal von einem Er aus) hat da sogar eine ganz differenzierte Meinung dazu gebildet.
Man mag es kaum glauben.
Bleibende Schäden hat er keine davon getragen
Das bezweifle ich überhaupt nicht, was soll also das "Man mag es kaum glauben."

(Das Thema Pornosucht hatte ich gar nicht erwähnt, das waren andere.)

Triggert es dich irgendwie, dass ich Pornografie für ein weites Feld halte, in dem manches schaden kann, aber längst nicht alles (hatte ich eigentlich im Lauf der Diskussion klar gestellt)?

Es ist doch fast schon paradox, dass du mir anhand von Lappalien fehlende Differenzierung vorwirfst.
 
  • #72
Ich bin hier weitestgehend bei den sehr guten Beiträgen von @Mon Chi Chi
Dankeschön. Ich habe hier in diesem Thread auch mal an Dich gedacht, weil Du in den letzten Wochen geschrieben hast, dass Du nun, da Du danach strebst, Deinen Narzissmus loszulassen (= Ego überwinden = in die Selbstliebe und somit in die Liebe zu kommen), eine andere Art von Sexualität lebtest. Du hattest es ungefähr so geschrieben: weniger Pornogerammel, mehr liebevolle Vereinigung.
Ich glaube, dass Pornografie weder Gefahr noch Risiko darstellt.
Steht auch klar und deutlich da.
Zunächst einmal stand da klar und deutlich, dass Du nicht glaubst, dass der Sohn Pornos falsch verstehen und für die Realität halten könnte.
Allerdings ist die Chance, dass dein Sohn Pornos "falsch verstehen" könnte, bzw. für die Realität halten könnte, weder Gefahr noch Risiko.
Alles, was der Mensch sieht und hört, wirkt auf ihn ein, auch wenn er es nicht bewusst merkt. Sonst würde - wie es Danielle schon gesagt hat - Werbung nicht wirken, sonst würde uns Kunst nicht ansprechen, sonst würden wir keine Prägungen entwickeln, die unser Umfeld an uns herangetragen hat.
Nun gut, Du, Schnuppe, hast Deine Aussage selbst modifiziert und hast gesagt, dass "Pornografie weder Gefahr noch Risiko darstelle". Das ist falsch in dieser Pauschalität. Pornosucht wird durch Pornografie ausgelöst. Selbst bei erwachsenen Individuuen, die erst später damit angefangen haben, kann sich eine Sucht entwickeln. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich durch Pornokonsum der Schweifkern im Gehirn verkleinert. Dass die Auswirkungen auf das Gehirn bei Heranwachsenden noch gravierender sind, Stichwort Präfrontaler Kortex, ist stringent. Man vergleiche die Wirkung von anderen Drogen auf heranwachsende Gehirne: Marihuana, was von manchen Leuten im mittleren Alter als harmlos betrachtet wird, richtet bei Jugendlichen ungleich höheren Schaden an als bei Erwachsenen, schon beim Erstkonsum kann eine Psychose entstehen.
Und wenn Du nun den Vater GröKaz als Beispiel heranziehst, dass aus ihm ja trotzdem etwas geworden wäre, dann hinkt der Vergleich: So, wie Marihuana zur Jugendzeit von GröKaz fünf Mal weniger THC enthielt als heutzutage, waren Pornos nicht so brutal wie heute.
 
  • #73
Ich finde die Aussage, dass es toll, wünschenswert und völlig risikolos sei, wenn ein 12jähriger via Internet-Pornos seine Sexualität entdeckt und dabei ggf. in den einen oder anderen kink vordringt, ziemlich verstörend.
Wenn mir ein Elternteil so eine Sicht der Dinge offenbaren würde, würde ich überlegen, das Jugendamt zu informieren.
Darüber hinaus finde ich es absolut hanebüchen, die Situation heute mit der vor über 30 Jahren zu vergleichen - was die Verfügbarkeit angeht, aber auch inhaltlich. Die alten VHS-Pornofilme, Praline-Hefte, Bücher von Henry Miller oder Anais Nis? Wenn es heute noch immer nur das gäbe, würde ich mir wesentlich weniger Gedanken machen.
 
  • #74
Handelt es sich um einen Sechsjährigen, oder einen frühentwickelten 12 Jährigen, der bereits seine Sexualität entdecken will und damit überhaupt erst Interesse an dieser Geschichte hat.
Ein Zwölfjähriger ist und bleibt ein Kind. "Frühentwickelt" ist da allenfalls der Trieb, aber der Trieb ist keine hohe Entwicklungsstufe, sondern die niedrigste von allen. Nicht umsonst sprechen Juristen von "niedrigen Beweggründen" und nennen in ihrer Definition davon das Wort "triebhaft": "Niedrige Beweggründe sind solche, die sittlich auf tiefster Stufe stehen, durch hemmungslose und triebhafte Eigensucht bestimmt sind und deshalb besonders verwerflich und verachtenswert sind. Erforderlich ist, dass die Motive menschlich nicht verständlich und Ausdruck der niedrigen Gesinnung sind." (Dies ist ein Zitat von der Website des "strafrechtsbloggers"/ Strafrechtskanzlei Dietrich). Auch das Wort "Eigensucht" entgeht dem aufmerksamen Foristen nicht, denn es ist ein anderer Ausdruck für den Fall ins Ego.
In der spirituellen Denkweise wird der Trieb dem untersten Chakra, dem Wurzelchakra, zugeordnet. Wer seinen Trieben und Basisinstinkten unterliegt oder selbstsüchtig agiert, hat ein Problem mit dem Wurzelchakra. Wer spirituell als entwickelt gilt, hat das Ego aber losgelassen. Ein triebhaftes Agieren kann nicht entwickelt sein.
 
  • #75
Vielleicht will der 12-jährige gar nicht *seine* Sexualität entdecken und sich dann vielleicht an Pornos erregen, sondern ist einfach (mental) neugierig, was es so gibt im Leben.

Oder andere haben über etwas gesprochen und er will mitreden können, um sich nicht zu blamieren.
 
  • #76
Ich finde die Aussage, dass es toll, wünschenswert
Tja nur hat diese Aussage eben niemand getätigt.
Schon wieder so ein Strohmann.

Du wirst lernen müssen, dass sich die Neugier eines Teenagers nicht aufhalten lässt. Ganz gleich wie altklug, ermahnend und helikopterbeschützend Eltern sich "Mühe" geben, das Kind vor realen oder gefühlten "Gefahren" zu bewahren.
Aber sei unbesorgt, du wirst nur einen Bruchteil davon mitbekommen.

Zunächst einmal stand da klar und deutlich, dass Du nicht glaubst, dass der Sohn Pornos falsch verstehen und für die Realität halten könnte
Ja ich bleibe dabei.
Ob etwas "Einfluss" haben KÖNNTE, oder ob jemand etwas für die "Realität" hält, sind nun mal zweierlei Paar Stiefel.

Als Beispiel:

Einfluss = Er könnte es erotisch finden, selbst wenn es hardcore wäre.

Für die Realität halten = Er stellt tatsächlich entsprechende Erwartungen an seine erste Jugendliebe, sowohl optisch als auch technisch. Dabei ließe er die fehlende Erfahrung der Freundin völlig außer Acht. Er wäre also nicht fähig diesbezüglich zu differenzieren. Zum Beispiel weil er noch nie irgendwas davon gehört hätte, dass man sich diesbezüglich langsam herantastet.

würde ich mir wesentlich weniger Gedanken machen
Glaube mir, es sind schon einige Generationen mit Internet und dem heutigen verfügbaren "Material" ins Land gegangen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #77
Glaube mir, es sind schon einige Generationen mit Internet und dem heutigen verfügbaren "Material" ins Land gegangen.

Ja, aber nicht als 10-jährige Kinder mit Smartphone auf dem Pausenhof und ohne professionell vorbereitete Lehrer.

Ich bleib dabei, dass das heute verfügbare Material womöglich mehr ist als du dir vorstellen kannst und willst. Immerhin sind 1 % der Männer Psychopathen und für die gibt es sicher auch Passendes auf einem Markt, der nicht reguliert ist.

(Vielleicht ist ja die Diskussion deshalb so zäh, weil manche glauben, dass "Porno" nur das ist, was sie selbst kennen und nutzen.)
 
  • #78
Tja nur hat diese Aussage eben niemand getätigt.
Doch. Du.

Du wirst lernen müssen, dass sich die Neugier eines Teenagers nicht aufhalten lässt. Ganz gleich wie altklug, ermahnend und helikopterbeschützend Eltern sich "Mühe" geben, das Kind vor realen oder gefühlten "Gefahren" zu bewahren.
Danke für deine Einschätzung. Aus meiner Sicht wird an deinen Ausführungen ganz klar deutlich, dass du weder jemals Verantwortung für ein Kind hattest, noch auch nur ansatzweise Erfahrung mit Kindern vorzuweisen hast. Sonst würdest du so einen Stuss nicht von dir geben. Was soll mir also dein Vortrag bringen?

Aber sei unbesorgt, du wirst nur einen Bruchteil davon mitbekommen.
Ach was. Danke für diese Binsenweisheit - ich war zufällig auch mal Kind.

Ich frage mich immer wieder: Muss man wirklich zu allem seinen Senf abgeben - auch wenn man erkennbar keine Erfahrungen oder sinnvolle Denkanstöße weitergeben kann? Oder gehts da nur ums Provozieren?
 
  • #79
Ob etwas "Einfluss" haben KÖNNTE, oder ob jemand etwas für die "Realität" hält, sind nun mal zweierlei Paar Stiefel.
Ich habe Dir gesagt, unterscheide zwischen Wach- und Unterbewusstsein. Im Wachbewusstsein sagt Dir jeder, dass er Film und Realität auseinanderhalten könne. Im Unterbewusstsein hat sich aber sehr wohl eine Spur eingegraben.

Ich empfehle Dir, Dich mehr mit der Realität auseinanderzusetzen und mal zu recherchieren, wie oft es zu Vergewaltigungen unter Jugendlichen kommt.
"Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung insgesamt auf Bundesebene verdreifachte sich die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen in den Jahren von 1993 bis 2008. Die Anzahl der angezeigten Straftaten zu sexuellem Missbrauch an Kindern durch Jugendliche hat sich mehr als verdoppelt. Vergewaltigungen durch Kinder und Jugendliche nach § 177 StGB verdreifachten sich.
Der Straftatbestand „Verbreitung pornografischer Schriften/Erzeugnisse“ wurde bei Kindern und Jugendlichen sogar zweiundvierzigmal mehr
angezeigt. Die Dunkelziffer der nicht angezeigten Delikte liegt wesentlich höher. [...]
Bei den Tatverdächtigen bezüglich sexuellen Missbrauchs an Kindern sind ca. 1/3 unter 21 Jahre alt. [...]

Welche Kinder und Jugendlichen werden in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Pflegefamilien übergriffig? Besondere Aufmerksamkeit ist geboten bei Kindern und Jugendlichen mit: altersunangemessenem Wissen über Sexualität. [...]."

Und nun noch ein Fallbeispiel: "
Der 15jährige Gymnasiast P. missbraucht seine 4jährige Pflegeschwester über ein halbes Jahr lang. In spielerischer Inszenierung lässt er sich von ihr oral befriedigen und führt seinen Penis in ihren After ein. Während dieser Zeit konsumiert P. regelmäßig mehrfach wöchentlich Pornografie im Internet."

Alles zitiert aus:
Sexuelle Übergriffe zwischen Kindern
und Jugendlichen: Orientierungsleitfaden zum Erkennen, Stoppen, Verhindern im Rahmen erzieherischer Hilfen
 
G

geloeschter Nutzer

Gast
  • #80
Deine Argumentation läuft ja darauf hinaus, dass der Jugenschutz bei diesem Thema völlig überflüssig ist.
Ich finde ihn überflüssig, da nicht wirksam. Und damit weckt er eher das völlig natürliche Interesse an Verbotenem. Ich finde auch das Verbot von Alkohol und Zigaretten in einer Gesellschaft völlig überflüssig, die Übertretungen dieser Verbote nicht sanktioniert.

Wenn man Jugendschutz ernst nimmt, müssten die Eltern von 12jährigen Pornokonsumenten gemäss §184c StGB mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft werden. Das habe ich noch nirgends gehört.
 
  • #82
Wahrscheinlich hauptsächlich jene, die aus einem bereits gewalttätigen Umfeld stammen. Weshalb sie auch in Einrichtungen und Pflegefamilien sind. .
Das ist genauso unwahr wie dass generell Gewalt in Familien nur in sozial entsprechenden Familien vorkäme, man kann es belegen, dass es anders ist, die Stastiken zeigen,, was sich so alles hinter den Fassaden gutbürgerlicher Familien abspielt, das macht im Kinderzimmer nicht Halt.
Verbote werden sicher nicht nutzen, aber gute Gespräche, und Aufklärung, Sex kein Tabuthema, und die Schulung im Umgang mit dem Internet ist ebenso wichtig.
Zum Thema passt es durchaus, weil es diese Korrelationen Gewaltdarstellungen im Internet, Gewalt in Computerspielen, und Gewalt im realen Leben gibt, das gilt selbstverständlich auch für den Bereich sexuelle Gewalt
Es ist einfach so, dass die Pornos unserer Jugend heute wahrscheinlich zum größten Teil im Bereich Softporno zu finden wären, das, was sich heute ohne großen Aufwand im Netz findet, sind ganz andere Nummern, da wird fast jede Phantasie bedient, bis auf die, die strafrechtlich relevant wären, und auch die sind auffindbar, dann im Darknet .
 
  • #83
Hallo GröKaz!

Erstmal, du hast recht, haben wir mit 12 auch die Pornosammlung unserer Eltern gefunden und sie uns angesehen und darüber gelacht und uns amüsiert. Da finde ich erst mal nichts dabei, denn das bedeutet noch nichts.

Die Problematik liegt irgendwo auch an Dir. Weswegen hat ein 12-jährige schon ein eigenes Notebook, Tablett, Computer, Handy etc? Es ist doch bekannt, dass 12-jährige nichts alleine am Computer zu suchen haben.

Man macht eine Zeit aus, wo man mit dem Kind gemeinsam an den Geräten sitzt. Es ist ja schon für Erwachsene schwer, da nicht rund um die Uhr davor zu sitzen. Wie soll sich also ein 12-jähriger in sowas disziplinieren, wenn er dazu noch gerade Neuland entdeckt? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Da musst du auch mal mitdenken, was das Internet alles für aufregende neue Dinge bietet und wie wir Erwachsene am Anfang da früher rund um die Uhr davor saßen. Also verlangst Du Deinem Kind da ganz schön viel ab, was er nicht steuern kann!

Eine Prognose kann man dazu noch nicht geben, ob das schädlich für später ist, denn das ist einfach jugendliche Neugier und man sollte als Eltern anerkennen, dass man mit 12 schon sehr wohl in seine sexuellen Gefühle kommt. Ich hatte meinen ersten Dildo auch schon mit 13. Die Lust auf Sex ist nun mal da. Besonders bei Jungs in dem Alter, die machen da schon Selbstbefriedigung.

Wir leben in einer Zeit, wo Pornografie leicht zugänglich ist und es wird wohl darauf hinauslaufen, dass Dein Sohn wie jedes Kind in heutiger Zeit später mal andere Beziehungsprobleme bekommt (auch auf dieser Porno-Ebene) als wir früher hatten und auch seine Beziehungen anders gestalten wird, als wir es taten. Das wird man kaum aufhalten können durch Verbote, aber ein Bewusstsein schaffen, wäre nicht schlecht.
Bei manchen Kindern reicht es, wenn man ihr Gewissen anspricht und sagt, dass sowas noch nichts für sie ist, aber auch ein verantwortungsvoller Umgang mit den Geräten. In dem Alter sollte es ein kurzer Blick ins Internet reichen für 1-2 Stunden, wo man etwas sinnvolles sucht.

Überhaupt sollte 12-jährige gar nicht alleine am PC sitzen. Da geht es auch um andere Dinge, dass die Kinder sich auch nirgendwo auf Plattformen, Foren oder sozialen Medien oder Verkaufsseiten anmelden dürfen. Diese sind alle erst ab 18 und man muss eine AGB bestätigen, sonst kann man unter anderem lebenslang gesperrt werden, wie es z. B. auf Amazon so üblich ist.

Ich bin da bei Ejscheff, es ist nicht der Inhalt, den man sich ansieht, sondern die Dauer, mit der man sich beschäftigt, die dann später zu Beziehungsproblemen führen kann. Das kann eine individuelle Charaktersache sein, wohin Dein Sohn sich entwickelt, und wie er Probleme mit sich ausmacht, ob er vielleicht zu oft alleingelassen wird und nicht in seinen realen Beziehungen gestärkt wird. Z. B. flüchten sich viele Menschen später in Selbstbefriedigung, weil sie beziehungsinkompetent sind. Da tragen die Eltern viel Schuld bei mit ihren Verboten.
 
  • #84
Wahrscheinlich hauptsächlich jene, die aus einem bereits gewalttätigen Umfeld stammen. Weshalb sie auch in Einrichtungen und Pflegefamilien sind. Passt nun wenig zum Thema.
Da ich viele Jahre lang in der sog. "Berufsvorbereitung" unterrichtet und auch als Sozialpädagogin schon tätig war, habe ich ein sehr umfassendes Bild davon, welche Kinder oder Jugendlichen von der Jugendhilfe oder von Pflegefamilien betreut werden. Das sind Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten, aus allen ethnischen Gruppen (also nichts mit "Da landen keine deutschen Kinder oder so.") und Kinder mit allen möglichen Ausprägungen von dem, was man gemeinhin "Intelligenz" nennt. Es sind mitnichten nur Kinder aus gewalttätigen Familien. Dies zu denken stellt einen kapitalen Fehlschluss dar. Auch für Kinder, die von ihren Eltern als Baby oder im Kleinkindalter "abgegeben" wurden oder die keine Eltern mehr haben, sind Pflegefamilien oder eine Institution der Jugendhilfe eine neue Heimat.
Und in dem Fallbeispiel ist es das in eine Pflegefamilie aufgenommene vierjährige Mädchen, das vom 15-jährigen Sohn der Familie (also selbst kein Pflegekind und auf dem Gymnasium = also nicht das Klischée vom Assi bedienend) sexuell missbraucht wird. Und dieser Teenager-Täter ist zugleich Porno-Konsument. In dem Beispiel zeigt sich auch, dass der Porno-Konsum mit einer fehlgeleiteten Sexualität assoziiert ist und dass das eben nicht nur in den "Assi-Familien" vorkommt, denn eine Pflegefamilie wird eigentlich als gute Familie betrachtet, in die man Kinder aus "schlechten" Familien geben kann.
 
  • #85
Ich finde auch das Verbot von Alkohol und Zigaretten in einer Gesellschaft völlig überflüssig, die Übertretungen dieser Verbote nicht sanktioniert.

Ich möchte das Thema nicht vertiefen, aber die Regeln gelten für Händler und die werden in Stichproben (Testkäufe durch Minderjährige) geprüft. Und wenn sich Minderjährige nach dem Kauf im Laden besaufen, könnten auch die Eltern dem Laden Ärger machen.

Sogar die Regeln für Alk an der Tanke je nach Uhrzeit haben Einfluss darauf, wie leicht man an Alk kommt und wie viel junge Leute trinken.

Das soll heißen, es geht nicht um perfekt oder gar nicht.
 
G

geloeschter Nutzer

Gast
  • #86
Ich möchte das Thema nicht vertiefen, aber die Regeln gelten für Händler und die werden in Stichproben (Testkäufe durch Minderjährige) geprüft.
Ich finde nicht, dass man die Verantwortung für seine Kinder allein auf den Handel abschieben darf.
Und wenn sich Minderjährige nach dem Kauf im Laden besaufen, könnten auch die Eltern dem Laden Ärger machen.
Weil der Händler mitgesoffen hat? Oder weil der Händler alleine zuständig wäre?
Den Konsum von Pornographie ermöglichen Eltern, die ein Endgerät ohne funktionierenden Jugendschutz zur Verfügung stellen.

Wir diskutieren dauernd über ein Wahlrecht z. B. ab 16. Jugendliche ab 14 sind strafmündig. Eltern sind bis 18 aufsichtspflichtig.

Ich will hier gar nicht mal vorschlagen, Recht umzusetzen. Aber da, wo es niemanden interessiert, kann man es gleich abschaffen. Und wenn sich Eltern hier aufzuregen, wenn der Nachwuchs mit 10 die Kippe im Mund hat, mit 14 Bier trinkt oder mit zwölf Pornos schaut, finde ich das höchstens amüsant.
 
  • #87
Ich finde nicht, dass man die Verantwortung für seine Kinder allein auf den Handel abschieben darf.

Ich auch nicht. Aber deine Behauptung war ja, dass unerlaubter Alkoholkonsum von Jugendlichen gar nicht sanktioniert wird.
Weil der Händler mitgesoffen hat? Oder weil der Händler alleine zuständig wäre?

Weil er Alkohol nicht an Kinder verkaufen darf und an Jugendliche je nach Alter und Getränk.

Informier dich doch mal oder nimm ein Thema als Vergleich, das du einschätzen kannst.

Ich will hier gar nicht mal vorschlagen, Recht umzusetzen. Aber da, wo es niemanden interessiert, kann man es gleich abschaffen. Und wenn sich Eltern hier aufzuregen, wenn der Nachwuchs mit 10 die Kippe im Mund hat, mit 14 Bier trinkt oder mit zwölf Pornos schaut, finde ich das höchstens amüsant.

Dafür diskutierst du aber hartnäckig.
 
  • #89

Ärzte in Deutschland melden generell nichts an Behörden, auch keine Fahruntüchtigen, die noch einen Führerschein haben. Und auch keine schwer depressiven Piloten, die dann ein Flugzeug voller Leute in den Abgrund ziehen. Außer jemand plant sowas Extremes und der Arzt weiß es vorher.

Aber wenn es sowieso bekannte Probleme gibt, an denen ein Jugendamt dran ist, kann es schon interessant sein, was Eltern ihren Kindern alles genehmigen. Oder der Partner verwendet es im Streit ums Sorgerecht. Wenn die Schule ihre Aufsichtspflicht verletzt, können die Eltern Stress machen.

Wenn betrunkene Jugendliche im Krankenhaus in Windeln aufwachen, empfinden sie das vermutlich auch als Strafe, obwohl es keine ist.
 
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