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  • #1

Gesprächsführung, Fragenstellung

Hallo. Mich würden eure Meinungen zu folgendem Thema sehr interessieren.

Ich bin ein Mensch, der es (sowohl privat durch die Erziehung als auch beruflich durch Schulungen, viel Kundenkontakt etc.) gelernt hat sein Gegenüber aktiv zu zu hören und sich für ihn durch Fragenstellungen zu interessieren und generell sehr höflich und freundlich zu seinen Mitmenschen zu sein. Gerade wenn ich im Alltag mitbekomme wieviele unfreundliche, egozentrische Menschen es gibt, die es nicht hinbekommen mal 10min aktiv zu zu hören, bin ich eher dankbar dafür das ich das kann und sehe diese Eigenschaften als positiv an.

Beim Kommunikationsaustausch mit ganz unterschiedlichen Menschen (ob langjährige Freunde oder frisch kennen gelernte Männer und Frauen) bekomme ich es auch immer wieder zu spüren das meine Fähigkeiten gut ankommen und das sich die Menschen in meiner Nähe wohl fühlen. Sie vertrauen mir sehr schnell sehr persönliche Dinge an. Einerseits freut es mich sehr, andererseits habe ich dadurch das Gefühl immer als sehr hilfsbereite Person wahrgenommen zu werden, aber kaum etwas von meinem Gegenüber zurück zu bekommen. Mir fehlen einfach Fragen (sei es nur ganz banale Fragen über mein Wohlbefinden, Interessen, Neuigkeiten etc.)

Es ist fast immer die gleiche Situation. Ich bin diejenige, die gerne viele Fragen stellt, was auch sehr gut ankommt. Mein Gegenüber dann gerne auf meine Fragen antwortet, viel erzählt und dabei oft kein Ende mehr findet, ich dadurch dann automatisch zu kurz gerate (quasi in die reine Zuhörerrolle rutsche) und mir leider kaum Fragen gestellt werden.
Ich habe es allerdings auch mal öfter drauf ankommen lassen, in dem ich mal nicht so viele Fragen gestellt habe und dann entstehen längere Schweigeminuten. Mein Gegenüber hätte also durchaus die Möglichkeit mir ebenfalls öfter Fragen zu stellen, aber es kommen fast keine. Dennoch finden sie mich sehr sympathisch, suchen den Kontakt zu mir und wollen mich regelmäßig wiedersehen. Wenn sie Interesse an mir haben, warum stellen sie mir dann fast keine Fragen? Können oder wollen sie es nicht, läuft das bewusst oder unbewusst ab, was meint ihr?

In den Gesprächen ergeben sich zwischendurch natürlich auch mal Momente, in denen ich freiwillig von mir aus Geschichten erzähle wenn es gerade zum Thema passt, aber das kommt nicht so häufig vor, da ich von Natur aus noch nie die freiwillige große Erzählerin war. Obwohl ich ein sehr kommunikativer Mensch sein kann und gerne rede, aber eben eher in Situationen, wenn ich ebenfalls Fragen gestellt bekomme.

Wie kann ich es daher erreichen, dass mein Gegenüber mir auch mal mehr Fragen stellt?
Ich freue mich auf eure Ratschläge und Meinungen.
w28
 
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  • #2
Hallo, da sprichst Du ein schwieriges Thema an.

Du sagst die Männer mit denen Du dich triffst finden Dich sympathisch und wollen Dich wiedersehen. Somit schliesse ich aus, dass die Männer sich ausgefragt vorkommen.

Einen Mann direkt aufzufordern mehr Fragen zu stellen bringt denke ich auch nichts. In diesem Moment fängt Dein gegenüber nur an zu überlegen "was könnte ich jetzt fragen" und dann wird es verkrampft.

Ich probiere es in so Situationen gerne mal auf die lustige Art.

z.B.
Ich: "Was hast Du für Socken an?"
Sie: "Wieso willst Du wissen was ich für Socken an habe?"
Ich: " Na weil ich hier den ganzen Abend schon die Fragen stelle. Was möchtest Du denn von mir wissen?"

Wenn Du denkst das so etwas zu Dir passt kannst Du es gerne mal probieren.

Ich hoffe ich konnte helfen.

M33
 
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  • #3
Liebe Fs,

ich habe haargenau das gleiche Problem, und zwar mit fast allen Menschen, die ich kennenlerne. Selbst mit meiner Mutter ist es so, dass ich immer Fragen stelle, sie antwortet brav. Es hat mich schon manches Mal zum Weinen gebracht, weil ich so wenig Interesse durch andere erfahre. Meine Strategie ist Schweigen, wenn ich ein zwei Fragen gestellt habe. Wenn dann keine Gegenfrage kommt, dann ist das Gespräch für mcih beendet. Die Gründe sehe ich in mangelnder Kommunikationsfähigkeit, Desinteresse, Schüchternheit oder in vielen Fällen auch nur narzistische Egozentrik des Kommunikationspartners. Alle Möglichkeiten sind definitiv nichts für mich, darauf kann sich keine gesunde Beziehung aufbauen. Wenn Du sehr attraktiv bist, kann es auch sein, dass sie sich unterlegen fühlen. Auch keine gute Basis!
Es gibt vielleicht 4 Menschen in meinem Umfeld, die kommunikativ mit mir auf einer Wellenlänge liegen.
Sozial intelligente Menschen scheinen wirklich nur sehr selten zu finden zu sein. Wenn ich keine Fragen stelle , heisst es immer, dass ich kein Interesse an der Person habe! Ich schliesse daraus, dass Menschen, die sich nicht für mich interessieren, mir auch keine Fragen stellen. Komischerweise finden mich die Menschen auch immer nett, sympathisch und suchen meine Nähe, aber wenn gleich so ein Ungleichgewicht herrscht, möchte ich weder Freundschaft noch Beziehung mit der Person. Versuch mal dich nach 2 Fragen ganz zurück zu nehmen. w34
w 34
 
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  • #4
Die Frage der FS könnte von mir sein. Ich habe die selben Problem, bin um einiges älter und kann nur zu diesem Thema sagen, dass viele Menschen einfach nicht gut kommunizieren können, daher keine Fragen stellen, sehr egozentrisch sind, sich daher für andere Menschen wirklich wenig interessieren, denn wer Interesse hat, der fragt auch nach.

Trotz Internet beschäftigen sich viele Menschen nicht mit diesem so wichtigen Thema.

Dazu wird Fragen stellen oft als negatives ausfragen dargestellt. Wer also wenig differenzierend denken kann, ich habe das in meinem Studium gelernt, auch dort kontrovers zu diskutieren, ohne das man sich gegenseitig an den Hals geht, der wird die feinen, aber wichtigen Bestandteile einer beziehungsfördernden Kommunikation nicht erlernen können.

Dazu kommt noch der Charakter. Mein Kind kommt voll nach dem Vater, obwohl es bei mir aufgewachsen ist. Mufflig, wenig Fragen stellen, introvertiert, sofort an die Decke gehen, wenn man Fragen stellt, wenig neugierig, alles ist anstrengend... rückblickend war es schon als Kleinkind bzw. Grundschulkind so. Ich war und bin genau das Gegenteil.

Heute glaube ich nicht, dass ich mit meinem Kind je eine Beziehungsförderne Kommunikation hinbekomme, weil dazu zwei Seiten gehören. Eine kann es, die Andere kann, versteht und will auch. Es als Mutter vorzuleben reicht oft nicht aus, wenn die gute Saat auf schlechte Erde fällt. Leider.
 
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  • #5
Wie kann ich es daher erreichen, dass mein Gegenüber mir auch mal mehr Fragen stellt? w28

Liebe FS,
ein aktiver, interessierter Mann stellt Fragen. Der moderne Mann, der im Büro arbeitet, ist genauso kommunikationsgeschult wie Du, d.h. er könnte es, wenn er wollte.

Daraus folgt: Du triffst Dich mit Männern die eher passiv und weniger an Dir interessiert sind, sondern den Hang haben sich wenig einzubringen oder von der Frau bespaßen zu lassen.
Wenn die Anfangsphase schon so zäh ist - besser wird es mit dem Mann nicht mehr.
 
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  • #6
Hallo Fs, ich kenne das Problem leider auch zu gut. Ich bin ebenfalls immer die aktive Zuhörerin und frage mich manchmal, ob manche Menschen scheinbar null Interesse an ihrem Gegenüber haben. Da ich nicht immer nur solche Leute um mich habe, sondern auch ganz normale Gesprächspartner, lasse ich solche egozentrischen Quasselstrippen links liegen und beschäftige mich lieber mit anderen.
 
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  • #7
Die FS

@1.. Danke für deinen Beitrag.
Ich werde es vielleicht mal auf die lustige Art ausprobieren oder was habt ihr sonst noch für Tipps, Ratschläge?
 
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  • #8
An FS - ich bin so eine. Ich erzähle lieber von mir selbst statt den anderen zu Löchern das macht mehr spass. Er oder sie sollte fliessend im Gespräch von sich berichten es soll doch keine Fragestunde werden.
 
  • #9
Jeder Mensch interessiert sich für andere Menschen, wenn er sie richtig gerne hat, sie spannend oder gar faszinierend findet und von ihnen lernen möchte, eine schöne Zeit mit ihnen haben möchte.

Daraus entwickeln sich äußerst lebhafte, interessante und für beide Beteiligten förderliche Gespräche. Ich halte den Kontakt nur zu solchen Menschen - wer sich an mich anhängt und mich emotional ausbeutet, wird schnell aussortiert, das kostet nur Zeit und bringt mich nicht weiter.

Punkt. Knallhart. Meine Zeit. Mein Leben. Meine Entscheidung.

Jammere nicht, such Dir die richtigen Gesprächspartner.
 
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  • #10
Die FS

Vielen Dank für eure bisherigen Kommentare.
@4... Eher ist es das Gegenteil. Die Männer, die ich kennenlerne, sind sehr aktiv. Sie sind in der Lage viel zu kommunizieren und reden gerne über sich. Aber Fragen stellen sie mir sehr wenige, vielleicht 3 Fragen in 2-3 Stunden...
An mangelndem Interesse scheint es auch nicht zu liegen, da die Männer sich oft bei mir melden, mir sagen wie sympathisch sie mich finden und mich unbedingt mehrmals wiedersehen wollen.
Und nicht die Fähigkeit zu besitzen mehrere Fragen zu stellen, daran glaube ich auch nicht, weil es größtenteils intelligente Akademiker und sehr aufgeschlossene Menschen sind.

Daher interessiert es mich sehr was der wahre Grund ist keine Fragen zu stellen trotz Interesse.
 
  • #11
Sehr schönes Thema, was Du hier in den Raum stellst. Mir ging es wie Dir und ich bin darüber gerade im Kennenlernen mit Männern fast verzweifelt.

Mein Tipp: Lass sie erzählen, höre zu. Bevor Du aber Dich zu dem Thema einlässt, frage nach „Interessiert dich, wie es sehe/wie ich darüber denke/meine Meinung dazu“? Du wirst schnell merken, ob das Interesse an Dir echt ist oder Du einem Selbstdarsteller/Egomanen/Narzissten oder wem auch immer gegenüber sitzt. Der „normal gepolte“ Mensch wird über Deine Frage nämlich mindestens innerlich überrascht sein und darüber nachdenken. Spätestens wenn das Zusammensein an diesem Tag beendet ist, sich Zeit und Ruhe zum Nachdenken findet. Die Frage impliziert nämlich, dass Du Dich fragst, ob Dein Gegenüber überhaupt an Dir Interesse hat. Ich hinterfrage mit einem aufrichtigen Lächeln und meine es ehrlich. Es kommt vor, dass man zwei oder drei Mal nachfragen muss. Dann sollte dem Gegenüber jedoch aufgefallen sein, dass Du Dir wünschst, naturgemäß sicherlich völlig nachvollziehbar, dass auch an Dich Fragen gestellt werden. Kommt dann noch immer nichts, ziehe die Konsequenzen daraus. Kommen Nachfragen, hab Geduld, es könnte sich lohnen.
 
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  • #12
wenn du gefragt werden willst, halt den Mund und Blickkontakt. Wer immer fragt, lässt dem anderen keine Gelegenheit überhaupt zu erkennen, dass er nun mit (Rück-)Fragen dran sein könnte.

Pausen sind das, was Du üben solltest. Direkter Blickkontakt, ganz leicht nicken und schweigen!

Viel Glück. Klappt bestimmt - ausser sie können nicht.
 
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  • #13
Liebe Fs,
es kann natürlich auch vorkommen, dass gerade Männer gleich soviel Eindruck auf Dich machen wollen (Balzverhalten), falls Du ihnen optisch zusagst, so dass sie durch das ganze Imponierverhalten so mit sich selbst beschäftigt sind und sich auch nur darauf konzentrieren, eine gute Figur abzugeben. Wir Frauen finden das meist öde, das wissen die Herren aber nicht. Wirkst Du dann gelangweilt, legen sie sich noch mehr in Zeugs. Vielen Herren reicht es erstmal , wenn die Frau hübsch ist. Fragen können je nach Exemplar erst später nach der Balz, also in der Beziehung selber von ihnen kommen. Ich hab mal mit einem Herren geflirtet, der mir am Tag darauf eine Sms schickte,in der er fragte, ob ich auch lieb habe:) . Als ich antwortete, dass ich einen Menschen schon kennen müsste, um ihn lieb zu haben, war er beleidigt.....Männer verlieben sich viel schneller als Frauen, und zwar hauptsächlich in die Optik. w34
 
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  • #14
Ich bin leider auch kein Genie im Fragenstellen, aber trotzdem interessiert an dem anderen Menschen. Am liebsten ist mir, wenn das Gespräch fließt, d.h. von alleine ein Dialog entsteht ohne übermäßig viele Fragen.

Ich hab aber bei eher verschlosseneren Menschen auch schon versucht, Fragen zu stellen, z.B. nach dem Wohlbefinden (simpel, wie es jemandem geht) und dann kommt nur ein "gut", "passt schon" oder "könnte schlimmer sein" etc. Diese Einsilbigkeit schreckt mich ab. Und irgendwann gehen mir die Fragen aus, ich zerbreche mir den Kopf und mir fällt nichts ein. Wenn der andere dann was fragt, antworte ich umso eloquenter, um das Gespräch in Gang zu bringen. Dadurch entstehen dann so blöde Situationen. Mir fällt das auch auf, dass ich viel zu viel rede, es ist mir unangenehm. Aber was soll ich machen, wenn der andere so verschossen ist.

Vielleicht mal eine Frage an die FS: Wie "knackst" Du solche verschlossenen Menschen? Was machst Du, wenn nur einsilbig geantwortet wird?
 
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  • #15
In Gesprächen stelle ich nicht allzuviele Fragen. Dennoch komme ich sehr gut selbst mit völlig Fremden ins Gespräch und sie erzählen mir nahezu ungefragt recht viel über sich. Selbst öffne ich mich natürlich auch dabei.

Ich finde nicht, dass es ein guter Indikator für Interesse sein muss, ob jemand VIELE Fragen stellt. Wichtiger sind für mich aufrichtiges Interesse am Anderen und ein aktives Zuhören. Viele Fragen empfinde ich eher als kleines Verhör. Für mich muss ein Gespräch fließen, dann funktioniert es mit wenigen (Nach-)Fragen wie von selbst; Pausen habe ich dabei noch nicht erlebt.

Die häufigen Anmerkungen von Frauen hier über Männer, dass keine Fragen gleichzusetzen sind mit keinem Interesse, die kann ich nicht nachvollziehen. Kann mich nicht an Frauen erinnern, die mit meiner Art ein Problem hatten.

M52
 
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  • #16
@4... Eher ist es das Gegenteil. Die Männer, die ich kennenlerne, sind sehr aktiv. Sie sind in der Lage viel zu kommunizieren und reden gerne über sich.
An mangelndem Interesse scheint es auch nicht zu liegen, da die Männer sich oft bei mir melden, mir sagen wie sympathisch sie mich finden und mich unbedingt mehrmals wiedersehen wollen.

Daher interessiert es mich sehr was der wahre Grund ist keine Fragen zu stellen trotz Interesse.

Liebe FS,
Du musst Interesse differenzieren. Wenn sie sich für Dich persönlich interessieren, dann stellen sie Dir auch persönliche Fragen.

Was Du beschreibst: sie reden, um sich selber toll darzustellen - sich gut zu verkaufen.
Sie wollen sich mit Dir wieder treffen, weil Du nett und jung und hübsch bist, weil Du Dich für sie interessierst, also genau in ihr begrenztes Interessenspektrum passt. Es schmeichelt ihrem Ego, dass Du an ihnen interessiert bist. Davon wollen sie mehr, sind aber immer noch nicht an Dir interessiert. Sie wollen Deinen Körper wiedersehen und Deine Aufmerksamkeit für sich selber erleben

Passivität bezieht sich darauf, dass sie nicht daran interessiert sind, Deine gesamte Persönlichkeit kennenzulernen und sich selber einzubringen. Was Du beschreibst klingt nach Verkaufsgeschäft/Selbstmarketing, nicht nach Beziehungsanbahnung - typisch für eine extrovertierte Welt.
 
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  • #17
FS

@15.. Ja, da scheint was dran zu sein, dass diese Männer sich mir gegenüber 'gut verkaufen' wollen. Was nämlich oft auffällt ist, dass sich nach mehreren Treffen und Kennenlernwochen immer herausstellt, dass die Männer dann erst ihr wahres Gesicht zeigen und ganz anders drauf sind als sie sich mir anfangs präsentierten.
Ich weiß nicht warum mir das so oft mit Männern passiert, dass sie sich mir gegenüber scheinbar etwas beweisen wollen. Ich merke natürlich das ich optisch sehr gut ankomme, aber die Optik ist doch nicht alles?!
Ich möchte das mich ein Mann als Mensch schätzt und mal wieder offen dafür ist meinen Charakter kennen zu lernen (durch Fragenstellungen etc.) und sich nicht nur von meiner Optik ablenken lässt und dann nur weiter von sich erzählt.
Ich schätze am meisten ein authentisches, ehrliches Auftreten.
 
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  • #18
FS, mir fällt in deinem ersten Post eine Passage auf:

"In den Gesprächen ergeben sich zwischendurch natürlich auch mal Momente, in denen ich freiwillig von mir aus Geschichten erzähle wenn es gerade zum Thema passt, aber das kommt nicht so häufig vor, da ich von Natur aus noch nie die freiwillige große Erzählerin war."

Ist es nicht so, dass alles was wir beim Kennenlernen tun "freiwillig" sein sollte? Was ich in #14 beschrieb, funktioniert natürlich nur dann auf Dauer richtig, wenn beide Seiten sich von sich aus ganz ungezwungen öffnen (also in deinen Worten "freiwillig" was erzählen). Dann entsteht ein Gesprächsfluss, in dem man sich gegenseitig den Ball zuwirft und durch die eigene Erzählung ungezwungen ebenso Fragen aufwirft und beantwortet. Das funktioniert mit den PASSENDEN Gesprächspartnern recht gut. Und es bedeutet ja nicht, dass man überhaupt nicht fragt.

Im vielen Kommunikationsseminaren im vertrieblichen Bereich hört man den Satz: Wer fragt, der führt. Aber in einer privaten Kennenlernsituation geht es nicht um Führung, sondern um völlige Freiwilligkeit und auch Behutsamkeit.

Wenn eine Frau eher wortkarg ist und freiwillig nicht viel preis gibt, dann sind ihre Antworten nach meiner Erfahrung auch eher kurz, was ein Gespräch irgendwie holprig macht. Für mich ein Zeichen, dass es nicht richtig passt.

M52
 
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  • #19
FS

@15.. Ja, da scheint was dran zu sein, dass diese Männer sich mir gegenüber 'gut verkaufen' wollen. Was nämlich oft auffällt ist, dass sich nach mehreren Treffen und Kennenlernwochen immer herausstellt, dass die Männer dann erst ihr wahres Gesicht zeigen und ganz anders drauf sind als sie sich mir anfangs präsentierten.

Ja, genauso sieht es bei meinen Bekanntschaften auch aus, es ist zum Heulen. Wie oft war ich schon von der männlichen Mogelpackung enttäuscht. Ich habe manchmal, dass Gefühl, dass sie erst die Beziehung oder Affäre klarmachen wollen, bevor sie authentisch werden, dann erst kommt das böse Erwachen meinerseits. So nach dem Motto: erst mal das Schäfchen ins Reine (oder ins Bett) bringen, so dass sie mir nicht mehr weglaufen kann, dann kann ich mich getrost zurücklehnen.
Ich bin mir fast zu 100% sicher, dass Du sehr attraktiv bist, bei allen durchschnittlich attraktiven Frauen wären die Herren viel gelassener. Gerade diese Gelassenheit macht aber einen Mann sehr attraktiv....je hübscher das Weibchen, desto aufgeblasener der Pfau. Vielleicht wirkst Du auch zu gelassen, dass die Herren meinen Du wärst noch nicht so überzeugt. Mein Eindruck ist, dass Du ein grosses Selbstwertgefühl hast, was einerseits die Herren anzieht, sie andererseits unter Stress setzt. Dieser Stress artet irgendwann in Aggressionen um, weil sie Dir ständig beweisen müssen, wie toll sie doch sind. Haben sie Dich dann in der Beziehung, schwengt das Ganze schnell um in Passivität oder schlimmer Abwertungen. Sie sind Dir nicht gewachsen. Könntest Du die Herren beschreiben? Aussehen, Bildung, Einkommen....bist Du ihnen überlegen? Hälst Du Dich mit Deinen Schwächen hinter dem Berg ?(was ich verstehen kann, weil ich z.B. nicht jeden über meine Schwächen aufklären will).
w34
 
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  • #20
In Gesprächen stelle ich nicht allzuviele Fragen. Dennoch komme ich sehr gut selbst mit völlig Fremden ins Gespräch und sie erzählen mir nahezu ungefragt recht viel über sich. Selbst öffne ich mich natürlich auch dabei.
M52

Ungefragt fremden Menschen viel über mich was zu erzählen finde ich komisch. Das hat für mich ws mit Distanzlosigkeit und wenig überlegen zu tun.

Hier geht es auch nicht um VIELE Fragen stellen, sondern im gesunden Mass nachzufragen, hinterfragen usw. Lies mal was Bezugnehmende Kommunikation bedeutet. Ist leicht zu googlen.

m
 
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  • #21
Liebe FS,
Du musst Interesse differenzieren. Wenn sie sich für Dich persönlich interessieren, dann stellen sie Dir auch persönliche Fragen.

Was Du beschreibst: sie reden, um sich selber toll darzustellen - sich gut zu verkaufen.
Sie wollen sich mit Dir wieder treffen, weil Du nett und jung und hübsch bist, weil Du Dich für sie interessierst, also genau in ihr begrenztes Interessenspektrum passt. Es schmeichelt ihrem Ego, dass Du an ihnen interessiert bist. Davon wollen sie mehr, sind aber immer noch nicht an Dir interessiert. Sie wollen Deinen Körper wiedersehen und Deine Aufmerksamkeit für sich selber erleben

Passivität bezieht sich darauf, dass sie nicht daran interessiert sind, Deine gesamte Persönlichkeit kennenzulernen und sich selber einzubringen. Was Du beschreibst klingt nach Verkaufsgeschäft/Selbstmarketing, nicht nach Beziehungsanbahnung - typisch für eine extrovertierte Welt.

Sehr gut erklärt, allerdings stimmt für mich nicht die extrovertierte Welt bei der ganzen Beschreibung.
 
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  • #22
Wenn eine Frau eher wortkarg ist und freiwillig nicht viel preis gibt, dann sind ihre Antworten nach meiner Erfahrung auch eher kurz, was ein Gespräch irgendwie holprig macht. Für mich ein Zeichen, dass es nicht richtig passt.

M52

Ach, jetzt liegt es an der mangelnden Passung. Vielleicht wäre die Frau nicht so wortkarg, wenn Mann mehr Interesse durch Fragen an sie stellen würde?

Ganz klar: Wer wenig fragt, hat wenig richtiges Interesse, bzw. zeigt es damit, auch wenn man es innerlich gar nicht so meint.

Daher empfehle ich allen Nicht-Fragen und monologisierenden Menschen: Hinterfragt euer Kommunikationsverhalten!
 
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  • #23
Mein Eindruck ist, dass Du ein grosses Selbstwertgefühl hast, was einerseits die Herren anzieht, sie andererseits unter Stress setzt. Dieser Stress artet irgendwann in Aggressionen um, weil sie Dir ständig beweisen müssen, wie toll sie doch sind. Haben sie Dich dann in der Beziehung, schwengt das Ganze schnell um in Passivität oder schlimmer Abwertungen. Sie sind Dir nicht gewachsen. Könntest Du die Herren beschreiben? Aussehen, Bildung, Einkommen....bist Du ihnen überlegen? Hälst Du Dich mit Deinen Schwächen hinter dem Berg ?(was ich verstehen kann, weil ich z.B. nicht jeden über meine Schwächen aufklären will).
w34

Oh man, genauso habe ich es erlebt. Hinterher sagte mir meine Freundin, dass der Mann mir nicht gewachsen war. Ich sah das ganz ganz anders, aber aus seinem leider nicht ausreichenden Selbstbewusstsein konnte er das nicht erkennen. Tragisch, dabei hatten wir in vielen Facetten gut zusammengepasst. Es ist aber nicht meine Aufgabe sein Selbstbewusstsein zu stärken. Das kann er nur alleine.

w
 
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  • #24
Auch als Mann geht es mir leider genau so. Derzeit bin ich mit einer sehr netten Dame schon länger in der Kennenlernphase und ich war drauf und dran mich langsam aber sicher in sie zu verlieben, doch das mit dem mangelnden Interesse, stört mich zunehmend. Ich würde so gern auch Alltagserlebnisse und dergleichen mit ihr im Gespräch, oder wenn man sich schreibt teilen, aber nie kommen gezielte Nachfragen. Dabei wäre es doch so schön, sich durch Unterhaltungen näher zu kommen. Zum Beispiel erzählte ich von einem besonderen Ort und einer besonderen Einrichtung, die ich neulich im Rahmenprogramm einer Tagung besichtigen konnte und es kamen weder Nachfragen was ich dort genau sehen konnte noch wie es mir gefallen hat. Es kam gar nichts. Ich selbst würde das alles nachfragen und mich richtig freuen, wenn das meine Partnerin interessant und faszinierend und außergewöhnlich fand. Aber gar kein Interesse an der Sache ist wohl leider gleichzusetzen mit kein Interesse an der Person ...

m.
 
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  • #25
Die FS

Danke für eure Antworten.
@22.. Ja, daran kann es auch liegen. Es kann gut sein, dass diese Männer mir nicht gewachsen waren und etwas Minderwertigkeitskomplexe hatten. Denn ein selbstbewusster Mensch mit einem guten Selbstwertgefühl hat es gar nicht nötig sich anfangs anders zu geben als er wirklich ist, sondern steht zu sich und muss mir nichts beweisen müssen.

Zu dem letzten Beitrag. Ich denke nicht das kaum/wenige Fragenstellung gleich mit mangelndem Interesse zu tun hat. Bestes Beispiel wieder kürzlich erlebt.. ich traf mich mit einer netten Bekannten im Restaurant. Ich stellte ihr gerne Fragen, fragte auch öfter charmant nach, was ihr sehr gefiel. Sie hatte aber durchaus auch öfter die Möglichkeit mir Fragen zu stellen, aber es kam einfach nichts. Bei Schweigepausen erzählte sie dann lieber weiter von sich. Oder wenn ich dann von mir aus Ereignisse erzählte, dann lenkte sie irgendwann ab. Am Ende des Treffens sagte sie mir sie würde sich freuen mich wiederzusehen, das Treffen zu wiederholen und ich merkte auch wie sympathisch sie mich fand.

Also wenn jemand gar kein Interesse am Gegenüber hätte, dann würde er auch kein Wiedersehen anstreben (egal ob platonisch unter Bekannten/Freunden oder in der Liebe.)
Diese Situationen erlebe ich aber leider viel zu häufig (dass ich kaum Fragen gestellt bekomme und wenn ich mal ein nettes Ereignis erzähle, dann auch keine Hinterfragungen kommen, stattdessen mein Gegenüber nach kurzer Zeit ablenkt, um die Aufmerksamkeit wieder auf sich selbst zu lenken..)

Diese Verhaltensweisen zeigen für mich deutlich, dass diese Leute sich selbst scheinbar viel zu wichtig nehmen und deshalb nicht richtig damit umgehen können oder wollen, dem anderen auch mal Aufmerksamkeit zu schenken.
Nur wie verhält man sich dann charmant weiter, wenn man die Person auch sehr sympathisch findet, aber mit deren Kommunikationsverhalten nicht so richtig klar kommt? Was meint ihr?
 
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  • #26
.
Diese Verhaltensweisen zeigen für mich deutlich, dass diese Leute sich selbst scheinbar viel zu wichtig nehmen und deshalb nicht richtig damit umgehen können oder wollen, dem anderen auch mal Aufmerksamkeit zu schenken.

Liebe Fs,
Du hast ein Gabe und zwar die Gabe, dich für Menschen zu interessieren, Fragen zu stellen, aktiv zuhören zu können, vielleicht auch jemanden zu spiegeln, empathisch zu sein. Es gibt viele Menschen, die diese Gabe nicht haben, es aber sehr angenehm finden sich mit Dir zu unterhalten.

Ich glaube gar nicht, dass diese Menschen sich so wichtig nehmen, sondern durch Deine Fragen ein Gefühl der Wichtigkeit bekommen, Du gibst ihnen dieses Gefühl, und deswegen mögen sie Dich so gerne. Sie fühlen sich durch Dich wichtig. Das geniessen sie so sehr, weil es meiner Meinung nach nur ganz wenige Menschen gibt, die so auf andere Menschen eingehen können, vielleicht noch der Pfarrer oder Psychotherapeut. Menschen, die nicht bewerten, sondern zuhören. Sie fühlen sich in ihrer ganzen Person angenommen, das ist unheimlich schön, sich mit Menschen zu umgeben, die feinfühlig und interessiert sind.
Jetzt möchtest Du aber auch Aufmerksamkeit, zu Recht, und nimmst diesen Menschen damit das Gefühl von Wichtigkeit wieder weg, dann ensteht bei Ihnen sofort ein Ringen, um möglichst wieder das Gefühl der Wichtigkeit wiederzubekommen, sie unterbrechen Dich, antworten nur kurz auf Deine Themen, um wieder zu ihren Themen zu kommen, das hinterlässt in Dir ein ungutes Gefühl...Du gibst und sie nehmen!
Vielleicht geben sie Dir anstatt Aufmerksamkeit etwas anderes...z.B. Geschenke, kümmern sich irgendwann um Dein Auto, machen Dir einen Tee, wenn Du krank bist, trösten Dich, wenn Du mal traurig bist usw.
Darauf zu hoffen, dass Du das gleiche zurückbekommst, ist hier ein Trugschluss denke ich. Viele Menschen haben Deine Gabe gar nicht, dafür haben sie andere Qualitäten, Fähigkeiten, die sie gerne mit Dir tauschen würden. Beziehungen sind oft symbiotisch: Schönheit gegen Geld, Liebe gegen Sex usw. Die Frage ist, ob Dir die anderen Qualitäten wichtig sind, wenn nicht, dann fühlst Du dich irgendwann nur benutzt. Ich denke, es gibt keine Strategie, die Du anwenden kannst....Ich kann nicht von einer Katze erwarten sich wie ein Hund zu verhalten, auch wenn das jetzt mal ganz einfach ausgedrückt ist. Viel Glück wünsche ich Dir bei Deiner Suche! w34
 
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