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Gast

  • #1

Gestern alles wunderschön & heute die Trennung!

Hallo liebe Leser, insbesondere Männer,

ich habe sowohl aus eigener Erfahrung aber auch von vielen Freundinnen schon solche Geschichten gehört und gesehen.

Die Beziehung läuft super, alles ist wunderschön, es gibt keinen Streit, kein Problem, einfach gar nichts und von jetzt auf gleich beendet ihr die Beziehung.

Was ist das bei euch? Was passiert da?

Beispiel: Meine Freundin ist seit 1 Jahr mit ihrem Freund zusammen. Er hat darauf gedrängt zusammenzuziehen. Sie war noch nicht so weit, aber hat es trotzdem gemacht. Vor 2 Monaten sind sie zusammen gezogen. Alles war super, vorgestern wollte ER noch mit ihr den Urlaub planen und gestern sagt er ihr dann, dass es vorbei ist - er liebt sie nicht mehr.

So was kommt doch nicht von jetzt auf gleich!?

Bei mir genauso: Ich habe einen in jeder Hinsicht wundervollen Mann kennengelernt. Ich wollte es langsam angehen lassen, weil ich eine sehr schlimme Beziehung hinter mir habe (und er ebenfalls schlechte Erfahrungen gemacht hat)...Wir haben einfach mal geguckt was passiert und es war wunderschön. Es ging alles von ihm aus und er wollte, dass mehr draus wird. Also habe ich mich drauf eingelassen. Dasselbe Speil hier: Gestern Abend plant er noch mit mir und heute Morgen hat er plötzlich keinen Bedarf mehr.

Das sind nicht die einzigen Beispiele....Woher kommt das bei euch!? Oder ist das nur eine Art Machtspiel, Test oder sonstiges?!

Es kann mir keiner erzählen, dass so etwas von jetzt auf gleich kommt. Ich sage doch nicht meinem Partner, dass ich ihn liebe und mir eine Zukunft vorstelle und innerhalb weniger Stunden will ich den anderen nicht wiedersehen...
 
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Gast

  • #2
Viele Menschen gehen sehr leichtsinnig mit Worten um. Denken nur an sich, leider.Gefühle gegenüber dem Partner werden oft schön geredet,evtl um nicht allein sein zu müssen. Irgendwann tritt dann eine Person in´s Leben, die optimal erscheint und schwupp die wupp wird einfach die Beziehung beendet.
Auch wenn jemand die Beziehung beendet , so wie es bei Dir der Fall ist. kannst Du davon ausgehen das keine ´´ wahre Liebe ´´ dabei gewesen ist.
 
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Gast

  • #3
Hallo

ich habe einen Mann über eine Anzeige kennengelernt die er aufgegeben hatte. Ist so ähnlich wie SB, nur etwas langsamer. Wir haben uns stundenlang zusammen telefoniert. Als wir uns trafen waren wir uns scheinbar schon nahe, zumindest war es nie gestelzt und sehr innig. Nach vier Wochen sagte er mir es sei einfach nur angenehm mit mir und noch viel besser als er es sich erhoffte. Nach zwei Monaten schleppte er mich zu einer Familienfeier mit und stellte mich als seine Neue vor. Nach drei Monaten sagte er lass uns doch mal zusammen in den Urlaub fahren, dann müsste ich nicht dauernd dich oder du mich besuchen und wir hätten uns eine Weile ganz ohne Ablenkung. Ich habe mich sehr geborgen und gut gefühlt, daher kam die Trennung über Nacht mir sehr merkwürdig und unbegründet vor. Es war gar nichts vorgefallen weswegen man sich üblicherweise trennt, z.B. schwierige Gespräche über abweichende Ideen wie die gemeinsame Zukunft aussehen könnte. Das war mir viel zu früh. Ich war einige Jahre Single gewesen. Vielleicht habe ich Warnzeichen übersehen ? Ich weiss es nicht, gezeigt hat er mir immer nur totale Zuneigung und hat mich dauernd angerufen wenn ich nicht da war um zu fragen wann ich wieder komme. Trotzdem kam er dann morgens in die Küche und als ich ihn umarmen wollte wich er mir aus. Ich war total perplex. Und dann sagte er mit völlig veränderter Stimme ich solle jetzt ganz schnell gehen, er wolle keine Beziehung und das Beste wäre sich auf der Stelle zu trennen. Ich hätte ja bestimmt wie er "noch mehrere Eisen im Feuer" und wir wären ja noch ganz am Anfang. Als ich geweint habe hat er sich davon nicht beeindrucken lassen. Ich habe gepackt und bin gefahren. Bis heute weiss ich nicht was eigentlich in ihn gefahren ist denn er hat sich niemals wieder gemeldet und ich bin völlig ratlos und komme auch nicht zur Ruhe ob es nun an mir lag oder an was anderem.
 
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Gast

  • #4
Nein, an dir hat es sicher nicht gelegen. Ich glaube, es gibt einfach den Typ Mann, der so tickt wie von dir beschrieben. Solche Männer sind meiner Meinung nach wenig empathisch und dafür umso egoistischer. Mir ist etwas ähnliches auch schon passiert und ich konnte es zum Glück relativ schnell abhaken. Ich glaube nicht, dass das Verhalten deines Freundes vorsätzlich war, er hat einfach in dem Moment so empfunden und die Konsequenzen gezogen. Auf mich wirkt solches Verhalten extrem kalt und deshalb solltest du auch nicht allzu viel trauern. Wer zu solchen Aktionen fähig ist, handelt in anderen Situationen ähnlich. Vielleicht hast du dir Schlimmeres erspart.
w
 
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  • #5
Ja, sowas ist meist überhaupt nicht nachvollziehbar für denjenigen, der ratlos zurück bleibt.
Mir ging es vor kurzem ganz ähnlich. Ob es schon eine Beziehung war weiß ich gar nicht, da das nie offen angesprochen wurde aber es waren zumindest 6 Wochen mit regelmäßigen Treffen, vielen Unternehmungen und allem. Eben wie ein Paar..
Und dann war es auch über Nacht vorbei und ich hab bis heute keine Erklärung oder überhaupt irgendeine Reaktion auf meine Frage was los sei erhalten.

Gleichzeitig war ich aber auch mal in der Situation eine Beziehung zu beenden, weil ich den Kopf nicht frei hatte und gemerkt habe, dass mein Herz nicht frei war. Es schwirrte mir noch ein anderer Mann im Kopf rum aus vergangenen Tagen- der plötzlich wieder präsenter wurde. Ich kam mit dem besagtem Mann nie zusammen aber es hat gereicht um festzustellen, dass die Gefühle für den anderen Mann leider nicht(mehr) ausreichten.
Manchmal ist das Leben so. Gefühle sind leider nicht beeinflussbar und meist wird zumindest ein Mensch verletzt. Wichtig finde ich immer nur, dass man offen und respektvoll miteinander umgeht. Heute leider nicht immer der Fall.
 
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Gast

  • #6
Nein, eine Trennung geht immer mit monatelanger emotionaler Entfernung voraus, die Frauen nicht spüren. Frauen lieben diese harmonische Plateauphase in Beziehungen. Das ist bei Männern aber meist ein tötlicher Grund, die Beziehung zu beenden oder fremdzugehen, weil es spannungslos ist! Warum verstehen Frauen das nicht endlich mal? Keine Spannung = kein Beziehungsinteresse. Für Männer ist die Mission dann erledigt, wenn es kein Abenteuer und keine Herausforderung gibt. Man(n) eiert nicht gerne ziellos in der Gegend herum.

Klar, unter Zusammenleben stellt Mann sich manchmal auch was anderes vor, z.B. dass die Freundin so spannend bleibt, wie sie vorher war. Aber meist werden Frauen sehr gelassen, wenn sie ein festes "Objekt" an sich gebunden haben und vergessen, dass auf der Welt noch andere erregende Frauen herumlaufen, die nicht so gelassen sind.
 
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Gast

  • #7
Hallo

Und dann sagte er mit völlig veränderter Stimme ich solle jetzt ganz schnell gehen, er wolle keine Beziehung und das Beste wäre sich auf der Stelle zu trennen. Ich hätte ja bestimmt wie er "noch mehrere Eisen im Feuer" und wir wären ja noch ganz am Anfang. Als ich geweint habe hat er sich davon nicht beeindrucken lassen. .
Dieser Mann hat aber mehr als ein Problem gehabt. Für mich klingt das nach Beziehungsunfähigkeit. Erst ganz dicht dran und dann wegstoßen. Auf mich wirken solche Menschen immer total gespalten. Ein Schritt vor, 10 zurück.

Es ist gut wenn sich das schon am Anfang zeigt, das macht es nicht einfacher, aber der Schmerz lässt sich eingrenzen. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen heute Gefühle zu haben und morgen keine mehr. Entweder herrscht da eine Wahnsinnsangst vor sich zu verlieren oder es waren von Anfang an gespielte Gefühle. Ein Mensch der seine Mitte hat ist sich seiner Gefühle sicher. Nur jemand der selber gefühlsmäßig zerstreut ist verunsichert den anderen oder treibt ihn von sich weg.

w45
 
  • #8
Ich bin 53 und habe so etwas noch nie erlebt. Heute alles toll und morgen getrennt, so kann es doch nur Leuten gehen, die über keinerlei Empathie verfügen. Ich merke doch, wenn einer keine Lust mehr auf Beziehung hat.
 
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Gast

  • #9
Das habe ich auch schon hinter mir. Meiner hat aber erst schön Streit provoziert. Dabei wäre doch ein ,,hab jemanden kennen gelernt,, ,,wir passen nicht zusammen" besser aber na ja. Ich glaube zu meiner goldenen Regel wird die 1.j Regel. Ein Jahr keine großen Gefühle zulassen und dann schauen. Beziehungsunfähige Menschen haben nach 0.5-1 J Angst und hauen ab. Will nicht mehr so dreist verletzt werden.
 
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Gast

  • #10
Ich hätte ja bestimmt wie er "noch mehrere Eisen im Feuer" und wir wären ja noch ganz am Anfang.
Er hat dir den Grund für die Trennung doch eigentlich gesagt. Wenn er zugibt in dieser instabilen Anfangsphase weiterzudaten, hat er wahrscheinlich jemand interessanteres kennengelernt.

Um sich nicht der Trennung wegen schuldig zu fühlen, die ja von ihm ausging, proiiziert er sein Handeln auf dich und unterstellt dir, du hättest genauso wie er nach anderen geschaut. So fühlt er sich weniger verantwortlich, und kann für sich sauber abschließen. w
 
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Gast

  • #11
Menschen Frauen wie Männer, die so was machen, haben von Anfang an mit falschen Karten gespielt, nur um schnell ans Ziel zu kommen und das Ziel heißt SEX und Punkt. Der Partner hat ebne dieses Spiel mit einer solchen Strategie nicht als Spiel bemerkt! (m)
 
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Gast

  • #12
Menschen Frauen wie Männer, die so was machen, haben von Anfang an mit falschen Karten gespielt, nur um schnell ans Ziel zu kommen und das Ziel heißt SEX und Punkt. Der Partner hat ebne dieses Spiel mit einer solchen Strategie nicht als Spiel bemerkt! (m)
Klar, jetzt ist der Andere zu doof, weil er die Spielregeln nicht kapiert hat bzw. die falschen Karten ja selbst in die Hand genommen hat.

Fakt ist, da draussen laufen viele solche männlichen und leider auch weiblichen unreifen Menschen rum, die zu erkennen ist oft nicht so einfach, weil manche ganz geschickt im Verhalten und auch in der Kommunikation sind. Das ist ja das perfide daran, dass die ne ganze Weile was so echt vorspielen können, aber dann die Anstrengung nicht mehr schaffen und dann von heute auf heute aussteigen. Ein Psychologe bzw. Psychiater hätte bestimmt eine Diagnoese zu so einem Verhalten. Sicherlich spielt eine gute Portion Bindungsangst eine Rolle.

w,50
 
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Gast

  • #13
Die Beziehung läuft super, alles ist wunderschön, es gibt keinen Streit, kein Problem, einfach gar nichts und von jetzt auf gleich beendet ihr die Beziehung.
Das glaube ich nicht. Bei 3-Wochen-Beziehungen könnte es noch sein, dass manche Menschen mehrere Sachen parallel laufen haben und sich irgendwann spontan entscheiden und dann wegen schlechtem Gewissen so handeln. In einer richtigen Beziehung äußere ich, wenn mir etwas nicht gefällt. Das Problem ist, dass manche Menschen Probleme nicht hören wollen und übergehen und dann "aus allen Wolken fallen", wenn der oder die andere die Konsequenzen zieht.

m, 46
 
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Gast

  • #14
Ich war 17, als sich mein erster Freund nach einjähriger Beziehung von mir trennte und ich fiel aus allen Wolken.
Er sagte es mir an unserem Jahrestag und ich hatte sogar eine Rose für ihn.

Weil für mich die Welt vollkommen in Ordnung war.

Ich hatte die vielen Anzeichen nicht gesehen, im Nachhinein dann aber doch.
Und ich habe in allen künftigen Beziehungen sehr schnell sämtliche Anzeichen seiner bevorstehenden Trennung gesehen, einschließlich derer, die gar nicht vorhanden waren.

Dieses Trauma bin ich nie losgeworden.

Ich denke, auch bei dir gab es Anzeichen...

w 47
 
  • #15
Klar, unter Zusammenleben stellt Mann sich manchmal auch was anderes vor, z.B. dass die Freundin so spannend bleibt, wie sie vorher war. Aber meist werden Frauen sehr gelassen, wenn sie ein festes "Objekt" an sich gebunden haben und vergessen, dass auf der Welt noch andere erregende Frauen herumlaufen, die nicht so gelassen sind.
Männer bleiben für eine Frau auch nicht wie zu Beginn spannend und interessant. Das ist in der Natur der Sache, weil man sich am Anfang gar nicht kennt und der andere ist ein fremdes Wesen, welches es zu entdecken gilt. Diese "Entdeckungsreise" des anderen ist das Spannendste - beidseitig!

Irgendwann lernt man sich immer besser und besser kennen, weiss, dass der andere den Kaffe mit 2 Zuckerwürfel aber ohne Milch trinkt, dass er sich beim Film "rien à déclarer" sich zu Tode lacht und den Film immer an verregneten Sonntagen schauen will...

Nein, spannend kann niemand über Jahre oder Jahrzehnte bleiben, sondern andere Beziehungsqualitäten werden wichtiger: Geborgenheit, Gemütlichkeit, Entspanntheit, Vertrautheit, Sicherheit. Die erste Beziehungszeit wird von Gefühlen der Neugierde, Nervosität, Aufregung, Spannung dominiert.

Beides ist ein normaler, natürlicher Verlauf sich einer fester und innig werdender Beziehung.
Willst du nur Spannung musst du alle 6 Monate eine neue Frau suchen, wenn du die anderen Qualitäten als langweilig empfindest. Es ist sehr anstrengend, ermüdend und gesundheitsschädigend in Beziehungen immer eine Achterbahnfahrt zu machen sprich immer Action und Ideen zu bieten, nur, um immer spannend zu bleiben. Auf Dauer ist das nur Stress pur und der Mensch kann sich nicht erholen und entspannen.
 
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Gast

  • #16
Wo alles oberflächlich ist braucht man sich eigentlich nicht wundern, wenn ab dem Zeitpunkt wo Tiefe entstehen könnte, Reissaus genommen wird. Ich denke, es ist eine Mentalitätswandlung in der heutigen Zeit - kaufste, müsste man ml ölen oder vielleicht mal nachjustieren? Ach nee, wegschmeissen ist einfacher, weiss eh keiner mehr wie man was repariert, kaufste neu, "Made in China" ist auch nicht dafür gedacht länger zu halten.

So steigert man sowohl Bruttosozialprodukte als auch "Leere", welche wiederum zu Bedürfnis nach Kompensation ergo wiederum zu mehr Umsatz und, ach, wer hätte das gedacht, Leere führt.

Ich denke, diese Denke ist nunmehr eben auch in de Beziehungsmustern angekommen. Einzelne gab es sicher schon immer die so unterwegs waren, aber gefühlt ist genau das heute Mainstream. Und wer schwimmt schon gegen den Strom, gerade heute?
 
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Gast

  • #17
Hallo zusammen

Kennt Ihr das Buch "So nah und doch so fern"? Ich denke nicht, dass es hier um Männer oder Frauen geht, sondern um Ängste.

Mir (m/47) ist vor ein paar Monaten das Gleiche widerfahren. Wundervolle 7 Monate, in denen ich nie das Gefühl hatte, dass sich meine Partnerin unwohl fühlte und sich z.B. distanzierte. Wir haben eine sehr intensive Zeit zusammen verbracht, viel gemeinsames Unternommen, mal wichtiger für mich, mal wichtiger für sie, aber immer für beide ok, hatten das Sein und Geniessen für uns gepachtet. Eingekauft, gequatscht, ernsthaft diskutiert, zusammen gekocht, gegessen, wunderbarer erfüllender Sex. Sie hat mich ihren Freunden vorgestellt, ich sie meinen (beide mit Freude und auch einem gewissen Stolz über das erfahrene Glück), die Familie kam dazu, beiderseits. Bis zur letzten Minute hatte ich nie das Gefühl, dass es nicht so weitergehen sollte, dass wir uns für den anderen verbogen haben. Es war ganz viel Ehrlichkeit, Vertrauen und Offenheit mit im Spiel.

An unserem letzten Wochenende, das alles andere als langweilig war, erzählte sie mir noch von einer Bekannten, die sie in einem Laden getroffen habe und die sie darauf angesprochen hat, wie zufrieden und glücklich sie aussehe. Als "Grund" hat sie die Begegnung mit mir, die gemeinsame Zeit angegeben. Und dann der finale Abend: Nach einer Velotour und einem Stadtbummel in einem Restaurant zusammen einen WM-Match geschaut, der Heimweg, auf dem sie so verändert war, die Diskussionen auf dem Balkon über das Warum, Herz verknotet, sämtliche Freuden abgeschafft! Danach eine der sehr seltenen Nächte ohne Sex oder Zärtlichkeiten, mein gehen am nächsten Morgen mit diesem beklemmenden Gefühl, da ich wirklich nicht herausfinden konnte, was auf einmal passiert war, schon gar nicht nachvollziehen konnte. Eine Woche Funkstille und dann die (erlösende) Antwort, dass sie festgestellt habe, dass sie mich extrem fest gern habe, mich aber nicht liebe. Punkt! Und dafür brauchte sie über sieben Monate.

Angst vor Bindung und vor den eigenen Gefühlen beschreibt es aber wohl am Besten. Und da stellt sich die Frage, wie gut sich das Gegenüber selber kennt, wie intensiv sich der Partner / die Partnerin mit den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und auch Ängsten auseinander gesetzt hat. Nur zu wissen, was ich nicht will, reicht ab einem gewissen Punkt nicht mehr. Unreife oder Unfähigkeit, sich mit den eigenen Wünschen auseinander zu setzten und Ehrlichkeit zu sich selber? Gemeinhin wird uns Männern diese Unfähigkeit unterstellt. Meine Erfahrungen sind anders!

Ich will die Zeit nicht missen - keinesfalls, für das war sie zu intensiv! Und das plötzliche Ende kann ich nicht wenden, will ich auch nicht mehr. Ich hätte kein Vertrauen mehr in ihre Gefühle. Sie in ihre eigenen mit grosser Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr!

Liebe Grüsse
C.
 
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Gast

  • #18
Eine Woche Funkstille und dann die (erlösende) Antwort, dass sie festgestellt habe, dass sie mich extrem fest gern habe, mich aber nicht liebe. Punkt! Und dafür brauchte sie über sieben Monate.
C.
Mag sein, dass die Frau Angst vor Bindung hat, aber nach 7 Monaten Beziehung zu erwarten, dass der Andere einen liebt, finde ich viel zu früh und ehrlich gesagt naiv.

Hat sie mit dieser Begründung die Beziehung zwichen euch wirklich beendet? Was hat ihr denn gefehlt, wirklich die großen Liebesgefühle? Dann war sie wirklich noch nicht reif für eine verbindliche Beziehung, oder sie hat dich nur zum üben genommen.

Es ist heutzutage schon sehr viel, wenn man sich gut versteht, den Anderen schätzt, es guten Sex gibt, es eine respektvolle und tiefe Beziehung ist. Mir würde es völlig reichen, wenn mir ein Mann nach einem Jahr sagen würde, dass er mich liebt. Auf Worte gebe ich eh nicht so viel, sondern eher auf Taten eines Mannes.

Kann es sein, dass du zu schnell, zu viel wolltest, zu viel gegeben hast und damit die Frau überfordert hast?

Also wenn ich mich mit einem Mann solange so gut verstehe und der Sex dazu noch gut ist, der Mann auch ansonsten mir gut gefällt, Charakter hat usw., warum sollte ich so ein seltnes Mannesstück gehen lassen?

Gerne hätte ich gelesen, wie die besagte Frau eure Beziehung gesehen hat.

w
 
  • #19
Meine Trennung liegt nun bald vier Monate zurück. Zwischenzeitlich ging es mir recht gut - ich habe auch meine Strategien, um das Geschehene zu verarbeiten - aber momentan klafft die Wunde wieder ziemlich stark.

Die Überschrift trifft es ziemlich genau: Zwei Wochen vorher hatten mein Ex-Freund und ich noch den gemeinsamen Urlaub gebucht, über das lang ersehnte Zusammenziehen gesprochen (wir lebten in einer Fernbeziehung, sahen uns aber sehr regelmäßig und das Ende der Fernbeziehung war sehr absehbar), übers Heiraten. Am Abend vorher schrieb er mir, dass er mich liebt.

Keine 24 Stunden später reichten Gefühle plötzlich nicht mehr aus.

Und bei uns geschah dies nicht nach ein paar Monaten. Wir waren über 3,5 Jahre zusammen ... Ich denke, die Metapher mit den kalten Füßen ist hier zutreffend. Midlife Crisis ist bei seinem Alter zu früh (29 J.), dann wohl eher "Quarterlife Crisis". Er stand kurz vor der Fertigstellung seiner Promotion und hatte Panik vor der Zeit danach (bei seinem Studiengang auch nicht ganz unberechtigt ...). Auch hatte er damit zu kämpfen, dass er das "lockere Studentenleben" bald aufgeben muss.

Diese Faktoren konnte er nicht beeinflussen - das Beenden der Beziehung war das einzige, was er in der Hand hatte.

Und ja: Es gibt Trennungen, in denen es vorher keinerlei Anzeichen gab, die auf ein Ende hingedeutet hätten. Es ist ein Widerspruch in sich, wenn so eine Antwort wie von #7 kommt, dass so etwas nur Menschen widerfahren kann, die über keine Empathie verfügen; vor allem, wenn sie vorher noch betont, ihr sei solch eine Trennung noch nie passiert.

Ich sehe mich als sehr empathischen Menschen. Und dennoch: Auch jetzt, nach fast vier Monaten und einer bewussten Verarbeitung und innerer Reflexion unserer Beziehung kann ich sagen: Es gab keine Anzeichen. Ihn kennend und nachzuvollziehen versuchend, was in ihm vorgegangen sein muss, kann ich im Nachhinein einiges erklären. Während der Beziehung gab er mir jedoch nicht den geringsten Anlass, an seinen Gefühlen zu zweifeln.

Ja, ich werde es überleben. Es tut aber verdammt weh - meine Zukunftsplanung war darauf ausgelegt, mit ihm langfristig zusammen zu bleiben, und ja, dies war meine eigene Entscheidung. Wie gesagt sah ich jedoch keinen Grund, daran zu zweifeln.

Ihm habe ich mit auf den Weg gegeben, dass ich ihm wünsche, dass er solch eine Art und Weise des Trennens nie selbst erfährt. Und das war wirklich ernst gemeint.

W31
 
  • #20
Also erstens schreibst Du nicht Dein Alter, solche Spontanaktionen im emotionalen Bereich schreibe ich noch Teenagern und Twen zu, dann aber nicht mehr, es sei denn sie hätten einen an der Klatsche.

Das reife Männer/Frauen so handeln glaube ich nie und nimmer.
Diese trennen sich nicht von heut auf morgen und haben gestern noch von der großen Liebe gefaselt, sowas kenne ich auch nicht aus dem Umfeld.

Wenn eine Trennung anstand und sie vollzogen wurde, hatte es davor schon heftig gekriselt, man fand keinen Konsens mehr.

Dieses - gestern liebte er mich noch - und heute ist Schluß - kommt bei mir sehr subjektiv an, objektiv glaube ich das niemals.
 
  • #21
Das reife Männer/Frauen so handeln glaube ich nie und nimmer.
Diese trennen sich nicht von heut auf morgen und haben gestern noch von der großen Liebe gefaselt, sowas kenne ich auch nicht aus dem Umfeld.i

Wenn eine Trennung anstand und sie vollzogen wurde, hatte es davor schon heftig gekriselt, man fand keinen Konsens mehr.

Dieses - gestern liebte er mich noch - und heute ist Schluß - kommt bei mir sehr subjektiv an, objektiv glaube ich das niemals.
Fernbeziehung = emotionale Distanz = Angst vor dauerhaften Nähe und Verbindlichkeit. Das ist das, was diesen Mann in die Flucht getrieben hat, das Gefühl, dass das Zusammenziehen das endgültige Aus seiner Freiheit und Unabhängigkeit ist. Zusammenwohnen ist vermutlich für ihn ein Synonym für Gefängnis!

Dass auch Erwachsene so handeln, kenne ich ja von mir selbst persönlich und zwar als ich einen festen Freund hatte, der zu sehr an mir hIng und ich das Gefühl hatte, dass er mir die Atemluft wegnimmt. Obwohl wir Fernbeziehung hatten und der manchmal 3-4 Tage bei mir war sei es, weil er frei hatte oder weil es auch Feiertage gab, so merkte ich, dass ich Zeit für mich alleine brauchte und sehr oft ihn alleine in meiner Wohnung gelassen hatte und kurz nach draußen gegangen bin sei es den Briefkasten zu leeren oder auch einzukaufen oder jemanden kurz zu treffen, während ich ihn alleine in meiner Wohnung zurückliess.
Erst ohne ihn alleine fühlte ich mich wohl konnte ich irgendwie mich selbst sein und hatte kein Gefühl erdrückt zu sein. Als er bereits nach vier Wochen erwähnte, er könne sich vorstellen mit mir zusammen zu wohnen, dann kriegte ich fast Panik bei der Vorstellung mit ihm unter dem selben Dach zusammen zu leben.

Offensichtlich habe ich mich zu sehr an das meiste Singledasein gewöhnt, so dass für mich einen Partner zu haben, der sehr viel Zeit in meiner Wohnung verbringt oder mit ihm zusammen zu leben, so gut wie gar nicht vorstellbar ist. Ich weiss selbst nicht, ob ich dafür überhaupt geeignet bin.
Ich kann mich sehr wohl mit mir alleine beschäftigen mit meinen Hobbys: mit Lesen, Malen usw. so dass ich keine dauerhafte Präsenz eines Partners brauche.

Aber vielleicht liegt es auch daran, dass es keinen Mann gab der mir so gut gefallen hätte um mit dem mir ein Zusammenleben vorstellen zu können ausser bei einem, der nicht mehr liebt.
Diese Problematik beschreibt auch Stefanie Stahl in ihrem Buch "Jain".
 
  • #22
Klar, unter Zusammenleben stellt Mann sich manchmal auch was anderes vor, z.B. dass die Freundin so spannend bleibt, wie sie vorher war. Aber meist werden Frauen sehr gelassen, wenn sie ein festes "Objekt" an sich gebunden haben und vergessen, dass auf der Welt noch andere erregende Frauen herumlaufen, die nicht so gelassen sind.
Welch ein Unsinn, dass es nur daran liegt, weil die Frauen gelassen wurden! Männer und Frauen lernen sich mit der Zeit so gut kennen, dass sie sogar voneinander wissen, wie der andere denkt, was er als nächstes tut, wie er mit ihr spricht, was er gerne isst, was er gerne im TV schaut.

Eine Liebesbeziehung ist nur einige Monate geprägt von heftigen Adrenalinkicks, weil man verliebt ist und mit der neuen Partnerin aufregende Dinge unternimmt u.a. gehört auch der Sex dazu! Hormonrausch pur!

Das ist auch mit bildgebenden Verfahren (CT) vom Hirn nachgewiesen, dass die Menschen während der Verliebtheit (bis zu einem Jahr) Aufregung pur und auf der Suche nach Sensation Seeking immer neue Erregungsreize erleben und Dopamin und Serotonin verstärkt ausschütten. Nach der Verliebtheitsphase als Ausnahmezustand, welches einem Drogenrausch gleicht, tritt die Beruhigung der Erregung ein, die Gelassenheit, die Gewohnheit, der ruhige und beruhigende Alltag ein, was manche Menschen eben mit dem Tod und Stillstand gleichgesetzten.

Für neue Erregungszustände und "Kicks" braucht ein Mann nicht ständig eine neue Frau, sondern er kann genauso Mountainbiking, Klettern, Fussball spielen, Springreiten, Kajak fahren usw.
Klar, er kann seine Freundin verlassen, weil sie ihm keine neue Reize, Aufregung und keine Adrenalinausschütung mehr bietet und sich die nächste nehmen. Viell. macht die nächste Bungee Jumpung, dann würden diese zwei gleich gestrickte Menschen zusammen besser passen.

Ansonsten ist nach spätestens einem Jahr der Reiz an der neuen Frau auch verflogen, weil sie im übertragenen Sinne für ihn Stillstand und Tod bedeutet er muss auch diese verlassen und sich eine weitere suchen. Das gleiche Spiel in Endlosschleife.

Die Abenteuerlust kann der Mann auch anders ausleben, wie M. Schumacher, statt dass er dafür seine Frauen dauernd auswechselte. Dafür aber lag er im Koma. Die Frauen zu wechseln für ein neues Sensation Seeking wäre wohl für ihn ungefährlicher, für sie schlimmer ;-)
 
  • #23
Angst vor Bindung und vor den eigenen Gefühlen beschreibt es aber wohl am Besten. Und da stellt sich die Frage, wie gut sich das Gegenüber selber kennt, wie intensiv sich der Partner / die Partnerin mit den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und auch Ängsten auseinander gesetzt hat. Nur zu wissen, was ich nicht will, reicht ab einem gewissen Punkt nicht mehr. Unreife oder Unfähigkeit, sich mit den eigenen Wünschen auseinander zu setzten und Ehrlichkeit zu sich selber? Gemeinhin wird uns Männern diese Unfähigkeit unterstellt. Meine Erfahrungen sind anders!
Von dem von dir erwähnten Buch habe ich schon gehört aber nicht gelesen. Was du erlebtest erlebe ich auch gerade, wobei auch ich sogar mehr als ein Jahr mit einem Mann zusammen war/bin und genauso wie du wunderschöne Zeit erlebt mit gemeinsamen Unternehmungen wie Ausflüge, Sauna, Kino, Theater, Strassenmusikfestival, Fassnacht, DVD schauen, Einkaufen, Kochen, Essen usw.

Vorgestern waren wir kleine Möbelstücke für mich kaufen und er hat sie zusammen gesetzt aber zuvor sind wir wieder aufeinander gestürzt und doch bin ich nicht glücklich, weil es keine verbindliche Beziehung wird, denn dieser Mann hat (angeblich) einen Kinderwunsch, denn er nicht mit mir erfüllen kann. Aber Erfolg hat er nicht bei anderen Frauen, weil ihn offensichtlich noch keine will. Er weiß selbst und er sagte er würde nicht wissen, ob er mit einer anderen Frau es so schön haben würde wie mit mir.
Ich vermute auch Angst bei ihm vor einer festen verbindlichen Beziehung und Angst vor Verantwortung. Natürlich auch spielt bei jedem Menschen die Angst vor der emotionalen Abhängigkeit vom anderen.

Wer mit jemandem zusammen glücklich ist, der weiss, dass dieses Glück auf wackligen Beinen steht, weil die Beziehung zu Ende gehen kann! Doch die Beziehung muss nicht zu Ende gehen, wenn man sich über die eigenen Ängste, Wünsche und Bedürfnisse mit dem Partner bespricht - wie du es sagt - aber dafür muss sich jeder einzelne bewusst werden doch die wenigsten spüren wovor sie eigentlich Angst haben. Doch ich kenne mich selbst und ich weiss, dass ich bis vor einiger Zeit grosse Angst hatte mich emotional tief auf jemanden einzulassen.

Insbesondere beenden Menschen die Beziehung, wenn sie bereits mindestens einmal verlassen wurden, weil sie nicht noch einmal den Trennungsschmerz erleben wollen.
 
G

Gast

  • #24
Nein, eine Trennung geht immer mit monatelanger emotionaler Entfernung voraus, die Frauen nicht spüren. Frauen lieben diese harmonische Plateauphase in Beziehungen. Das ist bei Männern aber meist ein tötlicher Grund, die Beziehung zu beenden oder fremdzugehen, weil es spannungslos ist! Warum verstehen Frauen das nicht endlich mal? Keine Spannung = kein Beziehungsinteresse. Für Männer ist die Mission dann erledigt, wenn es kein Abenteuer und keine Herausforderung gibt. Man(n) eiert nicht gerne ziellos in der Gegend herum.
Tolle These. Das würde erklären, warum manche Männer solche Stressfrauen, Psychotanten oder Muttispielerinnen als Partnerin haben. Die erste hält sie total auf Trab mit kleinstem Mist, die zweite bietet durch ihr Verhalten ständige Unsicherheit, die letzte stellt dauernd neue Anforderungen, die ihr Bübchen zu erfüllen hat, bevor er mit dem Belohnungskeks im Kreis springt. Was auch die anderen beiden machen, der Partner der Stressfrau, wenn mal kein Stress ist, und der mit der Psychotante, wenn sie sich mal für einen Moment an ihn lehnt und sagt, er sei der einzige Mensch auf der Welt, der sie versteht.

Moderation: Chat auf das Wesentliche gekürzt
 
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Gast

  • #25
Angst vor Bindung und vor den eigenen Gefühlen beschreibt es aber wohl am Besten.
Kann sein. Kann aber auch sein, dass sie festgestellt hat, dass ihr nicht zusammen passt. Ihr wird irgendwas gefehlt haben, ob das nun gut ist, es in seinem Leben zu haben, oder nicht, sei mal dahingestellt. Eine Frau, die sich abarbeiten will an einem, der sie ständig in Unsicherheit lässt, weil ihr noch unbewusst ist, dass man für Liebe nicht hinterherrennen muss, braucht eben so einen Mann, statt einen zuverlässigen.

Unreife oder Unfähigkeit, sich mit den eigenen Wünschen auseinander zu setzten und Ehrlichkeit zu sich selber? Gemeinhin wird uns Männern diese Unfähigkeit unterstellt. Meine Erfahrungen sind anders!
Ja, das trifft Männer wie Frauen. Und jeder, der mit so jemandem zusammen ist, wird mit diesem Problem konfrontiert. Was Du nicht vergessen darfst ist, dass BEIDE so drauf sind, wenn die Beziehung länger besteht. Auch der andere hat solche unentwickelten Eigenschaften, die er durch den Partner erst lernt.
 
  • #26
Es gibt eine "innere Emmigration". Am Anfang ein Haufen
Gefühle und die schlechten Seiten werden ausgeblendet.

Je mehr Altag man lebt, desto eher wird man den schlechten Seiten des anderen gewahr und desto mehr stören sie einen.

Andererseits liebt man seinen Partner, schätzt die schon verbrachte Zeit und will den anderen auch nicht verletzen.
Und auch die Hoffnung, daß es vielleicht mal so wird wie am Anfang inklusive guter Mine zum bösen Spiel.

Doch die innere Emmigration schreitet weiter voran.
Bis zu dem Punkt an dem man sich so sehr selbst belügen muss, daß man nur noch eine Hülle anstatt einer Beziehung lebt. Irgenwann erkennt man die Hülle und dann trennt man sich von jetzt auf gleich.

Der Abnabelungsprozeß wird erst am Ende sichtbar.
 
  • #27
Ich denke, so ein abruptes Beziehungsende kommt gewöhnlich nur dann vor, wenn der Partner etwas über einen herausgefunden hat, was für ihn nicht diskutabel ist bzw. als verletzend empfindet (z.B. Partner ist fremd gegangen / Partner hat Verhütung heimlich abgesetzt / Partner hat intimste Geheimnisse weiter erzählt / Partner erzählt Dritten, dass man nur 2. Wahl für ihn sei / Partner lästert bei Dritten übelst über einen / man erfährt, dass man vom Partner in wesentlichen Dingen angelogen wurde / ...).

Der Partner muss meiner Meinung nach irgendetwas aus einer für ihn 100% vertrauenswürdigen Quelle erfahren haben, was für ihn ein so großes NoGo darstellt bzw. ihn so verletzt hat, dass er keine Hemmungen mehr hat bzw. Genugtuung daran empfindet, die Beziehung ohne Benennung der Gründe zu beenden und den Partner zur "Strafe" im Ungewissen zu belassen.

Alles andere (Test, Machtspiel, ...) halte ich bei festen Beziehungen, die gestern noch super waren, für nahezu abwegig.
 
  • #28
Gerne hätte ich gelesen, wie die besagte Frau eure Beziehung gesehen hat.
Ich glaube, das ist gar nicht so wichtig. Gast #16 es doch sehr schön beschrieben, wie es aus SEINER Sicht war. Und das ist doch hier bei dieser Fragestellung das Entscheidende: Man sieht die Beziehung als gut an. Der andere nicht. Es stimmt einfach was in der Kommunikation und / oder GEMEINSAMEN Wahrnehmung nicht. Und DAS ist das Schlimme. Wenn mir meine eigenen Sensoren signalisieren: Alles gut – MIT dem anderen. Und der andere PLÖTZLICH etwas anderes von sich gibt. Woran liegt es dann? An mir, an dem anderen? In dem genannten Beispiel wird die Frau sicher die Beziehung anders gesehen haben. War sie dann vielleicht eine gute Schauspielerin? Und DAS hat der Mann nicht gemerkt? Oder hätte er es merken MÜSSEN, sind also hier seine Sensoren nicht in Ordnung oder hat er etwas nicht wahrnehmen wollen?

Die Frage hier zielt doch nicht darauf ab, ob jemand Anzeichen nicht hat wahrnehmen WOLLEN, sondern einfach nicht wahrgenommen HAT. Es ist bestimmt schwer, hier eine allgemeingültige Antwort zu geben, denn mal Hand aufs Herz: Wer hat sich nicht schon selbst mal etwas eingeredet / schöngeredet, weil er es schön haben WOLLTE und damit nicht nur sich sondern auch den anderen belogen. Wer weiß/merkt das gleich? Und wenn es kommt, dann kommt es möglicherweise schlagartig. Für den anderen aus „heiterem Himmel“. Aber dennoch ist es immer noch besser so, als bei einer Lebenslüge zu bleiben.

Ich glaube auch, dass solche Situationen aus Ur-Ängsten heraus entstehen. Der Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach Nähe / Sicherheit / Geborgenheit und der gleichzeitigen Angst vor dem Verlust von Freiheit, Eigenständigkeit wie es Mandoline #20 schön beschrieben hat. Die Angst ist dann größer und die macht sich dann plötzlich Platz. Das hat dann gar nichts mit dem anderen zu tun, sondern mit der eigenen Angst. Und vielleicht und bestimmt ein Stück mit dem Konfrontieren der eigenen Wahrheit, die vorher verdrängt wurde und "plötzlich" sichtbar wird.
 
  • #29
Frauen lieben diese harmonische Plateauphase in Beziehungen. Das ist bei Männern aber meist ein tötlicher Grund, die Beziehung zu beenden oder fremdzugehen, weil es spannungslos ist!
Was spricht gegen Harmonie in einer Beziehung oder gegen Gelassenheit? Was spricht dagegen, mit der Zeit eine gewisse Sicherheit spüren zu wollen und sich Kontinuität zu wünschen? Ist das nicht eine normale Entwicklung, wenn sich Verliebtsein in Liebe verwandelt?
Natürlich sollte es auch verrückte und spannende Momente in einer Beziehung geben, aber wenn man mit jemandem über längere Zeit zusammen ist, ist er eben kein "unbekanntes Wesen" mehr.
Ein Mann, der immer nur den Kick sucht, für den eine Frau immer neu sein muss, der ist zu tieferen Gefühlen wohl nicht fähig.
 
  • #30
Manche Menschen sind schnell vom Gegenüber gelangweilt, wenn sie entweder zu schnell bekommen was sie wollen (Sex) oder eben zu langsam ...

Habe beides schon erlebt und glaub mir es lohnt sich nicht sich darüber einen Kopf zu machen. Das sind Mechanismen, die sich bei den besagten Personen immer wiederholen.

Thesen von wegen Urängsten etc. halte ich persönlich für übertrieben ... Wir haben heute ein Überangebot an Menschen und nicht jeder Mensch will zwingend eine Beziehung. Es gibt nun mal Menschen, die sich holen, was sie brauchen und das eben zu Lasten ihres Gegenüber.

Wer mit offenen Karten spielt, hat evtl. weniger Erfolg oder bekommt nicht die gewünschten Emotionen präsentiert. Menschen sind manipulativ.