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  • #1

Gewaltbereite Teenager - wie in die richtigen Bahnen lenken?

Während der Pubertät zeigen sich nunmal mehrere Seiten bei Jugendlichen. Was tun, wenn irgendwann die Gewalt ausprobiert wird? Ob nun unter den Geschwistern oder gegenüber den Eltern. Wie als Eltern verhalten? Außer Reden in der Hoffnung, sie hören einem zu und verstehen, dass es zum Glück andere und bessere Wege der Kommunikation gibt.
 
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  • #2
Schwierige Frage und ein Thema, vor dem sich vermutlich alle Eltern fürchten. Nun, zum einen bleibt zu hoffen, daß das Fundament für Gewaltfreiheit bereits zu Kleinkinderzeiten gelegt wurde. Die wichtigsten Lebensverhaltensregeln sollten nämlich bis zur Pubertät intus sein. Zum anderen würde ich mir als Erstes als Eltern Gedanken machen, woher der Wille kommt, einen Konflikt mit Gewalt zu lösen oder ob es unterschwellig Probleme gibt, welche der Teenie so lösen zu müssen glaubt. Also zum einen ein Gespräch suchen. Zum anderen würde ich klarmachen, daß Gewalt als Problemlösung in unserer Familie nichts zu suchen hat und dieses Verhalten als nicht akzeptabel kennzeichnen. Zwar suchen Teenies in diesem Alter die Reibung zu den Eltern, doch klare Standpunkte sind vermutlich ebenso willkommen.
Wenn zeitweise wieder Vernunft eingekehrt ist, würde ich nochmals ein Gespräch suchen und Folgen und Perspektiven unterschiedlicher Handlungen erörtern, dabei den Pubertierenden mit seinen Sorgen und Nöten ernst nehmen.
(Hoffentlich trifft es mich nie...)
meint Constanze
 
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  • #3
Constanze hat ja schon alles gesagt. Ich wäre vermutlich auch überfordert... Mir fiele nur noch ein, die jungen Leute sich beim Sport abreagieren zu lassen. Wenn es eskaliert, würde ich bei Pro Familia oder einer Organisation dieser Art Rat und Hilfe suchen.
 
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  • #4
OK, vielen Dank, aber gibt es Niemanden, der damit bereits Erfahrungen gesammelt hat - sammeln musste? egal, ob negativ wie positiv! Das Thema könnte u.U. doch alle hier lesenden/schreibenden Eltern betreffen bzw. gerade bei Söhnen, aber zunehmend leider auch bei Töchtern betreffen. Und bekanntermaßen hat es nichts mit einem schlechten Elternhaus zu tun - sondern gerade Söhne/Töchter aus sog. guten Haus ticken plötzlich aus und rebellieren oder kommen in schlechte Gesellschaft.
 
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  • #5
Kennst Du die Freunde Deiner Kinder? Die würde ich als nächstes unter die Lupe nehmen. In der Pubertät lösen sich ja die Kinder bekanntlich von den Eltern und machen ihr Ding und ihre Freunde haben dort einen wichtigen Stellenwert - in jeder Richtung. Zur Not auch das Gespräch mit den Eltern der Freunde suchen.
Teenager ticken ja nie ohne Grund aus - und den muß man finden.
Sollten Sie dennoch ohne Grund austicken, dann braucht der Jugendliche ein strengeres Korsett für seinen Tagesablauf, kombiniert mit der Möglichkeit, seine überschüssigen Energien irgendwie loszuwerden. Wie schon #2 geschrieben hat, könnte Sport oder eine körperlich-kreative Beschäftigung (Holzhacken, beim Bauern Misthaufen umsetzen, Töpfern, Schweißen, Gärtnern etc.) helfen, Dampf abzulassen und sich sinnvoll betätigen.
Constanze
 
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  • #6
@3 von 2: das klingt ja fast verzweifelt. Ich glaube nicht, dass das Forum dann der richtige Ansprechpartner ist. Ich würde mich an Erziehungsberater, Schulpsychologen o.ä. wenden, wenn es öfters vorkommt und kein einmaliger Ausrutscher ist. Mach Dir keinen Kopf, dass das ein schlechtes Licht auf Dich und Deine Familie werfen könnte! Ein viel größerer Fehler wäre es meines Erachtens, die Sache aus falschem Scham einfach laufen zu lassen.
 
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  • #7
@5: Ich bin nicht verzweifelt - es häuft sich nur in meinem weiteren Bekanntenkreis, dass Jugendliche gewalttätig werden bzw. sind, auch gegen die Eltern bzw. in diesen Fällen, auch gegen die neuen Partner. Und ich, da auch Mutter einer Tochter, mir so langsam meine Gedanken mache, wie dem eigentlich entgegen zu wirken wäre bzw. ist. Denn wie Constanze schon schreibt, man stellt die Weichen zwar bereits in der Kindheit - und dann?
 
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  • #8
Ich hab zu Hause schon ein paar wilde Jungs, die ich an die frische Luft setzte wenn sie mir zu sehr raufen.

Das Allererste ist Ehrlichkeit zu sich selbst und dem Jugendlichen. Für beide ist es anstrengend! Und man muss aufpassen dass einem vor lauter Anstrengung die Liebe nicht abhanden kommt.
Damit Du Dir eine ungefähre Vorstellung von meinem Temperament machen kannst:

Ich lasse schon mal einen ordentlichen Brüller los, wenn es nicht so läuft wie besprochen und habe schon das ein oder andere Mal einen herum flippenden 15Jährigen festhalten müssen, um ihm mit deutlichen Worten zu erklären, dass es so nicht läuft. Hinterher finde ich mich manchmal selbst peinlich, vor allem wenn der Hals schmerzt und dann versuche ich die Situation gemeinsam mit dem „Bengel“ noch einmal zu besprechen. Klare Regeln setzen und auch selbst Versprechen halten können gehört auch dazu. So nach dem Motto „Was Du nicht willst das man Dir tu das füg auch keinem anderen zu.“

Mein Großer ist während der Pubertät so „ausgetickt“ dass wir öfters mal einen älteren Freund von mir besuchten, den er auch wertschätzte, um Verträge Dieser Art auszuhandeln:

Was wünsche ich mir von meinem Kind und umgekehrt. Welche Freiheiten darf er haben? Damals ging es z.B. um wie viele verrotzte Taschentücher im Zimmer liegen bleiben dürfen, ein paar Jahre später können wir jetzt darüber lachen. Diese Zeit war aber extrem anstrengend für uns.

Ich habe mir Hilfe beim Jugendamt geholt, war beim Psychologen (allein), bei der Kinder- und Jugend Erziehungsberatungsstelle und hielt engen Kontakt zu seinen Lehrern. Für ein paar Monate ging er dann zu seiner Oma, die in Ausland lebt, was unsere Situation erheblich entschärfte. Ich gab einen Halbwilden zu meiner Mutter und habe einen einigermaßen normalen Jugendlichen wieder bekommen.
Manchmal hilf nur so ein drastischer Schritt, aber in unsrem Fall war er das Beste.

Falls Du alleinerziehend sein solltest, so hol Dir Hilfe! Schnell! Die kaputten Nerven ist es nicht wert, ich habe in meinem Fall viel zu lange gewartet.

Ich weiß dass diese zeit extrem anstrengend sein kann, sprich daher die unangenehmen Dinge an, wenn es Dir selbst gut geht, nicht im genervten Zustand, da läuft die Information eh schon auf dem falschen Kanal.
Niemand ist perfekt, auch ein Erwachsener muss in der Lage sein Fehler einzugestehen.
Kümmere Dich immer noch genügend um Dein eigenes Wohl so dass Du nicht so in ein emotionales Minus gerätst dass es Dir unmöglich macht Dein Kind zu lieben und zu versuchen es zu verstehen.
In der Pubertät muss das Gehirn neue Verbindungen schaffen, dass bedeutet Streß für Dein Kind und manchmal kann er einfach nicht anders. Stell Dir einfach einen ständigen lauten Störton vor, wie ginge es Dir damit?


Es ist eine Zeit, die nicht immer einfach sein kann, aber es ist auch schön zu sehen, dass der Kerl von dem man manches Mal dachte er würde es nie kapieren, mit 19 Jahren das Silikonmonster von seinem Handy verbannt und dann plötzlich mit einem ganz niedlichen weiblichen Wesen vor Dir erscheint, dass Dir die Hand gibt und artig sagt : Guten Tag Frau... ich bin die ….
Spätestens in diesem Moment überkommt Dich das Gefühl doch etwas richtig gemacht zu haben und Du lässt Dich entspannt lächelnd auf Dein Sofa fallen...

Viel Erfolg für Euch beide
 
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  • #9
@6 von 5: Mich hast Du auch zum Nachdenken gebracht mit Deiner Frage!
Ich denke, es kommt darauf an, wie diese Gewaltbereitschaft ausgeprägt ist.
Ich habe mich als Jugendliche mit meinen Geschwistern auch unter Körpereinsatz gestritten. Wenn die Beteiligten ungefähr gleich stark sind und sie von allein eine Grenze erkennen, und wenn es nicht zu oft vorkommt, halte ich das für nicht unbedingt bedenklich.
Wenn mein Kind allerdings mir gegenüber ziemlich raue Umgangsformen an den Tag legt, würde ich versuchen, die Hintergründe zu erfahren, aber gleichzeitig deutlich machen, dass es so nicht mit mir umgehen kann.
Wenn mein Kind als Teenie richtig ausrasten würde, hätte ich körperlich keine Chance. Wenn es völlig ohne Hemmungen mich verprügeln würde, würde ich ihm hinterher sagen, dass ich es beim nächsten Mal anzeigen oder dem Jugendamt übergeben werde. Mutterliebe hin oder her, so weit geht sie bei mir dann doch nicht. Aber bevor es mal zu einer Prügelei kommt, hoffe ich, dass ich schon vorher erkannt hab, dass bei meinem Kind etwas nicht in Ordnung ist und ich irgendwas machen muss.
 
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  • #10
siri
Respekt ist das Zauberwort.

Ein Kind dem Respekt und Achtung engegengebracht wird, wird nicht auf die Idee kommen, seine Eltern gegenüber gewalttätig zu werden. Wie man so schön sagt: in einen Topf ist immer das drin, das man reingetan hat.
Die Pupertät ist weder für Kinder noch für deren Eltern ein reines Vergnügen, aber bewältigbar. Daß es wichtig ist, die Freunde der Kinder zu kennen, ist richtig. Und, auch sie nicht so sehr begeistern, sollte man sie nicht pauschal kritisieren, sondern sich sachlich mit deren problematischem Verhalten auseinandersetzen.
 
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