• #1

Gibt es einen Neuanfang nach schrecklicher Vergangenheit?

Hallo!
Ich bin neu hier und habe mal eine Frage.
Meine ex und ich waren fast 5 Jahre zusammen, wir haben auch einen gemeinsamen Sohn und sie noch eine Tochter.
Seit Dezember sind wir getrennt. In den 5 Jahren gab es zwischen uns sehr oft Streit. Nicht nur verbal leider auch körperlich (rangelei von ihr ausgehend) und es wurden materielle Dinge zerstört (von ihr).
Wir hatten ca. 1 Monaten Funkstille.. wenn hat man sich nur ganz kurz gesehen wegen unserem Sohn. Seit Ende Januar haben wir nun wieder regelmäßigen Kontakt. Haben auch schon wieder Sachen zusammen unternommen und hatten desöfteren auch sex. Ich würde sie gerne zurück haben.. aber sie zweifelt. Sie hat Angst vor der Vergangenheit und dass sich die wiederholen wird. Unser Problem in der Vergangenheit war die Kommunikation, denn die fand nicht statt. Sie meinte jetzt vor 1-2 Tagen, dass sie keinen Kontakt mehr möchte und frei sein möchte. Wenn wir uns sehen würde sie das an die Vergangenheit erinnern und sie dadurch stressen. Wir haben uns in den letzten Monaten super verstanden als wäre nichts passiert.
Was würdet ihr nun an meiner Stelle tun? Ich liebe sie. Lohnt es sich da zu kämpfen? Ich mein sie war meine großen Liebe und ich ihre. Die Kinder möchten auch wieder, dass wir eine Familie sind. Es ist wirklich eine sehr doofe Situation und wenn ich könnte würde ich alles rückgängig machen.
 
  • #2
Was genau würde jetzt anders sein? Wieso würden die Streits jetzt nicht eskalieren? Ihr hattet oft Streit. Sogar mit Handgreiflichkeiten. Es fand keine Kommunikation statt. Das ist die große Liebe? Vielleicht denkst du das nur, weil die Beziehung so spannungsgeladen war? Das ist doch kein gesundes Umfeld für Kinder.

Egal was du empfindest, ich würde sie jetzt gewähren lassen. Ihr habt eure Beziehung lang gekämpft. Vielleicht wäre es jetzt das beste, nicht zu kämpfen? Sondern loszulassen.
 
  • #3
Selbst misshandelte Kinder decken ihre Eltern. Du hast einen Sohn für den Du verantwortlich bist.
Deine Frau/Freundin hat Dich öfter verprügelt(natürlich nennst Du das zärtlich Rangelei) und Du willst sie zurück? Schnapp Dir lieber Deinen Sohn und hab Eier, solche Frauen sind genauso das Allerletzte wie prügelnde Männer.
 
  • #4
Erst einmal vielen Dank für eure Antworten.
Ja es war die große Liebe. Wir hatten auch sehr viel schöne Momente.. und in der Zeit hat man halt gemerkt was man noch für Gefühle hat. Ich muss auch dazu sagen, dass ich seit Februar weiß dass sie depressiv ist... wenn ich das in der Vergangenheit gewusst hätte.. wäre ich ganz anders mit ihr umgegangen.. vielleicht wäre es dann nicht so gekommen.
 
  • #5
Lieber FS

Nimm sie nicht in Schutz wegen der Depressionen, das machst du jetzt automatisch und ist eine natürliche Reaktion, weil du sie zurück willst.

Sei stark und sei mal ganz ehrlich zu dir selber: in keiner, in wirklich keiner, richtigen und schönen Liebesbeziehung prügeln sich die Menschen. Ist das in deinem Umfeld so, dreschen in deinem Bekanntenkreis die Frauen auf ihre Männer ein? Erzählst du das so nebenbei deinen Kumpels bei einem Bierchen? Hör auf, sofort!

Schau in den Spiegel, das, was ihr da gelebt habt, ist alles andere als gesund und natürlich.

Lass sie los und beginne wieder ein normales Leben.
 
  • #6
Wie stellst du dir das denn genau vor, "um die Beziehung zu kämpfen"? Was könntest du da konkret unternehmen?
dass sie keinen Kontakt mehr möchte und frei sein möchte.
Bitte respektier das!
und hatten des öfteren auch sex. Ich würde sie gerne zurück haben..

Wir haben uns in den letzten Monaten super verstanden als wäre nichts passiert.
Es ist aber viel passiert, und du kannst weder dich noch sie in die happy Verliebtheitsphase zurückbeamen.

Es ist eine kurze Zeit gut gelaufen, weil ihr keinen Alltag mehr miteinander habt. Fühlte sich vermutlich ein bisschen wie früher an, als ihr noch verliebt wart.
und wenn ich könnte würde ich alles rückgängig machen.
Wirklich alles? Also auch euer Kind?
Unser Problem in der Vergangenheit war die Kommunikation, denn die fand nicht statt.
Da bräuchte es vermutlich eine Paartherapie, denn sonst ändert sich da nichts. Ihr müsstet lernen, miteinander zu reden.

Vielleicht tu ich dir unrecht, aber du kommst mir sehr unreif und unreflektiert vor.

Wärst du denn bereit, dich wirklich intensiv mit euren Kommunikationsproblemen zu beschäftigen, auch wenns Geld kostet, oder stellst du dir einfach nur vor, dass alles wieder so sein soll wie am Anfang?
weiß dass sie depressiv ist... wenn ich das in der Vergangenheit gewusst hätte.. wäre ich ganz anders mit ihr umgegangen..
wirft für mich die Frage auf, wie du sie behandelt hast, wenn du da so einen Unterschied machst.
In den 5 Jahren gab es zwischen uns sehr oft Streit.
Wenn ihr die Konflikte benennen und womöglich sogar auflösen könntet, hättet ihr vielleicht eine Chance. Ich glaubs aber ehrlich gesagt nicht.

Und ob sie deine grosse Liebe ist/war, kannst du realistischerweise erst ganz am Ende deines Lebens beurteilen.
 
  • #7
Was genau würde jetzt anders sein? Wieso würden die Streits jetzt nicht eskalieren?
Der Herr Laubsk stellt die alles entscheidenden Fragen.
Sich vorzunehmen, es in Zukunft anders zu machen, hat noch nie gefruchtet. Allzu bald verfällt man wieder in seine alten Muster.

Ihr nun vorzuwerfen, sie sei depressiv, ist schon mal ein ganz schlechter Anfang. Das heißt, du fühlst dich von allen Schuldanteilen entbunden. Hast offenbar überhaupt nicht über deine Anteile an eurer desaströs destruktiven Kommunikation nachgedacht.
Du willst jetzt einfach nachsichtiger mit ihr sein, und gut ist?
Das kann nicht klappen.

Sie zweifelt das Gelingen eines Neustarts auch an. Vermutlich weil sie in ihrem Innern merkt, dass sich im Grunde gar nichts geändert hat.
Offenbar treibst du sie noch immer zur Weißglut und sie selbst fühlt, dass sie ihre Aggressionen dir gegenüber kaum kontrollieren kann. Sonst würde sie ja nicht auf Abstand gehen.
Wenn du es wirklich ernst meinst, werdet ihr beide mehr geben müssen. Wie wäre es mit einem Paar-Coach?
Vorausgesetzt natürlich, sie zieht mit.
 
  • #8
Hmm, ich weiß nicht. Sicher, ich glaube Dir, das es aus Deiner Sicht die große Liebe war. War es das auch aus Ihrer? Und ja, eine große Liebe ist auch oft deshalb eine große Liebe, weil sie oft sehr viele Hochs und Tiefs hat und spannungsgeladen ist. Deshalb ist der Kampf und die Bemühung sie aufrecht zur erhalten ja auch nur von Dir da. Ich denke, Deine Ex Freundin sieht das schon richtiger und erkennt besser, das es keinen Sinn mehr macht.
 
  • #9
Lieber MisterRatlos
Ich sage dir, was jetzt vermutlich passieren wird: Wir sagen dir "trenn' dich", du verteidigst deine "grosse Liebe" und am Ende bist du noch überzeugter als vorher, dass du für diese Frau kämpfen sollst. Schliesslich tun wir ihr ja so unrecht.
Daher: Wenn du diese Beziehung aufrecht erhalten willst, dann versuche es (obwohl, einseitig schaffst du das nicht). Ich finde einfach, sei dir bewusst, wie schrecklich es für kleine Kinder ist, die Streitereien ihrer Eltern mit zu bekommen und wie sehr sich das ins Hirn brennt. Ihr tragt nicht nur für euer Drama Verantwortung, sondern für die psychische Entwicklung euer Kleinen. Arbeite also an dir, verlange dass sie ggf. an sich arbeitet. Was ihr an Konflikten gehabt habt, war nicht harmlos und es ist auch für deine Seele nicht gut, dir das antun zu lassen. Und als Vater kannst du nicht einfach Mister Ratlos sein. Du bist der wichtigste Mann im Leben deiner Kinder. An dir lernen sie, was ein Mann einstecken können muss und was nicht.
 
  • #10
Erst einmal vielen Dank für eure Antworten.
Ja es war die große Liebe. Wir hatten auch sehr viel schöne Momente.. und in der Zeit hat man halt gemerkt was man noch für Gefühle hat. Ich muss auch dazu sagen, dass ich seit Februar weiß dass sie depressiv ist... wenn ich das in der Vergangenheit gewusst hätte.. wäre ich ganz anders mit ihr umgegangen.. vielleicht wäre es dann nicht so gekommen.

Depressive Menschen neigen nicht zu Gewalt im beschriebenen Sinn. Allerdings neigen z.B. Borderline Persönlichkeiten oft auch zu Gewalt und Depressionen. Mit solchen Persönlichkeiten kann man auch eine ungewöhnlich tiefe Liebe erfahren. Blöderweise eine unechte Projektion.

Les dich mal ins Thema Borderline ein. Wenn deine Ex deutliche Merkmale davon zeigt, empfehle ich Nullkontakt.
 
  • #11
Seit Dezember sind wir getrennt. In den 5 Jahren gab es zwischen uns sehr oft Streit. Nicht nur verbal leider auch körperlich (rangelei von ihr ausgehend) und es wurden materielle Dinge zerstört (von ihr).

Ich lehne Gewalt ab, sowohl gegen Menschen als auch gegen Sachen. Das ist ein Prinzip von mir. Wie siehst du das mit der Gewalt?
Ich denke, man kann sich auch ohne Gewalt streiten.

Unser Problem in der Vergangenheit war die Kommunikation, denn die fand nicht statt.

Wäre die Frage wie man ohne Kommunikation ein Familienleben mit zwei Kindern organisiert.
 
  • #12
Liebe und kämpfen geht für mich nicht zusammen, wird im allegmeinen Sprachgebrauch jedoch inflationär benutzt.
Wie würde denn Dein "Kämpfen" aussehen?
Ihr seid aus Eurem Alltag katapultiert und jetzt ist alles wieder wie auf Anfang? Sie zweifelt, wahrscheinlich zurecht. Sätze wie: ab jetzt machen wir alles anders, sind meist Schall und Rauch, wenn der Alltag wieder Einzug erhält. So schnell sind Muster, eingefahrene Gleise nicht zu verlassen. Einen neuen Weg zu beschreiten bedeutet, sich einlassen, sich konstruktiv konfrontieren mit dem was war. Bedeutet neue Verhaltensmuster zu erlernen, das ist wie eine neue Sprache und bei Euch wohl auch: wie gehe ich mit der Gewaltbereichtschaft um? Die finde ich sehr bedenklich, Depression hin oder her. Auch für Euren Sohn. Wie schlimm muß das für ein Kind sein, die Mutter so zu erleben und auch seinen Vater, der ihm "eigentlich" zeigen sollte wie Männer sind.
Nein, eine große Liebe sieht anders aus. Ihr habt ein Kind, sicher das größte Geschenk aus dieser pathogenen Beziehung.
Nimm´ihre Zweifel ernst, verabschiede Dich von ihr und werdet gute, verantwortungsvolle Eltern.
 
  • #13
Ich mache keinen Unterschied, ob Mann oder Frau prügelt. Lieber Fs, wenn deine Tochter/Mutter/Schwester zum prügelnden Mann zurück will, was rätst Du ihnen?
Leider ist es in unseren Köpfen noch nicht angekommen, dass bei häuslicher Gewalt Frauen nicht nur Opfer sind, sondern auch Täter sein können.

Vielleicht informierst Du Dich mal zum Stichwort häusliche Gewalt.

Das desaströse an häuslicher Gewalt sind nicht so sehr die Ohrfeige, sondern dass das Selbstbewusstsein zerstört wird. Irgendwann denkt der geschlagene Partner: ich habe das blaue Auge verdient, schließlich habe ich ihm ein warmes Bier aus dem Keller gebracht/wusste ich, dass sie Stress in der Arbeit hat usw.
Deshalb fällt es auch so schwer, sich daraus zu lösen.

Die Gewalt steigert sich im Laufe der Jahre. Natürlich gibt es zwischen der Gewalt auch schöne Phasen, diese werden Honeymoon-Phase genannt. Wäre der Täter nur ein brutaler Schläger, würde häusliche Gewalt keiner so lange mitmachen.

Bei häuslicher Gewalt rät man zu einer Trennung von mindestens 1 Jahr und einer Verhaltenstherapie für den Täter. Bei euch hat das Jahr noch nicht mal begonnen.

Warum lässt du deine Kinder bei einem Schläger?
 
  • #14
Ich mache keinen Unterschied, ob Mann oder Frau prügelt. Lieber Fs, wenn deine Tochter/Mutter/Schwester zum prügelnden Mann zurück will, was rätst Du ihnen?
Leider ist es in unseren Köpfen noch nicht angekommen, dass bei häuslicher Gewalt Frauen nicht nur Opfer sind, sondern auch Täter sein können.

Vielleicht informierst Du Dich mal zum Stichwort häusliche Gewalt.

Das desaströse an häuslicher Gewalt sind nicht so sehr die Ohrfeige, sondern dass das Selbstbewusstsein zerstört wird. Irgendwann denkt der geschlagene Partner: ich habe das blaue Auge verdient, schließlich habe ich ihm ein warmes Bier aus dem Keller gebracht/wusste ich, dass sie Stress in der Arbeit hat usw.
Deshalb fällt es auch so schwer, sich daraus zu lösen.

Die Gewalt steigert sich im Laufe der Jahre. Natürlich gibt es zwischen der Gewalt auch schöne Phasen, diese werden Honeymoon-Phase genannt. Wäre der Täter nur ein brutaler Schläger, würde häusliche Gewalt keiner so lange mitmachen.

Bei häuslicher Gewalt rät man zu einer Trennung von mindestens 1 Jahr und einer Verhaltenstherapie für den Täter. Bei euch hat das Jahr noch nicht mal begonnen.

Warum lässt du deine Kinder bei einem Schläger?

Genau das ging mir auch durch den Kopf. Du musst deine Kinder vor Gewalt in jeglicher Form schützen! Das ist das Wichtigste!
 
  • #15
Mir gehts ähnlich wie dir. Da sind die Kinder, die im Vordergrund stehen. auch ist es, je mehr Höhen und Tiefen es gab, desto mehr Emotionen kochen hoch. Manchmal sind Zeiten mit jdm still und schön. Vielleicht sind diese Zeiten zu still, dass man es nicht mehr zu schätzen weiß. Sind wir Menschen kompliziert.
 
  • #16
wenn ich das in der Vergangenheit gewusst hätte.. wäre ich ganz anders mit ihr umgegangen.. vielleicht wäre es dann nicht so gekommen.
Nein. Nimm nicht die Schuld auf Dich. Du kannst einen depressiven Partner nicht heilen. Und wie hast Du das erfahren? Hat sie es Dir erzählt? Was genau hat denn den Stress bei Euch ausgelöst? Weshalb willst Du sie zurück nach dem, was vorgefallen ist? Ist es die Einsamkeit? Ist es das Bild, dass Du Dir einmal in Deinem Kopf von einer idealen Beziehung ausgemalt hast? Die Einsamkeit vergeht. Und das Bild, das Du von der Beziehung hattest, war offenbar falsch. Lass sie laufen. Du kannst ihren Willen nicht zwingen. Wenn sie nicht will, kannst Du nichts machen. Wenn sie Dich will, kommt sie von selbst. Sie weiß ja, dass Du willst. Mehr ist nicht zu tun. Versuche, Dich innerlich zu lösen. Dann bist Du auch irgendwann für eine neue Partnerin frei.
 
  • #17
Der Herr Laubsk stellt die alles entscheidenden Fragen.
Sich vorzunehmen, es in Zukunft anders zu machen, hat noch nie gefruchtet. Allzu bald verfällt man wieder in seine alten Muster.

Ihr nun vorzuwerfen, sie sei depressiv, ist schon mal ein ganz schlechter Anfang. Das heißt, du fühlst dich von allen Schuldanteilen entbunden. Hast offenbar überhaupt nicht über deine Anteile an eurer desaströs destruktiven Kommunikation nachgedacht.
Du willst jetzt einfach nachsichtiger mit ihr sein, und gut ist?
Das kann nicht klappen.

Sie zweifelt das Gelingen eines Neustarts auch an. Vermutlich weil sie in ihrem Innern merkt, dass sich im Grunde gar nichts geändert hat.
Offenbar treibst du sie noch immer zur Weißglut und sie selbst fühlt, dass sie ihre Aggressionen dir gegenüber kaum kontrollieren kann. Sonst würde sie ja nicht auf Abstand gehen.
Wir wissen alle nicht genau, was vorgefallen ist. Leider zeigen in unserer Gesellschaft jedoch allzu oft Leute mit dem Zeigefinger auf das Opfer und sagen: Du bist doch selbst schuld. Man nennt das "Victim Blaming." Nein, ist er nicht. Inzwischen ist bekannt, wie viele Terrorfrauen es gibt, die ihre Männer prügeln, nicht nur umgekehrt. Da hilft für den Mann nur eins: Nichts wie weg! Aber Männeropfer verhalten sich wie weibliche Opfer und versuchen die Versöhnung mit jemandem, der sie schlecht behandelt hat. Sie suchen Entschuldigungen für den Täter. "Hat es nicht so gemeint." "War nur gestresst." "Ist depressiv." Auch ich habe das in der Vergangenheit gemacht, und das ist falsch. Man verliert darüber die Orientierung zwischen gut und böse. Das kann einen verrückt machen. Irgendwann gibt es aber keine Entschuldigung mehr. Und wenn die Frau gehen will, kann das nur ein Segen sein.
 
  • #18
Liebe allein reicht nicht, wenn alte Probleme nicht gelöst sind! Wie verläuft die Kommunikation heute? Habt ihr euch beide weiterentwickelt und aktiv was dafür getan? Habt ihr euch Hilfe geholt?

Sagt ihr beide aus vollem Herzen ja zu euch? Sie sagt ja eher nein.

Sie sagt, sie möchte nicht mehr, sondern frei sein. Das ist ein gewaltiges Statement und muss so respektiert werden. Sie nicht gewähren zu lassen wird wieder zu körperliche und verbalen Ausschreitungen führen, weil ihre Grenzen wieder überschritten werden und es nicht nach ihrem Willen läuft.
Ich würde auch gerne wissen, worum es um diese Streits ging. Hauptthema ist ja meist die Unterdrückung der weiblichen Bedürfnisse oder die Unzulänglichkeiten des Mannes.

Menschen interpretieren Drama auch gerne als Liebe, weil es spannend ist und einen Kick gibt. Echte Liebe schenkt einem aber Ruhe und Frieden. Schläge in einer Beziehung sind völlig Fehl am Platz, weil die oberste Priorität ist, seinen Partner vor diesen Gewahren zu schützen.
Also ziemlich übel, was da bei euch abgeht. Ziemlich viele unterdrückte Aggressivitäten bei deiner Freundin, und du wirst da deinen Teil dazu beigetragen haben. Und du wirst es immer tun mit deinem unterschwelligen Verhalten. Bei vielen Menschen reicht auch schon, wenn sie im selben Raum mit einer Person sind, die sie ständig auf die Palme bringt.

Ich würde zur Trennung raten, da die Gründe, die du hier nicht nennst, offenbar 08/15-Standartprobleme einer jeden Beziehung sind, womit ihr beide nicht klar kommt.
 
  • #19
Erstmal müsst ihr Beide wollen und das ist zzt nicht der Fall.

Wenn müsstet ihr Euch vor der Wiedervereinigung Hilfe holen.
Warum gab es die Streits...Charaktere ändern sich oft nicht, Kommunikation schon.
Zwischen Prügeln und Rangeleien liegen Welten.
Ich schlage nicht aber es gab Sprüche meines Ex, da wollte mein Faust schon gerne...
Warum konnte sie sich nicht bremsen?
In ihr drin oder selbst erschrocken?

Es gibt auch rein situative Depressionen, die entstehen zb in toxischen Beziehungen.
Auch das käme bei einer gemeinsamen Therapie raus.

Paartherapien können zusammen bringen oder zeigen: ihr Beide lebt besser getrennt.
Begleitet bei beiden Wegen.
 
  • #20
Wenn Kommunikation nicht geht wird es meiner Erfahrung nach nicht funktionieren.

Einzig Du könntest eben noch ein paar Sitzungen Paartherapie buchen wenn sie zustimmt, dass jmd "von aussen" schaut wo es Gehalt hat.
 
  • #21
In den 5 Jahren gab es zwischen uns sehr oft Streit. Nicht nur verbal leider auch körperlich (rangelei von ihr ausgehend) und es wurden materielle Dinge zerstört (von ihr). Was würdet ihr nun an meiner Stelle tun?

Ich liebe sie. Lohnt es sich da zu kämpfen? Ich mein sie war meine großen Liebe und ich ihre. Die Kinder möchten auch wieder, dass wir eine Familie sind. Es ist wirklich eine sehr doofe Situation und wenn ich könnte würde ich alles rückgängig machen.


Lieber FS,

versuche es realistisch zu sehen.
In nur fünf Jahren Beziehung hattet ihr sehr oft Streit, körperliche Übergriffe, Zerstörung von materiellen Dingen. Das war oder ist nicht nur eine doofe Situation. Und es kann auch nicht ungeschehen gemacht werden. Anstatt das erst einmal getrennt zu verarbeiten, hattet ihr nach einem Monat schon wieder Sex.

Zudem gingen die körperlichen Übergriffe von deiner Freundin aus und sie war es, die materielle Dinge zerstört hat. Und das willst du wieder haben?

Deine Freundin scheint sich aus dieser destruktiven Situation lösen zu wollen. Du wärst gut beraten, das ebenfalls zu tun. Warum willst du euren Kindern so ein gewaltbereites Zusammenleben weiter zumuten?
 
  • #22
Nur, weil bei Deiner Frau die Gewalt sichtbar, weil körperlich, war, heißt das nicht, dass es von Deiner Seite aus keine subtile, stumme oder verbale Gewalt gegeben hat.
Und das vermute ich, und würde gern auch die andere Seite hören wollen. Was war da an Ignorieren, an Wegtreten lassen, an extra langsam machen, an bewussten Unaufmerksamkeiten? Wer wie Deine Frau so vehement einen Neuanfang ablehnt, ist so verletzt worden, dass sie zu 100 Prozent weiß, dass Du dich wahrscheinlich nur des lieben Friedens willen zusammen reißen wirst, dass das nicht von Dauer sein wird und dass sie dann wieder ausrasten wird, was sie gar nicht will. Sie will sich selbst im Spiegel anschauen können, nicht als Furie gelten, vor sich selbst. Euer Zusammensein hat ihre schlimmsten verborgenen Seiten hervorgerufen, ich glaube, dass sie sich da vor sich selbst fürchtet und alles meidet, das dieses Verhalten wieder hervorrufen könnte.
Wichtig ist, dass Du ihren Willen jetzt akzeptierst und Dich auf Neusuche begibst. Das Kind eventuell als Verbündeten mit ins Boot holen wäre übergriffig und würde nur zeigen, dass Du weiterhin nichts von Deinen Anteilen reflektierst.
 
  • #23
Nur, weil bei Deiner Frau die Gewalt sichtbar, weil körperlich, war, heißt das nicht, dass es von Deiner Seite aus keine subtile, stumme oder verbale Gewalt gegeben hat.

Fragt man eine Frau, die Gewalt von einem Mann erlebt, nach ihren Anteilen?
Ob sie vielleicht doch provoziert hat, ob sie auch Gewalt ausübte?

Es gibt alles, Frauen und Männer, die gewalttätig sind, ohne dass das Opfer verantwortlich ist und es gibt Frauen und Männer, die ein toxische Bündnis aus gegenseitiger Gewalt eingehen.

Die Anteile an zu schauen, warum man Opfer wird, sollte man auf jeden Fall.
Auch warum man hinterher verharmlost, bagatellisiert.

Auf jeden Fall ist hier auch ein Kind beteiligt, ihm zuliebe sollte dringendst ein Weg gefunden werden.

Einfach wieder zusammen gehen, ohne dass die Ursachen, Muster angeschaut werden, ernsthaft und konstant daran gearbeitet wird, ist kein Weg.
Und selbst wenn beide bereit sind, Grundlegendes zu verändern, ist das Risiko des Scheiterns immens hoch.
 
  • #24
Wer wie Deine Frau so vehement einen Neuanfang ablehnt, ist so verletzt worden, dass sie zu 100 Prozent weiß, dass Du dich wahrscheinlich nur des lieben Friedens willen zusammen reißen wirst, dass das nicht von Dauer sein wird
Ah, ja. §1: der Mann ist an allem schuld. §2: Sollte der Mann einmal nicht an allem schuld sein, tritt automatisch §1 in Kraft.

Eine Frau, die nach dem Mann schlägt, obwohl von ihm keine (körperliche) Gewalt ausgeht, reagiert damit auf Worte, denen sie nichts anderes entgegenzusetzen weiß. Möglicherweise weil sie seine Sichtweise für groben Undank hält. Ein typisches Szenario könnte sein, daß sie ihm etwas spendiert, das er eigentlich gar nicht will, und dann Dank bzw. Gegenleistungen erwartet, zu denen er sich nicht verpflichtet fühlt. Wenn sie z.B. gegen sein erklärtes Interesse das gemeinsame Urlaubsziel bestimmt (und für beide bezahlt), und ihm das beim nächsten monetären Konflikt („das kannst du mir ruhig kaufen, auch wenns teuer ist, ich habe ja schließlich den Urlaub für dich mitbezahlt”) aufs Butterbrot schmiert. Der Mann, der dann kontert, es sei ja gar nicht „sein” Urlaub gewesen, darf hier durchaus mit wütenden Hieben der Frau rechnen.

Der Konflikt, der in Gewalt eskalierte, ging vom Mann aus. Sagt die Frau. Der Mann wiederum sagt, er ging von der Frau aus. Wer muß nun an sich arbeiten?
 
  • #25
Lieber FS,
Euer erstes Modell des Zusammenlebens ist katastrophal gewesen.
Euer jetziges, zweites Modell klappt besser: Mehr Abstand, mehr Raum. Sogar Deine Ex findet Gefallen an Variante 2.
Warum lehnst Du das funktionierende Modell ab und willst das desaströse zurück?
 
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