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Gast

  • #1

Gibt es empirische Studien woraus hervorgeht, dass der Kontakt zu Ex-Partnern "gesund" ist?

Da man oft hört, dass Menschen eine Freundschaft zu Ex-Partner aufrechterhalten, würden mich empirische Studien für ein "Pro" interessieren. Ich schließe bei meiner Frage Beziehungen aus, in denen Kinder vorhanden sind. Dass dies "gut" ist und selbige nicht auf den Elternteil verzichten sollen, ist mir klar. Grundsätzlich stellt sich für mich auch die Frage, wie der neue Partner damit umgeht und ob der Kontakt zu Ex-Freundschaften förderlich ist.
 
  • #2
Mir ist keine Studie bekannt, aber wir führen ja hier im Forum oft genug selbst empirische Studien durch Befragungen durch.

Ich selbst habe keinen Kontakt mehr zu Expartnerinnen. Und ich bezweifel, dass der Kontakt zu Ex-Freundschaften förderlich ist. Er ist mit Sicherheit nicht förderlicher als der Kontakt zu einem beliebigen anderen Freund oder Freundin. Man weiß bei einem Expartner auch nie genau, aus welcher Motivation heraus beispielsweise Ratschläge gegeben werden. Sind sie wirklich sachlich motiviert oder will da jemand intrigrieren? Und vielleicht bleibt eine Expartnerin auch nur so lange die gute Freundin, bis sie selbst wieder einen Partner gefunden hat.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass ein Single, der noch Kontakt zu seinem Expartner hat, geneigt ist, eine neue Bekanntschaft eher mit dem Expartner zu vergleichen, als wenn er früh alle Kontakte abgebrochen hätte. Der Kontakt zu einem Expartner kann sich also nicht nur WÄHREND einer neuen Beziehung negativ auswirken, sondern auch schon die Kontaktanbahnung erschweren.

EDIT: Ergänzend würde ich noch sagen, dass man zumindest als Mann ohnehin oft als geistiger Mülleimer endet, wenn man noch Kontakt zur Ex hält. Sowas tut man sich nicht gerne freiwillig an.
 
  • #3
Ich denke da gibt es solche und solche, hier Im Forum werden beide Meinugnen vertreten. Ich bin eher die "Pro"-Fraktion, und habe regen Kontakt zu einigen Expartnerinnen.. Dieser ist Stress und Spannunsgfrei und in einem Monat werde ich Pate des ersten Kindes meiner Exfreundin.. Das das nicht unbedignt für alle und jeden was sein muss ist mir durchaus bekannt. Ich pflege meine Beziehungen abzuschliessen und dann "fertig" zu haben. d.h. man kann sich dann durchaus als "Freund" sehen.. Ohne sexuelles Interesse (man hatte das ja bereits.. ^^) Ob das nun "wertvoller" oder "hinderlicher" als jede andere Beziehung sein sollte ist mir nicht aufgefallen. Ich denke alle beteiligten sind erwachsen und können sich artikulieren falls etwas sein sollte.. ich bin damit all die Jahre angenehm Problemfrei gefahren und würde das auch nicht mehr ändern..
 
  • #4
Meine eigene Empirie sagt: Es kommt darauf an...

Wenn die Sache wirklich abgeschlossen ist, beide Seiten wirklich stressfrei Kontakt halten können und die neue Partnerin bzw. der neue Partner Vertrauen haben und damit zurecht kommen, dann ist das durchaus schön.
Denn die Vergangenheit gehört ja zu einem Menschen dazu, und so muss man sie nicht verdrängen und bleibt man ihr besser verbunden. Hinzu kommt, dass man das Gegenüber ja durchaus noch freundschaftlich mögen kann und dann vielleicht gerne hin und wieder erfährt, was dieser Mensch noch so macht und wie er sich entwickelt. Auch Ratschläge und Kommentare von dieser Seite können durchaus brauchbar sein, da dieser Mensch einen ja wirklich sehr gut kennt.
Aber all das erreicht man oft erst, wenn es nach der Beziehung erst einmal eine Kontaktpause gegeben hat und man sich nach diesem Bruch auf der neuen Ebene wieder begegnet.

Wenn einer von beiden nicht wirklich abgeschlossen hat, wenn dauernd Themen aus vergangenen Zeiten in den Gesprächen auftauchen, wenn die neue Partnerin oder der neue Partner ein echtes Problem mit dem bestehenden Kontakt haben, dann bringt der Kontakt zwischen Expartnern mehr Leiden als Freude. Und dann sollte man das akzeptieren und nicht auf den Gefühlen herumtrampeln.

Man muss keinen Beschluss derart fällen, grundsätzlich keinen Kontakt zu haben oder immer Kontakt halten zu wollen. Es kann es durchaus sein, dass es sich mal so, mal so ergibt, man zu dem einen Expartner/ der einen Expartnerin Kontakt hält und zu dem oder der anderen eben nicht.
 
  • #5
Alle mir bekannten Empfehlungen sagen ganz klar: KEINEN KONTAKT ZUM EX.

Man kann eine Trennung und die frühere Beziehung nur dann verarbeiten und unbelastet in die Zukunft schauen, wenn man den Kontakt zum Ex zumindest vorläufig vollständig abbricht -- in jeglicher Hinsicht, egal über welches Kommunikationsmittel. Erst wenn beiden an den jeweiligen Ex wieder ohne intensive Gefühle wie Liebe oder Hass, Wut, Ärger, Sehnsucht und dergleichen denken können, könnte man eine erneute Annäherung auf Freundschaftsbasis wagen und genau dann zeigt sich meist: besser nicht, es würde nichts mehr nützen.

Hinzu kommt, dass es Fakt ist, dass Kontakte zum Ex den neuen Partner fast immer belasten und solche Kontakte daher neue Partnerschaften erschweren. Diese Belastung kann man sich ersparen. Ich würde keine Beziehung mit einem Mann in betracht ziehen, der noch regelmäßigen Kontakt zu Exen hat. Das ist für mich nahe an einer psychischen Störung und Selbstvergewaltigung.

Konkrete Antwort auf die Titelfrage: Nein, "gesund" sind solche Kontakte wahrlich nicht. Ganz im Gegenteil, sie reißen die Wunden immer wieder auf, sie verhindern das Heilen der Wunden, sie bereiten immer wieder Schmerzen und Leid. Heilung erfordert nun mal, dass man die Wunde nicht immer wieder anfasst, sondern ruhen lässt.
 
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Gast

  • #6
Vor vielen Jahren hatte ich mich nach mehr als sechs Jahren Beziehung von meinem Jugendfreund getrennt, weil ich absolut am Ende war damals. Er bemühte sich mehrere Jahre lang noch darum die Beziehung wieder aufzunehmen, heiratete dann und bekam zwei Kinder.

Nach einigen Jahren kam es zur Trennung, an der er sicherlich nicht ganz schuldlos war. Seine Frau veranstaltete einen richtigen Rosenkrieg auf Kosten der Kinder.

Mein Jugendfreund litt darunter ganz unglaublich, bemühte sich wirklich und rutschte fast in eine Alkohol-Problematik. Durch Zufall kamen wir wieder in Kontakt und telefonierten erst sporadisch, als es ihm so schlecht ging, rief er häufiger an. Ich war verheiratet mit zwei kleinen Kindern, mag diesen Mann immer noch und redete natürlich mit ihm über seine Probleme. Ich kenne ihn sehr, sehr gut, war ganz offen und sagte ihm auch sehr unverblümt meine Meinung.

Inzwischen geht es ihm wieder viel besser, er hat eine neue Partnerschaft und meinte einmal bei einem unserer Telefonate, ich hätte ihn damals sozusagen gerettet- wenn er die Gespräche nicht gehabt hätte, wäre er sicher in diese Alkohol-Problematik reingerutscht, hätte seinen Job (Pilot) verloren etc.

Was ist denn nun so schrecklich an einem solchen Kontakt? Hätte ich diese seltsam rigiden Kontaktabbruch-Regeln befolgt, wer weiss, was geschehen wäre. Manchmal hat das Leben seine eigenen Regeln und man muss einfach nach seinem Gefühl handeln.
 
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Gast

  • #7
Hier die FS: Grundsätzlich halte ich nichts von einem Ex-Kontakt. Mir stellt sich daher auch immer wieder die "Sinnfrage", warum so ein Kontakt aufrechterhalten wird, von daher #4 sehe ich es identisch. Exen nach Ratschlägen zu fragen, finde ich seltsam. Das Argument, der Ex kennt einen besser, würde ich so nicht stehen lassen. Denn man entwickelt sich schließlich auch aus einer gescheiterten Beziehung heraus weiter. Was sollte also tatsächlich die Motivation sein, den Kontakt zu halten ...
 
  • #8
@4# wenn man zu allen Absätzen ein großes "Möglicherweise" und eine "Mancheiner" hinzufügt, kann man diese Meinung als gleichwertig neben den vielen anderen Meinungen stehen lassen.

Bsp: "Man kann eine Trennung und die frühere Beziehung nur dann verarbeiten und unbelastet in die Zukunft schauen, wenn man den Kontakt zum Ex zumindest vorläufig vollständig abbricht" stimtm natürlich nicht in jedem Fall " ist de Fakto falsch da es nicht alle so sehen.:

Richtigerweise wäre es:

"Gewisse Menschen können eine Trennung und die frühere Beziehung nur dann verarbeiten und unbelastet in die Zukunft schauen, wenn sieden Kontakt zum Ex zumindest vorläufig vollständig abbrechen"..


Andere menschen machen das anders.. Und nein ich bin weder psychisch gestört noch selbstvergewaltigend.. =)
 
  • #9
@6# Diverse Hobbies oder Interessen die man mit der Person teilt, im Endeffekt alles das was ich auch mit "normalen" Freunden tun würde.. und weswegen ich den Kontakt zu diesen Aufecht erhalte. Bisweilen erscheint mir das Bild des Expartners hier skuril verzerrt zu sein, nur weil ich mal was mit diesem hatte macht ihn doch nicht unbrauchbar als Kontakt oder als jemand der mit mir gemeinsame Interessen teilt.. seltsame Welt..
 
G

Gast

  • #10
zu 6
Warum den Kontakt nicht aufrecht erhalten? Man wäre doch blöd, wenn man mit einem netten Menschen (faire Trennung) keinen Kontakt sucht. Der einzige Grund wäre für mich, wenn die neue Partnerin damit nicht klar kommt.
 
G

Gast

  • #11
@4
Frederika, ich selbst bin ganz genau deiner Meinung. Ich habe keinerlei Kontakt zu irgendwelchen Exen und könnte mir auch bei Aufbietung aller Phantasie absolut keinen Grund vorstellen, warum ich solche Kontakte pflegen sollte.

Und wenn mein Partner eine Freundschaft mit einer seiner Exen hätte, fände ich das wahrscheinlich sehr merkwürdig und belastend für uns.

Aber du schreibst: "Alle mir bekannten Empfehlungen sagen ganz klar: KEINEN KONTAKT ZUM EX."

Das stimmt nicht! Die Empfehlungen - zum Beispiel hier im Forum - sind sehr unterschiedlich, verschiedene Menschen haben zu dem Thema ganz verschiedene Anschauungen und handhaben das auch unterschiedlich.

Ich finde aber, ein Maßstab sollte wirklich für ALLE gelten: Wenn der neue Partner, die neue Partnerin auch nur das allergeringste Problem damit hat, sollten Kontakte zu Exen beendet werden - die neue Partnerschaft muss unbedingt Vorrang haben. Wenn sie das nicht hat, wenn die Freundschaft zum Expartner wichtiger ist als die Gefühle des neuen Partners - tja, dann liegt was im Argen.
 
G

Gast

  • #12
Ich stimme Hellekeen zu: mich verwundert auch die Rigidität der Meinungen sehr, die hier vertreten werden. Ich selber habe mit einigen Männern Kontakt, mit denen mich einmal etwas anderes verbunden hat, übrigens auch teilweise mit deren neuen Partnerinnen. Ich denke, das basisert darauf, dass wir uns gut kennen und dabei die jeweilige Trennung so abgeschlossen haben, dass wir uns wohlwollen, ohne unsere damalige Beziehung zurückzuwünschen. Eine einzige Ex-Beziehung weicht ab: das ist jemand, mit dem ich den manchmal notwendigen Kontakt mühsam und unangenehm finde. Im Grunde empfinde ich eher diese Beziehung als Versagen und Ausnahme, weil ich da nicht wohlwollend sein kann, akzeptiere dies aber auch für mich und kenne die Gründe. So sieht das jeder anders - und so mag die Perspektive auch über die Lebenszeit variieren - habe vielleicht selber manch jugendliche Rigidität abgelegt...
w54
 
  • #13
@#7: Hellekeen, jedem sollte klar sein, dass ein Satz "Man kann eine Trennung..." natürlich nicht für exakt 100% der Bevölkerung gilt. Es ist albern, da mit Schwarzweißargumenten zu diskutieren. Natürlich meine ich "Die überwältigende Mehrheit kann eine Trennung..." und das mögen 80% oder 90% oder gar 95% sein.

@#8: Diverse Hobbies kann man auch mit anderen Personen ausüben als gerade dem Ex. Es gibt Null argumente, ausgerechnet den Ex dafür hernehmen zu müssen.

Ich schlussfolgere mal: Es gibt Leute, die sehe Sex und Intimität einfach nicht so eng. Dieselben Leute, die auch mit ONS und Affären und willfährigem Sex keine Probleme haben, haben wahrscheinlich auch mit Exbeziehungen weniger Probleme. Im Gegensatz dazu werden jene, für die Intimität und Sexualität noch etwas besonderes darstellt, auch Probleme mit Exkontakten haben.

Wenn man erst einmal ein Paar war, geht die Nähe nie wieder ganz verloren. Dies ist sowohl für einen selbst als auch für zukünftige Partner inakzeptabel -- zumindest für die überwältigende Mehrheit.

@#9: Immerhin siehst Du es so, dass Du keinen Ex-Kontakt pflegen würdest, wenn der neue Partner damit nicht klarkommt. Und das dürfte für die überwältigende Mehrheit der neuen Partner gelten, wenn sie ehrlich wäre und nicht meinte, sich politisch-korrekt verhalten und eine Belastung leugnen zu müssen.

@#10: Mit "Empfehlungen" meinte ich auch nicht irgendwelche laienhaften Meinungen aus dem bunten Bouquet des Forums, sondern ernstzunehmende Empfehlungen von Leuten, die wissen, wovon sie reden. Exkontakte sind für die überwältigende Mehrheit extrem belastend.
 
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Gast

  • #14
#9 Hier die FS: Die Frage ist doch: Wenn ich eine neue Partnerin habe, wozu brauche ich dann noch eine "nette" Ex? Den Sinn kann ich nicht erkennen ... Bin ich nicht in der Lage aktuelle Themen mit meiner Partnerin zu klären? Frage ich, wenn es zwischenmenschliche Differenzen gibt meine Ex? Brauche ich für Smalltalk über das Wetter meine Ex als Ansprechpartner? Für mich gibt es nach wie vor keinen haltbaren und brauchbaren Grund an ehemaligen Beziehungen "festzuhalten". Nichts geschieht ohne Gefühl. D.h. im Umkehrschluss auch, dass irgendetwas aus der Vergangenheit mitschwingt. Das kann m.E. nicht gesund sein für eine neue Partnerschaft. Deshalb hätte mich interessiert, worauf ein "Pro" basiert. #6 Danke. Hobbies und freie Zeit würde ich dann auch gern mit meinem neuen Partner verbringen, als mit der Ex. Ob das neue Partner akzeptieren und tolerieren ist für mich fraglich.
 
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Gast

  • #15
Wenn ich hier lese ... "Alle mir bekannten Empfehlungen sagen ganz klar: KEINEN KONTAKT ZUM EX." - Tut mir leid, aber das ist wirklich heftiger Blödsinn !! Dass KINDER (und manche Jugendliche) beleidigt reagieren und einen Menschen, mit dem sie nicht mehr auskommen und sich vielleicht auch gestritten haben, NIE NIE MEHR WIEDER sehen wollen, mag vielleicht gerade noch hingehen. Aber so ein Verhalten sollte im Erwachsenenalter einem realitätsnäheren Umgang mit Frustration und Konflikten weichen.

Sicher mag es für manche Menschen zutreffen, dass sie (wie oben gesagt wurde) " ....eine Trennung und die frühere Beziehung nur dann verarbeiten (können) und unbelastet in die Zukunft schauen, wenn sie den Kontakt zum Ex zumindest vorläufig vollständig abbrechen". Die Betonung liegt dann aber auf VORÜBERgehend und bedeutet auch nur, dass es einer zeitweisen Distanz bedarf, um eine Trennung zu be- und verarbeiten.

Wie eng ein langfristiger Kontakt aussieht, hängt sicherlich von vielen weiteren Randbedingungen ab und kann kaum generalisiert werden. Aber das prinzipielle Potential sollte schon da sein. Denn schließlich haben da zwei Menschen ernsthaft eine gemeinsame Lebensgestaltung erwogen. Und wenn aus so einem Versuch nur noch beleidigte Distanz bleibt, ist der/die Ex eben nur eine Kellerleiche ... ohne die Chance, an einer gescheiterten Beziehung zu wachsen.
 
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Gast

  • #16
#14 Ich glaube, es geht nicht um beleidigt reagieren, sondern um Schmerzvolles zu verarbeiten. Denn es ist hier kein Kinderkram, sondern es geht vielmehr um Gefühle, Tiefe, Partnerschaften, Ehen, ein Leben mit einem geliebten Menschen. Dass muss man irgendwann hinter sich lassen, um offen für Neues zu sein.
 
  • #17
@#13: Ja, mir fällt auch nichts ein und ich habe hier auch noch kein einziges stichhaltiges Argument für die Gegenseite gelesen. Wer Hobbies mit dem/der Ex ausüben will, muss entweder gefühlsmäßig extrem abgestumpft sein oder keine anderen Freunde haben.

@#14: Nein, Deine Argumentation geht am Ziel vorbei, denn es geht hier bei niemandem um "beleidigt sein". Das wäre in der Tat kindisch. Es geht um Wunden heilen, Schmerzen vermeiden, um in die Zukunft schauen, um Belastung für sich und den neuen Partner zu vermeiden.

Du sagst doch selbst, "da haben zwei Menschen eine gemeinsame Lebensgestaltung erwogen", tja, und dann erkannt, dass das nicht wird. Das ist doch einer der entscheidenden Punkte. Außerdem findet gibt es ja kaum ein "glückliches Scheitern" einer Beziehung.

Zum letzten Scheinargument: Wachsen tut man nicht daran, dass man entgegen aller Gefühle und Vernunft Kontakte zu einem gescheiterten Beziehungsversuch hält, sondern im Gegenteil daran, dass man erkennt und verarbeitet, woran und warum es gescheitert ist und worauf man bei sich selbst und beim nächsten Partner achten sollte. Wachstum tritt nicht durch Festhalten an der Vergangenheit ein, sondern dadurch, dass man sich der Zukunft zuwendet. Exkontakte sind psychologisch destruktiv.
 
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Gast

  • #18
Die Vehemenz, mit der einige Poster den bedingungslosen Kontaktabruch ihres neuen Partners/ihrer neuen Partnerin zu dessen/deren Ex fordern, verwundert mich auch.

EP selbst hat in einer Umfrage herausgefunden, dass knapp 60% der Befragten noch in irgendeiner Form Kontakte mit dem/der Ex pflegten. Es scheint also gerade nicht so zu sein, dass die überwiegende Mehrheit solche Kontakte ablehnen.

Ich halte es für arrogant, egoistisch und alles andere als kompromissbereit, wenn einer in der Beziehung vom anderen fordert, solche Kontakte sofort abzubrechen. Und das auch noch unter dem Deckmantel *aus *Liebe*! Mit der gleichen Berechtigung könnte der andere fordern, sein neuer Partner/Partnerin solle diese Kontakte tolerieren, aus *Liebe*.

Wenn meine Partnerin einen freundschaftliche Kontakt zum Ex pflegt oder wohlwollend von ihm spricht, finde ich das sogar ein sehr gutes Zeichen. Sie hat es offensichtlich mit dem Ex geschafft, sich erwachsen, fair und konstruktiv aus einer Paarbeziehung zu lösen. Suspekt sind mir eher Frauen, die nur über ihren Ex ablästern und ihn voll Hass zum Teufel schicken. Da vermute ich viel eher eine nicht verarbeitete Beziehung.

Menschen, die Kontakte mit dem/der Ex pflegen, pauschal Promiskuität zu unterstellen, finde ich schon wirklich abstrus! Wie kommt man auf solche Gedanken? Was wurde Dir in früheren Beziehungen angetan, dass Du so denkst, Frederika?

m 48
 
  • #19
@#17: Ich kann Deinen aggressiven Tonfall nicht nachvollziehen. Es geht hier doch um folgende Punkte:

1) Welche Vorteile oder Nachteile hat es, weiterhin Kontakt zum Ex zu halten? Ich habe bisher Null Vorteile herausgehört, aber wir haben viele Nachteile genannt!

2) Welche Ursache kann es haben, dass die Teilnehmern hier so stark unterschiedlich empfinden? In dieser Hinsicht habe ich nichts unterstellt, sondern vermutet, dass jene, die Gefühle, Intimität und Sexualität ohnehin weniger intim, tief, besonders wahrnehme, wahrscheinlich auch deswegen Exkontakte halten können. Zumindest gibt es hier unter den Teilnehmern deutliche Hinweise für eien Korrelation und auch psychologisch würde das Sinn ergeben.

Deine Vorwürfe aus dem dritten Absatz (#17.3) halte ich für substanzlos. Es geht doch icht um fordern, sondern um wünschen und belasten. Ich würde keinesfalls eine Beziehung zu einem Mann in Erwägung ziehen, der sich von de rEx Ratschläge holt, mit ihr lieber als mir mir seine Freizeit verbrächte oder einen Freundeskreis pflegen würde, in dem ich die Ex treffen müsste. Kontakte zu Expartner sind in jeder Hinsicht psychologisch destruktiv und auch praktisch nutzlos.

@17.4: Ja, es würde mir auch zu denken geben, wenn mein neuer Partner von seiner Ex noch mit viel Hass, Ärger oder anderen starken Gefühlen sprechen würde, denn das zeigte, dass er die frühere Beziehung noch nicht aufgearbeitet hat. Diese Empfehlung gebe ich hier regelmäßig und habe sie auch schon in #4 erwähnt. Man hat eine Exbeziehung aufgearbeitet, wenn man ohne intensive Gefühle, weder positiv noch negativ, an den Ex denken kann. Für mich ist die richtige Einstellung zum Expartner: Ich weiß gar nicht, wie es ihm geht. Ich interessiere mich nicht mehr für ihn. Ich habe ewig nichts mehr von ihm gehört.
 
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Gast

  • #20
Mein Gott - muss es zu allem akademische Studien geben wo der normale Menschenverstand individuell alles regelt ?
 
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Gast

  • #21
die 9 an FS:
Wozu ich eine nette Ex brauche? Aus dem selben Grund warum man Freunde braucht. Ich sag mal so: habe ich schon 3 richtige Freunde auf die ich mich verlassen kann, dann brauch ich die Ex als Freund vermutlich nicht noch. Habe ich aber vielleicht nur 1 richtigen Freund, dann tut ein zweiter gut.
 
  • #22
Zu der von Frederika geäußerten Vermutung, "dass jene, die Gefühle, Intimität und Sexualität ohnehin weniger intim, tief, besonders wahrnehmen, wahrscheinlich auch deswegen Exkontakte halten können" möchte ich dringend anmerken, dass man sie nicht umkehren darf. Der Rückschluss "Wer Kontakt zum Ex halte, der liebt weniger tief und besonders." wäre nach meiner Erfahrung ein Fehlschluss! Es gibt durchaus Menschen, die sehr innig lieben und hinterher trotzdem den Exkontakt halten können.
 
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Gast

  • #23
@Frederika von #17:

Ich kann meinerseits nicht nachvollziehen, was Du an meinem Post aggressiv findest? Ich mag eine etwas andere Meinung zur Ausgangsfrage haben, als Du, aber die habe ich ganz sicher nicht im von dir unterstellten aggressiven Tonfall vorgebracht.

Wenn Du aus den bisherigen Meinungen Null Vorteile aber viele Nachteile eines Kontaktes zur Ex heraushörst, dann hörst Du vielleicht nur einen Teil? Ein/e Ex von dem man sich im Guten getrennt hat wird von den Fürsprechern, so auch von mir, als ganz normaler, vertrauter und oft langjähriger Freund/in oder Bekannte/r gesehen, als nichts anderes. Das PRO sind also alles Vorteile, die man auch mit anderen Freunden oder Bekannten hat. Man kennt sich gut und lange, schätzt und mag sich, kann sich gut unterhalten, hat gemeinsame Interessen, Erinnerungen ect. Das Argument, man könne das alles ja auch mit anderen Freunden haben, aber bitte nicht mit der Ex, finde ich an den Haaren herbeigezogen. Die wenigsten von uns dürften einen so unerschöpflichen Freundeskreis haben, dass man schnell mal eine wertvolle Freundin in den Wind schiesst, weil die neue Partnerin das nicht ertragen kann.

Die propagierten Nachteile bestehen doch eigentlich grösstenteils darin, dass der neue Partner nicht mit dem Umstand klarkommt, dass er eifersüchtig oder neidisch reagiert und die Beziehung bedroht sieht. Als Nachteil wird weiterhin angeführt, dass man nicht genügend Abstand zum Ex bekommt und die Beziehung nicht aufarbeiten kann, wenn man weiter Kontakt hat. Für mich heisst Aufarbeiten aber nicht, dass man die Ex und die Jahre mit ihr völlig vergessen oder aus dem Gedächtnis streichen soll! Ich stimme aber insoweit zu, dass man nach einer Trennung durchaus erstmal eine Pause mit wirklichem Abstand machen sollte, bevor man sich auf freundschaftlicher Basis wiedertrifft, das machen ja auch die meisten und das ist gut so.

Warum hier so verschiedene Ansichten zum Thema herrschen, kann ich wie Du nur mutmassen. Eine geringere Beziehungstiefe und Wertschätzung von Intimität bei Menschen mit Ex-Kontakten halte ich nicht für ursächlich. Mir scheint es eher an den Ablehnenden zu liegen, die aus ihrer Sicht solche Ex-Kontakte als sehr bedrohlich und kränkend empfinden, die Schuld für solche unangenehmen Gefühle aber dem Partner zuschieben. Letztlich also übermässige oder krankhafte Eifersucht sowie Klammern in der Beziehung mit Besitzansprüchen.
 
  • #24
Zur Frage, warum man Ex-Kontakt vielleicht nicht ganz ausschließen sollte:

- als Gegentrend zur Wegwerfgesellschaft, wenn man nur Sachen ausrangiert, aber keine Menschen, eben als Zeichen der Wertschätzung
- weil es mir abstrus vorkäme, wenn ich zwar mit Bekannten und Kollegen an den Orten, an denen ich gelebt habe, Kontakt halte, aber es ausgerechnet bei Menschen, die mir mal mehr bedeutet haben, nicht tue
- weil ich damit ggf. dem Wunsch meines Gegenübers entspreche und es mir nichts ausmacht
- weil man sich einfach im Freundeskreis begegnet und man es den Freunden dann auch leichter macht, wenn sie sich nicht "für eine Seite entscheiden" müssen
- aus purer Neugier, weil ich gerne Lebensgeschichten anderer Menschen mitverfolge
- weil empirische Studien besagen, dass ein stabiles soziales Netz für den Menschen gesund ist
- weil die soziologische Fachliteratur auf den besonderen Nutzen von so genannten weak ties hinweist: Wenn ein Ex z.B. besondere Ahnung von Technik, Finanzen, Autos oder was auch immer hat, dann ist es doch schön, wenn ich ihn bei Problemen unproblematisch um Rat fragen kann - und er mich ebenso auf den Feldern meiner Expertise (Nicht jeder Exkontakt muss eine enge Freundschaft - strong tie - sein. Vielleicht ist das sogar bei den Kontakthaltern eher die Ausnahme?)
- ... (es gibt sicher noch weitere Gründe, das war nur ein erstes Brainstorming)
 
G

Gast

  • #25
Ich meine, es zeugt von Reife, wenn man einen angenehmen freundschaftlichen Kontakt zu einem Expartner hält. Expartner gehören lebenslänglich(!) zum gelebten Leben, und sind wichtige Lebensabschnittpartner - sie machen den Menschen zu dem, der er heute ist... Es zeugt von Achtung, Respekt und von Würdigung, sich mit dem Expartner erinnernd verbunden zu fühlen...jede neue Partnerschaft ist eine Folge dieser und jetzt aktuell und damit hat sie zwar absolute Priorität, aber sie ist nicht "höherrangig", denn jede Beziehung ist einzigartig, jede ist anders, keine gleicht der vorherigen, das ist auch gut so. Ich kann Menschen nicht negieren, nur weil eine Partnerschaft nicht möglich oder zerbrochen war - diese Menschen sind mir immer wichtig und ich mag sie auch noch, denn ich habe sie mir einmal ausgewählt in meinem Leben präsent zu sein. Aus der aktiven Liebe ist eine passive Liebe geworden und Dankbarkeit für die gelebte Zeit. Warum bitte sollte man ausgerechnet diese wertvollen Menschen aus dem Leben verbannen? Sofern niemand zu Schaden gekommen ist, gibt es doch überhaupt keinen Grund, außer der Eifersucht des neuen Partners, dem solche Freundschaften dann wahrscheinlich nicht gelungen sind. Aber dann muss der neue Partner an seiner Eifersucht arbeiten! Es ist kein Zeichen von Reife, zu verlangen, dass der andere möglichst alle Störfaktoren ausräumt, damit derjenige, den diese Sitation stört, nicht an sich arbeiten muss...
 
  • #26
Also mal kurz aus dem Nähkästchen geplaudert..

@Ex1# sie macht wundervolle Photos und spielt utner anderen diverse Instrumente die mein derzeitiger Schwarm nicht spielt.. unter Anderen leihen wir uns wechselseitig Instrumente, und auch solche die ich keinem anderen verleihen würde. bei ihr weiss ich das sie den Stellenwert des instrumentes versteht und damit umzugehen weiss, Sollte meine Dame daran irgendwann eventuell auch Gefallen daran findet darf sie natürlich das auch haben. (und noch vor der Ex..^^)

@Ex2# Japanophile Dame.. Suhsi Essen organisieren (zusammen MIT meiner Dame UND ihren neuen Freund.. und noch anderen) Informationen und Aktionen rund ums Bogenschiessen und diverse andere Dinge wie z.B. Reiten..

@Ex3# (seeeeeeeeehr lange vorbei) Hin und ieder Quattern über die "anderen Teile der Weltgeschichte in der sie unterwegs ist.." und: sie hat den besten Mechaniker der Welt ^^

es gibt 1 Millionen Möglichkeiten das fängt beim Nähen an, Wandmalerei, Umzug fahren, Elektrik Installieren, Waschmaschien aufbauen und in den 7 Stock schleppen, gemeinsam eine Küche aufbauen und Abende mit anderen Freunden zusammen verbringen.. Es spielt bei 99,99% der Fälle einfach keine Rolle ob wir mal zusammen gewesen sind. Man ist sich vertrauter, man kennt sich gegenseitig, weiss um die Schwächen des Anderen und passt darauf auf.. nimmt sich gegenseitig an und hat einen doch recht sehr angenehmen Umgang miteinander, mit dem neuen Partnern und den neuen Freundeskreisen..

Alles in allem, all das was ich durchaus als "normal" einstufen würde..
d.h. ich würde für mein Umfeld durchaus positive Aspekte durch den Umgang mit Expartnern finden.
 
G

Gast

  • #27
Nur wer nie richtig geliebt hat leidet später bei Exkontakten nicht.

War schon die Beziehung oberflächlich ist es auch die Zeit danach.

m37
 
  • #28
@#22: Du meinst ernsthaft, dass ein Ex ein "ganz normaler. vertrauter Freund" werden kann? Hm, die Welt ist bunt. Ich glaube das nicht. Ganz im Gegenteil wird eine Beziehung zu einem Ex niemals wieder "ganz normal". Wenn man einmal Intimitäten geteilt hat, wirklich geliebt hat, sich wirklich nah war, dann bleibt ein Teil davon für immer. Eine Umarmung wird nie wieder neutral sein, ein Ratschlag wird immer auf dem Wissen und den Gefühlen der Beziehung basieren. Ein normaler Umgang mit Exen ist einfach nicht möglich, ganz egal ob man das positiv oder negativ sieht.

Schon Dein Satz "eine wertvolle Freundin in den Wind schiesst, weil die neue Partnerin" ist doch der Offenbarungseid schlechthin. Du hast offenbar eine ganz andere Einstellung zu Partnerschaft als ich. Der Abstand zwischen "wertvoller Freund" und "eigenem Partner" ist für mich drastisch. Wenn mein Partner das nicht so sehen würde, sondern eine Ex als wertvolle Freundin meinen Wünschen und Bedürfnissen vorziehen würde, wäre für mich alles klar: Absolut uneingeschränkt inkompatibel, und zwar sowohl emotional als auch moralisch.

Vielleicht ist es ganz gut, wenn die Kandidaten sich so selbst aussortieren: Wer eine Ex oder einen Freund dem Partner vorzieht, der taugt aus meiner Sicht eben auch nicht als Partner für mich. Zum Glück scheinen ja beide Geschlechter beide Sorten zu bieten, so dass sich kompatible Partner finden sollten. Für mich jedenfalls ist es ein Ausschlusskriterium, so herzlos zu sein.

Die Nachteile bestehen darin, dass
+ Wunden nicht heilen können und Schmerzen nicht versiegen
+ Exkontakte psychologisch destruktiv sind und das Verarbeiten verhindern
+ der neue Partner belastet wird
+ man selbst nicht wirklich frei wird

Ich glaube indes nicht, dass es mit Besitzdenken, Klammern oder ähnlichen totgeglaubten Plattargumenten zu tun hat. Es geht viel eher um Anstand, Reinheit der Gefühle und Vermeidung von emotionaler Belastung.

@#26: Ich halte diese Kurzform für ziemlich treffend. Da kann viel Wahres dran sein. Ich denke auch, nur wenn man den Ex nicht wirklich geliebt hat, kann man hinterher mühelos Kontakt halten. Je stärker und inniger die Liebe, desto größer die Wunden und desto unmöglicher ein Kontakt.
 
  • #29
#27
ich habe nur den letzten Abschnitt überflogen, und kann diese Ansicht nicht teilen.

Ich habe in meinem (etwas längeren) Leben schon ein paar Männer tatsächlich geliebt und natürlich war nach Beendigung der Beziehung immer erst eine gewisse "Auszeit" notwendig.
In dieser Auszeit verarbeitet man die Probleme, die in der Beziehung entstanden sind (und diese beendet haben). Nach ein paar Jahren freut man sich, wenn man den anderen trifft und wenn es ihm gut geht!

Wenn man einen Menschen wirklich geliebt hat, mußte man vielleicht feststellen, daß man bei aller Liebe doch nicht mit ihm zusammenleben kann oder daß man sich in der Beziehung in unterschiedliche Richtungen etwickelt hat.

Ich bin sehr froh darüber, daß ich nie mit einem Mann zusammengelebt habe oder jahrelang liiert war, von dem ich heute überhaupt nichts mehr halte! Denn dann müßte ich an mir ernsthaft zweifeln. Allen Männern die ich in meinem Leben geliebt habe, bin ich auch heute noch zugetan und würde jedem von ihnen, wenn er ein Problem hätte, so gut wie möglich zur Seite stehen.
Übrigens habe ich nie gegen neue Partnerinnen intregiert - wenn sie mir total blöd vorkamen, hatte ich einfach überhaupt keine Meinung über sie... , mit den normalen komme ich sehr gut zurecht - und sie mit mir.
 
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Gast

  • #30
zu #27: wer sagt denn, dass "der Ex die wertvolle Freundin der Partnerin "vorziehen" würde? Da sagt doch niemand - nur, dass die Ex eben auch im Leben des Partners existiert. Das ist doch das normalste von der Welt, dass für jeden Menschen mehrere Menschen im Leben wichtig sind, auch wenn der Partner zwar der Wichtigste,aber dennoch nicht der einzigste ist... wer das nicht akzeptieren kann, hat entweder Problem mit sienem Selbstwertgefühl oder ist eifersüchtig.. weil er "mehr" haben will als der Partner geben kann...