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  • #1

Gibt es überhaupt noch wahre Liebe?

Also ich schreibe jetzt nur aus Sicht einer Frau.
Ich sehe in meinem Bekanntenkreis, dass viele Männer eine Beziehung führen, nebenbei aber weiter anderen Frauen schöne Augen machen. Da gibt es eindeutige Anmache, viele gehen auch fremd oder haben nebenbei noch eine Geliebte. Also bitte, wenn ich meinen Partner liebe, dann tue ich doch sowas nicht.
Auch sind viele in einer Beziehung und denken aber gleichzeitig, dass es nicht die große Liebe ist. Dann bin ich doch lieber alleine, das ist doch auch dem Partner gegenüber fairer!
Oder Freundinnen von mir lernen Männer kennen. Interesse scheint beidseitig vorhanden, trotzdem entwickelt sich irgendwie nicht mehr und es ist schon oft vorgekommen, dass diese Männer dann mich anbaggern. Also bitte, wenn ich an einem Menschen interessiert bin, zeige ich doch Initiative und geh nicht gleich zu ihrer Freundin über und versuche es da. Vor allem weil man dann ja alle Chancen verbaut hat!
Oder ich lerne einen Mann kennen. Er scheint interessiert, man versteht sich auch freundschaftlich. Er meldet sich auch immer, will sich oft treffen und mich auch in sein Leben integrieren. Jetzt braucht man nur mal zu googeln, um zu erfahren, dass ein Mann es ernst meint, wenn er sich so verhält. Nach einer Weile merke ich aber, dass es bei mir nicht so passt und sage es ihm direkt. Kann ja vorkommen, deshalb könnte man ja noch befreundet bleiben, aber nichts da. Kündigt mir daraufhin im Netzwerk heimlich die Freundschaft und nun erfahre ich, dass er 2 meiner Freundin anbaggert. Aha. So verhält sich also ein Mann, der kurz vorher noch ernsthaft interessiert war ;-)
Ich frag mich echt, was heutzutage los ist mit der angeblichen Liebe und Loyalität! Ob es die überhaupt noch gibt? Wie oberflächlich ist das denn alles...Wenn nicht die, dann nehm ich eben die, Hauptsache sieht gut aus? Interessiert sich niemand mehr wirklich für den anderen? Denken alle nur noch an sich? Ich finde das schlimm und will so einen Mann nicht, aber es scheint ja nur noch solche Typen zu geben!
 
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  • #2
Du siehst, es gibt nicht viele die darauf eine Antwort haben. Es liegt wie bei vielen Sachen im Leben an den Charaktereigenschaften. Und der hat nichts mit Bildung, Herkunft oder Geld zu tun, den hat man oder eben nicht.
 
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  • #3
Das Problem ist wohl weniger, ob es wahre Liebe noch gibt, als wie man heutzutage Liebe definiert. Die meisten setzen Liebe mit Verliebtheit gleich und die hält nun mal nicht lange vor. Fehlen die "Schmetterlinge" meint man nicht (mehr) zu lieben. Aber echte Liebe geht weit darüber hinaus. Wie es Erich Fromm einmal ausdrückte: "Die Liebe sollte im wesentlichen ein Akt des Willens, des Entschlusses sein, mein Leben völlig an das eines anderen Menschens zu binden...... Jemanden zu lieben ist nicht nur ein starkes Gefühl, es ist auch eine Entscheidung, ein Urteil, ein Versprechen." Aber in unserer Zeit, die von absoluter Egozentrik, Freiheitsliebe und sich nicht festlegen wollen geprägt ist - wen wundert, dass für die meisten Liebe da aufhört, wo sie normalerweise erst beginnt: Nach den Schmetterlingen.

Zu Deinem Beispiel: Was erwartest Du von dem Mann, dem Du einen Korb gegeben hast. Ihr seid noch nicht lange und auch nicht verbindlich zusammen gewesen. Du sagst ihm: Zwischen kann es nur Freundschaft geben, er aber sucht nach einer Beziehung, also geht er folgerichtig hin und sucht weiter.
 
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  • #4
Das Problem ist wohl weniger, ob es wahre Liebe noch gibt, als wie man heutzutage Liebe definiert. Die meisten setzen Liebe mit Verliebtheit gleich und die hält nun mal nicht lange vor. Fehlen die "Schmetterlinge" meint man nicht (mehr) zu lieben. Aber echte Liebe geht weit darüber hinaus. Wie es Erich Fromm einmal ausdrückte: "Die Liebe sollte im wesentlichen ein Akt des Willens, des Entschlusses sein, mein Leben völlig an das eines anderen Menschens zu binden...... Jemanden zu lieben ist nicht nur ein starkes Gefühl, es ist auch eine Entscheidung, ein Urteil, ein Versprechen." Aber in unserer Zeit, die von absoluter Egozentrik, Freiheitsliebe und sich nicht festlegen wollen geprägt ist - wen wundert, dass für die meisten Liebe da aufhört, wo sie normalerweise erst beginnt: Nach den Schmetterlingen.

Zu Deinem Beispiel: Was erwartest Du von dem Mann, dem Du einen Korb gegeben hast. Ihr seid noch nicht lange und auch nicht verbindlich zusammen gewesen. Du sagst ihm: Zwischen kann es nur Freundschaft geben, er aber sucht nach einer Beziehung, also geht er folgerichtig hin und sucht weiter.
 
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  • #5
Liebe FS, Du schreibst mir aus der Seele, ganz genauso habe ich es auch "früher" erlebt, als ich noch auf Partnersuche war. Männer hatten erst an mir Interesse, sobald das nicht klappte, war die Freundin dran. Oder ich lernte mal einen Mann kennen, der nach der Reihe alle meine Freundinnen "anmachte" - das Allerletzte. So etwas kenne ich auch nur von Männern, sorry, keine Frau macht
einen Mann an und dann den Kumpel, weil es beim ersteren nicht geklappt hat.
Das ist wirklich eine Männerdömäne, hat mit armseligem Charakter und Ansprüche gleich Null zu tun, Hauptsache eine Frau. Fürchterlich.
Die wahre Liebe, sowie die Liebe auf den ersten Blick (auf Dauer) sind Illusionen.
Und wenn es ein paar erlebt haben, haben es 1000 Leute nicht.
 
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  • #6
Die wahre Liebe gab es in wirklichkeit nie! Schon immer war es ein nutzen von beiden Frau&Mann meist bleibst man nur zusammen um die Kosten so gering wie möglich zu halten, wie bei der Miete,Nahrung,Kleidung....ect.Oder oft auch nur wegen den gemeinsamen Kindern.Wie viele haben neben der eigenen Frau oder Mann eine Affäre oder einen one night stand!
 
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  • #7
FS, Du bist bei diesen schrotschußartig baggernden Männern auf Typ Poolsuchstratege getroffen.

a) Poolsuchstrategie: Ich grabe möglichst viele pot. Partner an und hoffe, daß mindestens eine übrig bleibt. Das Ergebnis ist nicht d i e e i n e, sondern eine, die darauf eingegangen ist.

b) Sequentielle Partnersuchstrategie: Ich nehme erst mal einen Partner, auch wenn die letzte Überzeugung und die Schmetterlinge fehlen. Später kann man ja noch wechseln. Oft gibt es kein später. Das Ergebnis sieht man dann in Form unmöglicher Paarkonstellationen.

c) Schrankentatktik: Ich lasse nur Partner zu, die eine bestimmte Gefühls- oder Attraktivitätsschranke überwunden haben. Das wird dann am ehesten wahre Liebe werden. Die Gefahr ist jedoch sehr hoch, lange oder ewig allein zu bleiben.

Die meisten Partnerschaften, zumindest im Alter, enstehen wohl aus a) und b).

m, 38
 
  • #8
Gute Definitionen von #6

Ich finde, daß viele Leute zu schnell zu hohe Erwartungen haben.
Wollen sich gleich beim ersten Date in den Anderen verlieben - sonst Absage ?

An die FS: Nicht wundern - es gibt halt auch solche Männer.

Männer und Frauen sind halt verschieden.
Würden sich die Männer wie die Frauen verhalten - wirken sie uninteressant / langweilig ?
Aber wären / sind die Männer anders - ist es auch nicht recht ?

Es gibt auch Frauen, die bei der Partnersuche oberflächlich sind.
Und die Männer, mit ernsthaften Absichten dann "wie vor den Kopf" gestoßen = schwer enttäuscht.

Selber erlebt: Frau ließ mich beim Date mit einem gelogenen Vorwand im Cafè sitzen + warten.
Selbst ihre Mutter wunderte sich darüber, die dieses Cafè betrieb.
Die Frau war zuhause, und alberte mit einem anderen Mann herum. (Hörte man deutlich bis auf die Straße)
Nein, es klang nicht nach Bruder, Neffe o.ä.
 
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  • #9
Ich frag mich echt, was heutzutage los ist mit der angeblichen Liebe und Loyalität! Ob es die überhaupt noch gibt? Wie oberflächlich ist das denn alles...Wenn nicht die, dann nehm ich eben die, Hauptsache sieht gut aus? Interessiert sich niemand mehr wirklich für den anderen? Denken alle nur noch an sich? Ich finde das schlimm und will so einen Mann nicht, aber es scheint ja nur noch solche Typen zu geben!

Natürlich gibt es Liebe und Treue, jedoch nur seltener und ist somit schwieriger zu finden. Viele denken wirklich nur an sich, jedoch kann auch das manchmal sehr gut passen. Aussehen ist nur mal wichtig, jedoch gibt es hier sehr viel Auswahl und für jeden mehr als genug Auswahl. Du hast einfach nur noch nicht den richtigen gefunden. Woran das liegt? Das kann unzählig viele, auch eigene, Gründe haben.
 
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  • #10
Ich möchte hierzu anmerken (insbesondere an #4): Frauen zeigen dieses Verhalten auch und vor allem deswegen weniger häufig, weil sie in den meisten Fällen die Abwartenden sind. Die Initiative wird doch häufig vom männlichen Part erwartet. "Dasitzen und lauern" - da fällt es natürlich nicht schwer, am Ende zu behaupten, man habe ja niemanden angemacht.

Ansonsten glaube ich ohnehin nicht, dass in der frühen Phase, um die es hier geht, überhaupt von Liebe gesprochen werden kann. Nicht einmal von Verliebtheit - wenn eine auf den ersten Blick und/oder während der ersten Kennenlerngespräche Lust auf mehr macht, dann nenne ich sowas erstmal Interesse. Prallt das dann auf Granit, geht man(n) halt weiter suchen. Interessante Frauen gibt es doch einige, auch ohne, dass man sich in jede gleich verlieben muss.
 
  • #11
Liebe FS, wahre Liebe, oder echte innige Liebe entsteht erst nach der Verliebtheitsphase. Verlieben kann ich mich in eine Frau die mir in jeglicher Hinsicht gefällt sehr leicht. Wenn beide nach der Phase der Verliebtheit immer noch jede gemeinsame Minute geniessen kann Liebe entstehen, echte Liebe die den anderen so belässt wie er eben ist, ohne ihn verändern zu wollen. Liebe bedeutet Akzeptanz, innige Gefühle der Verbundenheit. Weil das nie funktioniert wenn man seinem Ego folgt, lieber Kriterienlisten erfüllt sehen möchte, ist wahre Liebe etwas besonderes, nicht alltägliches. Du bist also nicht der einzige Mensch der bedauert dass es so wenige liebesfähige Personen gibt..
 
  • #12
Bei meinen Überlegungen gehe ich davon aus, da diese für mich auch statistisch die Realitätsbeweise zugrunde liegend haben: Frauen wollen und bieten vor allem mehr den Wunsch bzw. die Aussicht auf das Anstreben einer echten grossen Liebe an.

..Wenn nicht die, dann nehm ich eben die, Hauptsache sieht gut aus? Interessiert sich niemand mehr wirklich für den anderen? Denken alle nur noch an sich? Ich finde das schlimm und will so einen Mann nicht, aber es scheint ja nur noch solche Typen zu geben!
Statisiken zeigen es immer wieder, für Männer (Formulierung impliziert nicht alle Männer) steht die Optik der Frauen (durchaus auch: Frauen sollen jünger sein) im Vordergrund, die Hülle, der Inhalt weniger und eine Kombination mit inneren Werten ist nicht gewünscht und gelebt, da sonst die Statistik anders aussähe.
Bei Frauen ist dies nicht der Fall. Die Frauen, die auch Wert auf eine gute Männeroptik in Verbindung mit inneren Werten legen, sind eher vereinzelt anzutreffen.

Warum ist das so?
Mir kommt der Gedanke, dass es bei Männern vielleicht ein Kompensationswunsch ist, den sie auf die Frau projezieren.
Sehe ich mir junge Mädchen im Vergleich zu älteren Frauen an, sehe ich kaum Unterschiede, manchmal etwas dicker, dünner, Falten.
Sehe ich mir junge Männer im Vergleich zu älteren Männern an, kommt dies eher einer Tornadoverwüstung gleich. Aus mehr oder weniger ansehnlich muskulösen Körpern sieht man unmuskulöse dünne oder unmuskulöse übergewichtige, die Haare vom Kopf sind bei manchen auf Rücken, in Nase und Ohren, zum Nacken und auf dem Po geweht.
Das wissen und Sehen auch die Männer.
Weil die meisten heterosexuell sind, kann ich mir vorstellen, dass sie diese Angst vor Verwüstung an der Frau abarbeiten und bei ihr auf gute Optik pochen.
Anstatt dass sie selber etwas für sich tun und sei es ein Toupet, mit dem sie durchaus freundlich wie mit einem Hut grüssen könnten.
Vielleicht ist die Alterungsangst der Männer so gross, dass sie innerlich blockiert sind und nicht auf die inneren Werte achten. Und dann kommen Fremdgänger oder Frauen-sind-beliebig-austauschbar-Männer raus und wir Frauen haben es schwerer gute Männer für eine Liebe zu finden.
 
  • #13
Statisiken zeigen es immer wieder, für Männer (Formulierung impliziert nicht alle Männer) steht die Optik der Frauen (durchaus auch: Frauen sollen jünger sein) im Vordergrund, die Hülle, der Inhalt weniger und eine Kombination mit inneren Werten ist nicht gewünscht und gelebt, da sonst die Statistik anders aussähe.
Die unverfälschten Statistiken, ohne Hintertürchen, will ich sehen.
Wenn es nämlich wirklich so wäre, wie du schreibst, gäbe es keine optisch attraktiven Single-Frauen. Alle wären in Beziehungen oder einer Ehe.
Das Argument, das diese Single-Frauen zu anspruchsoll sind, zieht auch nicht, da in regelmäßigen Abständen Frauen schreiben, sie wollen "nur" einen liebevollen, netten, zuverlässigen Mann.
 

Laleila

Cilia
  • #14
Das Argument, das diese Single-Frauen zu anspruchsoll sind, zieht auch nicht, da in regelmäßigen Abständen Frauen schreiben, sie wollen "nur" einen liebevollen, netten, zuverlässigen Mann.
Ja, das sagen sie, das sagt meine überaus attraktive, wunderschöne und auch noch sehr nette Singlefreundin auch, meint es in den Momenten auch garantiert genau so.
Und sie stehen Schlange die "nur" liebevollen, netten, zuverlässigen Männer.
Aber im Einzelfall betrachtet ist der eine zu klein, der andere küsst nicht gut genug, der nächste ist langweilig, ein weiterer hat einfach den falschen Humor und so geht das weiter und so gehen sie fort.
Denn sie "kann ja schließlich auch nichts dafür, wenn es nicht funkt"
Ich liebe diese Frau wie eine Schwester aber es ist nicht so, dass sie allein ist, weil sie überdurchschnittlich attraktiv ist, sondern weil die gewohnte Überauswahl ihre Ansprüche stetig steigen lassen auch wenn sie selbst davon überzeugt ist doch nur einen liebevollen, netten, zuverlässigen Mann zu suchen.
'Wahre Liebe' da es hier keine allgemeingültige Definition geben kann und viele Menschen davon überzeugt sind "wahre Liebe" empfinden zu können, gibt es diese auch.
 
  • #15
Wenn es nämlich wirklich so wäre, wie du schreibst, gäbe es keine optisch attraktiven Single-Frauen. Alle wären in Beziehungen oder einer Ehe.
Doch, das widersprichst sich nicht. Gerade DIE jeweiligen Männer, die primär NUR Augenmerk auf die Optik der Frau legen, sind doch eher die Männer, für die Frauen beliebig austauschbar sind und welche Frau nimmt so einen, wenn sie dies erkennt?
 
  • #16
'Wahre Liebe' da es hier keine allgemeingültige Definition geben kann und viele Menschen davon überzeugt sind "wahre Liebe" empfinden zu können, gibt es diese auch.

Das ist der springende Punkt. "Wahre" Liebe ist eine verniedlichung der Menschen. Es ist entweder Liebe die ich spüre oder aber eben nicht. Es ist doch immer Wahre Liebe wenn es Liebe ist. Wenn sie nicht Wahr also Real ist, dann ist es auch keine Liebe.
Ich halte es für möglich das vielleicht eine erste Liebe die sogenannte große Liebe sein könnte. Aber schließe nicht aus, dass ich mit 50,60 oder gar 70 eine noch viel größere Liebe erfahren könnte.
Liebe ist nicht messbar. Man kann sie spüren wenn vorhanden. Manchmal mehr, manchmal weniger und manchmal auch gar nicht.
Das ist Wahr(heit)

m47
 
  • #17
Statisiken zeigen es immer wieder, für Männer (Formulierung impliziert nicht alle Männer) steht die Optik der Frauen (durchaus auch: Frauen sollen jünger sein) im Vordergrund, die Hülle, der Inhalt weniger und eine Kombination mit inneren Werten ist nicht gewünscht und gelebt, da sonst die Statistik anders aussähe.

Ein dünnes Brett. Hast Du zu dem Thema einen aussagekräftigen Link zu einer seriösen Studie? Es ist sicher richtig, dass viele Männer Wert auf Optik legen, Frauen auf Status. Das gilt sozusagen als "Eintrittskarte". Dass darauf aufbauend langfristige Beziehungen entstehen, ohne dass der "Inhalt" irgendeine Rolle spielt, dürfte eher die Ausnahme sein. Da würde ja wohl auch kaum eine Frau mitspielen.

Solche Denkweisen können eigentlich nur von enttäuschten Frauen kommen, die entweder wegen mangelnder Optik von vorneherein abgelehnt werden oder nur ONS oder Affären haben, weil ihre inneren Werte dann doch nicht für eine längere Beziehung reichen.
Wenn Deine These stimmt, dann dürften ja nur gutaussehene Frauen in Partnerschaften sein und alle mit "inneren Werten" müssten unabhängig vom Aussehen alleine sein.

Bei Frauen ist dies nicht der Fall. Die Frauen, die auch Wert auf eine gute Männeroptik in Verbindung mit inneren Werten legen, sind eher vereinzelt anzutreffen.

Bedeutet, Frauen nehmen nur "hässliche" Männer, Hauptsache die "inneren Werte" stimmen? Auch da, ein dünnes Brett einer enttäuschten Frau.
 
  • #18
Ich zweifele momentan auch stark daran, ob es überhaupt die wahre Liebe in dem Sinne gibt... Ich beobachte die Paare um mich herum und habe den Eindruck, die meisten bleiben nur zusammen, um nicht allein zu sterben und weil sie wissen, dass sie keinen guten "Marktwert" hätten "da draußen". Ich kenne nur zwei Paare, bei denen ich sage, es ist eine tiefe Liebe, die beide verbindet. Ansonsten sehe ich nur Männer, die nach anderen Röcken schielen und Frauen, die die Pille absetzen, um die Sache dingfest zu machen (was ich wiederum bei der heute herrschenden Unverbindlichkeit auch verstehe). Schlimm finde ich in Deutschland auch die Attitüde der Männer, die sich so geben, als würden sie ihren Frauen zuliebe heiraten und ihnen damit einen GEFALLEN tun. So als müsste die Frau sie "einfangen" und nicht selten wartet die Frau 5 bis 8 Jahre auf einen Antrag, traut sich aber auch nicht, es anzusprechen, da der Mann ja verschreckt werden könnte. Von Romantik fehlt da jede Spur.

Diese Beobachtungen und einige Beiträge hier im Forum lassen mich manchmal zu dem Schluss kommen, dass es die wahre Liebe aus Filmen so wohl nicht mehr gibt. Dass es realistischer ist, davon auszugehen, dass man Kinder allein aufziehen wird und sowieso irgendwann vom Vater getrennt sein wird. In der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante las ich neulich dazu den Satz "Vielleicht geht es gar nicht anders mit den Männern." - Eine Auffassung, der ich mich immer mehr nähere.

w30
 
  • #19
Schlimm finde ich in Deutschland auch die Attitüde der Männer, die sich so geben, als würden sie ihren Frauen zuliebe heiraten und ihnen damit einen GEFALLEN tun.

Wenn ich hier so lese, dann legen viele Frauen Wert darau, geheiratet zu werden, Männer eher nicht. Also ist es keine Attitüde, sondern eine Tatsache, dass Frauen geheiratet werden wollen und Männer dem teilweise notgedrungen oder gar gezwungen folgen.

Du schreibst ja selbst:
Frauen, die die Pille absetzen, um die Sache dingfest zu machen (was ich wiederum bei der heute herrschenden Unverbindlichkeit auch verstehe).

Ich verstehe das auch, aber diese Form von Verbindlichkeit ist eben alles andere als freiwillig.
„In Deutschland“ ist sicher richtig. Warum ist das in Deutschland so? Für mich als Mann ist das völlig logisch. Frauen betonen in Deutschland ständig, dass sie alles alleine hinbekommen und keine Männer brauchen, auch hier immer wieder zu lesen? Und heiraten dann andere Frauen, wie Alice Schwarzer.

Nenne mir einen vernünftigen Grund, mich verbindlich an eine Frau zu binden, die mich nicht braucht? Wie kann Frau ernsthaft ihre Unabhängigkeit ständig betonen, aber dann Verbindlichkeit einfordern? Abgesehen davon, dass die Frauen am lautesten schreien und fordern, die am wenigsten eigenständig sind.

Gut ausgebildete und beruflich erfolgreiche moderne Frauen fordern diese Verbindlichkeit gar nicht. Fordern tun nur die, die „was mit Design“ oder „was mit Menschen“ lernen und mit mir gar kein gemeinsames Leben mit echter Gleichstellung realisieren können. Mit denen kann ich nämlich gar nicht auf eine halbe Stelle gehen, weil dann das Einkommen nicht mehr reicht.
 
  • #20
Nenne mir einen vernünftigen Grund, mich verbindlich an eine Frau zu binden, die mich nicht braucht?
In welcher Hinsicht willst Du denn gebraucht werden? Emotional? Finanziell ja wohl nicht, wenn Du schreibst
Fordern tun nur die, die „was mit Design“ oder „was mit Menschen“ lernen und mit mir gar kein gemeinsames Leben mit echter Gleichstellung realisieren können. Mit denen kann ich nämlich gar nicht auf eine halbe Stelle gehen, weil dann das Einkommen nicht mehr reicht.

w30
 
  • #21
In welcher Hinsicht willst Du denn gebraucht werden? Emotional? Finanziell ja wohl nicht, wenn Du schreibst

Ich habe nicht explizit geschrieben, dass ich "gebraucht" werden will. Für mich ist in der Beziehung essentiell, dass sich beide gegenseitig als Bereicherung empfinden. "Brauchen" im Sinne von Abhängigkeit will ich in einer Beziehung nicht mehr haben. Mir ist aber klar, dass das in einer Beziehung mit Kindern anders ist. Da sind gewisse Abhängigkeiten "normal".

Aber natürlich "brauche" auch ich Anerkennung, Zuwendung, Liebe, Unterstützung, ...
Alles, was zu einer Beziehung gehört. Aber eben nicht im Sinne einer Abhängigkeit von einer bestimmten Person. Finanziell schon gar nicht. Dann weiß ich nämlich nicht mehr, ob es eine gewollte Beziehung ist oder ob ich im Grunde dafür bezahle, so etwas vorgespielt zu bekommen.

Für mich ist "Beziehung auf Augenhöhe" und damit keine Abhängigkeit mehr der Idealfall von moderner, postemanziatorischer Beziehung. Das Idealkonstrukt ist, sich Hausarbeit, Familienarbeit und Erwerbsarbeit wirklich einigermaßen gleichmäßig aufteilen zu können. Ohne die Abhängigkeiten im "alten" Rollenbild. Ich habe aber doch das Gefühl, dass viele Frauen ganz gerne wieder in das alte Rollenbild verfallen, sobald sie Kinder haben. Vorgeschoben begründet mit demm Wohlergehen der Kinder, in Wirklichkeit mit dem eigenen.
 
  • #22
Was heißt hier "noch"? Ich bezweifle, dass es "wahre Liebe" früher häufiger gab als heutzutage. Wenn überhaupt, verhält es sich umgekehrt - im Gegensatz zu früher haben wir heute die Freiheit, nach der "wahren Liebe" zu suchen statt nur nach jemandem, der uns versorgt bzw. die Weitergabe unserer Gene sichert.

Ich denke aber, auch heute sind Beziehungen, die auf "wahrer Liebe" basieren, sehr selten. Wenn man mal hinter die Fassade blickt, gibt es oftmals andere Beweggründe, warum sich zwei Menschen zusammengefunden haben: z.B. der Wunsch nach Status-Aufwertung oder das Bedürfnis nach materieller oder emotionaler Versorgung. Dann gibt es noch diese "amour fou"-Geschichten, bei denen zwei völlig inkompatible Menschen körperlich extrem aufeinander abfahren, sich im Alltag aber gegenseitig zerfleischen.

Ich denke, die oberflächliche "amour fou" ist für die Masse der Menschen das höchste der Gefühle - sozusagen im Gefühlsuniversum das höchste Level, das sie jemals erklimmen werden. Und selbst das ist bei weitem nicht Allen vergönnt - ich z.B. habe nie eine "amour fou" erlebt. Immer nur halbseidene Zweckverbindungen.

Aber zurück zur sogenannten "wahren Liebe"...vielleicht gibt es einige Wenige, die im Laufe ihres Lebens die persönliche Reife und seelische Tiefe erlangen, sie zu empfinden und das Glück haben, ihr zu begegnen. Ich denke aber, um die Mehrheit aller Menschen überhaupt zur "wahren Liebe" zu befähigen, braucht es noch ein paar Jahrtausende (Jahrmillionen?) der Evolution.

Bei Frauen ist dies nicht der Fall. Die Frauen, die auch Wert auf eine gute Männeroptik in Verbindung mit inneren Werten legen, sind eher vereinzelt anzutreffen.

Okay, dann bin ich wohl eine Ausnahmeerscheinung. Ich will nur einen schönen Mann. Damit meine ich nicht nur die reine Optik; auch der Klang der Stimme und der Habitus (Gestik, Mimik, Gang, Ausdrucksweise...) tragen wesentlich zur empfundenen "Schönheit" bei. Und er muss für mich schön sein, nicht für die Allgemeinheit; es geht mir nicht ums Angeben. Allerdings ist mein Geschmack ziemlich "Mainstream", sodass die Männer, auf die ich stehe, leider immer auch von anderen (oftmals deutlich attraktiveren) Frauen umschwärmt werden. Hm, apropos, da diese Männer nicht unbedingt charakterliche Rohdiamanten sind, müssen ihre vielen weiblichen Fans dann wohl auch alle Ausnahmeerscheinungen sein?

Wie auch immer. Ich nehme für mich nicht in Anspruch, zu "wahrer Liebe" fähig zu sein. Ich will einfach nur die kurze Zeit, die mir hier auf Erden vergönnt ist, für mich positiv gestalten; soviel Spaß wie möglich haben und andere dabei so wenig wie möglich verletzen.
 
  • #23
Finanziell schon gar nicht. Dann weiß ich nämlich nicht mehr, ob es eine gewollte Beziehung ist oder ob ich im Grunde dafür bezahle, so etwas vorgespielt zu bekommen.
Von diesen Bedenken bei Dir lese ich öfter. Ich würde gern wissen, was das für Situationen waren mit Frauen, dirch die Du diese Ängste bzw. Befürchtungen entwickelt hast. Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass eine Frau wegen finanzieller Vorteile bei einem ansonsten aus ihrer Sicht defizitär ausgestatteten Mann bleibt und ihr Leben neben ihm vergeudet, wenn sie woanders echtes Knistern erleben kann.

dass viele Frauen ganz gerne wieder in das alte Rollenbild verfallen, sobald sie Kinder haben. Vorgeschoben begründet mit demm Wohlergehen der Kinder, in Wirklichkeit mit dem eigenen.
Auch hier bin ich unsicher. Die meisten Frauen wollen, denke ich, gerne Karriere machen, ihr eigenes Geld verdienen usw. Nur manchmal funkt das Leben dazwischen und es klappt aus diversen Gründen nicht. Keiner liegt dem anderen gern auf der Tasche und will bei jeder Ausgabe nachfragen, ob das ok wäre.

w30
 
  • #24
Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest.
So,so... Wenn es so egal wäre, würde man keinen Mann heiraten, der einen schlecht behandelt.
Es reicht eben nicht das man sich selber liebt und schützt! Man muss Menschen um sich haben, die genau das empfinden, was man selber für sich fühlt!

Meiner Meinung nach, gibt es die Liebe durchaus, aber eben so selten wie einen Lottogewinn, weshalb manche dieses Gefühl nicht kennen oder herunterspielen. Noch seltener wird es, das dieses Gefühl (in der gleichen Intensität) erwidert wird.

Für mich ist die wahre Liebe beständig. Jemanden lieben, diese Gefühle nicht in Worte fassen können, da diese dem Gefühl nicht ebenbürtig sind. Ihn lieben, trotz seiner Fehler. Verständnis und die absolute Sehnsucht, wenn er nicht da ist. Es ist quasi ein andauerndes Strohfeuer, auf höherer ebene.
 
  • #25
Ich würde gern wissen, was das für Situationen waren mit Frauen, dirch die Du diese Ängste bzw. Befürchtungen entwickelt hast.
...eine Frau wegen finanzieller Vorteile bei einem ansonsten aus ihrer Sicht defizitär ausgestatteten Mann bleibt...

Schlicht meine persönliche Erfahrung, dass es Frauen gibt, die mit der Heirat den Griffel fallenlassen und ihr Heilpraktikerdasein in ein "ich führe jetzt den Haushalt" gewandelt hat. Ohne Diskussion darüber, denn ich bin nicht der Typ Mann, der eine Haushälterin sucht.
Befürchtungen? Nein, Vorsicht. Aber natürlich lese ich manches selektiv, so, wie das jeder hier mit seiner Erfahrungsbrille macht. und natürlich ist mir auch klar, dass nur wenige Frauen so sind und dass ich ja vorher hätte darauf achten können. Also alles gut und auch keine größeren Schäden.

Meine Folgerung ist schlicht, dass mir wichtig ist, dass eine Frau finanziell so aufgestellt ist, dass sie selbst für sich sorgen kann. Auch wenn das in den Ohren der meisten Frauen hier seltsam klingt, weil es für sie selbstverständlich ist. Ist es aber nicht für alle. Und das hat mit "defizitär ausgestattetem Mann" wenig zu tun. Es hat schlicht meine Emotionen so gekillt wie bei vielen Frauen der Mann, der sich null um den Haushalt kümmert. Handelt es sich da erkennbar um "defizitär ausgestattete Frauen"?

Und um den Kreis zum Thema zu schließen: "Wahre Liebe" ist in langfristigen Beziehungen sicher meist mindestens zu Beginn vorhanden. Egal, wie sie jeder erstmal für sich definiert. Es gibt aber keine Garantie, dass sie ewig hält. Das ist eine romantische Utopie, deren Details Du bei #31 nachlesen kannst...
 
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