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  • #1

Glaubensfrage

Hallo Forum,

ich habe einen Mann kennengelernt, der mir sehr gut gefällt. Er ist sehr vielseitig interessiert ( Musik, Sport) und offenbar auch in der Kirche aktiv.

Ich selbst habe keinen wirklichen Bezug zur Kirche, kann mit dieser Glaubensvorstellung für mich nichts anfangen, schaue mir aber z.b. zur Weihnachtszeit gern mal ein Krippenspiel an. Ich halte mich für tolerant und habe da so meine eigenen Glaubensvorstellungen, ohne irgendeiner Religion anzugehören.

Mich würde interessieren, inwieweit dieser Glaubensbezug bei der Partnersuche für euch eine Rolle spielt bzw. was ihr für Erfahrungen mit Menschen gemacht habe, die sich diesbezüglich engagieren.

Ob diese Menschen durchschnittlich eher sehr konservativ eingestellt sind, wie prinzipientreu z.b. im Hinblick auf die 10 Gebote diese Menschen sind oder ob ihr genau gegenteilige Erfahrungen gemacht habt.

Natürlich würde mich auch interessieren, ob oder wie wichtig, der Glaubensbezug des Partners für einen Gläubigen ist.
 
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  • #2
Obwohl ich selber nicht gläubig bin, hätte ich mit einer gläubigen Partnerin grundsätzlich kein Problem. Ich würde ihr auch die Zeit lassen, um in die Kirche zu gehen und ihren Glauben zu leben.

Was jedoch nicht gehen würde, ist wenn der Glauben im Alltag eine so wichtige Rolle einnehmen würde, dass er alles bestimmt, das heisst durch Gebote, Verbote. Dann würde ich mich zu sehr eingeschränkt werden und müsste zum Ergebnis kommen, dass es nicht geht.
 
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  • #3
Hm... schwierige Frage. Ich bin seit knapp zehn Jahren in einer Partnerschaft mit einem Mann, der ganz andere Glaubensvorstellungen hat (bzw. eigentlich gar keine). Ich selbst bin katholische Christin und praktiziere meinen Glauben auch, mein Mann bezeichnet sich als Agnostiker - was bei ihm bedeutet, dass er sich eigentlich nicht mit Glaubensdingen befassen möchte, allenfalls theoretisch. Wir sind also recht unterschiedlicher Auffassung und das war nie ein Problem für die Beziehung, weil wir beide tolerant gegenüber dem Partner sind. Ich missioniere ihn nicht (auch weil ich denke, dass man das ohnehin nicht kann... wenn man als Christ glaubwürdig lebt, dann ist das Zeugnis genug und bedarf keiner unerwünschten Vorträge - ich gebe Auskunft, wenn ich nach meinem Glauben gefragt werde, von mir aus mache ich das nicht zum Thema) und er käme dafür nie auf die Idee, sich zu beschweren, wenn ich zur Heiligen Messe gehe oder alle paar Wochen für ein Wochenende in "mein" Kloster fahre (ich bin Oblatin einer Benediktinerinnengemeinschaft). Aus meiner eigenen Erfahrung heraus würde ich sagen, dass eine solche Konstellation kein Problem darstellen muss.

Schwierig stelle ich es mir allerdings vor, wenn auf einer oder beiden Seiten die Toleranz fehlt (sprich der gläubige Partner ständig missioniert oder der "ungläubige" versucht, dem anderen seinen Glauben auszureden/zu widerlegen) oder bei den grundsätzlichen Wertvorstellungen einfach Welten aufeinanderprallen. Sieht ein Partner z.B. Sexualität als ein Geschenk Gottes an zwei Liebende, das seinen Platz im schützenden Umfeld von Partnerschaft/Ehe hat, während der andere von einem Dreier o.ä. träumt, gibt es Probleme - aber ich denke, dass solche Differenzen auch unabhängig von der Glaubensgrundlage schwierig zu handhaben sind (es sind schließlich nicht nur Christen wertkonservativ). Letztendlich muss es halt einfach passen und das findet man nur heraus, wenn man die Person näher kennenlernt.

Ach ja: Ich denke, es gibt sowohl unter praktizierenden Gläubigen als auch unter Atheisten/Agenostikern/whatever prinzipientreue und weniger treue Menschen. Ich persönlich kenne sehr glaubwürdige Christen, die ein offenes, weltzugewandtes, positives Christentum leben und versuchen, die Grundgebote ihres Glaubens in Liebe zu erfüllen - und ich kenne auch solche, die Wasser predigen und Wein trinken.
 
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  • #4
Ich bin strenger Atheist und mir war immer klar, dass ich nie einen Christen als Partner haben könnte und dann Peng, ich habe mich in einen Katholiken verliebt, der auch sehr spirituell veranlagt ist. Das war erstmal ein mächtiger Schock für mich, zumal er äußerlich gar nicht den Eindruck macht, besonders christlich zu sein. Ich höre mir gerne schmunzelnd seine Geschichten an und kann gut damit leben, behalte aber meine Einstellung zum Leben bei. Eine Beziehung heißt doch nicht, dass man alles für den anderen opfern muss, bis man selber nichts mehr ist. Jeder hat seine Standpunkte und es ist wichtig, dass man die nicht masslos versucht durchzusetzen oder dem anderen aufzudrängen - aber so ist es mit allen Dingen! Ob mit Politik, Religion oder Musik. Das Zauberwort heißt: akzeptieren und Toleranz üben! Und zwar auf beiden Seiten und wenn das einer nicht kann, dann geht die Beziehung früher oder später auseinander, den Respekt vor dem anderen und seinen Glauben oder was er tut im Leben, ist das wichtigste in einer Beziehung. Einen besserwisserischen Partner kann keiner gebrauchen.
 
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  • #5
Ich möchte eigentlich keinen Partner, der gläubig ist. Sollte es doch so sein, möchte ich zumindest, dass das Thema in der Partnerschaft ausgeblendet wird.

w,29
 
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  • #6
Ich bin Atheist.Ganz bewußt.

Ein gläubiger Partner würde für mich persönlich nicht in Betracht kommen.
Nicht aus Intoleranz, sondern weil wir grundsätzliche Fragen des Lebens sehr unterschiedlich betrachten würden.Derartige Grundsatzthemen kann und will ich nicht ausklammern.

Mit der weit verbreiteten Kirchenmitgliedschaft "weil es sich so gehört" kann ich auch überhaupt nichts anfangen. - Für mich also bitte ein Partner ohne Religionszugehörigkeit.

w, 49
 
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  • #7
Ich vermute mal, es geht ums Christentum.

Es gibt solche und solche. Ich bin nicht gläubig, interessiere mich aber für Philosophie und habe mich im Studium etwas mit der christlichen Religion befasst. Die katholische Kirche bildet ein breites Spektrum ab. Um es etwas auf den Punkt zu bringen:
Mit jemandem, der den vorherigen Papst (Benedikt alias Ratzinger) gut findet, könnte ich überhaupt nichts anfangen. Den heutigen Papst Franziskus finde ich ganz o.k. und interessant. Er ist Franziskaner. Kennst du den Film "Der Name der Rose"? Der zugrunde liegende Roman ist von Umberto Ecco, italienischer Philosoph, der die Konfliktlinien zwischen Franziskanern, Dominikanern und Benediktinern recht gut nachzeichnet.

Jemanden, der zwar gläubig ist, sich aber mit diesen Fragen der Kirchenpolitik nicht auseinandersetzt, fände ich etwas langweilig.

m
 
  • #8
Allgemeine Antwort ist wie so oft, dass Sie das vielleicht besser mit dem Mann klären können. Interessant wäre es auch zu wissen, in welcher Kirche und wie der Mann aktiv ist.
Mich würde interessieren, inwieweit dieser Glaubensbezug bei der Partnersuche für euch eine Rolle spielt bzw. was ihr für Erfahrungen mit Menschen gemacht habe, die sich diesbezüglich engagieren.
Der Glaubensbezug ist mir bei der Partnersuche wichtig. Die Erfahrungen mit Menschen, die sich im Zusammenhang mit ihrem Glauben engagiert haben, waren gemischt.
Ob diese Menschen durchschnittlich eher sehr konservativ eingestellt sind, wie prinzipientreu z.b. im Hinblick auf die 10 Gebote diese Menschen sind oder ob ihr genau gegenteilige Erfahrungen gemacht habt.
Hier gibt es viele Unterschiede, viele finden Umweltschutz wichtig, häufig auch der Schutz des ungeborenen Lebens und von Ehe und Familie. Die 10 Gebote zum Beispiel werden auch unterschiedlich ausgelegt, manche formulieren Du sollst nicht töten, andere Du sollst nicht morden.
Natürlich würde mich auch interessieren, ob oder wie wichtig, der Glaubensbezug des Partners für einen Gläubigen ist.
Allgemein gelten ähnliche Interessen für eine Partnerschaft als förderlich. Bei strengen Christen wird die Partnerschaft mit Nichtchristen abgelehnt. Dabei wird auch auf verschiedene Bibelstellen verwiesen, z. B. „Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen.“ (2. Kor 6, 14)
M, 38
 
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  • #9
Ich verstehe nicht, warum man Glaube und Gott prinzipiell und immer und immer wieder mit dem Konzern Konzern Kirche in Verbindung setzt.
Eine gläubige Partnerin wäre für mich kein Problem, eine die so naiv ist und die Marketingfirma "Kirche" noch nicht durchschaut hat dagegen schon.
 
  • #10
Ob diese Menschen durchschnittlich eher sehr konservativ eingestellt sind, wie prinzipientreu z.b. im Hinblick auf die 10 Gebote diese Menschen sind oder ob ihr genau gegenteilige Erfahrungen gemacht habt.
Liebe FS, Du suchst eine Schublade! Die gibt es aber nicht. Es gibt auch bei praktizierenden Christen die ganze Palette, vom Talibanösen Eiferer bis zum toleranten Freigeist.

Da hilft nur eines: Schau Dir den Kerl einfach an. Ist er auf Missionstrip? Lässt er andere so wie Sie sind? Hat er kein Problem damit alleine zum Gottesdiest zu gehen? Wie weit beeinflusst es sein tägliches Leben? und und und. Und dann entscheide ob Du damit umgehen kannst.

Grundsätzlich geht das zumeist recht gut.

Eine Geschichte aber noch: Gegen welches Gebot (ausser dem ersten) würdest Du denn gerne verstossen? Ich finde dass (und das als Atheist) die schlichte allgemeine Lebensregeln sind die auch nicht gläubige beherzigen sollten. DAs war eine Gesetzgebung in Zeiten in denen Staaten nur rudimentär für Recht und Ordnung gesorgt haben- diese Aufgaben haben dann Religionen übernommen. Hat halt eine andere Bedeutung wenn Dir das Gott sagt anstatt der verhasste Fürst der das Recht der ersten Nacht in Anspruch nimmt.
 
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  • #11
Ich selbst habe keinen wirklichen Bezug zur Kirche, kann mit dieser Glaubensvorstellung für mich nichts anfangen, schaue mir aber z.b. zur Weihnachtszeit gern mal ein Krippenspiel an.
Bezug zum Glaubensbild, das die Kirche vermittelt, habe ich auch nicht, dennoch erfüllt sie einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag in unserer ansonsten sehr kalt gewordenen Welt. Entscheidend ist doch, daß dieser Mann sich sozial engagiert, statt in seiner Freizeit nur eigennützigen Interessen nachzugehen. Krippenspiele anschauen ist ja schön und gut und romantisch, weil es einen an die eigene Kindheit erinnert, aber auch Krippenspiele wollen eben organisiert sein.
 
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  • #12
Ich antworte mal als Christ, der bewusst versucht den Glauben ernst zu nehmen (allerdings ohne übertriebene Aktionen, Missionseifer, usw.). - Ich bin froh, eine gläubige Christin an einer Seite zu haben (sie nimmt es ernster als ich).. Ich bekomme dadurch Impulse, die Beziehung hat einen gemeinsamen Grund, und auch Versöhnung nach Streit usw. ist einfacher. Allerdings ist ein christlicher Partner keinerlei Garantie. Es sind alles nur Menschen. - Ich denke, der gläubige Part einer Beziehung hat das größere Problem, da sein "Lebensinhalt" vom Partner möglicherweise nicht verstanden auf jeden Fall nicht mit getragen wird. - Als nichtgläubiger Part sollte ich mich also schon für diese Lebenseinstellung interessieren (auch mal mitgehen). Absprachen, wer wann wem nachgeht (z.B. ob und wieoft der gläubige Teil Sonntagfrüh in die Kirche geht) halte ich für dringend notwendig.
Ich wünsche Dir Besonnheit und die richtige Entscheidung. !

m, 55
 
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  • #13
[Mod]

Ich selbst bin religiös, mein Mann ist getauft und christlich erzogen. Er sagt, er lebt nach den 10 Geboten und christlichen Maßstäben (stimmt), ohne wirklich tief gläubig zu sein.
Wir tolerieren uns, Ostern geht er z. B. mit mir in die Kirche. Ich missioniere nicht, möchte aber respektiert werden. Mit einem Mann, der atheistischer Eiferer ist und z. B. versuchen würde, mir meine Spiritualität auszureden oder sie mieszumachen, könnte ich nicht leben.
 
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  • #14
Ich habe u.a. (christl.) Theologie studiert. Meist ist es mir, insbesondere gegenüber potentiellen Partnerinnen, unangenehm, davon zu berichten, weil daraufhin oftmals eine müßige Diskussion über das Für und Wider des Glaubens und / oder über Religion im Kontext wissenschaftlicher Erkenntnisse forciert wird (dass es auch Religionswissenschaft gibt, spielt für die meisten keine Rolle / die Leute denken oftmals, uns wurde im Studium irgendwas vom Allmächtigen vorgetanzt ;-). Gewöhnlich wird nach dieser Bekenntnis auch davon ausgegangen, dass ich strenggläubiger Christ bin und jeden Sonntag in der Kirche sitze. Zwar bin ich tatsächlich nicht ungläubig, habe den Studiengang aber vor allem aus persönlichem Interesse für die Thematik (Ethik, Dogmatik, Philosophie, historische Entwicklung, Exegese, etc.) gewählt. Sonntags morgens schlafe ich aus und ich lege auch keinen Wert auf eine gläubige Partnerin.

Worauf möchte ich hinaus? Meine Erfahrungen mit gläubigen / praktizierenden Christen unterscheiden sich im Grunde nicht von denen mit Atheisten. Es gibt einige, die auf einem regelrechten Missionierungstrip für oder gegen Religion / Glaube / Gott sind und andere, die leben und leben lassen ohne ein bestimmtes Gedankengut aufzwingen zu wollen. Letztere sind mir persönlich wesentlich sympathischer.

Ähnlich verhält es sich mit konservativen Grundeinstellungen. Atheisten sind nicht per se liberal eingestellt (was möglicherweise u.a. darauf zurückzuführen ist, dass sie - Glaube hin, Glaube her - nichtsdestotrotz in einem christlichen Wertesystem aufgewachsen sind) und praktizierende Christen haben nicht zwangsläufig den Stock im Popo. Alles eine Frage der individuellen Persönlichkeit.

Sieh Dir den Menschen ruhig an und lass' ihn auf Dich wirken. Vielleicht kannst Du Dich mit seinem Glauben und dem Engagement für die Kirche / Gemeinde arrangieren, vielleicht ist es Dir einfach etwas zu viel.

P.S.: Ich halte es auch für ratsam, die Begriffe "Glaube", "Religion" und "Kirche", obgleich sie natürlich miteinander im Zusammenhang stehen, sauber voneinander zu trennen.
 
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  • #15
Ich finde dieser Thread hebt sich wohltuend von vielen anderen in diesem Forum ab: hier wird offen diskutiert, ohne Andersdenkende in irgendeiner Form zu diffamieren.

Am besten hat mir der Beitrag von @2 gefallen. Hier werden doch alle Facetten sehr schön beleuchtet.

Ich selbst habe schon beide Möglichkeiten in Partnerschaften kennengelernt. Von daher kann ich sagen, auch mit einen nicht-gläubigen Partner ist eine harmonische Partnerschaft möglich - gegenseitige Toleranz und Respekt sind dabei selbstverständlich Voraussetzung. Und manchmal ergibt sich über die Jahre auch ein Sinneswandel: Eine Neugier, ob vielleicht doch nicht etwas dran ist am Glauben an eine wie auch immer geartete Transzendenz. Auch das habe ich schon erlebt.

Aber es mag auch Menschen geben, die in ihrem unmittelbaren Umfeld niemand haben möchten, der in so grundlegenden Dingen wie Glaubensfragen anders denkt. Aus gutem Grund hat daher EP diese Frage daher in das Profil aufgenommen. Hier kann ja dann jeder frei entscheiden, und eine entsprechende Auswahl treffen.


m, 56, Christ
 
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  • #16
Ich bin Katholikin und schon sehr gläubig. Aber auf die Partnersuche hatte das nun gar keinen Einfluss und auf die Partnerschaft schon mal gar nicht. Ich frage mich, warum man mit einer does-does not- Liste durch die Gegend rennt, statt einfach offen für einen Menschen bzw. Mann/ Frau zu sein. Die Intoleranten sind wohl einfach in der Überzahl, ob nun bei den Religiösen als auch bei den Atheisten und den "Toleranten".
 
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  • #17
Weil es hier gefallen ist, wie sieht denn so ein typischer Katholik aus...bei solchen Formulierungen schreit's aber : Vorurteil !!! Macht weder einen toleranten noch aufgeklärten noch reflektierten Eindruck.

W 28
 
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  • #18
Als gläubige Christin, die ihr Glauben im Handeln ausdrückt und nicht im regelmässigen Gang zur Kirche bin ich lieber mit Ahteisten zusammen, als mit anderen Christen, gerade was Männer betrifft.

Nur weil jemand Christ ist oder einen anderen Glauben hat, muss er/sie nicht ein bessere Mensch sein, ich habe oft genau das Gegenteil erlebt, weil ich seid zig Jahren bei der Kirche arbeite.

Übringes, wir haben alle unseren Glauben. Die einen glauben nämlich, dass sie keinen Glauben haben ,-).

Wir glauben manchmal Sachen, die so verrückt und schädlich für uns selbst, die Kinder, die Gesellsschaft, die Natur ist, und am schlimmsten sind oft dabei die Christen, egal ob katholisch oder evangelisch.

w
 
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  • #19
In unserer westlichen Welt, die die Trennung von Staat und Kirche klar vollzogen hat, dürfte es wohl kaum ein Problem geben. Ich selbst bin nicht gläubig, akzeptiere und schätze aber den Wertekanon der hinter den christlichen Religionen (eigentlich hinter allen Religionen) steht. Mir würde es aber gehörig auf den Wecker fallen, wenn meine Partnerin von mir verlangen würde, an den gymnastischen Übungen in ihrem Gotteshaus teilzunehmen, wenn also die Ausübung der Religion einen breiten Raum in unserer Gemeinschaft einnehmen sollte.

Des weiteren wäre mir eine Beziehung zu einer Muslima völlig unmöglich, weil ich niemals bereit wäre, mein ganzes Leben einem Glauben unterzuordnen, wobei hier noch erschwerend hinzukommt, dass der eigentlich sehr, sehr leicht verständliche und überhaupt nicht blutrünstige Koran (einfach mal als Reclam-Heftchen in deutscher Übersetzung lesen) schlicht nichts mit dem zu tun hat, was vielfach daraus gemacht wird.

Glaube ist m.E. Privatvergnügen, er macht den Menschen weder besser noch schlechter.
 
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  • #20
Gast 13: Der Beitrag sprach mir sehr aus dem Herzen, ich bin ev. Pfarrerin, arbeite aber nicht im Pfarramt... Meine Ausbildung und damit meine Nähe zur Kirche erlebe ich auch immer wieder als großen Hemmschuh. Entweder ich werde fallengelassen wie eine zu heiße Kartoffel, weil ich irgendwie "komisch" bin, oder ich kriege - ohne dass ich so aussehe oder so bin - einen Heiligenschein verpasst und es werden mir sonstwas für ehtische Codici angedichtet, ein sehr reglementierter Lebenswandel sofort vorausgesetzt und überhaupt - ab da bin ich dann ein "Gutmensch", der manchmal auch belächelt wird.

Es hat offensichtlich sehr viel mit einem Glauben zu tun, welche Partner man anzieht und welche Partnerschaft dann auch hält. Bei evgl. Theologinnen und Theologen wird oft "untereinander" geheiratet, was bei der Ausübung des Berufs auch hilfreich ist.
Im "freien Markt" aber kann es - wie man an diesem Thread ja auch schön sieht - ganz schön krachen, wenn die Vorstellungen und Überzeugungen sehr weit auseinander gehen.
Es ist also etwas, was vor großen Entscheidungen, wie Zusammenziehen etc., schon klar zur Sprache kommen sollte. Was nicht geht, geht dann eben nicht.

Gast 18: Für Dich ist der Koran "leicht verständlich"? Echt? Herzlichen Glückwunsch! Ich finde das nun wirklich nicht, aber, sei's drum...

W, 47
 
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  • #21
Nein, ich finde nicht, dass Glaube, Religiosität, Spiritualität Privatvergnügen oder immer überhaupt ein Vergnügen ist. Richtig betrieben ist die Sache nicht nur eine, die das ganze Leben durchdringt, angefangen vom Erleben und Wahrnehmen der meisten Dinge über Verhalten, z. B. Strategien zur Konfliktlösung, Interessen und Vieles andere mehr.

Wenn man sich wirklich für Religion(en), Theologie, vergleichende Religionswissenschaft interessiert und zugleich Spriritualität lebt und erlebt, dann nimmt das schon Zeit und Kraft in Anspruch.
Weder wird man dann der Ansicht sein, der Koran sei leicht zu verstehen, noch wird man finden, dass die meisten Menschen hier sowieso nach den 10 Geboten leben, noch wird man denken, Papst Franziskus sei Franziskaner - all das ist Unsinn und beruht auf mangelnder Kenntnis.
 
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  • #22
Ich würde halt mal abklären, wie weit bzw. streng es mit seiner Religiosität her ist. Da gibt es ja eine riesige Spannweite.

Mir persönlich wäre weder eine stark religiöse Frau noch eine eingefleischte Atheistin als Partnerin genehm. Ich möchte nicht missioniert werden, weder "in die eine" noch "in die andere Richtung".

Meine persönliche Erfahrung ist freilich die, dass die Atheisten heutzutage fast mehr Missionierungsdrang an den Tag legen, während gläubige Christen – zumindest in Europa – sehr viel toleranter und zurückhaltender sind.

Atheismus ist m.E. letztlich nicht viel mehr als eine "andere" Religion – spätestens ab dem Moment, wo versucht wird, andere zum Atheismus zu "bekehren". Leider gilt heute z.T. schon recht stark: Die Atheisten sind die neuen Zeloten!
 
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  • #23
Liebe FS

so einfach ist das net. Er war Pfarrersohn, predigte mit Moral
und ging hinter meinem Rücken fremd. So war des.
 
  • #24
Des weiteren wäre mir eine Beziehung zu einer Muslima völlig unmöglich, weil ich niemals bereit wäre, mein ganzes Leben einem Glauben unterzuordnen, wobei hier noch erschwerend hinzukommt, dass der eigentlich sehr, sehr leicht verständliche und überhaupt nicht blutrünstige Koran (einfach mal als Reclam-Heftchen in deutscher Übersetzung lesen) schlicht nichts mit dem zu tun hat, was vielfach daraus gemacht wird.
Also, das wäre es bei mir auch- auch weil da zu oft der Clan einen gewissen Druck ausübt.

Aber den Zahn muss ich Dir ziehen: Das Reclam-Heftchen ist eine stark gekürzte Fassung, dazu noch "bereinigt" um genau diesen Eindruck zu erwecken. Wer "Ungläubige tötet wo er Sie nur findet" handelt genau dem Buchstaben des Korans gemäss- also dem dicken Komplettwerk! Übrigens findest Du auch in der Bibel (altes Testament) auch recht dramatische Stellen die z.B. die Kreuzzüge "legitimiert" haben. Solche alten Überlieferungen wörtlich zu nehmen führt in den Extremismus.

Daher- Es käme keine als Partnerin in Betracht die fundamentalistisch ist (ja, die gibt's auch im Christentum). Eine die Ihren Glauben ohne Missionsdrang lebt dagegen schon.

Und sorry liebe Pfarrerin: Für Dich kanns nun wirklich nur ein gläubiger Christ sein, dafür nimmt der Glaube einen zu grossen Teil Deines Lebens ein. Ich kann mir auch nicht vorstellen dass Du mit einem Atheisten wirklich klarkommen würdest.