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  • #1

Gleichgültigkeit oder Planungsunwilligkeit bei Männern?

Mein Freund plant nicht gerne, erledigt alles auf den letzten Drücker und macht sich auch wenig Gedanken. Er sei im Job zu sehr gestresst und möchte seine Freizeit mit was Sinnvollem nutzen. Ich bin schon angenervt, wenn z.B ich alle Geschenke plane und kaufe. Es wäre, selbst wenn er keine Zeit hat zum Kaufen, mal schön, wenn er sagen würde "Ich hab mir überlegt, wir könnten xyz deinen Eltern schenken - könntest du es evtl besorgen?". Jetzt planen wir den Urlaub. Er hat sich was heraus gesucht, sich nicht weiter damit beschäftigt. Ich lese meist gerne nach, wo ich hin fahre. Naja, in ein 3. Weltland zur Monsunzeit ist nicht mein Ding. Das kam nach der Recherche raus. Die Antwort ist dann "Ach, macht mir nix, dann suche du doch was aus". Mich macht das rasend, weil ich zusammen eine Entscheidung finden will. Ist diese Planungsunwilligkeit und Gleichgültigkeit bei allen Männern so - gerade wenn sie viel Arbeiten? Selbst, wenns ums Fussball geht, dann ist er zwar ein wenig schneller, aber verpasst meist dann es doch und bekommt keine Plätze mehr. Fussball liebt er. Er war schon immer so....
 
  • #2
Quatsch, das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit einzelnen Menschen und kann bei beiden Geschlechtern auftreten. Es geht nicht um "die Männer", sondern ganz konkret um "Deinen Freund".

Mich würde Gleichgültigkeit auch nerven und so einen Partner extrem wenig attraktiv werden lassen. Du musst wissen, ob ihr in genug anderen Facetten zusammenpasst, z.B. Ansichten und Wertvorstellungen, Freizeitverhalten, Freundeskreise. Wenn nicht, besser bald trennen; wenn ja, dann mit seiner Macke leben und umgehen lernen.
 
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  • #3
Mein Freund plant nur von " 8 auf 9" und überlässt mir leider auch alle Planungen, die er dann aber gerne kurz davor platzen lässt!
In Puncto Urlaub ist es besonders schlimm. Er legt sich nicht gerne auf Termine fest, weil er ja nie weiß, ob er rechtzeitig aus der Firma gehen kann.
Dann heisst es:" Schau doch mal, ob Du ein schönes Hotel findest"!
Ich suche und suche und schreibe Hotels an oder telefoniere mit dem Reisebüro, maile/zeige ihm die Angebote und wenn es darum geht zu buchen, heisst es dann: " lass uns das heute Abend besprechen"!
Am Ende läuft es darauf hinaus, dass er dann doch keinen Urlaub nehmen kann und ich mir die ganze Arbeit umsonst gemacht habe!
Das ist total frustrierend. Er schafft es nicht mal einen Tisch im Restaurant zu bestellen sondern wir fahren meist auf gut Glück hin, in der Hoffnung noch 2 Plätze zu erhaschen!
Was mir da oft fehlt ist die Vorfreude auf etwas, weil er nicht fähig ist mit mir gemeinsam zu planen.
Das scheint bei ihm nur im Job zu funktionieren.
w.
 
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  • #4
er plant nicht gern. du musst wissen ob du damit zurechtkommst und er andere tolle eigenschaften hat, die dir wichtig sind. denn wenn du dir nen neuen suchst, plant dieser vielleicht gern, hat aber ne andere "macke"
du musst vielleicht auch etwas entspannter werden. Wennst dir wichtig ist, dann plan du den urlaub, solange er dann nicht am ergebnis meckert (das wäre dann wirklich ein grund um über die trennung nachzudenken). und urlaubsplanung macht doch auch spaß.

die geschenke für seine eltern würde ich ihn erledigen lassen...es sind seine eltern. du kümmerst dich um die geschenke für deine familie.

diese unfähigkeit zu planen ist nicht männerspezifisch sondern wirklich personen abhängig oder manchmal auch nur abhängig davon, was man planen muss (geht mir so)

usw.
 
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  • #5
Ich finde aber auch, jetzt mal ernsthaft, dass es einen Unterschied gibt zwischen kurzfristig planen und grundsätzlich den anderen auflaufen lassen. Bei meinem Freund geht es sogar soweit, dass man bspw. den ganzen Abend über ein Urlaubsziel redet, träumt, er sogar erwähnt, dass das eine gute Gelegenheit wäre, seine dort lebenden Geschwister mal zu besuchen, und Urlaub hätte er ja auch schon genehmigt bekommen. Und ich laufe los, weil ich mich freue und denke, hurra, ein gemeinsames Ziel (von denen wir leider wenige haben, gerade deshalb finde ich das so wichtig).... und als ich ihm dann eine Woche später einen entsprechenden Vorschlag machte, kam "nee, ich würde doch nie nach xy fahren, wo denkst du hin"... Oder ich frage ihn, ob ich die Konzertkarten für das Konzert besorgen soll (er ist im Außendienst und hat wenig Zeit für sowas), das wir seit Monaten planen. Kurz bevor ich loslaufe, sagt er "da will ich nicht hin, ich will lieber zu...."

Da fällt mir dann nix mehr ein. Außer, dass ich mich immer mehr zurückziehe, mich nie auf etwas freue, und irgendwie jegliche Spontaneität im Keim erstickt wird - denn ZU spontan gefällt ihm dann auch nicht.
 
  • #6
Es gibt sicher einige Menschen, die in der Freizeit lieber improvisieren. Ich gehöre auch dazu. Eine fest ausgeplante Freizeit ist mir ein Greuel. Allerdings mag ich es, wenn Verabredungen oder Urlaube von langer Hand geplant sind, alles andere kann sich locker drum herum gruppieren.
Wenn Menschen so unterscheidlich sind, der eine plant und organisiert gern und legt sich früh fest, der andere geht es locker an, gibt es halt eine Menge Verhandlungs- und Kompromißbedarf. Oft bekommt einer ja auch die Rolle des Familienorganisators, verbunden mit Spielregeln, ob und wie vom anderen Part abgesagt oder verschoben werden darf.
Dann gibt es aber auch die Verweigerer. Leute, die grundsätzlich in der Beziehung an alles mit dem Motto: das kann ich jetzt noch nicht sagen, das mache ich, wenn ich es unmittelbar will, herangehen. Die sollte man weiträumig umschiffen, weil hier oft ein anderes Problem zugrunde liegt.
 
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  • #7
Ich finde aber auch, jetzt mal ernsthaft, dass es einen Unterschied gibt zwischen kurzfristig planen und grundsätzlich den anderen auflaufen lassen. Bei meinem Freund geht es sogar soweit, dass man bspw. den ganzen Abend über ein Urlaubsziel redet, träumt, er sogar erwähnt, dass das eine gute Gelegenheit wäre, seine dort lebenden Geschwister mal zu besuchen, und Urlaub hätte er ja auch schon genehmigt bekommen. Und ich laufe los, weil ich mich freue und denke, hurra, ein gemeinsames Ziel (von denen wir leider wenige haben, gerade deshalb finde ich das so wichtig).... und als ich ihm dann eine Woche später einen entsprechenden Vorschlag machte, kam "nee, ich würde doch nie nach xy fahren, wo denkst du hin"... Oder ich frage ihn, ob ich die Konzertkarten für das Konzert besorgen soll (er ist im Außendienst und hat wenig Zeit für sowas), das wir seit Monaten planen. Kurz bevor ich loslaufe, sagt er "da will ich nicht hin, ich will lieber zu...."


Da fällt mir dann nix mehr ein. Außer, dass ich mich immer mehr zurückziehe, mich nie auf etwas freue, und irgendwie jegliche Spontaneität im Keim erstickt wird - denn ZU spontan gefällt ihm dann auch nicht.

euer problem ist nicht sein planlosigkeit, sondern das er ein purer egoist ist. was du möchtest scheint ihm völlig egal zu sein, er hat null willen sich auf dich einzulassen und macht exakt nur das, was er in dem moment will. Das geht überhaupt nicht, red mit ihm darüber und wenn ers nicht kapiert oder nicht kapieren will, dann trenn dich. das wird nicht besser.
 
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  • #8
Was hat es für einen Sinn, diese Frage hier zu stellen.
Du bist wohl schon länger mit ihm zusammen - also hast du zwei Möglichkeiten:
Du gewöhnst dich daran oder du sprichst mit ihm selber darüber, was dir nicht passt.

Oder schenk' ihm eine Dauerkarte seines Heimatvereins, damit er wenigstens den Fußball nicht verpasst. Am besten sogar zwei, damit er seinen "besten Freund" mitnehmen kann. Spontan natürlich, während du schon für diesen Abend planst...
 
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  • #9
euer problem ist nicht sein planlosigkeit, sondern das er ein purer egoist ist. was du möchtest scheint ihm völlig egal zu sein, er hat null willen sich auf dich einzulassen und macht exakt nur das, was er in dem moment will. Das geht überhaupt nicht, red mit ihm darüber und wenn ers nicht kapiert oder nicht kapieren will, dann trenn dich. das wird nicht besser.

Lies dich mal in Psychologie ein. Es gibt gewisse psychische Störungen die sich in solchem Verhalten zeigen. Beruflich kriegen es viele Männer noch hin, aber dann sind ihre Akkus leer und sie können zu Hause nicht mehr planen. Sie sind überfordert bzw. konnten es noch nie.

Ich kann dir nur empfehlen, dir die Beziehung mit so einem Menschen sehr gut zu überlegen. Solche "Charaktereigenschaften" werden sich nie ändern. Fraglich ist auch, warum du mit so einem Chaoten erst eine Beziehung begonnen hast.

w 48
 
  • #10
Nun, dieser Mann ist nach neumödischem Euphemismus "spontan". Das ist das, was man als gewünschte Qualität in zig Profilen von Frauen liest. Also Frauen, überlegt euch beim nächsten Mal, wenn ihr "Spontaneität" als Tugend qua Tugend sucht.
 
  • #11
Ihr habt halt total unterschiedliche Methoden an Planungen und Entscheidungen ran zu gehen. Das musst du akzeptieren. Nenn du nicht alles alleine machen und planen willst, dann lass ihn das tun und akzeptiere halt sein Ergebnis. Mein Mann und ich sind auch total unterschiedlich in der Vorgehensweise und gemeinsam planen geht im Grunde nicht. Wir tauschen und hält über unsere Vorstellungen aus und teilen dann die Aufgaben auf und setzten uns dann immer wieder zusammen und gleichen unsere Ergebnisse ab. Vielleicht bist du auch jemand, der alles an sich reisst und er gar keine Chance hat sich einzubringen und dich dann beschwerst, dass die Arbeit an dir hängen bleibt. Mit dem Geschlecht hat es jedenfalls nichts zu tun, nur mit unterschiedlichem Temprament
 
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  • #12
Lies dich mal in Psychologie ein. Es gibt gewisse psychische Störungen die sich in solchem Verhalten zeigen. Beruflich kriegen es viele Männer noch hin, aber dann sind ihre Akkus leer und sie können zu Hause nicht mehr planen. Sie sind überfordert bzw. konnten es noch nie.

w 48

#8: Ihr habt Recht, dass es bei ihm massive Defizite psychologischer Art gibt, die ich aber jetzt nicht mit diesem Verhalten in Verbindung gebracht hätte - danke also für das Feedback. ADS, 40% Schwerbehindertenstatus aufgrund eines Unfalls, mit allen damit verbundenen Nachteilen (erlernter Beruf nicht mehr ausübbar, sozialer Abstieg, finanzielle Engpässe...). Warum ich mit ihm zusammen bin? Dieser Mann war in der Kennenlern-Phase der empathischste Mensch, der mir je untergekommen ist. Mit Antennen, jegliche Stimmung aufzuspüren und darauf zu reagieren. Dass er damit nicht positiv umgehen kann, sondern jegliche negative Stimmung ihn komplett runterzieht, lernt man erst mit der Zeit. O. g. Verhaltensweise habe ich immer als Trotzreaktion interpretiert. Seit ich ihn kenne, erklärt er mir, dass er nicht gut genug ist, eine Beziehung zu führen, er könne mir nichts bieten und jede Frau würde ihn irgendwann verlassen, weil er seine psychischen Probleme nicht in den Griff bekommt. Helfen lassen (in Form einer Therapie) will er sich aber nicht.

Dies, zusammen mit der Tatsache, dass er immer wieder lügt, um sich selber besser darzustellen, bringt mich zunehmend zum Nachdenken, da er offenbar in keinster Weise gewillt ist, an seinen negativen Sichtweisen zu arbeiten und ich es nicht lustig finde, beim kleinsten Disput eine Pseudo-Trennung hingeknallt zu bekommen, wo er dann sauer reagiert, wenn ich sie ernst nehme. Ich habe kein Helfersyndrom, aber sicherlich ein anderes Problem, an dem ich noch arbeite.

Ich kenne meinen Anteil an der Situation. Ich arbeite daran, diese nicht nur zu erkennen, sondern auch umzusetzen, wenn ich merke, dass mir eine Situation nicht gut tut - bin aber noch nicht ganz da, wo ich hinwill (Stichwort Verlustangst). Momentan weiß ich zwar, dass es keinen Sinn macht, habe aber noch nicht die Kraft, obwohl völlig von ihm unabhängig, es zu beenden (aus versch. Gründen).
 
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  • #13
Also doch psychische Probleme, ahnte ich es doch. AD(H)S ist übrigens weit mehr verbreitet, als viele Menschen denken.

Oft haben diese Menschen eine sehr emphatische Art und Weise, können einen zum Anfang sehr begeistern, weil sie sehr auf dich eingehen können, aber das hält nicht lange an.

Inzwischen bin ich bei Männern, die zum Anfang so emphatisch sind sehr vorsichtig. Das dicke Ende kam dann nämlich bald.

w 48
 
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  • #14
nein das hat nichts mit gleichgültigkeit zu tun..

Die Ursache des problems heisst innere Ordnung..

Wenn ich das richtig deute bist Du ein Mensch der eher von dieser "inneren" Ordnung lebt und er nicht..

Vor und Nachteile bringen beide mit sich...

Wer eine gute innere Ordnung hat lebt geordneter, Planungssicherer, der Alltag wird dadurch stabiler..im Allgeinen sagt man auch Bodenständig dazu..

Nachteil: weniger spontan, weniger flexibel, ängstlicher neue Schritte zu tun, und vor allem haut es jemand eher um wenn diese innere Ordnung durcheinander gerät..


Falls diese innere Ordnung bei euch sehr verschieden ist (Der Grund liegt meist in der Erziehung)
werdet ihr immer wieder deswegen Streit bekommen..

lg

m46
 
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  • #15
Wenn man unterschiedlich zeitintensive Jobs hat,ist ein genaues Planen für wichtige Unternehmungen unabdingbar,unwichtige kann man dafür spontan in den Raum stellen.Manche meinen aber im Job,daß es ohne sie nicht geht,daß wirkt sich negativ auf die Beziehung aus und kann am Ende die Partnerschaft zum auseinander Brechen bringen.Keiner wollte es,aber die Einseitigkeit hat es dazu kommen lassen.Gemeinsam oder allein,ergänzend oder aufopfernd,am Ende steht eine Entscheidung fällen im Raum.Welche für Euch die richtige ist,kannst du nur mit deinem Wohlbefinden herausfinden.

m49
 
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