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  • #1

Golfen im Alter ?

Im Laufe der Zeit habe ich viele nette Dates gehabt mit Männern 50+. Auffallend ist, dass viele Golfen als Freizeitaktivität angeben und regelrecht aufblühen, wenn sie davon berichten. Nun kann ja jeder seine Freizeit gestalten, wie er oder sie will. Selber habe ich am Golfen gar kein Interesse. Lesen, Theater, Konzerte, Ausgehen usw... finde ich wesentlich geistreicher und interessanter. Das ist natürlich eine persönliche Präferenz. Nur frage ich mich, was so lustig, interessant oder aufregend ist am Golfen? Ich bin weiß Gott weder eifersüchtig, neidisch oder kritisch, sondern wüsste einfach, wieso sooo viele Männer absolut so viel golfen 'müssen'. Man ist mit anderen Menschen zusammen, man bewegt sich, man hat Spaß .... ja, all das erkenne ich an als Argumente. Aber es scheint noch mehr, eher nicht ausgesprochene, Argumente zu geben. Warum ist das Golfen so faszinierend, dass vieles andere unwichtig erscheint?
 
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  • #2
Ich kann mir vorstellen, dass Männer die Ruhe schätzen, und die stille Konzentration, wenn sie über das gepflegte Grün laufen. Das ist sicher schön an der frischen Luft etwas zu tun, was man in jedem Alter machen kann. Und es ist selbstverständlich auch ein Status-Symbol. Status = Macht, Macht = Erfolg, Erfolg macht sexy usw. Männer fühlen sich einfach gut dabei, so, wie wir Frauen und gut fühlen, wenn wir was mit unseren Kindern machen...
 
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  • #3
Ich habe immer gedacht wie du. Und dann im Frühjahr aus Interesse mit einem Golfkurs begonnen. Und war bgeistert (im Moment muss ich wegen Rückenproblemen pausieren). Was ist daran so faszinierend? 1. Es ist ein wirklicher Sport. Ich habe gar nicht geahnt, wo ich überall Muskeln habe. 2. Ein Schlag erfordert eine ungemeine Konzentration und eine sehr gute Körperbeherrschung. Damit einem das gelingt, muss man in diesem Moment wirklich alles andere ausschalten. Das schafft Abstand und eigene Freiräume. 3. Man ist draußen! Und hat ja durchaus auch Zeit, viel auf dem Golfplatz zu beobachten (gerade auch Tiere) - man kann also Sport und Natur mit allen Sinnen genießen. 4. Auf dem Golfplatz ist es insgesamt sehr ruhig - ein schöner Kontrast zum realen Leben. 5. Golf spielt man in der Regel mindestens zu zweit - es ist also ein Gesellschaftssport. Aber so, dass man sich zwischendurch auch unterhalten kann (oder auch Geschäfte machen kann.....) 6. Golf ist eigentlich ein sehr fairer Sport. Die Regeln gibt es ja deshalb, weil es keinen Schiedsrichter gibt.

Das sind meine Pro-Gründe. Für zahlreiche Menschen kommt der Status des Golfspieles dazu (relativ teure Mitgliedschaft, Design der Ausrüstung, soziale Ereignisse etc). Aber auch da habe ich viel gelernt: immer mehr Golfclubs sind da viel "normaler" als Außenstehende glauben.

Es gibt eigentlich überall Schnuppertage in den Golfanlagen. Schau dir das einfach mal an. Egal, ob du Spaß daran finden wirst oder nicht - du wirst es zumindest vielleicht besser nachvollziehen können, was für andere daran faszinierend ist.

Viel Spaß.
W, 55
 
  • #4
Falscher Ansatz.... ich (m33) golfe jetzt seit 3 Jahren, teilweise jeden Tag in der Woche. Es gibt keine Erklärung dafür, Golf ist ein Sache für sich und entweder man mag es oder nicht.

Klar, Umgang mit anderen Menschen, Bewegung etc... alles toll, trägt sicher auch sein übriges dazu bei, aber am Anfang steht man mit dem Ball und Golfschläger ganz allein am Übungsabschlag (Driving Range) und da packt es einen dann oder ebend nicht.

Ich kann dich nur vor Golfherren warnen, es gibt den Begriff der "Golfwitwe" nicht umsonst. Eine große Runde auf einem 18-er Platz dauert ca. 4 Stunden, mit An-und Abfahrt und Besuch im Clubhaus inkl. "Social-Time" gehen gerne mal 6-7 Stunden drauf. Während du arbeiten gehst ist das kein Problem, wenn das jedes Wochenende, schöne Turniere finden meist am Wochenende statt, passiert, dauerts nicht lange bis Stress aufkommt. Mich hat es eine Ehe gekostet :) Meine neue Partnerin kann dem ganzen was abgewinnen und geht auch mal golfen. Das war mir nicht ganz unwichtig.

Das sind tatsächlich die Argumente, es gibt weder wilde Sexorgien auf und um den Platz, dann würden sich wahrscheinlich noch mehr Männer für "Golf" interessieren ;) , noch werden dicke Geschäfte und Geldkoffer getauscht. Letzteres ist auch nur ein Klischee, ich kann meinen finanziellen Mehrwert an einer Hand abzählen.
 
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  • #5
Ja, liebe Fragestellerin, es gibt Gründe, die nie ausgesprochen werden: Mancher glaubt, zu den besseren Kreisen zu gehören oder Zugang zu finden, wenn er Golf spielt.

In meiner Kindheit, vor 40-50 Jahren, war Tennis der Sport der Reichen: Zahnärzte, Ärzte, Anwälte, Unternehmer... "Man" spielte Tennis. Kein Normalverdiener war auf dem Tennisplatz zu finden, Aufnahmegebühren in Höhe des Jahresgehalts eines Beamten im mittleren Dienst, Mitgliedsbeiträge horrend, mindestens zwei Bürgen wurden benötigt, um im Club aufgenommen zu werden, man blieb unter sich.

Dann entwickelte sich Tennis zum Breitensport. Kreti und Pleti eroberten die Tennisclubs. Die elitären Tennisspieler brauchten einen anderen Ort, an dem sie unter sich sein konnten: den Golfplatz. In den Anfangsjahren ebenso horrende Kosten und Aufnahmebedingungen wie früher beim Tennis, mit den Jahren wieder die Unterwanderung durch das "Normalvolk" und Entwicklung zum Breitensport. Der Ruf des Golfsports als elitärer Sport hält sich momentan allerdings noch, da es immer noch elitäre Clubs gibt, zu denen ein Durchschnittsverdiener nie Zugang finden wird. Vermutlich wird es aber nicht lange dauern, bis die "echte Elite" wieder eine Alternative findet (Polo?).

Aber es gibt auch wirklich sportliche und gesundheitliche Gründe:

Golf ist eine ideale Alters-Alternative, wenn Bänder und Gelenke nicht mehr so belastbar sind. Man kann das Tempo und den Grad der Belastung selbst bestimmen, alles ist möglich zwischen gemütlichem 9-Loch-Spaziergang und schweißtreibendem 18-Loch-Powersport.

Man hat Bewegung nicht nur an frischer Luft, sondern an den landschaftlich schönsten Orten (Beispiel: Brodtener Steilufer in Travemünde, Golfplatz mit Traumblick über die Ostsee) und kann nahezu das ganze Jahr über draußen spielen, bei Wind und Wetter.

Es sind keine Absprachen mit Partnern nötig, man kann jederzeit allein eine Runde gehen. Es können Menschen mit völlig unterschiedlichem Spiel-Niveau miteinander spielen. Und man kann auf dem Platz viel zwangloser als bei anderen Sportarten Menschen kennenlernen.

Und da man eine Menge Zeit braucht, um Golf zu lernen und zu spielen, sind eher Ältere 50+, die beruflich schon kürzertreten können, auf den Plätzen zu finden.

w53
 
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  • #6
Hallo, also ich w,33 spiele seit einem Jahr leidenschaftlich gerne Golf und spiele auch jedes WE Turniere mit. Golf ist wie ein Virus, mit dem man befallen ist oder auch nicht. :eek:) Es ist ein intelligenter Sport und man ist ständig auf der Suche nach einem noch perfekterem Schwung und während des Spiels bzw. schon auf der Driving Range vergisst man Zeit und Raum um sich herum und konzentriert sich nur auf sich, sein Spiel und den kleinen Ball. Da können tatsächlich schon mal 6 Stunden ins Land gehen inkl. Driving Range, 18-Loch Spiel und hinterher noch einen Drink mit den Flightpartnern im Clubhaus nehmen. Wenn das Wetter schön ist und die Sonne scheint, sitzt man im Büro ganz unruhig auf seinem Stuhl, weil es einem in den Fingern "juckt" bei dem schönen Wetter endlich Golfspielen zu können. Meist nehme ich mir dann auch extra frei, nur um so oft spielen zu können, wie möglich. Ich denke schon mit Grauen an den kommenden Herbst/ Winter, wo das Golfspiel in der Woche abends nicht mehr möglich ist. Du siehst, Golfspielen ist nicht nur etwas fürs Alter sondern auch für Junge Leute. Ich bin Single und für mich käme nur ein Golfspieler in Frage. Leider lerne ich immer nur Männer kennen, die kein Golf spielen bzw. kein Interesse daran haben. Auf dem Golfplatz treffe ich nur auf Verheiratete bzw. liierte Männer. Wo sind die Single Golfer? :eek:)
 
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  • #7
@#5: Ich bin einer ;-)

Bei vielen Nichtgolfern ist der Sport immer noch sehr klischeebehaftet. LEIDER! Ich spiele Golf seit meinem 13. Lebensjahr und finde es immer noch toll. Allerdings bin ich vom starken Sport-/Turniergolfer in den Bereich Spass/Fun gewechselt. Spiele mit meinem eigenen sportlichen Anspruch zum Spass und zur Entspannung (kaum mehr Turniere, keine Mannschaftsturniere mehr etc.). Man lernt beim Golf sehr viel über sich selbst, ist in einer ruhigen "Naturumgebung" und macht tolle Erfahrungen. Mich hat am Golf im fasziniert, dass es immer anders ist!!! Jede Runde jedes Loch ist immer anders. Anderer Wind, andere Fahnenpositionen, andere Balllagen -- sprich immer wechselnde Herausforderungen.

Ich kann nur empfehlen sich von den Klischees (Snobs und Spinner gibt es überall) zu befreien und es einfach einmal zu versuchen!
 

hanjo58

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  • #8
Wenn sein einziges Handicap das in Sachen Golf ist - umso besser!
 
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  • #9
Golf ist inzwischen längst Massensport und deshalb für jeden zugänglich, somit hat sich das auch unheimlich verbreitet. Aber wie bei allen Sportarten sollte es auch Spass machen - das gilt auch für Fussball, Tennis, Squash, Handball usw. usf. Ich kann selber absolut nicht nachvollziehen, was jemand am Fussballspielen toll findet! Und trotzdem tun es viele :)

Wie viele andere Sportarten hat Golf tatsächlich seine Faszination und nebst den bereits erwähnten Vorteilen durch meine Vorredner hat es auch den Vorteil, dass es kein Mannschaftssport ist und man im Grunde jedezeit überall auch alleine spielen kann. Vor Ort trifft man dann ohnehin Gleichgesinnte und dadurch ist es nebst der Aktivität selbst eine schöne, vielfältige Freizeitbeschäftigung.
 
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  • #10
Hier die FS:
Meine Frage war offen und ohne Resentiments gemeint, und ich habe gut und konstruktive Antworten erhalten. U.a. von 2,4 und 8. Danke!
Es hat mich wirklich nicht gelockt zu golfen, aber immerhin habe ich so viele Positiv-Argumente erfahren, dass ich diesem Sport anders gegenüber trete als früher.
Golf scheint wirklich etwas Gutes an sich zu haben.
 
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  • #11
Ein faszinierender Sport für Körper, Geist und Seele. Ich bin seit 10 Jahren eine begeisterte Golferin habe jedoch noch nicht den Partner gefunden, der diese Leidenschaft mit mir teilt...
 
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  • #12
Die Faszination ist die schöne, teils prächtig blühende Natur, das seelisch absolute "Abschalten", da ohne volle Konzentration kein gutes Spiel möglich ist, kilometerlanges, zügiges Laufen an der frischen Luft. Spielt man aktiv Turniere, lernt man völlig ungezwungen viele nette Leute kennen.
Ich habe meine früheren Vorurteile schon lange revidiert und spiele fast täglich mit Begeisterung.
w 48
 
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  • #13
@FS hier nochmal die #5: Aber über eins solltest Du Dir im Klaren sein, dass, wenn Du Jemanden kennenlernst, der Golf spielt, er die Wochenenden höchstwahrscheinlich auf dem Golfplatz verbringt, zumindest einen Großteil der Zeit. Hast Du dazu Lust? Denn ein richtiger Golfer lässt sich seinen Sport nicht verbieten bzw. madig machen. Ich habe schon von Frauen gehört, die nur mit dem Golfspielen anfangen, damit sie ihre Männer nicht alleine auf den Golfplatz lassen müssen, aus Angst, er könnte dort eine andere Frau kennenlernen. Da könnte ich mich echt totlachen drüber. Da ist doch der Ärger vorprogrammiert. Bitte nicht! Eine Kollegin sagt immer, sie geht mit ihrem Freund Golfen; meint aber, er golft, sie läuft mit und trägt seine Tasche und sie sagt, sie bewundert ihn die ganze Zeit....!!! Wer´s braucht...ich spiele lieber selbst!
@#6 kommst Du zufällig aus dem Umkreis PLZ 30.... ? :eek:)
 
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  • #14
@#12: Ich komme aus dem Umkreis PLZ 5, genauer gesagter direkt aus dem "rheinischen Epizentrum" K ö l n :)
 
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