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Gast

  • #1

Google Street View - nutzen oder nicht ?

Seit letzter Woche kann man sich 20 großen Städte anschauen. Ich habe es mal mit meiner eigenen Adresse probiert. Die Strasse ist schön fotografiert, Wahercheinlich Frühjahr, Sonnenschein, einige Menschen auf der Strasse. Aber leider ist Google am Gelben-Sack-Abholtag durch die Strasse gefahren. Man kann auch die Fenster meiner Wohnung erkennen (Ich bin Mieter). Man kann allerdings deutlich erkennen, dass es keine Villengegend ist, eher etwas unterdurchschnittlich (dafür citynah). Würdet Ihr Google Street View nutzen um euch über die Wohnraumverhältnisse eines Menschen (EP-Kontaktes) zu informieren ? Wenn ja, vor oder nach dem ersten Kontakt, date ?
 
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Gast

  • #2
Habe ich gerade letzte Nacht schon gemacht. Aber nicht wegen EP.
Es war sehr aufschlussreich. m 53J
 
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Gast

  • #3
Nein. VOR dem ersten Date frag ich sowieso nicht nach der genauen Adresse, der nächst größere Ort interessiert mich, mehr - anfänglich - nicht. Auch ich gebe NIEMALS vor einem Erstkontakt meine genauen Daten heraus. Bin auch auf Facebook nur für meine engsten Freunde und Verwandten "sichtbar" (das sind 40 Stück).
Ich möchte mir ein persönliches Bild von dem Menschen, den ich kennen lerne, machen. Bei EP entscheiden im Vorfeld ohnedies sehr viele Auswahlkriterien. Es steckt ein Mensch hinter dem Profil, den es zu "erforschen" gilt. Für mich wäre das total uninteressant, alles bereits vorher zu wissen. Wo bleibt die Spannung?
Und sind wir mal ehrlich: WENN es einen wie der Blitz trifft, kann man mit viel leben. Und was sagen die Wohnraumverhältnisse schon genau aus? Ein Mensch kann sich räumlich oft verändern, das sehe ich nicht so eng. ER muss schließlich in SEINEM Haus wohnen und nicht ich. SOLLTE eine Beziehung entstehen, so spricht man ja sowieso über eine gemeinsame Zukunft - Umzug nicht ausgeschlossen. Ich selbt setze mich ungern in ein gemachtes Nest, umgekehrt wäre es aufgrund meiner Single-Wohnung nicht möglich. Das Geld, welches eine größere Wohnung kosten würde, spare ich lieber und gebe es für Reisen, Bildung usw aus.
Bin hier etwas praktisch veranlagt.
Ehrlich gestanden beängstigt mich diese Totalüberwachung allmählich.
w.30
 
  • #4
Es ist absolut nicht empfehlenwert, vor einem persönlichen Kontakt seinen vollen Namen oder gar seine Adresse zu verraten und das ist auch noch nicht vorgekommen -- so umnachtet ist doch wohl hoffentlich heutzutage niemand mehr. Insofern ist das Titelproblem völlig unrealistisch und konstruiert.

Ich gebe meinen Nachnamen und meine Adresse frühestens nach zwei Treffen heraus. Früher ist das doch auch gar nicht notwendig. Bevor ich seine Wohnung betrete oder ihn in meine Wohnung einlade, möchte ich aber auf jeden Fall den kompletten Namen und die vollständige Anschrift haben. Das gehört heutzutage einfach zu den Fundamenten eines sicheren und vertrauensvollen Kennenlernens dazu.

StreetView gibt es ja erst seit kurzem, aber natürlich google ich den Namen des Mannes und natürlich spräche auch nichts dagegen, zukünftig mittels StreetView mal die Adresse anzuschauen. Das sind alles öffentliche Informationen, die man sich ohne schlechtes Gewissen anschauen darf und vielleicht sogar sollte. Als besonders aussagekräftig interpretiere ich StreetView derzeit aber nicht.

Unabhängig von Partnersuche muss ich aber sagen, dass ich persönlich es nicht richtig finde, dass StreetView legal ist (was unbestritten wohl der Fall ist). Meines Erachtens ist hier die öffentliche Verfügbarkeit von Daten zu weitreichend.
 
  • #5
Sollte ich die Adresse wissen, würde ich natürlich bei Google Street View nachschauen. Was ich dort sehe hätte im Normalfall keine Bedeutung für das weitere Kennenlernen, aber schon aus Neugierde würde ich das Angebot nutzen. Wenn ich einen Namen kenne, google ich den auch. Ich sehe auch keinen Grund, allgemein zugängliche Informationen nicht zu nutzen. Die Außenseite einer Fassade halte ich auch tatsächlich für nicht besonders geheimhaltungsbedürftig. Bei Google Earth, wo ich in die Grundstücke schauen kann, hat sich niemand aufgeregt.
 
  • #6
@#4: Mein Hauptkritikpunkt an Google StreetView ist weniger die Sichtbarkeit der Fassaden, sondern die Erkennbarkeit all der anderen Bildinhalte: Mit nur wenig Ortskenntnis kann man besonders in kleineren Orten, Vororten und Stadtteilen sehr genau erkennen, wer die "fette Frau im blauen T-Shirt auf dem Fahrrad" ist (auch mit verschwommenen Gesicht); wessen PKW vor dem Beate Uhse-Laden parkt oder wer Hand-in-Hand vor bekannter Adresse spazieren geht. Das geht meiner Meinung nach zu weit. Kernpunkt der Kritik ist dabei nicht der jeweilige Einzelfall, sondern die Masse der verfügbaren Informationen. Genau wie Rasterfahndung geht es doch mittelfristig um die Zusammenführung von Informationen aus verschiedensten Quellen. Man stelle sich nur vor, dass dieser Service bald regelmäßige Updates erführe oder gar live wäre -- wo ist Deine persönliche Grenze im Zeitraster? -- Stell Dir mal als Extrem vor, man würde sämtliche erlaubten Überwachungskameras von Bahnhöfen und Straßen nicht nur ins Netz stellen sondern auch die Historie abrufbar machen und könnte sehen, wer wann wo gewartet oder welche Bahn genommen hat, mit welchem Auto wann wohin gefahren ist. Wäre das in Ordnung für Dich? Falls nicht, wo wäre der Unterschied?

Und hier gilt das gleiche Argument wie bei StreetView: Die Informationen sind doch sowieso öffentlich. Jeder könnte jede Adresse selbst besuchen und schauen, wie die Fassade aussieht. Der entscheidende Punkt ist aber der Konjunktiv: man könnte, man tut es aber eben nicht. Der Chef könnte bei jedem Bewerber zu Hause vorbeifahren. In der Praxis kommt das aber niemals vor. Mit StreetView ab jetzt schon. -- Ebenso könnte man ja auch auf dem Bahnhof oder der Kreuzung gestanden haben und selbst gesehen haben, wer mit welcher Bahn oder welchem Auto oder mit welcher unerwarteten Beifahrerin gefahren ist. Wohlgemerkt, alles öffentliche, nicht geheime, offen gelebte Information. Niemand tarnt sich unterwegs, jeder kann gesehen werden. Der Knackpunkt ist die Verfügbarkeit: Dass man eben nachträglich irgendwo quasi "war" und das sieht, was man eben nicht gesehen hat, weil man selbst gearbeitet hat, und in der Fülle eben auch niemals hätte sehen können, weil man ja eben doch an zwei Orten gleichzeitig sein kann. Man hätte eben nicht alle Straßen, die in StreetView gezeigt werden, in annehmbarer Zeit selbst sehen können. Praktisch unmöglich. Genau deswegen zieht das Argument des Konjunktivs auch nicht.

Wenn wirklich alle Informationen, die man HÄTTE sehen können, WÄRE man nur zufällig im Restaurant A, auf Bahnhof B, auf der Kreuzung C oder gar im Puff D gewesen, öffentlich und offen zugänglich sind, wenn all diese Informationen bei dem drastischen Fortschreiten der IT in wenigen Jahren auch noch verknüpfbar und automatisiert suchbar sind, dann gute Nacht für die Privatssphäre.

StreetView ist natürlich ein toller Service und ich habe ihn auch schon genutzt und bin begeistert. Man kann bei Zielen gleich schauen, ob es dort gut Parkplätze geben wird; wie sauber oder schmuddelig die Gegend ist, wie die Kreuzung ausschaut, an der man abbiegen muss und so weiter. Zweifelsfrei interessant und wertvoll. Aber hart an der Grenze zu dem, was ich als legitim empfinde.
 
  • #7
@#5 Da will ich Dir nicht widersprechen. Spätestens sobald Personen oder Fahrzeuge identifizierbar sind, ist es nicht mehr in Ordnung.
 
  • #8
@#6: Hast Du mal reingeschaut? Sobald man die Gegend kennt, erkennt man auch Personen und Autos, auch trotz verschwommener Kennzeichen und Gesichter. Quasi null Fotos der Abermillionen sind ohne Personen und ohne Autos, in etlichen Einzelfällen kann man sogar in die Zimmer sehen.

Ist Dir bewusst, dass Communities wie streetview.mixxt.de absichtlich alle auf Antrag verpixelten Häuser absichtlich mittels Panoramio in Google Earth preisgeben? Wo bleibt da der beabsichtigte Datenschutz? Das ist doch Verballhornung.
 
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Gast

  • #9
[mod]
Was tut ihr eigentlich, wenn Euch Leute "versehentlich" fotografieren oder filmen- Wildfremde wohlgemerkt, auf Partys oder in der flanierenden Menge? Reißt ihr ihnen die Kameras weg?
Sind wir Lieben ein bisschen zu wehleidig und ein bisschen zu hysterisch? Fühlt ihr euch in die Pfanne gehauen?
Was machen denn alle Schauspieler, bezahlten Showstars, Politiker, Kassierer, Pflegepersonal, Pfarrerinnen, Messehostessen,Kellner und alle, die irgendwie im öffentlichen Leben stehen/ etwas "darstellen"? Das Leben findet nun mal außer Haus statt! Und wenn ihr in dem Moment gerade verschütteten Kaffee auf dem Shirt habt- was? Haben wir keine anderen Probleme?

Außerdem gucke ich ganz gerne selbst ab und an in Street View, einfach um zu sehen, wie gewisse Gebäude aussehen, wo Verschiedenes zu finden ist oder ich googele nach etwas oder jemandem, wenn ich es ihn sie interessant finde. Ich bin froh, wenn ich irgendwo fremd bin, mein Ziel (idf steet view) visuell zu orten und deshalb auch leichter zu finden. Mit einer Hausnummer kann man etwas auch finden, aber wenn man es schon gesehen hat, ist man sicherer.

Wir haben keine Privatsphäre, denn wir leben in einer Mediengesellschaft.
Ich denke man sollte sich nicht so wichtig nehmen.. Das technische Zeitalter fordert seinen Tribut, und der kann mitunter auch "Unfreiwillig sichtbar" heißen. Alles Aufregen hilft auch nicht, denn wir werden nicht in der Lage sein, gewisse Prozesse rückgängig zu machen.
 
  • #10
@#8: Im allgemeinen widerspricht man einfach freundlich dem Fotografiertwerden und das wird auch berücksichtigt. Ansonsten gilt, dass Freizeitfotos ja selten eine derartige Öffentlichkeit genießen wie Streetview oder Panoramio -- und darum geht es ja. Ob man nun auf einer privaten party fotografiert wird und auf einem Rechner als Bild endet ist eine Sache, aber in einer öffentlichen Präsentation zu enden eine ganz andere. Wenn jemand Partybilder online stellen will, untersage ich das einfach und bisher war niemand beleidigt, sondern hat die betroffenen Aufnahmen einfach nicht online gestellt. Anstand und gegenseitige Rücksicht sind so hilfreiche Eigenschaften...

Mit Prominenten und öffentlichkeitsaktiven Berufen willst Du doch nicht ernsthaft argumentieren? Die haben sich das doch freiwillig ausgesucht und profitieren meist ganz erheblich davon. Das Recht am eigenen Bild ist ein wichtiger Baustein des Persönlichkeitsrechts.

Seltsamerweise sind es oft die gleichen linken Spinner, die pro Streetview argumentieren, die vor ein paar Jahren noch Zeter und Mordio geschrien haben, als es um Rasterfahndung, Vorratsdatenspeicherung, e-Perso, gläsernen Bürger und ähnliches ging.
 
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Gast

  • #11
> Insofern ist das Titelproblem völlig unrealistisch und konstruiert.

nein, ist es nicht!
würde ich "frank müller" heißen und in einer millionenstadt leben, würde mich das ganze wohl eher periphär tangieren.
selbst wenn ich dir nur meinen wohnort - ~150.000 einwohner - und meinen vornamen verriete, könntest du einiges über mich im web erfahren. nicht, dass ich mir keine gedanken darüber mache, welche daten ich im web veröffentliche... und du musst dir mühe geben und halbwegs wissen, was du tust, aber, wäre street view bei mir schon verfügbar, wäre in meinem fall das titelproblem nicht konstruiert.

street view hin oder her... wenn es mich vorab interessiert und ich die entsprechende info habe, kann ich auch mit dem auto vorbei fahren, wenn das date nicht zu weit weg wohnt und ich das vorher wissen MUSS...
 
G

Gast

  • #12
Wenn man auf einer Party ist, auch einer öffentlichen ist mir nicht bekannt, dass da nur mit Einwilligung fotografiert wird. Selbst beim Einstellen von Bildern ins Internet wird nicht um Erlaubnis gefragt, ist doch totaler Blödsinn zu glauben das funktioniert so. Man kann sich natürlich verstecken wenn die Kamera irgendwo auftaucht.

Ich verstehe das sowieso nicht, jeder stellt seine Daten (die die wenigsten interessieren) ohne Probleme bei facebook, studiVZ oder Xing ein und macht sich darüber keine Gedanken, aber wenn die Strasse fotografiert in der man wohnt, gibt es einen Aufschrei, weil man vielleicht das Fenster erkennen könnte hinter dem ich wohne. Willkommen im 21. Jahrhundert!

Ich halte mich nicht für einen linken Spinner, aber Persönlichkeitsrecht und Anonymität davon sind wir schon Lichtjahre entfernt und da hat jeder von uns seinen Anteil dazu beigetragen. Wacht mal auf, selbst der Eintrag in ein öffentliches Gästebuch kann heute über die E-Mail-Adresse ergoogelt werden.

w (45)
 
  • #13
Als das Internet, Handy usw. aufkamen, hat niemand geahnt, wie schnell und weltweit sich das Ganze verselbständigen würde.

Jeder hat seine eigenen Gedanken oder Gründe für eine Befürwortung oder Ablehnung. Aber ich meine, wir müssen das einfach realistisch sehen: Es ist einfach zu spät, die Entwicklung aufzuhalten. Der Mensch ist inzwischen so 'durchsichtig', dass jeder Versuch von sinnvollem Datenschutz und gelegentliche Teilerfolge doch nur unbedeutende Beruhigung für die breite Masse darstellen (können/sollen).

Die Chance, das alles in vernünftige und geordnete Bahnen zu lenken, ist doch schon lange vorbei und vertan.

Da ist nun einmal jeder selbst für sich verantwortlich, wie er mit den Medien umgeht - so weit das eben noch für jeden steuerbar ist. Ich war schon immer der Meinung, sobald man einen Internetanschluß hat (sich dafür entschieden hat), gibt man seine Anonymität auf.

Das muss man wissen, sich darüber im klaren sein und damit leben. Diese Entwicklung wird sich niemals zurückdrehen lassen - nur noch vorwärts! Ob uns das gefällt oder nicht!
 
G

Gast

  • #14
Immer wird nur von => Google Street View gesprochen und sich eventuell aufgeregt. und das nur, weil google so vel werbung gemacht hat....

aber das bereits seit jahren bei => Sightwalk die grossen städte im netz stehen, hat - so scheint es mir - (fast) niemand bemerkt....

thematisiert wurde es nie - auch nicht in zusammenhang mit google s.v. seltsam....
 
G

Gast

  • #15
Verstehe nicht, wie man so ausführlich gegen Google Street View argumentieren kann, es aber selbst nutzt!?! Ein bisschen scheinheilig, oder?