G

Gast

  • #1

großartige Väter haben: meinen Ehemann und meinen Vater

Michelle Obama verlautete:
„Ich habe das Glück, in meinem Leben zwei großartige Väter zu haben: meinen Ehemann und meinen Vater“.

bedeutet -schlechter eigener Vater aus der Kindheit- zugleich auch, -schlechte Vater-Auswahl für eigene Kinder- treffen?? ist es so einfach erklärbar..

Wie ist das so bei euch?
 
G

Gast

  • #2
Als ich meine Muster nicht kannte war es so. Ich kann sie jetzt besser erkennen und eine bessere Wahl treffen.
Ich würde sagen Bewusstsein macht frei.
w43
 
G

Gast

  • #3
Nach meiner Erfahrung sind Frauen die Probleme mit ihrem Vater haben/hatten leider auch in ihren Beziehungen zu Männern problematisch. Während meiner aktiven Dating-Zeit habe ich deshalb die Frage nach dem Verhältnis zu Vater immer locker ins Gespräch einfließen lassen. Von den Frauen, die kein warmherziges Verhältnis zum Vater haben, habe ich dann meist schnell Abstand genommen. Sehr attraktive Frauen habe ich trotzdem näher an mich heran genommen. Leider bestätigte sich das Muster im weiteren Verlauf der Bekanntschaft. Ein warmherziges liebevolles Verhältnis zum Vater überträgt sich offenbar auf den neuen Partner.
 
  • #4
Ich hatte leider keinen liebevollen Vater!

Er war sehr streng, und stolz auf seine konsequente Erziehungshaltung, die ich, als Kind, oft als unmenschlich empfand. Selbst traumatisiert von Kriegserlebnissen, konnte er vielleicht nicht anders, so versuche ich seine Schläge heute zu erklären.

Der Vater meiner zwei Kinder war der beste Vater, den ich mir vorstellen kann, und er ist es bis heute! Er stand nachts auf, wenn sie weinten, genau so wie ich, er tröstete sie bei Kummer, erklärte Hausaufgaben, und machte ihnen Mut, wenn sie nicht weiter wussten. Jetzt sind sie erwachsen, aber wenn es Probleme gibt, lässt er alles stehen und liegen, und ist nur für sie da.

Also war es in meinem Lebenslauf nicht so, dass sich das Bild meines Vaters auf den Vater meiner Kinder auswirkte. - Gott sei Dank!
 
M

Mooseba

  • #5
bedeutet -schlechter eigener Vater aus der Kindheit- zugleich auch, -schlechte Vater-Auswahl für eigene Kinder- treffen?? ist es so einfach erklärbar.
Grundsätzlich gibt es da wohl eine gewisse Wahrscheinlichkeit. Ich habe es schon mal gelesen, dass Frauen, die vom Vater schlecht, überstreng und/oder respektlos behandelt wurden, oft unbewusst sich zu den miesen Charakteren hingezogen fühlen - auch wenn ihr rein vernunftbasierender Teil des Verstandes solche Männer ablehnt.

(m,30)
 
  • #6
einen großartigen Vater gehabt zu haben schränkt allerdings die Auswahl auch ganz schön ein. Mir ist in meinem Leben kein Mann mehr begegnet auf den ich mich so verlassen konnte und der mich so wichtig und ernst genommen hat, wie es mein Vater getan hat. Schade!
 
G

Gast

  • #7
Na wenn das so ist, habe ich schlechte Aussichten auf eine glückliche Zukunft.

Ich (w, 27) bin praktisch ohne Vater aufgewachsen, weil er unserer Familie verlassen hat, als ich 5 war.
Meine Beziehungshistorie sagt das aber was anderes.
Meine erste Beziehung hielt 10 Jahre und meine aktuelle seit 1,5 Jahren. Und ich traue sowohl meinem Ex als auch meinem Freund zu, großartige Väter zu werden. Wer so lieb zu mir und meinen Katzen ist, kann kein schlechter Vater sein.
Meine Schwester ist übrigens schon verheiratet (seit 12 Jahren zusammen) und Mutter und die hatte schließlich die gleiche Kindheit wie ich. Ihr Mann ist übrigens auch ein super Vater.

Also so einfach ist die Welt dann doch nicht. Selbstreflexion und das Lernen mit Konflikten richtig umzugehen, ist wichtiger als eine gute Beziehung zum Vater.

ich wäre allerdings bei einem Einzelkind skeptisch, aber das ist ein anderes Thema. Ich habe 3 Geschwister, vielleicht bin ich auch deshalb beziehungsfähig.
 
  • #8
@5: großartiger Beitrag! Das zeigt einerseits den Zwiespalt der Frauen, in denen Frauen unschuldig! hineinkommen und andererseits das unlösbare Paradoxproblem, dass Männer nicht einfach lösen können! Egal ob Väter gute Väter oder schlechte Väter waren, am Ende stecken die Partner d(ies)er Töchter/Frauen in einer Situation, die sie nicht erfüllen können, sodass die Unzufriedenheit vorprogrammiert ist.

Ich kann das wirklich gut nachvollziehen und verstehen, aber ich kann es nicht akzeptieren. Diesen Anspruch kann/sollte Mann nicht erfüllen! Warum?

Ich hatte eine Beziehung, die wünschte sich von mir, dass ich auch so rücksichtsvoll mit ihr umgehen möge, wie mit meiner Tochter. Ja, richtig, ich gehe mit meiner Tochter besonders rücksichtsvoll um und fordere ihr nicht all die Dinge im Leben ab, die ich einem erwachsenen Menschen/einer erwachsenen Frau/Partnerin abfordere, von der ich mir wünsche/von der ich erwarte, dass sie voll im Leben steht und mit mir auf Augenhöhe ist.

Jetzt werden die Frauen sagen, ja, aber so war das doch nicht gemeint? Nein? Wie denn?

Würde ich das jedenfalls tun, müsste ich sozusagen ständig etwas geben und nichts dafür nehmen. Bei meiner Tochter tue ich das, das ist Liebe, das ist meine Elternrolle. Aber ist das beim Partner auch so? Respekt, Rücksicht etc.: volles JA! Aber soll ich meine Partnerin "halten" wie ein Kind? Keine Forderungen an erwachsenes Verhalten stellen? Rücksicht nehmen, alles erklären und immer fürsorgevoll sein, wie bei einem Kind? Ich will doch nicht ihren Vater spielen oder ersetzen. NEIN! Das ist eine Rolle die ich bei ihr nicht innehaben möchte, wenn man sich da reinfühlt: in der Rolle des Vaters sein und mit der Frau schlafen: das fühlt sich in Gedanken an wie Inzest. Das geht für mich nicht! Die Vaterrolle in der Partnerschaft werde ich weiterhin verweigern.

Frauen beklagen sich oft über ihre Männer, dass sie ein weiteres Kind an der Backe haben. Kann sein, dass die Männer so sind. Aber wollen Frauen das? Ich glaube eher nicht, jedenfalls nicht die, die sich darüber beschweren. Und wollen Männer Partnerinnen als Kinder haben? Ich glaube auch eher nicht, ich jedenfalls nicht.

Ein liebevoller Partner sollte Geborgenheit geben können, ja, aber nicht die Vaterrolle der Partnerin ausfüllen/ersetzen.
 
G

Gast

  • #9
Ich denke es geht hier nicht um die Rollen der Väter oder Ehemänner sondern um das Männerbild der Frauen grundsätzlich. Es gibt Frauen, die mögen Männer und es gibt sehr viele Frauen die Männer im Grunde gar nicht mögen. Bei diesen lässt sich dann oftmals bereits ein gestörtes Verhältnis zum Vater feststellen. Eine Beziehung zu einer Frau, die Männer nicht wirklich lieben kann ist gruselig.
 
  • #10
Wer als Frau einen guten Vater hatte, ist er oft der Maßstab bei ihrer Partnerwahl.
= ihr Partner sollte etwa so gut sein, wie ihr Vater. Aber nicht wesentlich schlechter !
Sehr schwer als Mann, gegen die guten Väter der Frauen zu bestehen.

Hatte sie aber einen schlechten, oder gar keinen Vater, wird sie wenig Vertrauen in die Männer allgemein haben ?
Denn sie hatte ja kein Vorbild von (einem) guten Mann.

Also ist es eigentlich kein Wunder, wenn Michelle Obama so einen (m.E. sehr guten) Ehemann hat.
Wenn sie alle Männer an ihrem Vater misst - und alle anderen Männer dabei durchfallen ?
Sehr hart für die Männerwelt - gut für Michelle und ihre Familie.
 
  • #11
Wer als Frau einen guten Vater hatte, ist er oft der Maßstab bei ihrer Partnerwahl.
= ihr Partner sollte etwa so gut sein, wie ihr Vater. Aber nicht wesentlich schlechter !
Sehr schwer als Mann, gegen die guten Väter der Frauen zu bestehen.
...
Hab ich auch so erlebt. Tragisch wirds, wenn die Frau einen als toll erlebten Vater hatte, dessen Beziehung zur Tochter sie mit ihrer Beziehung zum Ehemann dauernd vergleicht, haha, Äpfel und Birnen sag ich da nur, und obendrein eine ebenso tolle Mutter, an deren Ansprüche sie selber nie heranzureichen glaubt und sich deshalb ständig minderwertig fühlt. Allein, wenn die Mutter studiert hat im Gegensatz zur Tochter, oh mei...

Der Mann nicht gut genug, sie selber nicht gut genug, die Kinder dann in Konsequenz auch nicht gut genug, oder, schlimmer, als Kompensation der Misere kritiklos vergöttert. Resultat: Unzufriedenheit, Zynismus, Therapie, Trennung, Rosenkrieg, K*cke am dampfen.

So können vordergründig "tolle" Eltern noch Jahre später ein Fluch sein, vielleicht weil sie auch nur Menschen waren, ohne als solche je wahrgenommen worden zu sein. Gell, Schatzl? Und das ist meine Schlußfolgerung aus dem Ganzen: Ja, die Eltern haben einen Einfluß auf die Partnerwahl, aber irgendwann und spätestens beim zweiten Versuch sollte der Mensch alt genug sich, sich dessen Bewußt zu sein und sein eigenens Leben zu leben.