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  • #1

Große Liebe und kleine Liebschaften

"Viele kleine Liebschaften sind die fortschreitende Immunisierung gegen die große Liebe"

Wer kann das bestätigen? Wer empfindet große Liebe für einen speziellen Partner, obwohl er vorher viele kürzere Liebeleien hatte?

Wird man wirklich abgestumpft, wenn man zu viele Kurzzeitpartner hatte?

Ich grüble gerade darüber, da ich innerlich gerade eine Kehrtwende von freizügig nach moralisch mache und gar nicht mehr weiß, wer zu mir passt...
 
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  • #2
ich glaube nicht an eine einzige grosse Liebe. Man kann auch mehrmals im Leben richtig lieben. Doch eine richtige Liebe muss sich entwickeln und festigen, das unterscheidet sie von einer "Liebschaft". Ich war 14 Jahre mit meiner grossen Liebe zusammen und wäre es wohl noch, würde mein Mann noch leben. Einige Jahre nach seinem Tod hatte ich mehrere "Liebschaften". Es war nicht geplant, doch nach einigen Monaten des Verliebtseins merkte ich, dass es doch nicht die grosse Liebe war (aus unterschiedlichen Ursachen).

Jetzt bin ich über ein Jahr mit meinem jetzigen Partner zusammen. Ich liebe ihn, ich sehe eine positive Entwicklung, ein sich stärkendes Zusammengehörigkeitsgefühl, ein steigendes Vertrauen. Ja, hier kann ich sagen, es ist eine grosse Liebe.
Ich denke nicht, dass kleine Liebschaften gegen die grosse Liebe immunisieren, im Gegenteil, durch diese wird man sich der wahren Liebe bewusst.
46/W
 
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  • #3
Oh, vermutlich hätten einige Deiner Kurzzeitpartner(innen) auch langfristig zu Dir gepasst. Ich denke, das ist auch eine Wesensfrage. Manche haben so ein hohes Erregungsniveau, dass sie immer wieder einen neuen Kick brauchen, entweder betrügend neben dem Langzeitpartner her oder eben durch die rasche Folge kurzer Beziehungen.

w 46
 
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  • #4
Wer kann das bestätigen? Wer empfindet große Liebe für einen speziellen Partner, obwohl er vorher viele kürzere Liebeleien hatte?
Entschuldige, das sind ganz schön arg verklemmte Moralvorstellungen! Warum darf man nicht mehr lieben dürfen/können, nur weil man früher vielleicht viele nur kürzere Liebschaften hatte, auch welchen Gründen auch immer? Menschen verändern sich. Daran glaube ich ganz fest.

Manchmal spielt das Leben einfach nicht so rosig mit. Kürzere Liebeleien, ja das gibt es, z.B. wenn sich nach kurzer Zeit herausstellt, dass der Partner einfach nicht zu einem passt und man unglücklich wird, dann ist es klüger man beendet es oder manchmal zieht ja auch der Partner von dannen und lässt einen im Regen stehen und dann sucht nochmal nach DEM richtigen Partner. Daran ist nichts verkehrt oder unmoralisch.

Natürlich liebt man in seinem Leben mehrfach. Wenn es nur kurz hält, ist es eben doof. Wenn es mehrfach nur kurz hält, dann ist man halt zufälligerweise eine Pechvogel oder erkennt seinen Fehler nicht.

Es ist gut, dass wir heute die Möglichkeit dazu haben, uns so frei entfalten und lieben zu dürfen. Oder glaubst du, es wäre einfach, mit der einstigen großen Liebe 60 Jahre zusammen zu leben? Auch große Lieben ändern sich manchmal zu penetranten, aggressiven, gewaltigen Menschen und dann ist es eben nicht mehr die große Liebe.

Ich habe mehrere große Lieben in meinem Leben gehabt, wofür ich alles in meinem Leben aufgegeben habe, es wurden mit den Jahren aber zu ganz schlimmen Typen. Ich wäre heute seelisch und körperlich tot, wenn ich bei den Männern geblieben wäre.
 
  • #5
Ich glaube, es hängt von der jeweiligen inneren Einstellung ab... wenn ich die "kleinen Liebschaften" von Beginn an als solche sehe, weil ich mehr zum Beispiel nicht zulassen möchte (kann), dann kann sich keine große Liebe entwickeln, weil die Bereitschaft nicht da ist.
Insofern sehe ich da keinen Mechanismus, sondern es ist meines Erachtens eine Frage der inneren Einstellung, der gegenseitigen Wirkung mit/auf den Partner und dem sich aufbauenden Vertrauen, ob eine "Große Liebe" entstehen kann... egal wie viele kleine Liebschaften vorher da waren...
m/55
 
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  • #6
Ich glaube, dass man durch eine Vielzahl von Affären emotional abstumpft und auch die Fähigkeit verliert, eine Beziehung kontinuierlich zu entwickeln, sich konstruktiv auseinanderzusetzen und nicht sofort das Ende bekannt zu geben, wenn es Probleme gibt.

Ich bin aber auch davon überzeugt, dass es mehr als eine große Liebe geben kann und dass man nicht um des Prinzips wegen zusammen bleiben muss, wenn die Partner sich auseinander entwickelt haben.
Ich war über 20 Jahre verheiratet, dann habe ich mich scheiden lassen, weil ich nicht mehr nebeneinander herleben wollte. Ich habe aber vorher viel versucht, es zu ändern. Die Männer, die mir danach begegnet sind, waren wie auf der Flucht, die Treffen wie Bewerbungsgespräche. Alles sollte kurzfristig geklärt werden, bloss keine Zeit verschwenden, auch nicht, um sich anzunähern. Ich denke, das ist die Folge von schnellen Beziehungswechseln. Mein Eindruck war, dass es sehr konsumorientiert abgeht - das ist nicht meine Sache. Ich fand das Onlinedating auch zu anstrengend, zu viele flüchtige Begegnungen, zu schnelllebig ohne Wachstum.
 
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  • #7
Liebe ist kein Gefühl. Liebe ist eine Entscheidung. Martin Buber

Liebschaft ist für mich ein oberflächliches Spielen mit den Gefühlen: meinen und des Mannes..
Hab mich noch nie mit der Frage beschäftigt, weil auch wenn ich einseitig verliebt war, oder auch wenn es erwidert wurde, hatte ich immer im Herzen das Ziel zu LIEBEN , nicht eine Wischiwaschi-
Liebschaft zu führen..
Liebe ist wirklich eine innere Einstellung und Entscheidung: ich entscheide mich aus der Verliebtheit heraus jemanden vom ganzen Herzen zu lieben, mich auf ihn einzulassen, ihm zu vertrauen und ihm emotional und körperlich treu zu sein.
Eine Liebschaft ist nicht ganz Fisch, nicht ganz Fleisch..
Ich könnte mir aber vorstellen, dass aus einer Liebschaft, wenn beide es so von Anfang an sehen, auch eine Liebe sich entwickeln kann...
Aus einer Liebe, niemals eine Liebschaft. Höchstens eine Trennung.
 
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  • #8
Liebe ist kein Gefühl. Liebe ist eine Entscheidung. Martin Buber

Liebschaft ist für mich ein oberflächliches Spielen mit den Gefühlen: meinen und des Mannes..
Hab mich noch nie mit der Frage beschäftigt, weil auch wenn ich einseitig verliebt war, oder auch wenn es erwidert wurde, hatte ich immer im Herzen das Ziel zu LIEBEN ,
Das ist auch meine persönliche Erkenntnis.
Habe nur noch niemanden getroffen, bei dem sowohl gegenseitiges Begehren und das Ziel zu lieben beiderseits vorhanden waren.

Ich konnte zig Liebschaften haben, die ich ausgeschlagen habe, weil ich nur lieben WILL. Dann bin ich aber verletztlich. Ich tue mir das daher nicht mehr an, zu hoffen, es könnte sich doch mehr aus einer Liebschaft entwickeln. Entweder ist es von Anfang an stimmig, d.h. beide WOLLEN lieben, oder ich lasse es.
Die seelische Auseinandersetzung mit einer zerbrochenen Liebschaft kostet viel seelische Energie. Immerhin war es auch eine Entscheidung, sich ganz einem bestimmten Menschen hinzugeben, die man revidieren muss.
Liebschaften sind also Versuche zu lieben, die scheitern. Manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Herzschmerz.
Ich muss mich gewissermaßen neu erfinden und prüfe alle Männer nun nur auf die Bereitschaft, lieben zu wollen, und nicht daraufhin, wie viele Schmetterlinge sie in meinem Bauch fliegen lassen. Das passiert gar nicht so selten, heißt aber noch gar nichts im Hinblick auf eine Beziehung. Was ist das eigentlich, dieser Hormonrausch? Das Zeichen, dass ich mit diesem Mann gesunde Nachkommen haben werde - aber eben nicht, dass er für diese und mich zuverlässig da sein wird?
Ich hoffe, dass mir irgendwann beides in einem Mann vereint begegnet und übe mich in Geduld...

Danke für Eure zahlreichen Anregungen!

Die FS
 
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  • #9
Ich hatte ein paar "Ansatzliebschaften" bei denen nur ich verliebt war, mein Partner zu wenig oder plötzlich nicht mehr. Das Dumme ist, dass ich mit all diesen Partner tollen Sex hatte und meine jetzige grosse Liebe sehr unerfahren ist. Da gibt es manchmal Momente, wo ich mir einen meiner früheren "Partner" zurück wünsche. Ob eine Partnerschaft funktionieren wird, stellt sich erst nach einer gewissen Zeit heraus. Vielleicht starten beide mit dem Vorsatz, dass sie lieben wollen, scheitern dann aber an der Wirklichkeit, andere spielen ihre Liebesbereitschaft nur vor... Wichtig ist, dass Du weisst, was Du jetzt willst. Das hilft Dir sicher schon beim Vorsondieren.

w, 44
 
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  • #10
Also wenn man die einzig wahre und große Liebe sucht ist man moralisch und verklemmt.

Zieht man durch alle Betten, fängt sich womöglich noch einen Virus ein, ist man für eine stabile Partnerschaft eher geeignet.

Wer glaubt so einen Mist??
Mal ehrlich.

Was soll an Moral generell verwerflich sein, sie ist ein Wert, wie Treue und Beständigkeit.

Wer viel wechselt, wird schnell zu Kleingeld.

Dieser Spruch bestätigt die Denkweise von Menschen, die viele Affären, sexuelle Abenteuer, aber keine echte tiefe und beständige Liebe je erleben werden oder erlebt haben.

Ein Mensch, der lieber alleine bleibt, weil er dem großen Gefühlssturm und dem richtigen kompatiblen Partner nicht begegnet ist, ist mir tausendmal lieber, als ein promisker Mensch, der alles "ausgekostet" hat, am Ende innerlich ausgebrannt und niemals beziehungstauglich ist, denn er wird weiterhin einer sexuellen Versuchung nicht aus dem Weg gehen.

Deshalb finde ich es auch Blödsinn, wenn ein Mann schreibt, er hätte sich durch viele Kurzzeitaffären die Hörner abgestoßen, welche Frau glaubt so was, diese Männer sind nicht treu und werden es niemals sein - bei Frauen ist es umgekehrt genauso.
 
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  • #11
Ich hatte ein paar "Ansatzliebschaften" bei denen nur ich verliebt war, mein Partner zu wenig oder plötzlich nicht mehr. Das Dumme ist, dass ich mit all diesen Partner tollen Sex hatte und meine jetzige grosse Liebe sehr unerfahren ist. Da gibt es manchmal Momente, wo ich mir einen meiner früheren "Partner" zurück wünsche.

w, 44
Das ist eine Nebenwirkung, die man früher mit "sie (oder: er!) hat die Unschuld verloren" umschrieb - ziemlich oft jedenfalls. Und das zu beobachten ist längst keine Aussage über moralische Prinzipien; es ist einfach ein häufiges Schicksal. Wie es dann ausgeht, ist individuell sehr verschieden, zum Glück.

Ach ja, das noch: es gibt sie, die eine große Liebe im Leben von Menschen. Nicht allen ist sie vergönnt, und nicht allen gelingt sie über viele Jahrzehnte. Mit zunehmender Zahl an Liebschaften wird sie keinesfalls unmöglich, aber sie wird auf jeden Fall schwerer zu leben. Einerseits bedeuten viele "Liebschaften" eine eher oberflächliche, spielerische Einstellung zu den Gefühlen anderer Menschen (und oft auch zu Sexualität bzw.. präziser sexueller Exklusivität) und ein gelerntes Verhaltensmuster, das einer dauerhaften Beziehung nicht förderlich ist. (Manchmal ist das auch gar nicht erlernt, sondern nur einedurch wiederholtes Erleben verstärkte vorbestellende Persönlichkeitseigenschaft.) Mit "verklemmt" o.ä. hat das alles genau gar nichts zu tun.

M50
 
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  • #12
Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Es kann doch von niemandem verlangt werden, enthaltsam zu leben, nur weil die große Liebe gerade nicht vor der Tür steht. Nach 20 Jahren habe ich vor einigen Tagen durch Zufall meine große Liebe von damals wieder getroffen, wir sind beide verheiratet und sie hat auch Kinder.

Wir haben den ganzen Nachmittag erzählt und gelacht, es war alles wieder so vertraut wie damals. Danach hatten wir eine wunderbare Nacht miteinander, jetzt war sie im Grunde ja nicht mehr meine große Liebe sondern eine Affaire, aber eine ohne jeden faden Nachgeschmack.
 
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  • #13
ich glaube, man muss der Typ für Kurzzeitbekanntschaften sein!
Es ist doch so, dass man nur eine große Liebe haben kann, wenn man sich voll und ganz auf einen Menschen einlässt.
Diese Bereitschaft fehlt aber Menschen mit vielen Kurzzeitbekanntschaften.
Ich habe einen Daueraffären-Lover, der tingelt dauernd so mit 1-2 Liebeleien durchs Leben und will eigentlich Familie und Kinder - sagt er.
Für mich ist das gerade o.k. mit ihm, aber irgendwie denke ich, dass der mit nun 43 nie die Kurve kriegt.
Ich frage mich auch, wie ein Mann, der dauernd hier und dort ein Affärchen am laufen hat, seiner Frau dann plötzlich treu sein will!?
Meines Erachtens geht das gar nicht!
Schließlich ist man nicht plötzlich schockverliebt und will ab diesem Zeitpunkt mit keinem anderen Menschen mehr schlafen!?
Es gibt im Leben immer ups and downs und immer neue Versuchungen.

Ich denke, es ist eine Typsache. Vielleicht ändern sich manche Menschen, weil sie irgendwann keine Lust mehr auf viele kleine Liebschaften haben, sondern ein Heim und einen Partner fürs Leben wollen und das auch durchziehen.

Ich glaube aber nicht daran, dass ein Mensch sich so ändern kann.
Auch die Frauen nicht!
Die, die früher ihren Freund betrogen haben oder mehrere Affären haben, die betrügen auch ihren Ehemann später oder wechseln dann warm.

M50 hat das sehr gut formuliert - dem schließe ich mich mal an :)

w,40