• #1

Gute Beziehung, aber dennoch Sehnsucht nach anderen?

Oft habe ich mich während früherer Beziehung in jemand anderen verliebt, bin zwar nie fremdgegangen, aber sobald die Beziehung schlecht lief, war ich fremdverknallt.

Nun bin ich seit sieben Jahren mit einem Mann zusammen, mit dem es diese Probleme nicht gibt; er verwöhnt mich, ist total lieb, wir streiten uns nicht (wirklich nicht) und sind uns bei Interessen usw. sehr ähnlich. Ich habe aber zwei männliche Freunde, die ich auch schon seit mehreren Jahren kenne. Der eine ist Physiotherapeut und massiert mir manchmal den Rücken, was ich übelst gern mag – bin dabei aber angezogen. Und der andere fing einem Jahr an, manchmal bei DVD-Abenden den Kopf auf meine Schulter zu legen und ich habe ihm dann manchmal den Rücken gekrault. Er ist Dauer-Single und 45, ich denke, er hatte noch nie eine Freundin. Mehr ist nicht passiert, auf mehr habe ich auch keine Lust; ich wöllte keinen von beiden gegen meinen Freund tauschen und ich wöllte auch keinen Sex mit ihnen. Aber diese Nähe, das Rückenmassieren und Anlehnen genieße ich schon. Wobei ich mich mal mit dem einen gestritten hatte, da hatten wir eine Woche keinen Kontakt und das hat sich schon fast wie Liebeskummer angefühlt.

Mein Freund weiß von den beiden, weiß dass ich bei denen auch manchmal übernachte, aber von der Nähe weiß er nichts. Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, aber ich weiß nicht, ob ich hier eine Grenze überschreite? Ist das Fremdgehen? Wie ist das moralisch zu beurteilen? Bin ich da alleine mit meinen Gefühlen? Bin ich eine schlechte Freundin? Bin ich polyarmour? Muss ich mal zum Psychologen?

Ich habe mir auch schon Gedanken gemacht, warum das so ist:

1. denke ich, dass ich schon immer ein „touchiger“ Mensch war. Ich habe als Teenager auch gern mit Freundinnen gekuschelt, etwa auf deren Schoß gesessen, Händchen gehalten oder den Kopf auf die Schulter gelegt, ohne dass das was mit Verliebtsein zu tun hatte. Ich mochte einfach die Nähe.

2. Habe ich etwas Angst davor, alleine zu sein. In der Schule war ich sehr beliebt und hatte viele Freunde, aber im Studium habe ich nie Anschluss gefunden und einige der coolen Mädels haben mich sogar etwas gemobbt. Ich habe deswegen auch kein gutes Selbstbewusstsein und es tut mir gut, zu merken, dass Leute an mir hängen.

3. Meine Eltern waren mir ein sehr schlechtes Beziehungs-Vorbild. Die haben sich früher so oft wegen Kleinigkeiten gestritten. Ich habe vielleicht Angst, dass ich auch mal so enden könnte, mit einem Mann an der Backe, der mir mein Leben versaut. Obwohl mein Freund gar nicht so ist. Aber einer meiner Ex-Freunde war auch so jemand, der schnell cholerisch wurde.

4. Vielleicht habe ich generell Bindungsängste. Kinder wollen mein Freund und ich beide nicht, aber er würde gern mit mir zusammenziehen, was ich nicht möchte. Ich denke, das wäre mir zu viel und bei dem Gedanken daran bekomme ich schon so leichte Beklemmungen.
 
  • #2
Mein Freund weiß von den beiden, weiß dass ich bei denen auch manchmal übernachte, aber von der Nähe weiß er nichts. Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, aber ich weiß nicht, ob ich hier eine Grenze überschreite? Ist das Fremdgehen? Wie ist das moralisch zu beurteilen? Bin ich da alleine mit meinen Gefühlen? Bin ich eine schlechte Freundin? Bin ich polyarmour? Muss ich mal zum Psychologen?
Für mich eindeutig, du betreibst ein Spiel, wie würde es für dich sein, wenn das umgekehrte Fall wäre?
Vielleicht habe ich generell Bindungsängste. Kinder wollen mein Freund und ich beide nicht, aber er würde gern mit mir zusammenziehen, was ich nicht möchte. Ich denke, das wäre mir zu viel und bei dem Gedanken daran bekomme ich schon so leichte Beklemmungen.
Das ist nicht gut was du machst, du hältst dein Freund hin, Spielst ihm ein Spiel vor, Du solltest offen, aufrichtig und authentisch ihm gegenüber begegnen, umgekehrt möchtest du das doch auch? Die Beziehung würde sonst auch brechen, die wird so nicht bestehen bleiben!
 
  • #3
Du schreibst es selbst und ich finde, Du liegst auch richtig: Deine Beziehungsfähigkeit ist angeknackst, oder wie man auch sagen könnte: Deine Bindungsfähigkeit.

Es gibt unendlich viele Symptome dafür und unendlich viele Strategien von Bindungsängstlern, aber eine ist, sich mehrere Eisen im Feuer zu behalten, damit man niemals "leer ausgeht", für den Fall der Fälle. Bindungsängstler haben nämlich gelernt, dass Beziehungen unsicher sind und Liebe rar.

Gleichzeitig hast Du gelernt, dass Liebe anstrengend ist, konfliktreich, Viel Entsagung mit sich bringt und auch Probleme. Dein emotionales Gefüge ist an Komplikationen gewöhnt und die willst Du dann auch haben.

Paradoxerweise bleiben wir oft in Verhaltensmustern gefangen, auch wenn sie uns nicht gut tun, da fühlen wir uns aber zuhause. Und Dir ist nun langweilig mit Deinem netten und lieben Partner, denn mit ihm kannst Du keine Dramen reinszinieren.

Du wirst Dir noch über vieles klar werden müssen und ich wünsche Dir, dass Du Deine gute Beziehung nicht kaputt machst. Viel Glück.
 
  • #4
Hi,
ich bin nun gar kein "touchiger" Mensch, aber das klingt nicht nach Polyamorie (Ist ja langsam ein Modewort...). Ich finde es gut, dass deine Freunde deine Zuneigung nicht ausnutzen. Also wenn es auf dem Level bleibt, dann hab kein schlechtes Gewissen. Du zeigst bereits seit 7 Jahren, dass das Vertrauen deines Partners in dich gerechtfertigt ist. Natürlich wäre es fürs Gewissen gut, wenn du auch weibliche Freundinnen auf dem gleichen Kuschel-Level hättest, das würde für mich zeigen, dass du einfach viel platonischen Körperkontakt brauchst und magst.
Ich finde, dass eine stabile Beziehung gewisse Persönlichkeitsvariationen aushalten muss, und deiner Beschreibung nach klingst du einfach treu und ausgeglichen.
w34
 
  • #5
Für mich eindeutig, du betreibst ein Spiel, wie würde es für dich sein, wenn das umgekehrte Fall wäre?
Weiß ich nicht. Auf der einen Seite finde ich nicht, dass sich Rücken massieren lassen etwas Schlimmes ist. Auf der anderen Seite wäre ich sicherlich auch nicht so erfreut, wenn mein Freund sich von einer anderen Frau den Rücken massieren lassen würde. Aber deswegen, weil ich dann denken würde, dass diese andere ihm lieber wäre. Wenn ich genau wüsste, dass es nur Massieren und nicht mehr ist und ich die Nummer 1 bin, dann würde mich das vielleicht gar nicht so stören, insofern es nicht gerade vor meinen Augen passiert.
 
  • #6
Mein Freund weiß von den beiden, weiß dass ich bei denen auch manchmal übernachte, aber von der Nähe weiß er nichts. Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, aber ich weiß nicht, ob ich hier eine Grenze überschreite?
Liebe Berlinerin
Ich denke schon, dass du da eine Grenze überschreitest. Seien wir ehrlich, der Physio und der Dauersingle würden beide sofort mit dir was anfangen, wenn du sie liessest. Du hältst sie dir sozusagen mit diesen "unschuldigen" Berührungen "warm" und kreierst einen möglichen Notausgang aus deiner Beziehung. Auch dieses Übernachten finde ich daneben, bei dem, was du schreibst. Dass es nicht zu Sex kommt ist nicht das Wichtigste, sondern dass du diese Männer brauchst, um dich zu bewundern und Funktionen zu übernehmen, für die eigentlich dein Freund zuständig wäre.
Ich habe als Teenager auch gern mit Freundinnen gekuschelt,
Sofern du nicht bisexuell bist, ist das etwas anderes, als mit deinen Kumpels zu kuscheln.
Ich habe deswegen auch kein gutes Selbstbewusstsein und es tut mir gut, zu merken, dass Leute an mir hängen.
Ja, dir tut es gut. Aber den anderen Leuten nicht. Du flirtest unbewusst oder bewusst die ganze Zeit mit diesen Männern und setzt damit irgendwo den Wert deiner Beziehung herab.
3. Meine Eltern waren mir ein sehr schlechtes Beziehungs-Vorbild. Die haben sich früher so oft wegen Kleinigkeiten gestritten. Ich habe vielleicht Angst, dass ich auch mal so enden könnte, mit einem Mann an der Backe, der mir mein Leben versaut.
Verstehe ich. Aber nur, weil deine Eltern vielleicht zu lange aneinander geklebt und viel zu oft gestritten haben, ist das pure Gegenteil dessen auch nicht gut (an niemandem auch nur ein bisschen hängen; gar nie streiten und dafür ängstlich das Hintertürchen offen halten).
4. Vielleicht habe ich generell Bindungsängste. Kinder wollen mein Freund und ich beide nicht, aber er würde gern mit mir zusammenziehen, was ich nicht möchte.
Du bist sieben Jahre mit dem Mann zusammen. Was genau macht dir denn so Angst und beklemmt dich? Welche gruseligen Überraschungen befürchtest du denn?
Liebe Berlinerin, zu deinem eigenen Glück würde ich deine Prioritäten noch mal überdenken. So, wie es klingt, hast du einen wirklich guten Partner. Doch auch solche Menschen kann man verlieren, wenn man ihr Vertrauen missbraucht und ihre Bedürfnisse vernachlässigt. Du nimmst den Mann als (zu) selbstverständlich hin.
 
  • #7
Du zeigst bereits seit 7 Jahren, dass das Vertrauen deines Partners in dich gerechtfertigt ist. Natürlich wäre es fürs Gewissen gut, wenn du auch weibliche Freundinnen auf dem gleichen Kuschel-Level hättest, das würde für mich zeigen, dass du einfach viel platonischen Körperkontakt brauchst und magst.
Ich habe leider keine weiblichen Freundinnen. Ich habe oft versucht, mich auch mit Frauen anzufreunden, aber ich habe es nach dem Ende meiner inzwischen schon lange zurückliegenden Schulzeit nie mehr geschafft, mich mit Frauen anzufreunden. Manchmal gab es Arbeitskolleginnen, die ich mochte, aber die hatten kein Interesse an privaten Treffen und wenn ich sonst Bekanntschaften zu Frauen hatte, endete das schnell...ich trau es mich fast nicht zu schreiben, aber irgendwie finde ich, sind Frauen so dermaßen zickig manchmal und regen sich über Kleinigkeiten auf. Damit komme ich nicht richtig klar, obwohl ich selbst eine Frau bin. Ich bin nur mit Männern befreundet, das ist aber keine Absicht - abgesehen von einer Mailfreundin, die aber am anderen Ende der Republik wohnt.
 
  • #8
Es gibt mehr als nur ein Beziehungsmodell. Nach 7 Jahren ist bei vielen tote Hose. Man muss sich ja nicht gleich trennen, aber man kann sich doch verständigen, dass man sich trotzdem umschaut. Ich hätte es lieber gehabt wenn meine Freundin einen Hausfreund gehabt hätte, als sich mit Kind und Kegel aus meinem Leben zu verdrücken.
 
  • #9
Liebe Berlinerin,

Eigentlich finde ich es schön.
Du hast 2 wirklich vertraute platonische Freunde - und dass da nie mehr daraus wird, ist klar. Dass ein Streit schlechte Gefühle hervorruft - natürlich ist es kein Liebeskummer, aber ähnlich - auch normal. Mir geht so etwas immer unter die Haut, liegt evtl. an einem etwas größeren Harmoniebedürfnis.

Deine Partnerschaft ist gut, Dein Partner ein liebevoller und zum Glück ein sehr toleranter Mensch. Für manchen - diese Posts werden kommen - ist Dein Verhalten inakzeptabel. Aber dann passt es nicht.
Du bist treu, da ist ja keinerlei sexueller Unterton dabei.

Ich würde etwas auf die Grenzen achten, und aufpassen, dass Du Deinem Partner spürbar die oberste Priorität einräumst, und mit ihm viel Nähe pflegst.
Und nur das tust, was Du bei einem Partner akzeptieren würdest.

Ich bin auch jemand, der viel Zärtlichkeit braucht, gerne gibt - deswegen kann ich da sehr gut trennen, was partnerschaftlich und was freundschaftlich ist. Und ich kenne Kuscheln mit Freunden, das tut einfach gut.

Aber, ich würde trotzdem mal in die Vergangenheit schauen, soweit nötig aufarbeiten, und dann damit abschließen.
Es sind durchaus Verhaltensmuster, die mit dieser Vergangenheit zu tun haben, als Kompensation für erlebte Streitigkeiten, Kälte, Abgewiesenwerden und Distanz.

Gehe bitte achtsam mit Dir, Deinem Partner und Deinen Freunden um - Du hast eine sehr besondere Konstellation, da braucht es viel Feingefühl.

Warum Du aber nicht mit ihm zusammen ziehen magst , solltest Du schon prüfen, das widerspricht sich eigentlich.

Alles Gute Dir.

W,49
 
  • #10
Du bist, wie du bist, und damit nicht änderbar. Sexuell ist dein Kern "dominant"/offensiv. Es wäre verkehrt, dir zu sagen, dass du dich ändern sollst, denn es geht sowieso nicht. Dein wahres Ich würde irgendwann wieder durchdringen. Genauso kann man Fremdgehern nicht sagen, dass sie sich ändern sollen.
Es ist gut, dass du dich selber analysierst, denn damit kannst du viel für dich bewirken.

Hast du mal mit deinem Partner darüber gesprochen, dass dir was fehlt? Ich meine, Massagen kann man auch mit dem Partner haben. Man kann zusammen zum Tantra gehen, sich gegenseitig massieren lassen oder Massagestunden besuchen, um sich erotische Kniffe anzueignen.

Dass du was bei Massagen fühlst, ist nicht unüblich. 90 % aller Massagestudios sind heute auf Erotik fixiert. Prinzipiell würde ich da deswegen nicht hingehen und ich würde es auch nicht willkommen heißen, dass mein Partner da hingeht, weil ich viele Masseurinnen privat kenne und da geht es sehr wohl darum, zum Höhepunkt zu kommen und die Gentialien zu befummeln und viele Männer gehen nur deswegen dort hin. Immerhin kostet so eine Massage auch eine Stange Geld. Vermutlich die getarnte, stilsichere Alternative zum Bordell.

Ich sehe den Partner den du jetzt, als ideale Lösung für so einen Typen Frau wie dich. Er ist wahrscheinlich passiv und träge in der Beziehung.
Auch dein Freund wird es schätzen, dass du so offen bist, wie du bist, sonst wäre es wahrscheinlich gar nicht zu einer Liebesbeziehung bei euch gekommen, denn wahrscheinlich bist du der aktive Part in eurer Beziehungsgestaltung.

Hier ist gute Beziehungskommunikation gefragt. Schau, dass du deinen Partner animierst, dass er mehr aus sich rauskommt und dir mehr im erotischen Bereich bieten kann, damit es wieder knistert.
 
  • #11
Nun bin ich seit sieben Jahren mit einem Mann zusammen, mit dem es diese Probleme nicht gibt; er verwöhnt mich, ist total lieb, wir streiten uns nicht (wirklich nicht) und sind uns bei Interessen usw. sehr ähnlich.
Ich kenne das. Da gibt es ein nettes Lied. "Gangsta" von Kehlani.

"I need a Gangsta, to love me better"
Please take me to places, that nobody, nobody knows
You got me hooked up on the feeling
You got me hanging from the ceiling
Got me up so high I'm barely breathing"


Dir ist einfach langweilig mit dem Mann. Ich hab auch so einen. Nett, lieb, zuverlässig, fürsorglich und interessiert. Ich schätze diese Eigenschaften sehr an ihm. Aber manchmal erwische ich mich dabei Lust zu bekommen Streit anzuzetteln.
Weil es einfach langweilig ist. Das Leben mit ihm ist einfach so vorhersehbar und ohne jede Überraschung. Da wünscht man sich einfach mal wieder dieses aufregende Kribbeln, dieses neue und aufregende.
Aber das Problem ist halt, dass man beides nicht haben kann. Man kann damit leben dass es nunmal so ist und diese kleinen Ausflüge auf die eigene Phantasie beschränken oder man kann ausbrechen und feststellen, dass es mit diesem neuen, aufregenden Typen in 3 Jahren entweder genauso ist, oder man von einem Arsch an den nächsten gerät und nurnoch enttäuscht wird.
Eine Freundin von mir hat so einen Typen mit dem das auch nach 5 Jahren noch so ist. Sie sagt ihre Liebe und Leidenschaft brennt unaufhaltsam. Dafür ist dieser Typ absolut unbrechenbar und ihre Beziehung von Anfang eine Zitterpartie.
Von daher: Deal with it or leave it.
Mehr kann man dazu nicht sagen.
 
  • #12
@Berlinerin73
Ich denke diese Fragen kannst du dir bzw. dein Freund beantworten. Willst du ihm denn weiter sexuell treu sein? Hast du Gefühle für die anderen Männer? Kannst du dir eine Zukunft mit deinem Freund vorstellen und wenn ja wie sieht sie aus? Passt sie zu seinen Vorstellungen?
 
  • #13
. Ich habe vielleicht Angst, dass ich auch mal so enden könnte, mit einem Mann an der Backe, der mir mein Leben versaut.

Mir sticht das ins Auge. Und dahinter eine Einstellung, die ich zumindest nicht mehr zeitgemäß finde.

Kein Mann kann dein Leben versauen, wenn du es nicht zulässt. Das hat was mit Eigenverantwortung zu tun.

DU entscheidest, ob und wen du heiratest.
DU entscheidest, ob und wieviele Kinder du willst.

DU entscheidest, ob du dich respektlos behandeln lässt.

DU entscheidest, ob und wann du eine ungesunde Beziehung beendest.

In unserer heutigen Zeit ist doch hier glücklicherweise keine Frau mehr gezwungen, aus gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Gründen bei einem Mann zu bleiben.

Natürlich ist es einfacher zu jammern und dem Partner die Schuld zu geben, statt sich selbst zu bewegen und Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen- Grüße an deine Mutter.

Wenn du hier deine Einstellung überdenkst, kannst du diese Ängste überwinden - du hast es selbst in der Hand.

Vielleicht ist das der Grund, dass du dich nicht tief innerlich auf deinen Freund einlassen kannst, aus Angst, nicht mehr wegzukommen.
 
  • #14
@Lynnea Ich würde das nicht so verallgemeinern. Nicht alle lieben, netten Männer sind langweilig. Ob eine Beziehung spannend bleibt, ob man sich nach Jahren noch gegenseitig überraschen kann liegt ja nicht nur an dem Partner. Eine gewisse Routine ist natürlich da, aber ob man eine Beziehung einfach schleifen lässt hängt von beiden ab. Auch mit einem lieben Partner kann man neue Dinge ausprobieren, erleben, neue Seiten entdecken. Beide müssen es halt wollen und sich darauf einlassen.
 
  • #15
Warum Du aber nicht mit ihm zusammen ziehen magst , solltest Du schon prüfen, das widerspricht sich eigentlich.
Ich denke, dass ich mein eigenes Reich brauche; wo ich machen kann, was ich will; wo keiner fragt „Wo gehst du hin?“, „Wann kommst du wieder?“, wo ich mit unordentlicher Frisur und in Schlabberklamotte auf dem Boden sitzen und Pizza essen kann, ohne zu hinterfragen, ob das gerade vorteilhaft und sexy aussieht. Wenn wir zusammenziehen würden, da bin ich mir sehr sicher, würden wir uns zu sehr auf die Pelle rücken und streiten. Da wäre es vermutlich mit der Harmonie vorbei.

Hast du mal mit deinem Partner darüber gesprochen, dass dir was fehlt?
Macht er auch; also mir fehlt eigentlich nichts. Er krault mir auch den Rücken, vielleicht nicht so lange. Mein Physiotherapeuten-Kumpel massiert auch mal eine Stunde lang die Schulter, meinem Freund werden nach 10 min die Hände schlapp (mir gänge das aber auch so). Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich in meiner Beziehung irgendeinen gravierenden Mangel erlebe, den ich durch andere Personen ausgleiche.

Aber manchmal erwische ich mich dabei Lust zu bekommen Streit anzuzetteln.
Wobei ich Streit eigentlich nicht mag. Also ich hatte in früheren Beziehungen oft Konflikte, aber ich will keine Streitereien und auch mit meinen beiden „Kumpels“ streite ich mich nicht (außer in einem Fall, aber das ist eher als Ausnahme zu sehen). Ich bin auch eher Konfliktvermeider und wenn ich im Leben mit Leuten zu tun hatte, wo es oft Streit gab, dann habe ich die hinter mir gelassen.

Hast du Gefühle für die anderen Männer? Kannst du dir eine Zukunft mit deinem Freund vorstellen und wenn ja wie sieht sie aus? Passt sie zu seinen Vorstellungen?
Ich habe kein Interesse an Sex mit den beiden anderen Männern, aber ich habe generell mit zunehmendem Alter immer weniger Interesse an Sex. Ich finde die nicht unattraktiv, aber mehr als jetzt wöllte ich nicht; nicht, weil ich es mir verkneife, sondern weil auch keine Lust auf mehr da ist. Meine Zukunft hätte ich am liebsten so, dass alles so bleibt, wie es ist. Mein Freund könnte etwas näher wohnen, aber das geht halt beruflich nicht.

In unserer heutigen Zeit ist doch hier glücklicherweise keine Frau mehr gezwungen ... bei einem Mann zu bleiben.
Aber man steckt manchmal in so einer Dynamik drin. Ich hatte mit Anfang 20 mal eine Beziehung, wo es immer Konflikte und Streit gab. Aber ich war halt damals verliebt und wollte nicht alleine sein, hatte sonst keinen und da fiel es mir schwer zu gehen. Und meine Mutter ist auch so – sie hat sonst keinen; sie wäre ohne meinen Vater alleine und da erträgt sie ihn lieber, als isoliert zu sein. Vielleicht schützt mich meine Konstellation davor, in so eine Dynamik zu geraten – wie ein Sicherheitsnetz. Die beiden haben außer mir auch kaum jemanden, die werden vermutlich nicht verloren gehen.
 
  • #16
Ich denke, dass ich mein eigenes Reich brauche; wo ich machen kann, was ich will; wo keiner fragt „Wo gehst du hin?“, „Wann kommst du wieder?“, wo ich mit unordentlicher Frisur und in Schlabberklamotte auf dem Boden sitzen und Pizza essen kann, ohne zu hinterfragen, ob das gerade vorteilhaft und sexy aussieht.
Nicht nur, was Du hier beschreibst, sondern auch der Rest von Deinem Post zeigen, wie sehr Du von der Ehe Deiner Eltern negativ geprägt bist.

Einerseits Sicherheit, spürbare Nähe - körperlich - aber emotionaler Sicherheitsabstand.
Nicht zu sehr einlassen, alles kontrollierbar halten, Sicherheitsräume.
Auch lieber streitvermeidend, Angst vor Veränderungen.
Und auch das Thema Sexualität ist nur dann lustvoll und gut, wenn man sich ganz und gar einlassen und fallen lassen kann.

Und wieder erwähnst Du Deine Eltern - die Frage ist, wer Dich am Ende tiefer geprägt hat. Ich denke, Du willst auf keinen Fall werden wie Deine Mutter, aber Deine Ängste können Dich genau dann führen.

Du wirst Deine Prioritäten setzen müssen.
Es gbt gerade hier im Forum viele, die nur LAT leben wollen / können.
Das ist ok, aber wenn Du jünger bist, Familie, Kinder, wird idR ein Partner mit Dir leben wollen.
Die wenigsten verbindlicher Männer / Menschen wollen dauerhaft getrennt leben - seine Freiheiten kann man auch in einer Partnerschaft mit gemeinsamer Wohnung haben, und auch den Schwung man man sich bewahren.
Dein Partner wird irgendwann weiter ziehen, weil es Stillstand ist. Und Du wirst dann Partner finden, die Deine Bindungsunsicherheiten noch befeuern.

Ich würde Dir nahelegen - suche Dir geeignete professionelle Unterstützung - eher tiefenpsychologisch, auf jeden Fall spezialisiert auf Bindungsunsicherheiten.

Du bist erwachsen, der Weg Deiner Eltern ist nicht Deiner.
Du hast es in der Hand alles so zu gestalten, wie Du es möchtest .

Und Du kannst auch mit einem Partner mal (!) mit Schlabberklamotte auf der Couch sitzen - tut jeder zu hause.

W,49
 
  • #17
Dass du was bei Massagen fühlst, ist nicht unüblich. 90 % aller Massagestudios sind heute auf Erotik fixiert. Immerhin kostet so eine Massage auch eine Stange Geld.
Ich bin immer wieder mal irgendwo zu Massagen. In Deutschland habe ich noch nicht erlebt, dass sexuelle Dienstleistungen damit verknüpft sind, wenn es nicht ausdrücklich beworben wird. Im Ausland schon. Gerade die Thaimassageanbieter weisen darauf im Regelfall explizit hin, dass sie keine sexuellen Handlungen vornehmen. Kosten für Massagen liegen in der Stunde bei ca. 40 Euro. Teuer finde ich daran nichts.

Ich sehe den Partner den du jetzt, als ideale Lösung für so einen Typen Frau wie dich. Er ist wahrscheinlich passiv und träge in der Beziehung.
Auch dein Freund wird es schätzen, dass du so offen bist, wie du bist, sonst wäre es wahrscheinlich gar nicht zu einer Liebesbeziehung bei euch gekommen, denn wahrscheinlich bist du der aktive Part in eurer Beziehungsgestaltung.
Alles Mutmaßungen. Warum ist er träge? Warum sie aktiv? Oder umgekehrt? Mir fehlt auch die Information, ob die FS sich in ihrer Beziehung rundum gut fühlt. Direkt negatives über ihren Freund lese ich nicht, das wird hier von Dir erdichtet. Auch mit sexuellen Handlungen geht Dir erstmal die Phantasie durch, denn die FS schließt das ja ausdrücklich aus.

Ich denke, dass ich mein eigenes Reich brauche; wo ich machen kann, was ich will; ...Meine Zukunft hätte ich am liebsten so, dass alles so bleibt, wie es ist. Mein Freund könnte etwas näher wohnen, aber das geht halt beruflich nicht.
Ich würde an Deiner Stelle mal grundsätzlich nachdenken, wie die Beziehung längerfristig aussehen könnte, auch mit dem angedeuteten Thema Entfernung. Es scheint sich etwas Routine einzuschleichen, dagegen würde ich (beide) aktiv etwas tun. Und dann würde ich das nach dem Nachdenken mal mit Deinem Partner besprechen.

Moralische Bedenken? Du gehst nicht fremd, es gibt keinen sexuellen Bezug zu den beiden Männern. Wenn es für Dich und Deinen Freund ok ist, wenn Du unter der Voraussetzung auch mal bei einem der Männer übernachtest, sehe ich da kein wirkliches Problem.
 
  • #18
Ich möchte keine Familie und keine Kinder, ich wollte noch nie Kinder haben und ich kann mir halt keine gemeinsame Wohnung vorstellen. Ist denn das so schlimm? Muss man unbedingt zusammenziehen? Wozu muss ich denn mit meinem Freund zusammenziehen, davon habe ich doch gar nichts.
 
  • #19
Ich denke, dass ich mein eigenes Reich brauche; wo ich machen kann, was ich will; wo keiner fragt „Wo gehst du hin?“, „Wann kommst du wieder?“, wo ich mit unordentlicher Frisur und in Schlabberklamotte auf dem Boden sitzen und Pizza essen kann, ohne zu hinterfragen, ob das gerade vorteilhaft und sexy aussieht.
Hm. Kann man denn nicht auch mit dem Schatzi in Schlabberklamotten, mit fettigem Haar und Pizza in den Fingern rumhängen? Kann man nicht auch einfach mal sagen, "Schatz, ich geh mit meinen Kumpels/Kumpelinnen weg, es könnte später werden, warte nicht auf mich?"
Das Zusammenziehen muss vermutlich nicht zwingend bedeuten, dass man sich permanent wie auf einem Date benehmen muss zuhause. Der Partner möchte ja nach Feierabend vielleicht auch mal die Fassade fallen lassen oder es sich gemütlich machen.
 
  • #20
Hm. Kann man denn nicht auch mit dem Schatzi in Schlabberklamotten, mit fettigem Haar und Pizza in den Fingern rumhängen?
Rein theoretisch kann man schon, aber ich würde mich unwohl dabei fühlen, wenn man jemand so sieht und das bezieht sich auch auf meinen Freund. Ich möchte mich schon gerne von einer guten Seite zeigen, also ich takle mich nicht immer so auf, als wäre es das erste Date, aber mit fettigen Haaren würde ich mich nicht präsentieren wollen. Genauso will ich mir auch mit niemandem ein Bad teilen; ich finde das schon schlimm, wenn man irgendwo zu Besuch ist und man muss mal, geht ins Bad und "riecht" noch, was der vorherige Benutzer dort gemacht hat ... weder will ich da was riechen, noch will ich gerochen werden...da wäre es aus mit Erotik. Ich will einfach in meiner Wohnung zu 100% alles so tun und lassen können, wie ich es will, ohne Kompromisse. Ich will, wenn ich nach einem anstregenden Tag nach Hause komme auch manchmal keinen sehen und mit niemandem reden. Ehrlich gesagt verstehe ich gar nicht, was so schön an einer gemeinsamen Wohnung sein soll. Ich sehe da nur Nachteile. Man mag ein wenig Miete sparen und es entspricht vielleicht einem gesellschaftlichen Bild, dass ein Paar zusammenzuwohnen hat, aber was hat man denn davon? Es ist doch viel schöner, etwas Eigenes zu haben, eigenes Bad, das man nicht teilen muss, eigene Räume, alles so einrichten, wie man es will und sich für nichts rechtfertigen.

Kann man nicht auch einfach mal sagen, "Schatz, ich geh mit meinen Kumpels/Kumpelinnen weg, es könnte später werden, warte nicht auf mich?"
Na ja, aber dann wird man am nächsten Tag ausgefragt, was man gemacht hat, vielleicht hat man keine Lust, diese Fragen zu beantworten. Und meistens besuchen mich meine Kumpels und wird schauen dann beispielsweise zusammen DVDs an, sitzen nebeneinander auf dem Sofa, da wird mal am Rücken gekrault oder ich schlafe dann mitunter beim Fernsehen ein...und irgendwie finde ich das komisch, zu wissen, dass mein Freund nebenan wäre. Da hat man nicht mehr diese Unbefangenheit. Und man muss dann andauernd kommunizieren, darauf habe ich keine Lust. Wenn ich beispielsweise mir abends was zu essen hole, dann muss ich mich mit niemandem abstimmen, niemandem sagen, dass ich mal weg bin, sondern ich gehe einfach. Ich muss niemandem Bescheid geben, niemandem etwas mitbringen, ich kann einfach kommentarlos kommen und gehen wie ich will und das möchte ich nicht aufgeben.