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  • #1

Gute oder schlechte Erfahrungen als Patchworkfamily

Liebes Forum,
mein Partner und ich stehen kurz vor der Entscheidung uns mit unseren Kindern häuslich zusammenzutun. Also er mit seinen zwei Jungs zu mir und meiner Tochter in mein Haus. Alle kids sind zwischen 14 und 17. Tochter problemlos, Jungs eher schwierig insgesamt.
Wir haben alle zwar ein gutes Verhältnis, aber ich bekomme jetzt doch ein bisschen Panik. Wohnraum ist genügend vorhanden, aber wie wird der Alltag - plötzlich fünf Leute im Haus und vorher nur ich und meine Tochter. Die Kinder können es sich vorstellen, wir Erwachsenen auch, trotzdem bekomm ich nun Panik. Vorteil: mein Partner und ich müssen keine 50km mehr überbrücken, um uns zu sehen. Wir kennen uns bereits 4 Jahre.
Wer hat Erfahrung? Hab Angst, dass die Partnerschaft stark leidet, weil womöglich der Alltag mit Jugendlichen uns auffrisst. Mein Partner ist ganztags außer Haus tätig, ich zu 70%.
Wäre sehr dankbar für ein paar Erfahrungsstimmen. Vielen Dank. w/45
 
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  • #2
Nur zum Verständnis - alle Kinder sind also zu 100 % bei euch - immer? Oder gibt es jeweils noch andere Elternteile, bei denen sich die Kinder aufhalten?
Müssen die Jungs die Schule wechseln? bei 50 km sicherlich Voraussetzung, oder?

Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen: mit den Jungs meines LGs never ever, allerdings auch deshalb, weil sie von der Mutter stark manipuliert waren und sind.

Wir haben uns jetzt, nach über sechs Jahren dazu entschlossen, dass er zu mir und meinem Kind zieht - allerdings habe ich das Kind im Wechselmodell - also nur rund 2 Wochen im Monat bei mir. Mehr Kinder und damit mehr Stress würden wir uns nicht antun - glücklicherweise kommen mein Kind und mein LG sehr gut miteinander aus. Ihr müsst auf jeden Fall ganz klare Regeln auch zu den Themen putzen, waschen, einkaufen, kochen usw. aufstellen. Wenn du alles klaglos übernimmst, übernimmst du dich bald - denn immerhin sind 5 Personen 3 mehr als bisher! Die finanzielle Seite werdet ihr wohl schon geklärt haben. Lass dich von Anfang an jedoch nicht unterkriegen - es ist schließlich DEIN Haus! Und macht einen Vertrag, was zu tun ist, wenn ihr euch trennt. viel Glück, w/44
 
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  • #3
Bei meiner Frau und mir war es fast problemlos. Sie hat eine Tochter mit in die Ehe gebracht, ich einen Sohn. Wichtig ist von Anfang an, die Kinder gleich zu behandeln, also das eigene Kind weder zu bevorzugen noch zu benachteiligen. Außerdem muss man dem nicht leiblichen Kind auch Grenzen setzen dürfen. Sätze wie "Du hast mir nichts zu sagen, Du bist nicht meine Mutter / mein Vater" werden nicht akzeptiert. Unsere Kinder waren schon nach wenigen Monaten wie Geschwister, sie streiten sich, sie verbünden sich gegen die Erwachsenen. Schwierig wird es sicher, wenn im Hintergrund der jeweils andere Elternteil der Kinder Störfeuer gibt. Das hat meine Exfrau getan. Aber damit wird man auch fertig, wenn man zusammen hält.
 
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  • #4
Schade FS, dass du dich nicht nochmal meldest, um die Fragen zu beantworten. Dann wären sicherlich auch andere bereit, dir Tipps zu geben. Denn natürlich ist es unterschiedlich zu bewerten, je nachdem wie lange die Kids bei euch wohnen, ob ihr auch Freiräume zu Zweit habt. Ob eine Ex oder ein Ex im Hintergrund intrigiert usw.
 
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  • #5
Hallo hier die FS: Sorry konnte mich nicht früher melden. Erstmal ganz lieben Dank für Eure Beiträge. Also bei uns ist es so, dass das Haus groß genug wäre, so dass mein Partner und ich jeder sogar ein eigenes Zi. hätten sowie extra Zimmer für Arbeitsplätze. Am Platz würde es nicht scheitern. Aber die seine Kinder sind ziemlich unerzogen, sind es gewöhnt immer komplett unbeaufsichtigt zu sein den Tag über etc. Einerseits haben sie wohl irgendwie den Wunsch, wieder Teil einer "Familie" zu sein, andererseits sind sie es nicht mehr gewöhnt, dass es Regeln gibt. Ich weiß nicht, ob ich mir da nicht etwas zumute? Ich lebe jetzt doch echt gut und dann wären da 3 Personen mehr, schwierige Jugendliche, die auch oft frech sind... ich weise sie immer zurecht und dann klappts auch wieder, aber hab ich die Nerven nach einem anstrengenden Arbeitstag und noch nicht getaner Hausarbeit zwischen Streitereien der 3 Jugendlichen noch locker zu bleiben? Ich ahne, dass es stressig wird. Ich habe zwei Bauchgefühle: das Eine ist ganz stark und jubiliert: endlich mehr Zeit mit Partner und irgendwie Freude, zusammen füreinander da zu sein, eben auch gemeinsam für die Jugendlichen, Neugier und irgendwie mutige Lust es einfach zu machen und quasi ins kalte Wasser springen. Das ANDERE Bauchgefühl sagt mir: hei, lass das bloß sein, du wirst die Krise bekommen, da touren dann 3 Leute in DEINEM Haus umher, sind dazu noch rotzfrech immer wieder, bringen sich nicht ein, bist ständig am bitten und ermahnen und wieder zurechtrücken, wirst ständig an deine Grenzen kommen welches Verhalten denn nun das bessere ist: meckern oder psychologisch pädagogisch immer wieder auf die Jugendliche eingehen UND SO WEITER UND SO FORT...
Ja, so siehts bei mir aus. Ich weiß nicht...
 
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  • #6
Ich hab selbst einen Sohn bei mir lebend , der ist jetzt 16 ,überhaupt keine Probleme etc. er hat keine Mutter mehr. Nach meiner Erfahrung erleichtert das gaaanz viel auch wenn es jetzt komisch klingen mag .
Ich habe ein neues Haus gebaut(als neues Familienhaus sozu sagen ) und wir haben richtig Platz für noch 2 Kinder + Frau dazu :=) ...Aber nach 2 Versuchen mit dem normalen Patchwork würde ich mir nur noch eine Frau mit Kind(ern) ins Haus holen ,wo zum anderen Elternteil kein Kontakt besteht oder ein Elternteil nicht mehr lebt . Es gab nur Stress und Zankereien mit den Müttern wenn die Väter mal die Kinder geholt haben und sie zurückbrachten von dem Umgang untereinander her kann ich nicht klagen ,das hat funktioniert wie normale Kinder halt sind. Aber wenn der andere Elternteil nicht mitspielt bringt das zwangsläufig Probleme in die Beziehung und ds brauch ich halt nicht .Haushalt und Essen etc. mache ich sowieso und ob da 2 mehr da sind spielt keine Rolle für mich . M48
 
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  • #7
Der meiste Streit in "patchworks" entsteht durch die Frage der Erziehung. Wer darf welchem Kind welche Anweisung erteilen und steht der andere Partner voll hinter dem Lebensgefährten ? Wenn Eltern mit doppelter Zunge reden wissen Kinder das meist auszunutzen. Hier liegt eine Konfliktquelle, die nur
durch Absprachen und Zusammenhalt als Paar gegen die Rasselbande trocken gelegt werden kann.
Ich spreche aus 27 Jahren Erfahrung. Das zweite ist der Kontakt der Kinder zu geschiedenen Elternteilen. Auch da kann es passieren dass Geschiedene wie Heckenschützen in die neue Beziehung schiessen wollen und dazu die Kinder benutzen. Auch hier helfen nur klare Ansagen.
 
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  • #8
Liebe FS,

ich kann dir nur dringend davon abraten, zusammenzuziehen. Es ist das eine, die Kinder des Partners ab und zu in die Schranken zu weisen, wenn man sich irgendwo trifft, eine ganz andere Sache ist es, dauernd zusammenleben zu müssen und ihre Macken zu ertragen.

Ein weiteres Problem: So sehr man auch versuchen wird, die fremden Kinder nicht zu benachteiligen, das wird dir niemals gelingen. Gerechtigkeit ist das eine, wahre tiefe Gefühle für ein Kind, dass nicht das eigene ist, etwas ganz anderes. Kinder (oder eben Jugendliche) spüren genau, wenn man sie, trotz aller gegenteiliger Beteuerungen, weniger mag als die eigenen. Zieht ihr zusammen, werden sie es dich spüren lassen und dagegen rebellieren. Ich kann dir nur raten warte mit dem Zusammenziehen, bis die Kinder aus dem Haus sind. Ansonsten wird eure Beziehung daran zerbrechen.
 
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  • #9
Das beste Patchwork taugt nichts. Für die Eltern mag es ja bequem sein zusammenzuziehen. Für die Kinder ist es eine Qual. Erkundige Dich mal über das Seelenleben von Kindern in Patchworkfamilien und Du wirst schnell davon Abstand nehmen.
 
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  • #10
Ich kenne nur gelungene "Patchworkfamilien". Der neunjährige Schulfreund meiner Stieftochter, der bei seinem Vater und seiner Frau lebt, hat mir gestern grinsend erzählt, dass er doppelte Arbeit hatte, weil er in der Schule ein Muttertagsgeschenk für seine leibliche Mutter gebastelt hat, die er am Muttertag besucht, und das gleiche zuhause für seine Stiefmutter, weil er die noch viel lieber hat und die auch was bekommen soll. Übrigens habe ich von meiner Stieftochter auch seit dem zweiten Jahr der Beziehung mit ihrer Mutter Geschenke zum Vatertag bekommen, auch als ihr leiblicher Vater noch gelebt hat. Dieses Miesmachen kommt immer nur von Leuten, die selbst verlassen worden sind und die Kinder in ihr Elend (von dem sie sich nicht verabschieden mögen) ziehen wollen oder solchen, die fürchten, "fremde Brut" großzuziehen oder fürchten, dass der Ex sein Geld für "fremde Brut" gibt. Wo kann man sich über die leidenden Patchworkkinder informieren? Ich kenne nur leidende Kinder in kaputten Ursprungsfamilien, die froh sind, wenn sie mal bei der lockeren warmen "Patchworkfamilie" übernachten dürfen, weil die Eltern zuhause sich bekriegen oder anschweigen.
 
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