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Gast

  • #1

Guter Sex für Frauen-Mangelware! Was sollen Männer besser machen?

In einem Parallelthread bringt die Damenwelt Klagen vor "Guter Sex für Frauen [sei] - Mangelware".

Was mich - als Mann - sehr interessieren würde ist:

a) Was genau macht den Sex für eine Frau gut? Damit meine ich jetzt weniger konkrete Sexualpraktiken, sondern eher das gesamte Verhalten des Mannes (z. B. auch Komplimente, dominante vs. einfühlsame Vorgehensweise, langsame vs. zügige Vorgehensweise etc.).
Was kommt da bei Frauen an, was nicht? Was hängt hier von Stimmung und Gelegenheit ab, was sind generelle Prinzipien?

b) Im Parllelthread wird von weiblicher Seite gefordert, der Mann solle sich am weiblichen (verbalen und nonverbalen) Feedback orientieren, um so die Bedürfnisse der Frau zu berücksichtigen. Das klingt auf den ersten Blick natürlich einleuchtend.

Wie passt das aber zum häufig ebenfalls vorgebrachten Wunsch, dass die Frau von einem (klar dominanten Mann) genommen werden möchte. Keineswegs dürfe der Mann ein Weichei sein und ständig nachforschen, ob es so denn auch recht sei.

Sehe ich da etwas falsch, oder erwarteten da manche Frau, dass der Mann gleichzeitig zwei, sich völlig widersprechende Verhaltensweisen an den Tag legt? Wie kann man damit umgehen?

m
 
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Gast

  • #2
Ich (m, 31) habe einen guten Freund, der in seiner Ehe total unglücklich ist, weil seine Frau keine Lust mehr auf Sex mit ihm hat, da er ihrer Meinung nach ständig alles falsch gemacht habe.

Das sei auch im Alltag so gelaufen, sagt er. Sie habe ihn gebeten, etwas im Haushalt zu tun, und er hat es entweder nicht so gemacht, wie sie wollte, oder nicht innerhalb des Zeitfensters, das sie ihm dafür eingeräumt hatte (ohne ihn davon in Kenntnis zu setzen)... etc.

Er ist ein mit Leib und Seele liebender, hingebungsvoller Mensch. Aber in letzter Zeit zieht er sich immer mehr zurück, erträgt die Schmähungen nicht mehr.

Sein wichtigstes Zitat will ich hier einmal für die Frauen stehen lassen: "Wenn sie wenigstens mal ganz klare Ansagen machen würde, eindeutig und unmissverständlich, dann würde ich doch alles für sie tun! Ich *höre* ja zu, ich geb mir doch alle Mühe, verdammt nochmal!"

Frauen sagen ja oft, sie hätten es gern, einen gestandenen Mann mal weinen zu sehen. Seine Frau hat das geschafft. Aber ob sich das gelohnt hat...

In der Hoffnung, dass das einigen nen Denkanstoß gibt,

M31
 
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Gast

  • #3
Sex ist gut, wenn beide ähnliche Vorstellungen davon haben, was sie als gut wahrnehmen.
Es ist immer auch eine gemeinsame Entwicklung möglich.

Für mich ist wichtig, dass der Mann sich sowohl ganz führen lassen als auch dominant sein kann.
Zu wirklich gutem Sex gehört auch Einfühlungsvemögen, d.h. nicht sein gewohntes Programm durchziehen, sondern jeder sollte immer eine Antenne dafür haben, ob der andere sich wohlfühlt. Man braucht am Anfang einfach ein bisschen Zeit und Humor, um sich aufeinander einzustellen.
Am besten vergisst man alle verstaubten Normen und Moralvorstellungen, und lässt sich ganz von der Lust und Phantasie leiten.

Wie im Gespräch gibt man durch kleinste Bewegungen, Berührungen oder Laute Rückmeldung, dass es so weitergehen darf oder nicht. Wenn diese meist nonverbalen Signale geachtet und beantwortet werden, sind die besten Voraussetzungen für einen exstatischen Liebesakt da.
 
G

Gast

  • #4
Da kann man ja immer nur für sich selbst sprechen (oder?). Für mich jedenfalls machen folgende Punkte "guten Sex" aus:

- beide wechseln immer mal wieder die Rollen: Mal bin ich (als Frau) dominant und fordere den Mann sowohl verbal als auch durch Taten zum Sex auf. Da genieße ich es dann auch, wenn der Mann mir zeigt (oder sagt), was und wie er (es) am liebsten mag, aber ich den aktiveren Part habe. Ich persönlich mag es auch, wenn ich (gut hörbar) mitbekomme, wenn mein Partner zum Orgasmus kommt.
- wenn ich merke, dass mein Partner Spaß daran hat, mich zum Orgasmus zu bringen (so, wie ich es bei ihm auch habe)
- ich brauche keinen "Parallel-Orgasmus", aber schön finde ich, wenn ich merke, dass es dem Partner prinzipiell wichtig ist, dass ich auch mein Vergnügen habe
- über Sex sprechen können und Wünsche äußern
- kein "Blümchen-Sex", sondern handfesten, durchaus auch mal etwas zupackenderes Vorgehen (aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache). Ein klein wenig weh tun, darf man sich beim Sex auch mal (hat aber noch lange nichts mit SM zu tun!)
- tja, letztendlich: einfach loslassen und genießen können und gleiches beim Partner auch so wollen
=> guter Sex ist Gefühle zeigen, Bedürfnisse (gemeinsam) befriedigen, Spaß haben (auch mal über "Missgeschicke" lachen können), Interesse am Körper des anderen zeigen, hemmungslos sein, etwas Phantasie beweisen (sich mal überlegen, was für den anderen schön sein könnte ...) usw.

Ich glaube, so lässt sich das ganz gut beschreiben. Eigentlich muss das überhaupt kein Supermann sein, denn für mich ist das ein gemeinsames Projekt, in dem beide Engagement zeigen. Was auch mal heißen kann: Du Schatz, hast Du Lust, mich heute mal so richtig zu verwöhnen (egal, wer von beiden gerade "der" Schatz ist).

Hilft das weiter???
 
  • #5
Was genau macht den Sex für eine Frau gut?

+ Ich möchte mich begehrt und geliebt fühlen (und natürlich beides sein), es müssen echte Gefühle beteiligt sein.

+ Er sollte nicht vaginal fixiert sein, sondern mich am ganzen Körper liebkosen, verwöhnen, küssen, streicheln, zärtlich und leidenschaftlich sein. Er muss auf meine Erregung achten und mich aktiv erregen und stimulieren.

+ Er muss mit Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen darauf achten, was ich in welcher Situation gerne mag und wünsche. Er sollte erkennen, wann ich wirklich erregt bin und wann Vorspiel enden und Akt beginnen kann. Es sollte eben ein richtiges Liebesspiel sein, mit Varianten und Spielereien und Zärtlichkeit.

+ Auf Dauer gesehen spielen natürlich auch Experimentierfreude und Abwechslung eine Rolle.

+ Grundsätzlich sollte er nicht prüde und verklemmt, sondern offen und unverkrampft sein. Dirty Talk mag ich nicht, sondern saubere, niveauvolle, gefühlvolle Kommunikation.


Feedback vs. Dominanz

Nein, da sehe ich keinen Widerspruch. Gerade weibliches Feedback in Kombination mit männlicher Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen vermeidet doch, dass der Mann ängstlich-schüchtern fragen muss, was gefällt und was nicht. Er darf durchaus mal die dominante Rolle spielen, er muss sie bloß eben gut spielen und ausfüllen -- und gut wird er, wenn er das dominant durchzieht, was die Frau in dem Moment ohnehin will. Stell Dir mal Doggystyle vor, Du drückst die Frau sanft am Nacken nach unten, sie stöhnt wohlig, Du drückst etwas fester und nimmst sie richtig. Das wäre Feedback und natürliche Entwicklung. Oder aber Du drückst sie sanft am Nacken, sie hält gegen und richtet sich auf oder macht ein kurzes Quängel-Geräusch, dann weißt Du, sie mag das nicht, streichelst sie stattdessen kurz lieb. Wenn das in Sekunden auf natürliche Art funktioniert, dann verdirbt beides nicht die Atmosphäre, vermeidet Diskussionen oder Nachfragen. Das ist mit Feedback und Beobachtungsgabe und ebenso auch mit Experimentieren gemeint. Man muss was ausprobieren und hinfühlen. Ist ja für beide Geschlechter letztlich gleich!

Ernsthafte Fragen wie "Magst Du das?", "Darf ich dabei dies und das?" stellt man am besten nicht im Bett, das problemfreie Zone bleiben sollte, sondern auf einem Spaziergang oder so harmlos erledigt werden.
 
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Gast

  • #6
Ich wusste gar nicht das es soooo viele schlechte Liebhaber gibt!!! *ironie aus*

Ausser in jungen Anfangsjahren hatte ich nie schlechten Sex und dafür gebe ich nicht den Männern die Schuld. Hatte in den letzten 20 Jahren keinen Mann der vaginal fixiert war. Aber hellsehen verlange ich von keinem Mann, er kann nicht immer wissen was ich gerade will. Mit kleinen Gesten kann ich ihm doch zeigen was ich in dem Moment grad gerne möchte und wie es mir gefällt.

1. gibt es nicht "schlechte" Männer für Sex, da es ein Zusammenspiel von zwei Personen ist.

2. vielleicht sollte man es mit Reden versuchen. Ich weiss doch am Besten was mir gut tut also warum den Mann (oder auch umgekehrt der Frau) das mitteilen und zeigen. So sind dann Beide sehr zufrieden

3. die liebe Emanzipation stellt uns doch oft ein Bein. Ich bin sehr selbständig (beruflich wie im Alltag) und auch dafür dass Frauen gleich viel verdienen wie Männer für den gleichen Job, bin auch dafür dass Männer einer berufstätigen Frau zu Hause mithelfen. Aber liebe Frauen denkt mal darüber nach dass uns Männer es oft einfach nicht recht machen können. Wir wollen einen romantischen Schmusebär welcher uns jeden Wunsch von den Augen abliest aber doch sollte er ein echter Mann sein, was das auch immer sein soll. Ein Mann ist ein Mann und der ist manchmal etwas anders als wir Frauen und ganz ehrlich mir gefällt das. Ich will kein Weichei an meiner Seite.

kleiner Tipp: Ein Zitat aus dem Buch: Respekt - der Schlüssel zur Partnerschaft!

MEINE WELT SIEHT ANDERS AUS ALS DEINE!!!

nun wünsche ich Dir FS und allen andern Männer lustvolle Frauen :)

w/41
 
  • #7
Guter Sex kennt kein Schema F und ist bei jedem individuellen Partner bzw. Pärchen anders und bei jeder sexuellen Begegnung innerhalb der Beziehung anders.

Was könnten generelle Prinzipien sein?
Freude an der Sache selbst, zugewandte Freude am Gegenüber, neugieriges Experimentieren, Erforschen, Spielen, Zeit nehmen einerseits und Spontaneität ein anderes Mal, Bereitschaft zur Hingabe, zum Fallenlassen bei beiden; Ermunterung, Feedback, wenn etwas guttut; das Gegenüber in seiner Einzigartigkeit immer intensiver kennenlernen und wahrnehmen; Lächeln/Lachen; motorische Achtsamkeit; Hineinhorchen in das Gegenüber ebenso wie in die eigenen Empfindungen; "Selbst"bewusstsein in der eigenen männlichen Sexualität, usw. usf.

Um konkreter zu werden, kann man ja mal die Negativbeispiele aus dem anderen Thread nehmen, wo die Damen scheinbar wirklich nach Schema F behandelt wurden:
Bisschen Busen grabschen, bisschen Kitzler fummeln und rein mit dem Gemächt...

Hier könnte Mann schon mit dem Hineinhorchen anfangen: Geht sie drauf ab, wenn ich ihren Busen berühre? Worauf geht sie ab? Streicheln, ein bisschen sanft kneten oder vielleicht ziemlich fest kneten? Brustwarzen küssen oder lieber lecken oder vielleicht in süßem Schmerz knabbern? Das ist bei jeder Frau anders (und da auch noch von der Tagesform abhängig) und manche stehen auch gar nicht groß auf Beschäftigung mit ihrer Brust. Andere macht es wahnsinnig vor Lust.

Gehen wir tiefer zum Kitzler: Die eine Dame schrieb, dass ihr das supergut gefällt, wenn ihr Kitzler verwöhnt wird, der Herr aber nach wenigen Sekunden zum nächsten "Programmpunkt" überging, obwohl sie ihm ihre Wonne direkt zu verstehen gab.
Was macht der gute Liebhaber da? Er spielt natürlich weiter am Kitzler, findet heraus, wieviel Intensität der Berührung der Dame guttut, ob mit Finger oder Zunge; ob sie vielleicht auch einen Finger in sich spüren möchte dabei etc...
Nicht als Programmpunkt, den es abzuhaken gilt, sondern als selbstvergessenes Spiel mit der Lust der Dame. Irgendwann wird sie wohl schon rufen: "Oh bitte, bitte, steck ihn rein, jetzt!" Oder sie wird vielleicht einfach so auf diese Art und Weise einen Orgasmus haben, wurschtegal.

Was ich mit diesen Beispielen aus dem anderen Thread sagen will - kein Schema, kein vorgegebenes Ablaufprogramm, das halt bei jeder Frau abgespult wird! Sich nie als Mann zurücklehnen mit der arroganten Attitüde - "Dir besorg ichs schon nach meiner Routine, hat ja bei den anderen auch funktioniert..."

Sondern auch in langjährigen Partnerschaften die Partnerin immer neu entdecken, Tagesformen erspüren, Neues wagen.

Und natürlich umgekehrt - nicht vor lauter Wuseln um die Befriedigung der Partnerin die eigene männliche sexuelle Empfindung vergessen! Oben Gesagtes gilt für uns Frauen natürlich vice versa, es ist ja auch was Wunderbares, einen Mann in seinen sexuellen Empfindungen zu erforschen und aktiv auch zu seiner Ekstase beizutragen, ihn in seiner Lust zu begleiten... :)
 
  • #8
Guter Sex kennt kein Schema F und ist bei jedem individuellen Partner bzw. Pärchen anders und bei jeder sexuellen Begegnung innerhalb der Beziehung anders.
Doch, denn schlechter Sex ganz typische Dinge gemeinsam: Passivität, Verklemmtheit, Egoismus, mangelnde Gefühle. Das bedeutet nicht, dass im Umkehrschluss das Gegenteil immer sofort gut sein müsste, aber es gibt klare Kriterien für schlechten Sex!
 
  • #10
w/45

für mich ist guter sex.....kreativität und lange durchhalten,rollenspiehle mit hirn und gefühl.

und der mann sollte bitte frisch geduscht sein.und viel zeit mitbringen.(und bitte nicht so viel reden sonst ist die magie futsch)
 
G

Gast

  • #11
Doch, denn schlechter Sex ganz typische Dinge gemeinsam: Passivität, Verklemmtheit, Egoismus, mangelnde Gefühle. Das bedeutet nicht, dass im Umkehrschluss das Gegenteil immer sofort gut sein müsste, aber es gibt klare Kriterien für schlechten Sex!
Nein, das sind keine typischen Kriterien. Passivität kann in manchen Momenten gut sein, wenn der andere das Kommando übernimmt. Egoismus kann ebenfalls sehr erregend sein, ein Mann muss nämlich nicht bei jeder Frau immer einfühlsam sein. Es kann auch einfach erregend sein, zu sehen dass er Spaß hat, oder auch umgekehrt. Und das mit weniger einfühlsamer Art, sondern auch mal etwas durchzusetzen, das auf ambivalente Gefühle beim anderen trifft. Wenn jemand sich "nichts sagen lässt" und als gesamter Mensch egoistisch ist, stimme ich dir zu. Aber das muss auch nicht auf jeden zutreffen, es gibt genügend Frauen, die mit egoistischen Männern tollen Sex haben. Und es gibt zumindest auch Männer, die auf verklemmte Frauen stehen, umgekehrt vielleicht eher seltener. Aber solche Kriterien für "allgemein schlechten Sex" und "alle Menschen" aufzustellen ist einfach albern.
 
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