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  • #1

Habe ich eine Überreaktion, wenn ich nicht will, dass Ex in meiner Nähe eine Wohnung sucht?

Bin mir ganz unsicher und würde mich freuen, Eure Meinung zu diesem Thema zu hören: Bin über 20 Jahre verheiratet und relativ frisch (4 Monate) von meinem Mann getrennt. Ich lebe mit meinen Kids in einem kleinen Dorf und nun habe ich erfahren, dass mein (Ex) Mann genau hier eine Wohnung sucht (ein paar Straßen weiter). Ich versuche z.Zt. ihm so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen und merke, dass mir das über den Trennungsschmerz hinweghilft. Es ist für mich (momentan) nicht auszudenken, ihm z.B. beim Einkaufen oder beim Essengehen zu begegnen, was aber zwangsläufig der Fall sein würde, da unser Dorf klein ist. Möchte aber meinen Kindern nichts davon vermitteln, da ich glaube, sie fänden es gut, wenn er in der Nähe wäre. Hatte letzte Woche totale Herzklopfen und schlechte Gefühle, als ich sein Auto bei meinen Nachbarn stehen sehen habe. Soll ich ihn bitten, zumindest ins Nachbardorf zu ziehen oder reagiere ist über? w45
 
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  • #2
Ich würde sagen das hängt auch davon ab wie genau die Trennung verlaufen ist etc. wenn aber nicht irgendwas wirklich gravierendes wie z.B. Gewalt in der Ehe vorgefallen ist würde ich es durchaus als Überreaktion sehen.
Das dein Mann in der Nähe seiner Kinder bleiben will ist nur allzu verständlich und auch gut.
 
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  • #3
Ich kann Dich gut verstehen. Ich brauche nach einer "Trennung" auch erstmal Abstand.
Ich würde die Krise kriegen, wenn dann mein Ex direkt um die Ecke wohnt.

w/32
 
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  • #4
Hier nochmal die FS:
@1 Keine Gewalt, aber ein jahrelanger Trennungsprozess mit Fremdgehen, Einziehen, Ausziehen, wieder Einziehen usw. Bin froh, endlich zur Ruhe gekommen zu sein.....
 
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  • #5
Überreaktion? Dazu wissen wir hier zu wenig.

Aber, ich denke, du wirst da nichts ändern können. Jeder kann sich hier eine Wohnung suchen, wo er will.

Wenn du ihn darauf ansprichst, mußt du auch mit einer 'jetzt-erst-recht-Reaktion' rechnen...?! Oder würde das helfen? Möchtest du ihm so offen zeigen, wie sehr es dich quält?

Meiner Meinung nach, solltest du es nehmen, wie es kommt. Sehe es als Lernprozeß und sage dir: 'Das schaffe ich auch noch!'

Sehe es mal so: Kaum einer von uns, kann sich seine Nachbarn aussuchen. Wenn er es wirklich wahr macht und es gar nicht geht, dann wirst du dem nur entkommen, indem du selbst umziehst... Aber, wie oft soll so etwas dann durchgezogen werden?

Übrigens, wie klein sind eure Kinder, dass du ihnen nicht sagen kannst, wie du empfindest? Auch Kinder müssen lernen, dass es Eltern nicht immer nur gut geht!

Diese Blöße würde ich mir an deiner Stelle nicht geben.

Alles Gute

w/59
 
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  • #6
Das "aus dem Weg gehen" ist eine ganz normale und notwendige Reaktion, um die Trennung zu verarbeiten.
Die Bitte an ihn, ins Nachbardorf zu ziehen, würde die Distanzierung am Anfang natürlich vereinfachen, aber auf Dauer hilft sie nicht weiter. Könnte mir vorstellen, daß er viel weniger ein Problem damit hat, in Deiner Nähe zu wohnen. Und er könnte deshalb eine solche Bitte eher negativ auffassen.
Die Trennung/Distanzierung erfolgt ausschließlich innerlich, wobei es da schon entscheidend ist, wie man sich getrennt hat. Im Sinne der Kinder ist es natürlich wünschenswert, wenn Du auf Dauer eine Ebene finden könntest, auf der ein Kontakt zu Deinem (Ex)Mann möglich ist (es gehören dann aber auch zwei dazu).

In einem mir bekannten Fall ist zwar die räumliche Distanz nach der Trennung mehr als ausreichend, der Kontakt auf der Ebene als Elternteile ist dennoch nervenaufreibend und das Auto des Ex-Mannes ist trotz der großen Entfernung öfter in ihrer Nachbarschaft zu sehen. Eine "Kontrollfunktion" bei diesen Nachbarschaftskontakten ist dabei nicht auszuschließen.

An dieser Stelle ist es natürlich nicht einfach, zu beurteilen, wie eine gute Lösung aussehen könnte.
Hast Du jemanden, mit dem Du über diese Situation sprechen kannst, jemanden der evtl. etwas weiter entfernt wohnt? Ist nach 20 Jahren Ehe vielleicht nicht ganz einfach. In solchen Situationen können auch alte Kontakte wieder neu aufleben.

In dem Sinne wünsche ich Dir eine gute persönliche Distanz und wenn Ihr nicht gänzlich im Streit auseinandergegangen seid, ist es auch zu schaffen.
m/44
 
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  • #7
zico,m
Er kann doch seinen Wohnort frei wählen,also auch in deiner eurer Nähe.Sicher für dich,aber auch für ihn ein ungutes Gefühl.Eins muß man ihm trotz des unguten Gefühles(die Nähe zu Dir)seinerseits positiv werten-die gegebene Nähe zu seinen und deinen Kindern.Wenn es für dich absolut nicht auszuhalten ist---gibts ja auch für dich und die Kids die Möglichkeit einen Wohnortwechsel zu vollziehen.Oder ist da etwas außer das geliebte Umfeld der Kinder,was dich da hält----vielleicht das süße Leben in einem eigenem Haus!?
Wenn man den Weg Trennung geht,muß man auch damit rechnen das es auch zu emotionalen Komplikationen/Konfrontationen kommen kann.Flucht ist aber nicht die Lösung,stelle dich dieser Situation und lerne damit umzugehn.
 
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  • #8
Ich verstehe dich, aber ich verstehe auch ihn und dass er nah bei den Kindern sein will. Wenn du nicht mit ihm darüber reden kannst oder willst, versuch das Positive daran zu sehen - er ist so nah bei euch, dass die Kinder (sofern sie groß genug sind) problemlos zu Fuß oder mit dem Rad von einem zum anderen pendeln können (das ist bei vielen auch ein großes Problem, wenn man 1, 2 Stunden voneinander entfernt wohnt!). Außerdem ist er als Babysitter auch schnell greifbar, nütz das doch aus, dann hast du auch was davon!
 
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  • #9
Liebe Fragestellerin,

deine Reaktion ist für mich absolut nachvollziehbar. Je nach wie die Trennung verlaufen ist, hat man doch immer blöde oder negative Gefühle, wenn man dem Ex über den Weg läuft oder ihn in seiner Nähe weiß. Bei mir geht der verletzte Stolz und auch alles andere an Verletzungen so weit, dass mir schon schlecht wird, wenn ich mich in der gleichen Stadt wie er aufhalte (Großstadt).
Hängt eben wie schon gesagt immer davon ab, wie tief das alles noch sitzt, ob Trennung im Streit oder in Freundschaft etc.
Ich persönlich wünsche mir eigentlich nichts mehr als neuen Kontakt, aber es wäre sinnlos. Es würde mir nur weh tun und ich will und muss mich davor einfach beschützen. Wenn es dir genauso geht, würde ich ihm das deutlich sagen. Aber diese Entscheidung kann dir leider niemand abnehmen.

Viel Kraft und Erfolg!
w/26
 
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  • #10
Danke an Euch alle für Eure Meinung, das hat mir schon sehr viel weitergeholfen. Gerade in so einer Situation sieht man ja nur sich selber, da sind die Blicke anderer über "den Tellerrand hinaus" wirklich hilfreich. Die FS.
 
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  • #11
Ich kann dich sehr gut verstehen, denn ich habe eine ähnliche Hölle hinter mir!! Unser Scheidungsgrund lief mir ebenfalls dauernd, mit stolzgeschwellter Brust über den Weg, was kaum auszuhalten war!! Auch ihre Kinder gingen in die Parallelklasse meiner Kinder. Ich zog mit meinen Kindern ein Dorf weiter, was für ihn in 15 Minuten zu erreichen ist und der nötige Abstand war bestens. Kaum waren wir weggezogen (incl. Schulwechsel), zog die neue mit ihren Kindern in unser gemeinsam gebautes Haus, an dem wir alle sehr, sehr hingen. Ohne diesen absolut nötigen Abstand hätten auch meine Kinder sicherlich einen Schaden davongetragen. Bring deinem Ex bei, dass er die Kinder jederzeit sehen kann, du aber notfalls den Wohnort wechselst, sollte er direkt um die Ecke ziehen. Es geht jetzt einzig und alleine darum , dass IHR erstmal zur Ruhe kommt. Wie gesagt. Wir sind heilfroh nicht mehr in diesem Dunstkreis leben zu müssen, das Verhältnis zum Vater ist bestens und die Entfernung ist nah genug um sich jederzeit sehen zu können.
Viel Glück
w47
 
  • #12
Ich fände es in Bezug auf mich alles andere als gut, allerdings in Bezug auf die Kinder ist es hervorragend! Und es heißt doch immer, daß die Kinder nicht unter einer Scheidung leiden sollen, was für mich bedeuten würde, daß das Wohl meiner Kinder über dem meinen steht. Leben die Kinder nicht mehr bei Dir, wäre ich wirklich dagegen, daß mein Mann, von dem ich in Scheidung lebe, im selben Ort eine Wohnung sucht und ich würde mit ihm eindringlich reden und ihn bitten es zu lassen. Parallel dazu würde ich mich dafür rüsten, ggf. selbst umzuziehen.

Mary - the real
 
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  • #13
Wie ist denn sein Verhältnis zu den Kindern? Ist er der fürsorglich und liebende Vater oder eher der strenge, desinteressierte und ruppige Typ?

Wenn er wirklich der liebende Vater ist, hat er sicherlich nur Interesse daran in die Nachbarschaft der Kinder zu ziehen, damit er so nah wie möglich bei ihnen sein kann. Das wäre natürlich hilfreich für Dich, denn dann kannst Du ihn auch, wie bereits oben erwähnt, öfters zum Babysitten einspannen.

Falls er eher der desinteressierte und/oder strenge Typ ist, der außerdem nicht so genau weiß wie man z.B. Kinder badet, dann zieht er in Eure Nähe, weil er Dich entweder ärgern will, da Du durch die Trennung seinen Stolz verletzt hast, oder er will Dich und die Kinder irgendwie kontrollieren. Das wäre natürlich schlecht für Dich und würde Dich sehr belasten. In diesem Fall würde ich mir Rat von Deinem Anwalt holen.

Ansonsten sehe ich es genauso, wie bereits allgemein geraten wurde.

Alles Gute für Dich!
 
  • #14
ob übertrieben oder nicht, nachvollziehbar ist es. Aber, du musst daran denken, was das Beste für die Kinder ist und das ist wenn der Vater um die Ecke wohnt und sie hin können wenn sie wollen. Leider hast du nichts über das Verhältnis zum Vater erzählt, wie ihr euch mit den Kindern versteht. Das du Abstand brauchst um darüber hinweg zu kommen kann ich verstehen, aber das ist kein Grund den Kinder den Kontakt zum Vater zu erschweren.
Ich kann dich aber gut verstehen, denn mein Ex lebt auch in der direkten Nachbarschaft, wegen unseres Kindes und das ist nicht immer leicht. Aber ich kann dir versprechen, wenn ich mein Sohn sehe, er muss dadurch nicht in Trennung von einem von uns leben, lohnt es sich das auf sich zu nehmen. Alle in unserer Umgebung die unseren Sohn erleben, freuen sich, dass er nicht unter unserer räumlichen Trennung leiden muss! Das ist es auf jeden Fall wert wenn er in der Nähe wohnt
 
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  • #15
Ich denke mal, nach über 20 Jahren Ehe sind die Kinder nicht mehr in dem Alter, dass Papa sie baden muß!
Mein Ex und ich leben nach der Scheidung über 10 Jahre im selben Ort, laufen uns höchst selten über den Weg.
Die Kinder (damals 13 u. 14) konnten jederzeit ihren Vater besuchen, Wochenenden mit ihm verbringen oder sonstwas.
Wenn es wirklich ein ganz kleines Dörfchen sein sollte und Du es nicht ertragen kannst, würde ich ihn darauf ansprechen, ansonsten selber die Konsequenzen ziehen.
w46
 
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  • #16
Es ist dir vielleicht hilfreich, wenn du zwei "Töpfe" aufmachst, um dort hinein zu sortieren, was du im Zusammenhang mit deiner Frage (bzw. seinem Plan, sich in deinem Dorf eine Wohnung zu suchen) denkst und fühlst:

In dem einen Topf sind deine Verletzungen, Frustrationen, dein Schmerz, deine Wut und Trauer um die beendete Beziehung zu deinem früheren Partner. Da ist es wirklich gut, erst mal Abstand zu halten, damit die Wunde nicht jedesmal neu aufreißt, wenn du ihn siehst oder ihm beim Dorfbäcker begegnest. In diesem Topf ist dein Teil der enttäuschten Partnerschaft mit dem Mann, von du besser eine ganze Weile nichts mehr wissen willst, bis das alles in dir verheilt ist.

In dem andern Topf sind deine Gedanken an deine Kinder, dein Verständnis für ihre Freude, wenn der Papa so prima in der Nähe wohnt, dass man ihn - wenn die Eltern sich schon blöderweise trennen mussten - wenigstens ohne größere Umstände und ohne lange Wege mal kurz besuchen kann. In diesen Topf kommt deine Loyalität mit deinen Kindern, denn du bist ihre Mutter und möchtest, dass es ihnen gut geht.

So, jetzt könnte sich das in dir widerstreiten... - oder - ... du bringst das so zusammen, dass das "Entweder-Oder" ein "Sowohl-Als-Auch" wird:
indem du schaust, dass du deinen inneren Heilungsprozess voranbringst, damit sich deine innere Wunde bald schließen kann. D.h. mach am Besten eine Kurzzeittherapie. Arbeite intensiv an der Be- und an der Verarbeitung der Trennung. Dann kannst du deinen Kindern die Nähe zum Papa gönnen UND nicht mehr jedesmal neu die Verletzung fühlen (weil sie dann verheilt ist).

Alles Gute!!!

Marlene, 57
 
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  • #17
Versuche auf jeden Fall die Besuchszeiten genau zu regeln, und das sie auch eingehalten werden. Dann hast du die Zeit, dich auf das Zusammentreffen vorher einzustellen.
 
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  • #18
Liebe FS,

ich verstehe Deine Bedenken sehr gut. Ich würde es sehr belastend finden, wenn der Ex in der Nähe wohnte und dann noch auf einem kleinen Dorf. Es ist viel schwerer eine Trennung zu verarbeiten, wenn man den Ex öfter sieht.

Dann das Gerede der Leute, die soziale Kontrolle, wenn man sein eigenes Leben wieder - und vielleicht anders - aufbaut und lebt. Vielleicht werden noch Nachbarn oder Bekannte beeinflußt und es wird Mobbing gegen Dich betrieben, wer weiß, wie Dein Ex-Mann so drauf ist. Und die Kinder kriegen das alles mit, werden von Nachbarn vielleicht auf die Eltern und ihr Leben angesprochen.

Auch für Dich ist es nicht einfach, wenn Dein Ex irgendwann wieder eine neue Partnerin hat. In einem kleinen Dorf kann man sich kaum aus dem Wege gehen. Ich persönlich würde ihn um mehr Distanz bitten und weiter weg zu ziehen. Es wäre für alle Beteiligten besser.

Alles Gute, w/53
 
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  • #19
Hatte grade ein ähnliches Problem und die meisten Antworten waren:
Er hat ein Recht darauf, dort hin zu ziehen, wo er will, du must so stark werden, daß es dich nicht mehr belastet.
Aber es gab auch: Wenn sich einer immer so egoistisch verhält und rücksichtslos gegenüber der Gefühle der anderen, wo kommen wir denn da hin? die Welt ist eh schon mit Menschen besiedelt, die ohne Rücksicht auf andere ihre Vorteile suchen. Wenn sie immer damit durchkommen, was geben wir unseren Kindern auch für Vorbilder? Macht nichts- Wir halten das aus, wenn Papa sich mal wieder rücksichtslos verhält?
Mein Rat: Sprech ihn an und bitte ihn sein Vorhaben zu überdenken. Entgegen den Ratschlägen, die die ich bekommen habe( damit machst du dich noch kleiner und ihn stärker- ectr.) haben wir eine moderate Lösung gefunden, die keinem von beiden unangenehm war-
Manchmal muss man die Leute auch mit der Nase auf ihr unsensibles Verhalten schubsen und nicht immer sagen, dann muss ich eben noch stärker werden -
 
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