• #1

Habe mich getrennt und vermisse ihn

Hallo,
ich habe mich nun nach 4,5 Jahren von meinem Freund getrennt, da wir uns irgendwie auseinander gelebt haben.
Es war ein komisches Gefühl ihn zu küssen. Sex kam für mich überhaupt nicht mehr in Frage, er war mir fremd geworden. Ich habe den Haushalt meist alleine geschmissen, neben Vollzeit-Arbeit und Fernstudium. Seine dreckige Wäsche, sowie die leeren Bierflaschen waren auch immer mein Part aufzuräumen.
Ab und zu hat er mir mal geholfen, wenn er gemerkt hat dass ich schlechte Laune habe weil alles an mir hängen bleibt.
Ich habe es nicht verstanden, wie es soweit kommen konnte das wir uns auseinander gelebt haben.
Eine gemeinsame Zukunft konnte ich mir nicht mehr vorstellen. Nun stehen Entscheidungen an wie: Was machen wir mit unserer gemeinsamen Wohnung, wer bekommt welche Möbel usw.
Wir sind beide total traurig, und ich vermisse ihn plötzlich. Aber wieso?! Wie kann das sein? In dem einen Moment möchte ich nicht von ihm geküsst werden und im anderen Moment vermisse ich ihn so sehr, das ich mir wünsche er wäre hier und würde mich in den Arm nehmen...:-(
Was hat das zu bedeuten? Ging es schon einmal jemandem so?
Ich wäre dankbar für eure Meinungen / Tipps / Ratschläge.
 
  • #2
Nein, was du beschreibst, ist noch nie in der Geschichte der Welt irgendjemandem passiert.... grins. Ironie off.
Ambivalenz bei einer Trennung ist ganz normal. Du trennst dich nicht nur von einem Menschen, sondern von Gewohnheiten, einer Beziehung, allen Erwartungen die du an den Menschen und die Beziehung hattest - das ist sehr vielschichtig.
Zu bedeuten hat das, dass du ein Mensch bist und kein eindimensionaler Einzeller. Alles ganz normal. Mußt du jetzt durch. Am Ende des Prozesses nennt man das dann Lebenserfahrung.
 
N

nachdenkliche

  • #3
Dass Du ihn vermisst, ist normal. Das Gehirn färbt die Erinnerungen, auch die miesen, rosarot ein. Das ist ein nachgewiesener Prozess. In 4 Wochen, wird sich das (Vermissen) einigermaßen erledigt haben.
Wenn Ihr Euch jetzt wieder zusammentut, wird sich NICHTS verändert haben, im Gegenteil.
Sei froh jetzt, dass Ihr beiden die Trennung über die Bühne bringt.Alles Gute!
 
  • #4
Dieses Gefühl hatte ich nach fast jeder Trennung, wenn die Beziehung fester war und längere Zeit ging. Aus meiner Erfahrung heraus würde ich bezüglich Deiner Schilderungen sagen, dass es gut war, dass du Dich aus dieser Beziehung gelöst hast!

Das, was Dich jetzt so unsicher macht und was Dich zweifeln lässt, ist der Verlust der Gewohnheit, Du vermisst (vermutlich) nicht ihn als Deinen Partner, sondern die gewohnte Partnerschaft ansich. Du bist nach langer Zeit wieder Single und dieser Veränderung macht Dir Angst und tut weh. Erschwerend hinzu kommt, dass ihr ja auch zusammengelebt habt, eine weitere Veränderung, die Angst macht...

Es wird sich noch eine zeitlang komisch und falsch anfühlen, aber dann wird es besser werden und wirst zunehmend erkennen, dass die Trennung genau das richtige war. Lenke Dich möglichst viel ab, unternehme etwas mit Freunden, gehe viel aus, dann wird es schneller besser und Du wirst frei für eine neue Beziehung. Alles Gute für Dich.
 
  • #5
Hallo,
irgendwie kommt mir Deine Geschichte so bekannt vor! Ich habe mich selbst vor kurzem nach 13 Jahren und zwei Kindern von meinem Mann getrennt. Ich habe lange für diese Entscheidung gebraucht und sehr mit mir gerungen. Ich war überzeugt, dass es besser so ist. Ich habe mich eingeengt gefühlt, nicht mehr verstanden und von Gefühlen will ich gar nicht erst reden, die waren tot und begraben. Wenige Wochen nach der Trennung habe ich dann erfahren, dass mein Mann bereits eine Neue hat, das war wie ein Schlag ins Gesicht und da meldeten sich plötzlich wieder diese tief vergrabenen Gefühle und mein Gehirn spielte verrückt. Ich war getroffen und hatte das Gefühl, mit der Trennung, den größten Fehler meines Lebens begangen zu haben. Ich habe sehr mit mir gehadert und inzwischen bin ich soweit, dass ich meine eigenen Anteile an dieser Trennung relfektiere und einigermaßen klar komme.
Die Entscheidung, sich zu trennen ist nie leicht und oft sieht man die Konsequenzen erst hinterher richtig. Aber Du musst für Dich heraus finden, ob diese Gefühle, die Du gerade hast, wirklich echt sind oder ob es nur die Gewohnheit, dass man nicht alleine ist, ist, die Dir vorgaukelt, dass Du diesen Schritt bereuen könntest. Egal, wie es ist, nimm Dir diese Zeit. Eine Trennung ist manchmal auch eine Chance und ein eventueller Neuanfang ist in einer so emotionalen Situation sowieso zum Scheitern verurteilt.
 
G

Ga_ui

  • #6
Ja, ist doch klar, Frauen leiden an Helfersyndrom und meinen, so eine Spezie von Ratte auch noch bemuttern und ihm alles hinterhertragen zu müssen!
Du bist ihm einfach zu lange hörig gewesen und hättest erste Anbandlungen in der Richtung sofort unterlassen sollen!

Ich finde, man sollte eine Partnerschaft gar nicht so weit verkommen lassen, jemanden Bierflaschen hinterher zu tragen oder schlechte Laune aufkommen zu lassen! Einen Tee ans Bett, einen Kaffee am Morgen – ok! Aber wer sich besaufen will, sollte das ohne Hilfe hinkriegen!

Dein Problem ist, dass du einfach emotional abhängig bist! Gräm dich aber nicht, du bist in guter Gesellschaft. So geht es vielen!

Wenn man als Frau das erste Gefühl hat, etwas läuft in die verkehrte Richtung mit einem Mann, sollte man diese Anbandlung sofort ändern.
 
  • #7
Hi Melaa,

meine Frau und ich sind seit einigen Monaten getrennt, hatten seit Weihnachten keinen Sex. Sie wollte eine endgültige Trennung, ich eine vorübergehende. Ich wollte sie auch nicht mehr küssen, wollte keinen Sex mit Ihr. Vieles war mir zu eng. Das oben beschriebene hatten wir allerdings nicht. Und ich vermisse sie in unterschiedlicher Intension vom ersten Tag an. Allerdings konnte ich mir in den ersten Monaten der Trennung nicht vorstellen wir mit ihr zu schlafen. Dieser Gedanke kam erst in den letzten Woche bei mir auf. Was das zu bedeuten hat, kann ich dir nicht sagen. Ich glaube jedoch, dass die negativen Seiten mit der Zeit verschwinden und die positiven dann wieder überwiegen. Bei uns war die Luft raus und es gab einige Spannungen. Jetzt sehe ich Chancen, wie es wieder werden könnte (ob weiß ich nicht). Vllt. ist es auch das. Vllt. sieht Dein Unterbewußtsein ihn so, wie er einmal war (ich denke am Anfang warst du nicht die Putzfrau für ihn).

Wir hatten bis zum Schluss noch Gefühle füreinander. War das denn bei Dir auch so. Dann liegt doch da der Schlüssel begraben...

I
 
  • #8
Vielleicht kommt diese Traurigkeit über die Trennung, die du ja eigentlich wolltest, daher, dass man dann einfach zu oft an die guten Zeiten denkt, die man ja auch irgendwann mal hatte. Das Kennenlernen, der erste Kuss, zärtliche Berührungen ... da kann man - trotz der negativen Erfahrungen, die danach kamen - schon mal sentimental werden.
Wenn du mal wieder zu sentimental wegen schöner Erinnerungen wirst, zwing dich selbst dazu, an das Negative in der Beziehung zu denken, indem du dir z. B. sagst: Ja, FRÜHER war es mal schön, aber leider blieb es ja nicht so.

Das kann helfen, die Dinge wieder so zu sehen, wie sie nun mal sind.
 
  • #9
Mach dir keine Sorgen, ob du einen Fehler begangen hast. Das ist völlig normal. Ich habe mich auch vor einigen Jahren von meiner Frau nach über 27 Jahren Partnerschaft und Ehe getrennt. Als ich auszog habe ich sie mehr als je zuvor vermisst. Oft hatte ich das Gefühl einen großen Fehler begangen zu haben. Auch gab es in der Zeit nach meiner Trennung noch etliche Versuche zwischen uns, es wieder zu versuchen. Es nützte alles nichts.Die ersten Tage waren immer traumhaft. Man redete und hatte das Gefühl, jetzt sei man auf dem richtigen Weg. Aber die Vergangenheit holte uns immer unglaublich schnell ein. So dass ich letztendlich das engültige Ende durchsetzte. Das tat auch mir sehr weh, aber es war die bessere Entscheidung für uns beide, wie ich nun beurteilen kann. Glaub mir, es dauert eine Weile, aber dann wirst du sehen, es war das Richtige. Denn die Vergangenheit holt uns immer wieder ein. Ein Leben lang.
Viel Kraft dir
m44
 
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  • #10
Guten Morgen FS,

nein, ging mir bisher nicht so und ich kann Dir keine Ratschläge diesbezüglich geben, denn ich wurde bisher, nur einmal, getrennt.

Was mich aber brennend interessiert und für mich völlig unverständlich ist:

Ich habe den Haushalt meist alleine geschmissen, neben Vollzeit-Arbeit und Fernstudium. Seine dreckige Wäsche sowie die leeren Bierflaschen aufzuräumen, waren auch immer mein Part.

Wie kann man(n), oder in Deinem Fall frau, so eine Beziehung führen? Vielleicht hilft es Dir mir meine Frage zu beantworten. ;)
 
  • #11
So ist das meistens am Ende einer langen Liebesbeziehung und auch absolut natürlich. Ein Teil von dir liebt ihn noch und ist an Ihn gewohnt, aber es ist kein Begehren mehr da und das kommt für gewöhnlich auch nicht wieder. Man kann eben nicht die Vorteile aus allem haben sondern muss sich stets für einen Weg entscheiden, mit all seinen Konsequenzen. In meinem Fall war die Trennung, wenngleich anfangs sehr schmerzhaft, eindeutig die bessere Entscheidung, die Zeit heilt wirklich alle Wunden.
Viel Erfolg
M31
 
  • #12
"Habe mich getrennt und vermisse ihn!"
Du vermisst nicht ihn, sondern die Gewohnheit, ständig jemand um dich zu haben! Die meisten Leute haben nicht gelernt über längere Zeit alleine zu sein und alleine zu leben, wobei dies der Schlüssel für eine gute und harmonische Beziehung ist! Lebe erst einmal alleine und besinne dich auf dich, werde dir dessen bewusst und ändere Entscheidendes in deinem Verhalten. Ständig jetzt unterwegs sein um sich abzulenken und zu verdrängen, davon halte ich nicht viel, denn das nächste und ähnliche Problem stände schon vor der Tür und wäre deshalb unbewusst schon vorbereitet, nur eine Frage der Zeit!
 
  • #13
Liebe Meela,
wenn man sich trennt, muss man sich immer von beidem verabschieden, dass was man nicht mochte und von dem was man mochte.
Steckt man in der Beziehung und es klappt nicht, weil so wie bei Dir zb, Wünsche, Ziele, nicht überein gehen. Man wird unglücklich, dann stört einen natürlich auf einmal super viel. Es ist, wie Zahnschmerzen, wenn die Zunge einem das Gefühl gibt, da ist eine Riesenloch. Nachher ist es viel kleiner aber verursacht trotzdem die Schmerzen.
Heisst, wenn man unglücklich ist, regt man sich auf, wenn der andere nix tut und man alles hinterher tragen muss.
Nach der Trennung, ist man traurig, weil man auch den Teil nicht mehr hat, den man mochte...umsonst war man ja auch nicht so lange zusammen.
Und vielleicht erinnert man sich...naja er war nicht so ordentlich aber als Putze ausgenutzt hat er mich ja nicht.
Auch das macht dann unsicher.
Du bist liebesfähig und deshalb kann nicht alles mit einem Gespräch erloschen sein.
Die unterschiedichen Wünsche jedoch bleiben und deshalb gilt es, den Kummer auszuhalten. Ändern wird sich das im Allgemeinen nämlich nicht!
Leiderxxx
 
  • #14
Nein, ging mir nie so, ich bin immer dann gegangen, wenn gar nichts mehr ging, es gab nur den einen möglichen Weg und kein Bereuen dabei.

Dein "wir sind beide total traurig" und "wir haben uns irgendwie auseinander gelebt" macht mich ziemlich ratlos, denn es signalisiert, dass doch eine Basis da ist, worauf man bauen könnte? Wenn beide wollten?

Zuerst dachte ich bei deiner Frage, hm, klarer Fall für die Paartherapie aber, dann schreibst du, du siehst keine Zukunft mehr mit ihm - okay.
 
  • #15
Er war unordentlich, jedenfalls unordentlicher als die FS es gerne hatte (sowas kennen wir alle, vor allem in dem Alter) und das qualifiziert ihn schon zur "Ratte"?

Manche Foristen sollten mal überlegen, ob das Forum der richtige Ort für Beleidigungen (und sei es, für Dritte) ist.

Liebe FS, Du bist jung.

Mache Dir über Deine Entscheidung kein weiteren Gedanken.

Das Dir die letzte Beziehung noch ein wenig nachhängt, ist doch nicht schlimm und auch normal.
Wenn Du den nächsten Mann kennengelernt hast, wird das alles vergessen sein. Und das ist doch auch gut so.
 
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