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Gast

  • #1

Haben Frauen mehr Sorgen als Männer?

Ich (M,30) habe im letzten Jahr sehr intensiv viele Frauen gedatet und getroffen. Nicht nur Internetbekanntschaften, sondern auch Ladys aus dem erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis. Am Anfang sah es oft gut aus, aber je öfter man sich getroffen hat, desto mehr (Mentalitäts-)Unterschiede haben sich gezeigt. Die Frauen die ich getroffen habe waren zwar alle ganz unterschiedlich, jedoch hatten sie alle eins gemeinsam, sie machten sich stets extrem viele Sorgen. Eigentlich über alles mögliche, wie z.B. Partnerlosigkeit, Klimaerwärmung, Familie, Gesundheit, Arbeitslosigkeit, Waldsterben, etc. pp.

Also wenn ich mir mich und meine männlichen Freunde mal so näher betrachte, kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass wir alle total unbeschwert und sorgenfrei leben. Ohne viel Geld wohlgemerkt. Vieles können wir doch sowieso nicht ändern, wieso sollte ich mir da stundenlang den Kopf drüber zerbrechen?

Eigentlich wollte ich von euch jetzt wissen, ob ihr a) meine Einschätzung teilt, dass Frauen stärker dazu neigen sich viele Sorgen zu machen? Und b) könnte dieses Phänomen schuld daran sein, dass Männer und Frauen immer seltener zusammenfinden?
 
  • #2
Interessante These, an der ein klein wenig dran sein kann. Sorge und Fürsorge ist vielleicht eine eher weibliche Art, aber diese Problematisierungstendenz wird leider auch durch die Medien gefördert und ausgeschlachtet. Frauen neigen dann wohl eher dazu, das ernstzunehmen als Männer.

Ich glaube aber nicht, dass dieses Phänomen dazu führt, dass sich weniger Paare finden. Das hat andere Ursachen wie die Verschiebung der Prioritäten, gewandelte Rollenbilder, Einfluss des Feminismus, modernes Wirtschaftsleben und wirtschaftliche Unabhängigkeit des Einzelnen.
 
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Gast

  • #3
Frauen machen sich mehr Sorgen, wenn sie noch kleine Kinder haben. Das liegt einfach in der Natur. Das soll nicht heißen , dass Väter sich keine machen. Aber meistens leben die Kinder naach der Trennung bei der Mutter und die sind dann hautnaher dran. Im allgemeinen glaube ich auch, dass Frauen mehr grübeln, als Männer.
 
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Gast

  • #4
ich würde eher sagen: Frauen MACHEN sich eher Sorgen - während wir Männer mehr Sorgen
HABEN.
Frauen können oft nicht einfach mal alle Fünfe gerade sein lassen, selbst wenn sie alles haben (gutes Aussehen, guten Job, guten Partner, Vermögen) - immer wird das Haar in der Suppe gesucht.
Männer hingegen können ihre Sorgen (Schulden, Gesundheitsprobleme, selbst wenn diese lebensbedrohlich sind, wie Anzeichen für drohenen Schlaganfall, Herzinfarkt) auch mal ausblenden, z.B. beim Grillen, Sport etc.
Die Tatsache dass Männer im Schnitt immer noch früher sterben als Frauen belegt doch, dass wir Männer die wahren Sorgenkinder sind - und nicht die Frauen, die sich auch mit 90 noch um die Sicherheit ihrer Rente Gedanken machen.
 
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Gast

  • #5
Das ist Klischee vom Feinsten.

Jeder Mann, den ich kenne, auch Ex Beziehungen, sagten immer, dass Frauen kompliziert seien und sie selber total locker, offen... eben viel gelassener. Wer kennt dieses Gerede nicht.

In Wirklichkeit jedoch haben alle meine Ex Männer eines gemeinsam gehabt: Sie waren endlos gestresst, wegen Sorgen und Unzufridenheit der Arbeit betreffend. ICH war die, die ihnen immer wieder versuchte die Augen zu öffnen: Du hast nen guten Job, eine super Wohnung, was morgen passiert weiß doch keiner, genieße das und guck dich ruhig nach einem neuen Job um, aber es nützt doch nichts, sich mental damit zuzuschütten und sich so runterziehen zu lassen.

Niemand von Ihnen war jobtechnisch ruhig im Kopf. Sie wurden dann immer so ein wenig depressiv/melancholisch.. lächerlich. Denn sie hatten wirklich tolle Jobs und Titel hatten sie auch..ich meine, sie hatten das beste aus sich gemacht und konnten dennoch nicht glücklich sein. Bis ich begriffen hatte, dass sie selbst mit sich unzufrieden sind und eine Beziehung hier nicht reinpasst, hatten sie schon längst mich damit zugeredet, wie kompliziert und unentspannt Frauen denn seien etc.. ich habs so oft gehört, ich hab nicht weiter drüber nachgedacht. Erst viel später fiel mir auf, dass die wirklich unentspannten immer sie waren. Und das auf eine Art und Weise, die die Beziehung vergiftet hat.

Ich halte nichts von Klischees und ich finde eh: Jede Frau darf tun und lassen und drauf sein, wie sie will. Wenns nicht passt, darf man ja weiterziehen.

Also wenn du eine suchst, die du einfacher ertragen kannst, dann solltest du vielleicht allein bleiben.
 
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Gast

  • #6
Ganz einfach: Frauen kümmern sich nach wie vor relativ allein um den Nachwuchs, auch in Beziehungen. Männer sind noch wie große Jungs, die von Mamas Rockzipfel entfleucht zu einer Partnerin übergehen, die sich dann anstatt von Mama die Sorgen macht. Kann man durchaus liebevoll betrachten.
Das ist aber nicht der Grund, warum Frauen und Männer nicht mehr so häufig zusammen kommen. Ich konnte das auch noch gar nicht so beobachten. Wo lebst du?

Interessant ist aber für mich als Frau, dass du dir als Mann so viele Sorgen darüber machst;-)
 
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Gast

  • #7
Das ist ja mal wirklich eine interessante These!

Ich habe eben über meine Erfahrungen nachgedacht und es scheint mir momentan wirklich so zu sein, dass ich deutlich mehr Frauen als Männer kenne, die sich über alles Mögliche und Unmögliche Sorgen machen.

Mal überlegen: Der Extremfall, behandlungsbedürftige Angststörungen (Panikstörungen) und Depressionen treten bei Frauen deutlich häufiger auf als bei Männern. Also liegt die Annahme nahe, dass auch die (normalen) Vorformen bei Frauen öfters auftreten.

Das spräche schon einmal für die These, sowohl bei den Sorgen als auch bei den Grübeleien.

Der Ethologie verdanken wir die Erkenntnis, das Männer deutlich eher als Frauen bereit sind, Risiken einzugehen.

Auch das spricht für Deine These, wer sich keine Gedanken über mögliche negative Folgen einer Handlung macht, wird die eher "riskieren".

Fazit: Es könnte wirklich etwas daran sein, dass sich Frauen mehr als Männer Sorgen über alles Mögliche machen. Natürlich würde das graduell unterschiedlich sein und natürlich gibt es auch die "Lockeren".

Dass es deswegen allerdings mehr Probleme zwischen Männern und Frauen geben sollte, kann ich mir auch nicht vorstellen. Zumal die Damenwelt diese Charaktereigenschaft dann doch wohl früher auch schon gehabt haben sollte?
 
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Gast

  • #8
Frauen machen sich nicht zu viele Sorgen, sie denken nur anders.
Männer sind geborene Verdränger und haben keine Lust, weiter über ein Thema nachzudenken, dass ihnen vielleicht Frust oder schlechte Laune beschert. Sei es die Trennung von der Ex, das Wetter, der Abstieg des Fußballclubs oä.
MANN hat keine Probleme, sie werden ausgeblendet. FRAU verarbeitet. Meistens jedenfalls.
Genau das ist der Knackpunkt, den ich heute, mit 50 erlebe. Ich bin rund in mir, habe alles hundertfach verarbeitet, doch die meisten Männer um 60 fangen gerade erst an! Zum ersten Mal werden Gedanken zugelassen, die sie teilweise Jahrzehnte weggedrückt haben!
Die innere Zerrissenheit ist bei ganz vielen, viel sprübarer, als mit 45 oder 50.
Sicher gibt es Sorgenapostel, gerade unter Frauen, aber von denen spreche ich jetzt nicht.
Die "Sorgen", die du, lieber FS hier anführst, sind für mich allenfalls mehr oder weniger interessante Diskussionsthemen in netter Gesprächsrunde. Aber nchts, was explizit mein Leben, oder meine Denkweise dazu, beeinflussen würde
 
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Gast

  • #9
Du magst mit Deiner Einschätzung richtig liegen, FS. Zu begründen dürfte dies zweifellos damit sein, dass die Männer sich noch immer auf sehr patriarchiale Weise in unserer Gesellschaft die Rosinen herauspicken und eine Vielzahl von Belastungen auf die Frauen abwälzen.
 
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Gast

  • #10
@ 8
Du, Frauen die sich überwiegend im Café Lila aufhalten reden auch den ganzen Tag so.
Für die gibt´s auch eigne Partnerbörsen, ganz ohne Männer. Wie stehen die Betreffenden
eigentlich zu ihren Vätern (entschuldige: Erzeugern)?
Sorgen haben Frauen wie Männer, nur werden die unterschiedlich kommuniziert.
 
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Gast

  • #11
Lieber FS, ich bin die #6. Ich habe mir jetzt hier im Forum die Posts in mehreren Threads angesehen. Und siehe da: Es lässt sich auch hier bestätigen! Sehr viele Post, in vielen Threads die Mehrzahl, gehen von so einem sorgenschweren, nur Negatives erwartenden Standpunkt aus. Typischerweise stammen sie von Frauen! Da wird bei jeder Kleinigkeit befürchtet, dass der Mann fremd geht oder "es nicht ernst meint". Es wird schnell unterstellt, "er habe kein Interesse".

Regelrechte Musterbeispiele finden sich in "anspruch-auf-ausserehelichen-sex-bei-dauerkriselnder-ehe-19425.html", "selbstueberschaetzung-der-ue-50-generation-maennlich-19461.html" und viele weitere.

Aber auch schon in der Fragestellung selbst kommt diese Sorgenhaltung oft zum Ausdruck, z. B. auch beim Fragetext "Altersunterschied und Lebensarbeitzeit". Manche der Fragestellungen sind nur aus dieser Sorgen-Einstellung zu erklären.

Ganz offensichtlich gibt es tatsächlich eine grosse Anzahl von Frauen, die sich beständig Sorgen machen. Typisch scheint zu sein, dass sie nur oder vornehmlich Negatives erwarten. Alles, was irgendwie ausgelegt werden kann, wird ausgelegt. Und zwar so negativ wie irgend möglich. Diese Damen sind darauf geeicht, sich Sorgen zu machen. Damit das auch gut klappt, interpretieren sie die Männer im Speziellen und die Welt im Allgemeinen so schlecht wie irgend möglich.

Zwar gibt es auch viele Frauen, die solche sorgenschweren Standpunkte nicht haben. Aber die scheinen in vielen Bereichen die absolute Minderheit zu sein.

Es ist faszinierend!
 
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Gast

  • #12
Hier ist noch mal der FS, vielen Dank übrigens für die rege Beteiligung soweit. Finde auch interessant, WIE unterschiedlich die Antworten hier ausfallen. Bitte gestattet mir noch eine weitere Beobachtung: Je älter ich werde, desto mehr fällt mir dieses Phänomen auf, wenn ich mich mit gleichaltrigen Frauen treffe. Sprich im Alter von 20 dürften sich Männlein wie Weiblein nicht viel geben in diesem Punkt. Zehn Jahre später sieht das schon ganz anders aus.

Wahrscheinlich war das Verhalten tatsächlich schon immer so, aber heute haben Männer glaube ich einfach keine große Lust mehr darauf, die Sorgen und Probleme der Partnerin zu teilen. Und gesellschaftlich ist es heute auch kein Thema mehr als Single durchs Leben zu schreiten. Umgekehrt mag es übrigens auch so sein, dass vielen Frauen die "Sorglosigkeit" der Männer auf den Senkel geht und sie deshalb lieber allein bleiben, was auch vollkommen okay ist. Es geht ja hier nicht um Schuldzuweisungen oder so, sondern ganz nüchtern nur um die Mentalitätsunterschiede zwischen W und M.
 
  • #13
zu post 7

sehe ich genauso....wir denken und verarbeiten anders...
das was oben angeführt ist,wären für mich unter anderem interessante diskussionsthemen,nicht mehr nicht weniger.das heißt aber nicht das ich mir zu viele sorgen mache,sondern eher will ich sehen welche sicht der dinge mein gegenüber dazu hat...so erfahre ich etwas über den anderen.

ich kenne es eher anders herum...ein mann erzählte mir letztens das er sogar eine zeit lang eigene statistiken machte um sich selbst zu kontrollieren,ich sagte ihm das man nicht in jeder lebenslage sich selbst kontrollieren sollte-damit nimmt man sich jegliche chance sich selbst besser kennen zu lernen.

die sorgen und probleme der partnerin teilen...ich finde das gehört zu einer partnerschaft dazu,im austausch sein und bleiben und auch mal zuhören was den partner bewegt und eventuell dazu ermutigen sich selbst zu reflektieren,aber wenn angeblich männer dazu nicht mal mehr lust haben sorgen und probleme mal auszustehen oder einfach mal zu zuhören ohne gleich eine lösung aus dem ärmel zu schütteln-dann ja,dann bleib ich gern allein.
denn manchmal gehts nur darum,das der partner nur zuhört,nicht mehr nicht weniger.
 
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Gast

  • #14
Hallo,

>> Haben Frauen mehr Sorgen als Männer?<<

ich denke nein! Männer können gut abschalten mit Sport, ein Bier mit Freunden oder Fußball.
Frauen, sind Menschen die sich gerne um jemanden sorgen, sich absichern wollen - vorrausplanen und einfach lieben.

Es glaube liegt nur an uns selbst wie wir damit umgehen.
Etwas aus uns herrausgehen für die Männer - taktgefühl für die Frauen.

Wenn man sich selbst nicht verliehrt, kann das ein guter Weg zum Glück sein.
Vielleicht zur Liebe :)


Viele Grüße
 
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Gast

  • #15
Was sollen Frauen denn eigentlich für Sorgen haben? Unser gesamtes Gesellschaftssystem ist doch darauf ausgelegt, dass es der Frau gut geht. Geld der Männer wird massiv zugunsten der Frauen umverteilt. Frauen werden rechtlich krass bevorzugt. Der Partnermarkt hält einen hohen Männerüberschuss parat. Das Gesundheitssystem ist zum Wohle der Frauen ausgerichtet. In der Öffentlichkeit und den Medien werden Frauen hofiert bis zum Gehtnichtmehr. Sorgen sind in dieser Gesellschaft Sache der Männer.
 
  • #16
@ # 14:

Meine Güte, musst du ein trauriges Leben führen! Wer so voller Hass und Verachtung pauschal über Menschen urteilt und im Selbstmitleid zerfließt, der kann einem ja nur leid tun. Wenn dir nur solche Frauen im Leben begegnet sind, warum musst du sie gleich verallgemeinern?

*Ironie on* Vielleicht wäre es für dich leichter, wenn du dich einfach irgendwo hin zurückziehen und ganz für dich alleine leben würdest! Dann solltest du aber darauf achten, dass ja keine Frauen in der Nähe sind. Denn, es könnte ja sein, dass doch mal eine dabei ist, die dir ein paar Sorgen abnimmt oder mit dir teilt - und das wäre doch sehr schade, wo du das Selbstmitleid doch so sehr genießt. *Ironie off*
 
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Gast

  • #17
Hallo Fragesteller, ich finde Deine Frage sehr interessant, da ich auch in meinem weiblichen und männlichen Bekanntenkreis die Erfahrung mache, dass Frauen oft über Sorgen, Nöte und Unsicherheiten (zumindest) reden, während ich mit meinen männlichen Freunden eher etwas mache/unternehme, beispielsweise Kino, Konzert, Kabarett.
Dazu habe ich eine Idee: Mein Eindruck ist, dass Frauen über ihre Sorgen, Nöte und Unsicherheiten (versuchen?) Nähe herzustellen. Mir fällt schon auf, dass ich mich, mit einer Freundin, die einen ganzen Abend lang über ihre Probleme mit mir spricht und sie erörtert, emotional stärker verbunden und ihr näher fühle, als wenn ich mit einem männlichen Freund ins Kino oder zum Wandern gehe. Das kann auch am Geschlecht liegen, aber ich bin mir in der Hinsicht nicht sicher ... auch einem männlichen Freund fühle ich mich stärker verbunden, wenn er seine Sorgen mit mir teilt.

Vielleicht ist das der Grund dafür, dass (manche) Frauen, die angeblich mehr Nähe suchen als Männer, so häufig über "Probleme" reden? Wobei es auch Männer gibt, die das tun, aber in meinem Freundeskreis sind es eben verstärkt die Frauen.

Danke nochnmal für Deine interessante Frage.

w/49
 
  • #18
Ich sehe es genauso wie der FS.
Zusätzlich fällt mir auf, dass Frauen auch immer mit ihrem Beruf unzufrieden sind. Entweder Arbeitszeit, Verdienst oder Kollegen.
Sowas kenne ich von Männern auch nicht.
Vermutlich wollen die Frauen eben mehr Zuwendung und Interesse.
Mir persönlich ist es z.B. auch nicht wichtig, über persönliche Probleme zu sprechen. Meinen Partnerinnen war es das aber immer.
 
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Gast

  • #19
Ich kenne es als Frau anders rum. Erst mein letztes Date hat mir seine privaten Sorgen erzählt, was mich sehr verwundert hat. Ich wollte nur die schöne Zeit mit ihm geniessen und Spass haben.

Ich denke, dass sich unbewußt die Rollen tauschen, wenn Frau sich männlich verhält, dann fängt der Mann plötzlich an, zu den Frauen-Themen zu greifen, um Nähe zur Frau herstellen zu wollen.

Da scheint eine Gesetzmäßigkeit dahinter zu stecken, die mir noch keiner erklären konnte.

w 47