• #91
Mein persönlicher Eindruck ist: ja, es gibt Männer, die Probleme mit weiblicher Unabhängigkeit haben. Ich habe in anderen Foren schon Beiträge gelesen, die man nur so interpretieren konnte, dass sich der Verfasser die "guten alten Zeiten" zurückwünscht. Solche Postings kamen i.d.R. von Männern, die bei Frauen wenig Erfolg hatten und sagten sinngemäß etwa Folgendes aus:

"Früher hätte ich als solider Mann mit ordentlichem Einkommen als gute Partie gegolten; es hätte sich problemlos ein Vater gefunden, der mir seine Tochter zur Frau gibt. Aber heute muss man die Frau selbst überzeugen. Und Ernährerqualitäten zählen nicht mehr, weil die alles allein können. Heute wollen Frauen "Gefühle"; da hat ein bodenständiger Typ wie ich keine Chance mehr."


D.h., solche Männer haben ein niedriges Selbstwertgefühl. Sie halten ihren Körper und ihr Wesen nicht für so attraktiv, dass sie allein damit eine Frau begeistern könnten. Das einzige, was sie glauben einer Frau bieten zu können, sind finanzielle und alltagspraktische Unterstützung. Durch die Emanzipation fühlen sie sich ihrer einzigen Möglichkeit, bei einer Frau zu punkten, beraubt.

Wie gesagt, solche Beiträge kamen meist von männlichen Langzeitsingles, z.T. sogar männlichen Jungfrauen fortgeschrittenen Alters. Aber ich denke, viele Männer, auch die nicht ganz so erfolglosen, ticken ein Stück weit so. Sind von sich als Person nicht wirklich überzeugt und fühlen sich sicherer mit einer Frau, die sie "braucht" im finanziellen/alltagspraktischen Sinne.

Manchen Männern sind vielleicht Gefühle generell suspekt, weil nicht logisch erklärbar und unberechenbar. Deshalb fühlen sie sich wohler mit Beziehungen, die mehr Tauschhandels-Charakter haben - ich ernähre und beschütze dich und bekomme im Gegenzug Sex und ein gemütliches Nest. Sie fühlen sich sicherer, wenn sie einfach aufrechnen und sich eine Machtposition innerhalb der Beziehung "erarbeiten" können; statt sich in die unwägbaren Fahrwasser der Emotionen begeben zu müssen.

Dann gibt es natürlich Männer, die sexuell auf Unterwürfigkeit anspringen. Und ich persönlich glaube nicht, dass sich sexuelle Vorlieben völlig vom Alltagsleben trennen lassen. Sexuell dominante Männer haben sicher i.d.R. kein Problem damit, wenn eine Frau ihr eigenes Geld verdient o.ä. Aber ich denke, sie muss doch etwas an sich haben, was schon beim Kennenlernen die Bereitschaft zu sexueller Unterwerfung/Hingabe erkennen lässt. Und angeblich hat ein Großteil der Männer sexuell gemäßigt dominante Tendenzen (damit muss keineswegs SM gemeint sein).

Was würde ich dir nun raten? Sicher nicht, dich zu verbiegen. Im Gegenteil. Warum machst du dir nicht deine Eigenständigkeit zunutze und gehst aktiv auf Männer zu? Nicht zu forsch natürlich; mit der Tür ins Haus zu fallen, ist nie gut. Aber warte nicht darauf, dass einer den Anfang macht. Von irgendwelchen Männern angesprochen zu werden, bringt dir doch eh nichts außer ein bisschen Ego-Push.
 
  • #92
Die FS schreibt ja, sie ist bodenständig, entspannt, gelassen und hat doch keinen Partner. ...Dagegen haben die echten Zicken (die ich auch kenne) ein Herz von einem Mann.

Das ist der hier öfter auffallende Unterschied zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung. Und Konkurrenzkampf unter Frauen, bei dem "die andere" hier immer wieder völlig niedergemacht wird und natürlich völlig "zu Unrecht" bei Männern besser ankommt.

Und gerade der Typ Frau
...unflexibel, rechthaberisch und leider auch unfeminin gekleidet und übergewichtig. Dazu kommt noch oftmals die Esotherik und vegan/vegetarisch/ovo/lacto oder sonst was - ....
ist der, der sich am Lautesten beklagt.

Natürlich ist es immer einfacher, zu behaupten, frau sei "zu stark". Aus männlicher Sicht ist sie eben dominant, vorlaut und alles andere als attraktiv. Es ist ja auch hier klar zu lesen, dass einzelne Frauen das schönreden und einfach nicht wahrhaben wollen: als Mann will ich keinen Konkurrenzkampf in der Beziehung. Und die selbsternannte "starke Frau" ist Garantin dafür und da gehe ich dann den bequemeren Weg und gehe ihr aus dem Weg.
 
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