• #1

Haben verheiratete Männer oder Frauen bessere Karrierechancen?

Wenn man sich in den Chefetagen großer Konzerne umsieht sind die Vorstände oder Geschäftsführer in der Regel verheiratet und haben durchschnittlich zwei Kinder, so zum Beispiel Wendelin Wiedeking, Josef Ackermann und viele mehr. Werden Männer oder auch auch Frauen, die einen Ehepartner haben bei einer Beförderung bevorzugt? Wie passt das mit der sinkenden Geburtenzahl und der Tendenz in "wilder Ehe" zu leben zusammen?
 
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  • #2
Ich fürchte ja eher, verheiratete (junge) Leute werden benachteiligt, weil bald Kinder zu erwarten sind und diese somit in Elternzeit gehen werden.
 
  • #3
Das kommt auf den Bereich an. Wo es darum geht, daß Leute um die Welt geschickt werden und rund um die Uhr für viel Geld arbeiten müssen, bevorzugt man ungebundene Leute, deren Privatleben im Job stattfindet. Wer das bis Mitte 40 mitmacht, hat Ausstieg oder Aufstieg verpaßt
Die Leute in den Vorstandsetagen sind die Sieger des großen Rattenrennens. Sie haben einen Stab hinter sich, der ihnen banale Dinge vom Hals hält oder portioniert aufbereitet und nach Kräften zuarbeitet. Geschäftlich und privat. Ab einem bestimmten Karreriestatus geht es nicht mehr um Fleiß um jeden Preis, sondern um delegieren und führen.
Solche Menschen sind von einem starken Netz gehalten und das macht sie stabil. Natürlich bevorzugt man da Leute mit Familie. Stabile Familenverhältnisse* sind ein Beleg für aktive Lebensbewältigung.

*Das betrifft auch den Akt, eine Zweckehe zu führen und eine Geliebte zu haben.
 
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  • #4
Verheiratete (jedenfalls mit Kindern) sind verwundbarer sowie unflexibler und daher fügsamer. Die daraus resultierende und sicher zu erwartende Anpassungsleistung und auch der implizierte Nachweis der Fähigkeit zu dauerhafter Verbindlichkeit kann durchaus karrierefördernd sein. Ausserdem fördert man ja auch sozial gesehen mittelbar gleich eine ganze Familie und nicht nur eine Einzelperson! m39
 
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  • #5
Es ist leider immer noch so, dass Singles oft diskriminiert werden, weil ihnen der vermeintliche Makel anhaftet, es nicht geschafft zu haben einen Partner/eine Partnerin zu finden. Hat dagegen jemand drei gescheiterte Ehen nebst unehelichen Kindern von zwei Geliebten, so gilt dieser wierum als toller Hecht, der bestimmt auch beruflich über Leichen geht und eben dabei für das Unternehmen erfolgreich ist. Verrückte Welt.

m/45
 
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  • #6
Am... also es wurde keine Frau als Beispiel genant... die eine große Karriere gemacht hat und Kinder hat.

Bei Männer würde ich diese Theorie unterschreiben. Sie suchen sich ein nettes kleines Frauchen, die bekommt ein paar Kinder und macht alles damit er den Kopf für den Beruf frei hat. Der Mann, der sich in so einem Status befindet, zeigt, dass er Verantwortung übernehmen kann und zuverlässig ist.

Bei Frauen sieht das definitiv anders aus.

Die zwei Beispiele die hier genant wurden, sind schon eher ältere Herren... in den jüngeren Generationen muss es sich in 10 oder 20 Jahren nicht mehr so wiederspiegeln.

Karriere macht man nicht durch eine Heirat. Männer die eine gute Karriere haben, die haben auch Erfolg bei Frauen und die Frauen wollen fast immer Kinder haben.
 
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  • #7
Och, das ist doch schon hinlänglich bekannt, oder? Männer sehen gut aus mit Familie, Frauen sollten ledig sein.

Selten einen verheirateten Kollegen erlebt, der beim kranken Kind geblieben wäre, wie es bei Frauen so üblich ist. Daher: Mann mit Familie = zuverlässig, empathisch, stark. Frau mit Familie = übermüdet, überfordert, schwach. So richtig Karriere macht frau fast immer nur ledig - außer sie lässt nicht einen Hauch von Zweifel darüber bestehen, dass ihr ein Heer von kleinen Helferlein zur Verfügung steht und sie niemals auch nur eine Überstunde weniger machen wird.
 
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  • #8
Bitte nicht schon wieder diese Verallgemeinerungen! Ältere Menschen haben viele Jahrzehnte Berufserfahrung hinter sich, also dementsprechend sitzen eher ältere, gefestigte und vielleicht auch verheiratete Menschen im Chefsessel. Mit Benachteiligung hat das nichts zu tun. Niemand setzt ein frisch gepelltes Ei auf den Chefstuhl.

Ledige Frauen werden natürlich nebenbei auch immer bevorzugt - besonders von den Männnern, die selbst ganz schön für die Tonne aussehen, auch das ist hinlänglich bekannt.
 
  • #9
In den USA wird man in Beruf und Karriere schief angesehen, wenn man ab 30+ als Mann immer noch nicht verheiratet ist. = "Der kann nicht mal privat Verantwortung übernehmen".

Ich vermute es ähnlich hier in Deutschland. Vielleicht ab 35 ?
 
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  • #10
In den USA wird man in Beruf und Karriere schief angesehen, wenn man ab 30+ als Mann immer noch nicht verheiratet ist. = "Der kann nicht mal privat Verantwortung übernehmen".

Ich vermute es ähnlich hier in Deutschland. Vielleicht ab 35 ?
In Deutschland gibt es eine Trennung zwischen Beruf- und Privatleben! Männer, ob mit oder ohne Familie, werden hier bevorzugt, weil sie ein Netzwerk haben und dieses nutzen. Deutsche Frauen hingegen haben nur bedingt ein Netzwerk und nutzen dieses auch nicht beruflich. Das gehört zur deutschen Kultur.
 
  • #11
Ist mir bei Einstellung und Beförderung der MA völlig egal- und den meisten Kollegen auch. Es geht um die Leistung und das auftreten in der Firma, was die privat so machen ist mir völlig Banane! Und ich habs auch noch nirgend anders erlebt.

Kleine Einschränkung natürlich- für viele sind Frauen im Gebährfähigen Alter benachteiligt- aber auch nur bei Einstellungen, Sind da zwei gleich gut, die eine Ü40 die andere U35 wird die ältere Bevorzugt.

also es wurde keine Frau als Beispiel genant... die eine große Karriere gemacht hat und Kinder hat
Gibt es auch, sind aber eher selten und zumeist mit einer starken Familie im Hintergrund. Eben weil Schwangerschaften einfach gewisse Einschränkungen mit sich bringen und damit die Erwerbsbiographie unterbrochen wird. Daher sag ich ja auch klar: anstatt einer dämlichen Quote die Kinderbetreuungsmöglichkeiten verbessern- dann werden wir auch mehr Nicola Kammüllers, Bettina Würths und andere haben.
 
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Gast

  • #12
Kleine Einschränkung natürlich- für viele sind Frauen im Gebährfähigen Alter benachteiligt- aber auch nur bei Einstellungen, Sind da zwei gleich gut, die eine Ü40 die andere U35 wird die ältere Bevorzugt.
Warum bitte die Ältere? Die Frauen haben doch die selbe Leistung und die Jüngere hat es in einer viel kürzeren Zeit geschafft, also ist sie doch besser ODER.

Gibt es auch, sind aber eher selten und zumeist mit einer starken Familie im Hintergrund. Eben weil Schwangerschaften einfach gewisse Einschränkungen mit sich bringen und damit die Erwerbsbiographie unterbrochen wird. Daher sag ich ja auch klar: anstatt einer dämlichen Quote die Kinderbetreuungsmöglichkeiten verbessern- dann werden wir auch mehr Nicola Kammüllers, Bettina Würths und andere haben.
Natürlich gibt es die und das habe ich auch mit dem Satz nicht gemeint, den du zitiert hast. Hier wurden aber von Elite nur zwei Männer vorgeschlagen aber in einem Atemzug gesagt Männer und Frauen. Ja ich gebe dir da Recht die Kinderbetreuung muss drastisch verbessert werden und die lieben Väter der Kinder müssen mehr Verantwortung für ihre Nachkommen übernehmen.
 
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Mooseba

  • #13
Verheiratete Männer haben nicht nur bessere Karrierechancen, weil ihnen die Frauen "den Rücken freihalten", wie so oft immer heißt. Das ist nur die eine Seite der Medaille. Die eigene Familie gehört einfach zum guten Ruf. Populärstes Beispiel: US-Präsident - ohne Familie ist dieser Job unerreichbar. Hier im Südwesten Deutschlands gibt es noch genug Unternehmen, wo es ähnlich verläuft. Ohne Ehe und Familie kannst du ab einer bestimmten Position den weiteren Aufstieg vergessen - egal wie gut deine Leistung als Mann ist.
Bei Frauen ist es ähnlich. Hier macht vor allem das Bild in den Medien Druck. Eine Karrierefrau ohne Familie ist nicht zu verkaufen. Sucht mal Porträts in den Medien von solchen Frauen ohne Kindern. Die werdet ihr nicht finden. Es gilt ja fast schon als unmoralisch, eine kinderlose Frau, die dann auch noch Karriere macht, zu präsentieren.

(m,30)
 
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  • #14
#12 Mooseba

Ammm... unsere Bundeskanzlerin ;)

Schröder hatte auch keine leiblichen Kinder...

Soweit ich weiß lebt unser neuer Bundespräsident in wilder Ehe. Und er ist noch mit einer anderen Dame richtig verheiratet.
 
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  • #15
Für den Bereich öffentlicher Dienst kann ich nur sagen: Beförderungen finden im Mutterschutz/Elternzeit statt, Teilzeit ok, bezahlte Freistellung bei Krankheit der Kinder findet problemlos statt und fehlt die Betreuungsperson können Kinder zur Arbeit mitgebracht werden (Arbeitsleistung wird nur eingeschränkt eingefordert). Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht ganz oben und die ohne Familie stehen ganz unten.
 
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Gast

  • #16
Die eigene Familie gehört einfach zum guten Ruf. Populärstes Beispiel: US-Präsident - ohne Familie ist dieser Job unerreichbar. Hier im Südwesten Deutschlands gibt es noch genug Unternehmen, wo es ähnlich verläuft. Ohne Ehe und Familie kannst du ab einer bestimmten Position den weiteren Aufstieg vergessen - egal wie gut deine Leistung als Mann ist.
Eine Karrierefrau ohne Familie ist nicht zu verkaufen. Sucht mal Porträts in den Medien von solchen Frauen ohne Kindern. Die werdet ihr nicht finden. Es gilt ja fast schon als unmoralisch, eine kinderlose Frau, die dann auch noch Karriere macht, zu präsentieren.
1. Wie bereits früher erwähnt: andere Länder, andere Sitten (Kultur).
2. Generell gibt es in Deutschland kaum Karrierefrauen und die, die es doch gibt haben KEINE Kinder.
 
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  • #17
Wenn ich auf meine Karriere zurückblicke und meine Chefs Revue passieren lasse, dann komme ich zum ganz klaren Bild, dass verh. Vorgesetzte mit Kindern prima Chefs waren und solche ohne Ehepartner und Kindern einfach nur Ar....
Ich bin selbst kinderlos und bin erschreckt über diese Analyse aber sie ist wie gesagt sehr deutlich.
 
  • #18
Warum bitte die Ältere? Die Frauen haben doch die selbe Leistung und die Jüngere hat es in einer viel kürzeren Zeit geschafft, also ist sie doch besser ODER.
Besser schon, aber der Ag läuft nicht Gefahr die Dame nach der Einarbeitungszeit in den Muterschutz zu verlieren. Dem Gesetzgeber sei Dank kostet das nämlich mal so richtig viel Geld. Zudem muss man den Arbeitsplatz 3 Jahre lang für Sie freihalten.

Daher. Ist so ähnlich wie mit jungen Männern die noch nicht gedient/Zivi gemacht hatten. War in dieser Zeit praktisch unmöglich einen Job zu kriegen.

Ja, ich weiss ist politisch nicht korrekt. Daher sagt das auch keiner offen. Dennoch wird vielfach so vorgegangen. (ich machs nicht so, aber wir bieten ja auch Kinderbetreuung an).
 
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  • #19
Ja, ich weiss ist politisch nicht korrekt. Daher sagt das auch keiner offen. Dennoch wird vielfach so vorgegangen. (ich machs nicht so, aber wir bieten ja auch Kinderbetreuung an).
Naja... der Grund, der war mir auch vorher klar ;) naja der Zivildienst ist abgeschafft... Ich finde es aber schon schade, dass Frauen im gewissem Alter als potenzielle Gefahr angesehen werden. Ich bin dafür, dass Männer viel mehr zu Elternzeit gehen müssen und sollen, denn dann muss nicht immer die Frau als die Gefahr gesehen werden.
 
G

Gast

  • #20
Naja... der Grund, der war mir auch vorher klar ;) naja der Zivildienst ist abgeschafft... Ich finde es aber schon schade, dass Frauen im gewissem Alter als potenzielle Gefahr angesehen werden. Ich bin dafür, dass Männer viel mehr zu Elternzeit gehen müssen und sollen, denn dann muss nicht immer die Frau als die Gefahr gesehen werden.
Da bin ich auch für. Doris Schröder-Köpf hat letztens in einem Interview gesagt, dass sie es gut fände, wenn die Gesetzgebung so geregelt würde, dass die Eltern nur dann die volle Anzahl an Monaten das Elterngeld ausgezahlt bekämen, wenn der Mann genauso viele Monate Elternzeit übernimmt, wie die Frau. Das finde ich gar nicht so schlecht. Dann würde bei den Chefs endlich ankommen, dass zum Kinderkriegen zwei gehören und auch Männer ein Recht haben, Elternzeit zu nehmen. Die Männer würden dann nicht mehr schief angesehen werden, wenn sie in Elternzeit gehen und die Frauen im gebährfähigen Alter wären nicht mehr gegenüber allen anderen Gruppen von Arbeitnehmern und insbesondere gegenüber gleichaltrigen Männern benachteiligt, weil die Gefahr, dass die Männer ausfallen, nicht mehr so gut wie nicht vorhanden, sondern auch recht groß wäre. Die jetztige Regelung, dass das volle Elterngeld (14 Monate) nur ausgezahlt wird, wenn der Partner mindestens 2 Monate übernimmt, bringt doch gesellschaftspolitisch nichts. Die Männer, die Elternzeit nehmen können/wollen, nehmen fast alle nur die Minimalzeit von 2 Monaten und fahren in der Zeit mit der Familie in den verlängerten Urlaub, statt zu Hause die Vater + Haushaltsführungsrolle wie die Frau während ihrer Elternzeit zu übernehmen.
 
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Gast

  • #21
Da bin ich auch für. Doris Schröder-Köpf hat letztens in einem Interview gesagt, dass sie es gut fände, wenn die Gesetzgebung so geregelt würde, dass die Eltern nur dann die volle Anzahl an Monaten das Elterngeld ausgezahlt bekämen, wenn der Mann genauso viele Monate Elternzeit übernimmt, wie die Frau. Das finde ich gar nicht so schlecht. Dann würde bei den Chefs endlich ankommen, dass zum Kinderkriegen zwei gehören und auch Männer ein Recht haben, Elternzeit zu nehmen. Die Männer würden dann nicht mehr schief angesehen werden, wenn sie in Elternzeit gehen und die Frauen im gebährfähigen Alter wären nicht mehr gegenüber allen anderen Gruppen von Arbeitnehmern und insbesondere gegenüber gleichaltrigen Männern benachteiligt, weil die Gefahr, dass die Männer ausfallen, nicht mehr so gut wie nicht vorhanden, sondern auch recht groß wäre. Die jetztige Regelung, dass das volle Elterngeld (14 Monate) nur ausgezahlt wird, wenn der Partner mindestens 2 Monate übernimmt, bringt doch gesellschaftspolitisch nichts. Die Männer, die Elternzeit nehmen können/wollen, nehmen fast alle nur die Minimalzeit von 2 Monaten und fahren in der Zeit mit der Familie in den verlängerten Urlaub, statt zu Hause die Vater + Haushaltsführungsrolle wie die Frau während ihrer Elternzeit zu übernehmen.
Ah... das wusste ich noch gar nicht, dass mit den zwei Monaten... darum hat der eine Sohn, von meiner Nachbarin, nach seiner Frau zwei Monate Elternzeit gemacht.

Naja wie Kalle das schon schreibt, durch die Gesetzlicheregelung entstehen für den Arbeitgeber schon große Verluste und das glaube ich auch. Wenn eine Schwangerschaft abgesichert werden soll oder besser gesagt, die Frau, die schwanger ist, dann muss das mehr über den Stadt passieren und nicht über einen Arbeitgeber.

Ich finde, gerade die Kindererziehung und die Kita -Plätze für den Mittelstand sollten viel günstiger werden und ein viel besseres Sicherheitsnetz haben. Es ist schön und gut die Schwächsten der Armen von allen Kosten zu befreien und für sie alles umsonst zumachen aber die Schicht, die alles Trägt nicht zu entlasten.

Denn ich habe keine Bedenken, weil es so wenig Kinder geboren werden, ich habe Bedenken, in welcher Schicht die meisten Kinder geboren werden.
 
  • #22
@19
Die Männer würden dann nicht mehr schief angesehen werden, wenn sie in Elternzeit gehen und die Frauen im gebährfähigen Alter wären nicht mehr gegenüber allen anderen Gruppen von Arbeitnehmern und insbesondere gegenüber gleichaltrigen Männern benachteiligt, weil die Gefahr, dass die Männer ausfallen, nicht mehr so gut wie nicht vorhanden, sondern auch recht groß wäre.
Also ich habs noch nicht erlebt dass Männer die Elternzeit nehmen schief angeschaut worden wären. Eher im Gegenteil, jemand der privat bereit ist Verantwortung zu übernehmen und partnerschaftlich zu handeln wird das auch im job tun.

Und dann gibts noch ein Missverständnis: Elternzeit kostet ausser der temporären Arbeitsumschichtung den Ag nix (wird vom Staat bezahlt), eine Schwangerschaft aber schon. Wird behandelt wie eine Krankheit mit voller Lohnfortzahlung vor und nach der Geburt.
Und es kann nun wirklich nicht die Lösung sein es für AG´s gleichermassen ungünstig zu machen, dann würden nämlich bei Einstellungen alle liierten zwischen 20 und 40 Ihre Schwierigkeiten bekommen. Vonder Wettbewerbsfähigkeit ganz zu schweigen.
Die Lösung kann nur sein mehr und bessere Kinderbetreuung anzubieten. Dan bekommen auch die "richtigen" Paare wieder mehr Kinder. Diesbezüglich haben die USA uns doch tatsächlich was voraus: Da haben nämlich gerade die Mittel-und Oberschicht viele Kinder. Und das ganz ohne Mutterschutz, Kindergeld oder kostenlose Unis. Seltsam, oder?
 
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  • #23
Leider gelten Verheiratete ganz automatisch in gewissen konservativen
Kreisen als seriöser und verantwortungsbewusster. Sie haben
allerdings bessere Karten als Unverheiratete wenn Vorgesetzte und
Personaler anderen mit gewissen Vorurteilen begegnen. Frauen ziehen den maximalen Vorteil
daraus wenn sie Verzögerungen im Karriereverlauf mit der Geburt und Erziehung
von Kindern "begründen" können. Das ist ganz opportun und wird inzwischen auch von Beratern empfohlen.
Alle Übrigen, dei sich um pflegebedürftige Angehörige oder anderes kümmern müssen
haben keinen vergleichbaren gesetzlich abgesicherten Bonus.
Das Verständnis für andere Lebensformen schwankt mit den Branchen und Positionen. Ob jemand verheiratet ist, einen Lebenspartner hat oder allein lebt sollte bei der Besetzung von Stellen überhaupt nicht im Raum stehen.
 
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  • #24
Als langjährig berufstätige Frau in gehobener Fachkarriere mit Erfahrung in mehreren Großunternehmen kann ich sagen: die Männer in Führungspositionen sind durchweg verheiratet, die Frauen in Führungspositionen sind durchweg ledig und kinderlos.
Bei Männern wird verheiratet sein und Kinder haben positiv bewertet: trifft Entscheidungen, übernimmt Verantwortung, traut sich zu eine Familie zu ernähren.... Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird als "fraugegeben" vorausgesetzt - gewährleistet durch die Ehefrau, die zuhause bleibt und sich kümmert.
Bei Frauen wird Familie als Hindernis für die Berufsausübung gesehen, weil sie üblicherweise den Großteil der Familienarbeit übernehmen

Wenn Frauen heiraten, in Erziehungszeit gehen und anschließend wieder Teilzeit arbeiten, schließen sie sich jahrelang davon aus, in eine Führungsposition zu kommen, andere ziehen an ihnen vorbei. Die Männer nehmen durchweg alle, aber nur die 2 Monate Alibi-Erziehungszeit, die die berufliche Laufbahn nicht beeinträchtigen, aber gleichzeitig gut sind, für das Image, auch im Privatleben Verantortung zu übernehmen. Dem ist natürlich nicht so. Gibt es Probleme mit den Kindern, kümmern sich die Frauen, d.h. deren Job leidet.

Diese Erfahrungen gelten für "normale" berufstätige Frauen. Natürlich gibt es einige wenige, deren Einkommen oder Erbe sie in eine priviligierte Lage bringt, dass Herscharen von bezahlten Helferlein ihnen die Alltagsmühen abnehmen, ihnen 7x24-Service in allen Bereichen liefern. Die fallen aus diesem Muster natürlich heraus (z.B. Frau von-der-Leyen), so dass sie Familie und Karriere gut vereinbaren können.

Anders als weiter vorn ein Poster schrieb, finden sich in den Medien reichlich Steckbriefe beruflicher erfolgreicher kinderloser Singelfrauen oder kinderloser verheirateter Frauen und nur ganz wenige Berichte über erfolgreiche Frauen mit Familie, die eine ganz normale Karriere aus eigener Kraft geschafft haben.
 
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  • #25
Wenn beide Partner einen Beruf ausüben, der sie fordert und sich die Betreuung von Kindern und gegebenenfalls Haushalt teilen, geht es auch im Beruf gut, weil beide die Kraft für den jeweils anderen Lebensbereich tanken können. Bei mir ist das in zweiter Ehe der Fall. Meine Frau weiß, wie belastend der Beruf sein kann, weil sie selbst auch hart arbeitet. Wenn man zuhause die gelangweilte Frau hat, die sich weder vorstellen kann noch will, was der Beruf manchmal abfordert und einen abends nörgelnd erwartet, bekommt es dem Beruf nicht. Meine Karriere ging bis ganz kurz nach meiner ersten Heirat steil bergauf, danach hat sie mit viel Mühe gerade noch stagniert, als ich mich neben dem Beruf und dem Kind noch um die Eskapaden meiner Exfrau kümmern musste, ging sie bergab.
 
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  • #26
Zuverlässige, fleissige Mitmenschen, zudem verheiratet machen auf mich einen sympathischen, positiven und soliden Eindruck.
 
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  • #27
Kommt auf das Milieu an.
Ich stimme #4 voll zu: Leistung wird nicht gesehen
sondern konservative Werte auch des Unternehmens
(Babybrei oder Versicherungen) könnten den Ausschlag
geben nur Verheiratete mit Normfamilie als "normal"
zu akzeptieren.
Ich hatte tolle kinderlose Chefs und Chefinnen, die nie
Punkt 18 Uhr alles stehen und liegen liessen
sondern stets die Politik der offenen Türe
bis abends je nach Arbeitsanfall praktizierten. Job ging klar vor Privatleben.
Es kam das Pizza-Taxi und brachte eine Lieferung für alle
late worker.
Die deutsche Volkswirtschaft stünde ohne diese
leistungsbereiten Männer und Frauen, kinderlos,
aber herzensklug ganz dämlich da.
 
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  • #28
Also ich denke, es kommt auf die Lebensphase an und die jeweilige Position an. Wenn ich einstellen würde, wäre mein Denken so:
Berufsanfänger: besser Single oder zumindest nicht verheiratet, weil flexibler und mobiler und belastbarer
einer mit paar Jahren Berufserfahrung, sagen wir mal um die 30: da würde ich einerseits einen ledigen bevorzugen, weil er sicher mehr Zeit hat, um sich auf seine Karriere zu konzentrieren, würde aber gleichzeitig befürchten, dass in den nächsten Jahre eventuell Familiengründung ansteht, vor allem bei Frauen.
Bei > 40 würde ich Kandidaten, die bereits Familie haben, als ausgeglichener und zufriedener bezeichnen. Dadurch, dass sie in privater Hinsicht nichts nachholen müssen, können sie wiederum sich auf den Beruf konzentrieren.

Hmm, also wie gesagt, hängt von vielen Faktoren ab, Job, Position etc.
 
  • #29
@27
ich bin so einer der einstellt...wie alles haben auch hier Deine Überlegungen eine Rückseite
Berufsanfänger: besser Single oder zumindest nicht verheiratet, weil flexibler und mobiler und belastbarer
Der geht aber auch häufiger auf Parties, macht die Nacht zum Tage und ist auch mobiler wenns um Abwerbeversuche der Konkurrenz geht. Ich hab noch keinen Unterschied in der Belastbarkeit festgestellt.
einer mit paar Jahren Berufserfahrung, sagen wir mal um die 30: da würde ich einerseits einen ledigen bevorzugen, weil er sicher mehr Zeit hat, um sich auf seine Karriere zu konzentrieren, würde aber gleichzeitig befürchten, dass in den nächsten Jahre eventuell Familiengründung ansteht, vor allem bei Frauen.
Menschen die Ihre Freizeit mit dem Job zuballern stelle ich nicht ein. Wer ständig länger als 8h im Büro ist (Es gibt Ausnahmezeiten) ist nicht in der Lage seinen Job richtig zu machen (dann reichen 8h) und klappt mir wegen permanenter Überlastung irgenwann zusammen.

Bei > 40 würde ich Kandidaten, die bereits Familie haben, als ausgeglichener und zufriedener bezeichnen.
Und dann kommt die Scheidung und die Konzentration auf den Job ist futsch!

Nein, wer klug einstellt hat andere Kriterien als den Familienstand. Man schaut auf die Qualifikation, Teamfähigkeit, also ob er/sie in dieses bestimmte Team passt, Neugierde, Reisebereitschaft, Loyalität, soziale Fähigkeiten (Eltern haben da Vorteile), geistige Flexibilität etc.

Damit bin ich bisher sehr gut gefahren.
 
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  • #30
Haben Verheiratete bessere Chancen als Singles

Das eine ist das Bild nach außen. Ich finde man kann hier nicht nur Berufspolitiker
mit Musterfamilie bemühen. Klar versuchen die sich als ideale Menschen zu präsentieren.
Lies mal was Jackie Kennedy alles an Geliebten ihres Mannes ertragen musste. Die traute sich in einen gewissen Flügel des Weissen Hauses zu bestimmten Stunden nicht hinein.

Soziale Kompetenz im Job müsste ja dann bei allen Eltern höher sein. Ist Quatsch.
Beruflich verwertbare soziale Kompetenz erwirbt man fachgebunden im Team und im Job.
Sehe keine Kompetenz beim Windeldiplom und der Umgang mit Kunden ist was anderes als der Umgang mit Kindern.

Bei Verheirateten hat man den Nachweis einer Bindung: an einen Menschen, an eine Wohnung, an einen Standort. Sind Kinder eingeschult, hat man die Garantie einer gewissen Verwurzelung. Von hier aus wird auf Loyalität zum Arbeitgeber geschlossen. Auch das ist Quatsch. Entweder ich mag was ich tue und bleibe. Oder ich ergreife neue Chancen an anderem Ort.