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  • #1

Habt ihr alle keine Ängste

W/47
Ich lese schon lange in diesem Forum. Leider bekomme ich immer mehr das Gefühl anders zu sein. Unvollkommen! Ich bin 170, nomal schlank und habe inzwischen viele Männer getroffen. Mit einigen etwas Kurzes angefangen auch mal über ein paar Monate. Einer davon ist mir wichtig geworden, wir sind inzwischen Freunde, die ab und an auch noch im Bett landen.

Ich habe den Glauben an die Möglichkeit einer langfristigen Beziehung verloren. Mein Leben ist nicht perfekt, es gibt dort Sorgen und Probleme, das wird sich auch vorläufig nicht ändern, vielleicht auch nie. Kurz - ich habe mein Leben nicht mehr wirklich im Griff und glaube auch das wird mir nicht mehr gelingen.

Um mich herum kenne ich eine Menge Leute (m wie auch w) denen es ähnlich geht. Finanziell schlechte Zukunft aus unterschiedlichsten Gründen, kaum eine Hoffnung auf mögliche Änderung, im Gegenteil, Damit verliert man scheinbar die Erlaubnis im Leben noch mit zu spielen und so geht eine Spirale ganz sicher abwärts...

Ich kenne auch erfolgreiche Menschen, in Familie und auch Bekanntenkreis. Aber man grenzt sich selber aus, sobald einige Faktoren nicht mehr stimmen.

Und das macht mir Angst, große Angst! Aber ich habe das Gefühl, manche können damit locker umgehen. So nach dem Motto, was nicht vermeidbar ist muss man einfach hinnehmen und dann können diese Menschen es auch hinnehmen. Ich kann es nicht! Ich rede auch nicht mit jedem darüber, daher bin ich mir nicht sicher, ob es noch ganz viele Andere mit genau den gleichen Ängsten gibt? Fühlen sich alle derartig ausgegrenzt? Und ich lebe (noch) nicht auf Hartz-Niveau, sogar in einem Haus, fahre ein Auto, gehe aus.... ein Fremder sieht mir all das nicht an! Allein das Wissen, dass ich keine Chance mehr habe all das wovor ich Angst habe aufzuhalten macht mir schon Panik.

Nur ich? oder gehts anderen ähnlich?
 
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  • #2
Natürlich ist es klüger, Dinge, die wirklich nicht vermeidbar sind, hinzunehmen, ohne sich laufend darüber zu zerfleischen! Es ist pragmatisch, schont Nerven und spart Energie. Bis zu einem bestimmten Grad kann man das sogar lernen.

Und: es heißt nicht, dass da gar keine Ängste, kein Frust im Untergrund sind; es heißt aber: diese Ängste und evtl. vorhandenen Frust nicht oberhand gewinnen lassen!

FS, führe Dir vor Augen, dass wir alle eines Tages sterben werden, früher oder später - unvermeidlich! Hast Du jeden Tag Anst davor? - Wäre das so, wär das Leben nicht lebbar, man macht aus der geschenkten Zeit das Beste und verdirbt sie sich nicht dadurch, dass man sich dieser Angst völlig hingibt.

Konzentriere Dich auf das, was möglich ist!!
 
  • #3
Kurz und bündig- Du lässt Deine Ängste Dein Leben bestimmen. Das ist nicht gut.

Angst hat jeder- nur die Art und Weise wie wir damit umgehen macht den Unterschied zwischen Erfolg und scheitern aus.

Im übrigen- keiner is perfekt und dennoch verlieben wir uns auch noch in weitaus höherem Alter als Du es gerade bist. Wieso also sollst Du keine Chance haben? Oder gibst Du Dir selbst nur keine weil Du Angst hast?
 
  • #4
Man kann an den meisten Situationen im Leben selbstverständlich etwas machen um dem eine positive Richtung zu geben. Nicht alles auf einmal aber Schritt für Schritt. Vielleicht verhädderst du dich auch und kommst daher kein Schritt voran. Und wenn man versucht seine Probleme zu beheben, dann stößt man auch nicht auf Ablehnung in seiner Umgebung.
 
  • #5
Mir scheint, die FS (47) ist in ihrer Midlife-Krise ? Na dann, "Herzlich willkommen im Club".

Positiv: Daß man noch lebt, und (halbwegs) gesund ist.
Negativ: Daß man nicht weiss, wie es weiter geht ?
Bedrückend: Daß Einem die -restliche- Lebenszeit bewußter wird.

Sich überlegen: Was will ich in meinem Leben noch machen und erleben - was nicht (mehr) ?
= mit seiner Zeit kostbarer umgehen. Besser: Keine Zeit mit den falschen Leuten / Partner/in vergeuden.

Ich plane z.B. meinen diesjährigen Urlaub sehr bewußt - und als Single.
Aber auch beruflich Diverses denkbar, z.B. evtl. für zwei Jahre in die USA. Und (danach) meinen Umzug nach Berlin, meiner Lieblingsstadt ? Alles denkbar, besonders als Single.
Und keinen negativ gestimmten Partner/in im Hintergrund:"Nee - das will ich alles nicht".

Es ist interessant, auch die kleinen Dinge zu entdecken. Malediven sind wunderschön, aber z.B. Usedom ist sehr idyllisch und romantisch. Viele halten sie noch schöner, als Rügen. Eine Bekannte schwärmt und reist zur Insel Norderney.
So mancher unscheinbare Gasthof im Schwarzwald überraschte mich mit seiner guten und reichhaltigen Küche. Und das kleine -preisgünstige- Hotel am Bodensee-Ufer, werde ich auch noch besuchen.

Mein Fahrrad ist stets startklar, für die "kleinen Touren". Vor zwei Wochen entdeckte ich ein weiteres, neues Cafè, was mir besonders gut gefällt. Letzten Sonntag war ich auf einem Straßenfest, im schönsten Sonnenschein. Heute mittag war ich am sonnigen Flussufer, und sah u.a. 30 Schwäne.

Ich messe mein Leben nicht mehr nach Erfolg - sondern was mir Spass macht !
 
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  • #6
Liebe FS,

Du denkst doch nicht ernsthaft, dass es Menschen gibt, die keine Sorgen haben? Wie heißt es so schön: "Unter jedem Dach ein Ach".

Ich bin im Steuerbereich, wir erfahren von unseren Mandanten alles, Scheidungskosten, Krankheitskosten, Erbschaftstreitigkeiten.... du darfst mir gerne glauben, diejenigen, die am meisten Geld haben, haben oft nicht die kleineren Probleme. Obwohl ich nur mein vergleichsweise kärgliches Gehalt habe, möchte ich nur gaaaaanz selten tauschen.

Sei froh, dass Du gesund bist, alles andere ist das ganz normale Leben! Dein Leben ist nicht schlechter als ein anderes. Glück ist eh nicht käuflich, das haben schon einige gemeint und sind unglücklich geworden.
LG
 
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  • #7
Vllt. hast Du zu hohe Erwartungen ans Leben und verzettelst Dich dadurch. Fast Jeder hat Probleme, Ängste und Sorgen.

w
 
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  • #8
Liebe FS, ich w, Ü30, Akademikerin bin schon mal um eine Haarbreite ( echt wie durch ein Wunder!) Harz 4 entkommen und JA, ich habe (nicht "seitdem") Angst oder Ängste, die mein Leben prägen. Auch die Angst, meinen jetzigen, stressigen , herausfordernden aber echt heissgeliebten Job zu verlieren! Und auch die Angst krank zu werden und dadurch arm und berufsunfähig zu sein. Ich habe 2 kleine Kinder (um sie habe ich als Mutter natürlich auch Angst) , und ich habe auch in meiner Jugend einige Erfahrungen, auch Erfahrungen mit Armut und Arbeitslosigkeit gemacht , und ich weiss wovon ich rede. Man freut sich, gesund zu sein, aber gesund und WIRKLICH arm macht trotz allem nicht glücklich. Ich glaube, das alles hat gar nichts mit dem Alter oder mit der Midlife-Krise zu tun, sondern nur mit der Reife. Manchmal denke ich auch an die Bibel-Sprüche, oder was würde ich z.b. bei einem plötzlichen Welt- oder Lebensuntergang mitnhemen wollen oder müssen? ... Wenn es um Gegenstände geht... nicht viel... Und bitte sagt mir nicht, ich wäre verrrückt . :)
 
  • #9
Ich glaube, Du bist nahe an der Realität, keinesfalls realitätsfern, aber genau deswegen bist Du zu pessimistisch für Dich selbst. Leute, die realitätsfern sind, treffen eher falsche Entscheidungen. Du nicht. Deswegen, geht es Dir offenbar auch noch nicht zu schlecht. Du leidest quasi auf hohem Niveau, aber Dein Geist schaut schon pessimistisch voraus. So kriegst Du aber nicht den Blick für die sich bietenden positiven Gelegenheiten, die Du zum richtigen Zeitpunkt packen must. Wenn man das fühlt, ist das ist ein berechtigter Grund für Angst. Ein Teufelskreis. Durchbreche ihn, glaube an Dich und auch andere.
 
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  • #10
Hallo FS

Ich männlich 46 kann dich gut verstehen..ich habe ähnliche Erfahrungen in Beziehungen gemacht..

Dann habe ich mich selber gefragt ob es vielleicht an meinem Beziehungsmuster liegen könnte und es geändert..heute bin ich knapp 2 Jahre in einer sehr glücklichen Beziehung..

Mein Beziehungsmuster war ziemlich klassisch..Ich habe mich immer verliebt und geglaubt durch die Gefühle alleine begleiten mich auch nach der Verliebtsphase in die Beziehung solange beide dieselben gefühle hegen und sie stark genug sind..

Das war falsch..Gefühle schwanken immer wieder..Und wenn man seine Beziehung ausschliesslich über verliebt sein und gefühle definiert wird sie unstabil wenn die Gefühle (was durch Lebensumstände und Alltag bedingt völlig normal ist) und schwanken..schwanken bis sie umfallen..

Heute weiss ich wie wichtig es ist schon in der Verliebtsheitsphase verbindlichkeiten und strukturen zu schaffen um ein stabiles Gerüst der Partnerschaft aufzubauen..

Heute weiss ich wie sehr schon allein das in Frage stellen "ob es denn nun wirklich die richtige ist" nach dem ersten und/oder zweiten Konflikt ein riesenfehler ist..

Denn fängt man damit an , fragt man sich nach dem nächsten Konflikt wieder...

So geht die Tür immer ein bischen weiter zu und der Punkt wo sie ganz zufällt ist schnell erreicht..

Dann ist es aus..

Think positiv von Beginn ist sehr sehr wichtig..Mit positivem denken kann man sich und sie Beziehung sogar auf den guten Weg steuern..und wenn man mal 1-2 jahre geschafft wird es einfacher..

Eine weiteres Kriterium mein beziehungsmuster zu überdenken war, das ich immer gedacht habe "entweder es passt gleich oder gar nicht"..auch das war falsch..gerade wenn man Ü40 ist und schon ein Gefäss voller Erfahrungen hinter sich hat , die Lebensumstände Patchworkkinder/beruflich/Wohnort eine Partnerschaft negativ beeinflussen ist es wichtig das man zusammen wächst und auch der Liebe zeit gibt wachsen zu können..

Wahre Liebe vom Partner bekommt man nicht geschenkt..dafür muss man Dinge tun die den anderen tief (positiv) berühren..

Vielleicht überdenkst Du auch einmal dein Beziehungsmuster..

ich wünsche Dir viel Glück..
 
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  • #11
Liebe FS, ich bin w, 43, und auch seit einigen Jahren Single. Zeitweise hat mich das ziemlich deprimiert. Mittlerweile sehe ich das Ganze jedoch recht gelassen. Entweder, der passende Partner begegnet mir mal oder eben nicht. Ich gestalte mein Leben aktiv, unternehme viel und verreise gerne mit Freunden. Ich habe Haus, Garten, Kater und einen interessanten Job. Ich mache mein Leben inzwischen nicht mehr von einer Beziehung abhängig und definiere meinen "Wert" auch nicht darüber. Kürzlich hat mir eine liebe Freundin ein tolles Buch geschenkt: "Wu Wei" von Theo Fischer. Es handelt vom Tao, nach dem man sein Leben frei von äußeren Zwängen und Druck ganz einfach in der Gegenwart und in innerer Gelassenheit lebt. Ich kann dir dieses Buch auch sehr empfehlen.
 
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