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Gast

  • #1

Habt ihr als Singles keine Angst, dass kein "richtiges Leben" mehr daraus wird?

Damit meine ich: Zusammenwohnen, morgens und abends, am Wochenende und im Urlaub zu zweit sein, sich zusammen mehr leisten können etc. Je nach Lebensentwurf auch gemeinsam etwas zu erarbeiten, Kinder und Hausbau, wer weiß. Auf jeden Fall nicht dieses Warten. Dieses Aushalten des Zustands, in dem man bereits jetzt nicht mehr leben will. "Noch" allein eben. Der Gedanke: "Das kann/habe ich "noch" nicht." Aber wie lange noch...? Selbst wenn es in meinen 40ern noch klappen kann, empfinde ich dieses "Davor" jetzt, in meinen 30ern, als vergeudete Zeit. Diese Jahre gibt mir ja hinterher keiner zurück. Ich warte und warte, seit Mitte 20 ist das ein richtiges Problem für mich. Wie lenkt ihr euch ab? Viel arbeiten und hin und wieder ein paar Bekannte treffen, das kann doch nicht alles sein? Die Zähne zusammenbeißen und weiter warten, immer länger - das fällt mir immer schwerer.
 
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  • #2
Ich finde es auch äzend aber ich bin auch erst paar Monate Solo, ich habe eigentlich nie länger als 3 Monate auf die nächste warten müssen aber momentan habe ich auch noch nicht so die Motivation für was neues. Trotzdem nervt es allein zu sein, fühle mich manchmal wie "tod", "leer" aber so ist das allein sein nunmal. Vorallem bin ich jemand der nie allein sein kann, ich habe keine Motivation für sowas.
 
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  • #3
Wieso ist es als Single kein "richtiges" Leben - Du bist doch nicht nur zu zweit ein ganzer Mensch. Ich definiere mich über die Dinge, die ICH tue, die ICH erreiche und nicht über meinen Partner. Du kannst doch nicht einfach da sitzen und warten, dass ein Partner vorbei kommt...
Das ist mir wirklich unbegreiflich, dass manche hier sich so sehr nach einem Partner verzehren, dass sie sich anscheinend alleine minderwertig und nutzlos fühlen...?
Engagiere Dich für die Gesellschaft, übe einen sinnvollen Beruf aus, kümmere Dich um Verwandte und Freunde - kurz gesagt, nutze die Zeit sinnvoll und schlage sie nicht tot, sonst waren es wirklich vergeudete Jahre!!!
 
  • #4
Liebe Fragestellerin,

auch wenn es schwer fällt, Mut und Optimismus, ist nötig. Das muss man auch ausstrahlen, sonst machen die Menschen einen Bogen um den ständigen Trübsinn - Glube mir, ich weiß, wie schwer das ist, nach langer, am Ende sehr unglücklicher Beziehung. Ich hatte auch ein großes Tief zu überwinden.

"Ich warte und warte,..." Vom Warten wird leider nichts, bitte aktiv werden. Versuche es über EP, eine Garantie gibt es nicht.

Der letzte Satz in #2 sagt es sehr schön aus. Ich bin ja beinah entsetzt, wie Du Dein Leben jetzt als vergeudete Zeit betrachten kannst.

Angst LÄHMT, also Mut und Tatendrang, auch wenn das jetzt albern klingt.

Motivation ist sich selbst am "Skalp" aus dem "Sumpf" ziehen.


@#1 (auch an die Fragestellerin

Du willst nicht allein sein, Du WILLST etwas anders, diesen WILLEN baue aus, gib ihm Leben - genau das ist Motivation (lat. movere [sich] bewegen ) - eine Chance.

Alles Gute
 
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  • #5
Ich habe keine Angst davor weil ich auch alleine bereits ein richtiges Leben führe, eine Frau dazu wäre das i-Tüpfelchen aber absolut keine Voraussetzung für ein richtiges Leben.
Wer sein Leben nur als warten auf einen Partner sieht der sollte wirklich ganz dringend mal sein Leben überdenken.
 
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  • #6
Du tust ja gerade so, als wäre das Singleleben eine Katastrophe! Und das in dem Alter! Kannst Du Dich denn nicht an Deinem Leben erfreuen? Du bist jung, ungebunden, frei, genieße diese Zeit. Tu etwas, auf das Du stolz sein kannst, lebe! Du scheinst etwas frustriert zu sein, da ist es ohnehin schwer Kontakte zu finden. Du mußt Dir erst mal im klaren darüber werden, wer Du bist, was Du willst (ohne Partner) und wenn Du Deinen Weg kennst, dann geh ihn. Du musst eine eigene Persönlichkeit werden und Dich nicht von einer Partnerschaft (die es noch gar nicht gibt) abhängig machen.

Wenn Du so weiter machst, dann wirst Du es irgendwann bereuen und es waren wirklich vergeudete Jahre - genieße, arbeite und lebe jetzt! Und irgendwann wird dann auch der richtige Partner Dein Leben kreuzen, Du musst nur aufmerksam durch`s Leben gehen. Das Leben ist so auch sehr lebenswert. Sei offen, ehrlich und versuche Kontakte zu knüpfen - in dem Alter ohne Kinder geht das übrigens im RL wesentlich besser! Geh aus, reise, bilde Dich fort, nutze Dein reales Netzwerk, um mehr Leute kennen zu lernen. Das funktioniert nicht nur online bei Facebook!

Alles Gute (39, w)
 
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  • #7
Sehr traurig, wenn man sich erst über einen anderen Menschen definiert.Ich bin seit 6 Jahren echter Single und würde nie mehr tauschen wollen-erst alleine habe ich meine Mitte gefunden, erkannt, was ich mir wert bin.Rückblickend war ich in Beziehungen immer unglücklich, nicht ich selber.
w,47
 
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Gast

  • #8
Liebe FSin, ich kann dich sehr gut verstehen!

Es ist der Zustand des Alleinseins der dich belastet. Ich denke, die meisten empfinden so. Ich meine sogar, es ist ganz wichtig so zu empfinden. Wenn ich die Beiträge von #2 und #4 ansehe denke ich die beiden sind eingefleischte Singles, sie haben sich längst daran gewöhnt alleine zu sein - ein Partner wäre nur mehr ein bisschen mehr - so funktioniert aber Beziehung nicht. Bei den ersten Schwierigkeiten ist der Partner dann wieder ageschossen, weil Singles plötzilich merken, dass Partner auch Verzicht bedeuten können - um des Partners willen.

Nimm dir den Ratschlag von #3 zu Herzen. Gehe vom Warten auf das Suchen über. Gewinne die Lust am Flirten. Gehe raus. Genieße die Gesellschaft von Menschen. Und sei bereit dich zu verlieben.

LG, m, 39
 
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Gast

  • #9
So, also die Frage regt mich richtig auf. Auch ein Single-Leben ist ein richtiges Leben. Darf ich nicht leben, weil ich single bin, hallo? Ich kann mir doch auch Ziele setzen und das Leben geniessen, ohne eine Beziehung zu haben. Und wenn alle Singles so denken würden, dann wären wir ja eine ziellose Gesellschaft. Aber es bestätigt eben auch, dass es Viele gibt, die denken, dass eine (schlechte) Beziehung immer noch besser ist, als alleine zu sein. So stürzt man sich sich halt von einer Beziehung in die nächste, nur damit man nicht mit sich alleine klar kommen muss und sich mal über sich und sein Leben Gedanken machen muss. Wer nicht alleine leben kann, der muss es irgendwann mal lernen!!!
 
  • #10
Liebe FS, Du machst da einen Kardinalfehler. Du machst Dein Leben vom vorhandensein eines Partners abhängig, glaubst dass ein solcher Deine Probleme lösen wird, Du erst zu einem vollwertigen Menschen wirst wenn Du einen Partner und Familie hast. Dazu noch wartest Du auf den weissen Ritter...

Es funktioniert aber genau anders herum. Lebe Dein Leben, mach was Dir taugt, sehe zu dass Du eine Persönlichkeit wirst, in Dir ruhst und eben nicht jemanden anders die Verantwortung für Dein Leben überträgst. Und dann wirst Du auch überaus attraktiv für das andere Geschlecht sein.

Warte nicht, LEBE!
 
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  • #11
Also, manchmal wunderts mich gar nicht, dass Leute noch alleine sind...
Man 'wartet', so als ob gleich wer vorbeikommt, einen an der Hand nimmt und das Leben zu zweit beginnt.

Wenn das meine Grundeinstellung wäre, dann wäre ich in meinem ganz nie verheiratet gewesen, hätte kein Kind bekommen und würde heute noch warten. Was ich aber wirklich bitter finde, ist, wenn das bereits Jahre / Jahrzehnte so geht und man dann rückblickend auf NICHTS zurückschaut.

Das sollte einem doch den nötigen Anschubser geben. Lieber mal was falsch machen, als nichts machen.
 
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  • #12
Diese Einstellung ist furchtbar-wie kann es sein dass du dein Glück so von einer Beziehung abhängig machst?
Natürlich wünscht sich jeder eine tolle Beziehung, natürlich ist vieles schöner zu 2. und natürlich gibt es Phasen in denen man das stärker spürt-aber ein Leben als Single als vergeudet zu betrachten, ist tatsächlich vergeudet. Ich bin sicher keine die das Single Leben als die Toplebensform sieht aber wenn es mit keinem passt kann man doch auch nichts daran ändern und kann trotzdemschön leben.
Ich denke dass du erst en deiner Einstellung arbeiten musst-sorry.
w, 39
 
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Gast

  • #13
Ganz und gar nicht!

Hatte gerade Besuch von einer Ex, die seit über 10 Jahren mit meinem Nachfolger liiert und zwischenzeitlich auch vh ist.

Bin ich froh, nicht an seiner Stelle zu sein!

Dieses unterschwellige, bürgerlich-spießige absichern und festhalten wollen, nur nicht alleine sein wollen (wie schreibt man das nun eigentlich richtig nach der Rechtschreibreform?), das ich bei vielen Paaren spüre - und das auf Dauer seltenst funktioniert - furchtbar!

Ich fühle mich als Single ganz lebendig und frei. Das Bad, die Küche, meine Zeit, gehört alles mir. ;-)
 
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Gast

  • #14
Ein richtiges Leben besteht für dich darin, dass du einen Mann findest, ihn heiratest und ihr miteinander Kinder bekommt? Vielleicht noch ein schönes Haus im Grünen? So wird uns Glück suggeriert. Eine Frau, die allein ist, zählt nichts in unserer Gesellschaft. Das habe ich schon oft gehört. Noch schlimmer: "Du führst ein unanständiges Leben." Weil ich nicht den Richtigen gefunden habe und demzufolge nicht verheiratet bin.
Aber wie viele Ehen verlaufen glücklich? Wir wissen nicht, was sich hinter den verschlossenen Türen abspielt.
Eine Reisebekanntschaft schilderte mir mal, was sich in ihrer neuen "Eigenheimsiedlung" so alles abspielte. Ehebruch, Alkoholismus, Gewalt, Depression- alles spielte sich hinter den Fassaden ab. Nur nach Außen sah es nach trautem Heim und glücklichem Familienleben aus.

Ich möchte dir nur damit sagen, dass das, wonach du dich sehnst kein Garant für ein glückliches Leben sein muss.
Das Leben hat vielleicht andere Pläne für dich und vielleicht findest du auf anderen Wegen dein Glück.
 
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Gast

  • #15
Liebe FS,
Du hast absolut recht! Es ist kein richtiges Leben.
Als Single lebt man, wie eine eingelegte Gurke. ;-) Man konserviert seine Jugend für ein Leben, das irgenwann einmal anfangen soll. Man geht arbeiten, vertrödelt die Zeit mit hobbys, häuft sein Vermögen an und kauft sich davon noch mehr unnützes Zeug, das erst die Wohnung besetzt und dann die Umwelt verschmutzt. Ständig redet man sich ein: "Ich bin noch jung, ich habe noch viel Zeit, mit 40 kann man auch noch Kinder bekommen..."
Das Leben mit einer Familie ist auch nicht gerade leicht, aber es ist ein richtiges Leben. Man hat Probleme - man löst sie, man kommuniziert miteinander, findet Kompromisse, man "expandiert", dann muss man wieder einen Schritt zurück...alles ist immer in Bewegung. Man wächst an seinen Aufgaben.
Und wenn es irgenwann doch zur Trennung kommt (wie zB bei mir), nun das gehört auch zum Leben. Sich vor einer Trennung schützen zu wollen, indem man gar keine lägere Beziehung eingehen will, na ja, das ist auch nicht der Sinn des Ganzen.
ich schließe mich auch #3 an: Versuche etwas zu ändern! Auch wenn es keine Garantie dafür gibt, dass eine Partnerschaft funktioniert. Das Leben läuft weiter, während man auf einen Traum:"den Richtigen" wartet.
Viel Glück!
 
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Gast

  • #16
Ich war von 18 bis 32 in einer festen Beziehung. Seit dem bin ich mehr ein Single, als in Beziehungen gewesen. Es gab viele Jahre, in denen es für mich völlig in Ordnung war. Erst einmal habe ich vieles nachgeholt und meine Freiheit genossen und dann dachte ich immer, es stehen mir ja noch alle Türen offen, es wird schon noch mal wieder klappen mit der dauerhaften Partnerschaft, mit der Familie.
Das mit der Familei habe ich mir inzwischen abgeschminkt, hoffe aber immer noch auf eine glückliche Beziehung. (Zumindest will ich es noch glauben)
Klar denke ich manchmal im Rückblick, ich hätte mein Leben total verwirkt und am Leben vorbei gelebt. Wenn ich mir dann aber die Ehen meiner Freundinnen anschaue, die jetzt alle nacheinander zerbrechen und viele Jahre lang auch nur wegen der Kinder, der Absicherung oder was weiß ich aufrecht erhalten wurden, dann weiß ich, dass mein Singleleben gar nicht so schlecht war.
Viele haben jetzt richtig große Probleme. Ich bin es gewohnt immer für mich alleine zu sorgen und mir meine Kraft aus meiner eigenen Mitte zu holen. Das ich das kann und geschaftt habe, macht mich auch ein bisschen Stolz.

FS, es ist kein Makel Single zu sein und dazu bist du noch richtig jung. Genieße deine Jugend, dein Leben, dann werden sich die Chancen auf eine Partnerschaft schon ganz von selbst ergeben.
 
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Gast

  • #17
Mir tut vor allem dein Partner Leid, an den du Ansprüche stellst, die man als Partner kaum erfüllen kann - nämlich zu garantieren, den anderen permanent glücklich zu machen.

Wenn du mit dir selbst unglücklich bist; dir selbst nicht genügst; du allein nicht dafür sorgen kannst, zufrieden zu sein, dann kommt auf deinen Partner eine Riesenbelastung zu. Ich war mit einem Menschen zusammen, der nicht allein sein konnte, und diese Erfahrung möchte ich nie mehr machen. Auch in einer Beziehung bin ich eine eigenständige Person und NICHT für das Glück des anderen verantwortlich.
 
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Gast

  • #18
Ich persönlich mache auch Glück von einer Beziehung abhängig, weil es das ist wofür ich arbeite und Geld verdiene, Status, Einfluss und Macht dienen der "Fortpflanzung" und um natürlich die richtige Partnerin zu finden ! Ich lebe nicht für mich sondern für den Ursprung des Lebens, eine Familie gründen und aufziehen. Jeder Mensch hat die Verantwortung sowas durchzusetzen, die Natur verlangt es.

Naja dann gibt es noch Singels die Ihre Aufgabe mit der Fortpflanzung bereits erfüllt haben, denen seien ein paar ruhige Jahre gegönnt.
 
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Gast

  • #19
Ich habe mehr als eineinhalb Jahrzehnte allein gelebt, meinen Urlaub aus eigenem und nach eigenem Gusto gestaltet, mir einiges allein selbst erarbeitet. Und ich kann verbindlich berichten, dass das ein "richtiges" und vielseitiges Leben ist. Jedenfalls richtiger, erfüllender, selbstverantwortlicher und unverkorkster als vieles, was andere mit ihren so genannten "Partner"schaften anstellen.

Und wenn mir da jemals Zweifel aufkämen, so reichte es nur, eine kurze Zeit lang in den Rubriken dieses Forums mitzulesen.

Ganz ehrlich - selten habe ich mir so nachhaltig den Appetit verdorben als durch das Lesen in diesen Threads. Eine unendliche Phalanx von Menschen - vorwiegend Frauen in den späten 30ern und 40ern - berichtet über Verhältnisse, die von vorneherein kaputt sind, kaputt gegangen sind, brüchig zusammengestoppelt waren und folglich nicht halten, Nicht-Verhältnisse sind bzw. waren, Familientrümmer zurücklassen, nicht mit Familientrümmern zurecht kommen, Schäden erzeugen, Schäden hinterlassen, Schäden vehement ableugnen und dabei unwissentlich fast gleichzeitig durchblicken lassen, dass sie eben doch aufgetreten sind und zwar sehr heftig.

Das Ganze zuweilen verbrämt mit einer verlogenen und oberflächlichen Philosophie - wenn man es überhaupt Philosophie nennen will - die die offensichtlichen Katastrophen wegverdrängt, die Augen fest verschließt und wider jede klare Evidenz behauptet, dass die zusammengestümperten, verantwortwortungslos eingegangenen und egoistisch und lieblos betriebenen Partnerschaften etwas Schönes seien oder gewesen seien, für das es sich zu leben lohne.

Wie soll man zu einem Kassierer Vertrauen aufbauen, wenn dessen Vita zeigt, dass er bei soundsoviel früheren Arbeitgebern in die Kasse gegriffen hat? Wie soll man zu einem Partner bzw. einer Partnerin Vertrauen aufbauen, wenn bei ihm bzw. ihr schon soundsoviel frühere Partnerschaften mit oder ohne Streit in die Hose gegangen sind, gebrochene Haltbarkeitsversprechen und gestrandeter Nachwuchs meist inklusive?

Was bei diesen kaputten Katastrophen dann am meisten zählt ist - ausgerechnet - die Altersfrage. Als ob ein alter mehrfacher Totalschaden in irgendeiner Weise besser oder schlechter ist als ein junger mehrfacher Totalschaden wäre, und als ob das in irgendeiner Weise belangvoller wäre als wie groß der Unfallschaden _ist_ (bzw. ob vorhanden).

Wirklich, es ist schwer, darüber _keine_ Satire zu schreiben.

Das wird jetzt wieder ein Debattenbeitrag werden, wozu keiner was zu schreiben weiß. Vielleicht ist er auch zu politisch inkorrekt, um überhaupt gelesen werden zu dürfen.
 
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  • #20
Also mein "richtiges Leben" begann erst nach der Scheidung. Vorher hatte ich das gefühl, nicht wirklich ICH sein zu dürfen, ich war nur die Hälfte eines Paares und nicht ein "Ganzes ICH".

Als Single geht es mir gut, ich kann mich selbst verwirklichen, ich muss nicht mehr fragen, ich kann selbst entscheiden. Ich sitze nicht in meinem Kämmerlein und warte auf einen Märchenprinzen, ich LEBE.
Das ist eine Frage der Einstellung und des Selbstwertgefühls. Mach etwas aus deinem Leben, so wie es ist. Es kann gut sein, dass du noch 50 Jahre alleine lebst, willst du es so lange mit Warten verbringen? Bist du dir sicher, dass du mit Partner glücklicher bist? Für dein Glück bist nur DU zuständig, ein anderer Mensch kann dich nicht glücklich machen.

Meine alte Tante war ihr Leben lang nie verheiratet. Sie sagte immer "ledig g'storbn is a net gfreggt" Zu deutsch: Ledig gestorben ist auch nicht verreckt.
Diese Tante war eine tolle Frau, sie hat sich ihren Eltern widersetzt und nicht den vorgesehenen Mann geheiratet, sie hat einen Beruf erlernt (Anfang des 1920 durchaus nicht üblich) und hat eine bescheidene Karriere gemacht. Sie hat bereits in den Nachkriegsjahren und bis zu ihrem Tod mit 86, große Reisen unternommen, hat die ganze Welt gesehen, hat sich ehrenamtlich und politisch engagiert und war immer lustig und zufrieden.
Wenn das kein "richtiges Leben" war, dann weiß ich auch nicht.
 
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  • #21
Wenn es hier rein ums Wohnen geht: ich bin sehr froh, dass ich alleine wohne.
Als Single ist es zwar teurer, aber dafür hat man viel mehr Freiheiten.
Niemand, der die Dusche blockiert, der Nachts schnarcht, der den Lieblingskäse gegessen hat, der die Messer immer in die falsche Schublade legt,...
Klar ist es schön, jemanden bei sich zu haben, mit dem man gemeinsam Essen kann, aber in meiner letzten Beziehung war es so, dass wir im Alltag schon fast einander vorbei gelebt haben, weil wir uns aufgrund der Arbeitszeiten nur wenig gesehen haben.
und dann muss ich sagen, genieße ich es doch mehr, nur meine Wäsche machen zu müssen und nicht alle zwei Tage den Flur wischen zu müssen, weil die schlammigen Fußballschuhe dort immer abgestellt wurden.

Nun habe ich sowas wie eine Wochenendbeziehung. So hab ich unter der Woche meine Wohnung für mich und genieße das auch und am WE verbringt man einige Mußestunden zu zweit. Und selbst, wenn nicht, dann hab ich immer noch meine Freunde oder geh einem Hobby nach.
In über 3 Jahren Single hab ich selten Langeweile gehabt und mir niemals Sorgen gemacht, dass es verschwendete Zeit sein könnte, keinen Partner zu haben.
man darf halt nicht zu hause sitzen und sich selbst bemitleiden, dass man keinen Partner hat.
Ein Partner im Leben ist nicht alles.
Ich war glücklicher Single und ich kann es jederzeit wieder sein.
Alles hat halt seine Vor- und Nachteile. Und an die Vorteile muss man sich halten und die Nachteile ausblenden.
 
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Gast

  • #22
"Das Leben mit einer Familie ist auch nicht gerade leicht, aber es ist ein richtiges Leben. Man hat Probleme - man löst sie, man kommuniziert miteinander, findet Kompromisse, man "expandiert", dann muss man wieder einen Schritt zurück...alles ist immer in Bewegung. Man wächst an seinen Aufgaben."

So etwas zu lesen erschreckt mich. Als Single stehst du still? Entwickelst dich nicht? Dein Charakter bleibt gleich? Du hast keine neuen Aufgaben? Ich bin meinem Leben dann dankbar, das es mir auch als Single diese Dinge gewährt.
 
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Gast

  • #23
@#18 ... unglücklich sein ist Mist!!! Egal ob alleine, zusammen, oder als Familie.

1.) alleine glücklich sein ist toll
2.) besser zusammen glücklich ... als alleine glücklich
3.) besser zu dritt glücklich ... als zusammen glücklich
4.) besser zu viert glücklich ... als zu dritt glücklich
5.) Glück in der Familie kennt keine Grenzen

Viele Singles haben gelernt alleine glücklich zu sein. Da kann selbst die Chance auf eine Beziehung bedrohlich wirken - weil die geht mit hoher Wahrscheinlichkeit (deutlich >50%) wieder in die Brüche. Auf jede Beziehung folgt scheinbar 1 Jahr "Verarbeitung". Da wird eine (Reihe von) Affaire schon deutlich berechenbarer.

Ist das Glück zu zweit um so vieles größer als das Glück als Single? Viele werden verneinen, weil Beziehungen auch Einschränkungen bedeuten und sie echte Schwierigkeiten nie durchgestanden haben.

Glückliche Beziehung scheinen selten zu sein. Zumindest wird davon im Forum einer Single-Börse selten davon berichtet. Warum sollte sich auch ein schon immer glücklicher Lebenspartner hierher verirren?
 
  • #24
Es geht hier um die Aufgabe des Lebens, wie entsteht Leben. Ist der Sinn des Lebens mit sich selbst glücklich zu sein oder die Natur Ihren weg gehen zu lassen, neues Leben zu schaffen, es zu erziehen und die Menschheit weiter zu führen und zu entwickln.

Ohne eine Gesellschaft entwickeln wir uns in die Urzeit zurück wo jeder tun und lassen kann was er will hauptsache er ist glücklich. Ach ich kündige heute, ich bin ja nicht glücklich.

Es geht dann nur noch um das glückliche Überleben? Der Weg ist das Ziel oder was?

Oder wir definieren Gesellschaft ganz neu: Jeder lebt für sich allein, ist glücklich und nimmt keine Rücksicht auf unsere Nachkommen die uns brauchen. Alle Kinder sind unehelich, weil 15 Jahre kann man ja nicht am Stück glücklich sein, es gibt ja soviel was man noch erleben muss. Die Kommunikation verhilft mir immer wieder neue Partner zu finden, bin ich nicht zufrieden suche ich mir was anderes. Jeder Vater zahlt Unterhalt, das muss natürlich sein auch wenn sich Frau einen anderen gesucht hat weil sie nicht mehr glücklich war.

Ja auch gut leben wir so weiter...Es ist ja egal hauptsache ich bin glücklich, scheiß auf die anderen hauptsache ich bin glücklich.
 
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Gast

  • #25
Mit deiner Einstellung kannst du nur verlieren!

Wenn du dein Leben als Single nicht aus- und erfüllen kannst, es mit dir selbst nicht aushalten kannst, wird dir das in einer Partnerschaft auch nicht gelingen. Ein potentieller Partner ist kein Unterhalter, kein Ideenbringer.

Ich habe nie aufgehört, an meinem Lebensenwurf zu basteln, wenn ich zurück schaue, sind die Jahre als Single ungeheuer kreative Jahre, sehr ausgefüllt.

Natürlich kann man sich an all dem festkrallen, was man (noch) nicht hat - da wird es immer vieles geben. Auf diese Weise stellt man sich quasi selbst einen Garantieschein zum Unglücklichsein aus. Wer es braucht ... bitte sehr.

Persönlich habe ich schon immer (egal ob Single oder in Beziehung) auf das geschaut, was ich bereits habe, auf die Möglichkeiten, die ich habe - und da gab es immer viele.

Komische Frage auch 'Wie lenkt ihr euch ab?' Ich z.B. lenke mich nicht ab, auch nicht in Phasen des Single-Seins - ich lebe, was ich mache, mache ich ganz - ich habe gerade begonnen, ein Musikinstrument spielen zu lernen. Das kann ich später - es wird mir Freude machen - egal, ob mit oder ohne Partner.

FS der Schlüssel für dein persönliches Glück ist - zu leben! Jede Minute etwas aus dem zu machen, was du bereits hast und kannst! Schluß mit dem Selbstmitleid.
Deine Einstellung, so wie du sie hier beschrieben hast - die strahlst du auch aus, selbst, wenn sie dir nicht in Worten auf der Stirn geschrieben stehst - und damit wirst du potentielle Partner vergraulen.

Fang endlich eine gute Beziehung mit dem Menschen an, der ein ganze Leben lang dir am nächsten ist - mit DIR (und das nicht nur als Notbehelf)!
 
  • #26
Ich hab mir jetzt nicht alle durchgelesen, aber:

Dein Satz: "Diese Jahre gibt mir ja hinterher keiner zurück."

Stimmt, da hast Du recht! Also warum mit Wehmut und Trauer vergeuden? Warum mit warten auf irgendwas Deine kostbare Zeit verschwenden?

Lebe Dein Leben und lebe es intensiv. Bring Dir selbst mal ein paar neue Dinge bei, mache Dinge, oder fahre irgendwo hi in den Urlaub wo Du Dich sonst immer vor gedrückt hast!?
 
G

Gast

  • #27
Mir geht es genauso, ich kann das Leben nicht alleine geniessen. Wie lange man warten muss.. ich stelle mich aufs lebenslang ein..) Auch wenn es sich blöd anhört. Das Leben als Single sollte schön sein?... na ja , dann bin ich eben so altmodisch, dass ich mir nichts mehr als eine normale Familie wünsche. Und flirten & Spass haben ... ehrlich gesagt, habe genug davon, auch wenn ich sehr intensiv lebe.
 
G

Gast

  • #28
@Nobbi: Du hast die Diskussion nicht richtig verstanden - die Frage dreht sich nicht darum, ob man in einer egoistischen Gesellschaft lebt, sondern darum, ob man sich als Single nur als "halber Mensch" betrachtet.
Vielleicht ist es Dir ja nicht aufgefallen: die meisten hier versuchen schon, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, aber da gehören immer zwei dazu und das klappt (aus unterschiedlichen Gründen) nicht immer.

Was aber die, die versuchen der FS zu verdeutlichen, dass sie ihre Singlejahre nicht mit Traueern zubringen sollen, meinen, ist NICHT, dass man nur an sich denken soll oder muss, sondern dass man ohne einen Partner nicht weniger WERT ist...
Un Dein gewetter gegen uneheliche Kinder: Ist es denn besser, wenn sie umgeben von Streit ausfwachsen, nur weil die Eltern auf krampf verheiratet sein müssen, wie vor 100 Jahren?
 
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Gast

  • #29
Fragestellerin: Danke - hier einige Erwiderungen:

1) "jetzt arbeiten, Beziehung später":

Was, wenn man schon ein ganzes Studium plus Diss durchgezogen und sich genau das immer gesagt hat? Höchstleistungen im Beruf als Kompensation - andere Erfolgserlebnisse habe ich ja nicht... Was soll ich nun noch arbeiten, um mir die Zeit zu vertreiben? Habt ihr auch daran gedacht, dass andere Menschen vielleicht gar nicht in erster Linie beruflichen Erfolg WOLLEN, sondern statt 16-Stunden-Arbeitstagen lieber Dienst nach Vorschrift und endlich ganz viel Zeit zu zweit?

2) Ehrenämter und Freundinnen

Um es ganz ehrlich zu sagen: Nein, ich möchte mich NICHT für die Gesellschaft engagieren. Das ist egoistisch und ein schlechter Charakterzug von mir, aber darum geht es hier nicht und mir das Bedürfnis selbst vorlügen kann ich schlecht. Steuern oder Spenden gern, aber persönlicher Kontakt nein. Anders als viele empfinde ich es auch NICHT als GENAUSO schön, z.B. mit einer Freundin Silvester zu feiern oder in Urlaub zu fahren. So nett diese Freundin sein mag - für mich ist das eine Notlösung, die zweite Wahl, und ich bin traurig, dass ich auch dieses Jahr wieder kein "richtiges" Fest habe, mit Partner eben.

3) Selbstfindung

Früher schonmal fünf, jetzt gerade wieder knapp vier Single-Jahre - und ich habe mich selbst nirgendwo gefunden. Nein, wirklich glücklich war ich immer nur in den kurzen Beziehungs-Zeiten! Jedesmal ist der Mann nach etwa einem Jahr gegangen mit der Begründung, es sei alles toll, nur reiche die Liebe eben nicht für Zusammenbleiben. D.h. ich kann mir nichtmal einen Fehler vorwerfen! Paradoxerweise kann ich auch immer schlechter alleine leben, je länger ich es muss! Früher, mit 19 beim Auszug von zu Hause, war das überhaupt kein Problem, weil ich dachte, dass eine "normale" Zukunft käme und ich Mitte 20 mit meinem Partner von der Uni zusammenziehen würde. Wie es alle anderen in meinem Umfeld ja auch gemacht haben.

4) Freiheit

Um Himmels Willen! Wie kommt ihr auf die Idee, Singlesein bedeute Leben, Flirten und Spaßhaben? Ich werde alleine kaum eingeladen (die anderen Paare machen halt miteinander etwas aus). Ich suche auf Veranstaltungen gezielt Kontakt und wenn niemand Interessantes da ist, bin ich enttäuscht. Oder es ist jemand Interessantes da und er beachtet mich nicht oder ist vergeben und ich bin frustriert. Hin und wieder lerne ich auch jemanden kennen und es wird von seiner Seite aus nichts daraus, obwohl zuerst alles danach aussieht - dann bin ich wirklich am Boden zerstört. Nein, an meinem Singledasein ist nichts abenteuerlich oder schön!

Was ihr als Möglichkeuten anseht, sind bei mir gescheiterte Versuche, da ich aktiv werde, aber eben nicht auf Resonanz stoße seit Jahren. Nun werden manche sagen, man dürfe eben nichts erwarten, um nicht enttäuscht zu werden, und nicht bedürftig sein, um nicht bedürftig = abschreckend zu wirken.

HAHA! Nur, wie um Himmels Willen soll ich vor mir selbst verleugnen, dass ich händeringend darauf warte, dass ein anderer auf mein Angebot eingeht und mir etwas zurückgibt? Denn es IST ja so - ohne dass der Mann mitspielt, wird es nichts und endet im Frust. Es gehören ja zwei dazu. Schön dumm, so etwas zu wollen...

@14 DANKE!! Ja, genauso ist es nämlich - nur dass es nie jemand zugeben will und alle die Positiv-Denken-Keule schwingen. Vor allem die konservierte Jugendlichkeit ist wirklich bitter - ich fühle mich manchmal lächerlich, wenn ich verbissen meine Nachtcreme auftrage, damit ich auch ja alles, was jetzt niemand sieht und anfasst, "für bessere Zeiten" aufbewahre. Das ist wirklich traurig.
 
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  • #30
Irgendwo kann ich die Frage verstehen, aber bedauere, dass der Threadersteller noch nicht erwacht ist.

Ich (m25) habe viele Jahre in einer Beziehung gelebt, meiner einzigen. Wenn mein Partner nicht bei mir war, habe ich mich unvollständig gefühlt, habe anders mit Menschen gesprochen, meist auf meinen Partner gehofft, keine Treffen mehr ohne jene arrangiert, etc. Ich hatte mich in der Zweisamkeit wohl gefühlt - manchmal. Wenn mein Partner weg war, fühlte ich mich nichts wert zu sein.
Dieser Text könnte fast so geschrieben sein, als wäre ich mit einer Zigarette verheiratet gewesen.

Der wahre SInn des Lebens kann sich für dich so definieren, einen Partner zu finden und für den Rest des Lebens zu behalten. Eine mediale Idealvorstellung, die uns eingegaukelt wird. Genauso wie rauchen, ebenso wie Sex überbewertet ist und männliche Herrschaften nach Ihrer "Quote" lechzen. Das könnte man auf viele Bereiche transferieren.

Ich denke vieles davon ist Kompensation unseres langweiligen Alltags.

Frage dich, was du morgens nach dem aufstehen gerne machen würdest, was du den Tag über machen möchtest - egal wie unvorstellbar es für dich scheint. Ob du dir morgens frische Brötchen liefern möchtest oder 1 Jahr in Peking leben möchtest, alles ist durchführbar.

In meiner letzten Zeit als Single habe ich erlebt, dass das was man sich emotional krampfhaft wünscht ein Blocker für das ist. Das was du dir wünscht ist die Freude die du dabei empfindest einen Partner zu haben - absolut verständlich.

Zu dem was #13 gesagt hat stimme ich zu. Für viele bin ich noch in einer glücklichen Beziehung - weil es die Gesellschaft so erwartet und ich nicht gefragt wurde. "Mir doch egal".

Gehe mit Stolz auf die Menschen zu, "ja!" du bist alleine unterwegs durch die Welt und wirst Respekt ernten - wenn du es willst. Auch von den Männern. Vielleicht lernt dein Traummann dich kennen und nicht du ihn. Vielleicht ist das sogar wichtiger...?

Ziele hat jeder auch mit Mitte 40, sie sind nur etwas eingestaubt. Ich wünsche dir so sehr, dass du (wieder) Freude an deinen Träumen findest.
 
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