• #1

Habt ihr euch hier schon mal vom Gegenteil überzeugen lassen?

Liebes Forumsvolk,

mir kommt in letzter Zeit häufig vor, dass hier im Forum verstärkt die Meinungs-Taliban Einzug halten - soll heißen, die eigene Meinung wird als absolute Wahrheit kundgetan und radikal bis aufs Absurdeste vehement verteidigt. In den sozialen Medien ist das länger schon die Normalität bzw war nie anders, dort geht es schließlich nur ums Pöbeln und Recht haben, weswegen dann auch tief in die Schopenhauersche Argumentations-Trickkiste gegriffen wird. Hier im Forum sollte aber doch der Anspruch etwas höher, im besten Fall sogar lösungsorientiert, sein. Oder nicht?

Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt? Bei welchem Thema? Oder habt ihr praktisch immer Recht?

Ich lege mal los: Bei @Laleila s Thread zur Affaire ohne Sex war ich von Anfang an überzeugt, dass das absoluter Quatsch und komplett nutzlos ist. Im Laufe der Diskussion, die ich nur am Smartphone lesend verfolgt habe, und einem Motörhead-Song, den ich zufällig im Auto gehört habe, kam ich nochmal ins Sinnieren und habe meine Meinung komplett geändert.

Ich bin gespannt!
 
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  • #2
Sofern man mit seinem Leben zufrieden ist, kann niemand "reinreden".

Hier prallen Charaktere aufeinander, wie sie unterschiedlicher kaum sein können.

Hilfreich für ein gutes Miteinander im Forum wäre es zu akzeptieren, dass es nun mal verschiedene Lebensentwürfe gibt.

Kein Grund, sich zu "bekämpfen".
 
  • #3
Von "Meinungs-Taliban" zu reden, halte ich für überzogen. Immerhin wird man hier nicht gesteinigt, wenn man anderer Meinung ist, und trifft eigentlich immer Menschen, mit denen die Wellenlänge passt, und dann andere, deren Ansicht stark abweicht und etwas drastisch geäußert wird. Ich persönlich schätze das allerdings auch, weil ich so vieles, worüber ich mich im RL wundere, besser verstehen kann.
Mir macht das auch Spaß, recht abstruse Meinungen und Formulierungen zu lesen. :)
Ich habe bei meinem Immobilienthema meine Meinung geändert. Anfangs tendierte ich stark zum Kauf bzw. zur Übernahme. Nachdem ich aber festgestellt habe, dass dazu eine Haltung bzw. eine Lebensphilosophie gehört, die ich nicht habe, bin ich wieder zu meiner ursprünglichen Tendenz zurückgekehrt und wir haben uns vorläufig dagegen entschieden. Wahrscheinlich wird sie jetzt noch ein paar Jahre vermietet, und wir schauen dann mal.
Dabei haben mir gerade die Äußerungen der FS geholfen, die mir gezeigt haben, dass da eben mehr dran hängt als es scheint.
 
  • #4
Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt?
Ich bin stur wie nur...
Das passiert daher selten. Aber ein bissl was gelangt doch in meinen Schädel.
Thema weiß ich nicht mehr. Es ging um "Freezing" bei Vergewaltigungen. Das hatte ich so nicht auf dem Radar. D.h. nicht, dass mich die Ausweglosigkeit mancher der damalig geschilderten Ereignisse restlos überzeugt hätte.
 
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  • #5
Ich denke die unterschiedlichen Meinungen entstehen, weil Menschen unterschiedlichen Wertesysteme und Erlebnisse haben und unterschiedlich sozialisiert sind. Vor einigen Jahren waren für mich Themen wie Polygamie, Seitensprung und Ähnliches das schlimmste, was man tun könnte. Im übrigen und nur für das Protokoll : Taliban befürworten Polygamie des Mannes und Eherecht in Afghanistan beinhaltet mindestens einmal Beischlaf in 4 Tagen 😀. Man kann das bei Wikipedia Seite über Eherecht lesen.
Heute bin ich weniger emotional, was solche Themen betrifft. Jeder soll so leben, wie er will. Solange der erste Grundsatz berücksichtigt wird, ist alles gut 😊.
 
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  • #6
Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt?
Nein, denn es ist nicht die richtige Plattform, um Dinge in die Tiefe gehend auszudiskutieren und dann seine Meinung zu ändern - außer sie war vorher schon nicht durchdacht.
Im beruflichen und privaten Umfeld ist es kein Problem, da ändere ich Meinungen - bestes Beispiel: Scheidung. Aber auch erneute Ehe, Umzug von der Stadt aufs Land u.ä. habe ich im Portfolio.
Gerade durch mein Berufsleben im Bereich Neue Technologien war ich oft dazu gewungen. Und weil ich meine Jobskills auch immer im Privatleben genutzt habe, fällt mir auch da kein Zacken aus der Krone, wenn ich mal falschrum auf dem Pferd gesessen habe: absteigen und richtig aufsitzen ist der bessere Move als den Gaul zum Rückwärtsgehen zu zwingen. Letzteres wäre doch wohl noch peiinlicher als die Fehlerkorrektur.

Nein, es gibt Leute mit anderer Meinung, die in ihrem Lebenskontext damit richtig aufgestellt sind, so wie ich mit meiner Meinung in meinem Lebenskontext. Man muss halt für sich sehen: halt Dich im RL davon fern, wenn Du keine Probleme haben willst.

Ich lege mal los: Bei @Laleila s Thread zur Affaire ohne Sex war ich von Anfang an überzeugt, dass das absoluter Quatsch....., kam ich nochmal ins Sinnieren und habe meine Meinung komplett geändert.
Kommt vor. Ich habe es nur die ersten 2-3 Beiträge gelesen und festgestellt: interessiert mich nicht, gibt es nicht in meinem Leben und brauche ich auch nicht.
 
  • #7
Ich nehme immer wieder mal andere Sichtweisen mit und finde das sehr bereichernd. Dafür muss ich meine Sicht nicht unbedingt grundlegend ändern, erhöhte Toleranz gegenüber anderen Denkweisen reicht mir😊 Ich ändere meine Sichten aber grunds durchaus auch mal.
 
  • #8
Mir fällt nur manchmal auf, dass Sätze aus dem Zusammenhang gerissen werden und viel interpretiert bzw. dazugedichtet wird. Ab und zu ein paar Spitzen... aber Blut fließt selten.

Normal lasse ich mich auch bekehren, aber wenn jemand meine eigenen Erfahrungen in Frage stellt, ärgert mich das.

Welcher Motörhead-Song war es denn?
 
  • #9
180 Grad gedreht ... nein.
Ab und zu Verständnis für andere Sicht auf die Dinge bekommen ... ja.
Lionne hat das gut gekonnt, auch Pixi und Neverever. Apfelmus und Inanna haben mich schon zum Nachdenken gebracht. Und ganz besonders in meinem Gedächtnis blieben @Amytan, @Serenissima und @Apfeldieb (wo ist der eigentlich ?) mit vereinten Kräften ... ich habe die 3 bestimmt ziemlich Nerven gekostet mit meinen Rückfragen. Und Frei ist und bleibt eine Klasse für sich. Lebenslust dagegen ist oft mit ähnlichen Gedanken unterwegs. Viele andere interessante Gedanken habe ich hier schon gelesen ......

Im Leben dagegen habe ich meine Meinung schon sehr abgeändert. Man denke nur zurück, als ich keine Freundin haben wollte ......
 
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  • #10
Ich habe leider auch schon ziemlich heftig hier reagiert. In letzter Zeit bin ich aber ziemlich gechillt; ich habe ja schon erwähnt, dass ich reife.

Ich lese immer ein wenig mit. Nicht viele Thread, maximal 5. Für mehr habe ich einfach keine Zeit. Ich mache aber auch immer einen Thread auf wenn mich was interessiert. Da lese ich natürlich dann alles durch und reflektiere. Viele Leute hier urteilen ziemlich hart, auch stur. Mir egal. Ich nehme es zur Kenntnis. Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann bleib ich dabei. Ansonsten ist das Forum eine gute Anregung um meine Gedanken zu hinterfragen und mich vielleicht doch anders zu entscheiden. Beides ist für mich okay.
 
  • #11
Ich lege mal los: Bei @Laleila s Thread zur Affaire ohne Sex war ich von Anfang an überzeugt, dass das absoluter Quatsch und komplett nutzlos ist. Im Laufe der Diskussion, die ich nur am Smartphone lesend verfolgt habe, und einem Motörhead-Song, den ich zufällig im Auto gehört habe, kam ich nochmal ins Sinnieren und habe meine Meinung komplett geändert.

Ich bin gespannt!
Du hast in der Hinsicht deine Meinung geändert, weil hier eine fiktive Geschichte ausdiskutiert wird und Du warst emotional entspannt durch Musik.

Du weißt, dass es dich nicht betrifft. Eine schnelle Meinungsänderung hält m. E. nicht wirklich. Es braucht wirklich Zeit, um die eigene Einstellung wirklich zu hinterfragen und zu ändern.
 
  • #12
Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt? Bei welchem Thema?
Ja! Bei mir zB in Threads, in denen es darum ging, ob man, wenn man in die Immobilie des Partners zieht, an ihn Miete zahlt. Instinktiv lehnte ich das initial empört ab, völlig ausgeschlossen!
es ist nicht die richtige Plattform, um Dinge in die Tiefe gehend auszudiskutieren und dann seine Meinung zu ändern - außer sie war vorher schon nicht durchdacht.
So war es, nicht durchdacht von mir, weshalb mich die Beiträge und Argumente zu dem Thema zu 180 Grad vom Gegenteil überzeugen konnten.
 
  • #13
Ja. Ich habe auch schon oft hier meine Meinung geändert, weil gute Argumente für andere Werte standen, die eben auch wichtig sind.
Ein wenig ist das z.B. bei den Thema "Mobbing/metoo" der Fall gewesen. Hier habe ich zusätzliche Einsichten erhalten.

Aber auch bei zahlreichen Themen, wo plötzlich in weiteren Aussagen der Fragensteller die Situation in einem ganz anderen Licht stand, z.B. bei dem Nachbarthema von Lukas, wo er nach und nach immer Details vorschiebt welcher das Bild welches wir uns von der Beziehungspartenrin machen könnten, sich dauerend verändert.

Oft wollen Fragensteller aber auch einfach nur Bestätigung, so auch Lukas.

Aber nicht jeder:
Ich z.B. hatte mir in meinem Thema auch kritische Anmerkungen erhofft und auch bekommen.
Das hat uns als Paar doch sehr geholfen.
 
  • #14
Hier im Forum sollte aber doch der Anspruch etwas höher, im besten Fall sogar lösungsorientiert, sein. Oder nicht?
Das ist ein schönes Thema!
Mir fällt dabei ein Satz ein, den ich neulich hier gelesen habe in dem sinngemäß die Frage aufkam, ob man hier nur noch mit Studien und Statistiken argumentieren sollte, wenn ich es richtig im Kopf habe.
Die Probleme der Fragstellerinnen und Fragesteller könnte man nun natürlich streng wissenschaftlich angehen. Aber ich glaube kaum, dass dazu hier sehr viele fähig und v.a. willens sind, was absolut nicht wertend gemeint ist. Ich wäre es nicht, obwohl ich an einer Lösung interessiert bin. Da Niveau halte ich hier für sehr hoch. Die Themen hier sind nicht mein Fachgebiet und ich halte sie als Techniker für außerordentlich komplex, da hier anders als in einem Autoforum, in dem man durchaus zu allgemeingültigen Antworten bzw. einem Konsens kommen kann, hier der Faktor Mensch eine tragende Rolle spielt.
Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt? Bei welchem Thema? Oder habt ihr praktisch immer Recht?
Nach meiner Lebensauffassung kann ich nichts wissen. Ich habe verschiedene Modelle, naturwissenschaftlicher und spiritueller Art, die mir mein Leben und die Fragen, die ich mir stelle, möglichst genau erklären und beantworten sollen. Und die sind sehr lückenhaft. Deshalb nehme ich auch gerne Teile von anderen Sichten auf, die von euch hier beschrieben werden.
Was mich zuletzt tief erschüttert hat, war ein Satz von @Tom26, der meinte, dass es auf die richtige Zeit und den Ort beim Dating ankommt. Inhaltlich ist das hier sicher schon etliche Male geschrieben worden und hat schon Eingang in Redewendungen gefunden. Ich hab’s immer wieder überlesen, aber mit diesem kurzen Satz hat er einen Grundstein für eine tragfeste gedankliche Brücke zur Partnerschaft gelegt, dieser Stein fehlte mir. In diesem Sinne hat er meine Meinung, wie ich das Ganze angehen soll, fundamental geändert.
 
  • #15
mir kommt in letzter Zeit häufig vor, dass hier im Forum verstärkt die Meinungs-Taliban Einzug halten - soll heißen, die eigene Meinung wird als absolute Wahrheit kundgetan und radikal bis aufs Absurdeste vehement verteidigt.
Unsinn, hier ist ein Meinungsforum am Werk, nichts anderes, jeder kann seine Meinung mitteilen, mehr nicht!
Das Problem sehe ich bei den FS und auch hier bei dir!
Warum sollte ich meine Meinung ändern, von Menschen die Probleme haben, wenn ich keine Probleme mit meiner habe?
Meine Meinung, die getragen ist, von vielen reflektierten Erkenntnissen, die andere in dieser Form von stabiler, erfolgsgelebter Qualität und Quantität so nicht haben, sie würden ja sonst hier nicht schreiben!
In den sozialen Medien ist das länger schon die Normalität bzw war nie anders, dort geht es schließlich nur ums Pöbeln und Recht haben, weswegen dann auch tief in die Schopenhauersche Argumentations-Trickkiste gegriffen wird.
Hier geht es nicht um Recht haben, auch nicht um pöbeln und nicht um andere anzugreifen, was leider einige Wenige ständig versuchen! Hier geht es um Meinungsaustausch!
Hier im Forum sollte aber doch der Anspruch etwas höher, im besten Fall sogar lösungsorientiert, sein. Oder nicht?
Hier geht es um Meinungen, wie ein jeder, diese wie auch immer geben kann!
Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt? Bei welchem Thema? Oder habt ihr praktisch immer Recht?
Warum sollte ich meine Meinung fundamental ändern, wenn ich damit zufrieden, glücklich und erfolgreich bin? Andere Sichtweisen, impulse, Anregungen nehme ich gerne auf, sofern ich diese positiv für mich erkennen kann!
Ich lege mal los: Bei @Laleila s Thread zur Affaire ohne Sex war ich von Anfang an überzeugt, dass das absoluter Quatsch und komplett nutzlos ist. Im Laufe der Diskussion, die ich nur am Smartphone lesend verfolgt habe, und einem Motörhead-Song, den ich zufällig im Auto gehört habe, kam ich nochmal ins Sinnieren und habe meine Meinung komplett geändert.
Das käme für mich, so einfach und so oberflächlich nicht in Frage!
 
  • #16
Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt?
Oh ja. Vor Jahren dachte ich, man muss sich mit jedem verstehen können.

Wenn man nur lang genug darüber redet, dann kommt man doch mit jedem klar.
( Dachte ich und wunderte mich über blutige Nase...)
Mittlerweile weiß ich durch das Forum:
Menschen haben nicht alle die gleichen Bedürfnisse.
Und wenn, dann nicht zur gleichen Zeit.
Nein, ich muss nicht jeden/ jede mögen, kann aber andere respektieren und eigene Wege gehen.
Thema Partnerschaft, zb.
Wenn ich besonders ärgerlich denke, im Recht zu sein, bin ich fast immer getriggert.
Auch eine Erkenntnis 😉
 

Laleila

Cilia
  • #17
Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt? Bei welchem Thema? Oder habt ihr praktisch immer Recht?
Gerade wenn ich Fragen stellte, tat ich das auch, um meine Sicht der Dinge besser hinterfragen zu können. Zusätzlichen pro-& Contra Input zu bekommen und in der Hoffnung auf andere Sichtweisen, ob diese nun aus dem eigenen Erleben entspringen, oder argumentative, theoretischer Natur waren.

Die Diskussion beeinflusste meine Sicht der Dinge eigentlich immer und führte schon dazu, dass ich bei unsicheren Entscheidungsfindung en, später anders handelte als ich es vorher präferierte. Zum Beispiel als es darum ging, meinem Mann und meinen Partner über die Schwere der Erkrankung und des medizinischen Eingriffes die Wahrheit zu sagen. Sie einzubeziehen.
Auch beim letzten Thread (halbe Affaire) erreichte ich durch die Sichtweisen und vor allem Gedanken der Foristen, viel, viel schneller als es mir allein möglich gewesen wäre, Zugriff auf den Ursprung und der Gründe für verschiedenste Sehnsüchte und Dogmen in mir.
Wobei ich letztere teilweise auflösen konnte.

Hauptsächlich aber änderte sich mein Bild über einige Foristen, im Laufe der Jahre. Hier besonders Neverever, Tom, Lebenslust, Vikky (erst neulich durch eine Zusatzinfo)
Wobei ich glaube, dass ich da auch teilweise Beobachter eines Entwicklungsprozesses kam.
Tom z. B. vom Supermacho zum liebenswerten, charmanten, durchaus empathischen Alphamann mit hier und da Machollüren, die er aber auch teilweise mit humorvollen Selbstblick vorführt.
Lebenslust wurde differenzierter, weniger dogmatisch. Auch wenn es Themen gibt, bei denen er wohl nie Luft ranlassen wird.
Das sind alles nur Beispiele und betrifft deutlich mehr Foristen.
Insgesamt ist das wohl ein Prozess aus eigener Weiterentwicklung, neuer Denkmuster bei mir und auch der Entwicklung von den Teilnehmern hier im Forum.

Schönes Thema!
 
  • #18
Nein.
Ich habe noch nie meine Meinung deswegen geändert!
 
  • #19
Hm. Fundamental geändert denke ich nicht. Trotzdem finde ich es interessant verschiedene Sichtweisen, Lebensmodelle zu lesen.
Die "Talibans" liegen wohl immer im Auge des Betrachters, und finden sich häufig auf beiden Seiten des entgegengesetzten Meinungsspektrums wieder, wo sich dann jeweils oft trotzden ein Körnchen Wahrheit findet.
Da ist es dann leicht jeweils mit den Finger auf die andere Seite zu zeigen, guck mal ein Taliban.
Zumal ja jeder oder die meisten von sich denken, offen usw. zu sein, Entscheidungen rational zu treffen.
Auch die selbsternannten " Toleranzververfechter" können sehr hartnäckig sein.-

Anstelle der Religion tritt oft " die Wissenschaft " oder andere Weltbilder/ Modelle mit ähnlichen Fanatismus.

Gibt ein sehr interessantes Video über den Bias von Mailab am Beispiel der Dems und Reps( "Erkennst du FakeNews?"). Sehr erhellend.

Für mich ist es so, ich weiss das ich nichts weiss. Das schliesst nicht aus, eine Meinung zu haben.

Und ich würde es ziemlich langweilig finden, zu einem Thema nur eine Meinung zu lesen.

Zumal ich mich momentan hier eh ein wenig langweile, da ich die Positionen der Foristen doch grob kenne und der Lauf grob vorhersehbar ist.

Aber selber habe ich momentan auch keine neuen tollen Ideen, von daher warte ich mal ab...😉
 
  • #20
Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt? Bei welchem Thema? Oder habt ihr praktisch immer Recht?

Ich habe meine Meinung nirgends fundamental geändert. Aber ich bin während der Jahre, die ich hier mitschreibe, von einigen starren Dogmen abgekommen und sehe nun viele Dinge von mehreren Seiten.
Wie @Laleila gerade schrieb, es war / ist ein Entwicklungsprozess, den ich durchmache. Immer weiter und weiter.

Hauptsächlich geht es bei mir darum, dass bestimmte Dinge, die für mich richtig sind, für andere nicht ebenfalls richtig sein müssen. Ich aber dennoch jedes Recht habe, diese Dinge für mich zu leben und dafür nur das passende Gegenstück benötige.

@Tom26: Ich habe neulich schon einmal vermutet, dass der Apfeldieb endlich eine passende Apfeldiebin gefunden hat und nun glücklich und zufrieden mit ihr Äpfel klaut :D.
 
  • #21
Dann bin ich wohl ein Taliban:
- wenn jemand mit seiner Selbstbeweihräucherung durch die Decke geht, kann ich mich nicht zurückhalten.
- Wenn mal wieder 19.Jahrhundertklischees von der Steinzeit ausgegraben werden, (Beispiel: Mann auf Mammuthjagd und Frau in der Höhle.) zuckt es in meinen Fingern.
- Wenn mal wieder irgendwas zum Allgemeinwissen erklärt wird, was nur für eine kleine Gruppe gilt, auch dann schreibe ich oft.
Und das alles obwohl ich weiss, dass mein Geschreibsel die wenigsten interessiert.
Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt? Bei welchem Thema? Oder habt ihr praktisch immer Recht?
Also ich habe selbstverständlich immer Recht!
Ich habe gelernt mich besser auszudrücken. Genauer und keine Abschweifungen mehr. Vor Jahren habe ich mal einen thread gestartet mit den Worten: "Mein Vater sagte ...". Im weiteren Text ging es Null um meinen Vater, es war nur eine Einleitung. Anschließend meinten einige Foristinnen mein Verhältnis zu meinen Vater analysieren zu können. So etwas passiert mir nicht nochmal.
Bei meinen Lieblingsthema hier, Seitensprung / Affaire habe ich einen kleinen Standortwechsel vorgenommen:
Alt - Affaire / Seitensprung sind okay, man will schliesslich was haben vom Leben.
zu Neu:
Affaire / Seitensprung passieren, also macht nicht so ein Drama daraus.

Bei einigen Themen, die für mich nicht so wichtig sind, habe ich auch durch das Forum meine Meinung geändert. Es gibt auch immer mal wieder Themen, die ich zwar gerne mitlesen, die mich aber überhaupt nicht tangieren. Beispiel: @Bachfrau 's Immobilien thread.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #22
Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt?

Fundamental sicher nicht, aber ich finde es super interessant zu einigen Themen ein andere Meinung zu lesen.
Und wenn meine Sichtweise wirklich "falsch" ist, dann dauert es sicher Wochen gar Monate und viele Anreize, um die Meinung zu ändern.


Natürlich.

Warum sollte ich meine Meinung ändern, von Menschen die Probleme haben, wenn ich keine Probleme mit meiner habe?

Großartig @INSPIRATIONMASTER .
Du übertriffst Dich glatt in diesem Jahr.
Habe ich mir ausgedruckt.
Hängt im Büro (neben anderen Zitaten von hier :)) :)
Besser geht es kaum.

Aber auch bei zahlreichen Themen, wo plötzlich in weiteren Aussagen der Fragensteller die Situation in einem ganz anderen Licht stand, z.B. bei dem Nachbarthema von Lukas, wo er nach und nach immer Details vorschiebt welcher das Bild welches wir uns von der Beziehungspartenrin machen könnten, sich dauerend verändert.

Ne, das Bild war von Anfang an gleich. Nur hast Du es anders interpretiert.

Oft wollen Fragensteller aber auch einfach nur Bestätigung, so auch Lukas.

Nein, eine toxische Beziehung ist nun einmal nicht so leicht zu erkennen, wenn man drin steckt und Beziehungen mit narzisstischen Menschen sind nun einmal verwirrend.

Zumal ich mich momentan hier eh ein wenig langweile, da ich die Positionen der Foristen doch grob kenne und der Lauf grob vorhersehbar ist.

Bin immer wieder überrascht, was ihr euch von den anderen gemerkt habt. ("Du bist doch die die ...). Bis auf drei, vier Leute hier, weiß ich nie was kommt und wer sich dahinter verbirgt.
 
  • #23
Ein schönes Thema. Hm, eine grundlegende Meinungsänderung fällt mir jetzt spontan nicht ein, vielleicht auch, weil ich sowieso meistens nur meine persönliche Meinung oder bestimmte Sichtweisen und Argumente präsentiere und dabei nicht behaupte, über die absolute Wahrheit zu verfügen, ich bringe gerne Argumente und liebe kontroverse, spannende, auch theoretische Diskussionen, aber rechthaberisch pöbeln tue ich meines Wissens nicht. Grundsätzlich bin ich gerne bereit, meine Meinung auch zu ändern, mich bereichern die verschiedenen Sichtweisen hier und ich denke darüber nach, gerade natürlich auch über Kritik (besonders schätze ich oft @Vikky s oft unangenehm-direkte, aber sehr treffende Kommentare).

Insgesamt finde ich Kritik natürlich erstmal intuitiv unangenehm, aber eigentlich ist das ja etwas Gutes, eben weil man sie entweder annehmen oder begründet widerlegen kann und in beiden Fällen zu einer fundierteren Meinung kommt.

Mich stört es manchmal (aber eigentlich ist es auch interessant und unterhaltsam und eben eine zusätzliche Facette, die für Spannung sorgt), wenn Menschen direkt persönlich-angreifend "draufhauen" und mit wüsten Unterstellungen kommen -- ich bin mir ziemlich sicher, das hat schon manchen neuen Threadersteller, der ganz unbedarft und naiv in dieses Forum getappst kam, auf dem Absatz kehrtmachen und das Weite suchen lassen.

Und manchmal stößt mir auch eine gewisse moralisierende, verbissene, irgendwie gleich so bitterernste Steifheit im Denken auf, eine strikte Schwarz-Weiß-Sicht und absolute Verweigerung, andere Sichtweisen nur mal zuzulassen. Da wird dann sehr schnell sehr hart verurteilt, wie um das eigene Weltbild um jeden Preis zu verteidigen.

Und dann wird oft sehr persönlich interpretiert. Ich habe das neulich schon woanders zu erklären versucht: Man muss nicht immer selbst automatisch auch nach den Prinzipien leben, die man argumentativ begründet, und wenn mich etwas bei anderen nicht stört oder ich Verständnis dafür habe, heißt es nicht, dass ich selbst so lebe. Beispiel: Nur weil es mich ggf. nicht stört, wenn jemand anderes fremdgeht, sondern ich seine Handlung nachzuvollziehen versuche und denke, dass es aus seiner oder einer anderen Perspektive vielleicht nichts Schlimmes ist, oder da irgendwas argumentativ durchspiele, heißt das nicht automatisch, dass ich selbst fremdgehen würde oder es gut fände, wenn ich es erlebe, das wird öfters missverstanden und dann schnell persönlich irgendwas unterstellt und moralische Verworfenheit oder Ähnliches vorgeworfen.

Unangenehm kann es bisweilen auch sein, wenn eine Diskussion ins Mobbingmäßige ausartet, mit Hetze, Gruppenbildung und Ächtung, aber eigentlich sind das auch spannende Dynamiken, insofern kann meinetwegen auch alles so bleiben, solange wir alle die Dinge nicht zu persönlich nehmen und nicht nachtragend sind (Letzteres scheint erfreulicherweise kein großes Problem hier zu sein).

Insgesamt mag ich die Diskussionen hier. 🙂
w27
 
  • #24
Bin immer wieder überrascht, was ihr euch von den anderen gemerkt habt. ("Du bist doch die die ...). Bis auf drei, vier Leute hier, weiß ich nie was kommt und wer sich dahinter verbirgt.
Ja doch. Passiert automatisch. Wie in einer Dauer- Serien- Staffel.


Oft lese ich auch nicht die Namen sondern nur ein paar Sätze und dann ergibt sich der Name daraus...
Trotzdem gibt es natürlich auch immer wieder Neues, überraschende Wendungen usw., Gedankengänge die spannend sind...
Und ich nehme auch immer mal wieder Dinge für mich mit.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #26
Bin immer wieder überrascht, was ihr euch von den anderen gemerkt habt. ("Du bist doch die die ...). Bis auf drei, vier Leute hier, weiß ich nie was kommt und wer sich dahinter verbirgt.
Ja doch. Passiert automatisch. Wie in einer Dauer- Serien- Staffel.


Oft lese ich auch nicht die Namen sondern nur ein paar Sätze und dann ergibt sich der Name daraus...
Trotzdem gibt es natürlich auch immer wieder Neues, überraschende Wendungen usw., Gedankengänge die spannend sind...
Und ich nehme auch immer mal wieder Dinge für mich mit.
Ich schaue meistens sogar zuerst auf den Namen, aber auch ohne den Namen kann ich viele Beiträge anhand von Inhalt und Stil zuordnen, ich habe von den meisten häufiger schreibenden Foristen Bilder im Kopf und stelle mir, während ich ihre Beiträge lese, ihre Gesichter und Wohnungen vor (halt was ich so mit einer Person assoziiere) und höre quasi ihre Stimmen. Bestimmt ist vieles davon falsch und meine eigene Fantasie, aber ich habe recht konkrete Vorstellungen. Ha, eigentlich müssten wir mal einen Thread machen, wo wir uns gegenseitig beschreiben, wie wir uns vorstellen, und dann korrigieren. 😅 Naja, die meisten haben es sowieso irgendwann mal beschrieben, nebenbei oder in einem der gemeinschaftsstärkenden "Wohlfühlthreads".
w27
 
  • #28
Meine Frage deshalb: Hat Euch hier im Forum schon einmal eine Argumentation oder ein Aspekt so überzeugt, dass ihr Eure Meinung fundamental geändert habt? Bei welchem Thema? Oder habt ihr praktisch immer Recht

Also um 180 Grad geändert würde ich jetzt so nicht sagen,aber durch die User wurden mir auch andere Sichtweisen aus einem anderen Blickwinkel aufgezeigt.

Das heißt ja nicht immer, dass die eigene Sichtweise falsch ist, sondern nur, dass man es aus einem anderen Blickwinkel auch noch betrachten kann, vielleicht um sich in jemanden hinein zu versetzen.

Daher lese ich immer wieder gern die verschiedenen Ansichten.

Andersherum habe ich mich überzeugen lassen: Ich habe früher in anderen Foren selbst Fragestellungen zum Thema Beziehungen eingestellt mich damals aber nicht von den Antworten überzeugen lassen, gedacht es wäre ja doch ganz anders, wegen der Details und speziell.

War es aber nicht. Ich musste erkennen, dass meistens die durchschnittliche Meinung der Forums Teilnehmer immer eingetroffen ist und richtig war.

Mir hat es als Lebenserfahrung geholfen, Situation besser einschätzen zu können.
 
  • #29
Von "Meinungs-Taliban" zu reden, halte ich für überzogen.
Ich musste auch feixen, als ich das las - zumal das FS in der Anfangszeit hier im Forum noch nichtmal wusste, welches Geschlecht es hat, das öfter mal wechselte und meinte, das merkt niemand.

Wenn ich sowas sehe, dann nehme ich die Beiträge nicht ernst weil klar ist, dass dahinter keine reale Person mit ihren Meinungen steht, sondern irgendein undefiniertes Rollenspiel abgespult wird. Und was ich nicht ernst nehme, kann natürlich auch keine Meinungsänderung bewirken.
 
  • #30
Bei den meisten Themen kann ich mit dem Absolutismus des einzelnen leben. Jeder hat das Recht auf die eigene Meinung. Mir ist klar: jeder zu seinen Bedingungen, Erfahrungen, Prägungen. Womit ich mich nach wie vor schwer tue, ist wenn mir jemand Motive oder Dinge unterstellt auf Grund von Interpretation. Das passiert hier gerne mal und dann bekommen Fäden mit unter eine seltsame Dynamik.
Ich schätze den Meinungsaustausch und die Chance, die eigene Perspektive zu verlassen und mal zu hören, dass der Blick auch ein anderer sein kann, wenn man seine Perspektive ändert. Ich bewundere immer die User, die sich hier wirklich merken, wer mal was gesagt hat oder sogar User am Stil erkennen. Meine Meinung ändere ich eher, durch meine eigene Erfahrung. Es reicht mir nicht, wenn mir ein anderer einen wunderbaren Wein beschreibt und mir erklärt, warum er den nun gerade so gerne trinkt. Erst wenn ich selber ein Glas genossen habe, bilde ich mir eine Meinung. Dabei vergesse ich aber nicht, was der andere darüber sagt oder das er mir mal von jemandem empfohlen wurde. Wenn er mir nicht schmeckt ist das auch so. Nicht mein Wein aber ich respektier, dass es der Lieblingswein meines Gegenübers ist.
 
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