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  • #1

Hände weg von weiblichen Scheidungskindern?

Als männliches Scheidungskind habe ich die Trennung meiner Eltern in meinem 6. Lebensjahr
trotz Kontaktabbruchs zu meinen Elten und Pflegefamilie recht gut verarbeitet; mit einer Ausnahme: meine bisherigen Partnerinnen waren durchweg selbst Scheidungskinder und rückblickend muss ich sagen: es waren alles Frauen mit permanent wechselnden Partnerschaften die jeweils mit Trennung und sofortigem Partnerwechsel reagiert haben, wenn es darum ging eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Die betreffenden Frauen haben auch bei meinen Vorgängern oder Nachfolgern in dieser Weise reagiert und alle diese Frauen hatten ein extrem gestörtes Verhältnis zu ihren eigenen (teils die Mutter prügelnden) Vätern. Ist es besser von weiblichen Scheidungskindern die Finger zu lassen? Von der Kindheit dieser Frauen erfuhr ich leider erst nach Monaten des Zusammenseins.
 
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  • #2
Ist es besser von weiblichen Scheidungskindern die Finger zu lassen? Von der Kindheit dieser Frauen erfuhr ich leider erst nach Monaten des Zusammenseins.

In der Regel eindeutig ja. Also besser früher als später sich für den familiären Hintergrund interessieren... (gilt auch für sonstige Störungen, Auffälligkeiten, Fremdgehen u.ä.) Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, sagt man nicht ganz umsonst.
 
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  • #3
Nein, das kann man nicht pauschalisieren und es wäre auch von Dir ein Vorurteil gegenüber der jeweiligen Frauen. Ich bin zwar kein Scheidungskind wäre aber entsetzt, wenn ein potentieller Partner mit deswegen "aussortieren" würde.

Sind jetzt also schon Scheidungskinder ein NoGo? Das wird ja immer schlimmer hier.

w
 
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  • #4
Man muss sich da natürlich vor Vorurteilen hüten, auch kann man nicht alle Frauen über einen Kamm scheren.

Meine Erfahrung ist deiner jedoch nicht unähnlich. Ein durchaus signifikanter Teil der "weibliche Scheidungskinder" legt es geradezu darauf an, ebenfalls ständige Trennungen zu durchleben.

Dazu gehört die von dir beschriebene Trennungsfreudigkeit. Kombiniert ist diese oft mit einem schlechten "Männergeschmack". Die Tochter einer Mutter, die vom Vater verprügelt wurde, wird oft dazu neigen, sich ebenfalls einen prügelnden Partner zu suchen.

Ganz fatal finde ich, dass diese Frauen oft auch sehr darauf beharren, dass die Versorgung durch den Mann über das Ende der Ehe hinauszureichen habe. (Wie es bei der Generation ihrer Mütter auch noch üblich war).

Traurig kann es einen stimmen, dass gerade diese Frauen sehr von einer harmonischen und dauerhaften Ehe träumen. Wenn in der Ehe dann aber der Alltag kommt, dann fehlen die soft skills (die sie zuhause nie gelernt haben). Außerdem haben Ehefrauen ohnehin immer gegen die Verlockung einer finanziell attraktiven Scheidung anzukämpfen. So manches "weibliches Scheidungskind" ist dieser Verlockung dann offenbar nicht gewachsen.

Andererseits muss man auch ganz klar sagen, es mag da eine Korrelation geben, einen zwangsläufigen Zusammenhang gibt es ganz klar nicht. Keineswegs sind alle Töchter geschiedener Eltern partnerschaftsuntauglich. Da gehen zweifellos noch allerlei andere Variablen in die Gleichung ein.

m und von einem weiblichen Scheidungskind geschieden
 
  • #5
Andersrum gedacht: Kinder aus lang anhaltenden Ehen, sehen die Ehe ihrer Eltern ggf. als großes Ideal, und wollen dem nacheifern.
Dadurch haben sie aber sehr hohe Ansprüche an ihren Partner. Der möglichst dem Ideal seiner Eltern nahe kommen, oder gar entsprechen soll. Also z.B. die Tochter wünscht sich so einen Partner, wie ihr Vater. Und der Sohn betrachtet seine Mutter als Ideal einer Frau. (ggf. knapp am Ödipuskomplex vorbei)

Wer aber die Trennung / Scheidung seiner Eltern miterlebt, der lernt dadurch, damit fertig zu werden und es verarbeiten zu können. Dieser persönliche Lernfortschritt ist aber auch ein nützliches "Werkzeug", um die eigene Trennung vom Partner eher zu wagen, und zu vollziehen. Dieses "Werkzeug" fehlt aber dem Kind aus einer langen Ehe, und deshalb wagt es m.E. nicht so leicht die eigene Trennung in seiner festen Partnerschaft.

Bildlich: Ein Schwimmer wagt sich in tiefes Wasser, weil er schwimmen kann. Ein Nichtschwimmer bleibt lieber in Ufernähe. Und ggf. nur so tief, daß er nicht schwimmen muß.
 
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  • #6
Hallo FS,

vielleicht wäre es für Frauen besser, von männlichen Scheidungskindern die Finger zu lassen!

Du selbst bist ein Scheidungskind - und masst dir an, über weibliche Scheidungskinder ein Urteil zu fällen!

[mod]

Lasse dir folgendes sagen: wenn zwei Partner aus einer Scheidungsfamilie zusammentreffen und eine Partnerschaft anstreben, dann potenziert sich das Risiko des gemeinsamen Scheiterns gewaltig!
Auf beiden, Mann und Frau lastet die ererbte Hypothek der Eltern: Probleme in der Partnerschaft durch Scheidung zu lösen.
Folglich trägst auch du zum Scheitern deiner Partnerschaften bei - denn du bist ebenso ein Scheidungskind! Und glaube ja nicht, dass ausgerechnet DU seit deinem 6. Lebensjahr, die gescheiterte Ehe deiner Eltern verarbeitet hättest.
Männliche Scheidungskinder sind unbewusst ebenso von ihrer Familienbiografie geprägt wie weibliche Scheidungskinder!
 
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  • #7
Hey mag sein, dass da was dran ist, mmh interessante Frage! Ich bin so ein Scheidungskind weiblich, zusätzlich habe ich eine Mutter, die sich nie für ihre Kinder interessiert hat. Ich bin gebildet, strukturiert, lebe nach Werten und Tugenden. Nun soll ich nicht die geeignete Frau sein. Schade. Aber ok, vielleicht stimmts ja doch. Dann jedenfalsl bin ich vielleicht sogar reflektierter als andere.
Geht das auch?
 
  • #8
Euch ist schon bewußt, dass die Scheidungsrate zwischen 43 -49% liegt und das schin seit Jahrzehnten, es gibt also Scheidungskinder ohne Ende. Es wird also mit jeder generation unwahrscheinlicher einen partner zu finden der kein Scheidungskind ist.
Und da sind die wilden Ehen noch nicht einmal in den Statistiken enthalten. Müsste man sich einmal schlau machen übers Jugendamt wieviele Kinder Alimente empfangen.
 
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  • #9
Meine Eltern trennten sich, als ich noch ein Baby war. Daher bestand mein Herzschmerz im " mir fehlt(e) ständig etwas" doch ich wusste lange nicht `was`, da ich noch so klein war. Ich lebe nun in meiner zweiten Beziehung, die erste dauerte 20 Jahre lang.

Heute sehe ich es so, wäre ich `gesünder` aufgewachsen, hätte ich den Schritt zur Trennung meiner ersten Beziehung schon vor 18 Jahren gewagt. Nicht aus Beziehungsunfähigkeit, sondern weil ich mir nicht alles zumuten muss. Ich versuchte es besser zu machen als meine Eltern. Doch das war ein großer Irrtum. Vielleicht ist es so, dass sich Scheidungskinder (die in einem alter waren, wo sie die Scheidung wirklich miterlebt haben) eben nicht alles gefallen lassen, und aus Machtbeziehungen schneller aussteigen können? Das sie sich nicht verbiegen lassen, und hörig werden? Das sie mehr auf sich selber achten? (was nicht bedeuten muss, dass sie sofort rennen - wenn ein Problem auftritt, sondern einfach merken - wenn es keinen Sinn mehr macht?

w 38
 
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  • #10
Euch ist schon bewußt, dass die Scheidungsrate zwischen 43 -49% liegt und das schin seit Jahrzehnten, es gibt also Scheidungskinder ohne Ende. Es wird also mit jeder generation unwahrscheinlicher einen partner zu finden der kein Scheidungskind ist.

Ja sicher, aber wir sollten keine Angst haben offen darüber zu diskutieren. Offensichtlich ist es doch so, dass viele Menschen nicht willens oder in der Lage sind eine dauerhafte Beziehung zu führen, die Entscheidung zur Scheidung wird scheinbar oft leichtfertiger getroffen als die Entscheiung für eine Ehe. Die Gründe mögen vielfältig sein, aber ich fände es höchst interessant zu wissen ob es bei Scheidungskindern eine signifikant höhere Scheidungsrate gibt. Vielleicht gibt es ja doch einen erkennbaren Zusammenhang zwischen dem Erleben der Scheidung der Elter in der eigenen Kindheit und dem späteren Beziehungsverhalten als Erwachsener.

Kann das jemand mit konkreten Zahlen untermauern?
 
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  • #11
Das Kind lernt bereits in der eigenen prägenden Kindheit -> wichtige Beziehungen (Eltern) zerbrechen/werden geschieden.
Neue (wechselnde und austauschbare) Partner/Innen werden dem Kind präsentiert.
Das Kind lernt: Trennungen gehören dazu und werden überlebt.
SO wächst das (Scheidungs-)Kind auf und wird selbst erwachsen.

NATÜRLICH hat das Auswirkungen auf das eigene Bindungsverhalten; nicht nur bezogen auf den partnerschaftlichen Bereich.

In der Arbeitswelt ist man sich über diese Problematik bereits sehr bewusst und versucht gegenzusteuern.
Es werden junge (billige) Arbeitskräfte mit attraktiven Positionen gekötert, um sie möglichst lange zu halten, denn sie fühlen sich nicht mehr einem Unternehmen verbunden.

Ebenso versuchen Geschäfte ihre Kunden mit langfristigen Verträgen an sich zu binden, denn die Kunden spüren keine echte Verbindung/Identifikation mehr mit einer Firma.

Der Warnruf "Hände weg" vor Scheidungskindern, bzw. Kindern aus zerütteten Familien, halte ich persönlich für eine Illusion, denn es gibt immer mehr und mehr davon..
Auch diese werden von ihren Hormonen gesteuert und begeben sich irgendwann FÜNDIG auf Partnersuche.

Im zukünftigen Liebesleben wird es jedoch sicherlich einen anderen "normalen" Ansatz an partnerschaftliches Zusammenleben geben.
Über diese Entwicklung bin ich schon mal neugierig gespannt.
 
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  • #12
eine Tochter die mit einem prügelndem Vater - der erste Mann in ihrem Leben - aufwächst wird sich unbewusst auch einen Partner suchen der ihr gegenüber psychische oder im Extremfall physische Gewalt ausübt. Alle andern Männer wird sie als "Weicheier" erleben. Auf der Suche nach dem "echtern Kerl" wird sie auch den Partner auswechseln, sobald sie den Eindruck hat, dass der aktuelle Partner ihre Anforderungen an einen "echten Mann" nicht oder nicht mehr erfüllt.
 
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  • #13
Mich würde mal interessieren, wie alt deine ehemaligen Partnerinnen jeweils waren.

Ob es einen konkreten Zusammenhang gibt zwischen "Scheidungskind" und "Flucht vor gemeinsamer Zukunftsplanung" gibt kann ich nicht beurteilen.
Ich denke aber, dass es eine sehr große Rolle spielt, wie reif eine Frau ist, welche Lebens- und Beziehungserfahrungen sie bereits selber gemacht hat, und daraus resultierend welche konkreten Pläne sie inzwischen FÜR SICH und ihren eigenen Lebensweg festgelegt hat (oder eben auch noch nicht, was eine Flucht erklären würde in der Situation, wenn sie sich durch Planungswünsche des Partners zu Entscheidungen gedrängt fühlt).

Du schreibst, diese Frauen hätten alle auch bei deinen Vorgängern mit "Partnerwechsel" reagiert als es um gemeinsame Zukunftsplanung ging.
Kann man daraus schließen, dass entsprechend auch zu dir "gewechselt" wurde, diese Frauen also noch in einer Beziehung waren oder gerade ganz frisch getrennt, als ihr euch kennen gelernt habt?

Wenn das der Fall ist wäre es allerdings nicht ungewöhnlich, dass diese Flucht-Beziehung dann auch scheiterte.
Halte dich in Zukunft besser an Frauen, die wirklich frei sind, die letzten Beziehungen reflektiert und abschließend verarbeitet haben. Dann hast du weitaus größere Chancen, dass eine Frau dich und ihre neue Verliebtheit nicht zur "Verdrängung" benutzt für die letzte gescheiterte Beziehung. Das würde eurer Beziehung von vornherein eine viel stabilere Basis geben.

Überlege mal für dich, ob du nicht insofern deinen Teil dazu beiträgst, dass du dich auch sehr schnell in den "Rausch der Gefühle" fallen läßt, vom Kennenlernen innerhalb weniger Tage in einer intimen Beziehung.
Verliebtheit alleine bringt zwar zusammen, reicht aber nicht aus als Basis für eine dauerhafte Partnerschaft.

Wenn dem so ist, dann nimm dir doch in Zukunft mal mehr Zeit eine FREIE Frau länger und richtig kennen zu lernen, und zwar eine Frau, die diese Art der Beziehungsanbahnung ebenfalls bevorzugt.
Partnerschaftenn die so beginnen haben in der Regel größere Chancen auf Dauer zu halten, weil beide Seiten sich ausreichend Zeit nehmen den anderen richtig kennen zu lernen BEVOR im Rausch der Gefühle die Hormone den Verstand erstmal eine Weile außer Kraft setzen.
Ich denke, dann spielt die Frage ob "Scheidungskind" oder nicht auch eine eher untergeordnete Rolle.

w(43)
 
  • #14
Problem erkannt - Gefahr gebannt. Du hast den Fehler sogar mehrmals gemacht.
Wenn du das für dich jetzt als Problem erkannt hast, halte dich in Zukunft an Frauen aus intakten Ehen, so einfach ist das.
 
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  • #15
Ich glaube man darf da nicht alle Scheidungskinder über einen Kamm scheren. Es kommt doch auch immer auf die Art der Scheidung der Eltern an ob das einigermaßen friedlich geregelt wurde oder eben nicht. Und wenn die Freundinnen des FS Zt. Prügelnde Väter hatten dann kommen sie eben insgesamt aus schwierigen familiären und vermutlich auch aus etwas asozialen Verhältnissen und haben deshalb einen Hau weg aber sicher nicht wegen der Scheidung. Demnach müssten ja ca 50% oder noch mehr der Deutschen komplett bindungsgestört sein und dennoch wird fleißig geheiratet usw. Immerhin gibt es auch in meiner Altersklasse (bin 35) mehr Leute deren Eltern geschieden sind als welche deren Elten noch zusammen sind. Meine Eltern sind zb schon seit 46 Jahren glücklich verheiratet und ich bin damit im Freundes- und Bekanntenkreis schon fast ein Exot. Und mir wäre es umgekehrt auch völlig gleichgültig ob ein Partner geschiedene Eltern hat oder nicht solange er nicht aus asozialen Verhältnissen kommt.
 
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  • #16
Hallo FS, vielleicht solltest Du Dir die Frage stellen, wieso DU diese Frauen anscheinend so magisch anziehst bzw. sie Dir aussuchst? Vielleicht weil Du ein Scheidungskind bist? Weil Du es besser machen möchtest wie Deine Eltern? Weil Du der "gute" bist? Weil Du vielleicht auch Bindungsangst hast? Weil Du dann nicht "Schuld" hast, wenn Du verlassen wirst? Irgendwie scheint es ja etwas mit Dir zu tun zu haben, sonst wäre es ja nicht so oder Du hättest Dir nicht so eine Frau ausgesucht. Zu einer Beziehung gehören immer zwei und zum scheitern auch. Es liegt also nicht nur an weiblichen Scheidungskindern. Jeder Mensch kann sich ändern, wenn er denn möchte!!! Pauschalisieren würde ich es nicht. Sieh es doch lieber als Chance an, etwas über Dich zu lernen und an Dir zu verändern, anstatt die weiblichen Scheidungskinder zu beurteilen.
 
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  • #17
Ich glaube eher, dass Scheidungskinder konsequenter kaputte Beziehungen beenden, weil sie gemerkt haben, dass das auf Dauer für alle Beteiligten besser ist. Kinder leiden viel mehr unter der dauerhaft schlechten Luft und Unzufriedenheit ihrer Eltern, die (angeblich) nur wegen der Kinder zusammen bleiben (meistens geht es um Geld). Dass es am besten ist, wenn Kinder Eltern haben, die in einer glücklichen intakten Ehe leben, ist klar. Das ist aber die Ausnahme.
 
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  • #18
Eine sehr interessante Frage, wobei ich meine, dass es weniger mit Scheidung oder Nicht-Scheidung der Eltern zu tun hat. Ich selbst bin kein Scheidungskind, verhalte mich aber bereits mein ganzes Leben lang ungefähr so, wie Du es schilderst. Bei mir sehe ich die Ursache meines Verhaltensmusters eher in der fortgeführten und nicht geschiedenen Ehe meiner Eltern, die immer furchtbar war und es auch jetzt (im Alter von 70 bzw. 76) noch ist. Bei meinen Eltern geht es incl. körperlicher Tätlichkeiten in Richtung "Wer hat Angst vor Virgina Woolf?".

Somit denke ich, und das ist nun wieder ein Gemeinplatz, dass es eher damit zu tun hat, wie die Eltern in- als auch ausserhalb einer Ehe miteinander umgehen als mit einer Scheidung.

w/50
 
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  • #19
Ganz fatal finde ich, dass diese Frauen oft auch sehr darauf beharren, dass die Versorgung durch den Mann über das Ende der Ehe hinauszureichen habe. (Wie es bei der Generation ihrer Mütter auch noch üblich war).

Traurig kann es einen stimmen, dass gerade diese Frauen sehr von einer harmonischen und dauerhaften Ehe träumen. Wenn in der Ehe dann aber der Alltag kommt, dann fehlen die soft skills (die sie zuhause nie gelernt haben).
m und von einem weiblichen Scheidungskind geschieden


Nun, dann werde ich mal ,w44 Scheidungskind, meinen Kommentar dazugeben. Als erstes muss ich anmerken, habe ich selten so einen Mist gelesen! Welches Mädchen träumt nicht von einer harmonischen dauerhaften Ehe?! Zeigt natürlich, welch Geistes Kind Du bist.

Kurz zu meiner Person: wir lebten mit unserer Mutter alleine, mein Vater glänzte durch verantwortungslose Abwesenheit. Ab meinem 10ten Lebensjahr erkrankte unsere Mutter dann noch chronisch. Heißt, zusätzliche Pflege. Als Mädchen habe ich mir immer einen Mentor gewünscht, jemanden, der mir mit Rat und hilfreichen Tips unter anderem zwecks Berufsfindung zur Seite hätte stehen können. Fehlanzeige. Meine Mutter fand ihren neuen Lebenspartner, im großen und ganzen recht nett, aber leider dummschwätzig.

Epilog: Heute bin ich eine extrem selbständige und selbstbewußte Person in leitender Funktion. Ich verdiene relativ gut und es gibt eben nichts, was ich nicht selbst regeln kann. Was sollte allen ernstes ein Mann für mich tun können? Nichts! Nicht ganz von Vorteil ist allerdings, dass ich relativ schnell erkenne, wie schwach und haltlos viele Männer sind! Das gebe ich zu. Der Unterschied zu einer emotional gesunden Frau aus intaktem Elternhaus ist der, dass diese Frauen eine Stärke in sich tragen, die es Ihnen erlaubt, man(n) unterschwellig mitzutragen und euch letztlich bescheiden noch den Lorbeerkranz überlassen! Wir, bzw. ich dagegen würde das nicht tun. Aber der Thread zeigt mal wieder, egal wie Frau ist und wo sie herkommt, so oder so habt Ihr es nicht leicht!

Ich lebe in einer siebenjährigen glücklichen Partnerschaft mit einem Mann, der sehr in sich ruht, Autorität ausstrahlt und mich stolz werden lässt. Puhh, Glück gehabt.
 
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  • #20
Als weibliches Scheidungskind fühle ich mich besser vorbereitet auf mögliche Konflikte. Die Ehe meiner Eltern bot aus meiner Sicht reichhaltige Lernerfahrungen, wie man es NICHT macht.
Entsprechend habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich es gerne hätte, und gehe bewusst und konstruktiv in Beziehungen. Den Beweis, dass das klappt, habe ich erbracht: sie haben 3 und 12 Jahre gehalten.
Der erste Freund war ein Scheidungskind - mit ihm hatte ich die glücklichste Beziehung, in der ich mich am meisten geliebt und geachtet fühlte. Der andere Partner kam aus einer intakten Ehe, war aber praktisch gar nicht bereit, sein Verhalten zu hinterfragen oder meine Anliegen zu hinterfragen.

Ein weiterer Beziehungsversuch mit einem Kind aus "heiler" Familie scheiterte auch nicht zuletzt wegen dessen fehlender Flexibilität.
Insgesamt klebten diese beiden Herren an starren Rollenmustern.

"Nicht geschiedene" Ehe sagt ja noch lange nichts über deren Qualität aus. Da kann die Beziehung noch so stabil sein, und doch haben sich die Partner nichts mehr zu sagen und die Leidenschaft ist längst erloschen.
Sicher gibt es glückliche ewige Ehen, in denen alle das auch spüren.
Genauso gibt es aber lernfähige Scheidungskandidaten, die um so mehr wissen, wie sehr sie selbst in der Verantwortung stehen, das zerbrechliche Glück einer Liebe so lange wie möglich zu bewahren.

Insofern führt es kaum weiter, hier die Scheidungsmädels über einen Kamm zu scheren. Im Gegenteil verringerst Du dadurch Deine Chancen selbst.

Als allererstes würde ich mich mal fragen, was ich dazu beigetragen habe, dass die Frauen sich so schnell verabschiedet haben.
Dann können wir weiterreden.
 
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  • #21
Als männliches Scheidungskind habe ich die Trennung meiner Eltern in meinem 6. Lebensjahr
trotz Kontaktabbruchs zu meinen Elten und Pflegefamilie recht gut verarbeitet; mit einer Ausnahme: meine bisherigen Partnerinnen waren durchweg selbst Scheidungskinder und rückblickend muss ich sagen: es waren alles Frauen mit permanent wechselnden Partnerschaften die jeweils mit Trennung und sofortigem Partnerwechsel reagiert haben, wenn es darum ging eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Die betreffenden Frauen haben auch bei meinen Vorgängern oder Nachfolgern in dieser Weise reagiert und alle diese Frauen hatten ein extrem gestörtes Verhältnis zu ihren eigenen (teils die Mutter prügelnden) Vätern. Ist es besser von weiblichen Scheidungskindern die Finger zu lassen? Von der Kindheit dieser Frauen erfuhr ich leider erst nach Monaten des Zusammenseins.

Du bist selbst männliches Scheidungskind. Du hast sicher keine einfache Kindheit und Jugend gehabt, mit Pflegefamilie und so.
Meine Theorie ist eine ganz andere als Deine:
Vielleicht bist gerade DU die Ursache für deine Probleme mit Frauen. Wieso sind es die Frauen, von denen man die Finger lassen sollte. DU hast es doch bisher noch nicht geschafft, eine dauerhafte Beziehung einzugehen und zu halten. Warum wohl?
Es ist leicht, die Ursache bei den Anderen zu suchen statt selbst in den Spiegel zu schauen.

Du könntest nur dann deine These bekräftigen, wenn du Gegenbeispiele anführen könntest. Also z.B. bei Frauen ohne Scheidungshintergrund hättest du bereits 3 oder 4 sehr lange Beziehungen gehabt, mit Scheidungsfrauen aber nicht. Und selbst dann sind deine paar Beziehungen immer noch nicht aussagekräftig.
Also vergiss einfach deine Vorurteile. Oder brauchst du sie, um mit deinen Misserfolgen zurecht zu kommen?

Ich kenne Scheidungskinder, die langjährige Beziehungen führen und ich kenne Menschen aus intakten Familien, die schon 3 x geschieden sind - möglich ist alles. Egal ob bei Männern oder Frauen.
 
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  • #22
@#2 Du sprichst mir aus der Seele! Wir haben alle unsere Päckchen zu tragen. Jeder Mensch hast eine Geschichte und ein Leben. Wenn wir anfangen Menschen zu in Kategorien zu stecken, nach dem Motto
"brauchbar" oder "nicht brauchbar", halte ich das für eine gefährliche Entwicklung!

Das würde bedeuten wir haben alle nichts dazu gelernt! w46
 
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  • #23
Meine Eltern haben sich nicht scheiden lassen und führen heute noch eine Zweckgemeinschaft. Inzwischen sind sie in einem Alter, wo sie es aufgegeben haben auf ein anderes Leben zu hoffen und sich arrangiert haben. Sie leben nebeneinander her und, geben nach außen die perfekte Fassade und nur ich als Tochter und einzige Angehörige weiß, wie es hinter den verschlossenen Türen aussieht. Wieviel Hass und Abneigung und inner-eheliche Rosenkriege vorhanden sind.

Ich bin sehr früh ausgezogen und habe Abstand genommen, heute führen wir ein distanziert-höfliches Verhältnis.

Für MEINE beziehungstechnische Entwicklung hatte dieses Aufwachsen in einen destruktiv-aggressiven Atmosphäre immense Konsequenzen. Ich habe eine extreme Verlustangst, weil ich 18 Jahre lang darauf gewartet habe, dass die Ehe meiner Eltern "endlich" vorbei ist. Ich konnte mich nie fallen lassen, ich habe keinerlei Urvertrauen und bin viel später in meinem Leben angekommen als Menschen aus einer intakten Familie.

Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass meine Mutter einen Schlussstrich zieht und wir endlich ohne diese Last hätten weiterleben können, damals. Egal, wie es sich entwickelt hätte, nichts hätte schlimmer sein können. Aber sie hatte zu viel Angst und die gesellschaftliche Komponente war ihr wichtiger - das schöne Haus und die hübsche Fassage. Dass ihr Kind dabei auf der Strecke bleibt, hat sich nicht gesehen, erst vor ein paar Monaten hat sie zugegeben, dass sie heute vieles anders gemacht hätte und meine Qualen nicht gesehen hat.
 
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  • #24
Man sollte auf keinen Fall verallgemeinern.

Ich kenne einen Fall, da stammt sie aus sehr netten Elternhaus, wo die Eltern bis heute eine sehr gute Ehe führen. Was hat es gebracht? Sie hat einen Narzissten geheiratet, dessen Eltern nicht geschieden sind, ist endlich seit 4 Wochen geschieden, hat mit dem Kindesvater einige Probleme finanzieller Art gehabt usw., war psychisch ein Frack, erholt sich langsam, die Kinder haben sehr gelitten.

Ich als Gegenbeispiel bin ein weibliches Scheidungskind, habe sehr früh draus gelernt, habe nie geheiratet, habe ein Kind gut "alleine" groß gezogen, habe immer gearbeitet und hatte genug Kraft, dieser oben beschriebenen Frau zu helfen.

Eigentlich hätte es ja nach der Ansicht einiger hier anders rum sein müssen.

w 49
 
  • #25
50% der Beziehung bist ja erstmal du selbst und deine Partnerwahl. Wenn du darüber hinaus für dich klarmachst, weibliche Scheidungskinder sind ein NoGo, dann ist das ok., garantiert dir aber keinen Erfolg, dazu ist das Kriterium einfach zu schwammig. Mal abgesehen davon, daß du die Menge der für dich in Frage kommenden Frauen wahrscheinlich noch mal halbierst. Aber was tut man nicht alles, wenn man die Schuld am Scheitern von Beziehungen vor allem beim anderen sucht.

Da wir gerade beim lustigen Beispieleanführen sind: Meine Eltern sind seit 49 Jahren verheiratet. Ich habe mich ein Mal scheiden lassen und habe bisher serieller Monogamie in Form von langen Beziehungen gelebt. Meine Tochter ist wiederum der "Beziehung fürs Leben"-Typ, der gar keinen Wert auf Ausprobieren legt. Sie war allein schon mit ihrer Jugendliebe 7 Jahre zusammen.
Das dürfte es deiner These nach gar nicht geben, oder?

Aber sieh es mal von der anderen Seite: Je mehr NoGos jemand hat, desto mehr Auswahl gibt es für Leute, deren Gesichtsfeld nicht ganz so beschränkt ist.
 
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  • #26
Die küchenpsychologischen Theorien werden ja immer absurder. Irgendwann gibt es vermutlich gar keine unvorbelasteten Partnerschaftskandidaten mehr ... und dann spielen auch die merkwürdigen Auswahlkriterien keine Rolle mehr und die Leute fangen endlich wieder an, auf die Menschen zu sehen ...
 
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  • #27
Ich denke der Schlüssel zur 'Lösung' liegt nicht in der Tatsache, dass die Eltern der Partnerinnen geschieden wurden, sondern was der Ausschlag gab, dass man sich scheiden liess. Du hast es bereit angetönt: Prügelnde Väter. Ich hatte schon zweimal Partnerinne die hatten prügelnde, schreiende, strafende Mütter. Beide Mütter hatten schon Selbstmordversuche gemacht und waren psychisch instabil. Das hat auf meine beiden Partnerinnen massiv Einfluss gehabt. Beide konnten nicht über Probleme reden. Sie schauten einfach auf die Tischplatte runter wenn ich sie gewisse Sachen fragte. Hatte ich Glück kam ein "Ich weiss es nicht" heraus. Sie wurden von ihren Mütter unterdrückt und haben so nie gelernt sich zu artikulieren wenn man etwas hätte sagen sollen. Das äussert sich dann auch in 'Fluchtstarts' wenn sie sich durch Fragen bedrängt fühlen. Gehst Du eine Beziehung mit solchen Frauen ein, solltest Du zuerst eine Ausbildung zum Psychiater machen.....
 
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  • #28
Ich glaube nicht, dass man es am Status "Scheidungskind" festmachen kann, aber die Atmosphäre, die im Elternhaus herrscht(e), prägt einen Menschen schon gewaltig. Das ist zumindest mein Eindruck.

Die Ehe meiner Eltern ist seit mehr als 35 Jahren glücklich. Ich hatte eine behütete, schöne Kindheit und erhoffe mir für mich natürlich Ähnliches. Meine bisherigen Partner kamen jedoch ausnahmslos aus schwierigen Familienverhältnissen und hatten alle tiefgehende Probleme mit einem oder beiden Elternteilen. In der Beziehung waren sie immer wesentlich misstrauischer und distanzierter als ich. Traten Probleme auf, musste ich damit rechnen, dass sie mit Flucht reagierten. An meiner Liebe und Loyalität wurde oft gezweifelt und ich konnte das nur bedingt nachvollziehen. Leider steht dieses Verhalten potentiellen Partnern nicht auf der Stirn geschrieben - mittlerweile frage ich aber sehr schnell nach ihrem Verhältnis zur Familie und das ist ein recht zuverlässiger Indikator, ob es zwischen uns passen könnte oder nicht.
 
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  • #29
ich bin scheidungskind und inzwischen selbst geschieden.
ich dachte einmal, in eine "intakte" familien hineinzuheiraten. dann stellte ich fest , dass der schwiegervater seine probeme in der ehe mit seitensprüngen beantwortete, sie sich in die krankheit flüchtete, alle kinder hatten/haben erhebliche bindungsprobleme. bei den wirklcih wichtigen dingen herrschte sprachlosigkeit.
mein ex hätte sich wohl nicht von mir getrennt - mein trennunggrund waren die ständigen beziehungen nebenher ........ sein vater war ihm wohl gutes beispiel , statt sich mit sich und unserer beziehung auseinanderzusetzen. ich wäre in der beziehung krank geworden ........ heute geht es mir gut - und meinen kindern sicher besser, als wenn ich geblieben wäre.

so - und was soll jetzt besser daran sein, wenn eine familien den sog. schein nach außen hin erhält?

diese dinge auf männer oder frauen festzulegen - auf scheidungskind oder nicht - was soll das? geht es ncith viel eher darum, wie wach wir mit unserer eigene geschichte und mit unseren partnern umgehen?
 
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  • #30
Die Frage nach dem Elternhaus sollte ganz oben auf der Checkliste stehen- und zwar gleich zu Beginn des Kennenlernens. Und leider kann ich die Idee des FS nur bestätigen: Finder weg von Frauen der Eltern sich scheiden ließen. Übrigens entstammen die meisten AE Mütter dieser Herkunft. Da ist dann doppelte Vorsicht geboten.
Dazu gibt es inzwischen auch Statistiken. Die meisten Scheidungen haben Kinder aus Patchwork-Familien (der totale Graus), Platz 2 sind Kinder von AE Eltern. Und die wenigsten Scheidungen haben Kinder deren Eltern auch zusammenblieben.
 
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