G

Gast

Gast
  • #1

Häufiges Schreien bei Zweijährigen: Gibt es eine Lösung?

Hallo zusammen,

ich würde gerne meine Frage vor allem an erfahrene Eltern richten: gäbe es gute Ratgeber, die das Thema des Schreiens bei Kleinkindern und mögliche Auswege aus der Situation behandeln?

Die Lage ist so: mein zweijähriger Sohn hat oft Schreianfälle - beim Zähneputzen, Anziehen, Ausziehen, Spazierengehen usw. Ich versuche mit ihm dabei zärtlich und liebevoll umzugehen, trösten und ablenken - das alles mache ich vom Herzen, weil ich den kleinen Jungen überalles liebe.

Der schwierigste Punkt dabei ist, dass mein Verhalten meinen Mann wütend macht. Er ist der Meinung, dass ich das Kind schreien und heulen lassen soll. Er ahmt dem Sohn nach und das macht den Jungen offensichtlich sehr traurig, so dass er sehr stark zu weinen anfängt.
Ich muss unbedingt eine Lösung finden, wie ich die Schreianfälle beim Kleinen verhindern kann, weil das Toben meines Mannes uns beide, unseren Sohn und mich, kaputt macht. Ich muss so schnell wie möglich den Weg finden, wie ich meinem Sohn und dadurch mir (dem Mann gegenüber) helfen kann.

Ich wäre daher für Literaturtipps und Ihre persönliche Erfahrungen sehn dankbar!!

Alles Gute
 
G

Gast

Gast
  • #2
Dein kleiner Sohn durchlebt wahrscheinlich gerade seine Trotzphase. Das ist nichts Ungewöhnliches (bei meiner Tochter waren es in dem Alter Schreianfälle beim Baden). Du machst alles richtig.
Das Toben deines Mannes dagegen ist wohl eher ein Fall für den Psychiater. Ein erwachsener Mann sollte sich nicht so benehmen und schon gar nicht seinem eigenen Kind gegenüber. Das ist entweder albern oder wirklich krank.
 
  • #3
Liebe FS

Trotzphase und dazu eine Mama die evtl. "zu weich" ist und ein Vater der sich in seinem Verhalten auf die gleiche Entwicklungsstufe wie sein Sohn begibt. Das kann nicht besser werden.

Tipp: Rede nicht dauernd auf das Kind ein bei alltäglichen Dingen wie waschen, anziehen etc. , sondern zeige ihm mit klaren (natürlich freundlich, aber nicht zuckersüss-bittend), dass das jetzt eben gemacht werden muss. Lerne den Stress durch das Geschrei auszuhalten und zähle innerlich einfach solange bis 50.

Dein Mann muss ebenso sofort mit diesem irrwitzigen Verhalten aufhören. Das ist dem Kind gegenüber unwürdig und wirklich schädlich.

Das arme Kind wird ja völlig verrückt durch Eure konträren Reaktionen auf sein Verhalten. Da müsst Ihr Euch wirklich am Riemen reissen.

Vielleicht habt Ihr jemand der Euch da mal ein wenig spiegelt und hilft?

Und: bevor der Kleene nie mehr aus der Trotzphase rauskommt (er kann sich ja weder an Dir , noch an seinem Vater emotional gesund reiben) kauf Dir ruhig mal das sehr alte, aber prima Buch "Der kleine Tyrann"

Wichtig: Im Moment ist es nur eine ganz normale Trotzphase. Verstärkt durch Euer Verhalten.

Ich wünsche Dir Kraft und gute Nerven.

(43 und 2 Pubertäten überlebt ;)
 
  • #4
Ich bin eher dafür, Trotzanfälle zu ignorieren. Einfach aus der Logik heraus, daß unangemessenes Verhalten nicht noch mit liebevoller Ausmerksamkeit belohnt werden sollte. Bei meiner Tochter hat das gut funktioniert.
Die Reaktion deines Mannes ist zwar etwas eigen, aber nicht so selten. Scheinbar war lautes Aufbegehren in siener Kindheit wie man hier so schön sagt ein NoGo. Daß dein Sohn sich so verhält, bringt ihn enorm unter Streß und daß du dich dem Kind dann noch tröstend zuwendest, wahrscheinlich noch mehr.
Ignoriere die beiden Herren, wenn sie mal wieder ihre 5 Minuten haben.
 
  • #5
Dein Sohn ist mitten in der ersten Trotzphase (reicht von 18 Monaten bis etwa 4 Jahre). Diese Phase ist bei manchen Kindern äußerst anstrengend für die Eltern (so war es auch bei meinem Sohn). Sie ist gekennzeichnet damit, daß das Kind die pausenlose Betüdelung, welche es als Säugling erfahren hatte, fortzuführen in einem Alter, wo er oder sie erste Grenzen erkennen und anerkennen müssen.
Ganz wichtig dabei ist, das Ganze nicht persönlich zu nehmen und zu versuchen, innerlich ruhig zu bleiben. Ein zweijähriger kann mit Ironie und nachäffen (=Aktion Deines Mannes) vermutlich noch nichts anfangen, da er keine innere Distanz zu seinem Verhalten hat.

Mein Vorschlag:
Laß Dir nicht von Deinem Kind einen Machtkampf aufzwingen. Verlasse das Kampffeld. Biete ihm an, wiederzukommen, wenn er mit dem Schreien aufgehört hat. Weigere Dich, mit ihm den Spielplatz zu besuchen solange er schreit. Schreit er im Auto, fahre rechts ran und sage ihm ruhig, daß es erst weitergeht, wenn er aufhört.


Ich fand folgendes Buch sehr empfehlenswert: "Kinder fordern uns heraus" von Rudolf Dreikurs. Mir hat es sehr geholfen.
 
G

Gast

Gast
  • #6
Hallo FS, da ich Anhänger der konservativen Erziehung bin, empfehle ich Euch das Kind schreien zu lassen. Kinder brauchen Grenzen und fordern diese auch ein. Pass auf, dass Euer Kind Euch nicht erzieht, das wäre dann falsch verstandene Liebe. Könnt Ihr im Berufsleben auch machen, was Ihr wollt? Jeder, der eigene Kinder hat oder hatte, wird Euch verstehen.
Zum Verständnis aus Wikipedia kopiert:
Bei der Kindesentwicklung gibt es einen sogenannten Übergangsabschnitt der typischerweise im zweiten Lebensjahr beginnt und bis zum vierten Lebensjahr anhält (Trotzalter oder -phase), wobei die Zeiten jedoch stark schwanken können. Hier macht sich erstmals der kindliche Selbstbehauptungswille geltend. In der Entwicklungspsychologie wird die Bezeichnung Autonomiephase bevorzugt, da „Trotz“ etwas Negatives darstellt, er aber zur normalen menschlichen Entwicklung notwendig ist.
Nehmt es gelassen und betrachtet es als wichtigen Entwicklungsschritt. In der Öffentlichkeit werdet Ihr missbilligende aber auch verständnisvolle Blicke ernten. Das hält sich in etwa die Waage.
Viel Spaß mit Eurem Sohn (nicht ironisch gemeint).
 
G

Gast

Gast
  • #7
Ich muss unbedingt eine Lösung finden, wie ich die Schreianfälle beim Kleinen verhindern kann, weil das Toben meines Mannes uns beide, unseren Sohn und mich, kaputt macht. Ich muss so schnell wie möglich den Weg finden, wie ich meinem Sohn und dadurch mir (dem Mann gegenüber) helfen kann.

Liebe FS,
einen Literaturtip kann ich leider keinen geben, aber diese eine Aussage von dir gibt mir schon sehr zu denken. Wenn Kinder sich so auffällig verhalten (und in diesem Alter fallen äusere Faktoren meißt weg) dann zeigen sie damit häufig gravierende Disharmonien in der Familie auf.
Du brauchst schnell eine Lösung um deinen Sohne zum funktionieren zu bringen weil euch sonst dein Mann mit seinen Wutanfällen die Hölle auf Erden bereitet? Wer ist denn hier das Kind? Dein Sohn oder dein Mann? Wie willst du deinem Sohn Ruhe vermittelt wenn du selbst nur darauf aus bist deinen Mann zufrieden zu stellen? Ich meine das wirklich nicht böse- aber das kann nicht funktionieren! Kann es sein, dass du inzwischen immer daran denkst, dass dein Sohn -hoffentlich- nicht zu schreien beginnt wenn dein Mann in der Nähe ist? Dass du deinen Sohn schon vorab ermahnst ja ruhig zu sein? Denn wenn es so ist- dein Sohne spürt deinen Stress, deine Angst und bringt sie unmittelbar zum Ausdruck. Kinder haben sehr feine Antennen und um so mehr du versuchst deinen Sohn zu beruhigen, um so mehr deine Anspannung steigt, um so lauter und ausdauernder wird er seinen, und auch deinen Unmut zum Ausdruck bringen.

Ich weiß das klingt schwer- aber es wird Zeit, dass du dich mit beiden Beinen fest auf den Boden stellst, die Brust raussteckst und gegen deinen Mann die Stimme erhebst. Weise ihn klar und deutlich in seine Schranken und mach ihm klar, dass sein Verhalten ins keinster Weise hilfreich ist. Wie kann er erwarten, dass sich ein Kind mit 2 Jahren unter Kontrolle hat, wenn selbst er als erwachsener Mann nicht in der Lage ist seine Wut zu kontrollieren? Sag ihm, dass sein Sohnemann ganz und gar nach seinem Vater kommt und, dass wenn er will, dass sich das ändern, er erst einmal sich selbst ändern muss!
Wenn Reden nichts hilft, wende das nächste mal einfach seine grandiosen Erziehungsideen an, wenn er seinen nächsten Tobsuchtsanfall hat- mal sehen ob ihm sein eigener Brei schmeckt. (Ok, dieser Ratschlag ist wohl nicht der beste, aber -verzeih- dieser aufgeblasener Gockel hält sich ja scheinbar auch nicht zurück!)

Kinder in diesem Alter schreien und toben nun mal gerne wegen jeder Kleinigkeit, das ist normal! Das vergeht wieder. Lass dich nicht so unter Druck setzen, weder von deinem Sohn noch von deinem Mann.

Ich wünsch dir Kraft, Mut und wenn du es für deinen Schwung brauchst eine ordentliche Portion Wut damit du auf die Beine kommst und dich dieser Situation stellen kannst.
 
G

Gast

Gast
  • #8
Einfach mal brüllen lassen. Irgendwann kapiert er, dass das sinnlos ist und hört von alleine auf.

"Liebevoll" heißt eben nicht, alles durchgehen zu lassen, sondern den eigenen Nachwuchs auf das Leben vorzubereiten - Schritt für Schritt. Ein verzogenes Kind, dass nie Grenzen kennen gelernt hat, wird damit irgendwann tief fallen. Oder wird so ein unbeherrschter Kasper, wie sein Vater...
 
G

Gast

Gast
  • #9
Wenn Dein kleiner Sohn bei alltäglichen Dingen schreit, dann kann es entweder eine Trotzphase sein (Dein Mann sollte ihn nicht nachäffen, das ist das Verkehrteste, was er tun kann!) oder aber Dein Kind hat Probleme damit, wenn es jeweils die Zeit für bestimmte Dinge ist!
Mein Sohn ist immer in alle Dinge vertieft gewesen und hat sich mit Weinen und Schreien gewehrt, wenn er bestimmten Tagesabläufen unterliegen sollte. Er weinte, wenn er in die Kita sollte - er weinte, wenn er abgeholt wurde. Jede Sache wurde mit "Neiiiiiiiiiiin!!" quittiert, ob Zähneputzen, Schlafengehen, Aufstehen. Hat er einen Tag gehabt, an dem nichts geregelt war, ist er regelrecht aufgeblüht und war glücklich.
Essen wann er wollte, rausgehen wann er wollte, Spielen wann er wollte...
Nach viel nervenaufreibender Zeit hat sich herausgestellt, dass mein kleiner Junge ein Asperger ist (Diagnose) und jedes Anpassen an einen für uns normalen Tagesablauf für ihn eine Qual darstellt. Meine anderen Kinder haben damit überhaupt keine Probleme, im Gegenteil - sie teilen sich den Tag gerne ein. Er hingegen hat es gehaßt, aus Situationen herausgeholt zu werden und brauchte immer eine gewisse Zeit, sich einzustellen, dass jetzt etwas Neues folgt.
Mit einem kleinen Kinderwecker konnte ich einiges der Probleme lösen. Wenn es Zeit fürs Zähneputzen wurde, habe ich ihm die kleine Uhr hingestellt und gesagt, wenn der Zeiger in 15 Minuten oben ist, dann ist Zeit fürs Zähneputzen. Mit dieser kleinen Zeithilfe ging es viel besser, er konnte sich auf Veränderungen in seinem Tun einstellen. Ohne dies war es eine Katastrophe - mit der kleinen Uhr (die er liebte seinerzeit) ging es viel besser. Es waren keine abrupten Wechsel mehr (so empfand er das), sondern die Übergänge verliefen weich.
Mein Kind ist ein Aspi und schrie und weinte nicht aus "Bosheit", sondern weil sein Gehirn einfach anders funktioniert. Mein Mann ist damit leider auch nicht klargekommen, sondern hat ihn nachgeäfft (fürchterlich! - und auch noch geärgert... Wenn Eltern zu Kleinkindern werden und mit ihnen konkurrieren, das ist einfach nur lächerlich.. Die Familiensituation war so angespannt, dass ich mich dann getrennt habe, was einem friedlichen Familienleben und der Akzeptanz der Eigenart meines Sohnes mehr als gut getan hat - das muß ich leider zugeben - gewünscht habe ich es mir anders.
Dein Mann soll das lassen! Dein Sohn ist verzweifelt und fühlt sich zudem auch noch verspottet und nicht ernst genommen. Vielleicht ist es wirklich nur eine Trotzphase - trotzdem wird diese von den Kindern intensiv erlebt, denn das Gehirn wächst genau in dieser Zeit (und später in der Pubertät noch einmal). Auch wenn er schreit, so sollte der Knirpsi ernst genommen werden und begleitet werden - auch in seinem trotzigen Verhalten, gerade vom Vater, weil dieser sein Vorbild und seine Orientierung ist. Ein erwachsener Mann sollte sich unter Kontrolle haben und seinen Sohn begleiten, statt sich auf solche "Gefechte" einzulassen. Schlimm das!
 
G

Gast

Gast
  • #10
Lass ihn mal auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten / - allergien testen. Vor allem Lactose- und Milcheiweißintoleranzen kommen häufig vor (hast du ihm vielleicht sehr früh Kuhmilch oder Milchpulver gegeben?). Daher können alle möglichen Probleme kommen.
 
G

Gast

Gast
  • #11
Ich antworte hier zwar nicht als Mutter, aber als Pädagogin die schwerpunktmäßig mit Kindern in diesem Alter arbeitet.

Dein Kind befindet sich gerade in der Autonomiephase und hierzu gibt es viele und sehr gute Literaturtipps. In diesen wird auch sehr deutlich aufgeführt, wie man sich am besten als Eltern verhalten kann/sollte.

Für dein Kind ist es eine sehr schwere Phase, weil es gerade dabei ist sich selbst und seinen "Interaktionsspielraum" mit anderen zu testen. Wichtig ist hierbei, dem Kind einerseits Freiheiten zu lassen um vielfältig explorieren zu können, andererseits braucht das Kind klare Grenzen und Regeln an denen das Kind sich orientieren kann und muss.
Inwieweit das Kind was braucht, könnt nur ihr Eltern entscheiden, da ihr die Experten für euer Kind seid!

Ganz wichtig ist es zudem, das Kind in seinen Bedürfnissen ernst zu nehmen da es in diesem Alter sein Verhalten selbst nicht verstehen kann- also ambivalente Gefühle hervorruft. Es bedarf einer klaren Orientierungsstruktur, die sich über den ganzen Tag hinwegzieht.
 
  • #12
Das Kind ist nicht das Problem was du beheben solltest sondern den Mann! Trotzphase ist normal und gehört dazu, je weniger Aufmersamkeit man dem schenkt und je mehr man das ignoriert, um so schneller geht es vorbei und das Verhalten wird vom Kind aufgegeben, wenn es nicht zum Erfolg führt. In deinem Fall führt das Verhalten aber zu einem enormen Erfolg, das Kind erhält in der Zeit die größtmögliche AUfmerksamkeit, du versuchst ihm alles recht zu machen, aber Ende bekommt er vielleicht sogar seinen Willen weil du Angst voir deinem Mann hast und nur willst das das Kind leise ist und Ruhe einkehrt. So sorgst du mit deinem Mann nur dafür, dass das Verhalten schlimmer und stärker, weil erfolgreich ist, wird
 
G

Gast

Gast
  • #13
Hier ist die FS

Herzlichen Dank für die zahlreichen interessanten und hilfreichen Kommentare!
Meiner Meinung nach, hat Saint-Exupery recht gehabt, dass um klar sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung. Ich habe alles zur Kenntnis genommen.

Vielen Dank noch mal und schöne Feiertage,
die FS
 
G

Gast

Gast
  • #14
Liebe FS,

hole dir bitte Erziehungsberatung. Das Verhalten deines Mannes ist nicht normal und zeigt für mich keine gesunde erwachsenes Verhalten. Könnte es sein, dass er noch mehr so kindliches Verhalten eurem Sohn gegenüber zeigt?

Die ersten 3 Lebensjahre eines Kindes sind sehr wichtig für die weitere psychische Entwicklung. Schade, dass Mütter sich erst informieren, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Ich kann dir als Mutter Bachblüten empfehlen, die Kinder durch solche Entwicklungsphasen gut helfen.

Handle schnellstens und informiere dich vorher, wie man am besten als Mutter reagieren sollte, auch dem Kindesvater gegenüber, wenn normales kindliches Verhalten auftritt, was anstrengend ist.

w
 
G

Gast

Gast
  • #15
Ich kann da Nr. 13 nur zustimmen. Ich kenne dieses Nachäffen von meinem eigenen Vater und aus Phasen, wo ich schon etwas größer war und wirklich Hilfe benötigt hätte. Das war wirklich schlimm und geht gar nicht.
 
G

Gast

Gast
  • #16
Ojeeee, wiedermal ist der Mann der Böse !
Es geht hier um das Kind, was hier einige wohl nicht verstehen.

Die trotzphase ist normal, wenn du aber deinem Kind besonderst viel Aufmerksamkeit schenkst, wird es keinen Grund sehen damit aufzuhören.
Warum auch es Funktioniert doch.

Ansonsten in 20 Jahren ist das alles vorbei ^^
 
G

Gast

Gast
  • #18
Liebe FS, das Problem hatte ich auch. Das schlimme bei Dir, dass Du es gleich mit 2 "Kindern" zu tun hast. Meine Ratschläge hierzu
1. Ernshaft mit dem Vater sprechen und das Nachahmen und generell sich lüstig machen in der Phase konsequent verbieten, bzw. offen zu dem Kind stehen und dem Vater direkt und offen zeigen/sagen/erklären, dass Du von seinem Verhalten nicht begeistert bist und dazu stehen.
2. Bei dem nächsten Wutanfall beim Kind, versuche aus irgendeinem Grund ("Oh, Schatz, ich muss jetzt gerade was wichtiges tun etc.") den Raum zu verlassen. Wenn es funktioniert (davon gehe ich aus), mache so konsequent (aber auch ruhig und liebevoll) weiter.
3. Versuche (auch wenn den 2-Jährigen) im Alltag als "Erwachsenen" zu behandeln.
4. Höre auf Dein Bauchgefühl, lasse Dich aber (von beiden) nicht unter Druck setzten.

Viel Glück! w,35, 2 Kids
 
G

Gast

Gast
  • #19
Liebe FS,

Dein Wunsch nach einer schnellen Lösung ist offensichtlich dem Problem mit Deinem Mann geschuldet und nicht dem Kind. Das Nachäffen geht gar nicht, es verletzt das Kind in seiner Würde und der Mann macht sich zum Affen. Halte die Probleme auseinander. Sage Deinem Mann deutlich, das Du das nicht akzeptierst und er das lassen muss.

Zum Kind: Es scheint in der Trotzphase zu sein, die etwas heftiger ausfällt. Aber das scheint noch normal zu sein. Asperger schließe ich aus, da würde Dein Kind nicht auf den Vater reagieren und mit Weinen beginnen.
Wichtig: Dein Kind muss jetzt liebevoll und bestimmt lernen, dass es sich mit seinem ganzen Geschrei nicht durchsetzt. Sonst hast Du gute Chancen, auf Jahre hinaus tyrannisiert zu werden. Beispiel: Du schreibst, Du tröstest. Ein Kind muss getröstet werden, wenn es z.B. gefallen ist und weint. Wenn Du Zähn-Putzen verlangst, besteht gar kein Grund zu trösten. Wenn Du es dennoch tust, lehrst Du Dein Kind "Hey, ich muss nur schreien, dann kriege ich Zuwendung und muss nicht direkt Zähne-Putzen." Das ist der beste Weg für ein dauerhaftes Zähne-Putz-Problem, das dann selbst gemacht ist. Deine Liebe zu Deinem Kind sollt dazu führen, dass Du ihm hilfst ins Leben und seine Anforderungen zu wachsen, das heißt mit Nichten, dass Du, wenn es sinnlos schreit Zuwendung zeigst, das erhöht die Schreiwahrscheinlichkeit deutlich. Die Liebe zu Deinem Kind zeigst Du, indem Du ihm hilfst, mit seinen Wut-Gefühlen maßvoll umzugehen. Grundsätze dafür: Ruhig bleiben - keine Zuwendung bei Problemverhalten, stattdessen die Anforderung freundlich und bestimmt durchsetzen und dann viel Zuwendung. Du kannst z.B. ein Erziehungstraining mit Deinem Mann machen oder Dir gute Erziehungsleitfäden besorgen. Ich empfehle ganz klar Triple-P (Positiv Parenting Program) - einfach googeln.

Viel Erfolg, das schaffst Du, ist in wenigen Wochen lernbar.

w 55 - 3 Kinder - Profi zum Thema
 
G

Gast

Gast
  • #20
Du solltest dir unbedingt einen guten Erziehungsratgeber kaufen. Die Tipps sind von Profis und somit pädagogisch geprüft. Alle Eltern werden dir irgendetwas raten, was bei ihrem Kind evtl. geholfen hat. Wichtig ist jedoch, dass du das Verhalten deines Kindes vor seinem entwicklungspsychologischen Hintergrund siehst.
 
G

Gast

Gast
  • #21
Hallo, Nur Mut, das Trotzen ist normal! Verschiedene Aspekte wurden ja schon erwähnt. Lass es uns anders angehen:

Such Dir die Literatur selbst zusammen, das ist fast so wichtig, wie das Lesen, echt.

Lerne, bitte, etwas über positive und negative Anreize, beziehungsweise über Verstärkung. Es liegt mir ferne, Dein Kind auf eine Stufe mit einem Hund zu stellen. Trotzdem: In den Sendungen „Der Hundeprofi“ von Martin Rütters sieht man sehr deutlich, wie Anreize funktionieren. ZIEH DIR DAS EIN PAAR MAL REIN, um weit ab von allem, was nach Kinder-Erziehung aussieht und Dich belastet, die Mechanismen zu studieren. In unserer sehr liebevollen Erziehung zur Freiheit haben meine Frau und ich vor 25 Jahren ähnliche Techniken angewendet, nur die Leckerlis waren streng verpönt, da wir Nahrung losgelöst von Verhalten und Zuneigung behandeln wollten.

- Belohnung verstärkt das momentane Verhalten, logisch, oder? Streicheln unter dem Schreianfall ist ein gewaltiger Anreiz für den Nächsten. Paradoxer Weise Schimpfen wegen der damit verbundenen, sehr willkommenen Aufmerksamkeit auch.
- Das Kind mit Geschwätz zu zu dröhnen erzeugt eher Fehlverhalten oder führt dazu, dass es gar nicht mehr hin hört.
- Trösten? Nur bei Kummer, nicht bei Machtspielen. Schon bei Schmerzen wird es schwierig, weil man sie auch verstärken kann.
- Ablenken? Das Kind hat sein Ziel eisern vor Augen, schweift vielleicht kurz ab und nimmt dann den Faden wieder auf.
- Anbrüllen? Alles, was man unter dem Anfall tut, sollte möglichst gelassen, PASSIV freundlich und sehr, sehr langweilig sein. Dass in der Öffentlichkeit DIE LEUTE motzen, musst Du aushalten, ja es darf Dir nicht einmal peinlich sein.
- Er soll nicht merken, wie wichtig Dir etwas ist. Vor allem das Essen wird gerne zum Terror missbraucht. „Geh spielen, es gibt aber (eisern) erst bei der nächsten Malzeit wieder etwas!“ Wer hat dann wohl Hunger? 1 - 2 Mal reichen. Ein Kind verhungert nicht einfach so, die Gefahr liegt nur bei Fehlernährung.

Wenn sich Dein Mann und Du auf eine Strategie einigen könntet, wäre das sehr hilfreich, um nicht zu sagen unabdingbar. NICHT vor dem Kind, das wirkt gegenteilig. Kümmert Euch darum, macht Euch schlau und findet einen Mittelweg. Mir haben in der Erziehung ganz generell Elternkurse sehr geholfen. Sie trösten, indem man erkennt, dass man nicht allein ist und sie ermutigen dadurch, dass man sieht, was man besser macht, als jemand Anderes. Nebenbei erfährt man wichtige Sachen.

Bald wirst Du mit Deinem Sohn sprechen können. Als unsere Kinder einmal wussten, was faule Zähne bedeuten, waren sie gar nicht mehr begeistert von der Idee, die Zähne NICHT zu putzen. Es gibt dazu drastische Bilder, die auch ein Kind versteht.

Mut, Gelassenheit und eine feste aber freundliche Hand wünscht Dir m / 60
 
G

Gast

Gast
  • #22
Nachtrag: Posting #18 empfinde ich als vom wesentlichen Inhalt her weitgehend gleich, nur anders und etwas menschlicher formuliert, als meins. Danke. M / 60
 
  • #23
Nachtrag:

Die kindliche Währungseinheit heißt "Aufmerksamkeit". Bekommt das Kind durch gutes Verhalten keine Aufmerksamkeit, wird es versuchen, sie durch schlechtes Verhalten zu erlangen. Versage ihm in seinen Trotzanfällen Deine Aufmerksamkeit, sondern geh einfach weiter. Jedes Kind wird augenblicklich aufhören und Dir hinterherlaufen.

Zähneputzen: es gibt ein wunderbares Buch, welches bei Kindern in dem Alter wie eine Bombe einschlägt: "Vom Jörg, der Zahnweh hatte". Es ist aus den Siebzigern, nett illustriert und hat sowohl bei mir als auch bei meinem Sohn sehr gut funktioniert. Danach wird Dein Sohn sehr emsig Zähneputzen.
 
  • #24
Mich beschlich der Eindruck, daß dein Sohn grundsätzlich bei Dingen, die ihm nicht wirklich angenehm sind, brüllt. Anziehen, laufen und solche Sachen.
Ja er macht wohl erstmalig im Leben Bekanntschaft mit Dingen, die ihm nicht behagen und die trotzdem gemacht werden müssen.
Ich frage mich oft, wie solche Phasen, die wohl jedes Kind durchmacht, in Familien mit 7 und mehr Kindern gehandelt werden. Die Eltern haben sicher nicht die Zeit, sich liebevoll auf die Launen ihrer Sprößlinge stundenlang einzulassen. Die müssen da einfach duch und fertig. Und wenn ältere Damenim Supermarkt mit in die Unterlippe gerafften Zähnen neunmalkluge Erziehungstipps geben müssen, ignorier die einfach, wenn du eh schonmal dabei bist, beim ignorieren, mein ich.
Ich habe meine Kinder in dieser Phase ignoriert, das heißt, sie haben mir ihren Willen nicht aufgezwungen.
Über das Verhalten des Vaters will ich nicht reden.....das lohnt nicht, der spinnt!
 
G

Gast

Gast
  • #25
Kinder zu ignorieren ist ein Fehler - es ist reine Dressur - Konditionierung - und hat mit Erziehung und Begleitung nichts zu tun.
Ich könnte immer zuviel bekommen, wenn ich Mütter sehe, die ihre weinenden Kinder wortlos hinter sich herschleifen oder im Laden liegen und sich "ausbrüllen" lassen, statt sich ihren Kindern auch in dieser Situation zuzuwenden. Man macht es sich schön bequem - die Ohrenschmerzen dürfen andere bekommen, Hauptsache man spielt die taffe Mom - das kenne ich zu gut! Wenn ein Kind weint, dann nicht aus "Spaß", sondern immer mit einem Grund. Es geht darum, dem Kind auch dann zur Seite zu stehen, wenn es diesen "Aussetzer" hat. Ein Kind sollte sich auch geliebt fühlen, wenn es schreint. Weggehen und ausbrüllen lassen signalisiert: "Ich liebe Dich nur, wenn Du auch brav und artig funtionierst!" - ein ganz schlimmes Verhalten von Eltern, die es selbst wohl nicht besser gelernt haben. Ich habe meine Kinder immer begleitet und mit Ablenkung geholfen. Meine Kinder haben nie schreien müssen. Fazit: Wirklich tolle und liebe Menschen, voller Urvertrauen und fest im Leben stehend.
Wer 7 Kinder bekommt und dies als Grund nimmt, auf seine Kinder nicht eingehen zu müssen, der hat es wohl eher aufs Kindergeld abgesehen...
Es geht nicht darum, Kinder möglichst viel erledigend durch den Tag zu schleusen, sondern sie zu begleiten auf ihrem Weg ins Erwachsenendasein. Wer das nicht gewährleisten möchte, sollte sich überlegen, ob er überhaupt Kinder bekommen sollte...
 
  • #26
Ich muß hier mal heftigst drum bitten, vor dem kommentieren meiner Beiträge diese auch zu lesen!
Ignoriert habe ich bei dem Brüllanfällen meiner Söhne im Supermarkt die selbstgerechten Damen, die meinten, man solle das Gör doch mal richtig verprügeln! Und ignoriert hätte ich auch den brüllenden Vater!
In solchen Phasen half nur, das Kind weg von den Versuchungen zu bringen, deren es sich ja nicht erwehren konnte und sich über was anderes zu unterhalten. Das soll tatsächlich auch mit Zweijährigen möglich sein!
Niemals jedoch habe ich meine Kinder in den Trotzphasen getröstet! Und ich kenne sehr viele Familien mit mehreren Kindern, meist mit christlichem Hintergrund und ich kann die immer nur bewundern, wie die mit (beispielsweise) 7 Kindern umgehen, ruhig und gelassen bleiben und viele dieser Kinder sind nachher ihren eigenen Weg gegangen , viele von denen wurden für besondere Leistungen ausgezeichnet.
Aber ich habe auch schon 8 jährige Einzelkinder mit einem Einkaufswagen voller Süßigkeiten im Supermark gesehent, die ihren Müttern eine Szene gemacht haben....am Ende gabs dann eben doch noch ein Eis dazu! Und so etwas ist mir beim Zuschauen ganz doll peinlich!
 
  • #27
Bei manchen Müttern hier möchte ich aber nicht Sohn sein. Da wird fröhlich die Rolle des Vaters desintegriert, Verachtung ist zwischen den Zeilen spürbar ("2 Kinder"), die auch das Kind spüren wird, Das Kind wird so aufgefordert, manipulierend die Eltern gegeneinander auszuspielen. Und es wird lernen, dass Verachtung ein probates Mittel der Kommunikation ist, mit dem man Ziele erreicht. Einer meiner Leitsprüche lautet: Wir können unsere Kinder nicht erziehen. Sie machen doch nur das nach, was wir vorleben. Da rollt ja eine Riesenwelle von Peter Pans auf uns zu.

Wenn frau liebevoll auf Schreien reagiert, so lernt das Kind den Zusammenhang: Wenn ich schreie, dann ist Mama liebevoll.
Mama könnte zur Abwechslung liebevoll sein, wenn das Kind eben nicht schreit. Positive Verstärkung.
Ich habe allerbestes Verhältnis zu meinen Söhnen, und finde Kinder in der Trotzphase nicht anstrengend, wenn man das Geschreie nicht persönlich nimmt sondern als Selbstverständlichkeit.
Kinder sind keine Erwachsene und wollen auch niemals so behandelt werden, Gottseidank.
m44
 
G

Gast

Gast
  • #28
Ich sage dazu, daß das Kind damit seinen Willen durchsetzt und durch das vertätscheln wird das alles noch schlimmer, da es schon den Komandoton angibt.Was schnellst möglich gestoppt werden muß. Das Kind schreien lassen, es hört von selber auf. Damit weißt das Kind,das das nichts bringt und mit seinem Willen nicht durch kommt. Als Eltern muß man stark sein, da wir Vorbilder sind. Wenn die Eltern in der Gegenwart der Kinder rum schreien, dann kann das Kind nicht anders sein.
w 31 J
 
G

Gast

Gast
  • #29
Liebe FS,

Ich selber habe eine zweijährige Tochter, welche oft mal einen Tobsuchtsanfall hat. Dies ist sicherlich normal in diesem Alter. Ich habe auch oft versucht sie mit Liebe und Trösten zu beruhigen, allerdings hilft dies bei ihr gar nichts. Sie muss eine kurze Zeit einfach toben und dann kann ich sie mit Ablenkung und trösten beruhigen. Aber wichtig ist bei ihr, sie zuerst einfach mal in Ruhe zu lassen. Versuche dies doch auch einmal!
Wenn ich bei meinen Eltern zu Hause bin, wird mein Vater zum Teil auch wütend weil er das Geschrei nicht mehr so aushält wie jüngere Menschen ;-) ich nehme dann meine Tochter und verziehe mich in mein Zimmer, so kann die Kleine ihre Zeit die sie braucht toben und wird nicht von meinem Vater angezickt. Dies hat es nämlich bei ihr immer nur verschlimmert.

Versuche deinem Mann klar zu machen, dass es das Gegenteil bewirkt wenn er euer Kind nachahmt oder gar anschreit.. Und sollte er es nicht einsehen, dann versuche einfach die beiden dann zu trennen (räumlich natürlich nur ;-) ) und gib ihnen beiden so den gebrauchten Raum.

Denk daran: es ist nur eine Phase ;-) Vielleicht hilft dieser Gedanke auch deinem Mann ;-)

Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute!

Liebe Grüsse
M.
 
G

Gast

Gast
  • #30
Ich denke, dass hier eventuell auch eine Erziehungsberatung oder moderierte Paargespräche in Frage kämen. Es ist natürlich schwer Verständnis für einen den Sohn nachäffenden Vater aufzubringen. Beide Eltern bewegen sich hier in den Extremen. Die Mutter verhält sich überfürsorglich, der Vater zeigt sich genervt. Natürlich schaukelt sich das Verhalten in dieser Triade gegenseitig hoch, der Sohn merkt nur, dass er mit seinem Verhalten extreme Reaktionen hervorruft. Der Vater reagiert aus meinem Verständnis heraus sogar ein wenig eifesüchtig auf die Zuneigung der Mutter gegenüber dem Sohn, wenn dieser schreit. Ein Zustand, den er wohl weder bei seiner Mutter erfahren durfte noch jetzt bei seiner Frau erleben wird.
Ich denke, dass die neutrale Position, wie sie schon beschrieben wurde, die für alle Beteiligten die Beste wäre. Gemeint ist damit ein kommentarloses Begleiten des Kindes, ein kurzes Unterbrechen der angstrebten Tätigkeit, wie das Zähneputzen, aber das gleichzeitige Signalisieren, dass es getan werden muss. Da der Vater hierzu scheinbar momentan nicht in der Lage ist, muss die Mutter das so lange tun. Der Vater sollte aber vielleicht mal in seine eigene Kindheit sehen, da scheint noch einiges nicht verarbeitet.
 
Top