Z

zuula

Gast
  • #1

Halbwertszeit einer Beziehung?

Nach 6 Jahren war bei mir bisher immer Schluss mit einer Beziehung. Und nun bin ich mit meinem jetzigen Freund schon 5 Jahre zusammen und wir sind wieder an so einem Punkt, wo ich sagen würde: Irgendwie läuft es nicht mehr, aber ich weiß auch nicht woran es liegt. Rein objektiv betrachtet ist alles wunderbar, nur ich merke bei mir, dass ich nach anderen Männern Ausschau halte, einfach keine Lust auf Abende zu Zweit habe und auch immer sehr schnell genervt von Ihm bin. Ist das eine vorübergehende Phase? Weiß grade auch nicht, wie ich mit dem Ganzen umgehen soll…Ich habe momentan auch das Gefühl, dass ich keine „Zeit“ oder „Kraft“ habe, um aus der Situation auszubrechen, weil für Ihn ist anscheinend alles bestens. Er schiebt meine Gereiztheit auf Stress im Job…
 
  • #2
Früher gab es mal das sogenannte verflixte "siebente Jahr". Nach neueren Erkenntnissen liegt die Haltbarkeit bei ca. fünf Jahren. Dieses Phänomen erklären sich die Evolutionsbiologen damit, daß das ungefähr die Zeitspanne ist, wo die Frau (die dann Mutter ist) nicht mehr auf dem Mann angewiesen ist.

Um diese Phase zu überstehen, bedarf es mehr Bindungspunkte.
 
G

Gast

Gast
  • #3
Nun ja, er nimmt Deine Unzufriedenheit nicht ernst... Vermutlich nimmt er dich auch in anderen Bereichen eher nicht so ernst? Du vermisst es vermutlich begehrt und umworben zu werden. Das ist leider sehr typisch für Mann/Frau-Beziehungen. Frau braucht ständig die Bestätigung (ja auch nach 5 Jahren und auch nach 20 Jahren, vielleicht sogar mehr denn je) weiterhin attraktiv und besonders zu sein, begehrt zu werden wie ein Juwel. Für den Mann ist das unlogisch. Er hat ihr doch schon 100x gesagt, dass er sie liebt und begehrt. Warum sollte er das dauernd wiederholen? Warum etwas umwerben, das man schon hat?! Ganz einfach: die weibliche Psyche ist so gestrickt und wenn Männer das nicht tun, sind sie ihre Traumfrau "ganz plötzlich" und "ohne Vorwarnung" los wie es immer heißt... Permanente miese Laune ist ein alarmierendes Signal... Der Anfang vom Ende. Er nimmt alles als selbstverständlich hin und Frau fühlt sich nicht genug gewürdigt. Dann kommt von irgendwo ein fremder Mann daher, der ihr GENAU diese Aufmerksamkeit gibt und "Schwupps" weg ist sie.

Beziehungen laufen nicht von selbst, man muss immer an ihnen arbeiten, die Liebe immer wieder aufs Neue entfachen. Wer sich zurücklehnt und meint es würde jetzt einfach so weiterlaufen, fällt auf die Nase. Geschlechtsunabhängig.

w28
 
  • #4
Dogberts evolutive Erklärung aus #1 ist einerseits recht zutreffend, andererseits auch nur die halbe Wahrheit.

Fakt ist, dass Paare ein ZIEL oder einen PLAN oder ein PROJEKT brauchen, um dauerhaft zusammenzubleiben.

Paare trennen sich nach 4-7 Jahren immer dann, wenn es langweilig wird, wenn keine neuen Impulse, Anreize, Ziele, Pläne, Projekte anstehen, die man gemeinsam meistern kann und für die man einander braucht und schätzt. Nach vier Jahren muss man eben an mehr denken als an bloßes Zusammensein -- das reicht einfach nicht mehr. Was im ersten Jahr Verliebtheit, dann Zusammenraufen, dann Zusammenziehen, dann Genuss der gewonnenen Stabilität war, wird plötzlich einfach langweilig. Für die moderne Generation erklärt: Wie beim Computerspiel "Siedeln", wenn die Wirtschaft floriert und alles erkundet ist, dann wird die Partie spontan langweilig, obwohl es dann so einfach sein könnte... der Pfiff ist raus, neue Herausforderungen müssen her. Stabilität und Sicherheit sind stets die Ziele im Leben, aber wenn sie erreicht sind, braucht es neue Ziele! So ist das Leben nun mal.

Die meisten Partnerschaften sind nach 4-5 Jahren in dem Status, dass Langeweile droht und alle bisherigen Ziele (Liebe, Zusammenziehen, Kompromisse, Stabilität) erreicht sind. Dann muss man neue Ziele finden, zum Beispiel typischerweise Familiengründung oder Hausbau. Solche Planungen schweißen zusammen, solche Erlebnisse und Abenteuer festigen eine Partnerschaft, bilden noch mehr gemeinsame Basis, beschäftigen über Jahre hinweg, schaffen wahre Gemeinsamkeiten.

Paare sollten schon frühzeitig in der Stabilitätsphase beginnen, durch neue Hobbys und durch mehr Gemeinsamkeiten ihre Partnerschaft zu festigen. Dazu gehört, gemeinsame Hobbys, Freizeitgestaltung, Sportarteen zu finden, bewusst viel zusammenzumachen und sich gegenseitig auch aktiv Wünsche zu erfüllen, viel auszuprobieren, ein echtes Wir-Gefühl mit Wir-Hobbys, Wir-Sport zu begründen -- etwas, das einander quasi untentbehrlich macht, zusammengehört, beide gleichermaßen betrifft.
 
G

Gast

Gast
  • #5
Nein, das ist normal, zumindest auch bei mir...
Beziehungen sind nicht mehr für die Ewigkeit gemacht, warum denn auch?
Mittlerweile lebe ich sehr gut mit diese Einstellung, immer mal eine Weile Single sein, dann lernt man jemand Neues kennen, bleibt ein paar Jahre zusammen um dann festzustellen - nein, das war es doch nicht!
Ein Haus habe ich, Kinder möchte ich nicht, also, was soll's....
 
  • #6
@Frederika

Wieso habe ich nur die halbe Wahrheit gesagt?

Ich hatte doch im letzten Satz geschrieben:
"Um diese Phase zu überstehen, bedarf es mehr Bindungspunkte."

Das soll heißen, daß man die geistig-ideellen Aspekte in der Beziehung intensivieren bzw. erweitern muß. Alles Weitere dazu hast Du ja ausführlich erläutert.
 
G

Gast

Gast
  • #7
Die Devise heißt,einfach einmal "Durchbeißen" im Leben und nicht ständig nach etwas vermeintlich höheren,besseren,reicheren,schöneren Streben.Die gemeinsame Vergangenheit,Verliebtheit-die vergangenen Höhen+Tiefen und das gemeinsam Erreichte schätzen-dann sieht man auch die oftmals blendende neue Welt realistischer.Liebe lebt nicht nur von den Höhen,sondern gerade von den Tiefen und das macht eine Beziehung stark!Nicht die eigenen Wünsche und Ziele von anderen erfüllt bekommen wollen,sondern selbst dafür etwas zu tun und den Partner damit animieren und mitreißen.
Von Blüte zu Blüte,wie eine Biene-irgendwann tragen die Flügel aber nicht mehr und die Blüten werden unerreichbar-denke auch daran.

m48
 
G

Gast

Gast
  • #8
darf ich bitte der fs und der #4 widersprechen?

wenn ihr schon mehrfach diese erfahrung mit euch selbst gemacht habt, solltet ihr vielleicht mal einen anderen weg einschlagen. versucht mit eurem freund gemeinsam etwas für beide völlig neues zu entdecken. eine neue gemeinsamkeit.

dieses hinschmeissen und was neues suchen halte ich für grundverkehrt, wenn es nur an eurem "langeweilefaktor" liegt. dann liegt es an euch und nicht an eurem partner.

w43
 
  • #9
#6 hat das schön formuliert.

Es wird sicherlich nicht die einzige "Durststrecke" sein, die man in einer Ehe durchlebt. Ein wichtiger Punkt ist, und das ist eigentlich eine "goldene" Regel: Miteinander reden, sich mitteilen.

Es ist völlig natürlich, daß man sich im Leben weiterentwickelt und seine Vorstellungen/Erwartungen nachjustiert.

Entscheidend ist:
Man weiß in einer intakten Beziehung immer noch, daß man zusammengehört und sich aufeinander verlassen kann.
 
G

Gast

Gast
  • #10
@FS und #4

Glaubt ihr nicht, dass ihr es euch ziemlich einfach macht?
So à la: Mir ist jetzt langweilig, also such ich mir ein neues "Spielzeug"
und das alte schmeiß ich weg?!

Es könnte ja schließlich mit etwas Arbeit, Durchhaltevermögen und Biss zu tun haben.

Ich meine, ok., wenn ihr so leben wollt, dann ist es euer Ding. Aber liegt nicht genau darin die Herausforderung? Das kann doch nicht alles gewesen sein, dass Beziehungen immer "bloß" 5 oder 6 Jahre dauern...
 
  • #11
@6 finde ich deine Ausführungen, Gedanken gut und realitätsnah. Nicht jeder kann und will weiter, höher, neues, aufregendes...Und Menschen, welche übergeordnete Ziele, Ziele, welche über das eigene, gemeinsame Wohl hinausgehen, festigen das Paar am stärksten: ein politisches, ökologisches Engagement, Auslandsprojekte aufbauen usw. gibt dem Paar das Gefühl mehr als nur für sich selbst getan zu haben.

[Mod: Zum wiederholten Mal wegen erheblicher Überlänge gekürzt. Beachten Sie bitte die Forumsregeln und fassen Sie sich kürzer! Beiträge sollen eine Länge von 3000 Zeichen nicht übersteigen.]
 
G

Gast

Gast
  • #12
#6: sehr richtig, das ist in meinen Augen ein wirklich reifer Mensch, leider hat unsere Gesellschaft das "durchbeißen" verlernt, man kann ja schließlich überall ständig neue potentielle Partner kennenlernen, zB parallel auf mehreren Singlebörsen (ich kenne viele Akademiker, die selbst während ihrer Partnerschaften draufbleiben und immer mal wieder neue kennenlernen, wer weiß, vielleicht findet sich ja eine bessere noch, und die Frau weiß davon - nichts, also ein wirklicher Vertrauensbruch). Alle sind "berufsjugendlich", mind. bis zum Alter von 55 Jahren, um dann nahtlos in den Opastand zu wechseln, hihi... LG, w, 34.
 
G

Gast

Gast
  • #13
so ein Fall war offenbar mein Ex.
Er (37) hatte noch nie eine längere feste Beziehung, und so wie es sich jetzt langsam herauskristallisiert, wohl deshalb, weil er nie bereit war, daran zu arbeiten.

Ich wurde "entsorgt", nachdem die ersten Schmetterlinge verflogen waren - das war auch die Begründung - aus für mich heiterem Himmel. Mit meiner Vorgängerin lief es wohl ähnlich. Nach einer Weile hat es ihm nicht mehr gefallen, und er hat das Ganze beendet.
Dabei hätten ein paar offene Gespräche die Beziehung gerettet, die Liebe war zumindest von meiner Seite aus, aufrichtig wie noch nie zuvor im Leben da.
Ich bin der Meinung, dass man nicht einfach alles schnell wegwerfen sollte, wenn die Anfangseuphorie verflogen ist. Das ist nach einer Weile normal!

Sicher gibt es Fälle, in denen man einfach feststellt, dass man nicht zusammenpasst, aber wenn doch eine gemeinsame Basis da ist, und man sagt "alles läuft gut" (wie die FS), dann ist es fair und erwachsen, mit dem anderen über die Leere zu reden. Vielleicht geht es dem anderen ja genauso, dann kann man etwas ändern.

Oder der andere ist überrascht, wäre nie darauf gekommen, dass der Partner nicht glücklich ist.

Auch dann kann man versuchen, etwas zu ändern. Und der Partner fällt dann zumindest nicht aus allen Wolken, wenn es doch nicht zum Weitermachen reicht.

Ich hätte mir gewünscht, dass ich zumindest ein solches Gespräch wert gewesen wäre, statt dessen bin ich einfach abserviert worden und mein Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung sowie das Vertrauen in andere Menschen ist komplett zunichte. Wenn Du auch nur einen Funken Respekt vor Deinem Partner hast, rede mit ihm. Bitte!
 
G

Gast

Gast
  • #14
Schade für deinen derzeitigen Partner, dass er eine derart oberflächliche und letztlich beziehungsunfähige ("ich halte nach anderen Männern Ausschau, habe aber nicht die Kraft, aus der Beziehung auszubrechen....) Partnerin an seiner Seite hat.

Hoffentlich wacht er auf und zieht die Konsequenzen.
 
Top