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  • #1

Halbwertszeit von Beziehungen?

Wir, 24 und 27, erwägen zusammen zu ziehen. Mein großer Bruder meint, ich sollte mir das gut überlegen und mein Leben nicht darauf abstellen, insbesondere auch was Kindern und Immobilie anbelangt. Die Hälfte der Beziehungen würde kaum bis zum Abitur der Kinder halten bzw. bis das Haus halb abbezhalt ist. Ich meine, wer denkt an sowas? Wir gehen doch von "Ewigkeit" aus. Trotzdem und gerade deshalb die Frage: Wie lange dauerten eure "Ewigkeiten" im Schnitt und wie viele waren es bisher? Und was wurde ggf. aus Kindern und klein Häuschen? Worauf kann ich mich realistischerweise einstellen?
 
  • #2
Die Hälfte aller Ehen wird geschieden. Die andere Hälfte gelingt und bleibt für immer zusammen! Das ist doch gar nicht so eine schlechte Chance!

Bei vielen gescheiterten Ehen hätte man es vorher sagen können, bei vielen aber auch nicht. Eine Garantie gibt es nicht.

Meines Erachtens sollte man schon mindestens ein Jahr lang zusammensein, bevor man zusammenzieht. Kinder und Immobilien sollten dann erst folgen, wenn man wiederum mindestens zwei Jahre erfolgreich und glücklich zusammenwohnt.
 
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  • #3
Wenn Du davon überzeugt bist, dann tus. Eine gute Freundin von mir kam vor so 8 Jahren auch und

Sie: "Ich weiß nicht, ob ich den Rainer heiraten soll."

Ich:"Du willst doch Kinder, oder ... ?"

Sie (Grundschullehrerin): "Ja !"

Ich: "Also mußt Du es irgendwann wagen."

Sie: "Ja, aber ich hab Zweifel ...."

Ich: "Mich hast ja ned haben wollen ..."

(Ich war in der Abiturzeit in sie verknallt) ...

Danach ging es nur darum, worauf man bei einer Ehe achtet und welche Verträge man schließt, weil die beiden eine Berufskonstellation haben, bei der Verträge über Ehe und Versorgungsausgleich ratsam waren. Sie haben aber keinen.

Irgendwann sagte sie: "Wenn wir uns trennen dann sei es drum ... ich liebe diesen Mann" und sie war ob des Schocks "´Mich hast ja ned haben wollen" schneller verheiratet als ich gedacht hab.

Es war ihr nicht auszureden. Heute sind sie glücklich verheiratet und haben 2 Töchter. Wenn ich dort anrufe, höre ich ihn mit den gleichen Floskeln und Wortfällen reden wie sie (er hat es übernommen), sie sind total glücklich.

Weißt, wenn Du Lebensziele hast und dran glaubst, mußt sie auch realisieren und ned Angst haben. Wenn Du jeden Tag was für die Beziehung tust, klappt es auch. Aber natürlich würde ich mir Gedanken für den Fall machen, daß es scheintern könnte.

Welche Berufe habt Ihr denn, wird einer von Euch evtl. erben, hat einer von Euch viel Vermögen, der andere weniger, will mal einer selbständig sein und der andere angestellt arbeiten ? Wie soll das mit den Kindern geregelt sein, wenn Ihr Euch scheiden läßt ? Und vor allem mit dem Haus.

Hab gerade so einen Fall im Bekanntenkreis, Haus gemeinsam gekauft, sie wirft ihn raus, nun läßt er das Haus in dem sie mit der Tochter noch lebt, zwangsversteigern. Und das geht auch, weil keine vertragliche Regelung da ist.
 
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  • #4
#1 Naja wenn die Hälfte schief geht und die Dunkelziffer wieder bei 30% liegt, dann sind Zweidrittel der Ehen schiefgegangen. Hier von einer nicht schlechten Chance zu reden ist zu wohlwollend. Der Grund für das massive Scheitern ist eine andere Fragestellung, trotzdem möchte ich vor einer Ehe warnen wenn man sich schon selber eine derartige Frage stellt (das Bauchgefühl lügt nicht).
Ansonsten stimme ich #1 zu, insbesondere an die Wartezeiten im Alltag. M38
 
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  • #5
zu #1:

Der Forecast ist etwas zu korrigieren: Leider sind die 50% NICHT geschiedenen Ehen keinesfalls alle glücklich.

Die Gewinnaussichten sind tatsächlich also etwas geringer.



Meine persönliche Bilanz:

3 Beziehungen von 2, 3 und 4 Jahren.

Dazu ca. 10 Affären. Dauer ein Wochenende bis 6 Monate.

Wobei mein Traum auch die glückliche Familie bis zum Lebensende gewesen wäre.



Wäre ich so jung wie ihr, wäre ich vielleicht noch unbelastet (und "naiv", nicht böse gemeint) genug, es zu wagen!
 
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  • #6
Ich war 15 Jahre verheiratet, habe mich dann scheiden lassen.
Mein Ex-Mann wollte gleich ein Häuschen bauen, was ich (Architektin!!) nicht wollte.
Wir haben 2 wunderbare (erwachsene) Kinder.
Heute bin ich sehr froh darüber, nicht diesen 'vorgefertigten' Weg gegangen zu sein!!
Es hat die Trennung sehr erleichtert!
Keiner sollte sich die Illusionen vom perfekten Eheleben machen. Es werden nicht mal mehr ein Drittel aller Ehen geschieden, nein - es liegt bald bei der Hälfte.
Warum und wieso kann keiner beantworten, es liegt im eigenen Ermessen.
Wenn beide ohne Zögern 'JA' sagen ...... geht es vielleicht gut!?

Übrigens: ich werde in diesem Jahr das 2. Mal heiraten (ohne Kinderwunsch und Häuslebauen ..... )
 
  • #7
Du bist Architektin und hast nie ein eigenes Haus gebaut? Wie traurig. Na, jedem das Seine. Was wäre an einem gemeinsamen Hausbau als Architektin "vorgefertigt" gewesen? Nur weil es ein üblicher Traum ist? Das kommt mir irgendwie merkwürdig vor. Seltsamer Mann, der das solange mitgemacht hat und irgendwie kein Wunder, dass es nicht geklappt hat.
 
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  • #8
@6

Vielleicht GERADE, weil sie vom Fach ist?

Und die realen Nachteile des (rosaroten) Traumes überblicken und einschätzen kann?

Und @ Fragesteller: Genau, wenn es nicht hinhaut, scheiden und 2. Versuch. Why not? No risk, no fun. P.S.: Wobei ich dem weiblichen Part eher zur Heirat raten würde, da im Falle des Scheiterns die Lage der Mutter vglw. günstig ist.
 
  • #9
Es gibt keine Regel und Zeitpunkt die besagt, jetzt sollte man zusammenziehen.
Ebenso gibt es keine Regel und Zeitpunkt die besagt, ab jetzt sind Kinder und Immobilien möglich.

Die Regel und den Zeitpunkt bestimmen nur ihr Beide.

An den Fragesteller:

"Worauf Du Dich realistischerweise einstellen?"
Es gibt keine vorbestimmte Logik oder Rationalität im Leben, insbesondere was diese Frage betrifft. Dein großer Bruder hat eine eigene Meinung. Aber er ist im Geiste weder größer noch weniger groß als Du. Es kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo die innere bzw. gemeinsame Stimme einem sagt: Wir wagen es (Unabhängig aller vertraglichen Absicherungen oder nicht) oder eben nicht. Du bist unsicher und zweifelst und Du wirst auch unabhängig der Antworten hier oder der Meinung Deines großen Bruders unsicher sein und zweifeln, weil Du rational etwas entscheiden möchtest, was nicht rational zu 100% möglich ist zu erklären.

@#2

"sie war ob des Schocks "´Mich hast ja ned haben wollen" schneller verheiratet als ich gedacht hab" Das hat mir ein Schmunzeln entlockt. Aber der Teil davor hat mir fast besser gefallen: "Wenn wir uns trennen dann sei es drum ... ich liebe diesen Mann". Was gibt es hierbei zu ergänzen? Eigentlich nur: Ja und wunderbar. Schön, dass alles, trotz und gerade aufgrund dieser Aussage, wunderbar funktioniert hat.

@#6

Also, ohne mich hier einmischen zu wollen, mir kommt an dem Posting #5 weder etwas merkwürdig noch traurig vor (außer vllt. der Scheidung nach vielen Jahren). Und wie kannst Du schreiben es wäre ein seltsamer Mann und es wäre kein Wunder, dass es nicht geklappt hatte? Nun, jedem das Seine.

@#5

Alles Gute für die bevorstehende Hochzeit!

Beste Grüße,
R. (34,m)
 
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  • #10
MadMax

tja frederika, da kannst du mal sehen, das es auch leute gibt, die eben nicht den üblichen traum haben...häusle bauen.

was ist an dem mann seltsam und was hat er "so lange mitgemacht"?
deine schlussfolgerung, dass es kein wunder sei, dass die ehe nicht geklappt hat, weil kein "häusle gebaut wurde", ist schon reichlich vermessen!

vermutlich gibt es noch gründe für das scheitern einer beziehung, die sich deinem weltbild entziehen!
 
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  • #11
@6
Träumst Du gerade oder liest Du oberflächlich???
Eine wunderbare Antwort von #7, es sagt alles! <MOD: persönliche Angriffe entfernt>
 
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  • #12
Jung gewesen - verknallt gewesen - einfach mal gemacht - wird schon werden - bei den Alten hat es ja auch ewig gehalten - kommt Zeit, kommt Rat - dass das alles mit ARBEIT zu tun hat, hatte uns keiner gesagt - nach 5 Jahren Ende der Fahnenstange - das Kind blieb bei mir, er wollte seine Freiheit - Haus hatten wir nicht, brauchten wir nicht - habe inzwischen geforscht, gefragt, gelesen - suche jetzt Beziehungsarbeiter - 1 mal in den Sand gesetzt, das passiert mir NIE wieder - ihm auch nicht!
 
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  • #13
#9 Drum prüfe wer sich ewig bindet. M38
 
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  • #14
Nie wieder ein Haus, dazu sind Geld und Zeit echt zu schade, es sei man weiß mit beidem nichts besseres anzufangen, weil man zuviel davon hat. Viele Ehen zerbrechen an den halbabgezahlten Schuldenpalästen, wwweil man/frau aus Liebe einen Kompromiss eingegangen ist.
Dann wird die Trennung zum Maryrium. Ich weiß nicht, was so traumhaft an einem Haus sein soll.
Wenn mal alt oder krank wird und es nicht mehr versorgen kann, muss man auch sehen das man es verkaufen kann, dann war es das mit der vielgepriesenen "Altersvorsorge".
Es sollte auch bei mir bis zur Ewigkeit sein. Nach 20 Jahre getrennt. Kinder habe ich nicht bereut, mein(unser) Fleisch und Blut. Häuschen hat mein Ex. ist seine Immobilie, sind gemeinsame Schulden.

Was Ihr aus Eurer Beziehung wird, hängt von Euch ab. Zieht zusammen, wenn Ihr Euch liebt, wer nichts wagt, gewinnt nichts. Kind(er) sind was schönes, ob Ihr Eure Liebe mit einer Immobilie festigt oder Euch lieber etwas anderes schönes gönnt, könnt Ihr immer noch entscheiden.
Alles Gute QueenMom
 
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  • #15
Geheiratet - vier Kinder bekommen - geschieden - der Kindesunterhalt geht für das Eigenheim und Folgekosten des Wohnraums drauf - für den Lebensunterhalt für uns fünf sorge ich selber. Alles einvernehmlich und friedlich. Das Haus ist Eigentum von beiden Elternteilen und wir stehen beide im Grundbuch.

Ein Versuch in punkto Ehe - leider schief gegangen - aber ich würd es auch noch mal tun.

Horch in Deinen Bauch und wenn Du ihn liebst und Dein Bauch fühlt sich wohl - dann genieß Dein Glück und heirate.

Viel Glück.
 
  • #16
@#10: Nein, MadMax, ich kann eigentlich nicht glauben, dass Du das ernst meinst. Ich hoffe mal, Du veralberst mich jetzt mit dieser nahezu dümmlichen Unterstellung.

Was ich meinte, sollte Dir doch schon aufgrund des anderen Threads klar sein: Nicht das fehlende Haus (das viele gar nicht wollen), sondern dass der Mann sehr gerne wollte und sie absolut nicht wollte und sie sich durchgesetzt hat, verursachte doch den ersten Bruch: Hier stimmten grundlegende Lebensziele nicht überein und einer hat die Arschkarte gezogen. So sieht es aus. Genau deswegen scheitern Beziehungen, und wer weiß, wo noch überall schmerzhafte Kompromisse geschlossen wurden. Wer Partnerschaften so lebt, dass Trennungen einfach bleiben, der lebt gar keine wirkliche Partnerschaft.

Du redest doch immer von Gefühlen: Wo bleiben die denn, wenn einer so gerne ein Haus hätte und der andere nicht? Man hat nur ein Leben und sollte die Eckpunkte schon versuchen zu realisieren. Da gehören gehören Kinder und Eigenheim auf jeden Fall, WENN es denn wirklich die Wünsche sind. Ebensogut können für andere eben auch Karriere und Auslandsaufenthalte dazugehören. Jedem das Seine -- aber bitte kompatibel mit dem Partner.
 
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  • #17
Bin nach 19 Jahren Beziehung (12 Ehe) und 2 Kindern geschieden worden . Das war schlimm. war dann 1 Jahr "solo" und hatte danach eine Beziehung von knapp 7 Jahren - den Herren wollte ich aber nicht heiraten, da er noch 2 weiter Kinder mit in die Beziehung gebracht hat.

Würde wenn ich heute die Entscheidung von vor 27 Jahren (erste Beziehung) vor 20 Jahren (Heirat) und vor knapp 7 Jahren allesamt wieder so treffen.

Ich wünsche Dir / Euch alles ALLES Gute.
Überleg Dir genau ob die Person die richtige ist - und dann rein ins Leben (aber bitte immer weiter an der Beziehung "arbeiten" - ist nämlich nix geschenkt im prallen Leben eben auch nicht ... muss man sich hart erarbeiten) und geniessen!!!
 
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  • #18
Madmax

wenn er das haus wollte, sie aber nicht...ok, einer setzt sich dann zwangsläufig durch.
was ist denn deine alternative...gar nicht erst zusammen zu ziehen, die beziehung gar nicht erst leben
?
ist es eingrundlegendes lebensziel, ob man wohneigentum erwirbt oder nicht?
wie kommst du darauf, das einer von den beiden die partnerschaft so lebte, dass trennungen einfach bleiben?
...nur weil sie kein haus wollte?

was hat der besitz eines hauses mit gefühlen zu tun???

es sind lediglich mutmaßungen deinerseits, warum diese beziehung scheiterte!

ich habe auch die erfahrung gemacht, je verbissener jemand seine eckpfeiler zementiern will, umso mehr steht er sich selbst im weg!
beispiel:
eine bekannte von mir lebte in einer harmonischen beziehung. alles stimmte, bis auf eines: sie wollte kinder, er nicht. mit anfang 30 trennte sie sich deswegen von ihm. heute mit anfang 40 ist sie immer noch kinderlos und immer noch solo. die frau wirkt teilweise ausgesprochen psychotisch. ihren kinderwunsch hat sie immer noch nicht begraben.

das leben ist eben kein wunschkonzert!
 
  • #19
@#17: Du stellst gute Fragen -- auf die jeder sehr persönliche, andere Antworten geben wird und darf.

1. "Haus oder nicht" KANN für bestimmte Personen ein Grund sein, keine Beziehung einzugehen, wenn es ein tief empfundener Wunsch ist.

2. Der Besitz von Wohneigentum hat für viele Menschen ausgesprochen VIEL mit Gefühlen zu tun. Es geht um Verantwortung, Freiheit, Unabhängigkeit, Größe, Garten, Genuß und vieles mehr. Manche fühlen sich durch Eigentum in ihrer Freiheit beschränkt, andere genießen gerade die persönliche Freiheit, die Eigentum bietet. Zu wissen, dass Haus und Garten einem gehören, man selbst gestalten kann, wie man will, ist schon toll und ein echtes, tiefes Gefühl für viele. Wenn Du dabei keine Gefühle hast, dann kannst Du das nicht nachvollziehen, aber glaube mir, für sehr viele Hausbesitzer ist das absolut tief empfunden!

3. Nein, sie hat das geschrieben mit "einfacher Trennung". Warum die Beziehung scheiterte, weiß ich nicht. Aber dass so fundamentale Unterschiede in den Lebenszielen ausschlaggebend sind, ist mehr als naheliegend.

Zum letzten Absatz: Richtig, das Leben ist kein Wunschkonzert. Es kommt, wie es kommt. Da sollte man wenigstens die Dinge, die man beeinflussen kann, auch in die Hand nehmen.
 
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  • #20
MadMax

@frederika
schön, dass du mir die fragen beantwortetest...nur um eine hast du dich wieder gedrückt:

wenn er das haus wollte, sie aber nicht...ok, einer setzt sich dann zwangsläufig durch.
was ist denn deine alternative...gar nicht erst zusammen zu ziehen, die beziehung gar nicht erst leben?

gerade diese frage wird mit sicherheit nicht gerade in der kennenlernphase erörtert werden. wenn sie sich stellt, ist man emotional sicher schon weiter.
wenn sie sich dann stellt und es offenbaren sich unvereinbarkeiten...was würdest du tun?
 
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  • #21
Ich kenne zum Thema Haus und Kinder 2 Ehen: die meiner Eltern und meine eigene.
Kriegsbedingt aus ärmlichen Verhältnissen stammend, schaften es meine Eltern mit viel Ehrgeiz in den '50 Jahren zu bescheidenen beruflichen Erfolgen. 1959 wurde geheiratet. 1962 kam ich und meine Mutter wurde Hausfrau, meine Vater beamteter Ing. Ich kam in die Schule und meine Eltern beschlossen zu bauen. Mit krankhaftem Geiz versuchte mein Vater nun das Ziel zu erreichen.
Zuerst wurde ich psychisch krank und mußte das Gynasium verlassen, dann meine Mutter, die dann einen Suizidversuch begann. Zwar wurde mein Vater langsam wach, doch es nutzte nichts mehr, da er 6 Monate später plötzlich nach nur 8 Wochen Krankheit an Krebs verstarb. Ich brauchte fast 10 Jahre um das alles zu verarbeiten. Doch nach weiteren 10 Jahren hatte mich die Vergangenheit ein. Auch wenn ich kein Haus (Boot, Pferd) wollte, wurde ich von Mutter und Ehefrau zur Karriere getrieben. Als dann ein Downsydrom beim 2. Kind in der Schwangerschaft vermutet wurde und ich auch beruflich nur noch Ärger hatte, zog ich mich immer mehr zurück. Stellte das Lachen und auch Essen ein. Was dann 2 Jahre später passierte endete in Kündigung, Scheidung, Frühverrentung. Wenn ich jetzt 80jährige Bekannte meines Vaters treffe und freudlich grüße, wollen die mich dann nach Sibierien zum Arbeiten schicken, wie nach '45.
 
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  • #22
@ 20

Ich schätze, das ist in unserer Kultur gar nicht so selten?

Das Habenwollen (samt krankhaftem Ehrgeiz) nimmt dem Sein den Raum bzw. erdrosselt es (psychosomatisch) geradezu.

Sei froh, dass du aus dem Hamsterrad jetzt raus bist. Die Frühverrentung nimmt dich aus der mit H4 verschärften Schusslinie. Mit 47 und Frühverrrentung bleibt noch Zeit zu leben. Der Trend geht zum Malochen bis 67/70. Und die meisten Menschen beugen sich dem, weil weniger Haben für sie erst auf der Bahre überhaupt gedacht werden kann.

Die 80jährigen Bekannten deines Vaters? Typisch, selbst Sibirien entkommen (Drückeberger? ;-) ), heute mit relativ guter Rente und noch vorhandenem Gesundheitswesen gesegnet, dieses Glück aber nicht schätzen können, sondern nur vergrätzt vor sich hin meckern. Die haben den letzten Schuss nicht gehört. Lass sie links liegen die Gnaddergreise.
 
  • #23
@#19: Aber MadMax, natürlich werden gerade solche Fragen in der Kennenlernphase erörtert. Damit meine ich die ersten gemeinsamen Monate, nachdem man zusammengekommen ist. Genau dazu ist die Kennenlernphase doch dar! Um Lebensziele, Wertvorstellungen, Kompatibilität zu erproben und zu besprechen! Und genau in der Phase sollte man auch entsprechende Konsequenzen ziehen, wenn man feststellt, dass man eben doch nicht so gut harmoniert wie gedacht.
 
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  • #24
Wie lang haben Deine bisherigen Beziehungen denn im Schnitt gehalten, und gegebenenfalls warum gehst Du davon aus, dass Deine jetzige das (vielleicht sogar um ein Vielfaches) überschreitet?

Wie sieht das auf seiner Seite aus?
 
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  • #25
Madmax

@frederika#22

wenn ich mit einer frau ein paar monate zusammen bin, werde ich ich mit sicherheit nicht von ihr trennen, weil differenzen in der "lebensplanung" oder "wertevorstellung" auftreten.
das ist doch völlig normal!
auch hat sich noch nie eine frau von mir getrennt, weil ich andere ansichten hatte als sie.

die wirklich eklatanten hindernisse für eine beziehung kristallisieren sich in der regel gleich am anfang heraus - in den ersten tagen, oder schon am ersten tag des aufeinandertreffens.

welcher mensch ist schon derart kompatibel mit einem selbst, das nicht eines der vielen "no-goes" auftritt?

allmählich kommt mir das so vor, als wenn ich ein abziehbild meiner selbst suchen soll - nach deiner methode das ist mir einfach zu <MOD geändert: narzisstisch>!

das spannende ist doch, einen interessanten menschen in seiner komplexität auf sich wirken zu lassen, neue impulse zu erhalten, dem anderen welche zu geben, darauf zu reagieren, es als bereicherung zu empfinden, sich zu arrangieren, und miteinander ein ganzes zu bilden.
dadurch liefert jede neue beziehung neue impulse, neue ansichten, erweitert das eigene weltbild, man lernt neue, oft völlig andere menschen kennen.
das soll ich mir alles nehmen lassen, nur weil ich meine, einmal gefassten pläne durchziehen will und mich mit selbst auferlegten schranken selbst blockiere?

und vor allem...wenn du nach deiner selektionsmethode deinen passenden partner erwählt hast...wer sagt dir, dass dieser sich, in der beziehung mit dir, genauso entwickeln wird, wie du, bzw, wie du es dir vorstellst?
die gefahr des auseinanderlebens ist mit einer so steifen lebensplanung, meiner meinung nach, sehr groß.
 
  • #26
@#24: Ja, MadMax, so sind wir beide eben grundverschieden! Gerade Werte und Moral sowie Lebensziele und Gewohnheiten sind häufige Trennungsgründe, sobald die rosa-rote Phase vorübergeht. Je besser man solche Dinge erfährt, bevor man richtig zusammen ist, desto eher kann man solche Fehlbeziehungen vermeiden. Es ist wünschenswert, möglichst viel zu Anfang übereinander zu erfahren, da sind wir uns vollkommen einig.

Zum "Abziehbild": Richtig, genau das ist die Gefahr. Man muss klug genug sein, einen tragfähigen Kompromiss zu finden und nicht auf 100%ige Übereinstimmung zu hoffen. Deswegen spreche ich ja auch von fundamentalen Eckdaten wie Nähe/Distanz, Treue/Untreue oder Kinderwunsch, Religiösität, Drogen. Das sind Basiswerte! Es geht hier doch nicht um oberflächliche Dinge oder Details des Alltags. Mit Narzissmus hat das übrhaupt nichts zu tun, sondern damit, dass Vertrauen, Geborgenheit und gefühlte Nähe eben zu einem ganz starken grade durch ähnliche Ansichten vermittelt werden.

Und noch einmal, weil Du mir immer wieder solche Dinge vorwirfst: An meiner Lebensplanung ist nichts steifes, nur weil ich nur Partner akzeptiere, die in den BASISWERTEN zu mir passen. Das sollte jeder machen. Kinderwunsch ja/nein ist doch nicht steif, sondern grundlegend. Das Leben bietet weitaus mehr Veränderung als gerade in diesen Werten.
 
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  • #27
Ehen und Partnerschaften gehen kaputt, weil die Liebe und Vertrauen futsch gehen, gegangen sind, weil sich Partner, Menschen unterschiedlich in ihrem sozialen Umfeld weiterentwickeln, positiv wie negativ. Lebenserfahrung, Stressfaktoren, Höhen, Tiefen, Schicksalsschläge,...
Negative Eigenschaften können stärker zutage treten, neue hinzukommen. Das Leben ist bunt.
Ein Partner geht plötzlich fremd, obwohl er Treue geschworen hat. Er geht fremd, weil es mit der Liebe nicht mehr stimmt, trotz anfänglicher gleicher Moralvorstellungen.
Lebensziele können sich auf Grund der Entwicklung grundlegend ändern.
Oder Damen und Herren Manager nehmen plötzlich Aufputschmittel, Drogen, damit sie den Stress durchhalten. Wollen sich ja in ihrem Umfeld einschließlich Partner/in keine Blöße geben. Da ist man(N)/frau gleich ein Looser.
Dies und vieles mehr kann passieren. Veränderungen und Entwicklungen kann man nicht leugnen, das ist wohl reichlich naiv.
Wenn Liebe da ist für den anderen, trägt man das alles mit, sonst scheitert die Parnerschaft.
Oder glaubt Ihr tatsächlich, dass man das alles am Anfang vorher sehen kann, was in 10, 15, 20 Jahren passiert?
Es scheint aber, dass viele tiefer Liebe nicht mehr fähig sind, übersteigerter Egoismus, nebeneinander her leben, Zusammenbleiben aus Trägheit und Gewohnheit ist gängig, bis man es nicht mehr ertragen kann, dann reiben sich die Partner an den Kleinigkeiten des Alltags, die vorher nie so wichitg waren.
Das hat nichts mit Wertevorstellung und Moral zu tun.

Mann-O-Mann-54
 
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  • #28
Es geht nur ohne Netz und doppelten Boden ....Wenn ihr euch liebt, solltet ihr zusammen ziehen und euer Leben genießen - zunächst vielleicht besser noch ohne Kind und Haus - aber mit Perspektive ! Es gibt keine Sicherheit, aber wer von Anfang an an´s Scheitern denkt erschwert sich das Glücklichsein, weil die Unbeschwertheit, die man in Eurem Alter auf jeden Fall haben sollte, fehlt ! Wir hatten einen Ehevertrag, was ich unter bestimmten Voraussetzungen und ohne Schwarzmalerei! auch für eine angebrachte pragmatische Vorgehensweise halte. Dennoch, ich wiederhole mich, sollte das Scheitern als etwas betrachtet werden, das sowieso nur den anderen passiert. Jedenfalls war das meine Einstellung, als ich heiratete. Man liebt sich und kann sich nicht vorstellen, daß es jemals anders sein könnte. Wie die Fragesteller schreiben: Wer denkt an sowas ? Wir gehen von der Ewigkeit aus! Das ist gut und richtig. Für beide sollte die Beziehung einen hohen Stellenwert haben und diese Wertschätzung muß man sich über die Jahre erhalten . Dazu ist Kompromissfähigkeit und der Wille, sich immer wieder um die Beziehung/den Partner zu bemühen unerlässlich.
 
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