• #1

Halbwertszeit von Onlinekontakten oder das Dilemma des Beziehungszeitalters 2.0?

Für das Kennenlernen im Netz gibt es zwei Möglichkeiten: Über geschlossene Netzwerke oder über Partnervermittlungen. Findet die Partnersuche im Zeitalter von Facebook, Xing usw. statt, hat im Grunde jeder die Möglichkeit alles mögliche über einen neuen Kontakt herauszufinden. Ein auf dieser Basis entstandene Kontakt ist wesentlich verbindlicher. Man lernt sich vermeintlich „schneller“ kennen, weil man ohne gemeinsame Erlebnisse die Erfahrungen des Anderen durch ein unsichtbares Onlinemäntelchen geschützt durchleben kann. Kommt hier eine Beziehung zustande würde ich vermuten, dass sie länger hält, weil man im Vorfeld ja schon einige „Störfaktoren“ ausschließen konnte. Bei reinen Online-Neu-Kontakten würde ich behaupten, dass die Beziehungshalbwertszeit kürzer ist. Was meint Ihr?
 
G

Gast

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  • #2
Halte ich (w35) für unzutreffend. Ich kann meinen neuen Kontakt (auch aus dem RL) genauso googeln. Habe ich auch schon getan, zB anhand vom Beruf, Vornamen und Stadt einiges über ein neues Date rausgefunden.
Außerdem muss man ja keine Beziehung eingehen, wenn man noch nicht viel über den anderen weiß. Die Sachen, die ich über ein Netzwerk und/oder das Internet rausfinde, habe ich auch im RL schnell erfahren.
 
  • #3
ich glaube auch nicht, dass dies stimmt. erst wenn man sich persönlich begegnet beginnt man sich kennen zu lernen. Diese im Netz abgefragten Eckdaten hat man im 1. Gespräch eh immer auch erfragt und diese Mails sind im RL kaum was wert, dass die meisten Menschen sich als ganz anders raus stellen als man durch die Mails dachte. DAher ist das Netz nur die Hilfe beim Herstellen des Kontaktes, beim Kennenlernen hilft es nicht
 
G

Gast

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  • #4
Im Netz abgefragte Informationen können auch zu falschen Schlüssen und Interpretationen führen. So hat mich ein Kontakt gegoogelt und herausgefunden, dass ich (w) einen Film über seinen Nachbarstadtteil gedreht habe. Daraufhin hat er unser Date abgesagt mit der Begründung, er vermute, ich wolle unser Treffen für einen Film missbrauchen.

Ob ich wohl baff war? Ich staune immer wieder, was in den Köpfen bestimmter Kontakte vor sich geht. So zum Beispiel auch dies: Mit ist es jetzt zweimal passiert, dass ein Mann skeptisch geworden ist, weil ich seit 25 Jahren in derselben Wohnung lebe (davor war ich zwölfmal umgezogen); beide hatten den Verdacht, ich sei langweilig. Uah!

Das Netz oder ein im Netz zustande gekommenes Date verleitet dazu, vorschnelle Urteile zu fällen - schließlich will man ja keine Zeit verlieren. Von richtigem Kennenlernen kann da wirklich keine Rede sein.
 
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