• #31
Du inflationierst das Wort "Liebe". Ja, ich ich "liebe" auch meine Hobbys und meine enge Verwandschaft.

Man kann auch auf Deine wahren tieferen Gefühle kaum schließen, wenn Du das Wort "Liebe" verwendest.

Außerdem müsste man befürchten, bald abserviert zu werden, weil es bei Dir nur auf äußere Randbedingungen (z.B. Weltbild) ankommt und die tiefe Liebe füreinander auch kein bindendes Band für Dich darstellt.

Das alles disqualifiziert Dich als Partner. Gerade Frauen werden Menschen wie Dich als Partner daher eher meiden.
Ich bin immer wieder erstaunt, zu welchen weitreichenden Schlussfolgerungen über meine Persönlichkeit zwei sich aufregende Foristinnen hier immer wieder gelangen – und wie sehr sie sich da in etwas hineinsteigern, um sich an dem Zielobjekt ihrer Antipathie psychologisierend abzuarbeiten.

Zurück zum Sachverhalt:
Ich sehe das etwas anders. Ich kann selbstverständlich auch tiefe Gefühle zu Menschen haben, zu denen ich keine sexuellen Verhältnisse (mehr) unterhalte – und ich würde diese Gefühle nicht auf eine Stufe mit den Gefühlen zu Hobbys usw. stellen. Und selbstverständlich kann die freundschaftliche Beziehung zu einem anderen auch von echter Liebe getragen sein, sofern man damit nicht den erotisch konnotierten Begriff in Verbindung bringt.
Ich verstehe auch nicht, warum zu einem Menschen, der einem in der Zeit der Partnerschaft der vielleicht wichtigste Mensch der Welt war, nicht weiterhin ein freundschaftliches, innigliches Verhältnis bestehen sollte und dies nicht sogar ein Ideal sein sollte?
Warum fange ich denn überhaupt eine Partnerschaft an, wenn mir nicht primär der andere Mensch wichtig ist – und dieser Mensch doch auch dann noch wichtig ist, wenn ich merke, dass wir für eine Zweierbeziehung nicht geschaffen sind?
Mir erscheint das Dogma »Keine Beziehung mehr = kein nahes, liebevolles Verhältnis mehr« irgendwie unreif und trotzig.
Er oder sie will mich nicht mehr – dann kann er oder sie sehen wo der Pfeffer wächst.

ABER: Es gibt natürlich Ausnahmen: Diese könnten zum Beispiel sein: ein Partner ist immer noch quälend in den anderen verliebt und muss sich daher schützen – oder es gab so schlimme Streitigkeiten oder Vertrauensmissbräuche, dass man nichts mehr miteinander zu tun haben möchte – oder sämtliche Gefühle haben sich abgekühlt. In solchen Fällen ist ein Kontaktabbruch sicherlich sinnvoll.

Und selbstverständlich kann die freundschaftliche Beziehung zu einem anderen auch von echter Liebe getragen sein, sofern man damit nicht den erotisch konnotierten Begriff in Verbindung bringt.
 
  • #32
Warum fange ich denn überhaupt eine Partnerschaft an, wenn mir nicht primär der andere Mensch wichtig ist – und dieser Mensch doch auch dann noch wichtig ist, wenn ich merke, dass wir für eine Zweierbeziehung nicht geschaffen sind
Du verstehst es nicht oder willst nicht verstehen. Du kannst NICHT zu mehreren Menschen gleiche Bindung haben. Das geht schon rein psychisch nicht - unser Gehirn selektiert und setzt Prioritäten, um nicht überfordert zu sein. Wie Vicky geschrieben hat - eine Beziehung scheitert nicht an Kleinigkeiten, sondern daran, dass die grundlegende Sachen nicht stimmen, zum Beispiel Wertesystem. Wenn man jemanden tief und innig geliebt hat, dann entsteht dabei ein Bruch und es wird nie mehr, so wie früher sein. Normaler Mensch empfindet dabei Traurigkeit, weil er etwas wertvolles verloren hat. Das Gehirn versucht, sich vor negativen Emotionen zu schützen, deswegen meidet der Mensch alles, was ihn negativ stimmen könnte - er meidet zum Beispiel den Kontakt zu Personen, mit denen er negative Gefühle verbindet. Solange, bis alles verarbeitet wurde. In diesem Fall kann man sich wieder normal unterhalten, aber die Verbindung ist nicht mehr da oder eben starke Verbindung.
Entweder waren alle deine Exen nur lauwarme Geschichten, wo du die alle danach "lieb" hast oder du belügst dich selber und du hast sehr wohl "Favoritin", bekennst dich aber nicht dazu, um die anderen nicht zu vergraulen.
 
  • #33
Ich weiß aus Erfahrung, daß man Ex-Partner noch lange lieben kann und auch darf. Welche Polizei soll denn kommen? Die "Meine neue Freundin dreht aus Eifersucht am Rad"-Polizei?
Völlig gleichgültig der Vorfälle gegenüber, die dazu führten, eine Beziehung miteinander zu beenden, hat Liebe hat mit dem, was wir ihr in unseren alltäglich gelebten Projektionen und Prozessen überstülpen, mit all diesen Abziehbildern, vergnügt wenig am Hut. Liebe ist. Sie fragt wenig danach, wer wann oder was tat oder unterließ. Liebe ist. Sie ist frei.
Wirkliche Liebe (so verstehe ich sie) ist das mächtigste, schönste, revolutionärste, gleichsam geduldigste und sanfteste Höchste unseres Menschseins. Und wenn da Liebe ist, der war, dann bin ich Menschlein doch dankbar und demütig und streite nicht mit diesem Gefühl, dieser Wirk-lichkeit, die wirkt. Wenn Zwei sich nach Trennung noch lieben, ja, welch bessere Botschaft braucht es denn noch?
Wenn mein neuer Partner seine Ex noch liebt, dann darf er das, bis ans Ende seiner Zeit. Da mische ich mich doch nicht in seine Seele! Ich liebe ihn, meinen Jetzigen, also ihn, ja vermutlich auch und bin die Letzte, die ihm seine Gefühle verbieten möchte. Falls ich nun also Eifersucht entwickele, dann ist das etwas, wo ich in mir suchen, vielleicht finden darf, was mich zweifeln läßt. Was macht mich rasend, was möchte ich anders gelebt sehen, wo fühle ich mich minderwertig, wie steht es um mein Selbstwertgefühl, um meine eigene Selbstliebe? Das gehört geklärt. In erster Instanz mit mir selbst!
Also, meine Idee für Dich, FS: Wenn Du Deine Liebe zu mir aufrichtig lebst und ich das spüre, entstehen diese Zweifel in mir erst gar nicht.
Deine Freundin hat vielleicht entweder noch etwas spirituellen Aufwachbedarf, oder sie fühlt sich an Deiner Seite irgendwie irgendwo am Verhungern?

Das gehört geklärt. Ihr habt ´n Job.
"Der Mensch ist ein sprechendes Wesen."
 
  • #34
Ich bin immer wieder erstaunt, zu welchen weitreichenden Schlussfolgerungen über meine Persönlichkeit zwei sich aufregende Foristinnen hier immer wieder gelangen – und wie sehr sie sich da in etwas hineinsteigern, um sich an dem Zielobjekt ihrer Antipathie psychologisierend abzuarbeiten.
Meinst du unseren lieben Kirovets? Ein Mann, der im Vergleich zu dir wesentlich empathischer ist, aber von mir zumindest bisher als eindeutig männlich wahrgenommen wird.

Vielleicht steigerst du dich ja gerade psychologisierend in etwas hinein.

Natürlich kann man auch andere Menschen lieben. Die Frage ist, wie sieht das in der Praxis aus, hat der Partner seinen eindeutigen Platz und kann der/die Ex da jederzeit reinfunken?

Und jeder kann denken was er will. Wenn es für deine Haltung so stimmig ist, musst du eben einen passenden Menschen mit gleicher Haltung dazu finden.

Wenn deine Freundin anders denkt und empfindet, wirst du ihr nicht einreden können, dass sie anders denken und fühlen soll.
Vielleicht lässt sie sich umbiegen, und leidet dann still.

Das ist eine individuelle Frage, wo es keine für alle gleichlautende Formel gibt. Jeder denkt/fühlt anders darüber.
 
  • #35
Ich verstehe auch nicht, warum zu einem Menschen, der einem in der Zeit der Partnerschaft der vielleicht wichtigste Mensch der Welt war, nicht weiterhin ein freundschaftliches, innigliches Verhältnis bestehen sollte und dies nicht sogar ein Ideal sein sollte?
...
Mir erscheint das Dogma »Keine Beziehung mehr = kein nahes, liebevolles Verhältnis mehr« irgendwie unreif und trotzig.
...
Und selbstverständlich kann die freundschaftliche Beziehung zu einem anderen auch von echter Liebe getragen sein, sofern man damit nicht den erotisch konnotierten Begriff in Verbindung bringt.
Hi SvenBl,
verstehst Du, dass für die Mehrheit der Menschen ein Unterschied zwischen Freundschaft und Liebes-Beziehung besteht?
Dein Text klingt nicht danach...

Freundschaft und Liebes-Beziehung beruhen beide auf dem Gefühl der Zugehörigkeit, aber es gibt eben einen Unterschied.

Leider verkennst Du den wesentlichen Aspekt bei Deinen ganzen Gefühlen... Der wesentliche Aspekte ist, ob Du offen für eine Beziehung mit Deiner Freundin bist, oder noch an der Ex hängst.
Nur darum geht es...
 
  • #36
Ich verstehe auch nicht, warum zu einem Menschen, der einem in der Zeit der Partnerschaft der vielleicht wichtigste Mensch der Welt war, nicht weiterhin ein freundschaftliches, innigliches Verhältnis bestehen sollte und dies nicht sogar ein Ideal sein sollte?
Du vermischt da Dinge, welche für viele Menschen (auch für mich) nicht nur emotional, sondern auch ganz rational, sehr unterschiedliche paar Schuhe sind.
Eine Liebesbeziehung, welche für mich immer auch sexuell angeregt und motiviert wird, habe ich immer nur mit einem Menschen (meine Partnerin).
Die Gefühle welche ich mit dieser Person teile, haben emotional wenig mit den Gefüheln für andere mir liebe Menschen zu tun.

Ich habe meine Exfreundin sehr geliebt, aber ein "Kumpel"/ Freund war sie nie, auch keine andere Ex.
Deswegen habe und hatte ich nie ein Verlangen, mit ihr später noch befreundet zu sein. Ich wollte nie wissen, wie ihr Leben weiterging. Von keiner meiner Ex. Es interessiert mich aus tiefster Seele einfach nicht besonders.
Das ich diese Personen mal sehr geliebt habe findet in mir heute keinen Widerhall mehr.

Ich kann selbstverständlich auch tiefe Gefühle zu Menschen haben, zu denen ich keine sexuellen Verhältnisse (mehr) unterhalte – und ich würde diese Gefühle nicht auf eine Stufe mit den Gefühlen zu Hobbys usw. stellen. Und selbstverständlich kann die freundschaftliche Beziehung zu einem anderen auch von echter Liebe getragen sein, sofern man damit nicht den erotisch konnotierten Begriff in Verbindung bringt.
Du hast in diesem Post alles irgendwie zu einer gleichen Suppe zusammengerührt und gleichgesetzt. Das kann ich als Mitmensch gar nicht verstehen, denn alle vor Dir beschriebenen Situation würden in meinem Falle mit sehr unterschiedlichen Gefühlen belegt sein. Das ist für mich fast nicht vergleichbar.

Und deswegen nutze ich das Wort "tiefe Liebe" auch viel spezieller, als Du.
Es kann einfach keinen Expartner betreffen. Und das werden die Meisten hier so sehen und für sich so fühlen.
 
  • #37
Erstens: es gibt Solche und Solche
Die die Freundschaften zum anderen Geschlecht haben und darunter kann auch ein Expartner sein. Das passiert entweder weil gemeinsame Kinder vorhanden sind oder die Beziehung scheiterte, weil es zum Schluss nicht mehr war, als Freundschaft.

Und dann die Fraktion, die Kontakte komplett abbricht und/oder keine Freundschaft zum anderen Geschlecht haben

Die beiden Fraktionen verstehen sich nicht und können nur im Kreis diskutieren
Es sei denn, man ist ein sehr diplomatischer Mensch.
Diese verstehen aber unterschiedliche Ebenen zu schaffen und das ist nicht Dein Haupttalent.
 
  • #38
Mal ne Frage: Als Du Kind warst oder Jugendlicher, hattest Du da einen superbesten, tollen Kumpel? Oder eine Kumpeline?
Falls ja, bist Du noch so gut mit der Person befreundet?

Wenn nicht, müsstest Du doch eigentlich verstehen, dass solche Gefühle verblassen können, obwohl dieser Mensch einem mal superwichtig war, und dass man nicht im Streit auseinandergehen muss, um den Kontakt zu verlieren.

Ich verstehe auch nicht, warum zu einem Menschen, der einem in der Zeit der Partnerschaft der vielleicht wichtigste Mensch der Welt war, nicht weiterhin ein freundschaftliches, innigliches Verhältnis bestehen sollte und dies nicht sogar ein Ideal sein sollte?
Kann sein, wenn die Beziehung die Freundschaft an sich schon beinhaltete. Das ist aber trotzdem was anderes, als zu sagen "ich liebe meine Ex noch" zur neuen Partnerin. Versteh ich nicht, dass Du das nicht verstehst.

Und noch mal zum Zitat: Wenn man sich Paardynamiken und Beziehungsverhalten ansieht, finde ich das nicht mehr verwunderlich. Ich meine nicht die Horrorbeziehungen, sondern ganz normale, wo Mann und Frau bestimmte Rollen einnehmen und die irgendwann ablegen, weil sie eben reifer geworden sind. Rollenspieler können auch nicht immer miteinander befreundet sein.
 
  • #39
Wenn ein Expartner, mit dem ich innig verbunden war, von ihm aus guten Gründen nun getrennt bin, aus gesundheitlichen Gründen mittlerweile hilflos ist: Ja, ich würde mich weiterhin kümmern, wenn es keinen Hass gibt. Und ja, ich könnte ihn weiterhin lieben, anders als früher. Es gibt keineswegs nur eine Form der Liebe.
 
  • #40
Ich weiß aus Erfahrung, daß man Ex-Partner noch lange lieben kann und auch darf. Welche Polizei soll denn kommen? Die "Meine neue Freundin dreht aus Eifersucht am Rad"-Polizei?

Wirkliche Liebe (so verstehe ich sie) ist das mächtigste, schönste, revolutionärste, gleichsam geduldigste und sanfteste Höchste unseres Menschseins. Und wenn da Liebe ist, der war, dann bin ich Menschlein doch dankbar und demütig und streite nicht mit diesem Gefühl, dieser Wirk-lichkeit, die wirkt. Wenn Zwei sich nach Trennung noch lieben, ja, welch bessere Botschaft braucht es denn noch?
Wenn mein neuer Partner seine Ex noch liebt, dann darf er das, bis ans Ende seiner Zeit. Da mische ich mich doch nicht in seine Seele! Ich liebe ihn, meinen Jetzigen, also ihn, ja vermutlich auch und bin die Letzte, die ihm seine Gefühle verbieten möchte. Falls ich nun also Eifersucht entwickele, dann ist das etwas, wo ich in mir suchen, vielleicht finden darf, was mich zweifeln läßt. Was macht mich rasend, was möchte ich anders gelebt sehen, wo fühle ich mich minderwertig, wie steht es um mein Selbstwertgefühl, um meine eigene Selbstliebe? Das gehört geklärt. In erster Instanz mit mir selbst!
Also, meine Idee für Dich, FS: Wenn Du Deine Liebe zu mir aufrichtig lebst und ich das spüre, entstehen diese Zweifel in mir erst gar nicht.
Deine Freundin hat vielleicht entweder noch etwas spirituellen Aufwachbedarf, oder sie fühlt sich an Deiner Seite irgendwie irgendwo am Verhungern?
Lieber »Moment«,
du sprichst mir aus der Seele.
Allerdings darf man diesen reifen, spirituellen Liebes-Begriff, den ich auch anstrebe, dem Partner nicht überstülpen wollen.
Meistens sind wir ja alle sehr weit weg von diesem Liebesbegriff. Und solange wir dieses Ideal nicht erreicht haben, sollte man sich natürlich in Geduld mit solchen »Anforderungen« üben.
Trotzdem meine ich: Solange man seinem Partner oder seiner Partnerin keinen realen Grund zur Eifersucht gibt, solange ist die Eifersucht in erster Linie ein Problem der Partnerin. Ein realer Grund wäre zum Beispiel, wenn man anfangen würde, mit Flirts, erotischen Annäherungen oder überhaupt Verhaltensweisen, die nur in die Zweisamkeitbeziehung gehören.
Solange man jedoch an dem Ideal festhält, auch mit seiner Ex einen freundschaftlich-liebevollen Umgang pflegen zu wollen, sollte die Partnerin lernen, ihre völlig unbegründete Eifersucht zu beherrschen.
Umgekehrt würde ich mich genauso verhalten und käme mir ziemlich schäbbig vor, auf das gute Verhältnis meiner Partnerin zu Exfreunden mit Neid oder Verlustängsten zu reagieren.
Natürlich, jeder ist freigestellt, zu seinem Ex oder seiner Ex den Kontakt abzubrechen. Das soll jeder so handhaben wie er mag.
Aber kein Mensch ist berechtigt, die Liebe eines Menschen ausschließlich für sich allein zu beanspruchen – wohlgemerkt, Liebe nicht im Sinne von Verliebtheit oder Erotik, sondern im Sinne dessen, dass die Liebe dem Individuellen des Gegenübers gilt.
 
  • #41
Trotzdem meine ich: Solange man seinem Partner oder seiner Partnerin keinen realen Grund zur Eifersucht gibt, solange ist die Eifersucht in erster Linie ein Problem der Partnerin.
Dann nenne doch mal eine "realen" Grund zur Eifersucht z.B. für Deine derzeitigere Freundin:
  • Wenn Du täglich mit deiner Exfreundin chattest
  • Wenn Du Dich mit ihr monatlich einemal abends ausgehst
  • Wenn Du Dich mit ihr ab und zu in einer bestimmten Kneipe triffst
  • Wenn Du bei ihr gelegentlich übernachtest
  • Wenn Du bei ihr im Bett manchmal übernachtest
  • Wenn Du Kondome im Wagen hast
  • Wenn Du mit ihr in den Urlaub (Skiurlaub) fährst, weil Du das schon immer sogemacht hast.
  • Wenn Du Deine Ex in der Öffentlichkeit auf die Wange oder auf den Mund küsst
Alles Oder- (nicht Und-) Fallsituationen, die es hier schonmal gab.
Viel Spaß...
 
  • #43
Hallo Sven,
so ganz verstehe ich den Sinn Deiner Frage nicht.

Zum Thema "Liebe", Umgang mit Deiner Ex und vielleicht auch in vielerlei anderer Hinsicht hast Du offensichtlich eine vollkommen andere Einstellung als deine Freundin. Ich kann nicht erkennen, dass Du hier in irgendeiner Weise kompromissbereit bist.

Auch habt Ihr es anscheinend versäumt, dies frühzeitig zu klären. Jetzt habt Ihr eine Pattsituation, die Du unbedingt noch in einen Sieg für Dich verwandeln möchtest.

Wie kann das Forum dazu beitragen?

Nehmen wir einmal an, wir alle würden Dir vorbehaltlos zustimmen: Sven, Du hast Recht. Absolut. Deine Freundin hat das zu akzeptieren, andernfalls ist sie krank und sollte sich sofort behandeln lassen. Mal gleich ab in die Psychiatrie.

Wenn wir aber auch davon ausgehen, dass Deine Freundin weder von Deinem Umgang mit der Ex noch von der Psychiatrie-Idee besonders begeistert ist, dann stellt sich die Frage, ob sie ihre Einstellung aufgrund der Forumsreaktionen hier bei EP ändern wird. Selbst im für Dich absoluten Idealfall, dass Dir alle zustimmen. Du kennst sie ja besser als wir. Ist Deines Erachtens davon auszugehen, dass sie sich von unseren Meinungen beeinflussen lässt und eine geistige Kehrtwendung macht? Ist dies ein Partnerschaftsthema, das sich durch eine Abstimmung unter Fremden beilegen lässt?

Wenn Du kompromisslos auf Deiner Überzeugung bestehst, wird das für Dich zum Pyrrhussieg.
 
  • #44
Dann nenne doch mal eine "realen" Grund zur Eifersucht z.B. für Deine derzeitigere Freundin:
  • Wenn Du täglich mit deiner Exfreundin chattest
  • Wenn Du Dich mit ihr monatlich einemal abends ausgehst
  • Wenn Du Dich mit ihr ab und zu in einer bestimmten Kneipe triffst
  • Wenn Du bei ihr gelegentlich übernachtest
  • Wenn Du bei ihr im Bett manchmal übernachtest
  • Wenn Du Kondome im Wagen hast
  • Wenn Du mit ihr in den Urlaub (Skiurlaub) fährst, weil Du das schon immer sogemacht hast.
  • Wenn Du Deine Ex in der Öffentlichkeit auf die Wange oder auf den Mund küsst
Alles Oder- (nicht Und-) Fallsituationen, die es hier schonmal gab.
Viel Spaß...
Die Liste lässt sich erweitern um weitere nicht erotisch-sexuelle Handlungen:

Wenn der Mann jeden Samstag bei der Ex verbringt für Reparaturen und Kaffee und Kuchen

wenn der Mann mehr Freizeit mit der Ex verbringt als mit der Freundin.

wenn der Mann jede Aktivität mit der Freundin unterbricht, um der Ex auf ihren Anruf hin zu Hilfe zu eilen.

SvenBl sollte sich weiter Gedanken darüber machen, wie er sich eine Beziehung vorstellt und ob er offen ist, diese mit der neuen Freundin zu führen.
 
  • #45
Richtig ist, dass "Liebe" nichts wirklich definiertes ist.

Und was ich denke? Dass du bald 5 Exen hast ......
 
  • #46
Allerdings darf man diesen reifen, spirituellen Liebes-Begriff, den ich auch anstrebe, dem Partner nicht überstülpen wollen.
Das tust du aber.
Solange man jedoch an dem Ideal festhält, auch mit seiner Ex einen freundschaftlich-liebevollen Umgang pflegen zu wollen, sollte die Partnerin lernen, ihre völlig unbegründete Eifersucht zu beherrschen.
Sie ist ja nicht nur eifersüchtig, weil da noch (oder wieder) was sexuelles laufen könnte, sondern weil es sie stört, dass du mit einer oder auch den anderen Exen noch so vertraut bist, vielleicht sogar mehr als mit ihr.

Mach ruhig weiter so, dann kapiert sie vielleicht, dass sie mit einem alten Mann, der stur auf seiner Meinung beharrt, nichts anfangen kann und sie sehr viel mehr Optionen hat, als sich erklären zu lassen, was sie zu lernen hat.

Von Liebe merkt man bei dir nichts, denn dann hättest du mehr Verständnis für sie. Dass sie ein Problem hat, ist dir egal. Du willst nur Recht behalten.
 
  • #47
Aber kein Mensch ist berechtigt, die Liebe eines Menschen ausschließlich für sich allein zu beanspruchen
Liebst Du Deine Partnerin? Wenn ja, kommst Du ihr entgegen bei der spirituellen Führung in ihre Reife, dass sie ihre Eifersucht überwindet? Nur provozieren und damit die Macht zu genießen, wäre ja unproduktiv.

Allerdings darf man diesen reifen, spirituellen Liebes-Begriff, den ich auch anstrebe, dem Partner nicht überstülpen wollen.
So sehe ich das nämlich auch. Wenn Deine Partnerin am Rad dreht, weil sie nicht begreift, was Du meinst, müsstest Du aus Liebe ja auch Mitleid mit ihr haben. Nimm sie mit zu den Treffen mit dieser Ex, wenn beide das ok finden, dass sie sehen kann, das zwischen euch nichts ist. Und vielleicht kann sie sich auch mit ihr anfreunden, wenn beide das wollen.

Solange man jedoch an dem Ideal festhält, auch mit seiner Ex einen freundschaftlich-liebevollen Umgang pflegen zu wollen, sollte die Partnerin lernen, ihre völlig unbegründete Eifersucht zu beherrschen.
Na der Partner sollte schon auch was tun, damit das geht. Einfach nur zu sagen "du bist unreif, weil", ist ja auch kein partnerschaftliches Verhalten.
 
  • #48
freundschaftlich-liebevollen Umgang pflegen zu wollen, sollte die Partnerin lernen, ihre völlig unbegründete Eifersucht zu beherrschen.
Wie kommt es nur, dass du so viel von Liebe sprichst, aber deine Wort so kühl und lieblos wirken? Du hast dir offensichtlich ein Konzept zurechtgelegt, wie die Menschen sein sollten , welche Ansichten und Verhaltensweisen sie haben sollten und begründest das mit spirituellem Ansprüchen. Und es schimmert eine gewisse Herablassung hervor, gegenüber denen, die noch nicht "soweit sind".
Habt ihr denn eine Beziehung auf Augenhöhe? Oder ist sie diejenige, die noch "viel lernen muss"?
 
  • #49
Liebe Fledermaus,
meine Partnerin ist zwar eifersüchtig, aber deswegen wollen wir uns ja nicht gleich trennen. Sie kann sowohl meine Position nachvollziehen als auch ich ihre Eifersucht insofern verstehen, als man dies zunächst einmal nicht steuern und kontrollieren kann.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass man an seiner Eifersucht arbeiten sollte und muss – es ist ja nicht so, dass ich meine Exfreundin einmal die Woche sehe, sondern allenfalls einmal im Monat. Somit wird keinerlei Energie oder Zeit von der jetzigen Partnerschaft abgezogen.

Meine Frage zielte darauf ab, herauszufinden, wie die unterschiedlichen Teilnehmer auf einen solchen Fall an meiner bzw. an ihrer Stelle reagieren würden. Das Resultat wurde ja ebenso bunt wie leidenschaftlich diskutiert … mit vielen unterschiedlichen, meist subjektiven Eindrücken und Urteilen.

Eine Art Resümee:
Eigentlich war ja schon in meiner Ausgangsfrage geklärt, dass ich unter Liebe im Fall meiner Ex ein rein platonisches Verhältnis verstehe – umso mehr hat es mich verblüfft, das einige den Liebesbegriff automatisch mit einem erotischen Verliebtsein in Verbindung brachten und von dieser Ansicht gar nicht abzubringen waren. Sie legten mir somit einen fremden Begriff in den Mund, um dann heftig gegen ihn an zu argumentieren. Ich empfand diese Vorgehensweise nicht als hilfreich.

Eine Teilnehmerin verfiel interessanterweise in den Pluralis Majestatis, indem sie ihre Meinung als die aller Forenteilnehmer deklarierte und ständig von »wir sehen das so«, »wir haben dir doch schon gesagt« usw. sprach und meinte, sich über meine Männlichkeit echauffieren zu müssen, obwohl diese Frage in diesem Thread überhaupt nicht zur Disposition steht – und ich nicht vorhabe, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Darum finde ich diese Art der Annäherung in Bezug auf meine Männlichkeit auch eher unangenehm.

Andere Teilnehmer haben wiederum die unterschiedlichen Qualitäten und Grade von Liebe betont und darauf hingewiesen, dass dieses Gebiet sensibel sei und es leicht zu Verletzungen zwischen den Partnern kommen könne. Sie haben also – zu Recht! – Empathie und Verständnis eingefordert, wobei ich denke, dass diese in einer Partnerschaft von beiden Seiten kommen muss.

Eine weitere Teilnehmerin wies darauf hin, dass Liebe auch eine spirituelle Dimension habe und sie es kleinlich und borniert findet, wenn eine Person auf diese Liebe allein Anspruch anmeldet.

Zurück bleibt der Eindruck, dass diese Anschauungen nicht unter einen Nenner zu bringen sind, da sie eben persönliche Wertsetzungen widerspiegeln.

Auf meine Partnerschaft bezogen heißt dies: Wir müssen einen Zwischenweg finden, mit diesem Dissens umgehen zu lernen, wobei wir beide, so meine ich, auf einem guten Weg sind, weil wir uns gegenseitig um Verständnis bemühen.
 
  • #50
Es soll Unterschiede geben, wie Männer und Frauen mit Eifersucht umgehen und welchen Stellenwert körperliche und platonische Liebe dabei einnimmt. Deshalb tendieren Männer eher zu fragen "schläfst du mit ihm?" und die Frauen eher zu "liebst du sie?". Es ist unerheblich, dass deine Freundin männliche Kumpels hat, die sich sicher in ihrer Friendzone aufhalten. Dass du deiner Ex anhaltend wohlgesonnen bist ist ein anderes Kaliber, weil Gefühle einst im Spiel waren, und nicht abschließend geklärt wurde ob sie vergangen sind oder wie sie sich manifestiert haben - siehe deine "Liebeserklärung" in Abwesenheit.

Du schriebst mal, dass du dich zu erheblich jüngeren Frauen hingezogen fühlst, ein Unterschied von 15 Jahren aufwärts. Das kann mit deiner aktuellen Problematik zusammenhängen, deine aktuelle Freundin nimmst du als Sexualpartnerin wahr, die älter gewordene Ex ist sexuell nicht mehr attraktiv, jedoch auf der geistig-platonischen Ebene existiert nach wie vor eine Verbindung. Sollte es so sein, fände ich es aus Sicht der aktuellen Partnerin fair, dass du gegenüber deiner Freundin klarstellst wie du empfindest und für klare Verhältnisse sorgst, die Freundin in diesem Punkt nicht mehr bevormundest und sie stattdessen eigene Gedanken dazu formulieren und eigene Konsequenzen daraus ziehen kann.
 
  • #51
Du verstehst es nicht oder willst nicht verstehen. Du kannst NICHT zu mehreren Menschen gleiche Bindung haben. Das geht schon rein psychisch nicht - unser Gehirn selektiert und setzt Prioritäten, um nicht überfordert zu sein.
Entweder waren alle deine Exen nur lauwarme Geschichten, wo du die alle danach "lieb" hast oder du belügst dich selber und du hast sehr wohl "Favoritin", bekennst dich aber nicht dazu, um die anderen nicht zu vergraulen.
Doch, doch, ich KANN verschiedene Menschen gleichzeitig lieben und aktuell zumindest zu drei Menschen eine gleichstarke, vertrauensvolle Bindung aufbauen. Du schließt von dir selbst auf andere – und das, was du als »Selektion des Gehirns« als verallgemeinerndes Argument ins Feld führst, mag für dich gelten, nicht für andere Menschen. Zudem ist die Bewusstseinsleistung mehr als einfach nur das »physische Gehirn« – aber diesen mehr philosophischen Disput möchte ich an dieser Stelle nicht mit dir führen.

Mit meiner jetzigen Partnerin vertiefe ich andere Dinge und verbinden mich andere Dinge als mit meiner Exfreundin oder einem Schulfreund, mit dem ich seit der 7. Klasse eng verbunden bin und zudem ich selbstverständlich die gleiche enge Bindung unterhalte wie zu meiner jetzigen Freundin.

Nein, die Expartnerschaften waren keine »lauen Geschichten«, aber nach einigen Jahren sollten doch irgendwann einmal die alten Verletzungen und Streitigkeiten, die dann zur Trennung führten, vergessen und vergeben sein. Das finde ich ganz wichtig, dass man nach einer gewissen Zeit das Ganze Vergangenheit sein lässt und sich wieder als Mensch – in ganz unterschiedlichen neuen Partnerschaftsverhältnissen – begegnet.
Was bleibt ist doch der Mensch, der mir nicht deswegen gleichgültig oder egal ist, nur weil wir festgestellt haben, dass wir als Zweier-Beziehungs-Gespann in der Vergangenheit nicht zusammenpassten.
 
  • #52
aber nach einigen Jahren sollten doch irgendwann einmal die alten Verletzungen und Streitigkeiten, die dann zur Trennung führten, vergessen und vergeben sein.
Immer der selbe Fehler ......
Will Mann eine Frau für eine Nacht, einen Monat oder ein halbes Jahr - dann muss Mann nicht viel sprechen. Kann seine Einstellungen einfach leben - geht sie, ist die nächste nicht weit.
Möchte Mann dagegen eine feste Freundin, dann muss Mann schauen, dass sie ihn verstehen kann. Dazu muss Mann reden. Sie davon überzeugen, dass Mann der Richtige ist.
Egal, ob Tom seine Ideen, seine alten Autos, seine Hobbies und seine Lebenseinstellung offen legt - oder ob Sven seinen Minimalismus, sein fehlendes Auto und die Abwesenheit von Hobbies darlegt - die jeweilige Frau muss danach überzeugt sein, dass es keinen besseren gibt.
Man müsste, man sollte .... alles bullshit.
Ein Mann steht zu sich, den eigenen Fehlern und Qualitäten. Wie bitteschön soll eine Frau mit Persönlichkeit denn jemals Respekt vor einem Mann haben, der müsste, sollte, könnte, Moral, Mainstream und polit. Korrektheit beachtet, dann noch den Pfarrer befragt und am besten noch einen Coach für alles hat, ein Regelbuch im Hintern stecken und keinerlei Persönlichkeit entwickelt hat ?
Deine Freundin ist bald weg, weil du sie mit solchem Mist zukleisterst - und irgendwann demnächst ein Mann um die Ecke kommt, der viel mehr Fehler hat als du - aber durch seine Persönlichkeit sexy ist. Und du ?? Suchst wieder jahrelang bis eine auf dich reinfällt - kurzzeitig.
 
  • #53
Mit meiner jetzigen Partnerin vertiefe ich andere Dinge und verbinden mich andere Dinge als mit meiner Exfreundin oder einem Schulfreund, mit dem ich seit der 7. Klasse eng verbunden bin und zudem ich selbstverständlich die gleiche enge Bindung unterhalte wie zu meiner jetzigen Freundin.
Fehlt da ein "nicht" oder meinst du das ernst?

"die gleiche enge Bindung" zwischen Partnerin und altem Kumpel kann ja irgendwie nicht sein.
 
  • #54
Immer der selbe Fehler ......
Will Mann eine Frau für eine Nacht, einen Monat oder ein halbes Jahr - dann muss Mann nicht viel sprechen. Kann seine Einstellungen einfach leben - geht sie, ist die nächste nicht weit.
Möchte Mann dagegen eine feste Freundin, dann muss Mann schauen, dass sie ihn verstehen kann. Dazu muss Mann reden. Sie davon überzeugen, dass Mann der Richtige ist.
Egal, ob Tom seine Ideen, seine alten Autos, seine Hobbies und seine Lebenseinstellung offen legt - oder ob Sven seinen Minimalismus, sein fehlendes Auto und die Abwesenheit von Hobbies darlegt - die jeweilige Frau muss danach überzeugt sein, dass es keinen besseren gibt.
Man müsste, man sollte .... alles bullshit.
Ein Mann steht zu sich, den eigenen Fehlern und Qualitäten. Wie bitteschön soll eine Frau mit Persönlichkeit denn jemals Respekt vor einem Mann haben, der müsste, sollte, könnte, Moral, Mainstream und polit. Korrektheit beachtet, dann noch den Pfarrer befragt und am besten noch einen Coach für alles hat, ein Regelbuch im Hintern stecken und keinerlei Persönlichkeit entwickelt hat ?
Deine Freundin ist bald weg, weil du sie mit solchem Mist zukleisterst - und irgendwann demnächst ein Mann um die Ecke kommt, der viel mehr Fehler hat als du - aber durch seine Persönlichkeit sexy ist. Und du ?? Suchst wieder jahrelang bis eine auf dich reinfällt - kurzzeitig.
Hey Tom,

ich mache jetzt mal die argumentative Retourkutsche: Dein Post klingt für mich genauso so, wie man es in den von mir in einem anderen Thread kritisierten Ratgebern liest oder hört. Um sich »unwiderstehlich« zu machen, dürfe man als Mann dieses und jenes nicht tun. …dürfe nicht politisch-korrekt sein, dürfe nicht zeigen, wie viel einem eine Frau (noch) bedeute, sonst rutsche man in die Friend-Zone ..blablabla. Allerdings geht es hier gerade nicht um die Gefahr, in diese Zone zu rutschen, sondern wie man diese Zone gestalten möchte, wenn man zu seiner Ex noch ein sehr vertrautes Verhältnis hat.
MEIN Ideal ist und bleibt es, dass ich, wenn ich mit einem Menschen zusammen bin und zu ihm eine tiefe Vertrauensbasis entstanden ist, ich wie ein Löwe darum kämpfe, dass a) unsere gemeinsame Beziehung gelingt und b) wenn wir feststellen, dass wir nicht als Partner füreinander langfristig geschaffen sind, wir trotzdem unsere Freundschaft fortsetzen, sollte sich eben in den Jahren eine tiefe Freundschaft entwickelt haben.

Das hat mit Political Correctness im Sinne des Festhaltens an irgendeiner gesellschaftlichen Konvention nun überhaupt gar nichts zu tun. Wenn wir uns näher kennenlernten, würdest du dich wundern, wie wenig ich auf Political Correctness gebe. Ich kann damit rein gar nichts anfangen, sondern urteile immer nur nach meinem eigenen Verstand und eigenen Einsichten.
 
  • #55
Wenn wir uns näher kennenlernten, würdest du dich wundern, wie wenig ich auf Political Correctness gebe. Ich kann damit rein gar nichts anfangen, sondern urteile immer nur nach meinem eigenen Verstand und eigenen Einsichten.
Danke Sven.
Du hast mir gerade gezeigt, dass ich wohl schlecht formuliert habe.
Nein, ich gehe nicht a la Ratgeber davon aus, dass es ein Patentrezept dafür gibt, jede Frau zu begeistern. Sondern davon, dass ein Mann eine Frau, die zu ihm passt, von sich überzeugen muss. Überzeugung, Faszination, Liebe ... wie auch immer man das nennen will. Begehren, Gier, sexuelle Anziehung ... all das gehört dazu.
Hat Mann - so wie du oder ich - Ansichten und Wünsche, die mit dem mainstream nichts zu tun haben und will Mann auch keine 0815 Frau - dann wird Mann seine Persönlichkeit darlegen müssen. Natürlich ist das Risiko dabei, dass sie abspringt.
Mein Rat ist, die eigene Persönlichkeit früh zu zeigen. Salamitaktik ist da kontraproduktiv. Diese wendest du aber an - und dann kommt das Erwachen später.
Mir ist natürlich bewusst, dass die Frauen, die dich toll finden mich nicht "mit dem Arsch anschauen" - und umgekehrt. Ich verstehe deinen Punkt, dass man mit Exen durchaus befreundet bleiben kann und will. Weil das bei mir auch so ist. Diesen Teil - und einige andere deiner Persönlichkeit - solltest du früh, offensiv, sehr bestimmt und selbstbewusst darlegen. Das ist meine Botschaft - denn Begeisterung für etwas wirkt ansteckend. Und damit anziehend. Womit wir wieder bei den Wahrheiten der Ratgeber wären, die einfach so sind.
 
  • #56
Mach ruhig weiter so, dann kapiert sie vielleicht, dass sie mit einem alten Mann, der stur auf seiner Meinung beharrt, nichts anfangen kann und sie sehr viel mehr Optionen hat, als sich erklären zu lassen, was sie zu lernen hat.

Von Liebe merkt man bei dir nichts, denn dann hättest du mehr Verständnis für sie. Dass sie ein Problem hat, ist dir egal. Du willst nur Recht behalten.
Zum Thema Verständnis auch für ihre Situation – siehe meinen Eintrag weiter oben. Das mit dem alten Mann finde ich gut und amüsant. Ich werde es ihr ausrichten. –
Es gibt übrigens ein hervorragendes Buch von Erich Fromm: Die Kunst des Liebens.
Dort differenziert Fromm meisterhaft die verschiedenen Ebenen der Liebe und der Pseudoliebe auseinander und hält fest, dass wir alle (davon will ich mich nicht ausschließen, denn ich stehe hier noch am Anfang!) »Liebe« meist mit »Habenwollen« und »Besitzen« oder »Begehren« verwechseln. Bei Pärchen kommt oft die Angewohnheit hinzu, dass man sich in dem Gegenüber selber bespiegeln und aufwerten möchte – was dann gern mit »suche Person, die vorzeigbar und tageslichttauglich ist« umschrieben wird. Interessant finde ich auch Menschen, die ihren Partner danach aussuchen, dass er ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Gleiches Phänomen hat man häufig bei Frauchiens und Herrchens – oftmals passt der Hund von der Gesichtsform gut zu der betreffenden Person.
Das alles hat noch nicht so viel mit Liebe zu tun, sondern eher damit, dass man sich selber im anderen wiederfinden möchte. Und das schönste sind diejenigen Tierliebhaber, die sagen, sie lieben ihren Hund, weil er »der beste Freund sei« und besser als alle Menschen. Ja, der Hund wedelt mit dem Schwanz, sobald sie die Wohnung betreten und richtet sich ganz auf den Menschen aus.
 
  • #57
Doch, doch, ich KANN verschiedene Menschen gleichzeitig lieben und aktuell zumindest zu drei Menschen eine gleichstarke, vertrauensvolle Bindung aufbauen.
Ok, aber angenommen, alle drei sind in Not und Du kannst nur einen retten. Da will doch der Partner derjenige sein, der gerettet wird, wenn zur Auswahl stehen "Schulfreund, befreundete Ex, geliebte Partnerin". Ist auch in meinen Augen ein blödes fiktives Szenario, aber müsste eigentlich nachvollziehbar sein, dass sie das gern so hätte. Und natürlich sollte das vermittelt werden in der Beziehung, auch wenn hoffentlich nie so eine Situation eintritt.


aber nach einigen Jahren sollten doch irgendwann einmal die alten Verletzungen und Streitigkeiten, die dann zur Trennung führten, vergessen und vergeben sein
Sicher, sonst belastet man ja sein Leben und folgende Beziehungen mit was Vergangenem. Aber das Zitierte heißt ja trotzdem nicht automatisch, dass man unbedingt in Kontakt sein muss oder gar eine Freundschaft hat.

Was bleibt ist doch der Mensch, der mir nicht deswegen gleichgültig oder egal ist, nur weil wir festgestellt haben, dass wir als Zweier-Beziehungs-Gespann in der Vergangenheit nicht zusammenpassten.
Ich finde, die Frage stellt sich gar nicht immer. Klar, wenn Du schon während der Partnerschaft befreundet warst mit der Frau, wird möglicherweise das Beziehungsende kein Freundschaftsende sein. Aber wenn nicht und der Kontakt nichts bringt außer, dass man sich kennt und mal näher kannte, sehe ich keinen Sinn in der bewussten Aufrechterhaltung, die mE mehr Bekanntensammlertum und "Follower um sich scharen" ist.

Zu Deinem Post 55 - das sind wahre Worte über die Liebe.
Warum sind Deine früheren Beziehungen auseinander gegangen? War da nie irgendein Gefühl Deinerseits dabei, das nicht dem theoretischen Ideal der Liebe entsprach?
 
  • #58
Doch, doch, ich KANN verschiedene Menschen gleichzeitig lieben und aktuell zumindest zu drei Menschen eine gleichstarke, vertrauensvolle Bindung aufbauen.
Möglicherweise schätzt Du Deine Fähigkeiten falsch ein. Du beklagst Dich den ganzen Thread über, dass Deine aktuelle Freundin Dir gerade nicht vertraut, sondern eifersüchtig ist.

Warum behauptest Du, Du hast zu ihr eine vertrauensvolle Bindung aufgebaut, wenn Du ihr fehlendes Vertrauen gerade als Dein Problem schilderst?

Mit meiner jetzigen Partnerin vertiefe ich andere Dinge und verbinden mich andere Dinge als mit meiner Exfreundin oder einem Schulfreund, mit dem ich seit der 7. Klasse eng verbunden bin und zudem ich selbstverständlich die gleiche enge Bindung unterhalte wie zu meiner jetzigen Freundin.
Hieran sieht man, dass Du eine andere Vorstellung von "Beziehung" zu Deiner Freundin hast als die Mehrheit.
Für die Mehrheit bedeutet Beziehung zur Freundin nicht, irgendwelche "Dinge zu vertiefen", sondern miteinander ein gemeinsames Leben gestalten zu wollen. Deshalb hat für die Mehrheit die Beziehung zur Partnerin eine andere Qualität als die Beziehung zum alten Schulfreund, mit dem man lediglich ein Leben lang in Kontakt und befreundet bleiben will.
Es tut mir ein bisschen leid, dass Du das nicht verstehst, weil hierdurch offenbar wird, dass Du das bisher noch nicht positiv in Deinem Leben erlebt hast.

Du hast den alten, berühmten Klassiker von Fromm wie zigtausend andere auch gelesen. Dann fange doch bei Deiner Freundin an, danach zu leben.
 
  • #59
wenn ich mit einem Menschen zusammen bin und zu ihm eine tiefe Vertrauensbasis entstanden ist, ich wie ein Löwe darum kämpfe, dass a) unsere gemeinsame Beziehung gelingt und b) wenn wir feststellen, dass wir nicht als Partner füreinander langfristig geschaffen sind, wir trotzdem unsere Freundschaft fortsetzen, sollte sich eben in den Jahren eine tiefe Freundschaft entwickelt haben.
Das hört sich so an, als könntest du nicht loslassen, aber nicht aus Liebe, sondern weil du möglicherweise jahrelang in einen Menschen und die Beziehung mit diesem reininvestiert hast, Zeit, Geld, Gefühle, was auch immer, und du nicht möchtest, dass alles "umsonst" war und dieser Mensch klanglos verschwindet. Wie die anderen geschrieben haben, ein Freundesammler, der aus alten Liebschaften Freundschaften machen und so Kontakte aufrechterhalten möchte. Wenn die Ex auch als Kumpeline geht, ärgert dich der ganze Aufwand, den du einmal für diese Person betrieben hast.

Hier fehlt dir die Leichtigkeit, jemanden einfach mal ziehen zu lassen im guten Glauben. So gesehen schweres Los auch für die Nachfolgerin, wenn die erst einmal dahinterkommt, der Löwe hat in seinem Fell ein paar Schusslöcher.
 
  • #60
...aber nach einigen Jahren sollten doch irgendwann einmal die alten Verletzungen und Streitigkeiten, die dann zur Trennung führten, vergessen und vergeben sein. Das finde ich ganz wichtig, dass man nach einer gewissen Zeit das Ganze Vergangenheit sein lässt und sich wieder als Mensch.... begegnet.
Kann man machen, kann man aber auch bleiben lassen. Es hängt davon ab, was für ein Leben man führt. Wenn Verletzungen und Streitigkeiten zur Trennung führten und man jahrelang keinen Kontakt hatte, dann geht das Leben ja ohne einander weiter, mit anderen Menschen.
Ja, dann ist die Vergangenheit Vergangenheit und es gibt meistens keinen Grund, dem anderen plötzlich wieder eine Freundschaft zu beginnen. Man belässt es wie es ist. Trifft man sich zufällig, dann sagt man "guten Tag" und das wars - Vergangenheit. Heute gibt es andere Menschen im Leben.

Was bleibt ist doch der Mensch, der mir nicht deswegen gleichgültig oder egal ist, nur weil wir festgestellt haben, dass wir als Zweier-Beziehungs-Gespann in der Vergangenheit nicht zusammenpassten.
Natürlich kann mir ein Mensch gleichgültig sein, wenn man nach der Trennung jahrelang nichts miteinander zu tun hatte. Ich kann keinen Grund erkennen, den alten Kaffee wieder aufzuwärmen sondern lasse die Vergangenheit ruhen.

Ich hatte keine Trennung mit Streit und habe trotzdem keinerlei Bedürfnis, einen meiner Exen heute noch als "geliebten Freund" in meinem Leben zu haben. Da war nichts substanzielles nach dem Beziehungsende mehr übrig, um diese in eine tiefe Freundschaft zu überführen - auch keine Feindschaft, sondern Desinteresse und manchmal sogar der Wunsch, den Partner der einen hindert voran zu kommen hinter sich zu lassen (Trennungsgrund).