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  • #1

Hast du genug Liebe, um aufrichtig zu sein?

gestern las ich: "...Die Furcht der Frau vor der Liebe kommt von der Unredlichkeit und Lieblosigkeit des Mannes, der nur dann liebt, wenn es ihm passt, der über die Liebe nachdenkt und phantasiert, anstatt Liebe zu sein. Liebe ist zuerst einmal ein Seinszustand. Bringe dich in den Zustand der Liebe..." Das schrieb ein Mann. Ich als Frau fand mich sehr wieder im Text. Mit einem liebenden wertschätzenden Mann geht mir Herz und Seele auf, werde ich schön, zufrieden, satt und sehr freigiebig. Wie denkt ihr Männer über das oben Geschriebene?
 
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  • #2
Berlinerin, 41 J

Schreib doch bitte, wie es mit diesem Herrn weitergeht.
Ich glaube, der ist in Realität ein ganz hilfloser Mensch.
Der bringt sicher nicht den Müll runter oder wickelt Euer Baby.
Bin gespannt, ob ich ihn richtig einschätze.

Hat er das selber verfasst oder nur abgeschrieben?
Fürs Herz könntest Du doch auch Rilke lesen.
 
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  • #3
Von wem ist das zitierte - berühmte Persönlichkeit, oder? Würde mich sehr interessieren!
Ich verstehe allerdings den Zusmmenhang zur Frage nicht, ähnliche Fragen mit Ehrlichkeit, Treue, Liebe, Ehe wurden schon gestellt
7E20CD34
 
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  • #4
Bedauerlicherweise muss ich dem Schreiber dieser Zeilen zustimmen, zwar halte ich es nicht für die Unredlichkeit des Mannes, eher für eine anerzogene Unfähigkeit, aber für frau ist das Ergebnis leider das gleiche. Ich denke sogar, viele Männer wollen lieben, glauben sogar, dass sie lieben, wissen aber nicht wie es geht. Da passt das Statement von #1, sie sind hilflos mit all ihrem guten Willen. Besonders die Generation 50+, erzogen nach dem Motto "ein Junge weint nicht", sprich- zeigt keine Gefühle. Oft fehlt auch die Trauerfähigkeit. Und nach dem Verlust der "geliebten" (ob sie sich geliebt gefühlt hat, wird nicht in Frage gestellt) Ehefrau wird nicht getrauert, nicht über gemachte Fehler nachgedacht, nein, Schwamm drüber und möglichst schnell Ersatz, damit die Maschine wieder läuft. Mich würden hierzu die Antworten der Männer aller Altersklassen interessieren. Danke
 
  • #5
Das problem mit frauen ist, dass sie einen feinfühligen und sich kümernden, gefühlezeigenden mann wollen und wenn sie ihn haben, dann wissen sie nichts damit anzufangen, betrachten ihn als unmännlich, als weibisch, heulsuse, lusche oder was ihnen sonst noch in den sinn kommt.
Er wird ausgenutzt wärend sich frau einen "richtigen mann" ins bett holt und mit dem durchbrennt, wärend der andere dann noch brach für frau und kinder zahlen darf.
Hinzukommt, das so ein mann meist die hölle durchmacht mit frauen, da frau meist den guten "nur freund" in ihm sieht und mehr nicht + will eigentlich nur jemanden der ihr gut tut und ist überfordert auch auf die gefühle des mannes einzugehen, die ja plötzlich sichtbar sind und nicht weniger wichtig als ihre.
 
  • #6
@#3
Du bringst das fundamentale Missverständnis zwischen Frau und Mann auf den Punkt. Denn Frauen erwarten, dass Männer sich so verhalten, dass sich die Frau geliebt FÜHLT. Ob sie dann von dem Mann aber auch geliebt wird, ist eine ganz andere Frage.

Für mich ist das eine Frage des Vertrauens. Wenn ich eine Frau wirklich liebe, dann steckt in allem was ich mache auch Liebe drin. Ob die Frau dann genug Vertrauen zu mir hat, das anzuerkennen, ohne dass ich jeden Tag vor ihr auf die Knie falle und minnesinge, liegt nicht in meinem Einflussbereich. Das setze ich voraus, denn andernfalls hätte eine solche Beziehung für mich keine Zukunft.

In meiner Ehe war es jedenfalls so, dass meine Frau mir immer vorgeworfen hat, ich würde sie nicht lieben. Warum? Weil ich es ihr nicht permanent gesagt habe. Warum? Weil sie es früher nicht permanent hören wollte. Dabei hätte ich alles für sie getan, was in meiner Macht steht. Aber ich habe gelernt, mich nur noch soweit aus dem Fenster zu lehnen, dass ich nicht raus- und auf die Schnauze falle. Das kann ich mir nicht mehr leisten und dafür bin ich einfach nicht masochistisch genug veranlagt, dass mir der Schmerz gefiele.

Ich habe das Gefühl, dass viele bei dem Wort Liebe an etwas großes und mächtiges denken. Aber Liebe, meine lieben Damen und Herren, ist im Gegenteil etwas sehr kleines, winziges, zerbrechliches. Man muss nach unten schauen, um es zu finden.

Und dass mir die Trauerfähigkeit fehle, kann ich nun wirklich nicht unterschreiben. Ich trauere meiner Frau zwar nicht hinterher (nur meinem Sohn). Aber nicht weil ich es nicht könnte. Das habe ich schon hinter mir. Ich sehe das heute lieber pragmatisch: Wer nicht will, der hat.

7E1D15D7
 
G

Gast

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  • #7
Wissen Frauen denn wirklich mehr von der Liebe?
 
  • #8
Also ganz eherlich: Ich kann mit dem problembeladenen Zitat in der Titelfrage rein gar nichts anfangen. Hier wird ein Geschlechterkampf hochstilisiert, der so gar nicht gegeben ist. Männer und Frauen suchen beide Liebe, Geborgenheit und Zuneigung und können auch erfolgreich zusammen leben. Diese negative Grundeinstellung ist eher Ursache als Analyse für die Probleme der Geschlechter.

Ich sehe es ähnlcih wie #4, Thomas. Man kann nicht einerseits nach einem ach so gefühlvollen Weichei rufen und andererseits aber nur von einem maskulinem Mann wirklich erregt werden. Da muss man sich schon entscheiden -- und zwar nach seinen eigenen Gefühlen und nicht nach politisch-korrekten Anmaßungen unserer aktuellen Gesellschaft oder gar ideologisch verbrämten Rollenvorstellungen. Letztlich sucht die Mehrheit aller Männer eine weibliche Frau, die gerne zärtlich und lieb sein darf, und die Mehrheit der Frauen sucht tief im Innern schon einen Mann, der erfolgreich, maskulin, durchsetzungsfähig ist, eine gewisse Versorger- und Beschützermentalität bietet, selbst wenn sie nicht faktisch benötigt wird. Viele Probleme rühren heutzutage daher, dass "moderne Frauen" ideologisch verbrämt selbst den Männern nacheifern und ihr Männerwunschbild künstlich verrücken.
 
J

JoeRe

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  • #9
Sehr merkwürdig.
Gestern habe ich einen Brief bekommen, der sehr nah an das rankommt, was die Fragestellerin schreibt. Über das Sein der Liebe. Selbst geschrieben, nicht kopiert. Über Erwartungen, Ängste und Beschränkungen, und wie frei die Liebe im Ideal davon ist. Der Text war ungeheuer poetisch und ergreifend. Das nachfolgende Telefongespräch habe ich als quälend und problembeladen empfunden.

Liebe als Zustand hört sich so euphorisch an, aber wenn man fünf Minuten später hört, dass sie ihre Gefühle nicht zulässt, weil die Situation, die Realität und der Kontext dafür nicht passt, spätestens dann fühle ich mich leicht verarscht. Die Realität besteht nicht aus idealisierten Zuständen der Liebe, die frei im Raum schweben. Jedenfalls nicht meine.

Ich bin, wie ich bin, ich fühle, was ich fühle, und ich denke, was ich denke. Das lasse ich mir nicht rausreden. Und ich lasse mir auch nicht das Recht rausreden, so zu sein, zu fühlen und zu denken: Und das ist manchmal verletzt, zweifelnd, kritisch, besorgt, defensiv, verhalten, widersprüchlich. Ich kann nicht anders sein als ich bin, und wenn ich nun mal alles rationalisiere und analysiere, dann ist das ein Teil von mir. Entweder, andere können damit umgehen oder eben nicht. Aber mein Wesen kann (und will) ich nicht so leicht ändern wie meine Frisur.

--JoeRe, 7E1F7A5D.
 
B

Berliner30

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  • #10
So etwas würde ich nie schreiben, ist aber auch nicht meine Altersklasse. Ich denke bei dem Text an 50+ Jahre.

Ehrlich, liebe, nette, treue, kluge, ... Typen sind in der heutigen Zeit nicht gefragt. Ich behaupte wie so oft, das es den Menschen hier viel zu gut geht, das sieht man an den ganzen Luxusproblemen, die auch hier im Forum oft angeschnitten werden.
 
E

excuse-me

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  • #11
Es gab in meinem bisherigen Leben nur einen Mann, der mich im Ganzen wertgeschätzt hat und das ist heute noch so, nach fast 30 Jahren. Wir sind seit 25 Jahren kein Paar mehr und werden es nie wieder sein aber unsere Herzen und Seelen gehen heute noch auf, wenn wir uns sehen.
Es ist schön, so einem Menschen im Leben begegnet zu sein.

Aber es ist auch ein Maßstab für mich, den ich anlege an einen neuen Partner - mit weniger als dem, gebe ich mich nicht noch einmal zufrieden.

Deshalb reichen die hier oft genannten Kriterien nicht, wie: Äußerlichkeiten, ganz nett, gleiche Interessen, "Augenhöhe" (booah), Status ... alles nebensächlich.
Da hat der Autor schon Recht - sich gegenseitig liebend betrachten und achten, im Ganzen wertschätzen - mit Augen und Ohren, Herz und Körper, mit allen Gefühlen - guten wie schlechten - präsent sein, macht satt und zufrieden, schön und freigiebig und vermittelt Geborgenheit - ein Zuhause.

@ 4 Thomas
Ein Mann ist nicht wie eine Frau oder ist eine "Lusche", wenn er Gefühle zeigt - also der Mann, von dem ich oben in meinem Beitrag schreibe, ist jedenfalls dabei ein Mann geblieben: mit starkem aber auch einfühlsamen Charakter, hart und weich nach Erfordernis gegenüber sich selbst und Anderen, mit einem großen festen Herzen, humorvoll, loyal und integer, ehrgeizig und genussvoll, nach Außen oft verschlossen und unnahbar - mir hat er einen Schlüssel zu sich anvertraut, den ich niemals missbräuchlich verwenden würde, weil er sich mir im Ganzen gezeigt hat.
Wenn du eine tief fühlende Frau willst, musst du ein tief fühlender Mann sein - sonst wird das nichts.
 
G

Gast

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  • #12
#9

von wegen! Bitte zeige mir einen!!!! Ich würde einem ehrlichen, netten, lieben, treuen, klugen und bitte auch noch humorvollen! und selbstbewußten Mann auf der Stelle mit Herz, Haut und Haaren verfallen! ABER IHR SEIT SOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO KOMPIZIERT! Die 55+ Männer, die ich bisher bei Elite kennengelernt habe, sind entweder wegen ihrer vorangegangenen Erfahrungen mit "Frau" geknickt und mißtrauisch (ich suche einen Partner und keinen Therapiepatienten!), oder sie halten nach einer 25jährigen modelhaften Doktorantin mit hausfraulichen Ambitionen Ausschau. Schade!
 
G

Gast

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  • #13
@ # 10 excuse-me:

genau das, wovon du schreibst, ist angesprochen in der Fragestellung. Das vorbehaltslose Vertrauen, das ein wertschätzender Mann mir Frau schenkt (du sprichst vom Schlüssel, was für ein Geschenk), mit dem er mich, Frau, zu (s)einer ganzen Frau macht, weit mehr als in seiner Zurückhaltung aus Angst vor (neuerlichem) Schmerz. Liebe geschenkt zu bekommen, die nicht wertet, nicht zurück hält, weil sie sich nicht fürchtet und nichts zu fürchten hat, weil sie nichts will, sondern gibt. Das ist das, was mich Frau aufblühen lässt und erst so kann ich ihn zu (m)einem Mann machen, weil er mich wahrhaft zur Frau machte.

Wer's erfahren hat, weiß, dass DIES und nichts anderes (erfüllende) Liebe ist. In unserer Gesellschaft hat sie Seltenheitswert.

Und - ich bin überzeugt - bewusst oder unbewusst sehnt sich jeder Mann und jede Frau danach.

"Wisse, dass die Liebe nichts fordert.
Liebe gibt, sie nimmt nicht.
Liebe hält nicht fest.
Liebe ist nicht beleidigt.
Liebe ist nicht schuldig.
Liebe ist verantwortlich in ihren Handlungen.
Liebe beklagt sich nicht oder macht Vorwürfe, wenn sie missverstanden wird.
Liebe fürchtet sich nicht"

(von Barry Long aus: "Der Weg nach innen")
 
  • #14
#12 wenn du das selbe für deinen mann machst, ist es so.
 
B

Berliner30

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  • #15
@11 Du scheinst nicht in meiner Alterklasse zu sein, sonst wäre hier schon meine Chiffre. In meinem Alter gibt es noch einige unvoreingenommende, aber der Glaube schwindet langsam dahin ...
 
G

Gast

Gast
  • #16
Schade, dass nicht mehr Männer solche oder ähnliche Aussagen in ihr Profil schreiben. Mag sein, der Herr ist irgendwo bei plus/minus 50. Genau meine Altersklasse (ich bin 50) und würde diesen Herrn sicherlich auch anschreiben/antworten.
Sowas ist mir lieber als die ganzen Aussagen wie zärtlich, rücksichtsvoll usw., das steht fast in jedem Profil drin. Aber drin ist noch lang nicht das, was drauf steht !

Dann merk ich sehr schnell, ob ehrlich gemeint oder problembehaftet. Damit habe ich immer noch die Möglichkeit, den Kontakt wieder abzubrechen, wenns nicht passt.

Und nein - Frau bzw. ich (kann ja nur nach mir gehen) sucht hier sicherlich nicht nur einen "richtigen Mann" (soll das Macho heißen?).
Das brauch ich in meinem "biblischen" Alter (grins) nicht mehr, sondern jemand, dem ich Vertrauen und Zuneigung entgegenbringen kann und auch zurück bekomme. Der auch mal schwach sein darf wie umgekehrt. Und der für mich da ist und hinter mir steht, genau wie ich auch. Das hat mit "Lusche" gar nichts zu tun.

Und was das fundamentale Missverständnis zwischen Frau und Mann angeht - schaut euch mal das Theaterstück "Caveman" an (wer es noch nicht kennt). Dort wird genau das auf den Punkt gebracht. Einfach genial!

@10 excuse-me
Dass du so einen Mann gefunden hast, ist einfach wunderschön und ich freu mich für dich! Dein ganzer Beitrag ist für mich einfach klasse und da bin ich genau der gleichen Meinung wie du auch.

Vielleicht hab ich auch noch das Glück, bisher hat sich leider noch nichts ergeben.


Nelly 7E1BD27B
 
J

JoeRe

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  • #17
Jaja, Liebe ist, sie fordert nix, erwartet nix, sie verlangt nix, sie ist nur einfach da.
Das ist doch Quark.
Liebe fordert. Das mindeste, was Liebe fordert und erwartet und verlangt, ist Gegenliebe. Ihr wisst, wie es sich anfühlt, wenn diese "nichtsverlangende, nichtsfordernde, einfachnurdaseiende Liebe" nicht erwidert wird?
Es ist die Hölle.

Der Satz "Ich liebe Dich" ist, ehrlich geäußert, der schönste Satz der Welt. Aber auf die Frage "Liebst Du mich?" nur die leiseste Andeutung von Zweifel vor der Antwort anzudeuten ist schrecklich. Noch viel schlimmer ist die falsche Antwort.
 
E

excuse-me

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  • #18
@ 15
Na, wir sind uns ja trotzdem abhanden gekommen - beide Fehler gemacht, zu jung, zu blöd und dann ging es nicht mehr.
Wir sind uns aber einig - sollten wir beide im Greisenalter - debil und schrumpelig - alleine sein, quartieren wir uns gemeinsam in ein Doppelzimmer im Pflegeheim ein :)))

Aber es kann doch von so einer Spezies Mann nicht nur einen geben - tse - und dann denkst du, du hast endlich wieder so einen gefunden - und dann ist der auch wieder weg. Schlechtes Karma? - Vielleicht war ich in einem vorherigen Leben mal eine ganz besonders blöde Zippe, oder ein Frosch - oder ein Mann ??? :))) Man kommt aus dem Nase-putzen gar nicht mehr raus. Scheun Schiet !!! (HH = Schöne Sch.... )
Viel Glück, Nelly - auf der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen !
 
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  • #19
Nein JoeRe, da muss ich widersprechen, das ist die idealisierte Liebe zu der wir Menschen aber kaum in der Lage sind.
Und wenn ich jemanden liebe und er will mich nicht, dann sollte meine "Liebe" ihn gehen lassen. Das beziehe ich sowohl auf den Mann als auch auf die Frau. In den meisten Fällen geht es nämlich um uns selbst und die Befriedigung meiner Bedürfnisse!!! Ich will aber jemanden lieben wo es dem anderen frei steht ja dazu zu sagen oder nicht.

Wir Frauen sind schon so gestrickt, wenn uns jemand sein Herz zu Füssen legt, dann können wir meist kaum anders :) nur passiert das so selten.
 
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  • #20
@ #16 JoeRed:

nein, es ist eben nicht Quark, dass Liebe nichts fordert.
Es stimmt schon.
LIEBE fordert nicht. Alles andere schon. Ein Mensch (Mann oder Frau ist dabei gleichgültig) mit unerfüllten Bedürfnissen, die/der erwartet, dass die/der andere dafür zuständig sei, sie zu erfüllen, DIE oder DER fordert. Das ist aber NICHT Liebe. Das ist alles mögliche andre. Keiner behauptet hier, dass es schlecht oder falsch sei, auf Erfüllung zu pochen. Es handelt sich lediglich nicht um Liebe. Auch wenn diese Eigenliebe gepaart mit Furcht vor Alleinesein dann Liebe GENANNT wird. Sie ist es nicht.
Liebe kann lassen. Liebe will nichts außer sich sein. Und wer liebt, liebt. Ob erwiedert oder nicht. Deshalb ist (wahre) Liebe immer ein Geschenk UND KEIN DEAL. Auch wenn viele meinen, das müsse so sein.
 
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  • #21
@ JoeRed
Nun, ich gebe dir recht.
Diese ausufernden Liebesschwüre und alles klingt sehr pubertär und das Eingangszitat depressiv.
Ich glaube, dass man in der ersten Verliebtheit zwar so emfindet, aber sobald es zur "Liebe" übergeht, braucht es oft sehr viel Kraft. Wenn man Liebe empfindet und diese dann auch zurückbekommt, ist es sicher eines der schönsten Gefühle der Welt und die Kraft und der Einsatz mehr als gerechtfertigt.
Aber das man jemanden vorbehaltlos, ohne Einschränkung mit all seinen Fehlern akzeptiert, an nichts zweifelt und alles ist tatsächlich Quark.
 
E

excuse-me

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  • #22
@ 16 und 19 und 20
Damit ihr es versteht::
Der Mann, von dem ich in meinem Beitrag oben schreibe, hat mich vor einiger Zeit zu sich nach Hause (das auch mal mein Zuhause war) eingeladen. Seine Frau war verreist. Wir sehen uns sonst nur regelmäßg auf Feiern und in unserem Clubhaus, wo wir uns natürlich freuen, uns zu sehen, Zeit haben für belanglose und auch mal vertrauliche Gespräche.
Ich bin nicht zu ihm gegangen - es wäre nicht richtig gewesen - und ich hatte Angst, mich in eine Situation zu begeben, die wir beide wahrscheinlich nicht mehr hätten kontrollieren können.
Ein paar Tage später trafen wir uns beim Sport.
"Ich möchte dir erklären, warum ich auf deine Nachricht nicht reagiert habe".
Seine Antwort: "Du brauchst mir nichts erklären. Es ist in Ordnung" - hat meine Wange gestreichelt und Alles ist gut.
Er zweifelt nicht, fordert nicht, ist nicht beleidigt und nicht verletzt.
Habt ihr das jetzt ein bisschen besser verstanden ?
 
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  • #23
@ 21 excuse-me

ja, genauso verstehe ich es auch: das ganze Menschsein bleibt, mit allen Ecken, Kanten, Verführbarkeiten, Gemeinheiten, Verletztheiten, Blödheiten...
und frau/mann ist DAMIT geliebt.

Tja. Das bekommt nur die-/derjenige hin, die/der liebt. Sich selber, das Leben, die Liebe, die Partnerin/den Partner.

Den andern jedoch lieber haben als die eigene Wunscherfüllung, ist: den anderen Menschen lieben als denjenigen, der er ist und ihn nicht instrumentalisieren zur Wunscherfüllung und dann böse sein, wenn sie/er das Gewünschte nicht tut.

Mir kommen die Fragestellungen, die Beschwerden über Partner/innen und/oder die Antworten darauf in diesem Forum oft so vor, als fragte ein Kind danach, wie es am bravsten zu sein habe, um geliebt zu sein, wie es am besten an das Gewünschte rankommt und wie die/der Partnerin am ehesten dazu zu bringen sei, oder die beleidigte, frustrierte Klage, dass die/der Partner/in so ist wie er ist und nicht so wie frau/mann sie/ihn gerne hätte.

Ja, "gerne hätte..." und nicht HAT. DAS ist die Krux mit der Liebe. Daran zeigt sie sich - oder nicht. So einfach. So schwer!

Marlene (auch #12 und #19)
 
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  • #24
Grade eben fällt mir eine Geschichte ein, die ich vor etwas über 30 Jahren erlebte (ich w bin 56 Jahre alt):

ich wohnte in einem Haus zusammen mit 9 Männern und Frauen (alle in Einzelzimmern, ein Paar) in einer Studenten-WG. Zu einem der Männer fühlte ich mich schon immer etwas hingezogen, wir hatten ähnliche Interessen, ähnliche Standpunkte in den (damals endlosen typischen WG-Grundsatz-)Diskussionen, studierten dasselbe Studienfach etc.

Nach etwas über einem Jahr täglichen Zusammenlebens ergab sich ungeplant, unverhofft dieses eine Wochenende, an dem wir uns in die Augen sahen, in die Arme nahmen und eine so unsagbar wundervolle Zeit verbrachten, wie ich sie nie wieder erlebte. Danach wusste ich, dass ich mir zum ersten Mal in meinem Leben vorstellen konnte, den Rest meiner Zeit mit einem Mann (nämlich mit ihm) zu verbringen. Das war neu. ER WAR es.

Eine weitere Woche später zog er sich zurück, ich war traurig und durcheinander...

Kurz darauf kehrte er zurück zu einer früheren Freundin. Ihre ehemalige Liebesbeziehung flammte neu auf...

Ich meinte, es nicht aushalten zu können, wenn ich den geliebten Mann mit einer anderen Frau flirten, lachen und mit ihr auf dem Rücksitz des Motorrades davon fahren sah. Es war ungeheuer schmerzhaft.

In jener Zeit habe ich etwas für mich sehr Wichtiges gelernt:
meine Liebe muss sich nicht schmälern, wenn ich nicht wiedergeliebt werde. Ich nannte es für mich: "Liebe kann auch eine Einbahnstraße sein"..
Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich ihn wirklich frei lassen und ohne Rachegedanken o. ä. weiter lieben konnte.
Damals habe ich etwas über Liebe begriffen. Und ich bin sehr dankbar über diese Erfahrung, weil sie mich unterscheiden lässt zwischen "ich liebe" und "ich will haben".

Nur noch zur Anmerkung:
mittlerweile ist er im Ausland verheiratet, hat zwei Kinder. Auch ich hatte Partnerschaft und ein längst erwachsenes Kind. Wir haben uns in diesen jahren vielleicht 5 mal gesehen, neulich mal über Skype geredet und lachend gesehen, dass wir beide weiße Haare haben.
Wir sind uns immer noch nah wenn wir uns begegnen.
Jeder von uns hat sein eigenes Leben und das Wohlwollen des andern.

Romantisch? Idealistisch? Abgehoben?
Nein. Ganz normal. Es handelt sich um Liebe.
Das Normale ist jedoch leider nicht üblich.
 
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excuse-me

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  • #25
@ 23
"Jeder von uns hat sein eigenes Leben und das Wohlwollen des andern."

Ja, genauso empfinden wir (#21) das gegenseitig auch. -
Er hat eine ganz liebe Frau, eine Tochter, die er sehr liebt und die ihren Papa sehr lieb hat und ich wünsche ihm Zufriedenheit, mit dem was er da hat und alles Glück dieser Welt.

Zwischen uns ist ein Band - aber es hält uns nicht fest. Wir sind frei.
So ist das - *leises Lächeln auf den Lippen hab*
 
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Gast

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  • #26
Schön, excuse-me, von dir und deiner Geschichte zu hören.
Es geht mir ähnlich wie dir, auf andere Weise.
Alles Gute dir!

Marlene (*auch Lächeln auf den Lippen hab*)
 
G

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  • #27
Ich gönne euch von Herzen euer schmalztriefendes "Lächeln auf den Lippen"! Ich sehe das jedoch ganz pragmatisch. Was ihr da beide erlebt habt, ist doch der ganz normale Vorgang, wenn aus Liebe Freundschaft geworden ist.
Heiko
 
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  • #28
@ #26 Heiko:

Kennst du das ebenfalls, dass aus (d)einer Liebe Freundschaft wurde?
Kannst du das genießen? Und normal finden? (Ich find's auch normal. Nur ist das Normale nicht üblich, deshalb hat es nach m.E. Seltenheitswert.)
Bringt es dich nicht zum Lächeln?
staunt
Marlene
 
V

VirginiaWoolf

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  • #29
excuse-me, @#23,
Ihr habt mir mit Euren Beschreibung klar gemacht, warum mir ein Freund, mit dem ich
nur ca. 10 Wochen intensiv zusammen war, so wichtig ist, und ich ihm wahrscheinlich
auch.
- das Aus, weil ich gleich zu sehr geklammert habe -
Wenn wir uns (äußerst selten) sehen oder miteinander telefonieren, fühle ich auch
dieses Band, dieses Wohlwollen des anderen. Er ist glücklich verheiratet, ich kenne
Frau und Kinder.
Ich spür(t)e sein Wohlwollen, als ich in meiner Ehe glücklich war, und auch jetzt,
da ich mich getrennt habe, weil er von weitem erfühlen konnte, dass ich nicht
mehr glücklich war.
Wir könnten aber beide nie mehr zusammenleben, dazu ist der Abstand wieder zu groß,
doch was geblieben ist, ist schön.
7E20CD34
 
E

excuse-me

Gast
  • #30
Ja, nimm es einfach ganz ruhig so hin - da ist jemand, dem du richtig, richtig viel bedeutest und dem du wichtig bist - und umgekehrt - ein wirklich schönes Gefühl ist das - wie im Winter am warmen Bollerofen sitzen. :)

Hab dich heute besucht - 90 MP:
richte dich in Frankfurt auf extrem-kuscheln ein ;-)))
 
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