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  • #1

Hat ein adoptiertes Kind, ein Recht auf das Erbe der leiblichen Eltern?

(In diesem Fall) Durch die Adoption eines anderen Mannes, entfallen für den leiblichen Vater ja jegliche Rechte, sowie auch Pflichten, aber was das Erbe betrifft bin ich mir nicht ganz sicher wie da die Regel lautet, denn normal hat ein Kind, selbst wenn es den Vater nie gesehen hat, doch trotzdem einen Teilanspruch? Weis da jemand genau bescheid?
 
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  • #2
Nach einer Adoption erlöschen für den leiblichen Elternteil, der dieser Adoption zustimmen muss, alle Rechte und Pflichten. Ein Rechtsanspruch, auch auf den sog. Pflichtteil aus der Erbmasse, besteht nicht mehr.
 
  • #3
Ja - man kann sich seine Probleme gleichsam ,,wegadoptieren" lassen, ohne dass das betroffene Kind dazu auch nur befragt werden müsste.
Zunächst einmal erscheint diese Rechtslage in der Verbindung sorgerechtlicher und erbrechtlicher Erwägungen schlüssig zu sein. Es kann aber nicht verkannt werden, dass sie das Kind nicht nur vom Status des ,,Doppelerben" sowie ,,doppelt Sorgepflichtigen" (Adoptiveltern plus leibliche Eltern) befreien, sondern für es eine extreme Härte bedeuten kann (A: Adoptiveltern arm und krank / leibliche Eltern reich und bis ans Lebensende gesund). Eine Art Kollateralschaden des deutschen Rechts. Andere Staaten regeln die Sache durchaus anders. Ob gerechter, mag dahingestellt bleiben.
 
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  • #4
FS hier

Vielen Dank für eure Antworten!
 
  • #5
Mit der Adoption erlöschen rechtlich alle Verwandschaftsbeziehungen. Damit bestehen auch keinerlei erbrechtliche Pflichtteilsansprüche mehr.

Natürlich ist aber niemand gehindert, zum Beispiel das "wegadoptierte" leibliche Kind testamentarisch als Erben einzusetzen.
 
  • #6
@4: Der Staat würde dem leiblichen Kind als Erben in diesem Falle ,,selbstlos" die schlechteste Erbschaftssteuerklasse ohne jeglichen Freibetrag aufdrücken und somit selbst satt mitkassieren.
 
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  • #7
Adoption als staatlich sanktionierter Akt der Entwurzelung und als eine Art adoptivelterlicher Selbstbefriedigung im Dunstkreis vermeintlicher Wohltäterschaft wird für die leiblichen Eltern und deren weiteren Nachkommen auch noch unter erbrechtlichen Schutz gestellt - na bravo!
 
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  • #8
Akt der Entwurzelung ? Wer sein Kind zur Adoption frei gibt tut das nicht unter Zwang des Staates.

Adoptivelterliches Selbstbefriedigung ? Das kann nur jemand sagen der keine Ahnung hat warum Paare diesen Schritt tun

Natürlich würde im Falle eines geänderten Erbrechts dieses Kind irgendwo familiär mit dazu gezählt werden. Wie soll das sonst gehen ?

Seltsame Meinungen werden hier vertreten..
 
  • #9
@#5: Ja, das würde der Staat. Aber Du betrachtest das Ganze leider sehr einseitig. Vielleicht hättest Du auch noch den zweiten Satz schreiben sollen:

"Der Staat würde dem adoptierten Kind als Erbe der Adoptiveltern in diesem Falle selbstlos die beste Erbschaftssteuerklasse mit entsprechendem Freibetrag zubilligen und somit selbst auf Einnahmen verzichten."

Nachdem die meisten Adoptionen zu einer sozialen Besserstellung des Kindes führen, ist die bestehende Regelung finanziell gesehen für das Kind in der Regel besser und für den Staat schlechter, als wenn die Erbfolge nach den leiblichen Eltern, nicht aber nach den Adoptiveltern privilegiert wäre. Eltern geben ihre Kinder in der Regel ja nicht deshalb zur Adoption frei, weil sie in sozial gesicherten und wohlhabenden Verhältnissen leben. Adoptiveltern leben dagegen sehr wohl in solchen Verhältnissen und werden nach diesen Kriterien ausgewählt.

Außerdem sollte man auch bedenken, daß Adoptierte und ihre leiblichen Eltern sich wechselseitig keinen Unterhalt schulden. Das heißt der Staat kann nach der Adoption auch nicht auf das leibliche Kind zurückgreifen, wenn er für ein leibliches Elternteil Sozialleistung erbringen muß. Entsprechend dem Pflichtenwegfall entfällt aber auch die privilegierte Erbschaft.

Daß der Staat beim Tod der leiblichen Eltern "mitkassiert" ist in der Regel auch nicht der Fall. Nach einer Adoption setzen die leiblichen Eltern das "wegadoptierte" Kind ohnehin nicht als Erben ein, so daß dieser Fall gar nicht eintritt. Entweder es existieren noch andere Kinder, die dann mit entsprechender erbrechtlicher Privilegierung erben oder es erben andere Verwadte, wenn überhaupt etwas zu erben ist.
 
  • #10
@#6:
Du hast einfach keine Ahnung und redest wie der/die Blinde von den Farben! - Dazu noch ziemlich diffus.

Ein Kind wird von den leiblichen Eltern zur Adoption FREI gegeben, vergiss das nicht! - Aus welchen Gründen auch immer! Eine leicht Entscheidung ist dies sicher nie.
In einer intakten, liebevollen Adoptivfamilie aufzuwachsen ist für jedes Kind ein Segen! Dazu kommt noch, was ja die Frage dieses Threads ist, dass die leiblichen Eltern wohl sehr, sehr selten etwas zu vererben haben. Im Gegenteil! Die Adoptiveltern sind diejenigen, die ein Kind in einer finanziell guten Situation aufwachsen lassen können. - Und von ihnen wird es erben!
 

hanjo58

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  • #11
@5 / @6: Ich selbst bin adoptiert worden - und mit (Adoptiv-) Eltern beschenkt worden, wie ich mir ein Aufwachsen in Liebe, Schutz, Freiheit und Verantwortung nicht besser hätte wünschen können. Hätten meine (Adoptiv-) Eltern ihren Kinderwunsch nach drei Fehlgeburten besser aufgeben und ihre umfassende Fähigkeit zum Angebot von Geborgenheit und Lebenswegbegleitung ins Leere laufen lassen sollen?
Ich fühle mich in keiner Weise entwurzelt, habe nicht einmal ansatzweise versucht, nach meinen leiblichen Eltern zu forschen, obwohl ich dazu sicher weitaus mehr Möglichkeiten gehabt hätte als viele andere.
Mein Elternhaus ist mir erbschaftssteuerfrei ,,zugefallen" - besser hätte mich somit auch ,,der Staat" nicht stellen können.
 
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  • #12
#5 und #6 denken möglicherweise an die unehelichen Kinder des Adels und der Kirchenfürsten - nur so kann ich ihre Argumentation ansatzweise nachvollziehen. Schlichte Millionäre hingegen entwickeln meist im Hinblick auf solchen Nachwuch noch eine finanziell sprudelnde Art von schlechtem Gewissen auch abseits von Erb-Folgen.
 
  • #13
@#8: Du hast Recht - ich habe da gesamtsituativ zu kurz gedacht. Ich hatte eine Frau vor Augen, die ihre Adoptiveltern mit großem auch finanziellem Aufwand bis zu deren Tod aufopfernd gepflegt hat. Ihre leibliche Mutter ist wohl unvermögend, ihr leiblicher Vater hingegen Multimillionär.
Übrigens: Deine aggressionsfreie, wohlverständliche Argumentationsweise macht es mir umso leichter, mich zurückzunehmen.
 

hanjo58

Gesperrt
  • #14
@#12: Dass mitgelieferte emotionale Kraftfülle einem Beitrag zu mehr Nachdruck verhelfen würde, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Genau das Gegenteil ist der Fall: Je weniger emotional ein Beitrag ,,belastet" ist, desto intensiver wird er wahrgenommen - und zudem auch der Autor, dem solches Verhalten hernach auch anderweitig zugutekommt.
Ich fühle mich im Beschimpfungsregen absolut unwohl, unterlasse solche Ausbrüche und habe auch mein Leseverhalten längst auf ,,Besseres" übertragen. Die Bitte der Moderatoren um mehr Sachlichkeit, etliche Forumsbeiträge bestreffend, halte ich für sogar im Eigeninteresse der Beitragsverfasser für überaus förderlich.
 
  • #15
@#13 Die Emotionalität und Aggressivität mancher Beiträge zeugt wohl eher davon, daß der Autor von jedweder Sach- und Fachkunde emanzipiert, seinem unreflektierten Empfinden freien Raum läßt, anstatt abzuwägen und nachzudenken. Frei nach dem Motto, wer am lautesten schreit, hat am meisten Recht.

@#12 Danke für die nette Anerkennung. Die kann ich übrigens nur erwidern. Hier öffentlich seine Meinung zu revidieren, finde ich, hat Stil! In dem von Dir geschilderten Fall ist die Situation natürlich besonders mißlich. Hat die Frau denn noch Kontakt zu ihrem leiblichen Vater - nur so aus Interesse?
 
  • #16
@#14: Sie - sozusagen ein ,,Seitensprung-Unfall" - hat ihren leiblichen Vater seinerzeit gebeten, ihr bei der Versorgung ihrer Adoptiveltern finanziell zu helfen, zumal sie zu deren Pflege ihre eigene Arbeitszeit hat reduzieren und mit entsprechend weniger ,,eigenem" Geld hat auskommen müssen.
Der leibliche Vater hat dieses Ansinnen zunächst brüsk zurückgewiesen und sie als Störerin seines ehelichen Friedens bezichtigt, dann jedoch in gewisser Weise eingelenkt. Beide haben sich darauf geeinigt, ohne Not keinen weiteren Kontakt zu pflegen.
Um nicht schenkungssteuerpflichtig zu werden, hat sie einen Schuldschein unterschrieben. Wenn der in falsche Hände gerät, sieht es finanziell wohl böse für sie aus.
Andererseits ist wohl niemand gezwungen, solche Schulden einzutreiben . . .
 
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  • #17
Nach dem Erbschaftssteuergesetz in § 15 Absatz 1a ist das adoptierte Kind von Schenkungs- bzw. Erbschaftssteuer gegenüber den leiblichen Eltern bis 200000 Euro befreit.

Der Grundsatz der Diskusion ist damit widerlegt.
 
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