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  • #1

Hat ein Seitensprung des Partners auch euer Leben verändert?

Meine Beziehung lief über 6 Jahre eigentlich ganz gut, bis zum Ende des Studiums, wo ich viele Prüfungen über einige Monate hatte, und wegen des Prüfungsstresses "logischerweise" die Beziehung etwas vernachlässigen musste. Genau in dieser Phase lernte meine Freundin einen Mann kennen, der ihr schöne Augen und Komplimente machte. Hinter meinem Rücken fanden dann einige Treffen statt, wo noch nichts ( außer reden ) passiert war. Dies fand ich heraus, und stellte sie zur Rede. Meine Freundin versprach mir sich nicht mehr mit diesem Mann zu treffen. Da ich ihr eigentlich blind vertraute ( war ziemlich naiv ) und wie gesagt im Prüfungs-stress, war die Sache für mich erledigt. Leider hat sie sich an dieses Versprechen nicht gehalten und es fanden weitere Treffen statt. Es kam dann wie es kommen musste, am Ende landeten beide in der Kiste. Erst da hat sie die Notbremse gezogen, es fanden keine weiteren Treffen mehr statt, da sie es eigentlich nicht so weit hatte kommen lassen wollen. Ihr fehlte laut ihrer Aussage halt in dieser Zeit ein emotionaler Ansprechpartner, der ich ihr wegen meiner Prüfungen nicht sein konnte. Da ich nach Abschluss der Prüfungen herausbekommen habe, dass hinter meinen Rücken weitere Treffen stattgefunden haben, hat sie mir, nachdem ich sie " in die Ecke gedrängt habe" schließlich den Seitensprung gestanden.Für mich brach eine Welt zusammen. Ich war zutiefst enttäuscht, verletzt und gedemütigt.Nach einer kurzen ( 2 Monate ) von mir veranlassten Trennung fanden wir wieder zusammen.
Trotzdem war irgendwie nichts mehr so perfekt wie vorher. Der Vertrauensbruch war eigentlich zu groß, nur war mir das damals nicht bewusst. In meiner großen Verletztheit habe ich damals sogar einen " Racheseitensprung" begangen.
Heute sind wir 12 Jahre verheiratet und haben einen 9 jährigen Sohn. Meine Frau ist eine gute Ehefrau und Mutter und hat mich relativ sicher nie mehr betrogen. Sie bereut das ganze von damals auch aus tiefsten Herzen.Alles könnte eigentlich perfekt sein.
Trotzdem muss ich rückblickend sagen, dass dieser einmalige Fehltritt unser ganzes Leben irgendwie verändert hat. Das große bedingungslose Vertrauen war bei mir hinterher nie mehr da.
Man wird halt regelmäßig in bestimmten Situationen immer mal an das Ereignis erinnert. Da laufen dann selbst nach so vielen Jahren immer noch Bilder im " Kopfkino " ab.
Auch ist mir heute klar, dass ich meine Frau durch mein Verhalten ihr gegenüber in bestimmten Situationen für ihren Fehltritt regelrecht bestraft habe.Eigentlich tue ich ihr damit Unrecht, da sie mich hinterher nie mehr enttäuscht hat.Manchmal frage ich mich, ob es richtig war das damals zu verzeihen. Vielleicht wäre es besser gewesen die Beziehung nicht wieder aufleben zu lassen. Mit einer anderen Partnerin hätte ich zwar nicht die Garantie gehabt eine gute Ehe zu führen, aber ich hätte die neue Partnerin nicht für etwas bestrafen können, was sie nicht gemacht hat
Ich glaube heute würde ich es nicht mehr verzeihen können.
 
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  • #2
Natürlich ist es enttäuschend, wenn man belogen wird. Aber wenn es nie wieder vorkam? Muss man dann nach 12 (!) Jahren Ehe noch darauf herumreiten?

Wie wäre es mit Abhaken und Vergessen? Genießen, was Du für ein tolle Frau und einen gemeinsamen Sohn hast?

Ich habe das Gefühl, dass Du nicht nur ihr, sondern auch Dir vergeben musst. Durch Deine Rachefedlzüge hast Du Dich auch an ihr schuldig gemacht. Und Deinen verletzter Stolz müsstest Du mehr als wettgemacht haben.

Am besten wäre es wohl, nach ihrem guten Vorbild damit aufzuhören und Eure Beziehung konstruktiv zu gestalten.

Oder ist eine Neuanfang mit einer anderen, die Du noch nicht mal gefunden hast. eine echte und realistische Perspektive?
 
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  • #3
Ich glaube heute würde ich es nicht mehr verzeihen können.

Du kannst das umformulieren (auch im Kontext dessen, was Du oben schreibst)

"Du hast ihr nie verziehen und Du wirst ihr nie verzeihen"

Dein bisher größter Fehler war, trotzdem weiterzumachen. Einen noch größeren Fehler kannst Du nur noch dadurch machen, dass Du auch jetzt wieder keine Konsequenzen (Trennung) ziehst und vielleicht nochmal wieder 10 oder 20 Jahre so weitermachst.

m43
 
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  • #4
Ein Seitensprung ist eine üble Sache, zugegeben. Aber Du bist jetzt immerhin 12 Jahre mit ihr verheiratet, führst eine gute Ehe, wie Du schreibst und sie ist dir seitdem treu. Ich denke, es muss auch mal an der Zeit sein, das Thema hinter sich zu lassen. Sie hat damals einen Fehler gemacht und das ist menschlich. Hinterfrage dich mal, ob Du so perfekt bist, dass Du alles in deinem Leben richtig gemacht hast. Fast jeder Mensch hat irgendwelche Leichen im Keller und das gehört zu Menschsein dazu.

Du tust euch beiden einen Gefallen, wenn Du endlich mit dieser Sache abschließt und ihr beide versucht, möglichst zufrieden euer leben zu leben. Kein Mensch hat die Garantie, das alles im Leben glatt verläuft. Daher sollte man das genießen, was man hat und daraus das möglichst positive zu ziehen. Rachefeldzüge oder Vorhaltungen gehören nicht dazu.
 
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  • #5
Nichts war mehr so perfekt wie vorher? Eure Beziehung ist alles andere als perfekt - und das wäre an uns für sich nicht schlimm. Perfektion, da stirbt man ja vor Langeweile. Du nutzt anscheinend den Seitensprung von vor so vielen Jahren als Druckmittel. Hin und wieder mal hervorkramen als Bestrafung wenn sie mal nicht reibungslos funktioniert? Ich kann mich nur wundern wie die Frau sich das so lange antun kann. Der eigene Mann als Rächer? Mich gruselt es. Ich finde Seitensprünge ganz schrecklich und würde mich ziemlich sicher trennen. Aber wenn nicht dann darf niemand seinen Partner lebenslang abstrafen. Ändere Deine Sichtweise und leiste innere Abbitte. Frau, 48
 
  • #6
Du hast es nie verziehen.
 
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  • #7
FS , ich kann Dich verstehen habe aber keinen effektiven Ratschlag für Dich.

Auch für mich ist ein Seitensprung der gleiche Bruch wie eis einer Vase die runterfällt und zerspringt - sie ist einfach "kaputt". Man kann sie kleben, aber jedesal wenn man sie anschaut, sieht man die Risse, ob man will oder nicht.

lst mir zum Glück selten in meinem Leben passiert, aber ich habe mich in diesen Fällen konsequent getrennt weil mir bewusst ist, es nicht aus meinem Gedächnis löschen zu können.

Ich halte nicht viel von dieser Berufsgruppe, aber vielleicht hilft ein Psychologe / Therapie?

m
 
  • #8
Hmm FS
Ich kann dich verstehen und mit einem Vertrauensbruch ist das so eine Sache. Also du hast doch vor 12!? Jahren beschlossen ihr zu vertrauen (um sie nicht kpl. zu verlieren, Panik?). Dann stehe jetzt auch dazu und vergiss die Geschichte endlich. Warum kramst du das nach nun wieder vor? Mit Misstrauen wirst du deine Beziehung def. zerstören und das hättest du dir vor Jahren überlegen sollen.
 
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  • #9
@ Gast 3:

wunderbar geschrieben, danke dafür.


Und der FS wird hoffentlich auch etwas damit anfangen können.
 
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  • #10
Du hast es ihr noch nicht verziehen und trägst es ihr bis heute nach. Sehr schlimm! So eine Beziehung ist nicht lebenswert. Das hat sie nicht verdient. In diesem Fall sind getrennte Wege besser, um sich gegenseitig nicht noch weiter das Leben zu erschweren.


Ich habe auch schonmal fremdgeküsst bzw. das getan, bevor ich mit meinem Partner zusammen kam. Mein Partner hats aber als furchtbares Drama aufgeschnappt und für sich als ganz schlimmer Betrug aufgefasst und mir dann auch bei jedem kleinsten Streit nachgetragen und sozusagen als meine "Schwachstelle" ausgenutzt. Das war so lästig und auch anstrengend. Letztendlich wurde er mit der Zeit immer pingeliger und suchte jeden Fehler an mir, wo keine waren. Das ging über Jahre so. Im Laufe der Zeit, hat er sich mir immer mehr verschlossen. Sex gabs gar nicht mehr, weil er meinte, ich bin schuld und er fühlte sich ständig in seinem Stolz gekränkt. Ich hab die Beziehung beendet. Er würde es mir selbst heute noch 15 Jahren danach nachtragen.

Niemand zwingt dich, den Betrug zu akzeptieren, aber dann sei so fair, und lass die Frau los, anstatt hinterrücks immer gegen sie zu arbeiten. Ich wurde auch schon betrogen. Entweder hakt man so etwas endgültig ab und fängt zusammen bei Null an oder man lässt es.

Auch für mich ist ein Seitensprung der gleiche Bruch wie eis einer Vase die runterfällt und zerspringt - sie ist einfach "kaputt". Man kann sie kleben, aber jedesal wenn man sie anschaut, sieht man die Risse, ob man will oder nicht.

Das ist etwas engstirnig und typisch Mann. Ich finde diese Brüche sehr schön. Aus etwas Altem kann auch wieder etwas neues entstehen. Nur mal so als Denkansatz. Männern täte es gut, weniger Eigenstolz an den Tag zu legen. Eure Frauen sind nicht euer Eigentum.
 
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  • #11
Mein Mann hat nach 3 Jahren Ehe einen Seitensprung gehabt und ich habe ihm damals verziehen. Jetzt sind wir über 20 Jahre verheiratet und ich würde es nie wieder machen.

Ein Mensch kann verzeihen aber nicht vergessen. Und genau das ist der Haken an der Sache.

Das Vertrauen ist dahin und man hat immer wieder diese Gedanken an damals. Jetzt komme ich langsam zur Ruhe und es ist nicht mehr so gegenwärtig.

w
 
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  • #12
Du bestrafst deine Frau für einen menschlichen Fehler. Sei mal weniger eitel. Deine Ehefrau ist nicht dein Besitztum! Perfekt bist du auch nicht, sondern sehr nachtragend und jämmerlich.
 
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  • #13
Ich finde es erstaunlich dass du dich nach so vielen Jahren mit dem Thema beschäftigst. Wieso jetzt?
Ist eure Beziehung nicht gut aus deiner Sicht momentan?
Willst du dich jetzt trennen?
Ich finde du solltest eine Entscheidung treffen: du verzeihst oder du verzeihst nicht.
Auch nach so vielen Jahren könntest du beschließen ihr zu verzeihen. Schließlich sagst du selbst, du hast sie schlecht behandelt dafür mehr bestrafen lässt die Sache auch nicht ungeschehener werden
Wie wäre es wenn du damit nun aufhörst ?
Schließlich kann sie selbst wenn sie will, die Vergangenheit nicht rückgängig machen. Und offensichtlich habt ihr euch als paar etabliert und eine Familie.
Die Entscheidung ihr zu verzeihen und dadurch wieder frei zu werden liegt bei dir..
 
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  • #14
Ich denke prinzipiell, dass ein Seitensprung verzeihbar sein kann. Es kommt immer auf die Umstände an.
Wenn ich meinen Partner bspw. sehr lange vernachlässige, Gesprächen aus dem Weg gehe oder keinen Sex mehr möchte, dann ist es nicht verwunderlich, wenn ein Seitensprung passiert.
Weiterhin glaube ich, dass in Partnerschaften, die sehr lange bestehen, so ca. über 10 Jahre, es auch passieren kann, sich neu zu verlieben und dann passiert eben ein Ausrutscher. Solange man offen über alles reden kann und nach Lösungen sucht, kann man wieder zueinander finden.
Problematisch wird es wenn Seitensprünge hartnäckig geleugnet werden ("du bildest dir alles nur ein") oder eine heimliche Affäre, also ein Doppelleben geführt wird über einen langen Zeitraum. Das wieder zu reparieren ist kaum zu schaffen, da dann das Vertrauen zu sehr strapaziert wurde.
 
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  • #15
Lieber FS,
wie oben schon geschrieben, nutzt du den Seitensprung ihr gegenüber offenbar als Druckmittel auch heute noch, obwohl das schon Jahre her ist. Das finde ich nicht schön.

In diesem Zusammenhang: Weiß sie denn von deinem "Racheseitensprung"? oder darf sie diese Information nicht haben?
 
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  • #16
Sehr traurig, dass du ihr immer noch nicht verziehen hast. Sie hin und wieder abzustrafen oder immer wieder daran erinnert zu werden.... Geht es dir dann damit besser, wenn du sie "bestrafst"?

Entweder du lässt los und verzeihst oder du trennst dich jetzt (und vermutlich 12J.+ zu spät). Die Frau tut mir leid.
 
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  • #17
#4

Ich habe meiner Frau in all den Jahren nie Vorwürfe gemacht und ihr die Sache nie vorgehalten um ein bestimmtes Verhalten zu erwirken.
Auch hat sie die " Bestrafung " nicht als solche empfunden, da ich es mir nie direkt habe anmerken lassen und schon gar nicht mit dem damaligen Betrug in Verbindung gebracht habe.
Es ist auch nicht so, dass mein Verhalten immer bewusst so war. Vieles läuft da halt im Unterbewusstsein ab.
 
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  • #18
#15

Ich habe sie nicht regelmäßig daran erinnert.
Das war die ganze Ehe über kein Thema.
Auch habe ich sie nicht abgestraft indem ich ihr was böses getan oder gesagt habe, das war mehr eine Bestrafung durch eine gewisse Kälte oder Unterlassen von manchen Dingen.
Es hat mich auch nicht immer regelmäßig beschäftigt.
Doch im Moment habe ich eine Phase, wo ich in den Rückspiegel schaue und mein Leben analysiere.
Dadurch ist mir klargeworden, dass dieser Fehltritt halt ( wenn auch oft unbewusst ) schon einige Auswirkungen auf unser gemeinsames Leben hatte.
Leider kann ich dies ( ebenso wie meine Frau ) auch nicht mehr rückgängig machen.
 
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  • #19
# 14

Nein, von meinem Racheseitensprung weiß sie nichts.
Aber:
1.) Habe ich keine Gefühle investiert
2.) Habe ich nicht gelogen
3.) Habe ich kein Versprechen gebrochen
4.) Ist mir bekannt wie das wehtut, und wie viel Vertrauen dadurch zerstört wird. Deshalb hab ich ihr nie etwas gesagt.
 
  • #20
Tat und Strafe müssen so eng als möglich folgen. Sonst findet die Strafe keinen Bezug mehr zur begangenen Tat. (sinngemäs aus dem Justizwesen)

Sie war untreu, das wurde zwischen Beiden damals geklärt, und der FS hat ihr schließlich verziehen.
Damit sollte es abgeschlossen sein.

Wenn Vergebung erteilt wurde - dann sich daran halten. Und keinen Rückzieher.

Da die Frau seitdem anscheinend nicht mehr untreu geworden ist - sollte es der FS gut sein lassen.
Alles Weitere - ist sein eigenes, psychisches Problem, daß er nicht an seiner Frau auslassen kann.

Der Vorteil eines (untreu gewordenen) Partners ist nach-wie-vor: Diesen Menschen, kennt man genau. Da weiss man, wen man hat. Aber bei einem anderen Partner/in beginnt das Ganze von vorn.

Nach 12 Jahren Ehe, scheint der FS mit dieser Frau immer noch sehr zufrieden zu sein. Na also !
Hätte er woanders jemals eine bessere Frau für sich gefunden ?
So blieb er auf "Nummer sicher" - und bei dieser Frau.

Seitdem eine Partnerin mir untreu wurde, mit DREI Männern - sehe ich das Ganze lockerer.
Wenn Partner/innen untreu sind / sein wollen - kann man es eh nicht verhindern.
Untreue der Frau ist für mich seitdem nicht mehr so schlimm. Verlassen-werden wäre für mich schlimmer.

Besser freiwillig zusammen, anstatt "angekettet"
Bildlich: Lasse den Adler frei fliegen. Wenn er gerne zu Dir zurück kehrt, ist das schöner, als ihn "anzuketten"

(m,52)
 
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  • #21
Von einem einmaligen Seitensprung - wirklich nur einmal in der Kiste - sollte eine Beziehung sich noch erholen können. Dass Du jetzt zweifelst, zeigt mir eher, dass die Beziehung weder gut war noch ist. Von einer mehrmonatigen Zweitbeziehung erholt sich eine Ehe definitiv nicht, auch nicht, wenn man ein paar Tausender zum Paartherapeuten trägt und Jahre seines Lebens vergeudet, denn dann waren, meistens sind, nur noch Gefühle für den Dritten da und das wissen beide.
 
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  • #22
Der FS hat also 12 Jahre seine Frau durch Gefühlskälte etc. bestraft für ihren Seitensprung. Aber seinen eigenen Racheseitensprung hat er ihr vorenthalten?
Natürlich um sie zu schützen, denn das tut ja so weh. Keiner weiß das so gut wie der FS.
Jetzt ist mir ganz elend zumute weil mir wohl die Fantasie fehlt wie gemein Menschen zu ihren Nächsten sein können. FS, Du bist für mich ein Würstchen. Frau, 48
 
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  • #23
Zum sog. "Racheseitensprung"

Die Frau eines Freundes ging mit einem ihrer Arbeitskollegen fremd. Mein Freund dachte, er könne ihr das verzeihen. Als er beruflich auf eines Kongresstagung war, bot sich ihm die Gelegenheit zu einem solchen "Racheseitensprung". Er hat es auch probiert, aber er war nicht in der Lage dazu (er ging unverrrichteter Dinge aus dem Hotelzimmer) ...die Situation und die Beweggründe waren zu unwirklich ...er ist auch gar kein Typ zum Fremdgehen.

Da erkannte er, dass es ihm im umgekehrten Fall niemals "passiert" wäre ...und trennte sich von seiner Frau!

M/45
 
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  • #24
Na siehst Du - da liegt der Hase begraben... DU hast nicht gebeichtet!! DU belügst sie bzw. enthältst Ihr ein wichtiges Detail Deiner persönlichen Erfahrung vor.
NIE werde ich Menschen verstehen, die meinen, mit einer Lüge besser leben zu können als damit, den Partner auch für andere Erlebnisse frei zu geben

Ich bin absolut sicher, dass Eure Beziehung einen guten neuen Impuls bekommen wird, wenn Du darüber sprichst - und wenn es der Impuls zur Trennung ist.
Kommen unangenehme Wahrheiten ans Licht, zeigt sich, was die Liebe wirklich wert war, die man sich mal geschworen hat.

Hast Du genug Mut?

.
 
  • #25
Hallo Fs- Ja mein Leben hat sich sehr verändert durch Ihren Seitensprung (nach 20 Jahren!)

Aber anders als Deines- ich wusste dass ich Ihr nie wieder vertrauen könnte und habe auch wenns mir sehr schwer gefallen ist die Dame rausgeschmissen, meine Wunden geleckt, mich selbst wieder neu sortiert, im Zuge einer Lebensinventur Dinge die mir nicht taugten entsorgt, den Rest ausgebaut und haben nun ein sehr viel geileres Leben als zuvor.

Eine anfangs ziemlich besch*** Zeit- aber sehr gut für mich.

Eines hat mir dieser Seitensprung nämlich gezeigt (Ihre Begründung war ähnlich, ich war beruflich etwas ein-und angespannt)- wenns mal eng wird, schlechtere Zeiten kommen kann ich nicht auf Sie zählen, Sie wird ausweichen anstatt das Problem zu lösen. Und es hat mir gezeigt dass Ich nicht die echte Liebe für Sie bin, also 20 Jahre lang nicht so wirklich geliebt wurde (das hat Sie sogar später zugegeben)

Ja, ich habs Ihr verziehen, irgendwie bin ich sogar dankbar hat es mir doch gezeigt wie Liebe ist wenn Sie nicht einseitig ist. Aber vergessen hätte ich es nicht können.

Und Du hast es auch nicht.
 
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  • #26
Ja, klar verändert sowas das Leben, wenn man nicht zu feige ist, Veränderungen zuzulassen.

Ich habe mich nach dauerhaftem fremdgehen getrennt, Haus verloren, meinen über alles geliebten Hund, meine Freunde und Bekannten, weil ich ich so sehr geschämt habe, dass mir das passiert. Ich dachte ich bin als Frau nicht gut genug und muss das verbergen.
Jahre später weiß ich: ein Mensch der sowas macht, hat einfach einen miesen Charakter und ich bin froh, ihn los zu sein. Der Hund ist mittlerweile tot und Haus und Co sind eben Kollateralschaden - ersetzbar.

Ich würde heute nicht mehr versuchen, mit fremdgehen irgendwie umzugehen, sondern mich prompt trennen.
Du zeigst, wie lange Du diese Last unverarbeitet mit Dir rumschleppst. Trennung und Neuanfang verlangen Mut. Das Leben ist nichts für Feiglinge. Wer den Mut zum Neuanfang nicht hat, muss eben mit die Altlasten aushalten, die ihm das Leben vergällen - nichts für mich.
 
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  • #27
Ich als FS kann akzeptieren, dass hier einige Kommentare ( vor allem Frauen ) mein Verhalten gegenüber meiner Frau nicht verstehen oder akzeptieren.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit können sie das aber nicht "real " nachempfinden, da ihnen das nie passiert ist, und sie es nur theoretisch nachempfinden können.
Ich muss einen der beiden Wege gehen:
Entweder Trennung nach so vielen Jahren, was mit Ehe und Kind sicher nicht leicht ist.
Oder versuchen jetzt wirklich mit der Sache abzuschließen und konstruktiv weiterzumachen.

Ich tendiere zu Weg Nr. 2 es gibt aber auch genug Leute hier die Weg 1 bevorzugen würden.
 
  • #28
Hi FS,

die Affäre meiner Ex hat mein Leben verändert und meine Familie zerstört. Die Liebe war, wie im Fall von Kalle sehr einseitig. Wir haben es zwar danach noch einmal versucht, das Vertrauen war jedoch zerstört. Dazu kam, sie sah es als Kavaliersdelikt an. Da war nichts mehr zu reparieren. Dein Fall ist anders gelagert. Ich fürchte jedoch, wenn du nach so langer Zeit nicht vergessen konntest, wird es nach dieser Zeit nicht mehr möglich sein.
 
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  • #29
Nach einem Seitensprung gibt es 2 Möglichkeiten:
1. Schluss machen, weil man es vielleicht verzeihen, aber niemals vergessen kann oder
2. Aussprache, evtl. mit Streit und allem drum und dran, aber danach abhaken und nach vorne blicken.

Finde es kleinlich, darauf herumzureiten!
Meine Güte!

Mein Mann hat mich mit mindestens 5 Frauen betrogen.
Ich wollte ihn nicht verlieren auch wenn ich sehr gut aussah und viele andere hätte bekommen können.
Ich wollte ihn!

Nach der 5. Frau wurde es aber dann doch zu viel und ich habe ihn rausgeschmissen.

Er bereut es sicher heute noch, aber er hat sich im Gegensatz zu Deiner Frau nie ändern wollen.

Ich finde, dass man einen Seitensprung verzeihen kann, wenn man liebt. Zumindest dann, wenn man sich auch geliebt fühlt und der Andere es bereut.

w,40
 
  • #30
Ich glaube, Du solltest
1. erst mal DIR SELBST verzeihen, dass Du sie unbewusst immer mal wieder danach abgestraft hast. Das kannst Du Dir auch nachsehen, weil es so nachvollziehbar ist.
2. Du solltest Dir klarmachen, dass Du AUCH aus eigennützigen (was ganz in Ordnung ist, das soll kein Vorwurf sein) Motiven die Beziehung damals wieder aufgenommen hast: Ihr liebtet Euch eben beide, trotzdem noch.
3. Berücksichtige Euer Alter! Rein hypothetisch, aber auch ich hatte mich vor meiner ersten Beziehung und nach dieser Ehe mal vorwärts und mal rückwärts geträumt: Heute würde ich einem Partner auch keinen Seitensprung mehr verzeihen, damals vermutlich schon, wenn auch nur ein einziges Mal. Das ist aber eine Frage, die ich aufgrund des Erfahrungshorizonts, den ich bei einem Erwachsenen voraussetze, nun anders beantworte. Du kannst also mit vielen Argumenten Deine Frau damals milder beurteilen als Du es heute tun würdest.
4. Sprich mit ihr darüber: Dass es Dich immer noch grämt, dass es auch in Dir bohrt, sie für diese Verbitterung immer wieder unbewusst bestrafen zu wollen, dass Du einen gemeinsamen Neustart nochmal mit ihr wagen möchtest, und Dir bewusst ist, dass Du die Gemeinsamkeit mit Eurem Sohn sehr wertschätzt, aber ohne das tiefe, selbstverständliche Vertrauen von damals immer ein Manko spüren würdest. Verzeiht Euch gegenseitig! Fehler sind menschlich! Verbitterung ist wie emotionales Unkraut: Es schwächt Dich und überwuchert alles Wertvolle.
 
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