• #1

Hat man irgendwann keine Lust mehr auf eine Beziehung?

Wem von euch geht es auch so?
Ich bin Ende 40 und hatte mit vielen Männern Beziehungen, davon sieben längere. Mit einem davon war ich 10 Jahre verheiratet.
Zuletzt war ich mit meiner großen Liebe zusammen. Obwohl es die Beziehung war, in der ich mir die größte Mühe gab, scheiterte es.

Jede Beziehung war auf ihre Art bereichernd, aber am glücklichsten war ich in den Zeiten als Single.
Aus der letzten Beziehung habe ich mich nur mit Mühen lösen können, weil ich in eine emotionale Abhängigkeit geriet.
Entweder liebte ich zu wenig oder zu viel. Glücklich machte mich nie eine Beziehung. Nicht so glücklich, wie ich mich selbst machen kann.
Jetzt fühle ich mich wieder frei und habe zum ersten Mal in meinem Leben kein Bedürfnis mehr nach Beziehung. Ich sehe eigentlich nur noch Vorteile im Alleinsein. Einige Freunde interpretieren dies als Verbitterung und dass der richtige Mann noch nicht dabei gewesen ist. Auch wenn ich anmerke, dass es bei der Anzahl an Männern wohl an mir liegen wird. Andere Freundinnen leben schon lange als Single, sind zufrieden und verstehen, was ich meine.

Ich bin gespannt, wie ihr das in eurem Leben erlebt.
 
  • #2
Nicht so. Aber das spielt keine Rolle. Jeder ist anders, manche wollen viel Sex, manche wenig, manche wollen polyamor leben, manche nicht.... ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus will. Und manche wollen ne Langzeitbeziehung, und andere gar keine;)
 
  • #3
Meine Beobachtungen: Es gibt Paare, bei denen ist es Grundgesetz, dass sie zusammen sind und bleiben. Sie verändern sich nicht wesensmäßig, ihre "Macken" sind aufeinander eingespielt. Bei manchen gibt es verletzende Bemerkungen und Spitzenschmeißen in immer derselben Weise, weil man es sich heimzahlt, denn gehen kann man nicht. Es gibt wenige Paare, da ist gegenseitiger Respekt und Liebe und persö. Entwicklung zu sehen. Es gibt Paare, da ist einer "ausgeklinkt". Er ist nett zum Partner, aber macht sein Ding, wartet auf eine wirklich gute Warmwechselgelegenheit, die er aber vielleicht gar nicht wahrnimmt, weil er schon zu lange im alten Trott lebt und plötzlich auf die Idee kommt, dass auch mit dem neuen Partner irgendwelche Enttäuschungen verbunden sein könnten, dann kann man beim alten bleiben, da kennt man es wenigstens schon.

Also bei allen ist die Grundansicht da: Man muss eine Beziehung haben. Keiner von denen denkt "hui, wie könnte ich frei sein und mich um wichtigeres kümmern, wenn ich jetzt nicht mit zur Party seines besten Kumpels/zum Kaffee bei ihren Eltern müsste". Ach doch, manche Männer denken das und gehen nicht mit, fällt mir gerade ein. Aber die Frau steckt diese Enttäuschung weg. Sie geht aber immer mit zu seinen Anlässen, weil sie es gut findet, zusammen als Paar zu erscheinen, und weil es sich so gehört.

Ich will darauf hinaus, erstmal überhaupt zu denken, dass Singlesein Vorteile bringt, ist bei manchen gar nicht angelegt.
Dann seh ich es auch so, dass Menschen, denen der emotionale Aspekt zu viel Raum einnimmt, wenn sie in einer Beziehung sind, weniger leidensfähig sind. Sie haben die Vorstellung, dass der Partner das Leben auf bestimmte Weise bereichern muss, und wenn er das nicht tut, passt er nicht. Es reicht nicht, wenn einer physisch anwesend ist oder wenn man eine Familie mit ihm gründen konnte. Das ist für manche wirklich schon ausreichend und die kommen damit gut klar. Es gibt keine hohen Ansprüche. Das klappt auch, wenn eine strikte Rollenverteilung als Glück angesehen wird, also Frau will Gutverdiener und bietet Nest und Kinderhüten, Mann will Kinderhüterin und Nest und bietet Gutverdienst.

Einige Freunde interpretieren dies als Verbitterung und dass der richtige Mann noch nicht dabei gewesen ist.
Oh weh. Die, die immer wechselnde Partnerschaften haben, weil sie in keiner glücklich sind, würde ich einordnen in "hat's noch nicht erkannt, wie gut es ist", die, die in langen Beziehungen und glücklich sind, in "kann nicht über den Tellerrand gucken", und die, die unglücklich in langen Beziehungen sind, unter "muss sich mit viel Energie seine eigene Situation schönreden".
Dass Du nicht verbittert bist, sehen sie doch an Deinem Verhalten. Wenn Du entspannt bist und von den schönen Dingen erzählst, die Du machst, kann keiner, der es nicht auf Biegen und Brechen will, sagen, Du seist verbittert.
Ich bin ein glücklicher Single, aber aufgeschlossen fürs Verlieben.
 
  • #4
Hallo Carpe,
wenig überraschend - ich verstehe es. Obwohl momentan kein Single. Beziehung habe ich aber auch keine - ich benutze das alte Wort "vergeben".
Ich bin jetzt glücklich und zufrieden, war das als Single aber auch. Anders.
Das einzige "Problemchen" kann der Sex sein. Ich hatte keines. Allerdings sehr viele und stets wechselnde "Gespielinnen". Stört dich diese Art - dann wirst du sehr wenig Sex haben.
Sehr wichtig ist allerdings ein guter Freundes und Bekanntenkreis. Die sind jetzt deine Familie.
Viel Glück im neuen Leben
Tom
 
  • #5
Liebe FS,

Ich finde es super, dass du dir selbst genug und glücklich mit dir bist. Hör nicht auf Stimmen, die dir irgendwelche Probleme andichten wollen. Viele Leute können eben nicht alleine sein, fühlen sich als Single minderwertig und können nicht verstehen, dass es anderen anders geht.

Dabei ist es doch längst kein Geheimnis mehr, dass viele Paare nicht aus reiner Liebe zusammen sind sondern hauptsächlich um nicht alleine zu sein und gesellschaftliche Erwartungen zu erfüllen.

Ich war in meiner Singlezeit glücklich und zufrieden, was mir aber auch nicht alle glaubten. Hör einfach nicht hin.
 
  • #6
Ende 40 und hatte mit vielen Männern Beziehungen
Jede Beziehung ist bei vielen Beziehungen irgendwie ein Verschleiß, man kommt sich unbewusst wie eine Maschine vor, die einfach funktionieren muss.
Dann sollte man die Beziehung nicht weiterführen.
Einige Freunde interpretieren dies als Verbitterung und dass der richtige Mann noch nicht dabei gewesen ist.
Da mag was dran sein an dieser Aussage, wobei viele solche Leute einfach nur in der Beziehung bleiben, auch wenn sie nicht gut ist, diese kommen wenigstens dann nicht an eine große Anzahl von Partner, das hat auch einen Vorteil, wobei ich niemals bleiben würde, dann lieber Songle sein, ja es ist eine Enttäuschung, Verletzung, Kränkung und irgendwann möchte man nicht mehr, da es oftmals nur Wiederholungen sind, nur eben mit anderen Männern, es kommt die Frage irgendwann, wofür das Ganze.
Auch wenn ich anmerke, dass es bei der Anzahl an Männern wohl an mir liegen wird.
In einer Beziehung liegt es nie an einem alleine.
Andere Freundinnen leben schon lange als Single, sind zufrieden und verstehen, was ich meine.
Das ist letztendlich die Endkonsequenz, weil man als Fraumaschine für die Männer nicht mehr funktionieren möchte.
 
  • #8
Was ich an mir bemerke..als junges Mädchen dachte ich..natürlich.. noch ich brauche "liebe" um erfüllt und glücklich zu sein.

Dann hatte ich paar Beziehungen mit Singlepausen dazwischen.. Und merkte irgendwann...wie Du..dass ich in den Single Zeiten durchweg glücklicher war.
Ich baute das also aus mit Hobbys, Freundinnen, versch. Interessen...

Heute ist es etwas anders. Ich kann besser glücklich sein als viele, es braucht nicht viel dafür.
Wofür mir ein Mann jedoch fehlt und immer fehlen wird..ist Körperlichkeit, Berühren, Sex.
Das hab ich bei der Beziehungsanbahnung (thread Bauchgefuehl) dieses Frühjahr gemerkt. Ich bin dahingehend recht aus gehungert, finde es wichtig und schön. Und kann es mir so nicht "selbst geben" * lach

Leider bin ich kein Affären Typ.
Sex bewirkt Emotion bei mir.

Aber was den Rest angeht so waere ich total happy mit einer WE Beziehung, living alone together...wo in der Woche jeder sein Ding macht. Am WE dann gute Gespräche, Sex und Zweisamkeit.
Ich brauche weder Ehering noch Kind. Aber oben genanntes ist grad das, was mir langfristig gut stehen würde und entsprechend prüfe ich auch beim daten ob es ein Modell ist was das Gegenüber mittragen würde.

Mich mit jemandem "verkleben" der täglich Ansprüche an mich stellt, mich vereinnahmt und ununterbrochen bei mir sein will, möchte ich nie mehr. Das passt einfach nicht zu mir.
 
  • #9
Wem von euch geht es auch so?
Ich bin Ende 40 und hatte mit vielen Männern Beziehungen, davon sieben längere. Mit einem davon war ich 10 Jahre verheiratet.
Zuletzt war ich mit meiner großen Liebe zusammen. Obwohl es die Beziehung war, in der ich mir die größte Mühe gab, scheiterte es.

In deinem letzten eigenen Thread über "Distanz" hast du viel über dein eigenes Bedürfnis nach Nähe aber auch nach Distanz erzählt. Du hast auch einiges über deine Männer geschrieben. Ein wichtiges Thema war das Verhalten und insbesondere Distanzbedürfnis deines aktuellen Partners.

Im Grunde wurde in diesem Thread alles was wichtig ist besprochen. Im Grunde ist es so, dass du auf Grund deiner eigenen Bedürfnisse distanzierte Männer bevorzugst. Diese geben dir dann aber irgendwann doch zu wenig Nähe. Dies reicht dir dann irgendwann doch nicht. Zuviel Nähe würde dich aber noch früher vertreiben.

Jetzt schreibst du, dass du jetzt eigentlich total zu Frieden bist und dich nur die Einschätzung deiner Freunde stört. Ist das wirklich so? Warum stellst du dann du jetzt diese Frage hier?

Wenn sich deine Einstellung und deine Wünsche zur Beziehung und Sexualität gerade jetzt geändert hat, kann dies an deinem Alter liegen. Beginnen gerade deine Wechseljahre?

Sorry wenn Ich dich jetzt beleidige aber durchgehendes unstetiges und instabiles Beziehungsverhalten deutet doch mehr auf innere Kämpfe und fehlende Reife hin, als einfach nur Pech im Leben. Es wirkt als würde ein Mensch angetrieben von destruktiven inneren Kräften nie Ruhe finden.

Vielleicht gibt dir dein sich verändernder Körper jetzt Ruhe. Nicht in einer sondern ausserhalb einer Beziehung. Du wirst dein Beziehungsverhalten nicht mehr ändern, du hast jetzt aber wohl den Wunsch nach Ruhe, dann ist es dich völlig richtig und kann dich vielleicht auch glücklicher als bisher machen, wenn deinen Kampf zwischen Nähe und Distanz jetzt ruhen lässt.
 
  • #10
@carpe war das nicht dieser letzte Mann der mehr Distanz als Nähe von dir wollte? Und ihr hattet auch nie zusammen gelebt.

Ich verstehe dich gut, dass man nach vielem Mühen, Engagement und Einsatz für die Beziehung, welche am Ende doch scheiterte und ein Scherbenhaufen hinterliess weder Kraft noch Motivation für eine neue Beziehung hat.

Es ist erstaunlich aber es ist gerade der Fall bei sehr distanzierten Menschen, wo man sich sehr schwer lösen und trennen kann. Es ist verrückt, man erwartet und will ausgerechnet von diesen distanzierten egozentrischen Menschen, was sie nicht geben können oder wollen, die einen starken Sog ausüben. Man gerät in eine kindliche Position und macht sich abhängig von ein wenig Zuwendung und Liebe. Sie geben zu viel zum Sterben aber zu wenig zum Leben und man verhungert am ausgestreckten Arm.

Mir geht es auch so aber das Leben ist auch als Single nicht immer schön, sondern macht traurig und einsam. Es ist schwer, was man tun soll oder nicht; oder wie man sich entscheiden soll: trennen oder bleiben? In einer solchen Beziehung führt man sich fürchterlich einsam, aber auch als Single zeitweise, da kein Mensch von uns eine Garantie hat das denn besserer Partner auf uns irgendwo „wartet“, uns begegnet. Ich befinde mich auch in einer ähnlichen Situation, wenn ich auch noch nicht Schluss gemacht habe. Mehr als mein Statement ohne Lösungen zu haben, kann ich zu deiner Frage leider nicht abgeben.

Manchmal beneide ich einige Menschen, die tatsächlich jemanden parallel suchen und warm wechseln - aber ich kann das nicht, weil ich emotional gebunden und nicht frei bin. Auch ist es mir ein Rätsel wie Menschen sich innerhalb einer Beziehung soweit emotional distanzieren können und trotzdem in der Beziehung bleiben, bis sie wirklich jemand anders gefunden haben.
 
  • #11
Mir! Ich kann dich vollständig verstehen. Ich möchte mir das nicht mehr antun, denn ich habe bis auf die letzte Beziehung, eigentlich nur ungute Erfahrungen gesammelt. Was heißt hier bis auf die letzte Beziehung....das war eine schöne Zeit für mich, "Dank" meiner Leichtgläubigkeit und Vertrauensseligkeit. Auch diese Erfahrungen möchte ich nicht missen. Möglich, dass mich das Ende dieser letzten Beziehung etwas geschädigt hat, so what...Aber das möchte ich nicht noch mal. Mit geht es jetzt gut, auch ganz besonders wenn ich dieses gelegentliche Jammertal hier lese und in meinem Umkreis höre.
Noch 63
 
  • #12
.......
Ich bin Ende 40 und hatte mit vielen Männern Beziehungen, davon sieben längere......
.....weil ich in eine emotionale Abhängigkeit geriet.
Entweder liebte ich zu wenig oder zu viel. Glücklich machte mich nie eine Beziehung.

Nicht so glücklich, wie ich mich selbst machen kann.
Jetzt fühle ich mich wieder frei

Liebe Carpe. Zunächst einmal Glückwunsch zu Deiner Erkenntnis über das Glück. Wahres Glück kommt von innen und ist von äusseren Impulsen unabhängig. Erst dann, wenn man zum Glücklichsein nicht mehr auf seine Umwelt angewiesen ist, dann ist man wirklich frei und dann rutscht man nicht mehr in Abhängigkeiten, abhängig davon, von anderen glücklich gemacht zu werden.

Das ist das zweite wichtige Thema in Deinem Beitrag.

Bei den ersten Zeilen dachte ich mir: oje, sie hat Bindungsprobleme. Welche auch immer. Du erwähnst 7 längere Beziehungen. Und die kürzeren gar nicht mit eingerechnet und emotionale Abhängigkeiten. Mit dieser Hypothek hast (hattest) Du vermutlich ein unglückliches Beuteschema und nicht das nötige Rüstzeug für eine gesunde Beziehung.

Deine neue Erkenntnis über das Glück ist eine neue Entwicklungsstufe. Im Prinzip sollten sowieso nur Menschen eine Beziehung eingehen, die sie im Grunde gar nicht bräuchten, denn Beziehungen sind eben nicht dafür geeignet, Defizite bei Menschen auszugleichen oder gar zu heilen.

Bei Beziehungen ist es wie mit dem Alkohol: es sollten ihn nur die trinken, die ihn nicht brauchen. Die anderen gehen daran zugrunde.

Ich denke, Du bist auf dem besten Weg zu heilen und Deine Wunden zu lecken. Leider bleibt es vielen Menschen verwehrt, diese Entwicklungsstufe zu erklimmen und sie sind dann tatsächlich irgendwann einmal verbittert.

Ungesund finde ich, wenn man sich häufige Affären antut, weil man die Lust nach Sex stillen möchte. Auch ich hatte Zeiten, da habe ich mir eingeredet, Sex ohne Liebe und Beziehung sei völlig okay. Aber die Grenze zur Selbstverletzung ist schmal und ein fader Beigeschmack bleibt. Für alles zahlt man einen Preis. Und der kann bitter sein. Auch hier ist der Unabhängige weitaus besser beraten.

Weiterhin viel Glück auf Deinem Weg.
 
  • #13
Hallo Carpe,

bin etwas baff, weil ich deine Geschichte hier verfolgt habe. Das war ja der Mann, den du im Supermarkt angesprochen hast. Das erste was ich dann dachte...du hast ja jetzt kein Sofa oder? Dafür hat er kein Auto ;)
Wie du habe ich auch ähnliche Erfahrungen gemacht, wobei ich mit 33 ja noch jünger bin. In Beziehungen war es zum Großteil unbefriedigend, weil einfach das Nähe/Distanzbedürfnis zu unterschiedlich war. Vorher habe ich es nicht gemerkt, aber in der Beziehung kristallisierte sich das raus und da war ich schon emotional abhängig und konnte mich schwerlich lösen. Hast du dich getrennt? Hut ab!

Zu deiner Frage. Ja ich kann dich verstehen, weil ich auch gut alleine sein kann. Zum einen ist es mir nie langweilig, ich lese viel und führe selbst Dialoge mit mir...mir fehlt an sich nix.
Mir reichen meine freundschaftlichen Kontakte und Familie/Verwandte im Moment aus. Draussen gibt es aber viele, die es nicht verstehen können. Sie binden sich relativ leicht und sind lieber in einer "so la la" Beziehung (mit viel Konflikten), als alleine zu sein. Das kann ich jetzt persönlich nicht verstehen.

Sofern Beziehung für mich nicht bereichernd ist und mich nicht erfüllt, so möchte ich lieber keine. Als Single hat man Freiheiten. Ich kann reisen wohin ich will und meinen Interessen nachgehen. Jetzt kommt das große Aber: was mir fehlt ist schon die körperliche/innige Nähe (die es nur in Beziehungen gibt, Ons/Affären erfüllen das für mich nicht). Schön wäre es auch gemeinsam neues zu erleben und Erfahrungen/Eindrücke zu teilen. Das ist intimer als mit Freunden...diese zwei Dinge fehlen mir. Bis ich dafür den passende nicht habe, lasse ich mich nicht auf einen Kompromiss ein.

Klar im Moment hast du eher das Bedürfnis als Single zu leben, weil deine Trennung vermutlich noch nicht allzu lange her ist. Aber irgendwann denke ich, dass du dann doch wieder jemandem begegnest. Wenn nicht dann eben nicht...ist ja nicht tragisch.
 
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  • #14
Das einzige "Problemchen" kann der Sex sein. Ich hatte keines. Allerdings sehr viele und stets wechselnde "Gespielinnen". Stört dich diese Art - dann wirst du sehr wenig Sex haben.
Sehr wichtig ist allerdings ein guter Freundes und Bekanntenkreis. Die sind jetzt deine Familie.

Da hat der gute Tom recht.

Sex gehört zur Lebensqualität und ohne festen Partner müsstest Du erfinderisch werden. Du kannst natürlich für die nächsten 40 Jahre auf Sex mit einer anderen Person verzichten. Das Bedürfnis nach Sex verkümmert mit der Zeit sowieso.

Die Freunde sind Dein Familienersatz. Bei Freunden, die selbst vergeben sind oder Familie haben, fehlt aber oft die Zeit für die alleinstehende Singlefreundin. Die Prioritäten liegen bei denen anders. Für sie kommen die Freunde, wenn das Wichtige in Familie und Arbeit erledigt ist. Wir lesen hier typischerweise von den Sonntagmorgen, an denen die Singles alleine sind. Paare und Familie sitzen da zusammen.

Wie verlässlich Freundschaften in Notsituationen sind, ist dann das nächste...

Damit Du keine merkwürdige alleinstehende Katzenfrau wirst, ist der enge Kontakt zu Freunden wichtig. Lade sie in Dein Haus ein, verabrede Dich, halte auch Streit und Kritik aus, plane mit ihnen zusammen. Es geht wirklich um die Reibung und diese auch mal auszuhalten
 
  • #15
Liebe carpe,
ich finde deine Erkenntnis verständlich und es hat etwas sehr befreiendes.
Sollte meine jetzige Beziehung scheitern, würde ich auch keine neue Beziehung mehr eingehen wollen. Es stand zweimal kurz davor, dass ich es beenden wollte. Es wurde mir einfach zuviel und hat mich so langsam mehr angestrengt als Freude gebracht. Ich hatte mich auch bereits damit abgefunden und Pläne für ein Single Leben gemacht.
Vorallem nicht mehr verletzt zu werden, würde ich als wohltuend empfinden. Meine Seele hat da einfach genug erlitten.
Auch eine liebe Freundin von mir hat genug und strebt keine Beziehung mehr an. Sie macht tolle Reisen und hat einen großen Bekannten- und Freundeskreis und viele Interessen und ist noch viel unkonventioneller als ich es bin. Eine tolle Frau.
Ich wünsche Dir viel Glück. Lieber alleine und glücklich, als in einer unbefriedigenden Beziehung.
 
  • #16
Guten Morgen,

ich habe viele Facetten gelebt, Zeiten, in denen ich frei gewählt als Single gelebt und auch unfreiwillige Zeiten gelebt und erlebt habe.
Diese habe ich nicht mit sexuellen Abenteuern kompensiert, aber mit meiner Liebe zum Beruf. Ich hatte aufregende Affären mit meiner Bohrmaschine, Farbtöpfen, alten Möbeln, mit Tanz, wilden Schreibereien und vielen anderen Leidenschaften. Ich bin dennoch nicht zugewachsen und sexuell verkümmert ;-)

Aktuell bin ich in einer Beziehung, wir schmeißen gerade unsere Tassen zusammen und suchen ein gemeinsames Wigwam.

Glück und Zufriedenheit habe ich aber nie durch einen Partner gesucht, sondern durch meine vielen Interessen, Leidenschaften, Familie, Freunde und meiner selbst. Ich bin mir selbst spannend und interessant genug, dass ich aus mir schöpfen kann und mich mit mir in einem guten Dialog befinde. Ich habe mich selten in unerfüllten Sehnsüchten, die mich schwächten, verloren, aber Sehnsüchte nie ganz aus den Augen verloren. Die Dosis der Bekömmlichkeit habe ich für mich festgelegt. Auch diese waren wichtig, damit meine Seele nicht eintrocknet und sich einbetoniert.
Alles war Fluch und Segen zugleich, es gab Neider und Bewunderer.
 
  • #17
Also ich glaube, dass vor allem Frauen ab 40 oder 50 sehr wohl überlegen, ob sie sich den Stress mit einem oft eher schwierigen Mann eingehen. In dem Alter ab 45 gibt es viele Eigenbrödler, die nicht mehr bereit sind, irgendetwas in ihrem Leben zu ändern: Alles soll so bleiben wie es ist, aber die Frau kann gerne dazukommen für Sex, Speis und Trank.
Das ist aber nicht das, was viele Frauen wollen und da viele Frauen auch sehr im Reinen mit sich sind und nicht mehr den Druck der Familiengründung haben, bleiben sie lieber länger Single, als sich den Nächstbesten zu schnappen. So viele "Gute" ab 45 gibt es ja auch gar nicht, denn die werden schnell von Frauen erkannt und sind deshalb in Beziehungen. Wohingegen es extrem viele erfolgreiche und gutaussehende Frauen gibt, die Single sind - bei Männern nicht.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Männer ab 45 mir zu kompliziert waren - die hatten zu viele auch schlechte Erfahrungen gemacht und entweder kletteten sie dann oder sie machten auf einsamen Wolf und wollten so ein apart-together-Konzept mit maximaler Freiheit.
Ich glaube schon, dass eigentlich alle Lust auf eine glückliche Beziehung haben - und ich hatte die schon im Leben, selbst wenn sie irgendwann endeten. Man muss ja auch die gute Zeit betrachten, die man miteinander hatte. :)
Ich für meinen Teil bin bei einem über 10 Jahre jüngeren Mann gelandet, weil der einfach positiver war, was Beziehungen anging und einfach mal "machte", ohne von mir so viel Gegenleistung zu erwarten.
Bei vielen Männern hatte ich das Gefühl, dass sie in so eine trotzige "ich mach gar nichts mehr"-Haltung verfallen waren..."erst mal gucken, was von ihr kommt".... und die immer Angst hatten, sich zum "Deppen zu machen" oder zuviel zu geben... Ich mag keine Männer, die Erwartungen an mich haben oder etwas von mir wollen.
 
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  • #18
Ich hatte in meinem ersten Leben, das bis etwa 30 ging, viele Beziehungen. Davon die längste 5 Jahre mit Zusammenwohnen.
Aus einer anderen ging ein Kind hervor.
In keiner dieser Beziehungen war ich glücklich, in allen ging es mir schlechter als ohne Mann.
Dann war ich 13 Jahre lang allein und ziemlich glücklich mit meinem Kind, meiner Arbeit, ein paar wenigen Freunden und meiner Freiheit.
Mit Anfang 40 dann die Midlifecrisis mit sehr vielen Männerbekanntschaften ( nahezu ohne Sex ).
Das dauerte etwa drei Jahre, während der die Kontakte länger und ernsthafter wurden.
Mit 47 kam ich dann mit meinem jetzigen Freund zusammen und habe zum ersten mal eine Beziehung, die ich besser finde als das Singledasein. Aber auch nicht nur toll. Die schönen Seiten überwiegen aber die schlechten.
Ich weiß aber, dass es mit diesem Mann ein Glücksfall ist, den ich kein zweites mal finden werde.

Wenn es mit ihm mal aus sein sollte, bleibe ich allein. Und zwar freiwillig, ohne Verbitterung.
Und mein Leben wird schön und bunt sein.

Aber ich bin speziell. Ein Einzelgänger und zudem will ich keinen Sex.
Weiter oben nennen einige die Sexlosigkeit als Nachteil des Singleseins. Ich habe Glück, für mich stellt sie einen weiteren Vorteil dar.

w 51
 
  • #19
Hallo FS!
Ich muss da jetzt auch mal meinen Senf dazu geben. Ich dachte mir gestern genau das selbe. Bin so ähnlich wie du, nur länger Single und weniger Beziehungen.
Void hat im Prinzip alles gesagt.
Bei mir ist das so, ich habe alles, ich brauche keinen Mann und ein Mann sollte mich bereichern, vielleicht netter ausgedrückt, das "i-Tüpfelchen sein, oder krasser "ich muss mich verbessern" aber ganz sicher nicht verschlechtern.
Ich bin nun 45, nicht reich, aber auch nicht arm, ich habe keine Kinder, dafür eine schöne Eigentumswohnung, einen Firmenwagen und genug Geld. Ich bin nicht der Typ für Bettgeschichten und wenn müsste der Mann um einiges jünger sein als ich und um einiges besser aussehen (ich bin attraktiv) und so etwas gibt es in einer Kleinstadt nicht, sollte ja auch nicht den schlechtesten Ruf haben. Also Thema erledigt. Und für eine Beziehung sollte er so aussehen wie ich und mindestens bieten können was ich zu bieten habe. Der Mensch lebt aber nicht vom Brot allein, wenn ein Bereich schlecht ist, muss halt der andere besser sein.
Also ein Kind würde ich als kinderlose nur unter perfekten restlichen Umständen akzeptieren, sonst bleibt alles wie es ist.
Was die anderen sagen ist egal, denen fehlt das an den drei "S" wie der Master immer sagt.
Deine Einstellung ist sehr richtig und vor allem gesund.
 
  • #20
Obwohl ich ungemein Lust auf eine Beziehung hätte kann ich keine mehr eingehen. Bei mir wohl eher aus Verbitterung da meine letzte Beziehung- auch die Liebe meines Lebens- eine absolute Katastrophe war. Irgendetwas ist in mir kaputt gegangen. Ich bin unendlich einsam, habe auch Angebote von sehr guten Männern, aber ich kann einfach niemanden mehr an mich heran lassen. Irgendetwas in mir sträubt sich enorm dagegen mich zu öffnen und zu vertrauen - besonders Berührungen sind ein Problem. Ich erstarre schon bei dem Versuch des Mannes meine Hand zu nehmen. Ich verzweifle daran da ich mir nichts sehnlicher wünsche aber rein körperlich und seelisch nichts mehr annehmen kann.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #21
Hat auch was mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Ich entwickele mich gerne weiter, wo andere lieber stehen bleiben und immer das Gleiche machen. Ich möchte lieber meine eigenen Ziele und Träume verwirklichen und das sind nicht gerade wenige oder kleine. Viele Freunde oder eine Partnerschaft würde mich mein derzeitiges Tagespensum nicht erreichen lassen, das ich in meine Ziele jeden Tag dizipliniert stecken muss, um voranzukommen. Und ich mache das vor allem gerne! Leider wird einem das in der Gesellschaft nicht gegönnt oder sofort madig geredet, oder es wird so getan, als wüsste ich nicht, was ich da tue. Andere wissen es eben immer Bescheid... Eigene Entwicklung als Frau ist halt nicht gern gesehen, damit kann ich aber umgehen. Ich muss ja schließlich am Ende mit mir zufrieden sein und es bringt mir wenig, wenn ich für andere lebe.

Also nein, ich habe derzeit auch keine Partnerschaft. Dafür hatte ich früher aber sehr sehr lange Beziehungen von über 12 und 14 Jahren und hatte mich da total drin aufgegeben. Ich musste mich da viel anpassen und zurückstecken. Also habe ich erkannt, das mir das gar nicht gut tun. Ich vertraue daher heute besser auf mich, so bin ich zufrieden.

Ich würde anderen ihre Beziehung nicht ausreden und auch keinen Rat geben, wie es besser geht. Muss jeder selber wissen. Umso mehr ich aber unabhängig bin, desto mehr werde ich von der Gesellschaft "belästigt", dass ich offenbar falsch denke oder was verpasse. Aber ich vertraue auf diese Gesellschaft nicht mehr. Sind alles Dummköpfe und Idioten, die nichts drauf haben - was man auch sieht.
 
  • #22
....Ich finde es schön wie Du Deine Entwicklung beschreibst und für Dich zur Ruhe gekommen bist....mehr kann man nicht wollen.
 
  • #23
Danke für eure Antworten.
Mein Thread war auch keine Frage, vielmehr wollte ich über euren Weg lesen. Die Moderatoren haben die Überschrift geändert.

@Mandoline: ja, du liegst mit der Beschreibung meiner letzten Beziehung richtig. Es war nicht leicht, sich zu lösen. Ich bin stolz auf mich, dass ich es geschafft habe.

Zum Glück bin ich nicht der Typ, der ewig in unglücklichen Beziehungen verharrt. Nur früher kam dann eben direkt der nächste Mann. Das Bedürfnis ist einfach weg. Vielleicht weil ich mich nicht mehr über Männer definiere. Zudem habe ich stabile soziale Kontakte, die vieles übernehmen, was ein Partner sonst erfüllt.

Schon vor meiner letzten Beziehung wollte ich eigentlich alleine bleiben. Er war aber der Mann, in dem ich schon Jahre vorher verliebt war. Da ich mich selten in meinem Leben verliebte, war es etwas besonderes. Deshalb musste ich das ausleben und bereue es nicht.

Das Bedürfnis, alleine zu sein, hat nichts mit dieser gescheiterten Beziehung zu tun. Vielleicht ist es wirklich eine Frage des Alters. Ich habe schon so viel erlebt und gehört. Ich will auch nicht immer wieder von vorne anfangen.
 
  • #24
Mein Freundeskreis besteht fast nur aus unkonventionellen Grosstadt-Singles. Die typischen Pärchenmenschen mit Haus und Kind kenne ich nicht. Deshalb sind mir einsame Sonntage fremd. Zumal ich da oft Dienst habe.
In meiner Beziehung fühlte ich mich einsamer.
Und das Bedürfnis nach Sex habe ich ohne Beziehung gar nicht. Ohne Inspiration ist das einfach nicht vorhanden.
 
  • #25
Hallo,
ich war nach dem Tod meines Mannes auch 8 Jahre lang Single und wollte es eigentlich auch bleiben. Ich hatte mir einen kleinen, aber feinen Freundeskreis aufgebaut, wohne in einer tollen kleinen Wohnung auf dem Land und da ich schon immer Pferde hatte, hatte ich auch kein Problem, meine Freizeit auszufüllen. Eine Beziehung war das letzte, was ich wollte.
Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt, und so bin ich seit Januar wieder liiert. Vieles ist schöner zu zweit, aber ich denke so manches Mal, dass es als Single einfacher war. Die von mir so geliebten Sonntage, an denen ich aufgewacht bin und noch nicht wusste, was ich dem Tag mache, gibt es fast nicht mehr. Meine Meerschweinchenhaltung habe ich aufgegeben, weil die Haltung sehr aufwendig ist und nicht mit der Beziehung vereinbar war. Ich schwanke ständig zwischen dem Wunsch, meinen Freund zu sehen und meinen eigenen Bedürfnissen und neige dazu, mich selbst hintenan zu stellen. Ein Zusammenziehen kommt daher für mich nicht in Frage, da würde ich einfach zuviel zurückstecken.
Dafür liebe ich die gemeinsamen Urlaube (allein würde ich nie wegfahren) und die starke Schulter zum Anlehnen. Ich hätte aber auch keine Angst, wieder allein zu sein.
 
  • #26
Mir geht es genauso. Und ich bin nicht verbittert.
Mache es so wie du es für richtig hälst und höre auf dein Gefühl. Stirbst du denn an Einsamkeit? Sex gibt es für Frauen auch ausserhalb einer Beziehung und händeringendem online-herumwurschteln. Geh mal in einem Swinger Club.
Wenn du keine Lust auf eine Beziehung hast, sie dich am Ende nur belastet! Lass es. Egal was die Damen im Kirchenchor sagen.
Glaub Mir, manche werden mit Unverständnis reagieren das man als Frau auch ohne Mann glücklich sein kann. Die haben nicht gelernt, unabhängig zu DENKEN.
 
  • #27
Umso mehr ich aber unabhängig bin, desto mehr werde ich von der Gesellschaft "belästigt", dass ich offenbar falsch denke oder was verpasse. Aber ich vertraue auf diese Gesellschaft nicht mehr. Sind alles Dummköpfe und Idioten, die nichts drauf haben - was man auch sieht.
Wer sich bei den Dummköpfen und Idioten aufhält, lernt halt auch nur solche kennen. Klingt doch logisch, oder? Und ja, solche Bekannten sind Zeitverschwendung, maximal noch gut für kurzfristige Belustigung.
Kennt man aber die richtigen Menschen - dann hilft das sogar, Ziele zu erreichen. Und Wünsche zu erfüllen. Schneller voranzukommen. Und dabei auch noch Lebensfreude zu empfinden. Ständig diszipliniert? Wie langweilig.
Wohingegen es extrem viele erfolgreiche und gutaussehende Frauen gibt, die Single sind - bei Männern nicht.
Stimmt schon - es gibt viele gut aussehende Frauen, die Single sind. Wobei erfolgreich relativ ist. Aber all diese Frauen will eben kaum ein Mann - weil es ihm auf Dauer ohne sie besser geht. Also maximal kurze Affaire. Und diejenigen Männer, die all das Getue dieser Damen tolerieren würden - diese Männer werden von diesen Damen nicht gewollt.
Ich erstarre schon bei dem Versuch des Mannes meine Hand zu nehmen. Ich verzweifle daran da ich mir nichts sehnlicher wünsche aber rein körperlich und seelisch nichts mehr annehmen kann.
Dann nimm dir die Zeit, die du brauchst, Claire. Irgendwann kommt einer - und du denkst nicht einmal mehr an deine Blockade. Schau halt zu, dass du bis dahin nicht verbitterst.
 
  • #28
Liebe @carpe,

ich habe mein Singleleben geliebt. Warum auch nicht? Nur hinter sich aufräumen, waschen, bügeln, viel Zeit für Hobbys und Freunde, straffer Tagesplan, der sich an niemanden anpassen muss außer an mich, stundenlanges Schweigen nach einem Arbeitstag voller sinnvoller und -freier Gespräche, einfach liegen bleiben und stöhnend vor sich hin leiden, wenn es einem nicht gut geht, usw.
„Freundinnen“ fragten regelmäßig, wann ich denn einen Freund haben werde. Als hinge ihr persönliches Glück davon ab.
Ja, ich war neidisch auf die glücklichen Pärchen und die Schnarchnasen, die für einander scheinbar keine Leidenschaft, aber tiefe Zuneigung empfanden. - Dennoch: Ich bereue nicht, ca. 10 Jahre allein gewesen zu sein. Lieber allein, als mit dem Falschen zusammen.
Ich bin glücklich, auf meinen Herzallerliebsten so lange gewartet zu haben. Seine Geduld, seine ruhige Art erden mich, wenn ich davor bin, durchzudrehen. Ich hingegen locke ihn aus seinem Schneckenhaus. Wir haben gemeinsame Projekte. Er hat die Ausdauer und das technische Wissen. Ich das Talent und Redegewandtheit.
Es gibt auch schlechte Zeiten bei uns. Aber da wir einige „Kinderkrankheiten“ durch haben, sind wir gereift. Wir haben das Potential, uns gemeinsam zu entwickeln, unser gegenseitiges Fortkommen zu bereichern. Mit meinen Exfreunden hatte ich das kaum.
Das Leben wird zeigen, ob diese Hoffnungen wahr werden. Bis dahin bleibe ich optimistisch.

W, 32
 
  • #29
Geht mir als Mann mit Mitte 30 auch so. Ich war die meiste Zeit im Leben Single. Anfangs hat es nicht so geklappt mit den Frauen. Gelitten habe ich, wie ich später feststellte, eigentlich nur, da ich aus dem Elternhaus einfach das klassische Lebenskonzept vorgelegt bekommen habe und es ohne hinterfragen übernommen habe. Das Alleinleben an sich hat mich nicht gestört. Ich habe die Freiheit schon immer genossen, einfach alles selber entscheiden zu können.

Mittlerweile gibts genug Interesse der Frauenwelt. Bei den Beziehungsversuchen habe ich allerdings festgestellt, dass mir die Motivation für die übliche ernsthafte Beziehung und alles was damit einhergeht fehlt. Der Aufwand und die Einschränkungen sind es schlicht nicht wert. Häufig scheitert es schon daran, dass die Anziehung nicht stark genug ist. Man ist wohl nicht mehr so hormongeblendet, wie in der Jugend, und findet nicht mehr so viele Kandidatinen attraktiv. Wenn man also weder durch körperliche Anziehung, noch das Bedürfnis nach Zweisamkeit oder gesellschaftliche Erwartungen motiviert ist, bleibt nicht mehr viel.

m36
 
  • #30
In einer solchen Beziehung führt man sich fürchterlich einsam, aber auch als Single zeitweise, ...

Ich persönlich finde es schlimmer, mich in einer Partnerschaft einsam zu fühlen als als Single.

Wenn man Single ist, weiß man, dass dies dazugehört / dazu gehören kann.
Der Preis quasi für die Freiheit, die Ungebundenheit - Auch wenn ich jetzt Partnerschaft nicht mit Unfreiheit gleichsetzen möchte, aber es gibt immer ein gewisses Maß an Rücksichtsnahme, an Kompromissen.

Einsamkeit - für mich das Gefühl, mit niemandem meine Gedanken, Gefühle teilen zu können, ob Freude , Ängste, Kummer. Niemand, der einen mal in den Arm nimmt und hält, niemand, den man lieben kann und der einen liebt.

Und damit meine Verbindung von Liebe und Nähe, Liebe spüre ich unter anderem über die Kombination aus emotionaler, körperlicher und sexueller Nähe, über das Angenommensein, wie man ist, und durch den Umgang miteinander.

Deswegen aber auch @carpe, mein Fazit, das Du wohl teilst, lieber Single als in einer nicht passenden Partnerschaft, und nach einigen Versuchen mag man vielleicht nicht mehr, weil es immer wieder auch verletzt.
Die Freiheiten genießen, die Chancen.
Toms Anmerkung ist aber richtig , es braucht das soziale Netzwerk.

Ich denke allerdings, dass wenn der Richtige kommt, dass dann die Bereitschaft wieder käme.
Es muss nur passen.

Nimm es für Dich an, lerne Dich kennen und stelle Dich nicht in Frage, es ist Dein Leben.
 
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