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  • #1

Hat unsere junge Generation andere Werte?

Heute hab ich in Luzern meinen guten Bekannten, er ist 51, getroffen. Ich habe ihm gesagt, dass viele junge Männer die ich getroffen haben, auch Frauen, der Meinung sind, dass unsere Generation "kabutt" sei. Sie meinen damit hinsichtlich Beziehungen. Wir werfen viel schneller das Handtuch und alles hin. Wir wollen nicht mehr um Beziehungen kämpfen. Mein guter Kumpel aus Kolumbien und 4 andere Männer die ich kenne, alle so um die 24-28, meinen alle, ja, unsere Generation ist anders als die unser Eltern. Unsere Eltern sind fast alle noch zusammen. 30, 35, 40 Jahre etc. Und sie meinen, grösstenteils auch glücklich. Sie meinen aber, durch Instagram und Co sieht man immer neue Leute und ist weniger sesshaft.

Irgendwie stimme ich dem zu. Mein Bekannter von heute auch. Er meint aber auch, man darf nicht vergessen, dass viele Frauen früher einfach in den Ehen ausgeharrt haben und todunglücklich waren und sich nicht scheiden liessen. Heute sind die Frauen grösstenteils unabhängig und lassen sich nicht mehr so viel gefallen. Viel eher macht man den Neuanfang.

Was denkt ihr über die junge Generation (meine 1990-aktuell)? Sind diese "kabutt"? (sorry weiss dass es "kaputt" heisst ;)). Oder einfach anders?

Ich denke die Welt ist crazy und voller Möglichkeiten. Auch unsicher wurde es. Durch die Pandemie noch mehr. Ich denke, wenn es aussen unsicher ist, suchen die Leute mehr halt bei Familie/Freunden/Beziehungen. Oder nicht? Wie seht ihr das?

Auf eine spannende Diskussionsrunde!
 
  • #2
Jede Generation hat ihre eigenen Werte, denn die Welt entwickelt sich weiter und jede Generation wächst in einer Umwelt auf, die sich gegenüber der Umwelt der vorherigen Generationen verändert hat.
Erzähl der von dir genannten Generation, dass es eine Zeit ohne Handy, Smartphone und Internet (im Sinne des WWW) gab und du wirst in grosse Augen mit noch größeren Fragezeichen darin blicken.
Aber auch die soziale Umwelt ändert sich denn jede Generation zeichnet sich durch veränderte Erziehunsstile und Werte aus, wodurch ihrer Kinder selbst auch wider neue oder zumindest veränderte Werte entwickeln.
Kritisch finde ich in dem Zusammenhang von 'kaputt' zu sprechen, denn damit impliziert man, dass es so wie es früher war richtig und gut war! Es war früher nicht alles besser, nur vieles eben anders.

Im Kontext Beziehung geben die Jugendstudien an, dass Beziehung, emotionale Nähe und Treue für die heutige junge Generation eher wichtiger ist als für die Generation davor.
Das sich die jungen Menschen vielleicht heute länger ausprobieren bevor sie sich fest binden muss ja nicht schlecht sein. Dann wissen sie wer sie sind und was sie wollen und müssen es später nicht in einer Beziehung mittels Affären herausfinden.

Schwierig ist sicherlich mit der riesigen Zahl an Optionen, die das Internet in allen Bereichen bietet, da braucht es schon eine gute digitale Medienkompetenz, um damit umzugehen. Ich bin ja schon überfordert wenn ich im Supermarkt unter 5 verschiedenen Himbeermarmeladen eine auswählen soll.
 
  • #3
Heute hab ich in Luzern meinen guten Bekannten, er ist 51, getroffen. Ich habe ihm gesagt, dass viele junge Männer die ich getroffen haben, auch Frauen, der Meinung sind, dass unsere Generation "kabutt" sei. Sie meinen damit hinsichtlich Beziehungen. Wir werfen viel schneller das Handtuch und alles hin. Wir wollen nicht mehr um Beziehungen kämpfen. Mein guter Kumpel aus Kolumbien und 4 andere Männer die ich kenne, alle so um die 24-28, meinen alle, ja, unsere Generation ist anders als die unser Eltern. Unsere Eltern sind fast alle noch zusammen. 30, 35, 40 Jahre etc. Und sie meinen, grösstenteils auch glücklich. Sie meinen aber, durch Instagram und Co sieht man immer neue Leute und ist weniger sesshaft.

Irgendwie stimme ich dem zu. Mein Bekannter von heute auch. Er meint aber auch, man darf nicht vergessen, dass viele Frauen früher einfach in den Ehen ausgeharrt haben und todunglücklich waren und sich nicht scheiden liessen. Heute sind die Frauen grösstenteils unabhängig und lassen sich nicht mehr so viel gefallen. Viel eher macht man den Neuanfang.

Was denkt ihr über die junge Generation (meine 1990-aktuell)? Sind diese "kabutt"? (sorry weiss dass es "kaputt" heisst ;)). Oder einfach anders?

Ich denke die Welt ist crazy und voller Möglichkeiten. Auch unsicher wurde es. Durch die Pandemie noch mehr. Ich denke, wenn es aussen unsicher ist, suchen die Leute mehr halt bei Familie/Freunden/Beziehungen. Oder nicht? Wie seht ihr das?

Auf eine spannende Diskussionsrunde!
Von welcher Zeit sprichst du? Ich bin 60, ich habe eher den Eindruck, die jüngere Generation ist deutlich spießiger und eingeschränkter als wir es jemals waren.
 
  • #4
viele Frauen früher einfach in den Ehen ausgeharrt haben und todunglücklich waren und sich nicht scheiden liessen.
Ja, so ist es früher gewesen . Heute harren Frauen nur dann noch in einer schlechten Ehe aus, wenn sie finanziell nicht selbst für sich sorgen können .
Die finanzielle Freiheit der Frau (zB durch Berufstätigkeit und eigenen Verdienst) hat für ihre gesamte Entscheidungsfreiheit gesorgt.
Beziehungen sind mE nicht besser oder schlechter wie früher.
Das Zusammenbleiben trotz schlechter Ehe mussten damals nur die Frauen machen , um für sich und die Kinder versorgt zu sein. Viele Frauen wurden nicht geliebt , sie blieben einfach, es war für sie eine Notsituation .
Heutzutage ist das besser. Nach einer schlechten Ehe kann man sich wieder befreien und eine neue Beziehung starten .
 
  • #5
Hi, eine interessante Frage.
Man könnte sich hier erstmal auslassen zu den "offiziellen" Generationsunterschieden, z.B. Generation Y(du und auch ich), Generation Z (geboren nach 2000), und Babyboomer (dein Bekannter), google das gern mal.

Gerade las ich von "Generation Snowflake", das entspricht der "Generation Beleidigt", über die sich @Tom26 so gern mokiert.

"Den so Bezeichneten wird unterstellt, extrem sensibel, emotional hochverletzlich und wenig resilient zu sein sowie sich für einen hohen Lebensstil anspruchsberechtigt zu sehen. Es wird ihnen unterstellt, dass sie bei der leisesten Kritik wie Schneeflocken schmelzen." (Wikipedia) 😄

Die Soziologen unter uns wissen das sicher genauer, aber m. W. hat jede Generation andere Herausforderungen, weswegen sich in den verschiedenen Kohorten andere Verhaltensmuster ausprägen.
Und dann ist es wohl biologisch verankert, dass die nachwachsende Generation alles Alte infrage stellt und rebelliert (damit neue Lebensräume/Nahrungsquellen/Überlebenstechniken erschlossen werden). Natürlich stößt das den Alten negativ auf, inzwischen gehöre ich da auch schon zu den Alten in der Hinsicht 🤦‍♀️

Nein, m.E. ist die Generation nach 1990 nicht kaputt, das sind ja schon wieder recht viele - sicher tickt jemand, der 1990 geboren ist, deutlich anders als jemand, der 15 Jahre später geboren wurde und schon auf dem Weg in die Volljährigkeit ist.

Mich treibt in der Hinsicht eher ein anderes Thema um: in Deutschland hat man einen sehr hohen Lebensstandard auch bei der armen Bevölkerung im Vergleich zum Rest der Welt (z.B. USA), und deshalb ist schon meine Generation (grob ab 1980) es nicht mehr gewohnt, hart anzupacken, behaupte ich (nehme mich da nicht aus). Das wird uns eines Tages auf die Füße fallen, weil wir in unserer globalisierten Welt immer mehr für diese Standards kämpfen müssen (z.B. Arbeitnehmerrechte).

W u40
 
  • #6
Die Ursache für deine genannten Punkte sehe ich viel tiefer, nämlich in der narzisstischen Gesellschaft! Im Vordergrund steht die süchtige Erfüllung materieller und emotionaler Wünsche und ein schon krankhaftes Karrierestreben! Mit solch einer Geisteshaltung bleibt man hinter der persönlich gewünschten Glückserfüllung und so bleibt man ewig im laufenden Hamsterrad stecken. Man glaubt, durch immer mehr Anstrengungen, immer mehr Geld, immer mehr Konsum und immer mehr Amüsement, eines Tages glücklich zu werden. Was für eine Illusion: Sobald in diesem Hamsterrad das Ziel erreicht ist, kommt gleich wieder der gleiche Mangel, wie zuvor und schon kommt das nächste höhere Ziel, um wieder in dieselbe Hochstimmung zu kommen, wie zuvor. Und so geht es weiter und weiter und weiter! Ich selbst war ein Geschädigter in einem solchen Hamsterrad. Nur wem es gelingt, seine Attraktivität durch bestimmte Leistungen zu steigern und den Werten der narzisstischen Gesellschaft zu entsprechen, wird von der Gesellschaft toleriert und geachtet.
Ich möchte mit meinen reflektierten Erkenntnissen nicht mehr dem Mainstraem angehören, ich weigere mich dem anzupassen! Ich kann lediglich nur für mich und für mein Unfeld wirken, dadurch bin ich nicht mehr auf die Aufmerksamkeit anderer angewiesen, ich bin und bleibe mir selber treu! Das ist für mich oberste Priorität. Auch verbiege ich mich nicht mehr, für die Akzeptanz anderer, mein Umfeld nimmt mich so an, wie ich wirklich bin!
Warum Beziehungen nicht mehr solange halten, sehe ich im Leistungs-Wettbewerb beider Geschlechter innerhalb einer Beziehung. Früher hieß es das sog. verflixte 7. Beziehungsjahr, heute spricht man vom verflixten 2. Jahr. Wie richtig gefragt wird, warum geben Paare so früh in der Liebe auf? Warum gibt es kaum noch Beziehungen, die solange halten, wie in den Vorgenerationen?
1. Von den Partnern wird heute viel mehr verlangt, als es früher war. Das führt zu einem enormen Druck, an dem Beziehungen scheitern müssen. Wie kommt dieser Druck zustande? Der Ursprung liege im kulturellen Wandel. In der Vergangenheit war das einzige Ziel, dass man sich einander liebt.
2.
Heutzutage ist es so, dass der Partner viel Zeit mit anderen verbringt, um sich zu bespaßen. Vom Partner wird erwartet, dass er das Selbstbewusstsein des anderen stärkt, dass der Partner für den andern immer attraktiv, erfolgreich und kompetent ist.
3. Der Partner wird für das eigene Glück instrumentalisiert. Wenn das Gefühl entsteht, dass der Partner all diese Ansprüche nicht mehr gerecht wird, dann wird er kurzerhand ersetzt und entsorgt, meist ist der Nachfolger schon vorher da, OD macht es leicht!
 
  • #7
4. Es schadet der Beziehung, wenn nicht über alles offen und direkt diskutiert und kommuniziert wird, womöglich privates mit Dritten besprochen wird, das kostet enorm Vertrauen!
5. In der Liebe geht es nicht um die Befriedigung des eigenen angeschlagenen Egos, sondern um aufrichtig und authentisch zu kommunizieren und Verständnis, Verbindlichkeit, Zuverlässlichkeit füreinander zu zeigen.

Die Pandemie ist lediglich nur ein TÜV für die Beziehungen, nicht stimmige Beziehungen werden oft während der Pandemie scheitern müssen!
 
  • #8
Ich finde es schwierig das so zu pauschalisieren. Seit je her hadern die Älteren mit den veränderten Vorstellungen, die mit der neuen Generation einkehren.
Anders ist aber nicht zwangsläufig schlechter oder gar kaputt.
Ich bewundere die neue Generation, weil ich sie als freier und vor allem als viel aufgeschlossener empfinde. Homophobie ist nicht mehr so ein starkes Thema, sie lieben diverser und sind für mein empfinden oft viel toleranter. Möglicherweise weichen sie unsere alten Beziehungsmuster auf?! Dann ist das so und wir wissen nicht wie sich das Gesamtgesellschaftlich auswirken wird. In unglücklichen Beziehungen ausharren aus Angst oder Abhängigkeit ist jedenfalls kein Modell, dass ich mir für mein Kind wünsche. Ich hoffe ich erziehe ihn zu einem gesunden und sozialen Menschen, der zu seinen Bedingungen Glücklich wird.
Sind wir doch mal ehrlich, wie viele glückliche ausgewogene Beziehungen kennt ihr? Bei mir sind es sehr wenige. Das war so und wird vermutlich auch immer so bleiben. Den Partner zu finden, mit dem man dauerhaft liebevoll und Glücklich lebt, dass ist immer schon selten. Ich wünsche mir, dass mein Kind nicht glaubt, sein Lebensglück hänge von einem anderen Menschen ab.
 
  • #9
Ich bin 60, ich habe eher den Eindruck, die jüngere Generation ist deutlich spießiger und eingeschränkter als wir es jemals waren.
Wenn man verschiedene Umfragen in der 90er+ Generation anschaut, kann man durchaus diesen Eindruck gewinnen, ja.

Wir wollen nicht mehr um Beziehungen kämpfen.
Zustimmung! Wer um eine Beziehung kämpft, hat schon verloren.

Ich kann lediglich nur für mich und für mein Umfeld wirken, dadurch bin ich nicht mehr auf die Aufmerksamkeit anderer angewiesen,
Wahre Worte! "Wenn jeder vor der eigenen Türe kehrt, ist überall gekehrt."
ErwinM, 52
 
  • #10
Mein persönlicher Eindruck - jede Generation wird in den Medien auf einige wenige Schreihälse reduziert.
Die 68er hatten im Grunde alle mit dem Spruch " Wer 2 x mit der selben pennt gehört schon zum Establishment" zu leben. Dabei waren die wenigsten wirklich Hippies. Sondern zumeist hart arbeitende junge Menschen mit bürgerlichen Zielen.
Meine Generation wurde sehr oft als Discogeneration bezeichnet. Dabei gab es auch für uns nicht nur Saturday Night Fever ....
Nach uns kamen Punker mit "No Future" - die Spassgeneration - und was weiss ich nicht alles.
Natürlich hängt manches mit den techn. Möglichkeiten zusammen. Wir konnten mit 16 nicht aufs Smartphone schauen ... gab es nicht. Dafür gab es in den 80 ern ein elektronisches Haustier. Quasi ein Videospiel. Idiotisch - aber wahr.
Und auch heute - die Beleidigten, die Krähta Jüngerinnen, die "Aktivisten" - zusammen ungefähr ein Viertel der jungen Generation. Ich kann mich erinnern - nach der letzten Bundestagswahl haben Soziologen, Politiker, Lehrer und Journalisten Bauklötze gestaunt ... die Erstwähler haben so oft liberal gewählt wie grün.
Insofern - bleib gelassen. Glaube nicht alles, was du liest. Es gibt junge Idioten - und alte. Dazwischen die mittelalten. Und die Guten sind ähnlich aufgestellt.
 
  • #12
Wir werfen viel schneller das Handtuch und alles hin.
Das hat Vor- und Nachteile. Es kann auch zeigen, dass man sich einen Partner genauer ansieht und die Konsequenzen zieht, bevor man sich bindet. Früher haben sich auch viele Menschen erstmal "ausgelebt", bevor sie sich dann länger gebunden haben. Ich würde das also nicht nur negativ sehen.
Auf der anderen Seite ist die Welt natürlich schnelllebiger geworden. Vermeintlich mehr und schnellere Auswahl durch das Internet, auf der anderen Seite sicher auch weniger persönlicher Kontakt.
Das war auch früher kein Alter, in dem viele dauerhaft gebunden waren...
Was denkt ihr über die junge Generation (meine 1990-aktuell)? Sind diese "kabutt"? (sorry weiss dass es "kaputt" heisst ;)). Oder einfach anders?
Ich denke, sie ist anders.
 
  • #13
Natürlich hat jede Generation ihre eigenen Werte - wie sollte es anders sein, denn sie wächst ja in einem anderen Umfeld auf und hat einen viel größeren Bewegungsraduis als die Elterngeneration - nicht nur physisch, sondern auch durch digitale Teilhabe.
Das beeinflusst Menschen nunmal stark.

Wir werfen viel schneller das Handtuch und alles hin. Wir wollen nicht mehr um Beziehungen kämpfen.
Ja und, das muss nichts schlechtes sein, unpassendes aufzugeben und sich was Besseres zu suchen, statt daran rumzukrampfen und Energie zu verschleudern - egal ob Partnerschaft oder Arbeitsplatz.
Veränderungen enthalten neue Chancen.

Weder noch. Sie sind nicht anderes als jede Generation zuvor - anders als deren Altvordere.

Ob jemand "kaputt" (schreckliches Wort), mache ich nicht daran fest wie schnell er Beziehungen beendet - meistens sind das beim schnellen enne ja garkeine Beziehungen sondern nur ein Versuch davon.
Insgesamt scheinst Du das ganze Leben auf Sex und Beziehungen zu verkürzen - als gäbe es nichts anderes Bedeutsames.

Ich gucke eher auf das Gesamtbild, bevor ich werte: d.h. ist es in den familären und freundschaftlichen Beziehungen, im Beruf, bei Hobbys, Ausbildungen usw auch so, dass derjenige nichts Dauerhaftes hinkriegt, weil er nicht belastbar ist, keine Gedanken hat wie er das Leben in die Hand nehmen kann, keine Frustatrationstoleranz hat etc.

Da zeigt sich sicherlich eine Änderung gegenüber früher. Das liegt an der Vielzahl überbehüteter und gleichzeitig überforderter Kinder - Generation Rücksitz, d.h. haben nie ein eigenständiges Problemlöseverhalten gelernt, geringe praktische Intellligenz weil ihnen alles abgenommmen wurde. Selber anziehen dauert halt zu lange, wenn die Eltern morgens zur Arbeit und das Kind in die Kita müssen.

Wer keine Probleme lösen kann, weil nie gelernt, läuft halt davor weg. Das gibt es heute sicher häufiger als früher.
Guck auf Dich selber, da siehst Du es (zuhause wohnen bleiben, weil Angst, woanders krank zu werden).

Ich denke, wenn es aussen unsicher ist, suchen die Leute mehr halt bei Familie/Freunden/Beziehungen. Oder nicht?
Familie und Freudne vielleicht - beziehungen eher nicht, denn sonst häätten wir nicht so viele langjährige Singles.
 
  • #14
Wer keine Probleme lösen kann, weil nie gelernt, läuft halt davor weg. Das gibt es heute sicher häufiger als früher.
Guck auf Dich selber, da siehst Du es (zuhause wohnen bleiben, weil Angst, woanders krank zu werden).


Familie und Freudne vielleicht - beziehungen eher nicht, denn sonst häätten wir nicht so viele langjährige Singles.
Danke für deinen Beitrag. Ich arbeite an mir. Ich bin gerade wieder in Therapie gegangen und schaue diese Angst an. Mein Arzt meint, das ist eine absolute Kleinigkeit verglichen zu dem davor. Übrigens, nur fürs Forum: Ich musste bei der Krankheit viel mehr einstecken als manche Leute meinen. Auch Frusttolerant ist deutlich gestiegen. Zum Beispiel war ich vor der Krankheit 57kg, nach 1 Jahr war ich 82kg durch die Medikamente. Hatte ständig Hunger. Das Gewicht habe ich wieder runtergebracht auf 60kg. Ich weiss also sehr wohl, wie frustrierend etwas sein kann.

Ja, das stimmt auch. Halt wird bei Freunden/Familie mehr gesucht als in Beziehungen.
 

Laleila

Cilia
  • #15
Das war auch früher kein Alter, in dem viele dauerhaft gebunden waren...
Echt? Machtest Du in Deinem Umfeld die Erfahrung?
Bei mir war es definitiv anders. Als ich mit 25 heiratete, war ich damit fast die letzte, im gleichaltrigen Bekanntenkreis.
Sehr viele hatten da schon das 1. oder 2. Kind.
Ja, sie ist anders. Wie jede Generation irgendwie anders als jene vorher.
Schau ich mir die Teenager von heute an, sind sie, für mich persönlich erschreckend, abgeklärt, ich sehe viel mehr Einzelgänger.
Große "Cliquen" wie wir das noch nannten, sind seltener und weniger verbindlich.
Ob das kaputt ist..., Anders halt.
Mir tun die Jugendlichen in der Pubertät leid, welche durch die Auswirkungen und Notwendigkeiten der Pandemie, auf so viele altersgerechte Erfahrungen verzichten müssten und müssen und es wird interessant zu beobachten, was dies langfristig mit ihnen und ihren sozialen Bindungsmustern macht. Mit 14, 15, 16 waren wir 2 - 3 Mal die Woche in der Disco, quasi täglich mit Freunden unterwegs. Eine Party jagte die nächste. Es gab die ersten ernsthaften Liebesbeziehungen. die ersten Küsse, die ersten Eifersuchtserfahrungen.. alles was einen halt auf das spätere Leben vorbereitet und was den Teenies zur Zeit unwiderruflich genommen wird, in dieser wichtigen Prägungsphase zumindest. Schauen wir mal, wohin dies führt.
 
  • #16
Ich denke nicht das unsere Generation ( 90er) kaputt ist.
Ich kenne auch keinen, der seine Beziehung einfach so leichtfertig aufgegeben hat ( vor allem wenn man schon zusammen wohnt oder sogar Kinder zusammen hat ).
Die Möglichkeiten zur Trennung sind heute halt eher da, deshalb ziehen es mehr Leute durch ...
Kann natürlich auch sein, dass der 90er Generation andere Werte wichtig sind, früher wars ja eher Ernährer +Versorger ...
 
  • #17
Das war auch früher kein Alter, in dem viele dauerhaft gebunden wa
ren...
Bei mir haben sich viele so zwischen 25-30 Jahren gebunden. Diejenigen, die ab 30+ noch Single sind, vor allem Männer, sind sehr oft nur auf unverbindlichen Sex aus. Das sind so meine Erfahrungen und die meiner Kolleginnen.

Mein Cousin hat sich mit 37 Jahren gebunden. Also er ist jetzt 38, hat ein Baby mit der Frau. Sie war auch 36 oder 37 Jahre alt. Das sehen beide aber als spät an.

Mein anderer Cousin hatte immer Freundinnen. Er ist jetzt 34, seit 3 Jahren wieder zusammen und hat jetzt ein Haus mit der Freundin. Sie war 27 als sie mit ihm zusammenkam.
 
  • #18
Echt? Machtest Du in Deinem Umfeld die Erfahrung?
Bei mir war es definitiv anders. Als ich mit 25 heiratete, war ich damit fast die letzte, im gleichaltrigen Bekanntenkreis.
Bei mir war mit 25 praktisch niemand verheiratet.
Sehr viele hatten da schon das 1. oder 2. Kind.
Kinder erst recht nicht.
Mir tun die Jugendlichen in der Pubertät leid, welche durch die Auswirkungen und Notwendigkeiten der Pandemie, auf so viele altersgerechte Erfahrungen verzichten müssten und müssen und es wird interessant zu beobachten, was dies langfristig mit ihnen und ihren sozialen Bindungsmustern macht.
Das ist aus meiner Sicht ein nicht zu unterschätzender Aspekt, der völlig nachvollziehbar dazu führt, dass sich andere Strukturen herausbilden.
Mit 14, 15, 16 waren wir 2 - 3 Mal die Woche in der Disco, quasi täglich mit Freunden unterwegs. Eine Party jagte die nächste.
Diese Kultur ist mittlerweile komplett verloren. Das lässt sich auch nicht nachholen und wird an Folgegenerationen auch wieder anders weitergegeben.
 
  • #19
Echt? Machtest Du in Deinem Umfeld die Erfahrung?
Bei mir war es definitiv anders. Als ich mit 25 heiratete, war ich damit fast die letzte, im gleichaltrigen Bekanntenkreis.
Sehr viele hatten da schon das 1. oder 2. Kind.

Ja, sie ist anders. Wie jede Generation irgendwie anders als jene vorher.
Schau ich mir die Teenager von heute an, sind sie, für mich persönlich erschreckend, abgeklärt, ich sehe viel mehr Einzelgänger.
Große "Cliquen" wie wir das noch nannten, sind seltener und weniger verbindlich.
Ob das kaputt ist..., Anders halt.
Mir tun die Jugendlichen in der Pubertät leid, welche durch die Auswirkungen und Notwendigkeiten der Pandemie, auf so viele altersgerechte Erfahrungen verzichten müssten und müssen und es wird interessant zu beobachten, was dies langfristig mit ihnen und ihren sozialen Bindungsmustern macht. Mit 14, 15, 16 waren wir 2 - 3 Mal die Woche in der Disco, quasi täglich mit Freunden unterwegs. Eine Party jagte die nächste. Es gab die ersten ernsthaften Liebesbeziehungen. die ersten Küsse, die ersten Eifersuchtserfahrungen.. alles was einen halt auf das spätere Leben vorbereitet und was den Teenies zur Zeit unwiderruflich genommen wird, in dieser wichtigen Prägungsphase zumindest. Schauen wir mal, wohin dies führt.
Ich glaube, das kommt damals wie heute ganz auf das Umfeld an. In meinem Umfeld hat niemand geheiratet und spät Kinder bekommen, in meiner Abiklasse war ich die erste, da war ich 26.
 
  • #20
Sind wir doch mal ehrlich, wie viele glückliche ausgewogene Beziehungen kennt ihr? Bei mir sind es sehr wenige. Das war so und wird vermutlich auch immer so bleiben. Den Partner zu finden, mit dem man dauerhaft liebevoll und Glücklich lebt, dass ist immer schon selten.
Das stimmt absolut nicht. Du musst nur mal jenseits des Gartenzauns Deiner eigenen kleinen Welt gucken. Wenn ich inn einem Umfeld lebe, in dem es sehr viel soziale Inkompetenzen gibt, dann gibt es da auch viele schlechte Beziehungen.
Wenn ich in einem Umfeld mit hohen sozialen Kompetenzen lebe, dann sehe ich genau das Gegenteil: sehr viele langjährige glückliche Beziehungen und wen wundert's, das gleiche bei der nachfolgenden Generation.
Die Fähigkeit zum guten Leben scheint hochgradig anstreckend zu sein.

Das war auch früher kein Alter, in dem viele dauerhaft gebunden waren...
Doch mit Mitte 20 waren die meisten dauerhaft gebunden, egal ob Berufsausbildung oder Studium und der Partnermarkt wurde statisch - hat doch jeder in seinem Freundeskreis gesehen.
Mit Studium war man dann in der Regel noch nicht verheiratet, weil grad fertig geworden, auf Jobsuche oder im ersten Job.

Es gab immer schon die, die sich für nichts entscheiden konnten oder wegen Unattraktivität überschaubare Möglichkeiten hatten - war damals so und sind heute mehr, zumindest die, die sich nicht entscheiden können. Die FS ist dafür das beste Beispiel.

Und ganz ehrlich: ich sehe in meinem eher konservativen Umfeld, dass es heute strukturell exakt genauso ist wie vor 45 Jahren: die sind alle mit Mittte 20 fest vergeben (lernen sich an der Uni kennen), heiraten um die 30 und dann kommt direkt der Nachwuchs.
Ein paar (zunehmend mehr) jeder Alterskohorte sind vom Überangebot im Spielzeugladen des Lebens so überwältigt, dass sie sich für nichts entscheiden können und durch die überfüllten Regale irrlichtern, statt einfach mal was auszuprobieren wenn man es mit denken nicht hinkriegt zu einer Entscheidung zu kommen.

Auch unsicher wurde es. Durch die Pandemie noch mehr. Ich denke, wenn es aussen unsicher ist
Ich frage mich von welcher Unsicherheit Du da redest. Du lebst in einer absolut sicheren Wohlstandszone - grad in der neutralen Schweiz. Wenn Dir die Welt zu unsicher ist, verzichte aufs reisen und bleib da, denn da ist es sicher.
Die angebliche Unsicherheit der Welt ist bei Dir nur eine gefühlte.
Du bist unsicher und das liegt nicht an der Welt, sondern an Dir, weil Du mehr willst als Du kannst.

Übrigens, nur fürs Forum: Ich musste bei der Krankheit viel mehr einstecken als manche Leute meinen.
Vielleicht meinst Du das auch nur, weil Du garkeine Vorstellung davon hast/kein Interesse daran zu wissen was andere Leute einstecken mussten.
 
  • #21
Ich glaube, das kommt damals wie heute ganz auf das Umfeld an.
Da bin ich der gleichen Meinung.
In meinem Umfeld hat niemand geheiratet und spät Kinder bekommen, in meiner Abiklasse war ich die erste, da ...
Das ist der Punkt. Abi 😉
Ich machte ja eine Ausbildung, nach dem Abi.
Freunde aus der Schule und auch andere Akademiker folgten Plänen wie:
Studieren in verschiedenen Städten, Reisen und Jobben, viel von der Welt sehen...
Die, die Kinder bekamen, waren dann jenseits der 30. Geheiratet wurde unabhängig von Kindern, vorher, nachher oder gar nicht
Die Leute aus der Ausbildung, heirateten früh ( unter 30, oft sogar Anfang 20) und bekamen wenige Jahre später ihre Kinder.
Da waren sie ja auch schon berufstätig und Karriere für viele eh nicht greifbar..
Viele bauten auch noch.
Gleiche Generation, unterschiedliche Prägung.
Stadt oder Land spielt auch noch eine Rolle.

Die Städter waren öfters kürzer liiert und bauten ( kauften) nicht so häufig.

Ist das mittlerweile so anders?

Kenne genug junge Menschen, die heiraten..
 
  • #22
Ich bin gerade wieder in Therapie gegangen und schaue diese Angst an.

Was bedeutet denn das?

Mein Arzt meint, das ist eine absolute Kleinigkeit verglichen zu dem davor.

Was war denn davor?
Du machst es immer so spannend 🙄
Diagnose steht schon auf dem Zettel.

Ich musste bei der Krankheit viel mehr einstecken als manche Leute meinen.

Erkläre es mir.


Frust..., was?

Schau es doch bei mir an, was so manche Dummschwätzer an Müll bei mir schon abgeladen haben

Ein erfolgreicher Coach, der andere Forum Mitglieder beleidigt ist ein gutes Vorbild für Dich.
 
  • #23
Was bedeutet denn das?



Was war denn davor?
Du machst es immer so spannend 🙄
Diagnose steht schon auf dem Zettel.



Erkläre es mir.



Frust..., was?



Ein erfolgreicher Coach, der andere Forum Mitglieder beleidigt ist ein gutes Vorbild für Dich.
Ich würde darauf antworten wenn ich mir sicher wäre dass du nicht alles was ich sage ins Lächerliche ziehst und dich hier im Forum über mich nur lustig machst. Find ich traurig, auch wenn es nur online ist.
 
  • #25
@Kimi 48 Du bist doch ein Mann. Ich würde dir so einiges online verraten, lasse es aber lieber sein, da ich den Sarkasmus hier nicht angebracht finde. Es kommt bei mir so rüber als ob du dich ständig nur lustig machst. Für dich bin ich das blonde Mädel dass sich die Haare vor dem Spiegel kämmt und sich dort betrachtet. Von mir aus kannst du gerne dieses Bild behalten.

PS: Sarkasmus mochte ich komischerweise noch (nie). Die Leute die sich als sarkastisch bzw. mit schwarzem Humor bezeichnen, waren in meinem Leben immer dicke, kleine Männer die gross das Maul aufreissen. Und sich lustig machen aus Unsicherheit heraus.
 
  • #26
Mit 14, 15, 16 waren wir 2 - 3 Mal die Woche in der Disco, quasi täglich mit Freunden unterwegs. Eine Party jagte die nächste. Es gab die ersten ernsthaften Liebesbeziehungen. die ersten Küsse, die ersten Eifersuchtserfahrungen.. alles was einen halt auf das spätere Leben vorbereitet und was den Teenies zur Zeit unwiderruflich genommen wird, in dieser wichtigen Prägungsphase zumindest. Schauen wir mal, wohin dies führt.

Diese Kultur ist mittlerweile komplett verloren. Das lässt sich auch nicht nachholen und wird an Folgegenerationen auch wieder anders weitergegeben.

Ich hatte das vor 40 Jahren nicht und habe es auch nicht vermisst. Obwohl, vielleicht doch, weil ich gern dazu gehört hätte, aber ich wusste, das ist nichts für mich ...

Aber auf jeden Fall fehlt vielen Teenys heute ihr "Rudel", mit dem sie unterwegs sein können.
 
  • #27
Doch mit Mitte 20 waren die meisten dauerhaft gebunden, egal ob Berufsausbildung oder Studium und der Partnermarkt wurde statisch - hat doch jeder in seinem Freundeskreis gesehen.
In meinem Umfeld nicht so stark. Selbst die ohne Studium waren teilweise älter, die mit Studium sowieso.
Ich hatte das vor 40 Jahren nicht und habe es auch nicht vermisst.
Ist ja in Ordnung. Aber eben keine zu verallgemeinernde Sicht.
 
  • #29
Wie das Forum sicher weiss, hab ich in den letzten Tagen ENORM viel geschrieben. Diese Woche und auch die gesamte nächste Woche habe ich leider keine Zeit zu schreiben. Ich werde auch keine Zeit zum Lesen haben. Also mal Ruhe für einige von euch ;)

Ich würde mich aber freuen, wenn ihr hier Thread wie Regretting Motherhood, die Swingerthemen, die Untreue Themen, meine eigenen Themen etc. auch interessant fändet. Es entstehen ja wie immer auch viele Nebendiskussionen. Falls dem nicht so ist, so bitte ich diejenigen, die es nur unnötige Scheisse finde, es doch bitte einfach zu ignorieren. Hier ist alles nur virtuell, trotzdem nehme ich es mir zu Herzen, wenn jemand hier so auf mir rumhackt. Ja, ich bin ein Sensibelchen!
 

Laleila

Cilia
  • #30
Ich hatte das vor 40 Jahren nicht und habe es auch nicht vermisst. Obwohl, vielleicht doch, weil ich gern dazu gehört hätte, aber ich wusste, das ist nichts für mich ...
Ich meinte das auch nicht generalisierend, es gibt sicher auch heute Ausnahmen, Jugendliche diese Erlebnisde gar nicht vermissen. Die Mehrheit jedoch schon, glaube ich zumindest.
Mein Mann (56) brauchte das auch alles nicht. Mit 16 machte er, mit einem gleichaltrigen Freund, eine 6 wöchige Radtour durch Norwegen. Der Anfang von vielen solchen Touren, welche sich teilweise über 2 -3 Monate erstreckten und später, auch allein, meist durch menschenleere Gegenden führten.
Das hörte erst auf als wir uns kennenlernten.
Disco, Party u.Ä. bräuchte er gar nicht. War er nicht in der Ferne, werkelte er im Hobbykeller, drehte "abgedrehte" Super8 Filme oder hielt DiaVorträge über die Länder, welche er bereiste.
Das war seine "wilde" Zeit.
Aber auf jeden Fall fehlt vielen Teenys heute ihr "Rudel", mit dem sie unterwegs sein können.
 
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