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  • #1

Hausbau nach knapp 2 Jahren Beziehung?

Hallo zusammen,

ich (w,28) bin mit meinem Freund (27) knapp 2 Jahre zusammen. Er schaut schon länger nach Wohneigentum.

Im Verlauf kam der Plan auf, dass wir zusammen eine ETW zu kaufen. Entweder in der Stadt, wo wir jetzt wohnen (meine Stadt) oder in seiner Heimatstadt (die ist nur 1h entfernt, kein größeres Problem für mich). Das stellt sich leider als sehr schwer heraus (muss Neubau und EG wegen Katzen sein plus ruhige Lage --> quasi unmöglich zu finden). Eine ETW wäre ja im Fall einer Trennung einfacher als Kapitalanlage zu behalten oder zu verkaufen als ein Haus. Aber eine ETW bedeutet ein nur ein begrenztes Wohnen, da es irgendwann zu klein wird (Familie). Daher darf sie auch nur einen gewissen Betrag kosten, der nach 5-7 Jahren abbezahlt ist. Und je länger wir schauen, desto älter werden wir und müssen dann ja doch irgendwann wieder raus.

Jetzt hat er die Möglichkeit, über Kontakte ein Grundstück in einem nicht unbegehrten Neubaugebiet in seiner Heimatstadt zu erlangen. Ein Haus wäre nur unwesentlich teurer als eine große Stadtwohnung (Stadt 3000Euro/m2 und Haus 1500Euro/m2). Wir verdienen beide für unser Alter gut bis sehr gut und könnten den Betrag nach Abzug unseres Eigenkapitals (1/3 des Budgets) im Idealfall in 10 Jahren und im schlimmsten Fall in 20 Jahren komplett abbezahlen. Die Jobs, in denen wir arbeiten, sind zukunftssicher (Ärztin und Unternehmensberatung).

Der Zeitpunkt, das jetzt zu machen, würde vom Job her für mich sehr gut passen. Die Stadt, aus der er kommt, mag ich total gerne, wir sind oft am WE dort.

Trotzdem habe ich ein großes Ziehen im Bauch, da wir erst so kurz zusammen sind und ich mir nicht sicher bin, ob wir unser ganzes Leben zusammen bleiben. Wer kann das auch schon sein? Ich bin aktuell glücklich mit ihm, doch wir hatten beide vorher eine lange Beziehung, die jeweils gescheitet ist und von daher wissen wir, dass nichts in den Stein gemeißelt ist.

Er würde die ganze Aktion machen wollen. Die Entscheidung hängt an mir.
Ich würde dann im Falle der Trennung von ihm verlangen, dass er das Haus und den Kredit übernimmt, da es ja in "seiner" Stadt ist und mich ausbezahlt. Da ich aber fast genauso viel verdiene wie er, wäre eine Trennung eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung für ihn.
Wenn wir es machen, werden wir wahrscheinlich in den sauren Apfel beißen müssen und den Kredit nicht 10, sondern 20 Jahre festschreiben zu lassen?

Ich würde mich über Erfahrungen und Tipps von Menschen mit mehr Lebenserfahrung freuen. Aktuell bin ich mit der Entscheidung überfordert, da mir keiner so wirklich helfen kann. Danke!
 
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  • #2
Ich habe alleine ohne Partnerin gebaut (Speckgürtel von Frankfurt) auf 180qm und sie bezahlt jetzt 400Euro Miete.

ganz einfach.. im Falle einer Trennung, ist dann alles klar.
 
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  • #3
Ich (m51) kann leider nur zur Vorsicht raten, da ich vor fast zwanzig Jahren auch ein Haus gekauft
und mein ganzes Erspartes in Höhe von 60 K€ in die Finanzierung der Immobilie gesteckt habe,
den Rest habe ich über eine Hypothek finanziert. Meine Lebensgefährtin, mit der ich ein gemeinsames Kind habe, war damals auch sehr begeistert und hatte mir die Hälfte der monatlichen
Belastungen zugesteuert. Das lief auch alles sehr gut, bis ich nach ca. 1 1/2 Jahren herausfand,
dass sie mich betrog. Die Beziehung ging auseinander und alleine konnte ich das Haus nicht halten.
Da ich alles alleine finanziert hatte, blieb natürlich auch alles an mir hängen.
Sie hat mir dann noch vorgeschlagen mit ihrem neuen Lover dort einzuziehen und mir Miete zu zahlen. (Was in mir in dem Moment vorging möge jeder selbst für sich nachvollziehen. Mittlerweile
verstehe ich, dass es Menschen gibt die Amok laufen)
Quintessence war, dass ich dass Haus verkauft habe, jedoch Vorfälligkeitszinsen an die Hypothekenbank zur Ablösung des Darlehens bezahlen musste, neben Grunderwerbssteuern (5%)
Notar- und Grundbuchkosten habe ich dem neuen Besitzer auch noch einen gefliesten Fußboden
und eine neue schicke Einbauküche überlassen. Das Geld war bis auf 7 K€ weg.
D.h. 53 K€ zum Fenster rausgeschmissen.

Mein Tip ist, beide ins Grundbuch eintragen lassen, mit selben Rechten und selben Pflichten,
damit, falls es schiefgeht, beide Parteien gleichermaßen an den Kosten beteiligt sind.
Wenn geheiratet wird unbedingt einen Ehevertrag machen.

Das mag zwar alles sehr unromantisch klingen, jedoch wurde ich mit meinen Erfahrungen im Leben
schon schwer gebranntmarkt .
 
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  • #4
Ich würde es nicht machen, nicht nach so kurzer Beziehung, nicht ohne Heirat und ehrlich gesagt auch nicht mit Heirat und Kindern, kein gemeinsamer Kauf.
Finanziell hättest du gar nichts gewonnen bei den heutigen Immobilienpreisen, wenn ihr wirklich die Immobilie abbezahlen wollt. Heute ist kaufen für einen Wiederverkauf doch finanziell wesentlich interessanter. Kauft euch lieber beide eine Eigentumswohnung zum Wiederverkauf. Die eine bewohnt ihr und der andere zahlt Miete, die er aus der Vermietung seiner Immobilie ohnehin einnimmt. Im Falle einer Trennung hat jeder von euch seine Immobilie, also das Risiko ist gering.
Ein Haus selbst zu bauen ist wirklich der Alptraum für jede Beziehung. Ich kenne drei Ehepaare mit Kindern, die Häuser gebaut haben. Die Probleme begannen schon während des Baus, weil keine Zeit mehr für die Beziehung da war. Mittlerweile sind sie alle getrennt und streiten heftig um die Aufteilung/Auszahlung.
Warum willst du eine junge Beziehung damit belasten?
Für eine Frau ist es super, finanziell unabhängig zu sein und zu bleiben. Du verdienst gut und hast einen sicheren Job. Dann lege dein Geld selbst an und kaufe dir was Eigenes. Auch beim Heiraten würde ich dir empfehlen, bestehe auf Gütertrennung.
Liebe gedeiht besser ohne finanzielle Abhängigkeiten.
 
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  • #5
Nach zwei Jahren Beziehung würde ich das mit Sicherheit nicht machen. Ich weiß auch garnicht welchen Grund ihr habt euch Wohneigentum anzuschaffen. Was versprecht ihr euch davon, was ihr jetzt mit einer Wohnung nicht haben könnt? Also wenn dann soll sie einer von euch kaufen (in dem Falle er, weil er sie möchte) und der andere zahlt derweil Miete. Da besteht von der Wohn- und Finanzsituation erstmal kein Unterschied (außer höchstens bei der Kreditvergabe, was ich nicht einschätzen kann), aber wenn es auseinander geht, gibts keine Probleme. Und wenn du ein ungutes Gefühl hast, lass es.
 
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  • #6
Ich in meiner Person würde das nicht mehr mitmachen wollen, da es eine Verpflichtung über einen gewissen Zeitraum hinausgeht und ich mich niemals auf eine solche Art und Weise binden möchte. Die meisten Beziehungen enden heutzutage zwischen 3 -5 Jahren, danach gibt es nur Probleme ohne Ende. Die innere und äußere Freiheit zu leben ist für mich das Allerhöchste im Gegensatz zu Eigentum verpflichtet. Reisen, Unabhängigkeit, Freiheit, Liebe und einiges mehr kann man mit Geld nicht bezahlen, das weiß man erst, wenn man das Geld dazu hat, es kaufen möchte aber nicht kaufen kann. Ich hatte auch mal so ein Projekt laufen mit einer Frau, unsere Beziehung ging nach vier Jahren zu Ende, es gab Probleme ohne Ende! (m)
 
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  • #7
Liebe FS,
lass' es. Ihr seid nicht lange genug zusammen, um zu sehen, ob es auf Dauer klappt und Euch eine gemeinsame Immobilie ans Bein zu binden. Lebt Ihr jetzt schon zusammen und wenn ja, seit wann? Eine gemeinsame Immobilie würde ich nach so kurzer Zeit niemals kaufen. Die Übernahme des Hauses durch ihn bei Trennung ist nicht so einfach, wie Du Dir das vorstellst. Das muss die Bank mitmachen. D.h. die Bank muss glauben, dass er den Kredit allein bezahlen kann, nicht Ihr müsst das planen. Wenn die Bank anderer Meinung ist als Ihr, dann lässt sie Dich als Schuldner nicht aus den Kreditvertraegen raus. Da könnt Ihr Euch einig sein, wie ihr wollt, die Bank hat ungeahntes Mitspracherecht.

Vor allen Dingen würde ich keine Immobilie kaufen, die eine Stunde einfache Fahrt von meinem Arbeitsplatz entfernt ist, in Eurem Fall ja von beiden Arbeitsplätzen. Als junge Aerztin mit aktuellen Ausbildungsstand solltest Du eine psychosomatische Grundausbildung haben und etwas über die gesundheitliche Belastung von Berufspendlern wissen - wenn nicht, einfach googlen. In Euren Berufen könnt Ihr ja noch nicht mal die Fahrzeiten koordinieren, dass die Fahrkosten nur einmal entstehen. Hierbei darfst Du in Eurem Rechenmodell die nicht erheblichen Fahrkosten vergessen, zum zeitlichen Aufwand. Und rechne Dir das nicht schön, denn eine Gesetzesänderung und von jetzt auf gleich ist der Steuervorteil vom Gesetzgeber gestrichen.

Darüber hinaus solltest Du Dir ansehen, wo das nich unbegehrte Neubaugebiet nun tatsächlich in Relation zu Euren Arbeitsplaetzen liegt und die Strecke mal zu den Zeiten abfahren, wenn Du tatsächlich an Deinen Arbeitsplatz pendelst. Mit einem Mal stellst Du fest, dass es nicht 2 Stunden am Tag sind, die Du Fahrweg zur Arbeit hast, sondern 3 und bei schlechter Wetter- und Verkehrslage auch mehr. Richtig spannend wird es, wenn Kinder ins Spiel kommen, Du die Fahrerei mit Teilzeitjob hast und das arbeiten auf den ersten Blick nicht lohnt, wegen Zeit und Fahrkosten, sowie dem Kind so eine lange Fremdbetreuung nicht zuzumuten ist. Und schon hängst Du in der Hausfrauenfalle.

Auch die 1500€ pro qm fürs Haus sind schöngerechnet. Das ist Deiner Unerfahrenheit geschuldet. Wer schon mal ein Haus gebaut hat (ich), weiß, dass das so nicht stimmt. Du suchst Dir doch teurere Fließen aus und dann doch Fussbodenheizung und das teurere Parkett, die effizientere Heizung, die bessere Waermedaemmung, oh, die Gartenanlage kommt auch noch dazu, Carport oder Garage.... Und dann kostet das Haus in der Pampa kaum weniger, als die ETW in der Stadt, ist aber niemals an jemand anderen für diesen Preis verkaufbar, waehrend die Stadtwohnung Dir aus der Hand gerissen wird. Das erleben zur Zeit alle meine Kollegen, die ihr Haus im Grünen gern aufgeben und in die Stadt ziehen würden. Ihnen werden absurd niedrige Preise geboten.
w, 50+
 
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  • #8
Wenn ihr euch trennen solltet kann er seine Kredit-Raten immer noch an seine finanzielle Situation anpassen lassen. Haben einige in meinem Freundeskreis so gemacht.
 
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  • #9
Welche wirtschaftliche Betrachtung auch immer ihr habt bzw. auf die ihr euch heute einigt.

Diese solltet ihr bei einem Notar fest halten BEVOR ihr das Projekt durch an geht.

Aus Erfahrung kann ich dir sagen, das Banken kein Problem damit haben den Vertrag nur mit einer Person zu machen. Es muss also keine zweite Person darauf ein lassen den Vertrag mit zu unterschreiben und im Falle des Falles MIT ZU HAFTEN.

Auch ist so ein Notarvetrag viel billiger wenn man diesen schließt BEVOR solche summen bewegt werden. Die Kosten des Notarvertrags sind maßgeblich abhängig von dem aktuell angehäuften Wert um den es in dem Vertrag geht.

Ob eine Liebe bis zum bitteren Ende gehalten hat kann man nur fest stellen wenn irgend wann einmal einen von beiden das zeitliche gesegnet hat.

Die Liebe braucht es das man ihr ein Chance gibt.

Viele Frauen klagen das diese und jene Männer keine Nägel mit Köpfen machen wollen. Für mich klingt es so als ob dein Partner doch recht zuversichtlich mit dir ist.

Viel Glück
m45+
 
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  • #10
Oh, sei mal nicht so sicher. Ich kenne etliche Ärzte, die entlassen wurden oder ihre Praxis schließen durften, weil was nicht passte. Ein Neuanfang ist für Ärzte dann kaum mehr drin, weil sich dein schlechter Ruf schnell rumspricht.

Es gibt auch schlichtweg weder ein Haus, noch eine Eigentumswohnung, die nach 5-7 Jahre in Raten abbezahlt wäre. Das ist eine Investition, die deine Enkelkinder noch bezahlen werden.
 
  • #11
Die meisten Ehepaare, die Häuser bauten, waren länger zusammen. Eine Garantie gibt es auch in 10 Jahren nicht.

Ich würde mir keine Sorgen darüber machen, dass ihr erst zwei Jahre zusammen seid, sondern dass du Bauchschmerzen hast. Solltest du nicht - zumindest jetzt noch - total optimistisch und voller Vorfreude in die Zukunft schauen? Also: Woher kommen diese Bauchschmerzen wirklich?
 
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  • #12
Wir verdienen beide für unser Alter gut bis sehr gut und könnten den Betrag nach Abzug unseres Eigenkapitals (1/3 des Budgets) im Idealfall in 10 Jahren und im schlimmsten Fall in 20 Jahren komplett abbezahlen. Die Jobs, in denen wir arbeiten, sind zukunftssicher (Ärztin und Unternehmensberatung).

Ich würde dann im Falle der Trennung von ihm verlangen, dass er das Haus und den Kredit übernimmt, da es ja in "seiner" Stadt ist und mich ausbezahlt. Da ich aber fast genauso viel verdiene wie er, wäre eine Trennung eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung für ihn.
Wenn wir es machen, werden wir wahrscheinlich in den sauren Apfel beißen müssen und den Kredit nicht 10, sondern 20 Jahre festschreiben zu lassen?

Die Idee, bei gutem Einkommen, den Kredit so schnell wie möglich abzuzahlen ist gut, aber in eurer Konstellation (vielleicht muss es einer alleine stemmen) ist es nicht sinnvoll, die fest vereinbarte Rate dafür hochzudrehen.

Lieber nur 1% Tilgung mit Laufzeit >30 Jahre und baut statt der höheren fixen Tilgung Sondertilgungsmöglichkeiten ein!

Dann habt ihr eine niedrige "muss-Rate" und könnt trotzdem schneller fertig sein, wenn ihr zusammen bleibt und die Sondertilgung nutzt.

Da Sondertilgiungsmöglichkeiten Geld (höhere Zinsen) kosten, splittet den Kredit in mehrere Annuitätenkredite.

- einen (billigen) ohne Sondertilgung für den Teil wo es unrealistisch ist, dass ihr soviel tilgen könntet

- einen KfW 153 in endfälliger Variante (energieeffizient bauen). Diese 50.000,- kann man unbegrenzt sondertilgen!

- einen mit weiterer Sondertingungsmöglichkeit, für den Fall, dass ihr prognostiziert, dass der KfW 153 nicht als Sondertilgungspuffer reicht, weil ihr mehr zusätzlich abzahlen machen könntet.


Wenn ihr zusammen bleibt seid ihr über die Sondertilgung schnell durch. Wenn ihr euch trennt, braucht der verbliebende Part zwar dann sehr lange, aber hat (Grund)Raten, die man auch alleine schultern kann.

m44
 
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  • #13
Schneller kann man garnicht in eine Falle rennen. Ich schildere Dir einen realen Sachverhalt:
Gleiche Berufskonstellation, gemeinsam Eigentum angeschaft, sie wird schwanger aber der
U-Berater wird plötzlich freigesetzt mit Abfindung. Sondertilgung möglich, gut und schön.
Er wird Hausmann, sie weiter Vollzeit - wohlgemerkt die nächsten 30 Jahre, er ist raus aus dem
Berufsspiel, umhegt Kind und Haus und sie? Darf am WE Kind und Garten genießen.
Bißchen wenig, wenn Frau das alles finanziert. Gerade Mediziner sind oft wenig rational, dafür U-Berater ganz besonders.
So ein geknebeltes Leben wünsch ich Dir nicht. Ich unterstelle Deinem Freund nicht, dass er seine beruflichen Qualitäten - Kosten/Nutzenrechnung und Langzeitplanung - hier anwendet aber nach
4 Monaten ein gemeinsames Haus planen erscheint mir als 1. Schritt und zwar zu Deinem Nachteil.
w
 
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  • #14
Wenn ihr es machen möchtet, hört sich #11 sehr fundiert an. Man sollte sich die Sache überlegen und mehrere Meinungen einholen, was man machen kann. Varianten mit Sondertilgungen sind auf jeden Fall zu empfehlen.

Andererseits frage ich mich, warum man unbedingt zu zweit ein Eigenheim anschaffen muss, wenn es nicht unbedingt notwendig ist? Du hast ja schon geschrieben, wenn ihr eine Familie werden möchtet, dann ist eine größere Wohnung notwendig. Das heißt, ihr braucht Flexibilität. Momentan habt ihr beide ein gutes Auskommen und ich denke, die Miete wird bei euch das kleinere Problem sein. An eurer Stelle würde ich mir ein Haus oder eine ETW überlegen, wenn ihr verheiratet seid und schon fest an Kinder denkt. Dann seid ihr auch gezwungen, eine Finanzierung durchzurechnen, wenn ihr beide nicht so gut verdient, weil anfangs einer zu Hause bleibt und danach vielleicht nur Teilzeit für eine gewisse Zeitspanne arbeitet.

Beide werdet ihr jetzt schon in der Lage sein, dass ihr euch monatlich was zurücklegen könnt, wenn ich deinen Text richtig interpretiere. Was spricht dagegen, das Geld anderweitig anzulegen und somit zur Verfügung zu haben? Ich habe mir in den 20ern auch mal überlegt, mit Wohnung anzufangen. Aber das Problem bei Wohnungsfinanzierungen ist, dass nichts passieren darf (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung etc.) und ich immer dort leben muss. Job woanders ist sehr umständlich zu realisieren. Daneben zahlt man bei Häusern/Wohnungen ständig dazu, weil was ersetzt/repariert werden muss. Man hat also keine Erträge außer der eingesparten Kaltmiete. Deshalb bin ich dazu übergegangen, mein Geld in Aktien und anderen Dingen zu investieren. Wenn man wie ich nicht spekuliert, kommt man irgendwann dahin, dass man monatlich immer ein paar Erträge hat, für die man nichts tun muss. Diese werden mit den Jahren immer größer. Netter Nebeneffekt ist, dass z.B. bei den Aktien der Wert durchschnittlich höher wird und man immer flexibel ist, wenn man tatsächlich Geld braucht. Bei Betongeld sieht man, was man hat. Aber es ist wie bei jedem anderen Gegenstand: Du musst dir das Haus auch leisten können und immer was in der Hinterhand haben, um Schäden reparieren zu können und Renovierungen vorzunehmen. Wenn das Haus nicht in den großen Städten steht, dann kann man von der Bevölkerungsentwicklung ausgehen, dass es eher nicht an Wert gewinnt. Aber wenn man sich z.B. München anschaut, dann sind die Preise inzwischen so absurd hoch, dass es doch eher eine gewagte Spekulation ist, wenn ich das gute Stück wieder loswerden möchte.
 
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  • #15
Mensch, junge Frau, wann willst du endlich anfangen zu leben?

Erst das lange Studium, jetzt Hausbau, dann vielleicht Kind/er, nebenbei noch Vollzeit als Ärztin, der Burnout ist vorprogrammiert, die Scheidung auch!

Warum Hausbau, warum Eigentum, macht es denn eine Mietwohnung nicht auch, dabei ist man flexibler und unabhängiger.

Befasse dich mal mit dem Thema Wohneigentum und die Prognosen dafür in den nächsten 30 Jahren. Fachleute raten davon ab und wirklich rechnen soll es sich auch nicht.

Ich bin froh, nur Mieter zu sein, ist entspannend, kein Stress, keine Befürchtung, was passiert, wenn man sich trennt, arbeitslos, krank wird, kein Druck im Nacken, keine Verhandlungen mit Firmen, Handwerker usw. = ein schönes entspanntes Leben.

w 45
 
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  • #16
Schneller kann man garnicht in eine Falle rennen. Ich schildere Dir einen realen Sachverhalt:
Gleiche Berufskonstellation, gemeinsam Eigentum angeschaft, sie wird schwanger aber der
U-Berater wird plötzlich freigesetzt mit Abfindung. Sondertilgung möglich, gut und schön.
Er wird Hausmann, sie weiter Vollzeit - wohlgemerkt die nächsten 30 Jahre, er ist raus aus dem
Berufsspiel, umhegt Kind und Haus und sie? Darf am WE Kind und Garten genießen.
Bißchen wenig, wenn Frau das alles finanziert. Gerade Mediziner sind oft wenig rational, dafür U-Berater ganz besonders.
So ein geknebeltes Leben wünsch ich Dir nicht. Ich unterstelle Deinem Freund nicht, dass er seine beruflichen Qualitäten - Kosten/Nutzenrechnung und Langzeitplanung - hier anwendet aber nach
4 Monaten ein gemeinsames Haus planen erscheint mir als 1. Schritt und zwar zu Deinem Nachteil.
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Interessant.
Was würdest du sagen, wenn Frau plötzlich freigesetzt wird, dann schwanger und der U-Berater muss die nächsten Jahre alles allein finanzieren? Sieht am WE nur sein Kind und Garten?
Das ist dann natürlich alles ganz normal, richtig?
Nun ja, ich als Mann weiß jetzt sehr genau, warum ich allein mein Haus finanziere. (fällt mir auch nicht schwer).
Wenn ein Frau mal mit einziehen möchte, nur zu.
Falls nicht, ist es aber auch kein Problem.
Mit deinem Statement hast du es ganz klar auf den Punkt gebracht, was dein Interesse ist.
 
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  • #17
Wenn Du als Ärztin so etwas planst, dann besser auf Jahrzehnte gesehen mit einem Handwerker. Der ist auch im Ausland gefragt, findet immer Arbeit. Unternehmensberater (Betriebswirt) - da kannst Du Dich direkt als Alleinverdiener einplanen. Modeberuf, der sich langsam überlebt hat.
w
 
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  • #18
Er würde die ganze Aktion machen wollen. Die Entscheidung hängt an mir.
Ich würde dann im Falle der Trennung von ihm verlangen, dass er das Haus und den Kredit übernimmt, da es ja in "seiner" Stadt ist und mich ausbezahlt. Da ich aber fast genauso viel verdiene wie er, wäre eine Trennung eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung für ihn.
Wenn wir es machen, werden wir wahrscheinlich in den sauren Apfel beißen müssen und den Kredit nicht 10, sondern 20 Jahre festschreiben zu lassen?

Ich würde mich über Erfahrungen und Tipps von Menschen mit mehr Lebenserfahrung freuen. Aktuell bin ich mit der Entscheidung überfordert, da mir keiner so wirklich helfen kann. Danke!

Auf den ersten Blick klingt der Plan nach zwei Jahren früh. Warum wollt ihr euch damit schon so fest binden? Die Zinsen mögen verlockend sein, aber die Preise sind entsprechend hoch.

Ich würde die Finanzierung so gestalten, dass er sie ohne Weiteres alleine schultern kann, also 20 Jahre und Sondertilgungen, die ihr zahlen könnt, wenn ihr wollt. Im Trennungsfall hätte er so eine Chance, einen weiteren Kredit aufzunehmen (der ihn dann vermutlich allerdings eher an die Grenze bringt), um Dich auszubezahlen.

m
 
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