• #61
Für ihn ist es keine Lüge, sondern ein „vorenthalten einer Information, die zu Stress führen könnte, aber unrelevant für unsere Beziehung ist“...
So war das heimliche Kind auch unrelevant in seiner vorherigen Ehe und wurde verschwiegen.

Kann ich irgendwie nachvollziehen.
Für Eure Beziehung ist die Tatsache als solche tatsächlich irrelevant, das Verschweigen in seiner Ehe erst recht. Beides hat keine direkten Auswirkungen.

Es gibt hier aber auch eine Fraktion, die meint, es gebe in Beziehungen keine Privatsphäre. Ich bin eher der Meinung, dass für die Beziehung relevante Aspekte bekannt sein sollten. Dir ist der Aspekt so oder so bekannt. Was soll er aus Deiner Reaktion folgern?
Ihm ist wohl vollkommen klar: seine Handlung wird moralisch unterschiedlich bewertet. Wie ja auch hier im Forum. Manche Frauen würden das Geheimnis nicht mal für sich behalten.

Nur zur Klarstellung: ich trenne hier zwei Aspekte. Ich würde auch nicht so handeln wie er. Aus meiner Sicht ist es verwerflich, einem Mann ein Kind unterzuschieben. Aber hier fragt ja nicht die Mutter, ob sie es verschweigen soll. Ich kann damit leben, dass andere Menschen andere Moralvorstellungen haben. Und auch in der moralischen Beurteilung jetzt schaue ich auf die Folgen einer Offenbarung jetzt. Die würde ich für falsch halten, erst Recht, wenn sie durch einen Fremden geschieht.

Die Situation ist übrigens nicht so selten. Mein Onkel hatte ein Kind in so einer Konstellation, wenn auch nicht geplant. Mein Cousin hatte eher Probleme damit, als das dann nach dem Tod der Mutter zufällig rauskam und er auch keine Gelegenheit mehr hatte, meinen Onkel kennenzulernen.

Samenspende ist ein ähnliches Thema. Ich hätte nur künstlich Kinder bekommen können. Ich hätte das einem Kind weder mit fünf noch mit 16 mitgeteilt. Für mich wäre es mein Kind gewesen Oder ich hätte es gleich ganz gelassen.

Was für Eure Beziehung natürlich relevant ist: Du hast durch sein Handeln das Gefühl, dass er generell nicht vertrauenswürdig ist. Für Eure Beziehung ist das schwerwiegend. Ich habe ja schon oben geschrieben: Trennung, wenn relevant und für Dich ein Problem.

Sobald es unbequem wird, geht er dem Konflikt aus dem Weg und mogelt sich durch.
Und so entstehen dann auch Lügen und Schwindeleien in anderen Kontexten. wie z.B. heimlich mit der Exfrau treffen oder andere Dinge.

Das ist aber ein anderes Thema. Um das zu beurteilen, fehlen mir Details. Du kannst das aber natürlich in Deine Gesamtbewertung einbeziehen. Ich würde das aber nicht von der einen auf die andere Situation übertragen. Sein Lächeln kann auch eine peinlich berührt überspielende Reaktion gewesen sein.
 
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  • #63
Einige dieser Menschen haben sicher darunter gelitten und psychologische Probleme bekommen aber der übergroße Teil dieser Menschen ist normal aufgewachsen.
Woher weiss du das? Warst du dabei? KEIN Mensch wächst normal auf, wenn keine intakte Familie vorhanden ist. Nein, die Menschen werden wahrscheinlich nicht zu Mördern und sind in der Lage ihrem Tagesgeschäft nachzugehen, aber solche Situationen hinterlassen immer Spuren, nur lernt man, damit zu leben. Ich weiss, dass ich ein Sturm der Entrüstung von AEs ernten werde, aber keiner wird mir erzählen, dass die Psyche nicht darunter leidet, wenn auch vielleicht nicht in dem Masse.

Samenspende ist ein ähnliches Thema. Ich hätte nur künstlich Kinder bekommen können. Ich hätte das einem Kind weder mit fünf noch mit 16 mitgeteilt. Für mich wäre es mein Kind gewesen Oder ich hätte es gleich ganz gelassen.
Für dich wäre es dein Kind, aber für dein Kind wärest du NICHT der Vater. Hier kommen oft Diskussionen über Selbstbestimmung, Privatsphäre usw. Alles schön und gut. Warum nimmt man dann dieses Recht seinem angeblich ach so geliebten Kind?? Hat das Kind kein Recht zu entscheiden, was er mit dieser Information tun soll??
Wer in solcher Situation nicht gewesen ist, der kann nicht beurteilen, was es mit einem macht. Es gibt Untersuchungen diesbezüglich, dass Kuckuckskinder immer geahnt haben, dass irgendwas nicht stimmt. Weiss du, was es mit der Psyche macht, wenn man den eigenen Empfindungen nicht trauen kann, bzw. sie mit der Realität nicht übereinstimmen? Das Urvertrauen wird irreparabel beschädigt und ein Restmisstrauen begleitet einen ein Leben lang.
Meine Güte, Männer sind sogar wählerisch, welches Auto sie fahren und Frauen fühlen sich nicht in jeder Wohnung und hier haben sogar auf der genetischen Ebene einen Fremdling und da wird erwartet, dass man sich lieb hat bzw. das da alles gut funktioniert.
 
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  • #64
schlimmer: das Kind wurde gezeugt während er verheiratet war!
Ok, das würde mir persönlich dann wirklich reichen.
Ein Ehrenmann, ein Mann mit Standing und Rückgrat. Der weiss wenigsten was er will, hilft anderen, kein Zauderer.
Na wenn es doch völlig egal ist ob man seiner Ehefrau Treue verspricht, einem anderen ein Kuckuckskind unterjubelt in Absprache mit der Affäre- Hauptsache er ist jetzt lieb und nett zu mir.
Aber noch nicht mal das ist er, er hangelt sich weiter durchs Leben.
Nein danke, das wäre nichts für mich.
 
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  • #65
Ich kenne eine kleine Freundin meiner Tochter, die ihren Vater nie kennen lernte und ihn nun verzweifelt über Kontinente hinweg sucht. Es ist wirklich nicht schön, dies mitanzusehen. Gar nicht.

Ich kenne mehrere solcher Menschen. Und ich kenne solche, die erst per Vaterschaftstest erfuhren, wer ihr Vater ist. Und das wünsche ich niemandem.

Liebe FS.

Bedenke folgendes : wenn er dich anlügt, lügt er auch andere an. Und wenn du Pech hast, fällt das irgendwann auf dich zurück. So habe ich das leider bei meinem Ex Mann erleben müssen und das brachte mich am Ende beinahe in Teufels Küche.
Alles, womit wir uns umgeben, wirkt auf uns, in der ein oder anderen Weise.
Du hast dein eigenes Moral- und Werthesystem. Und innerhalb diesem agierst du (bestenfalls). Oftmals sind wir bei Menschen, die uns etwas bedeuten, nachsichtiger. Das ist auch gut. Aber wenn wir zu sehr nachgeben, weichen wir unser eigenes Wertesystem auf. Wenn du Pech hast, erlebst du dich orientierungslos und wirst selbst zu jemandem, der du nicht sein willst.

Zusammenleben funktioniert gut, wenn man ähnliche Werte und Moralvorstellungen vertritt. Klafft hier die Schere zu weit auseinander, reibt und schneidet man sich unweigerlich. Wie groß die Toleranz ist, ist noch einmal individuell, aber kein System erträgt zu große Differenzen.

Frag dich also : welche Werte vertrittst du und wie weit ist der Toleranzbereich?
Und entscheide dann, was für dich gesund und richtig ist und handle danach. Irgendwer wird dir vermutlich immer vorwerfen, du würdest verurteilen oder dich moralisch über jemand anderen erheben. Aber dem ist nicht so. Steh einfach nur ein für dich und deine Vorstellung vom Leben.
 
  • #66
Wenn Du selbst für Dich klar gemacht hast: diese Lebenslüge gilt wegen des Kindes nicht aufgedeckt....dann musst Du Dir bewusst machen, was so an Dir nagt.

Ich möchte gar keine Position hier einnehmen und bewerten: der kann weg oder bleiben.
Letztendlich ist es dein Vertrauen welches gestört ist und es baut sich entweder wieder auf oder reicht einfach nicht aus um weiter zu machen.

Fakt ist....er ist in seiner Ehe fremdgegangen und hat betrogen und gelogen.

Allerdings hätte er seiner Exfrau das mit dem Kind sagen können?
Schlecht, wenn er der Kindesmutter Verschwiegenheit versprochen hat.
Denn die Chance, dass damals die betrogene Ehefrau zum betrogen Ehemann geht und alles auffliegen lässt ist hoch.
Das hätte mehr Konsequenzen haben können, als nur Krach in seinem Leben.
Und einmal für eine solche Lüge entschieden, ist nur rückgängig zu machen mit Zerstörung des Lebens eines Kindes.

Nochmal es geht nicht darum ob ich die Lüge gutheiße, sondern um das für mich faktische.

Für mich persönlich wäre die Tatsache: er ist schon mal einer Frau fremdgegangen und hat auch schon gelogen, bevor die Schwangerschaft klar war...etwas was mein Vertrauen ankratzt...

Möchte ich das Vertrauen wiedergewinnen, möchte ich begreifen: Warum und hat er sich geändert = täte das heute nicht mehr.
Durch den Sohn, ist die Lüge seit 16 Jahren präsent...andere wären ggf verjährt.

Zum begreifen wollen Frauen "klären", viele Männer nennen es diskutieren und das ist etwas, dem Einige am liebsten aus dem Weg gehen.

Und wie ist er jetzt?
Dir hat er es erzählt....
Zu spät?
Mogelt er auch sonst rum?
Ist er seit 16 Jahren "Antilügner' oder zeigt sein Charakter sonst auch: lügen sind oft der einfachere Weg?
 
  • #67
Alles, womit wir uns umgeben, wirkt auf uns, in der ein oder anderen Weise
Dem stimme ich voll zu.
Zusammenleben funktioniert gut, wenn man ähnliche Werte und Moralvorstellungen vertritt. Klafft hier die Schere zu weit auseinander, reibt und schneidet man sich unweigerlich. Wie groß die Toleranz ist, ist noch einmal individuell, aber kein System erträgt zu große Differenzen.
Für mich bisher der beste Beitrag.
Eure Wertvorstellungen sind vollkommen unterschiedlich.
Du quälst dich in seine rein.
Extremes Beispiel: du bist mit einem Mafiaboss zusammen. Da gibt es eigene Regeln für das was gut und richtig ist, eigenen Ehrenkodex etc . Der Mafiaboss hat in seiner Welt alles richtig gemacht, sonst wäre er nicht der Boss. Du bist zwar nicht direkt beteiligt, weisst aber, das nicht alles so ganz rund läuft.
Über Werte braucht ihr nicht zu diskutieren, denn die sind zu unterschiedlich. Also entweder nimmst du das so an, und bleibst bei ihm,oder du gehst.
Was dazwischen gibt es in meinen Augen nicht.
 
  • #68
Ein Mensch hat ein RECHT, seine Herkunft zu kennen.
Richtig, das Recht hat der Junge.
Allerdings hat er auch das Recht, auf die Ausübung seines Rechtes zu verzichten. Sprich - so lange er nicht fragt, hat kein Aussenstehender das Recht, ihm in sein Leben zu pfuschen.
Es ist an der Mutter zu beurteilen, ob der junge Mann sehr an seinem Vater hängt, die beiden ein tolles Verhältnis haben, sich die beiden als Vater und Sohn "lieben und ehren". Denn die Mutter weiss sicher Bescheid. Oder vielleicht auch nicht.
Du hast ein kompliziertes Verhältnis zu deinem Vater. Es gibt aber Kinder, die sehr zufrieden mit ihren Eltern sind. Gar keine anderen wollen. Darf man deren Welt zerstören, weil ihre Mutter irgendwann mal mit einem anderen Mann geschlafen hat ?
Solche Rechte sind Optionen - du kannst ausüben oder eben nicht.
Wir sind uns wohl einig - der Sohn kann nichts dafür, dass er ein "Kuckuckskind" sein könnte. Vielleicht ist er ja gewollt und wird geliebt.
Willst du ihm seine Lebensgrundlage entziehen ?
 
  • #69
Verstehe auch nicht, was @Amytan hier so antriggert.
Ich sage dir gerne, was mich in diesem Thread (aber auch in anderen) «triggert«: wenn sich jemand, hier @Enomis, über Dinge aufregt, die 16 (!) Jahre zurückliegen und an denen sie selbst nicht beteiligt war. Und es triggert mich weiter, dass die FS meint, moralisch eingreifen zu müssen. Ihr Partner hat damals, wie sie selbst schreibt, eine bewusste Entscheidung getroffen, das kann Enomis hinnehmen oder lassen (= Trennung).

Ich weiß, dass es egal ist, wie andere darüber denken - wichtig ist, wie ich damit klar komme.
Trotzdem interessiert es mich sehr, wie sich andere in der Situation fühlen würden ... .
Ich mag es nicht, wenn Fragesteller versuchen, andere (das Forum) mit in ihr Boot zu holen, statt selber eine für sie akzeptable Entscheidung zu treffen.
Leider fahren hier viel zu viele gerne mit im Boot, verhalten sich so, als wären sie (vor 16 Jahren, wohlgemerkt) mit dabei gewesen.

Gerade lese ich noch eine sehr wichtige Anmerkung von Tom:
Es gibt aber Kinder, die sehr zufrieden mit ihren Eltern sind. Gar keine anderen wollen. Darf man deren Welt zerstören, ...
Die Eltern, hier auch der Vater, der das Kind mit großgezogen hat, werden es gut genug kennen um entscheiden zu können, wann sie ihrem Sohn mitteilen, wer sein biologischer Vater ist. Falls er das überhaupt wissen möchte. Bis dahin finde ich es schön, dass seine Mutter den (leiblichen) Vater wenigstens über Berichte und Bilder am Leben seines Sohnes teilnehmen lässt. Und dass dieser (also der Freund von @Enomis) sich für die Entwicklung seines Sohnes interessiert.
MIR würde ein Mann/Vater, der sich nach der Zeugung von seinem Kind abwendet, die größeren Kopfschmerzen bereiten. Und dass er seine jetzige Partnerin, die FS, nicht im Unklaren über seine Vergangenheit lässt, spricht auch für ihn.
 
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  • #70
Ich kenne eine kleine Freundin meiner Tochter, die ihren Vater nie kennen lernte und ihn nun verzweifelt über Kontinente hinweg sucht. Es ist wirklich nicht schön, dies mitanzusehen. Gar nicht.
Das verstehe ich natürlich und es ging mir jetzt nicht um die Bewertung der Samenspende allgemein.

Aber hier steht der biologische Vater ja quasi daneben und sagt nichts, wie auch die Mutter. Klar, das Kind sucht auch noch nicht, da es ja nicht mal weiß, dass der Vater nicht der b-Vater ist. Aber das ganze hat mit einer Lüge angefangen.

Wenn einer einen Samenspende-Vater hat, ist ja klar, dass dieser nicht denken kann: "ich will mein Kind aufwachsen sehen, ich will mit ihm spielen, ich will ihm in der Schule helfen".
Bei dem Mann, um den es im Thread geht, könnte das Kind aber irgendwann denken, dass der Vater es hätte haben können, aber sich nicht drum scherte. Er war in der Nähe, er wusste, wer sein Kind ist.

Ich finde diesen Vorgang unehrlich im Gegensatz zur "richtigen" Samenspende. Hier kann es noch ein Desaster geben, wenn der Vater und das Kind erfahren, dass sie gar nicht verwandt sind.
 
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  • #71
Richtig, das Recht hat der Junge.
Allerdings hat er auch das Recht, auf die Ausübung seines Rechtes zu verzichten. Sprich - so lange er nicht fragt, hat kein Aussenstehender das Recht, ihm in sein Leben zu pfuschen.

Der Junge hat derzeit überhaupt keine Rechte in dieser Sache. Er weiß nämlich nichts davon, also kann er auch nicht fragen. Sein möglicher Wunsch kann also gar nicht beurteilt werden. Das ist - hinsichtlich der möglichen Folgen - eine unlösbare Situation.

Es kann genauso gut sein, dass er es irgendwann durch einen dummen Zufall erfährt (Blutgruppe passt nicht, genetisch verursachte Krankheit passt nicht - irgendsowas) und dann einen solchen Schock erleidet, dass es ihm den Boden unter den Füßen wegreißt. Weil die Familie, die er kennt und liebt, auf einer Lüge aufgebaut ist. Unterschätze nicht die psychologischen Effekte einer solchen Situation.

Es gibt einen Grund, warum der Gesetzgeber das Recht des Kindes auf Wissen über seine Herkunft festgelegt hat.

Häufig "wissen" die Betroffenen auch unterbewusst, dass etwas nicht stimmt, können aber nicht den Finger drauflegen und manche treibt das zur Verzweiflung. In einer harmloseren Variante habe ich das übrigens selbst erlebt.
Meine Mutter war ein uneheliches Kind und hat sich sehr dafür geschämt. Ich selbst habe irgendwann geträumt, dass sie zu irgendwem sagt "das ist ja gar nicht mein richtiger Bruder" (über meinen Onkel, ihren ehelich geborenen Halbbruder). Erst später hat sie mir davon erzählt ...
Das hat mein Leben auch beeinflusst - ob negativ, darüber ließe sich streiten.
 
  • #72
wenigstens über Berichte und Bilder am Leben seines Sohnes teilnehmen lässt.

Tatsächlich könnte der Junge seine Mutter dafür verklagen - mit gutem Recht. Davon ab ist der biologische Vater rein rechtlich nicht mal der Erzeuger. Faktisch hat er 0, 0 Anrecht auf diese Infos.
Übrigens finde ich das ganz ganz gruselig.
Hand aufs Herz, mir kann hier niemand erzählen, dass er es in Ordnung fände, wenn er selbst der Junge wäre. Ihr regt euch doch auch auf, wenn jemand private Dinge von euch weitererzählt, wenn ihr dazu kein Einverständnis gegeben habt. Bilder von euch darf auch keiner weiter geben, dagegen könnt ihr klagen.

Es gibt keinen Katalog dafür, welchen "Bewertungszeitraum" es für Handlungen X und Y gibt. Mal angesehen davon, dass die Lüge an sich bis heute anhält, darf jeder für sich entscheiden, wie er zu der Tat eines anderes steht, die vor 5, 10, 20 Jahren geschehen ist.
Ich möchte gern den sehn, der mir erzählt " Deine Mutter hat dich vor 30 Jahren getreten und geschlagen, was interessiert dich das heute."

Grundsätzlich bin ich selbst der Meinung, dass Menschen Fehler machen und es keinen Grund gibt, ihm diese ewig nachzutragen. Trotzdem muss ein jeder für sich selbst überlegen, ob er aus einer vergangenen Handlung Schlüsse für sich selbst zieht. Wenn mich jemand doof findet, weil ich vor 14 Jahren zu früh schwanger wurde, darf er das. Dass ich heute ein anderer Mensch bin, spielt erstmal keine Rolle. Ob das klug ist, ist die andere Frage.

Aber ich glaube, es geht nicht um die Zeugung des Kindes vor 16 Jahren, sondern um das Konstrukt, dass seit 16 Jahren aufrecht erhalten und gelebt wird und die Frage : was ist das für ein Mensch, mit dem ich eine Partnerschaft lebe und will ich mit diesem Menschen so zusammen sein.
 
  • #73
Aber ich glaube, es geht nicht um die Zeugung des Kindes vor 16 Jahren, sondern um das Konstrukt, dass seit 16 Jahren aufrecht erhalten und gelebt wird und die Frage : was ist das für ein Mensch, mit dem ich eine Partnerschaft lebe und will ich mit diesem Menschen so zusammen sein.

Und genau DAS war die Frage der FS und nicht, ob sie diese Information irgendwie weitergeben soll. Was sie nach eigenem Bekunden nicht einmal könnte, da sie die Adressdaten gar nicht besitzt.
Es wird sich hier also von einigen über Dinge empört, die gar nicht zur Debatte stehen.

Ich könnte mit diesem Menschen nicht zusammen bleiben, liebe FS.
 
  • #74
Ich finde diesen Vorgang unehrlich im Gegensatz zur "richtigen" Samenspende. Hier kann es noch ein Desaster geben, wenn der Vater und das Kind erfahren, dass sie gar nicht verwandt sind.

Sehe ich auch so, wahrscheinlich findet auch niemand hier das völlig in Ordnung. Aber ich sehe keine sinnvolle Lösung darin, diesen Zustand jetzt zu ändern. Der Schaden für das Kind und die Familie wäre sicher größer. Erst Recht, wenn irgendjemand Unbeteiligtes da hineinsticht. Dann platzt die Idylle und die Mutter steht als Betrügerin da. Wem nützt das? Zieht der Junge dann zum Vater und die FS kümmert sich?
 
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  • #75
Ehrlichkeit ist sicher positiv, manchmal sollte man aber schauen, was Wahrheiten für Konsequenzen haben können - und welche Motive hinter der Wahrheitsverkündigung stehen.
Für mich geht es überhaupt gar nicht darum, dass er das JETZT noch aufklären sollte, sondern, wie das ganze anfing.
DAS zeigt doch, was mit ihm los ist. Und natürlich, wie er sich zu seiner Partnerin, zu @Enomis verhält. Scheibchenweise Wahrheit, die Einstellung, allein zu entscheiden, was "irrelevant" für die Beziehung sein soll usw..

Das ist die Interpretation, die auch schon von der FS revidiert wurde.
Die beiden freuen sich gemeinsam über die Bilder. Punkt.
Naja, mag sein, kann aber auch sein, sie haben was von ihrem süßen Geheimnis an sich, das sie erbaut (also nicht vom Kind, sondern von dem Wissen, das nur sie haben). Gibt ja Menschen, die sich über Geheimnisse freuen und sich dran erbauen, dass nur sie was wissen.

Ich finde es auch eigentlich egal für das Problem, denn das ist ja seine allgemeine Unehrlichkeit und der Umgang mit Beziehungen.
 
  • #76
Bilder von euch darf auch keiner weiter geben, dagegen könnt ihr klagen.
Ja, die Privatsphäre des Jungen wird hier regelmässig durchbrochen. Das hat was übergriffiges an sich.
Die Privatsphäre der Erwachsenen hingegen ist wichtiger.
Der Junge kann weder gefragt werden, ob er das möchte, noch kann er sonstige Rechte wahrnehmen, da er von nichts weiss. Alles wurde über seinen Kopf hinweg entschieden. Das ist das Gegenteil von selbstbestimmt.
Zwei Erwachsene haben beschlossen, ich mach die Welt, wie sie mir gefällt hinter dem Rücken ihrer Ehepartner.
Und die FS sitzt als Mitwisserin mit im Boot und soll keine eigenen Werte haben.
Das finde ich annassend. Ja , nicht mal diskutieren soll sie dürfen, verschiedene Sichtweisen einholen, wobei diese Frage auch für Philosophen, Ethiker und Juristen interessant wäre.
 
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  • #77
Mein vielleicht eher theoretischer Punkt ist: Wenn ich meinen Partner ansonsten gut finde, als netten Menschen schätze und liebe, der mich und andere gut behandelt, dann würde ich wahrscheinlich sogar bei einem Mord erstmal interessiert nachfragen, wie es dazu gekommen ist, die Tat an sich würde mich nicht pauschal abschrecken.
Ich versteh Dich schon. Aber wenn er DIr dann sagt, er hätte seine Partnerin im Streit erschlagen, dann empfändest Du vielleicht doch irgendwas durch diese Info Beeinflusstes, wenn Du mit ihm mal Streit hast. Muss nicht sein, aber kann. Auf jeden Fall ist so eine Tat - so interessant es von der theoretischen Betrachtung eines Menschen für Dich sein mag - ja eine "unnormale" Sache. (Wobei jeder selbst definiert, was für ihn wirklich normal ist.)
Und hier weiß die FS, dass der Mann schon sein Leben lang rumlügt und kein Problem damit hat. Natürlich wird er so weiter machen, denn er zeigt es ja schon, dass er sich nicht geändert hat. Jetzt müsste sie dann entscheiden, ob der Rest so wundervoll ist, dass sie bleiben wird. Ich würde sagen, Vertrauen ist ein so hohes Gut in einer Beziehung, dass man gar nichts zum Aufwiegen dieses Defizits des Mannes hat.
Hm. Finde ich jetzt nicht sooo wichtig. Die Affäre ist das Wichtige.
Wenn es ungeplant war, hatten sie eine Affäre aus Spaß.
Wenn es geplant war, konnte die Frau wohl nicht von ihrem Mann schwanger werden? Oder fand den Erzeuger wirklich attraktiver, aber zu irgendwas, vielleicht nicht reich genug, um mit ihm das Kind großzuziehen? Irgendwas wird der Ehemann ihr schon bieten, das sie nicht eintauschen wollte. Zumal der Erzeuger ja auch verheiratet war.
Ist jetzt auch nicht so viel besser.
beide wollten ihre glücklichen Ehen aber nicht dadurch gefährden
Glückliche Ehen, aber dann fremdgehen und lügen? Schließt sich für mich insofern aus, dass der Partner und die Partnerin der Betrüger ganz sicher nicht mehr glücklich wären, wenn sie wüssten, wie ihre Beziehung EIGENTLICH ist und mit wem sie da zusammen sind (oder waren, der Mann hat die betrogene Partnerin von damals ja nicht mehr). Also nenne es von mir aus so, aber für mich ist so eine Beziehung nicht glücklich, denn es ist ja nur eine Scheinwelt, die da glücklich macht.
 
  • #78
Der Junge kann weder gefragt werden, ob er das möchte, noch kann er sonstige Rechte wahrnehmen, da er von nichts weiss. Alles wurde über seinen Kopf hinweg entschieden. Das ist das Gegenteil von selbstbestimmt.

So ist es. Erwachsene haben entschieden. So wie sie das immer machen, wenn es um ein Kind geht. Sonst müsste er ja auch selbstbestimmt entscheiden, in welchen Kindergarten er geht, wo er wohnt, wann er abends ins Bett gehen möchte. Eltern entscheiden immer zu seinem Wohl. Hier haben die Eltern entschieden, ihn mit einem anderen Mann aufwachsen zu lassen und das irgendwie unbedacht.
Das ist sicher zu Beginn aus unser aller Sicht schiefgelaufen. Aber jetzt gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, daraus das Beste für das Kind zu machen.
Selbst bei einem 16jährigen sehe ich keinen Nutzen darin, jetzt eine Bombe in die Familie zu werfen. Wenn der "Vater" nichts davon weiß könnte die Beziehung beendet sein und der Freund der FS wird sicher nicht in die Bresche springen, Wenn er davon weiß, dann ist auch niemandem geholfen. Ich bin überzeugt, es gibt sinnvolle Lügen. Dann wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen ist.
 
  • #79
Selbst bei einem 16jährigen sehe ich keinen Nutzen darin, jetzt eine Bombe in die Familie zu werfen. Wenn der "Vater" nichts davon weiß
Dafür plädiere ich nicht. In meinen Augen liegt das nicht in der Verantwortung der FS, sondern in den Händen der biologischen Eltern.
Und ein 16- jähriger ist kein Kleinkind mehr, von dem ungefragt und heimlich Fotos an einen Dritten verschickt werden können.
Das ist eine fortgesetzte Übergriffigkeit, möglicherweise sogar eine Straftat. Ich sehe das auch als Vertrauensbruch der Mutter gegenüber Ihrem Sohn an.
Umso problematischer, je älter er wird.
Was folgt als nächstes? Bilder von ihm und seiner Freundin? Abiturfeier? Erstes Auto?
Hochzeit?
Und imner der heimliche Beobachter um Hintergrund. Ich finde das gruselig, manche nennen das Liebe. Für mich deutet das auf unklare Grenzen hin, ständiges Mauscheln, sich über andere Hinwegsetzen.
Das macht ihr Freund jetzt auch, verschweigt Dinge etc.
Ich würde mich deswegen von diesem Umfeld distanzieren.
 
  • #80
Dann wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen ist
Darüber kann man streiten. Ich bin mit etlichen Lügen großgeworden und kenne genug andere, denen es genauso ging. Ich kenne keinen Menschen, der lieber mit Lügen weitergelebt hätte, gleichwohl es diese Menschen geben mag.
Ich kann es menschlich durchaus verstehen, dass man so denkt. Jeder zieht so seine Schlüsse, bestenfalls in besten Absichten. Ich glaube aber, dass man sich gern selbst auf diese Weise betrügt, denn die Lüge kann sehr bequem sein und schützt vor allem den Lügner, die Verantwortung für sein Tun zu tragen und sich den Konsequenzen zu stellen.

Das Leben, dass diese Familie lebt, können wir nicht beurteilen. Wer weiß, ob der Junge mit seinem biologischen Vater glücklicher wäre oder nicht? Können wir nicht beurteilen. Und welches Leben der Junge leben will, können wir auch nicht sagen.
Es könnte genauso gut sein, dass "(nichtleiblicher) Vater" und Sohn über diese Situation noch enger zusammen wachsen.
Fakt ist, hier wurden und werden mehrere Personen betrogen. Und über diese Betrogenen hat niemand zu entscheiden.

Wenn ich als Mutter eine Entscheidung für mein Kind treffe, dann ist diese transparent und ich setze mich mit all den Konsequenzen, inklusive der Gefühle, Bedürfnisse und Rechte meines Kindes auseinander. Insofern ist das nicht das Gleiche. Soweit solltest du das eigentlich differenzieren können.

Stell dir mal folgende Frage :

Wenn ich für mich das Aufrechterhalten einer Lüge derart positiv (es schützt den Belogenen) erklären und rechtfertigen kann, welchen Grund habe ich, das nicht für den Rest meines Lebens immer wieder zu tun und zu rechtfertigen?
Keinen.
Und das ist ja nun auch geschehen. Die FS berichtet, dass ihr Partner genau dieses Logik anwendet, um immer wieder zu lügen.
 
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  • #81
Selbst bei einem 16jährigen sehe ich keinen Nutzen darin, jetzt eine Bombe in die Familie zu werfen. Wenn der "Vater" nichts davon weiß könnte die Beziehung beendet sein und der Freund der FS wird sicher nicht in die Bresche springen, Wenn er davon weiß, dann ist auch niemandem geholfen. Ich bin überzeugt, es gibt sinnvolle Lügen. Dann wenn das Kind mal in den Brunnen gefallen ist.
Ich würde hier auch nicht wissen, was nun das richtige ist. Aus meiner Perspektive ist die Gefahr recht groß, dass es später doch mal rauskommt, grad weil eben noch Kontakt zum Vater besteht (= Nachrichten werden geschickt), das heißt es ist auch der Mutter immer präsent, dazu werden DNA-Tests immer normaler, Blutgruppe (haben wir sogar in der Schule getestet, mit Erklärung, was das für die Eltern-Blutgruppen bedeutet), genetische Krankheiten, auf die man testet und dann in der Familie schaut usw usw. Ich würde daher eher immer lieber früher die Wahrheit sagen anstatt zu warten, bis das auf anderem Wege rauskommt, was früher sehr unwahrscheinlich war, aufgrund der modernen Medizin aber immer häufiger doch ans Licht kommt.
Darum geht es doch aber hier auch nicht. Die FS hat das Recht, die Handlungen des Partners anzuschauen, die ja andauern - er bereut ja nichts. Ich hätte kein Problem damit, wenn mein Freund früher in der anderen Beziehung mal fremdgegangen wäre, das aber nun schlecht findet. Seh ich bei dem Mann hier nicht. Er hat ja nun auch seine Ehefrau betrogen und ihr das Kind verheimlicht, findet das alles völlig okay.
Aber ich glaube, es geht nicht um die Zeugung des Kindes vor 16 Jahren, sondern um das Konstrukt, dass seit 16 Jahren aufrecht erhalten und gelebt wird und die Frage : was ist das für ein Mensch, mit dem ich eine Partnerschaft lebe und will ich mit diesem Menschen so zusammen sein.
Genau, das ist der Punkt.
 
  • #82
er hat keine moralischen Bedenken, auch dazu, wie es für diese Familie sein könnte, wenn es rauskommt
Er trägt ja auch keine Verantwortung, das macht die Mutter. Insofern lebt er die sorglose Art, wie es auch durchkommt bei seiner Haltung zu "irrelevanten" Dingen in der Partnerschaft.

Was Samenspende angeht, sehe ich es genauso, auch wenn ich natürlich verstehe, dass die Kinder dann eine verzweifelte Phase durchmachen könnten.
Aber ich finde das hier emotional viel schlimmer.

Den Fakt, dass hier Bilder heimlich weitergereicht werden von einem Teenager, habe ich noch gar nicht bedacht. Der Junge ist ja noch nicht volljährig, also keine Ahnung, ob es wirklich was Rechtliches gäbe. Es wird ja nichts ins Netz gestellt usw..
Mir fällt gerade ein, dass ich irgendwo mal gehört habe, dass Einschulungsklassenfotos heutzutage mit lauter verpixelten Gesichtern gemacht werden, wenn die Eltern nicht wollen, dass ihr Kind erkennbar drauf ist. Also so "normal" wie früher scheint das alles nicht mehr zu sein.
 
  • #83
Die Info war
Er wurde (bewusst!) in einer Affäre gezeugt, die damaligen Partner wussten jeweils nichts davon.

Der Rest der Geschichte fehlt.
War es eine längere Affäre, war es nur eine einmalige Geschichte, war es evtl. eine Art heimliche Samenspende, weil der Ehemann nicht zeugungsfähig war...
Ein Paar möchte ein Kind,, es klappt nicht, Frau fragt guten Freund...
Es ist so viel möglich, und ich finde durchaus, dass es Unterschiede gibt.
Eine super Idee war es auf jeden Fall nicht, aber passiert.
Und die beiden, die es angeht - der Sohn kam nicht entscheiden, er weiß ja nichts, haben entschieden, weiterhin zu schweigen.
Momentan läuft es für alle Beteiligten auch gut.

Am Ende ist der Mann natürlich einer, der es sich bequem macht, lieber lügt...Denn das tut er grundsätzlich.

Es liegt an der FS sich zu entscheiden, will sie diesen Mann, oder nicht.

W, 51
 
  • #84
Den Fakt, dass hier Bilder heimlich weitergereicht werden von einem Teenager, habe ich noch gar nicht bedacht. De
Es gibt sowas wie das Recht am eigenen Bild um Privatbereich. Spätestens mit 18 dürfte dürfte damit Schluss sein. Juristen können das sicher genauer erklären.

Und mit 16 fangen manche an zu Arbeiten, haben Sex, rauchen. Von einem Kind kann hier nun wirklich nicht mehr die Rede sein. Und haben Kinder keine Rechte? Kann man mit denen beliebig verfahren? Haben die kein Recht auf Privatsphäre?

Auch Kinder haben Grenzen, persönliche.
Früher hat man Kinder ungefragt anlangen dürfen, mussten Küsschen geben etc.
Welcher Erwachsene lässt sich denn ungewollt antatschen, Küssen etc
Für Kinder ist das genauso eine Grenzüberschreitung.

Heutzutage wird das anders gesehen. Kinder werden nach ihren Bedürfnissen gefragt, ihnen werden Grenzen zugestanden.
 
  • #85
Wenn ich als Mutter eine Entscheidung für mein Kind treffe, dann ist diese transparent und ich setze mich mit all den Konsequenzen, inklusive der Gefühle, Bedürfnisse und Rechte meines Kindes auseinander. Insofern ist das nicht das Gleiche. Soweit solltest du das eigentlich differenzieren können
Gutes Argument. Natürlich entscheiden Eltern in vielen Bereichen für ihre Kinder, sollten aber das Kind dabei berücksichtigen. Das ist hier nicht geschehen. Es wurde bewusst eine lebenslange Lüge in Kauf genommen.
 
  • #86
Kennt selbst die wüstesten Geschichten in der eigenen Familie zu diesem Thema und würde ihren Freund, wenn er denn in dieser Situation wäre, überhaupt nicht verurteilen, sondern nur Löcher in den Bauch fragen. Welche der Freund der FS aber sicherlich nicht beantworten würde

Ja, der Punkt ist, dass ich nur mit Menschen zusammen bin, die ich in der Gegenwart als gute Menschen kennenlerne und die mich gut behandeln. Wenn der Partner der FS jetzt in der Beziehung unehrlich ist und unsympathisch, dann würde ich die Beziehung überdenken -- wobei ich allerdings sogar noch verstehen könnte, wenn er über diese eine Geschichte lieber nicht reden würde, weil evtl. verabredet war, darüber besser zu schweigen und die Sache nicht auszuplaudern, das könnte ich nachvollziehen. Wenn er der Mutter ein solches Versprechen gegeben haben sollte, würde ich es respektieren. Nun hat er doch zu viel erzählt und ein schlechtes Gewissen, ist irgendwie menschlich.

Ich versuche immer zu verstehen, warum Menschen wie handeln, und wenn ich die Ursachen kenne, kann ich meist gar nicht böse sein.

Mein Exfreund hat in seiner Jugend mit Drogen gedealt. Ich bin gegen Drogenhandel und -konsum, aber er hatte nach seinem schweren Unfall (mit Amputation) eine Teenager-Krise und ist etwas auf den falschen Weg gekommen, verständlich. Ich habe mir ausführlich die Wirkung verschiedener Drogen erklären lassen (da selbst null Erfahrungen) und fand es interessant, wie das abläuft. Er hat es auch bereut und ist dann Mönch im Kloster geworden für einige Jahre. Ich bin nicht religiös, aber habe mir viel davon erzählen lassen und fand es interessant, habe mich daraufhin vertieft mit Religion beschäftigt. Er hatte dann doch einen ONS mit einer Frau, nicht verhütet, Kind. Ich wollte wissen, warum nicht, da m.M.n. dumm. Sie haben nur aus religiösen Gründen geheiratet und sich dann geschieden, er hat die Kirche verlassen und ist Philosoph geworden. Hätte ich selbst nicht gemacht, mich haben die Details interessiert. Seine Tochter interessiert ihn nicht. Ich selbst würde anders handeln und mich um meine Kinder kümmern, habe mal angeregt, ihr was zum Geburtstag zu schicken, aber es hat Gründe, warum er keinen Kontakt hat.

Wenn mir jemand reflektiert erzählt, warum er wie handelt, kann ich damit gut umgehen, selbst wenn es meinen eigenen Werten widerspricht. Mein Partner ist ein Mann aber nur, wenn er mich und andere heute nett und respektvoll behandelt, und natürlich, wenn ich ihn liebe.

Ach so, und einige meinen, es sei verwerflich, dass die Mutter Fotos von dem Kind heimlich an ihn weitergibt. Ja, schon, aber in diesem Moment liegen auf meinem Esstisch vor mir diverse Fotokalender und Weihnachtskarten mit Fotos von irgendwelchen Babies und Kindern von Freunden herum, und andere posten Baby-Fotos auf Facebook und zeigen ihren Arbeitskollegen Fotos ihrer Kinder. Da werden die Kinder doch auch nicht nach ihrem Recht am Bild gefragt ...
 
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  • #87
Dafür plädiere ich nicht. In meinen Augen liegt das nicht in der Verantwortung der FS, sondern in den Händen der biologischen Eltern.

Richtig. Das ist der eine Teil. Das ist wirklich übel. Ich halte es nicht für sinnvoll, ihm das zu sagen. Es fehlt aber ein Teil der Geschichte, nämlich der, wie das zustandekam. Du hast aber völlig Recht, Fotos verschicken ist genauso unmöglich. Das sollte auch enden.

Das macht ihr Freund jetzt auch, verschweigt Dinge etc.
Ich würde mich deswegen von diesem Umfeld distanzieren.

Das ist der andere Teil. Wenn die FS kein Vertrauen mehr hat und mit dem Zustand nicht leben kann, bleibt ihr nur, die Beziehung zu beenden.

Beide Teile sind losgelöst voneinander zu betrachten. -Die FS ist nur am zweiten Teil beteiligt.

Wenn ich für mich das Aufrechterhalten einer Lüge derart positiv (es schützt den Belogenen) erklären und rechtfertigen kann, welchen Grund habe ich, das nicht für den Rest meines Lebens immer wieder zu tun und zu rechtfertigen?
Keinen.
Und das ist ja nun auch geschehen. Die FS berichtet, dass ihr Partner genau dieses Logik anwendet, um immer wieder zu lügen.

Auch da ist zu unterscheiden zwischen dem Problem der FS und dem der leiblichen Mutter. Es ist schon richtig, der heimliche Vater im Hintergrund geht auch nicht. Also entweder offen oder der Kontakt wird abgebrochen.
 
  • #88
Der Junge ist ja noch nicht volljährig, also keine Ahnung, ob es wirklich was Rechtliches gäbe. Es wird ja nichts ins Netz gestellt usw..
Recht am eigenen Bild hat nur der Junge. Grundsätzlich ist es so, dass man ersteinmal davon ausgeht, dass die Sorgeberechtigten mit Bildern des Kindes verantwortungsvoll umgehen. Wie vieles obliegt der Umgang damit also erstmal der elterlichen Sorge. Insofern ist ja auch nichts verwerfliches daran, Verwandten über Whatsapp mal einen Schnappschuss zu schicken. Wir Eltern entscheiden auch, ob das Kind auf der Schulwebseite abgebildet sein darf etc pp. Interessant wird es, wenn das Kind in ein Alter kommt, in dem es seine eigenen Interessen vertreten kann. Mit 16 kann er definitiv gegen die Verletzung seines Rechts klagen. Vor allem da hier nicht von einem stillschweigenden Einverständnis seinerseits auszugehen ist. Auch bei sehr intimen Fotos wird es für die Eltern kritisch. So zumindest mein Wissensstand. Für mich kam die Frage mit der Nutzung von Social Media auf.
Ich versuche immer zu verstehen, warum Menschen wie handeln, und wenn ich die Ursachen kenne, kann ich meist gar nicht böse sein.
Mir geht es sehr ähnlich, nur dass ich leider auch gelernt habe, dass manche Menschen durchaus recht egoistische Absichten haben. Nicht immer steckt guter Wille dahinter und spätestens, wenn Menschen involviert werden, die nicht nach ihrem Willen gefragt werden, wirds kritisch.
 
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  • #89
posten Baby-Fotos auf Facebook und zeigen ihren Arbeitskollegen Fotos ihrer Kinder. Da werden die Kinder doch auch nicht nach ihrem Recht am Bild gefragt ...
Hier handelt es sich um einen Teenager. Seine Fotos werden heimlich und ungefragt an eine ihm umbekannte Person verschickt.
Das heisst, die Person auf dem Foto darf und soll nicht wissen, wer der Empfänger ist.
Deine Versuche, zu relativieren in allen Ehren. Die Facebook Posterei finde ich auch problematisch.

In deinem Beispiel gibt es keinen heimlichen Fotoaustausch Alle Beteiligten dürften davon erfahren.
 
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  • #90
Die Info war
[...]
Der Rest der Geschichte fehlt.
War es eine längere Affäre, war es nur eine einmalige Geschichte, war es evtl. eine Art heimliche Samenspende, weil der Ehemann nicht zeugungsfähig war...
Ein Paar möchte ein Kind,, es klappt nicht, Frau fragt guten Freund...
Es ist so viel möglich, und ich finde durchaus, dass es Unterschiede gibt.
Eine super Idee war es auf jeden Fall nicht, aber passiert.
Und die beiden, die es angeht - der Sohn kam nicht entscheiden, er weiß ja nichts, haben entschieden, weiterhin zu schweigen.
Momentan läuft es für alle Beteiligten auch gut.

Am Ende ist der Mann natürlich einer, der es sich bequem macht, lieber lügt...Denn das tut er grundsätzlich.

Es liegt an der FS sich zu entscheiden, will sie diesen Mann, oder nicht.

W, 51
Volle Zustimmung. Und eben deswegen meine ich hier die ganze Zeit, dass ich Fragen stellen und mich die Details interessieren würden, denn je nachdem, was wirklich passiert ist, ist die ganze Geschichte völlig anders zu bewerten.

Diese alte Geschichte alleine würde ich, ohne die Hintergründe wirklich zu kennen, nicht zum Trennungsgrund machen.
Zweifel am aktuellen Charakter des Partners und ein allgemeines Unwohlsein in der Beziehung können hingegen sehr wohl ein Trennungsgrund sein.
Da musst du abschätzen, wie sehr du ihn "abgesehen davon" liebst und wie schwerwiegend und störend seine Fehler sind.
 
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