• #1

Heiraten ja oder nein?

Hi,
mal in eigener Sache, weil ich selbst mit dem Thema zu einem Abschluss kommen will.
Wir sind 10 Jahre zusammen, (fast) zwei Kinder, gemeinsames Eigentum, beide Mitte-Ende 30. Mein Partner will nicht heiraten, weil er kein schlüssiges Argument kennt. Nun kommt er aus einem Land, wo die Ehe rechtlich keinen besonderen Stellenwert hat, nicht mehr als eine Partnerschaft, die man auch anerkennen lassen könnte durch einen Zeugen.
Ich hatte nie besonderes Interesse an Heirat, nur mal bei der ersten Liebe haben die Hormone ein bisschen verrückt gespielt, wie das bei jungen Menschen manchmal so ist. Jedenfalls brauche ich das aus emotionaler Sicht nicht.
Ein irrationaler Grund, der mir allerdings wichtig ist, wäre sein Nachname, den unsere Kinder haben und ich auch gern hätte, weil er einfach schöner ist und sich zwei verschiedene Namen bei den Eltern doof anfühlen für mich.
Der zweite Grund ist, und da könnt ihr mir hoffentlich helfen, dass ich ein diffuses Gefühl habe, dass man rechtlich deutlich besser aufgestellt ist als verheiratetes Paar. Da wir halbwegs gleich verdienen, machen Steuern wohl nicht viel aus (Splitting). Da ich denke, dass wir es noch eine gute Weile zusammen aushalten, wäre das Thema Scheidung/Gütertrennung auch kein großes Thema, da wir eh fast alles 50-50 haben.
Wo liegen heute wirklich noch Vorteile in der Ehe?
- Sorgerecht haben wir eh beantragt
- Patientenverfügung/Besuchsrecht im Krankenhaus / Pflege / Entscheidungen für den bewusstlosen Partner treffen
- Erbrecht
- Witwenrente
Gibt es noch andere wichtige Aspekte? Habt ihr ohne Ehe mal gravierende Nachteile in irgendeiner Hinsicht gehabt?
Ich möchte für mich endlich einen Haken drunter machen und habe mich eigentlich ja schon entschieden, aber diese Zweifel nagen doch irgendwie an mir.

w35
 
  • #2
Weder dein Partner finden die Ehe besonders erstrebenswert. Dann lasst es doch einfach bleiben. Für mich persönlich stellt die Ehe eine wichtige Werteentscheidung dar. Ein Partner, der das nicht akzeptieren kann, würde nicht zu mir passen.
Die Sache mit dem Nachnamen hattest du doch in der Hand. Du hättest ja nicht zustimmen müssen, dass die Kinder den Namen des Vaters erhalten. Außerdem gibt es ja auch für Ehepartner die Möglichkeit, dass jeder seinen Familiennamen behält.
Witwenrente gibt es für Unverheiratete natürlich keine. Braucht man aber auch nicht, wenn ihr beide berufstätig seid. Patientenverfügungen etc. kann man über Vereinbarungen regeln, das Erbe über ein Testament. Man kann durch Verträge vieles regeln, wenn keine Ehe besteht.
Wenn die Ehe an sich für dich keinen Wert darstellt (ethisch, religiös, moralisch), dann brauchst du sie auch nicht. Den Haken kannst du setzen.
 
  • #3
Soweit ich weiß, kommt dein Partner aus Argentinien, katholisches Land.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ehe dort keine gesellschaftliche Bedeutung hat.
Deine diffusen Gefühle ruhen vermutlich daher, dass eben mit der Heirat die Beziehung nochmal auf eine andere Grundlage gestellt wird, als äußeres und innerliches Bekenntnis als Mann und Frau zueinander, mal unabhängig von evtl. rechtlichen Vorteilen.
Das lässt sich auch nicht wegrationalisieren, auch wenn das hier im Forum immer wieder gemacht wird (braucht man nicht, Emanzipation, Frauen sind nur aufs Geld aus, Mann wird festgekettet als Zahlesel und Versorger blablabla).
Ja und Sanchez klingt eben vielleicht interessanter in Deutschland als Müller.
Hat dein Partner denn einen vernünftigen Grund, nicht heiraten zu wollen?
 
  • #4
Ich würde dir als Frau raten, nicht zu heiraten, denn meistens verlassen Frauen doch genau diese Männer wieder, die unglüssig, lahm, ziellos, argumentationslos und schleppend (10 Jahre?) sind. Was hat der Mann dir denn in 10 Jahren geboten?

Ich hatte nie besonderes Interesse an Heirat, nur mal bei der ersten Liebe haben die Hormone ein bisschen verrückt gespielt, wie das bei jungen Menschen manchmal so ist.
Das muss ja auch so sein, sonst käme es gar nie zur Heirat oder Familienplanung und alle würden alt und einsam sterben. Dich für Hochzeitsgefühle zu rechtfertigen zeigt, wie schwach du eigentlich denkst und wie krank sich unsere Gesellschaft verändert hat.


Da ich denke, dass wir es noch eine gute Weile zusammen aushalten, wäre das Thema Scheidung/Gütertrennung auch kein großes Thema, da wir eh fast alles 50-50 haben.

Wer schon mit dem Gedanken an die Sache ran geht, dass es zur Scheidung kommt, der wird sein Ziel nicht durchhalten. Ehe heißt, lebenslang zusammenbleiben zu wollen und fürs gemeinsame Altwerden zu arbeiten.
Champions denken doch auch nicht ans Verlieren, sondern nur ans Gewinnen. Aus diesem Grund kann ich dir sagen, wird das nichts. Keine Willensstärke ist da bei euch dahinter.

- Patientenverfügung/Besuchsrecht im Krankenhaus / Pflege / Entscheidungen für den bewusstlosen Partner treffen
- Witwenrente
Ich bzweifele, dass man in heutiger Zeit noch einen bewusstlosen oder pflegebedürftigen Partner hat. Da man 1. sowieso nicht gemeinsam alt wird und 2. da sich Menschen gar nicht erlauben können, alt und krank zu werden. Allgemeine Krankheiten wie Demenz und Alzheimer oder Bettlägrigkeit gehen immer mehr zurück, weil die Leute fit und gesund bleiben müssen und WOLLEN, weil sie ja auch im Alter auf sich alleine gestellt sind. Da ist kein Platz mehr, gemütlich sesshaft und krank zu werden. Sieht man ja, dass die meisten alleinstehenden Frauen über 80 fit sind. Die können sich auch nicht erlauben, etwas zu haben.

Liegt ein wichtiger Mensch mit Verantwortung im Koma werden keine Entscheidungen gefällt. Man wartet, bis die Person wieder kann oder weg stirbt. Ich weiß das von unserem Verein, wo der Präsident auch im Koma liegt und man jetzt wartet, was mit ihm passiert.

Mit 35 schon an Witwenrente denken? Das würde voraussetzen, dass ihr bis zum Ende zusammenbleibt, wird aber nicht geschehen in heutiger Zeit. Bis 45 oder 55 sieht die Welt ganz anders aus.
 
  • #5
Liebe FS,

es gab vor kurzem einen Artikel in der FAZ zum Thema Hauskauf als unverheiratetes Paar. Leider hinter der paywall, aber vielleicht hast du ja einen Zugang. Es geht nicht vorrangig um den Hauskauf. Dieser ist nur Aufhänger für die Beleuchtung der Probleme.

Du hast Recht. Wenn ihr aus emotionalen Gründen nicht heiraten wollt, sind es rein rechtliche und steuerliche Gründe, die dafür sprechen. Du zählst ja schon einige auf.
In dem Artikel wurde am Beispiel einen Hauses von 500.000 Euro berechnet, wieviel Steuern man als unverheiratetes Paar dem Staat in den Rachen wirft. Hinsichtlich Erb- und Schenkungssteuer werdet ihr wie zwei fremde behandelt. Das machte bei dem Haus schon 69.000 Euro Steuer aus, die man in dem Beispielsfalls zahlen müsste, wo man als verheiratetes Paar nichts gezahlt hätte.

Sagen wir mal so, solange alles gut läuft und es euch gesundheitlich gut geht, passt es. Das Sorgerecht für die Kinder kann man sich auch ohne Ehe teilen. Problematisch wird es in allen Vorsorgeangelegenheiten. Stirbt einer von euch beiden, erbt der andere nichts. Das könnt ihr zwar testamentarisch regeln, aber dann schlägt die Erbschaftssteuer voll zu. Null Euro Freibetrag statt 400.000. Im Beispielsfall 70.000 Erbschaftssteuer. Kannst du die nicht zahlen, musst du ggf. aus dem Haus raus.

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht sind auch ein sehr wichtiges Thema.
 
  • #6
In einer Ehe gibt es nicht zwei, sondern viele Vertragspartner. Man heiratet nicht nur einen Partner, sondern mehrere. Der wichtigste Vertragspartner ist der Staat, der über seine „Vertragsklauseln“ (etwa 1000 sich oft ändernde Paragrafen des BGB und anderer Vorschriften über Ehe und deren Ende sowie etwa 15000 Gerichtsurteile für alle möglichen Ehe/Trennungsdetails) ebenfalls in ein ganz neues Verhältnis zu den Ehepartnern tritt. Andere Partner sind die Schwiegereltern, deren neue Schwiegerkinder in einigen Konstellationen ihnen gegenüber unterhaltspflichtig werden.

Viele Nachteile nichtehelicher Lebensgemeinschaften lassen sich ausgleichen. Sollte ein Partner beispielsweise ins Krankenhaus müssen, sorgt man mit einer gegenseitigen Vollmacht oder Patientenverfügung vor, die von einem Notar beglaubigt wird. Vorlagen für Partnerschaftsverträge gibt es viele. Vor einem Immobilienkauf ist es ratsam, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu gründen. Im Gesellschaftsvertrag kann dann detailliert geregelt werden, wie mit dem ungleichen finanziellen Engagement im Fall der Trennung verfahren werden soll. Entsteht ein Kind, sollte unter allen Umständen vor der Geburt das gemeinsame Sorgerecht beurkundet werden.

Fazit: Eine Hochzeit ist nicht notwendig.

Grüße
Chris
 
  • #7
Also wenn das "(fast) zwei Kinder" bedeutet, dass du schwanger bist, könntet ihr dem zweiten Kind auch deinen Nachnamen geben. Dann fühlst du dich nicht so ausgeschlossen.

Ein Besuchsrecht im Krankenhaus hast du als Lebensgefährtin auch.

Beim Erbe wäre wichtig, ob unbedingt der Partner erben muss oder ob die gesetzliche Erbfolge (die Kinder erben alles) für euch auch passt.

Die Hinterbliebenen-Rente ist natürlich ein Vorteil der Ehe.

Warum haltet ihr euch nicht an die Tradition aus seiner Heimat? Ihr könnt auch in Deutschland an einem beliebigen Werktag ins Rathaus gehen und ganz ohne Feier die Heiratsurkunde unterschreiben. Der oder die Bürgerbüro-Mitarbeiter*in reicht als Zeuge aus.
 
  • #8
Dich für Hochzeitsgefühle zu rechtfertigen zeigt, wie schwach du eigentlich denkst und wie krank sich unsere Gesells
chaft verändert
Dem schließe ich mich an. Ich hatte keine "rationale" Gründe, ausser seinen Namen zu tragen und zu Familie zu gehören zu wollen. Er war geschieden, deswegen war für ihn ein Grund es nicht mehr zu tun. Mich hat es fertig gemacht, später war es egal und irgendwann mal wollte ich nicht mehr. Dafür war dann die Trennung leicht-wir haben nichts gemeinsames gehabt, nichts aufgebaut, wir hatten Kinder, aber es war sein Haus, sein Auto, sein Hund, seine Kinder. Mir hat nichts gehört, ICH habe nicht dazugehört, irgendwann mal fragt man sich, wozu das Ganze.
Wenn ihr eine Familie seid, dann soll deinem Partner wichtig sein, wie du dich fühlst. Hier scheint, als ob Er die Bedingungen diktiert, wie eure Familie aussehen soll.
Frag ihn mal in ruhiger Minute, warum Er mit dir zusammen ist. Bin gespannt, ob ihm vernünftige, rationale Gründe einfallen.
Du hast wegen Nachteilen gefragt. Ich habe mich nicht dazugehörend gefühlt. Nicht sicher. Als seine Ex immer wieder aufgekreuzt war. Oder seine Saufkumpane. Oder meine Eltern zu Besuch, was ihn unterschwellig gestört hat. Ich hätte was sagen sollen und wollen. Nur wie? Ich war ja "nur" Mutter seiner Kinder. Ich hatte nur blödes Gefühl. Ich hätte mich für mein Gefühl rechtfertigen müssen. Ein mal hatten wir einen Streit. Es kam von ihm "in meinem Haus kann ich machen, was ich will". Eigentlich hätte ich schon damals gehen sollen.
Du willst ihn heiraten? Dann ist es so! Will er nächsten mal Sex, dann soll er argumentieren , warum. Sein Gesichtsausdruck würde ich gern sehen.
 
  • #9
sein Nachname, den unsere Kinder haben und ich auch gern hätte,

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum eure Kinder seinen Namen bekommen haben. Es ist doch immer schon sehr seltsam. Der Mann möchte der Mutter seiner Kinder nicht seinen Namen geben (Heirat), aber bei den Kindern bestehen viele Männer drauf. Dann hat die Mutter einen anderen Namen als die Kinder, und bei Trennung wird sie dann beim Kinderarzt und sonst wo immer wieder mit dem Namen des Ex angesprochen, weil die glauben die Mutter heißt genau so. Toll. Und wenn man Pech hat muss man aufgrund des anderen Namens bei wichtigen Sachen immer eine Geburtsurkunde mitschleppen, weil die Frau ggf. noch nachweisen muss dass das auch ihr Kind ist und nicht eines, was sie irgendwo aufgelesen hat. Erst recht toll.

Die Nummer würde ich mir als Frau nicht geben. Die ganzen Umstände nur aus falsch verstandenem Stolz von einigen Herren sind meiner Meinung nach zu viel verlangt. Wenn er will dass die Kinder seinen Namen haben, dann soll er heiraten. Gut jetzt ist die Geschichte bei euch natürlich schon gelaufen.

- Patientenverfügung/Besuchsrecht im Krankenhaus / Pflege / Entscheidungen für den bewusstlosen Partner treffen

Hier sind glaube ich einige auf dem völlig falschen Dampfer. Nur weil du verheiratet bist darfst du rechtlich noch lange nicht entscheiden, was mit deinem bewusstlosen Partner passiert. Das hat man damals als gewisse Gesetzte beschlossen wurden schon vehement abgelehnt, weil das eine viel zu heiße Kiste ist. Du darfst erst entscheiden, wenn du eine Vorsorgevollmacht hast. Natürlich wirst du in der Klinik als nahe Angehörige ausgefragt, was sich dein Partner denn in diesem Fall gewünscht haben könnte. Aber unterm Strich hast du rechtlich gar nichts zu melden, das geht dann erst den langen Weg übers Amtsgericht. Wenn dir sowas wichtig ist, dann kümmer dich jetzt um eine Vorsorgevollmacht. Und besuchen kommen darf auch jeder. Da werden keine Unterschiede gemacht, es sei denn, der Patient wünscht es ausdrücklich.

Dich für Hochzeitsgefühle zu rechtfertigen zeigt, wie schwach du eigentlich denkst und wie krank sich unsere Gesellschaft verändert hat.

Danke. Es ist eine Wohltat, so etwas von einem Mann zu lesen. Ich frage mich nur jetzt warum die FS nach so langer Zeit plötzlich solche Gedanken hegt? Ist denn etwas vorgefallen? Oder glaubst du, liebe FS, dass du weniger Wert bist, wenn ihr nicht verheiratet seid?
 
  • #10
Liebe FS,
in Deiner Situation gibt es als sachliche Gründe nur Erbrecht und Hinterbliebenenversorgung. Das waren auch die Gründe, warum ich trotz meines Alters noch geheiratet habe (überwiegend Erbrecht).

Einen emotionalen Grund hast Du genannt: gemeinsamer Name macht ein anderes Zusammengehörigkeitsgefuehl.
Wollt ihr nicht heiraten, dann solltest Du den Kindern auch Deinen Namen geben, auch wenn der nicht so schön ist wie seiner. Du denkst auch bereits an die Trennung und weil die Kinder meistens bei der Mutter bleiben hast Du im Alltag dann weniger Probleme.

Einen weiteren emotionalen Grund kann ich Dir nennen: verheiratet sein ist ein anderes Gefühl von Verbundenheit. Ich kenne ja beides mit dem gleichen Mann - Beziehung und Ehe und kann es daher beurteilen.

Und ja, es ist sehr klug, auch schon mit 35 Jahren sich Gedanken um Hinterbliebenenversorgung zu machen.
Im Bekanntenkreis habe ich es erlebt: unverheiratetes Paar, 2 Kinder, er stirbt an plötzlichem Herzversagen als die Kinder Teenies sind. Die Kinder bekommen zwar Halbwaisenrente, sie aber keine Witwenrente. Daher musste sie als Freiberuflerin sofort deutlich mehr arbeiten, um sein weggefallenes Einkommen zu kompensieren, statt sich um die vollkommen verstoerten Kinder kümmern zu können.

Das Leben nimmt nicht immer den optimalen Verlauf. Nur wer dumm ist kümmert sich nicht um die Zukunft.
 
  • #11
Ich finde das mit dem Namen gar nicht so ein Problem, das ist doch auch so ein deutsches Ding. In vielen Ländern werden die Namen anders verteilt und z.B. in den USA oder Kanada haben die Eltern unterschiedliche Namen, in Spanien haben die Kinder beide Namen.
Meine Mutter, ihr Mann, mein Vater und seine Frau haben alle unterschiedliche Namen. Sie werden einfach so benutzt, wie es gerade passt. Solange es nicht um behördliche Angelegenheiten geht, kannst du den Namen deines Mannes doch einfach auch benutzen, z.B. beim Elternabend, da finde ich gar nichts dabei. Deswegen extra zu heiraten hat im Fall einer Trennung doch nur Nachteile.
 
  • #12
Liebe Hammel
Letztlich erscheint mir das mit dem Heiraten eher eine wertebasierte Entscheidung.
äußeres und innerliches Bekenntnis als Mann und Frau zueinander, mal unabhängig von evtl. rechtlichen Vorteilen.
Ich habe den Eindruck, vielen Frauen geht es letztlich um dieses Bekenntnis, wenn sie heiraten möchten. Dass der Mann sich öffentlich und privat dazu entscheidet, zu ihr zu gehören und dies auch symbolisch mit dem Ring, der Zeremonie etc. auszudrücken.
Mein Partner will nicht heiraten, weil er kein schlüssiges Argument kennt.
Wir Menschen haben noch für vieles keine schlüssige Argumentation parat. Unseren Traumberuf, Kinderwunsch, Lieblingsgericht, Heiraten.. manche Dinge kann man nicht logisch begründen, es sind einfach Werte, Träume, Bedürfnisse.
Wo liegen heute wirklich noch Vorteile in der Ehe?
Um es vorweg zu nehmen, ich bin selbst sehr zwiegespalten, was die Notwendigkeit der Ehe im Allgemeinen und für mich im Speziellen anbelangt. Jedoch könnte ich mir auf emotionaler Ebene vorstellen, dass das freiwillige, offizielle Bekenntnis zum anderen eine Erleichterung des Lebens darstellt. Wir haben heute sehr viele Optionen. Die freiwillige Beschränkung dieser Optionen z.B. durch eine Ehe könnte in unserer modernen Welt beruhigend wirken.
 
  • #13
Nun kommt er aus einem Land, wo die Ehe rechtlich keinen besonderen Stellenwert hat, nicht mehr als eine Partnerschaft, die man auch anerkennen lassen könnte durch einen Zeugen.
Das Land würde mich aber auch interessieren. Argentinien, wie vormals erwähnt, mit Sicherheit nicht. Ich tippe eher auf Skandinavien.
Liebe Hammel, da er nicht will, musst Du eigentlich auch kein Forum befragen. Zur Hochzeit tragen, willst Du ihn wahrscheinlich auch nicht.
Wenn Ihr beide ziemlich gleich verdient und Du auch weiterhin arbeitest, ist die Witwenrente und Ehegattensplitting eh obsolet. Eure Immobilie werdet Ihr ja gemeinsam gekauft haben und beim gemeinsamen Sorgerecht macht es auch keinen Unterschied, ob verheiratet oder nicht. Bleibt noch der gemeinsame Name. Diesbezüglich muss ich meiner Vorschreiberin Recht geben, die Kinder hätten Deinen Nachnamen bekommen können. Also, wenn schon ein Mann, der nicht heiraten will, den Nachnamen für die Kinder hätte ich nicht hergegeben.
Ich bin diesbezüglich spiessig und konservativ und wäre gar nicht erst schwanger geworden, wenn ich gewusst hätte, dass er mich nicht geheiratet hätte.
Hat jetzt nichts gebracht, da mittlerweile geschieden. Ich wüsste auch nicht — bei besserem Verdienst und gemeinsamen Eigentum — was mir die Heirat rechtlich hätte bringen sollen. Bin im Nachhinein froh, dass er dem Verzicht auf gegenseitigen Versorgungsausgleich noch zugestimmt hat. Das hätte mich sonst wirklich geärgert.
Da Dein Freund nicht will, hat es sich eh erledigt. Gibt auch viele Ehen, die ziemlich schnell geschieden werden, wenn sich die Partner schon sehr lange vorher kannten. Wahrscheinlich willst du es einmal in deinem Leben wissen und die Frau von... sein und nicht ewig die Freundin, Partnerin oder Lebensabschnittsgefährtin. Kann ich schon verstehen, aber mich musst Du nicht überzeugen.
W, 54
 
  • #14
- Patientenverfügung/Besuchsrecht im Krankenhaus / Pflege / Entscheidungen für den bewusstlosen Partner treffen
Hier sind eh notarielle Verfügungen wichtig ! Unbedingt machen - egal ob verheiratet oder nicht. Man kann auch Partner oder Freunde bevollmächtigen. Vollmachten können auch widerrufen oder ergänzt werden.
Beim Erbrecht und auch bei der Erbschaftssteuer sind deutliche Unterschiede vorhanden. Ich würde hier eine jur. Beratung empfehlen, da natürlich die Höhe der Erbmasse eine Rolle spielen wird. Ein Testament ist dennoch zu empfehlen. Ehevertrag unter Umständen auch.
Witwenrente - gibt es natürlich nur bei eingetragener Partnerschaft bzw Ehe. Ob es diese überhaupt in nennenswertem Umfang geben würde, hängt mit eurer finanziellen Situation zusammen. Bei der jur. Beratung ansprechen ....

Mein Rat - nehmt die paar Euro für eine fundierte Beratung in die Hand. Denn eine solche Beratung ist nur dann wertvoll, wenn sie genau auf eure finanzielle Situation eingeht.
 
  • #15
Zuerst einmal: der Freibetrag bei einer Erbschaft bei nicht Familienangehörigen ist 20000 Euro und nicht nix. Witwenrente wird nach dem Einkommen des oder der Hinterbliebenen berechnet und kann durchaus auch null Euro sein. Je nach dem Verdienst oder Rente des Antragstellers. Man spart auch nicht automatisch Steuern bei Heirat. Man spart nur wenn man einen Steuerklassenwechsel vollzieht und zuvor ein Partner weniger bis deutlich weniger verdient, wobei das Geschlecht keine Rolle spielt..bei annähernd gleicher Entlohnung macht das keinen Sinn. So also lohnt sich der Gedanke nur bei einem deutlichen Lohngefälle. Kinder erben immer gleich. Emotional mag das alles vollig anders aussehen.
 
  • #16
mit der Heirat die Beziehung nochmal auf eine andere Grundlage gestellt wird, als äußeres und innerliches Bekenntnis als Mann und Frau zueinander, mal unabhängig von evtl. rechtlichen Vorteilen.

Das wäre auch mein Motiv, es ist ein emotionaler Unterschied.
Und am Ende ist bei sehr vielen Dingen im Leben das Gefühl das Ausschlaggebende und nicht die Ratio.

Zum Thema Kosten,
Wir hatten einen Ehevertrag, womit die ganze Vermögensauseinandersetzung aus dem Scheidungsverfahren fiel, sind einvernehmlich auseinander gegangen, hatten einen Anwalt.
Unsere Kosten waren relativ gering.

Beim Richtigen würde ich auch wieder Ja sagen, genau für dieses Gefühl Ja!

W,49
 
  • #17
Hi,
hier die FS.
Meine Zweifel kommen daher, dass wirklich alle Frauen um mich herum, die eine ernsthafte Beziehung haben (Eigentum und/oder Kinder haben bzw. planen) verheiratet sind bzw. dies demnächst vorhaben. Ich bin eh schon in vielen Dingen wie Berufswahl ein Exot und da das Thema Ehe recht komplex ist, frage ich mich nur, was ich übersehe, ob ich jetzt "die Dumme" bin, oder warum der Ehe so viel Bedeutung beigemessen wird. Hier im Forum wirkt es immer, als seien sich alle 100% sicher, was sie da wollen, aber wenn man ganz anders tickt als die eigenen Freunde und Bekannten, kommt man halt doch ins Nachdenken, ob der eigene Weg der richtige ist. Den Schubser brauchte ich hier noch mal :)

Danke für eure Tipps zwecks Notar etc., dann werde ich mich mal um die speziellen Themen wie Vollmachten fürs Krankheitsfall kümmern, das scheint mehr Sinn zu machen.

Zum Nachnamen: Den wollte ich für unsere Kinder, da ließ er mir freie Hand. Und selbst im Falle einer Trennung könnte ich gut mit seinem Nachnamen leben, benutze ihn auch in der Kita wie von @Pflanze23 angesprochen, also das ist tatsächlich kein Grund zum Heiraten, ich denke das ist nur mein persönlicher Spleen.
 
  • #18
Vielleicht hast du auch unterschwellig das Gefühl, das dein Partnerschaft sich nicht ganz einlässt, auch wenn von außen alles Top wirkt. Die Ehe stellt eine größere Verbindlichkeit dar.
Wer trägt die Hauptverantwortung in eurer Beziehung?
 
  • #19
Hallo Hammel,
ich wollte nie heiraten und habe es bis jetzt auch nicht getan. Mittlerweile habe ich nach intensiver Selbstanalyse für mich persönlich erkannt das ich entweder nicht an ein Happy end das ewig hält geglaubt habe weil irgendwas nie hundertprozentig gepasst hat, oder weil ich generell zumindest das Gefühl haben möchte ,trotz fester Bindung,frei zu sein. Klingt Paradox,aber da ist meiner Meinung nach der Hund begraben. Man tut so als ob. Ihr macht auf happy Family ,spielt sozusagen das Ehespiel ohne fester Grundlage sozusagen. Also die Hintertür darf offen bleiben. Weil man weiß ja nie ob man das Spiel nicht doch irgendwann zumindest problemloser beenden will. Einfach weil man innerlich mit einem Bein frei sein will.
Ich würde schon von dem Mann der mir Kinder macht geheiratet werden wollen. Ich kann mir gut vorstellen das dir das innerlich vielleicht ein bisschen genauso geht,da so wie ich verstanden habe das zweite Baby von deinem
gespielten Ehemann unterwegs ist. Du möchtest vielleicht das Gefühl haben angekommen zu sein und zwar richtig und nicht nur so tun als ob.Warum will dein Freund seine Prinzessin nicht heiraten ?
 
  • #20
Der einzige Grund, der für mich für eine Hochzeit sprechen würde, wäre es, dass man sich als Frau da in sein romantisches Ideal stürzen, im Prinzessinnen-Hochzeitskleid herumlaufen und sich einen Tag pompös feiern lassen könnte.

Aber ansonsten hat eine Ehe doch eher Nachteile, besonders wenn man bedenkt, dass Beziehungen heutzutage meist nicht lebenslang halten und aus eine Ehe kommt man nur mit gewissem Aufwand wieder heraus und muss dem anderen ggf. nachher noch Unterhalt zahlen.
 
  • #21
Hier im Forum wirkt es immer, als seien sich alle 100% sicher, was sie da wollen,...

Das Thema Heirat ist schwierig. Viele machen die Qualität einer Beziehung daran fest, ob geheiratet wird oder nicht und einige Foristinnen trennen sich sofort, wenn klar ist, dass der Mann nicht heiraten will. Die Sichtweisen sind hier eben einfach unterschiedlich. Entscheidend ist doch, dass ein Paar dazu die gleiche Sichtweise hat.

Du bist Mitte/Ende 30, hast zwei Kinder und Eigentum. Das Thema Heirat ist doch eine Grundsatzfrage, die man sich nicht stellt, wenn man all das, was viele als Argument pro Heirat anführen, erstmal gemeinsam macht und dann erst über eine Heirat nachdenkt. Du bist da im Grunde doch viel zu spät dran. An Deiner Stelle würde ich mir überlegen, ob ich die Beziehung aufs Spiel setze, um jetzt noch einen Ring an den Finger zu bekommen. Du hast doch viel mehr erreicht als viele Eheleute, Du hast eine offenbar harmonische Beziehung.

Ich würde den Haken setzen, dazu eben ein paar Dinge vertraglich regeln, die sinnvoll sind und gut ist es.
 
  • #22
Danke auch von mir. Da kann ich mich nur anschließen:

Das muss ja auch so sein, sonst käme es gar nie zur Heirat oder Familienplanung und alle würden alt und einsam sterben. Dich für Hochzeitsgefühle zu rechtfertigen zeigt, wie schwach du eigentlich denkst und wie krank sich unsere Gesellschaft verändert hat.

Schaun mer mal, dann sehn mer scho. Warum also nicht an sich als Paar glauben und darauf vertrauen dass man instinktiv das richtige tut? Anstatt zu zaudern und alles zu zerdenken, was nicht alles schief gehen könnte. Augen auf bei der Partnerwahl natürlich vorausgesetzt. Von einem Mann, der mich nicht heiraten will, hätte ich mich nicht schwängern lassen.

Meine Schmerzgrenze als langjährige Dauerfreundin lag bei mir (in 2. Ehe verheiratet) bei jeweils 5 Jahre. Manchmal gibt's eben triftige Gründe, warum eine Hochzeit gerade nicht reinpasst. Soll heißen, noch später braucht man(n) mir dann auch nicht mehr zu kommen. Weil ich ansonsten bei so viel Zögerlichkeit das Gefühl hätte, nicht wirklich DIE Frau für ihn zu sein.

Denn nicht selten wird nach solchen Langzeitbeziehungen dann doch noch geheiratet, um sich tatsächlich kurz darauf wieder zu trennen. Insofern würde ich auch sagen, lass' es. Dein Partner scheint eh nicht zu wollen.

Erst dachten mein Mann und ich auch, ein Trauschein sei nicht mehr nötig, da es ja nicht mehr um Familiengründung ging. Doch irgendwann störten mich unsere unterschiedlichen Namen massiv. Auch er wollte "mehr". Bereits beim Vorgespräch auf dem Standesamt stellte sich bei uns beiden ein tiefes und wunderbares Gefühl der Verbundenheit ein, das immer noch anhält. Das Gefühl, eine gute und richtige Entscheidung getroffen zu haben. Wir sind optimistisch, dass es noch sehr lange anhalten wird.

Meine spießigen und konservativen 50 cent.


W51
 
  • #23
Meine Zweifel kommen daher, dass wirklich alle Frauen um mich herum, die eine ernsthafte Beziehung haben (Eigentum und/oder Kinder haben bzw. planen) verheiratet sind bzw. dies demnächst vorhaben. Ich bin eh schon in vielen Dingen wie Berufswahl ein Exot und da das Thema Ehe recht komplex ist, frage ich mich nur, was ich übersehe, ob ich jetzt "die Dumme" bin, oder warum der Ehe so viel Bedeutung beigemessen wird.
Ich weiß nicht, wo Du lebst, also ob es eine Großstadt oder ein Dorf ist, wo man kurios ist mitohne Ehe. In meinem Bekanntenkreis sind ca. 90% verheiratet. Ein Paar hat nur geheiratet, weil sie gemeinsam ein Haus gekauft haben und im Todesfall eines Partners dessen Geschwisterkind (der andere hat keine Geschwister) mit erben würde und also der hinterbliebene Partner das Geschwisterkind auszahlen müsste, um weiter im Haus wohnen bleiben zu dürfen. Da Geschwisterkind und Schwagermensch sich nicht leiden können, wäre das problematisch geworden, aber selbst wenn die sich mögen würde - weiß man es, ob nicht bei Geld die Freundschaft aufhört? Kinder haben sie keine.
Die anderen sind schon seit Ewigkeiten zusammen, haben Kinder von Klein bis Groß. Ein Paar hat ein Kind und ist nicht verheiratet.

Also bis auf die Pflichterbteilsache fällt mir jetzt kein Grund ein. Anscheinend wäre es komplizierter geworden, das Geschwisterkind erbrechtlich auszuschließen ohne Heirat oder es wäre vielleicht gar nicht gegangen? Sie hatten sich beraten lassen, aber ich weiß nicht mehr, was sie erzählt haben über andere Lösungen, das Haus für den Hinterbliebenen ohne Verluste zu erhalten.

Was den Namen der Kinder angeht - klar, man ist als Familie leichter erkennbar und sieht nicht nach geschieden und Kinder mit in die neue Partnerschaft gebracht aus. Aber ein Makel sollte das ja nicht sein. Wenndann würde ich es dem Zusammenheitsgefühl zuordnen.
 
  • #24
Wichtig ist doch: tiggern Dich die anderen (Verheirateten), weil Du anders bist und Dich deshalb komisch fühlst oder triggern sie Dich, weil tief in Dir eine Seele mit anderen Wünschen schlummert.

Ich wollte in ganz jung nie heiraten, 2 Scheidungen der Mutter erlebt.
Nach fast 5 Jahren Beziehung habe ich es getan.
Ich könnte jetzt behaupten, dass mein Partner es sich solange gewünscht hat, dass ich nachgegeben habe.
Aber es waren ganz einfache Emotionen: Liebe und das Gefühl von gemeinsam Familie sein.

Gescheitert sind wir Jahre später und finanziell habe ich draufgezahlt bzw darf es in der Rente wieder.
Den Namen habe ich wg meiner Kinder immer noch, obwohl rein phonetisch meiner schöner war.

Bereue ich es und sage nie wieder?
Nein
Es fühlte sich einfach richtig an und war ja auch schön.
Ich muss es nicht mehr aber wenn, dann werde ich wohl glücklich sein.

Was ich damit meine:
Was findest Du ohne die Argumente von anderen pro oder contra, in Dir?
 
  • #25
Ich finde, ihr solltet Eure Gedanken übers Heiraten mal ordnen lassen, vielleicht sogar bei einer Paarberatung, um herauszufinden, was Euch am Heiraten genau wichtig bzw. nicht wichtig ist.
Du bekommst bald dein zweites Kind, da spielt natürlich zurecht auch der Versorgungsgedanke eine Rolle. Vielleicht würde es Dir schon besser gehen, wenn ihr einen Vertrag aufsetzt, der deine Versorgung sicherstellt, da du ja beruflich einen erheblichen "ehebedingten Nachteil" hast, den du niemals wieder ausgleichen kannst.
Oder ist es die Sache, dass du gerne eine "richtige Familie" hättest, bei der alle den gleichen Namen tragen?
Oder ist es der romantische Aspekt, dass ihr Euch beiden lebenslange Treue und Zusammenhalt vor Gott und der Welt schwört?
Fühlst Du Dich als Frau vielleicht zurückgewiesen, weil er sich nicht ganz für Dich entscheiden will oder Du zumindest das Gefühl hast?
Und wieso will er nicht?
Hat er schlechte Erfahrungen mit der Ehe? Wie war die Ehe seiner Eltern?
Hat er Angst vor finanziellem Ruin? Da kann ein guter Ehevertrag helfen.
Hat er schon eine große Liebesenttäuschung hinter sich und hat Angst vor erneutem Scheitern?
Oder ist er Scheidungskind?
Scheidung schwingt für viele Männer im Wort Hochzeit gleich unheilvoll mit, weil sie Angst vor dem Scheitern der Ehe haben.
Manche Männer haben auch Angst vor der Alltagsroutine, wenn "Muddi und Vaddi" keine Leidenschaft mehr empfinden und nur zusammenbleiben, weil man das eben so macht als Ehepaar.

Eine Ehe ist weit mehr als nur ein Stück Papier und gerade als junge Mutter wirst du abgesichert. Das ist meines Erachtens ein wichtiger Punkt, der besprochen werden muss. Das (finanzielle und berufliche) Risiko kann nicht nur auf Dir lasten in der Hoffnung, dass er zu Dir hält.
Wenn er Dich nicht heiraten will, sollte er Dir anderweitig Sicherheit zukommen lassen. Kinder machen und dann keine Verantwortung übernehmen ist nicht die feine Art.
Alles Gute für Baby Nr. 2.
 
  • #26
Hi,
hier die FS.
Meine Zweifel kommen daher, dass wirklich alle Frauen um mich herum, die eine ernsthafte Beziehung haben (Eigentum und/oder Kinder haben bzw. planen) verheiratet sind bzw. dies demnächst vorhaben. Ich bin eh schon in vielen Dingen wie Berufswahl ein Exot und da das Thema Ehe recht komplex ist, frage ich mich nur, was ich übersehe, ob ich jetzt "die Dumme" bin, oder warum der Ehe so viel Bedeutung beigemessen wird. Hier im Forum wirkt es immer, als seien sich alle 100% sicher, was sie da wollen, aber wenn man ganz anders tickt als die eigenen Freunde und Bekannten, kommt man halt doch ins Nachdenken, ob der eigene Weg der richtige ist. Den Schubser brauchte ich hier noch mal :)
Egal ob verheiratet oder unverheiratet, beide müssen sich voll und ganz mit der Sitatuation wohl fühlen. Bei euch habe ich leider den Eindruck, dass das nicht der Fall ist. Du kannst doch noch lange über Pros und Cons nachdenken, für deinen Partner scheint das Thema abgehakt. Das ist was anderes, als wenn ihr zusammen bestimmt hättet, dass ihr nicht wollt. Jetzt bei Kind Nummer 2 fängst du wohl an, vertieft über eure Situation nachzudenken, und darüber, warum er partout nicht heiraten will. Die Gefahr ist doch, dass dein Partner keine ernsthafte Verantwortung für euch übernehmen möchte, denn sonst hätte er von sich aus die rechtlichen Alternativen, die dir hier im Forum vorgeschlagen werden, zur Sprache gebracht. Wenn er will, ist er ganz schnell weg: Die Hintertüre bleibt schön offen. Allein, dass du dich fragst, ob du "die Dumme" seist, zeigt, dass du dich nicht wohl fühlst. Vielleicht nicht, weil du nicht heiratest, sondern weil du dich voll und ganz den Vorstellungen deines Partners unterwirfst und sogar den Kindern seinen Namen gegeben hast.
Du gibst dich zwar aufgeschlossen, aber ich befürchte, du bist mit einem Macho zusammen, der dir die Regeln durchgibt: Ganz spiessig wie in den 50er Jahren.
 
  • #27
Weil ich ansonsten bei so viel Zögerlichkeit das Gefühl hätte, nicht wirklich DIE Frau für ihn zu sein.
Hier steckt mal wieder ein schwerer Gedankenfehler.
Wenn man nicht heiraten will, denkt Frau, dass eine andere dann vielleicht das erreicht, was sie nicht schaffte.
Tatsächlich kenne ich Fälle, wo ein Mann später eine andere heiratete, während die Exfreundin scheinbar "hingehalten" wurde.

Bei genauem Hinsehen hatte dies jedoch wenig mit der jeweiligen Person ansich, sondern oft mit den jeweligen Lebenssituationen der Partner zu tun (oft mit Kindern oder Wohnen); d.h. das Gefühl hat die Frauen oft getäuscht.

Ich sehe auch, dass viele Männer nicht wirklich aus ihrer Gefühlslage heraus heiraten; am ehesten aus praktischen Erwägungen heraus oder aus Druck. Das ist aber falsch und ein Lüge.
 
  • #28
Bei genauem Hinsehen hatte dies jedoch wenig mit der jeweiligen Person ansich, sondern oft mit den jeweligen Lebenssituationen der Partner zu tun (oft mit Kindern oder Wohnen)

Das meinte ich mit meiner vorigen Aussage, dass es ja auch triftige Gründe geben kann, weshalb eine Heirat nicht reinpasst. Oder wenn ein Partner von vornherein klar macht, dass er oder sie definitiv nicht heiraten will und/oder nicht der Typ ist, der zusammenziehen will, sondern LAT bevorzugt. Dann ist das eine Haltung, die nichts mit Hinhalten zu tun hat. Schwierig wird's natürlich, wenn - ich formuliere bewusst neutral - das Gegenüber denkt, er/sie wird schon noch seine Meinung ändern. Das kann nicht gutgehen.

Problematisch wird es m.E. auch, wenn die vorgebrachten Gründe den anderen Partner nicht überzeugen oder fadenscheinig herüberkommen. Nicht selten liest man hier im Forum, dass manche (nicht alle!) Männer im Überschwang der ersten Verliebtheit von späterer Heirat faseln, danach zu einem "irgendwann vielleicht" switchen bis hin zu einem "die Gefühle reichen nicht".

Da darf man sich über die hohe Scheidungsquote nicht wundern:
Ich sehe auch, dass viele Männer nicht wirklich aus ihrer Gefühlslage heraus heiraten; am ehesten aus praktischen Erwägungen heraus oder aus Druck.

Ich halte das auch für falsch. Das kann nur schiefgehen. Ein Ereignis von so großer Tragweite muss m.E. von beiden von Herzen gewünscht sein.
 
  • #29
Viele Nachteile nichtehelicher Lebensgemeinschaften lassen sich ausgleichen.
Ausgleichen lassen sich nur soziale Pflichten, nicht wirtschaftliche Rechte.
Ich wundere mich immer wieder, mit welchem Selbstbewusstsein der Club der Ahnungslosen sein Halb- und Nichtwissen als Tatsache verbreitet.

Witwenrente - gibt es natürlich nur bei eingetragener Partnerschaft bzw Ehe. Ob es diese überhaupt in nennenswertem Umfang geben würde, hängt mit eurer finanziellen Situation zusammen.... Mein Rat - nehmt die paar Euro für eine fundierte Beratung in die Hand.

Dem kann ich mich nur anschließen, weil der ersten Teil des Posts nur bedingt stimmt. Wer selber keine Ahnung hat, sollte sich einen Profi an Bord holen, um entscheiden zu können.
Mein Mann hat eine Kammerversorgung, die in seinem Todesfall vollkommen unabhängig von meinem Einkommen an mich eine Witwenrente zahlt - nur für Ehe, nicht für andere Partnerschaftskonstrukte. Meine betrieblichen Altersversorgungen funktionieren genauso: ohne Ehe sind sie weg.

Wenn Ihr beide ziemlich gleich verdient und Du auch weiterhin arbeitest, ist die Witwenrente und Ehegattensplitting eh obsolet. Eure Immobilie werdet Ihr ja gemeinsam gekauft haben... macht es auch keinen Unterschied, ob verheiratet oder nicht
Beides ist falsch. S.o. Darüberhinaus geht es nicht um Witwenrente (Versorgung für die Frau) sondern um Hinterbliebenenversorgung (überlebender Ehepartner).
- Hinterbliebenenversorgung wird im Todesfall gezahlt. Die FS hat per Witwenrente die Chance weniger zu arbeiten, um beim Verlust des Partners (m/w) die Kinder besser zu unterstützen.
Resp. bei späterer Erwerbsminderung oder - unfähigkeit ist es ein grosses Thema eine derartige Rente zu haben, statt sich zur Arbeit schleppen und von Krankenkasse und Jobcenter terrorisieren lassen zu müssen, weil die Entscheidung oft Jahre dauert.
- gemeinsam gekaufte Immobilie: Yes, der FS gehört die Hälfte. Im Erbfall kommt bei Ehe ein weiteres Viertel hinzu - nicht verheiratet, erbt die Partnerin nicht, sondern die Kinder, was den unverheirateten Partner in die finanzielle Schieflage bringen kann, wenn volljährige Kinder eine Auszahlung des Erbes verlangen.

der Freibetrag bei einer Erbschaft bei nicht Familienangehörigen ist 20000 Euro und nicht nix.
Wenn man nichts hat, sind 20.000 € viel. Bei Ehepartnern/eingetragenen Lebenspartnern liegt der Freibetrag bei 500.000 €, relevanter Betrag bei einer Immobilie, die über den Weiterbesitz entscheiden kann. Die Erbschaftssteuer kann Nichtverheiratete die Immobilie kosten.
 
  • #30
Ausgleichen lassen sich nur soziale Pflichten, nicht wirtschaftliche Rechte.
Ich wundere mich immer wieder, mit welchem Selbstbewusstsein der Club der Ahnungslosen sein Halb- und Nichtwissen als Tatsache verbreitet.

Da muss ich dann dem Club beitreten. Ein Ausgleich in Form einer privaten Rentenversicherung etc. ist prinzipiell möglich. Übertragung von Geld etc. ebenfalls, auch an der Steuer vorbei, ist bei mir auch so geregelt. Eine Vesorgung mit Wohnraum bei gemeinsamen Kindern ist auch möglich, sogar ohne Erbschaftssteuer. Es braucht nur einen passenden Mietvertrag, das ist später im Pflegefall für die Kinder sogar besser. Ein Erbrecht muss ja nicht nötig und erwünscht sein.

Es hängt von der Situation und dem Willen der Betroffenen ab. Und dazu, ich stimme zu, braucht es Beratung.
 
Top