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  • #1

Heutzutage zusammenziehen oder besser getrennt wohnen?

Ich habe mit meiner Freundin gerade diskutiert, ob es heutzutage nicht schöner ist, getrennt zu wohnen und in dem Bewusstsein zu leben, dass da jemand ist, der einen sehr liebt. Die gemeinsame Zeit entweder bei sich oder bei dem Partner zu verbringen, natürlich gemeinsam Urlaub. Aber dann die Möglichkeit zu haben, sich in seine eigenen 4 Wände zurückziehen zu können, deren Gestaltung jedem für sich vorbehalten ist.
Was meint Ihr?
 
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  • #2
Also für mich wären getrennte Wohnungen nichts. Ich kann mir z.B. nichts schöneres vorstellen, als JEDEN TAG zusammen mit meiner Partnerin einzuschlafen und neben ihr aufzuwachen.

Sich mal zurückzuziehen sollte in irgendeiner Form auch mit gemeinsamer Wohnung/Haus möglich sein.

m
 
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  • #3
Aber ja doch, mit ohne Kinder ist das eine gute Sache und man kann ja auch ruhig zwei Zahnbürsten sein eigen nennen ;-). Eine gute Beziehung besteht vor allem aus dem Bewußtsein dafür (richtig erkannt) und leidet nicht unter der Selbstständigkeit und zeitweiligen räumlichen Trennung der Partner. Wahrscheinlich eher im Gegenteil. m
 
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  • #4
Stimme #1 100% zu.
Anstatt sich in die eigenen 4 Wände zurückzuziehen, dürfte es möglich sein zu sagen: Ich bräuchte etwas Zeit für mich - es hat nichts mit Dir zu tun! Das funktioniert, wenn Vertrauen da ist.
w, 41
 
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  • #5
Ich weiß nicht. Ich finde das ganz schön schräg als verbandeltes Paar getrennt zu wohnen. Ist das dieses neumodische Apart-together? Für mich wäre das nichts. Freiraum? Ja! Den brauche ich auch. Dafür haben wir uns eine Wohnung genommen, die groß genug ist. Dafür brauchen wir nicht zwei Adressen.

Wenn ich mit einer Frau zusammen sein will, dann will ich nach einer gewissen Zeit auch mit ihr zusammen wohnen. Das Vertrauen und die Verbindlichkeit, die ich fordere bin ich auch bereit zu geben.

m
 
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  • #6
Ich persönlich finde das Modell, seine eigenen 4 Wände und damit einen abgeschlossenen Rückzugsbereich zu haben, sehr verlockend, da ich mich auch gerne mal zurückziehe und für mich bin und auch finde, dass die Beziehung "spannender" und abwechslungsreicher bleibt, wenn man sich nicht außerhalb der Arbeitszeit zwangsläufig auf der Pelle hockt, da man zusammen wohnt. Allerdings hätte ich gerne eine Familie und da wird dieses Beziehungsmodell dann nicht realisierbar sein, da ich mit dem Vater der Kinder schon zusammenwohnen möchte und nicht quasi-alleinerziehend mit den Kindern und dem Partner in getrennter Wohnung leben möchte.

w, 28
 
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  • #7
Ich verstehe nicht, warum man Freiraum von dem Menschen braucht, der einem am wichtigsten ist und den man am meisten liebt. Mein Mann ist mein Partner, mein bester Freund, mein engster Vertrauter, mein Geliebter usw. Es gibt nichts (absolut überhaupt ganz und gar nichts), was ich lieber ohne ihn täte.
 
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  • #8
Menschen die das bevorzugen, wünschen sich keine partnerschaft, nur ist ihnen das nicht bewusst. Partnerschaft bedeutet immer innigkeit und zweisamkeit.
 
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  • #9
Ich kenne einige (ältere) Paare, die getrennt wohnen und bei denen das super klappt. Ich verstehe nicht, warum man über den Grad der Liebe danach entscheidet, ob zwei zusammenwohnen oder nicht. Müssen doch jeweils diese beiden wissen. Ich hatte Partner, die ich geliebt habe, aber ich hatte nicht das Bedürfnis, non stop mit ihnen zusammensein zu wollen. Nur deshalb soll es keine echte Liebe gewesen sein?
 
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  • #10
Mit der Perspektive, immer getrennte Wohnungen zu haben, würde ich (w) keine Beziehung eingehen.

In einer guten Beziehung gibt es immer auch Raum für eigene Interessen, man muß auch dann nicht als siamesische Zwillinge auftreten. Dafür muß ich nicht getrennt wohnen.
 
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  • #11
Ich habe noch nie mit jemanden zusammen in einer Wohung gewohnt - und würde dies auch niemals machen wollen. Ebenso wenige würde ich jemals heiraten oder Kinder in die Welt setzten.
Aus Sicht eines Mannes ist das alles mit unberechenbaren Risiken und endlosem Ärger und Problemen verbunden.
So bleibt man ein freier Mann, unerpressbar und souverän.
M, 44
 
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  • #12
So bleibt man ein freier Mann, unerpressbar und souverän.
M, 44
Das hört sich eher Frustriert an.

Ich halte von dem ganzen getrennt wohnen rein gar nichts. Was ist das für eine Beziehung wo jeder sein ding macht? Wenn dann will die Partnerin ganz. Und nicht nur die Rosinen. Was macht ihr eigentlich wenn der Partner mal Krank ist? Da bekommt man dann wohl gesagt, kannst dich ja melden wenn es dir besser geht.

Und wenn es auch keiner gerne hört, beim zusammenleben wird es auch noch billiger. Keine Doppelte Miete etc. Mit dem gesparten Geld kann man besseres anfangen.

Irgendwie verstehe ich die Leute nicht, die immer schreiben sie brauchen ihre Freiheit, ihren rückzugsraum etc. Dann bleibt doch gleich alleine. Es gibt doch nichts schöneres als zu wissen, wenn ich nachhause komme ist dort jemand.
 
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  • #13
Das klingt doch eher nach Affäre, als nach Beziehung!
Wie unverbindlich und wie distanziert!
No way, mit so einem Menschen, der dieses Modell bevorzugt, könnte ich keine Beziehung führen.
Was ist das für eine Perspektive?
Das ist für mich einfach nur eine Freundschaft mit Sonderleistungen, aber niemals eine echte Beziehung!
w.
 
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  • #14
Irgendwie verstehe ich die Leute nicht, die immer schreiben sie brauchen ihre Freiheit, ihren Rückzugsraum etc. Dann bleibt doch gleich alleine. Es gibt doch nichts schöneres als zu wissen, wenn ich nachhause komme ist dort jemand.
Und ich verstehe Männer nicht, die ihren Rückzugsraum opfern, um sich der 100%igen Kontrolle durch eine Frau auszuliefern. Ein ganz erheblicher Teil meiner Lebensqualität ist meine eigene Wohnung. Die Vorstellung, keine eigene Wohung mehr zu haben, wäre für mich ein Albtraum.
Wenn man mit jemandem zusammenwohnt: Wo soll man hin, wenn man mal seine Ruhe haben möchte, einfach nur abschalten, ausschlafen, nachdenken etc? Soll man sich dann in ein Hotel flüchten?
Außerdem: Ich würde mir nicht wünschen, dass jemand in meinen Kontoauszügen rumschnüffelt, meinen PC checkt, etc.
Was wird möglicherweise alles kopiert, um einen im Falle der Trennung zu erpressen?
(M, 44)
 
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  • #15
Was macht ihr eigentlich wenn der Partner mal Krank ist? Da bekommt man dann wohl gesagt, kannst dich ja melden wenn es dir besser geht.
Sehr gutes Stichwort.
Wir (noch getrennt wohnend) statten uns immer Krankenbesuche ab. Das hat zwar meist zur Folge, dass der andere dann auch noch krank ist/wird, aber mir ist es dieses "Opfer" wert. Wir erleben in Krankheit stets sehr intime Momente, die uns eng zusammengeschweißt haben und die ich keinesfalls missen möchte.
 
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  • #16
Als ich letztens krank war, bekam ich zu hören.:"Da kann ich gar nicht kommen, ich kann mir nicht erlauben mich anzustecken"Inzwischen sind nicht nur unsere Wohnungen getrennt.
Es waren vier Jahre getrennte Wohnungen.Schön fand ich das nur zum Anfang.Vielleicht hilft nur sich darauf einzulassen , wenn man es auch kann.
 
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  • #17
<- mod Chat entfernt >

Zur eigentlichen Frage: Living apart together ist im Moment sehr modern. Es entspricht einfach dem Zeitgeist: bloß keine Verpflichtungen eingehen, immer offen und bereit für den nächsten Partner sein. Ich persönlich finde dies eine sehr unschöne Entwicklung, es fehlt die Beständigkeit. Aber gut, wem's gefällt. Ich denke, es ist machbar, auch in einer gemeinsamen Wohnung sich "nicht auf die Füße zu treten". Sonst seid Ihr alle doch auch so erfinderisch und flexibel, also warum dann nicht hier?

w, 39
 
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  • #18
ich finde diese Art eine Beziehung zu leben perfekt.

Ich möchte auch nicht auf meine eigene Wohnung verzichten. Sie ist mein privates Ding! Gehört mir und spiegelt mich wieder.
Ich finde es schön meinen Partner bei mir zu haben, Nähe mit ihm zu erleben, mein Bett mit ihm zu teilen, mit ihm zu frühstücken etc, aber finde es auch schön mal ohne ihn einfach ein Wochenende für mich zu haben. Bei ihm zu sein, meine Nächte mit ihm zu verbringen, seine Wohnng und den Luxus zu genießen mich verwöhnen zu lassen. Einfach herrlich!

Es geschieht immer im Wechsel und wir lieben uns dadurch doch nicht weniger, weil wir nicht zusammen wohnen. (allerdings sind wir auch beide der Meinung, dass es die perfekte Konstellation ist)

w 50
 
  • #19
Für ich eines der wenigen ernsthaften Ausschlußkriterien, das ich habe. Ein Mann, der mit mir nicht gemeinsam in einer Wohnung leben möchte, wird nicht mein Partner.
Was nicht heißen will, daß ich Luxusvarianten, wie: "Ich bin gerade für ein Vierteljahr in Kitzbühel, aber der X. mag nicht skifahren und ist derweil lieber auf unserer Finca auf Mallorca." nicht ausschließen mag, aber in diesem Leben passiert mir das sicher nicht mehr.
Für mich entsteht durch das sich gegenseitig besuchen und den fortwährenden Rückzug in eine Quasi-Single-Existenz eine so verunsichernde Situation, daß für mich langfristig Vertrauen und Intimität einer Partnerschaft nicht gewährleistet sind.
Andere sehen das anders, ich gehöre nicht dazu.
 
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  • #20
Ich sehe das getrennt leben in verschiedene Wohnungen nur als "Rosinen aus dem Kuchen" picken. Zu einer Beziehung gehört alles, auch die negativen Dinge eines Zusammenlebens. Vermutlich haben heut zu Tage zu viele Menschen Angst vor Verpflichtungen, da dieses große Wort FREIHEIT zu sehr in den Vordergrund gestellt wird. Was bedeutet denn Freiheit? Alleine in seiner Wohnung leben um Anderen zu zeigen, dass man alleine klar kommen kann? Können sie das wirklich? Machen sich da nicht viele etwas vor? Verbindlichkeiten sind heute wohl nicht mehr erwünscht.
 
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  • #21
Genau das macht eine richtige Beziehung für mich, im Gegensatz zu einer Freundschaft plus oder wie immer man das nennt, aus: Sich gegenseitig vertrauen und sich gegenseitig aufeinander verlassen können. Keine Angst davor zu haben, dass der Partner "in den Kontoauszügen herumschnüffelt" sondern das als normal zu empfinden. Dass ich keine Angst davor haben muss, einmal ohne Rückzugsraum dazustehen, sondern der Partner mir selbstverständlich Rückzugsraum gewährt.

Das, was viele als Vorzüge des Getrenntlebens sehen, ist im Grunde genommen nichts weiter als ein Festhalten am Singleleben, zu dem man sich je nach Lust und Laune einige Serviceleistungen zusätzlich organisiert.
 
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  • #22
Also ich bin seit fast 3 Jahren mit Freund zusammen. Er wohnt 20 km entfernt und ich bin 5-6 Tage bei ihm. Er ist 10 Jahre älter (über 60) und hat einen anderen Geschmack als ich. Meine Sachen würde ich bei ihm nicht unterbringen können, ich habe bereits 2/3 des Kleiderschrankes und Refugium zum größten Teil in der Küche. Zusammenziehen? Müssten schon 2 Räume mehr sein und das wird zu teuer.
Auf der anderen Seite freue ich mich aber immer wenn mal wieder bei mir zu Hause bin. Mein Freund fühlt sich bei mir nicht wohl. Ist eben nicht sein Ding. Er mag es eher schlicht, dezent ohne Schnörckel o.ä..
Was aber auch immer sehr schön ist, wenn ich dann wieder bei ihm bin - es wird sich erstmal liebevoll umarmt und später sagte er mir häufig das es schön ist, das ich wieder da bin. Ich bekomme fast immer meinen Kaffee ans Bett, er ist da meistens schneller.
Ich möchte meine Wohnung aus verschiedenen Gründen nicht ganz aufgeben. Es ist eine Sicherheit
dort bin ich mehr oder weniger Familär aufgenommen. Arbeite im Ort und bin ehrenamtlich tätig. Das würde ich so in der Form nie wieder bekommen können.
 
  • #23
Warum werden hier immer gleich bestimmte Arten der Beziehung verteufelt. Jeder muß doch für sich die beste Form der Beziehung finden. Das kann von vielen Faktoren abhängen wie Alter, sind Kinder da, die erst die Schule fertig machen wollen, Umgangszeiten mit Kindern,Entfernung, Arbeit etc. Die Nähe zueinander, die Liebe hängt doch nicht von einer gemeinsamen Wohnung ab. w51
 
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  • #24
Wenn ich mit einer Frau zusammen sein will, dann will ich nach einer gewissen Zeit auch mit ihr zusammen wohnen. Das Vertrauen und die Verbindlichkeit, die ich fordere bin ich auch bereit zu geben.

m
Wenn man zusammenzieht, muss man ganz klar und konkret wissen WOZU. Und wenn man sich ruhig und gelassen alle Vor- und Nachteile überlegt, kommt man eindeutig zum Schluß, dass jeder seinen eigenen Raum für sich selbst braucht, und NUR für sich selbst. Der andere hat da keine Zutrittberechtigung.

Das ist meins, und das ist deins - eine klare Abgrenzung. Dadurch werden viele Mißverständnisse vermieden und kann jeglicher Besitzanspruch von vornherein ausgeschlossen werden.
 
  • #25
Ich finde manche Leute hier sehr überheblich. Sie denken, dass nur ihre Vorstellung von Liebe die Richtige ist. Sie glauben zu wissen, was in Menschen vorgeht, die darüber nachdenken getrennt von ihrem Partner zu wohnen, nicht zu leben.
Es gibt so viele Beziehungen, in denen das Paar zusammenwohnt und trotzdem aneinander vorbei lebt. Bei wieder anderen, gibt der eine sich vielleicht zu sehr auf, weil der Partner dominant ist und über alles bestimmen muss. Ich frage mich, ob das erstrebenswert ist.
Der Mensch wird als Individuum geboren. Warum soll er im Laufe seines Lebens seine Individualität für eine Beziehung aufgeben? Es ist wichtig, dass der Mensch seine Persönlichkeit auch für sich entwickelt und nicht nur mit oder von dem Partner.
Ich sehe die Vorteile: mehr Freiraum und Raum für sich selbst, Vorfreude auf den Partner, weil man sich eben nicht jeden Tag sieht, schöne Unternehmungen, die sonst vielleicht irgendwann aufhören, aber für eine glückliche Beziehung sehr wichtig sind. Kribbeln im Bauch, keinen Alltagstrott und Streitereien oder zumindest weniger ...
Für manche Menschen sind heiraten, Kinder kriegen, 40 Stunden arbeiten gehen, zwei Wochen Urlaub im Jahr vielleicht nicht genug.
 
  • #26
Natürlich gibt es hier keine "one fits all"-Lösung, das hat auch keiner behauptet. Der Partnerschaft ist aber auf lange Sicht nur das zuträglich, was BEIDEN gefällt - wenn beide also den Drang nach Distanz und Freiheit haben, dann sind tatsächlich getrennte Wohnungen das Optimale. Für mich wäre das allerdings auch nichts.

Ich war zuletzt mit einer Frau liiert, die genau dieses LAP leben wollte - die gemeinsame Zeit ist jedesmal wie Urlaub, mal ist der eine Gast, mal der andere und wenn es einem schlecht geht oder sich nicht danach fühlt, dann sieht man sich nicht. Als ich nach 1 Jahr Beziehung vorsichtig anfragte, ob wir denn zusammenziehen wollen und sie das nicht wollte, war für mich klar, dass diese Beziehung niemals ein Niveau erreichen kann, das ich mir wünsche. Die Trennung, die ein halbes Jahr später folgte, war dann dafür aber recht einfach: Sie hat von mir eine IKEA-Tasche bekommen, ich eine von ihr. Thema erledigt. Dafür war dieses 2-Wohnungsmodell dann doch praktisch ;-)